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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. September 1991 | Jive

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Eigentlich müsste jedem Head beim Gedanken an den 28. September 1998 ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Es ist der Tag, an dem eine Ära zu Ende ging. "The Love Movement" erschien und damit das letzte Album des legendären Tribe Called Quest. Nach den anschließenden Promoterminen ging die Truppe, die sich längst auseinander entwickelt hatte, endgültig getrennte Wege. "The Love Movement" war ein guter, weitgehend unterschätzter Schlusspunkt, auch wenn Rapper Phife Dawg später lakonisch anmerkte, die Platte hätte eher "The Last Movement" heißen sollen. Für andere Bands wäre die Scheibe ebenso wie der Vorgänger "Beats, Rhymes & Life" ein Durchbruch gewesen. Doch A Tribe Called Quest hatten zuvor Maßstäbe gesetzt, die weder die eine noch die andere LP erfüllte. Schlappe drei Jahre brauchen Q-Tip, Phife Dawg, Ali Shaheed Muhammad und Jarobi White – der die Truppe nach dem Debüt "People's Instinctive Travels And The Paths Of Rhythm" verlässt – um sich im Olymp des Hip Hop ganz oben zu positionieren. Sage und schreibe drei Meilensteine erschienen in dieser kurzen Zeitspanne Anfang der 1990er. Und doch thront ein Teil dieser Trilogie über allem. Der Zweitling "The Low End Theory" sollte den Hip Hop verändern und nachhaltig prägen. Er gilt noch heute vielen als das beste Album, das das Genre zu bieten hat. Als "Sergeant Pepper des Hip Hop" bezeichnet Bob Power die Platte heute in Anspielung auf das legendäre Album der Beatles. Power war der Toningenieur, der "The Low End Theory" in den Greene Street Studios und den Soundtrack Studios in New York auf den Weg brachte. Es habe die Vorstellung der Menschen verändert, wie Musik zusammengesetzt sein müsse, meint er mit einigem Recht. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen revolutioniert "The Low End Theory" den Umgang mit Samples. Der herkömmliche Weg, ein einziges Sample als Loop über einem Bass- und Drumgerüst immer und immer wieder abzuspielen, genügt A Tribe Called Quest nicht. Bis auf "What?" und "Vibes And Stuff" besteht jeder Titel aus zwei oder mehr Samples, "Scenario", das nebenbei noch einem gewissen Busta Rhymes zum Solo-Durchbruch verhilft ("Raow, raow, like a dungeon dragon!"), setzt sich sogar aus sieben Anleihen zusammen – darunter Miles Davis, Kool & The Gang und Jimi Hendrix. Es ist vor allem Q-Tips unglaublichem Gehör zu verdanken, dass der Tribe klingt, wie er klingt. Er ist es, der die meisten Samples entdeckt, die Produzent und DJ Ali Shaheed Muhammad veredelt. Darunter etwa das unverschämt funky Drumkit aus "Hydra" von Grover Washington Jr., das gemeinsam mit Anleihen von Minnie Riperton, der Average White Band und der Steve Miller Band die Single "Check The Rhime" ergibt. Trotz dieser ständigen Vermengung klingt "The Low End Theory" im Gegensatz zum stellenweise etwas störrischen, überschwänglichen Vorgänger nie überfrachtet. De La Soul mögen ulkiger gewesen sein, die Jungle Brothers die größeren Hits und die Beastie Boys die bessere Party gehabt haben – aber so cool, entspannt und abgeklärt wie das Trio um Q-Tip war keine der Ikonen. Und nur wenige haben das Zusammenspiel zwischen Jazz und Hip Hop derart perfektioniert. "Viele haben die Punkte zwischen Hip Hop und Jazz verbunden", wird der Rolling Stone später schreiben, als er "The Low End Theory" auf Platz 153 der besten Alben aller Zeiten wählt, "aber diese LP malt das komplette Bild." Und das, so möchte man anfügen, ist außer The Roots vier Jahre später mit einer solchen Hingabe davor und danach niemandem sonst gelungen. Dass Black Thought in der Dokumentation "Beats, Rhymes & Life: The Travels Of A Tribe Called Quest" infrage stellt, dass The Roots ohne ATCQ überhaupt zusammengefunden hätten, unterstreicht den Einfluss der Truppe. "Ich, J.Dilla, der fraglos einer der besten Beatbauer aller Zeiten ist, und Kanye", fährt Pharrell Williams fort, "wir wären nicht hier, wenn es keine Tribe-Alben gegeben hätte." Sie seien im Prinzip Q-Tips Ziehsöhne. Drei Singles entstanden aus "The Low End Theory". Das bereits erwähnte, vor Energie sprühende "Scenario" mit den Leaders Of The New Shool, "Check The Rhime" und "Jazz (We've Got)", das einzige Stück, das sich jemals direkt mit Jazz beschäftigt hat, weswegen die Truppe es von Anfang an ablehnte, als Jazz-Rap markiert zu werden. Allerdings wäre es eine Schande, "The Low End Theory" auf die Auskopplungen zu reduzieren. Zumal ein anderes Stück für die Entwicklung der Truppe viel wichtiger war. Zwei Verse reichen, um Phife Dawg aus dem Hintergrund ins Rampenlicht zu holen. War er beim Debüt noch mehr oder weniger begleitendes Beiwerk, ist er mit "Buggin' Out" urplötzlich eine Landmarke im Hip Hop: "Microphone check one, two, what is this? / The five foot assassin with the roughneck business." Oder anders ausgedrückt: Bämm, hier bin ich! Das, was danach kommt, als Zusammenspiel zu bezeichnen, ist ein Frevel. Phife und Q-Tip sind mehr als die beiden Frontmänner einer damals schon legendären Rap-Kapelle. Die beiden nehmen sich von sexueller Gewalt ("The Infamous Date Rape") bis zum Konsumverhalten der Masse ("Skypager") und den Machenschaften im Musikgeschäft ("Rap Promotor") alle möglichen Themen vor – und ergänzen sich wie Ying und Yang. Ein passenderes Duo hat Hip Hop seither nicht mehr erlebt. Als würde Two-Face rappen, nur dass es nicht eine gute und eine böse Seite gibt, sondern zwei überragende. Der nasale Flow des Q-Tip, der lyrisch immer wieder ins Poetische abdriftet und der geerdete Phife mit der hohen Stimme, der, so sagen manche, die Straße in A Tribe Called Quest gebracht hat. Auf Augenhöhe gelangt der "Funky Diabetic", wie er sich bei "Oh My God" auf dem Nachfolger "Midnight Marauders" selbst beschreibt, allerdings nie. A Tribe Called Quest ist immer irgendwie Q-Tip und seine kongenialen Partner. So ist er es auch, der in "Verses From The Abstract" über den Double-Bass der Jazz-Legende Ron Carter rappen darf. 2008, siebzehn Jahre nach Veröffentlichung, gesteht der Bassist, die Aufnahme nie gehört zu haben. Dabei groovt Carter derart tief und passend, als wäre er von Beginn an Mitglied des Tribes oder wenigstens der Native Tongue-Posse gewesen. Er ist wohl der einzige, der jemals drohte, Q-Tip die Show zu stehlen. Dieses interne Ungleichgewicht ist letztlich auch einer der Gründe, wieso es schon bei den Aufnahmen zum Nachfolger kriselt. Der perfektionistische, karriere-orientierte Q-Tip avanciert mehr und mehr zum Bandleader, der Forderungen stellt. Die monatelange Zusammenarbeit zu "Midnight Marauders" stellt die Freundschaft zwischen ihm und Phife auf eine harte Probe, der sie nicht standhält. Aus den Sandkastenfreunden werden Arbeitskollegen, der ATCQ-Geist geht flöten, "Beats, Rhymes & Life" und "The Love Movement" erfüllen die Erwartungen nicht. Die Band trennt sich. Erst Jahre später raffen sich die beiden wieder zusammen, spielen immer wieder einige Konzerte, ohne neues Material zu präsentieren. Es werde kein neues Album geben, lässt Q-Tip 2008 verlauten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Vertrag mit Jive, das mittlerweile in Sony aufgegangen ist, sieht sechs Alben vor. "The Love Movement" war das fünfte. © Laut
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Soul/Funk/R&B - Erschienen am 5. November 2002 | Jive

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Pop - Erschienen am 23. Oktober 2001 | Jive

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Pop - Erschienen am 25. März 2011 | Jive

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Pop - Erschienen am 8. September 2006 | Jive

Meine Damen und Herren, willkommen in der Zukunft! Justin, der sich nun JT nennt, hat sich mit dieser Platte das Ziel gesetzt, die Popmusik auf ein vollkommen neues Level zu bringen. Als Vorbilder dienen ihm dabei laut eigener Aussage die Klassiker Prince und David Bowie. Tatsächlich lässt sich Justins Sound als eine Mischung aus progressiven und beatboxähnlichen Electrobeats und futuristischem R'n'B mit Rockeinflüssen beschreiben. Auch an zweideutigen Bemerkungen wird nicht gespart. Selbst südöstliche und klassische Einflüsse in "Another Song/All Over Again" lassen sich erkennen. An Timberlake, dem erst kürzlich vom britischen GQ-Magazin die Auszeichnung "Internationaler Mann des Jahres 2006" zuteil wurde, scheiden sich die Musikgeister. Die einen halten ihn für einen billigen Michael Jackson-Abklatsch, die anderen sehen ihn nach seiner Boygroupkarriere mit N'Sync als einen ernst zu nehmenden, eigenständigen Künstler. Der Wendepunkt seiner musikalischen Ausrichtung sollte die Kollabo mit den Black Eyed Peas zu "Where’s The Love" (2003) sein. Mit dem Timbaland-Brett "Cry Me A River" vom Vorgänger-Album "Justified" war der nächste Schritt getan. Nun droppt der selbst ernannte Mr. Sexy zusammen mit den Top-Produzenten Rick Rubin, Will I.AM und Timbaland seinen nächsten Longplayer. Über die Vorabsingle "Sexy Back" lästerte Kasabian-Bassist Chris Edwards gar abfällig, dass es der schlimmste Songtitel sei, den er je gehört habe. Justin benutzt auf "FutureSex/LoveSounds" gerne die Technik, zwei Tracks in einem zu verwursten. So geschehen mit "What Goes Around" und "Summer Love". Beide Songs spielen bis zur Hälfte einen Beat, um dann in einen anderen hinüberzugleiten. In "Summer Love" nervt das ein bisschen. Vielleicht wäre er da mit zwei separaten Songs besser beraten gewesen, denn so sind manche mit siebeneinhalb Minuten doch etwas lang geraten. Auf einem Album mag das taugen, doch für MTVIVA-Videoclips ist das eindeutig zu lang. In "LoveStoned/I Think She Knows Interlude" fährt der bekennende Coldplay-Fan Justin gegen Ende des Songs gar die gleiche Schiene wie seine Idole. Was macht man, wenn man einen ergreifenden Song schreiben möchte, aber keine derartigen Erfahrungen vorweisen kann? Ganz einfach – man nimmt sich der Figur des lyrischen Ichs namens Bob an. In "Losing My Way" erzählt der Sänger sehr rührend und nachdenklich zusammen mit einem Gospelchor die Geschichte vom drogenabhängigen Bob. Dieser Song ist wohl die große Überraschung des Albums. In der Tat ist Justins neuer Sound frisch und innovativ, doch leider scheinen sich das noch mehr Musiker bzw. die gleichen Producer bei anderen Künstlern gedacht zu haben. So erinnern die Sounds doch sehr an die Klangkostüme unserer Lieblingshotelerbin Paris Hilton oder an P. Diddys neue Single "Come To Me". Auch ein Vergleich zu Usher drängt sich auf. Features sind die Oscargewinner Three 6 Mafia in "Chop Me Up", ein Song, der auch gut abgeht, BEPs Will. I. AM in "Damn Girl" sowie Snoop Dogg im Hidden Track. Für die zweite Single "My Love" heuerte Justin gar Dirty South Rapper T. I. an. In "My Love" klingen Ähnlichkeiten zu Bloodhound Gangs "Uhn Tiss Uhn Tiss Uhn Tiss" an. Vielleicht ist bei diesem Track sogar der Vergleich zu Michael Jacksons "Heartbreaker" vom 2001er "Invincible"-Album angebracht. Obwohl Justins hohe Stimme sowie der Gospelchor in "Losing My Way" dem King of Pop huldigen, ist es am Ende doch JTs Handschrift, die dieses Studioalbum trägt. © Laut
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Pop - Erschienen am 2. Dezember 2008 | Jive

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. November 1993 | Jive

Auszeichnungen Außergewöhnliche Schallplattensammlung von Qobuz
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R.

R&B - Erschienen am 8. November 1998 | Jive

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Metal - Erschienen am 25. Dezember 2007 | Jive

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Pop - Erschienen am 4. September 2020 | Jive

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Pop - Erschienen am 16. Januar 2007 | Jive

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Französischer Rock - Erschienen am 13. Januar 2003 | Jive

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Pop - Erschienen am 13. November 2003 | Jive

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Pop - Erschienen am 15. Mai 2000 | Jive

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Pop - Erschienen am 21. März 2018 | Jive

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Pop - Erschienen am 25. Oktober 2007 | Jive

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. Februar 1993 | Jive

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
1993 löst der junge Demokrat Bill Clinton den alten republikanischen Hardliner Bush senior ab, Guns N' Roses gehen nach ihrem letzten Tour-Konzert in Streit auseinander und New Order haben auch keine Lust mehr. Wenige Dinge halten eben für immer. Aber genau in diesem Jahr 1993 schreiben vier Schulfreunde ein Album für die Ewigkeit. Dabei sieht das musikalische Umfeld zur Veröffentlichung von "93 'Til Infinity" besser aus als noch ein Jahr davor. Damals brachen nach rassistisch motivierter Polizeigewalt gegen den Schwarzen Rodney King schwere Rassenkonflikte aus und spiegelten sich auch im kommerziell sehr erfolgreichen Gangsta-Rap wieder. Die Grunge-Musik aus Seattle bleibt zwar weiterhin populär, der Mainstream assimiliert sie aber langsam und beraubt sie damit endgültig ihrer punkigen Underground-Wurzeln. Wut und Frustration gehören nicht zum entspannten Album-Klangbild der Souls of Mischief. Sie entdecken 1993 vielmehr den entspannenden Effekt der Langsamkeit. Die Jungs gehen es sogar so relaxt an, dass aus dem ursprünglich geplanten Release im Jahr 1991 nichts wird. Der Aufnahmeprozess zieht sich noch weitere zwei Jahre hin. Zum Glück heißt es dann aber: "This is how we chillin in 93." Ein warmer Bass-Sound, perlendes Klavier und ein unaufdringliches Saxophon-Sample umschmeicheln langsam den Hörer, der im Downtempo des Albums immer weiter nach unten schaltet, bis irgendwann der ständig laufende Motor im Gedankenapparat stoppt. Der Groove übernimmt die Kontrolle über seinen Zustand. Eine große Inspiration für den Aufnahmeprozess des Songs liefert der Fusion-Jazz von Billy Cobham, dessen Song "Heather" der Albumtrack "93 'Til Infinity" samplet. Das visionäre Original von 1974 wird nur leicht im Tempo verändert, auf den nur wenig schnelleren Hip Hop-Beat angepasst und bildet den Kern des Albums. Viele der Texte drehen sich ums Blunts-Drehen und darum, viel vom dem Mist, der zu dem Zeitpunkt gerade in Oakland passiert, vorbei ziehen zu lassen. Das erscheint fast schon hippiesk, nur dass hier nicht Joan Baez singt, sondern alles mischt sich mit dem Stil der immer noch jungen Hip Hop-Kultur: schlichtweg die Momentaufnahme und das Lebensgefühl von ein paar Kids, die keine Lust auf Stress, Hass oder Gewalt verspüren. Vielleicht sogar eine Ideologie, wäre es A-Plus, Opio, Phesto und Tajai um eine große Sache gegangen. "Anything Can Happen", eben. So lautet das Motto der Jugend. Unbeschwertheit, bevor der Ernst des Lebens mit seiner nicht immer einfach zu bewältigenden Tragik einsetzt. Der Song klingt nach einer schwitzigen Nacht, in der alles möglich erscheint, der Blick zu den Sternen schweift und irgendwo aus der Hood der ältere Nachbar diese tollen alten Platten laut aufdreht. Ein gutes Beispiel, dass sich der Rest des Albums nicht hinter dem Titeltrack, der Über-Single, zu verstecken braucht. Erst bei weiterem Begutachten des Textes wird klar, dass es um niederschmetternde Berichte aus der Hood handelt: "The cops do not care 'cause our skin has too much shade in it." Wie sich manche Dinge einfach nie ändern. Dass die Souls of Mischief-Kids diesen Umstand nicht für dumpfes Abfeiern von Gewalt nutzen, sondern sich eher als sprachgewandte Chronisten verstehen, macht "93 'Til Infinity" so besonders: Poesie und Verstand als wirkliche Waffen gegen die Dummheit dieser Welt. Ein großer Erfolg in den Charts wird "93 'Til Infinity" nicht, was auch nicht verwundert. So ist es eben mit Kunst statt Kommerz, im Nachtprogramm auf MTV statt in der Heavy Rotation am Nachmittag. Jive Records, ein Label, das sich am Mainstream orientiert, versucht trotz (oder gerde wegen) des mauen Erfolgs, aus den smarten Kids eine Rap-Boy-Group zu formen. ber die Beteiligten haben zum Glück ihre eigene Vision. Aus der kreativen Hieroglyphics-Crew, deren Mitglieder sie sind, erwächst bald ein eigenes Label mit einem Chef namens Del Tha Funkee Homosapien, heute auch bekannt als Gastrapper von den Gorillaz. In den Neunzigern ist daran überhaupt noch nicht zu denken. Keiner aus den Reihen der Hiero-Crew erreicht hohe Chartspositionen, doch ein Blick auf die Billboard-Jahrescharts sagt viel über Zeitlosigkeit und Qualität aus. Kennt noch jemand die lahme Elvis Presley-Cover-Nummer "Can't Help Falling in Love" von UB 40 oder "Freak Me" von Silk? In diesem Jahr 1993 alles große Hits, die man nachträglich am liebsten vergessen und sich dafür schämen möchte. Anders als bei diesen Millionen-Sellern mögen es vielleicht nicht viele Kids gewesen sein, die "93 'Till Infinity" sahen oder hörten, aber die heißen Kanye West, John Mayer, Joey Bada$$, J. Cole, Four Tet oder Vampire Weekend. Alle berufen sich auf den Einfluss dieses Meisterwerks. Was vor 25 Jahren begann, liegt immer noch fest in Hip Hops DNA und in der Musik allgemein verankert. © Laut
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Soul/Funk/R&B - Erschienen am 8. September 2006 | Jive

Meine Damen und Herren, willkommen in der Zukunft! Justin, der sich nun JT nennt, hat sich mit dieser Platte das Ziel gesetzt, die Popmusik auf ein vollkommen neues Level zu bringen. Als Vorbilder dienen ihm dabei laut eigener Aussage die Klassiker Prince und David Bowie. Tatsächlich lässt sich Justins Sound als eine Mischung aus progressiven und beatboxähnlichen Electrobeats und futuristischem R'n'B mit Rockeinflüssen beschreiben. Auch an zweideutigen Bemerkungen wird nicht gespart. Selbst südöstliche und klassische Einflüsse in "Another Song/All Over Again" lassen sich erkennen. An Timberlake, dem erst kürzlich vom britischen GQ-Magazin die Auszeichnung "Internationaler Mann des Jahres 2006" zuteil wurde, scheiden sich die Musikgeister. Die einen halten ihn für einen billigen Michael Jackson-Abklatsch, die anderen sehen ihn nach seiner Boygroupkarriere mit N'Sync als einen ernst zu nehmenden, eigenständigen Künstler. Der Wendepunkt seiner musikalischen Ausrichtung sollte die Kollabo mit den Black Eyed Peas zu "Where’s The Love" (2003) sein. Mit dem Timbaland-Brett "Cry Me A River" vom Vorgänger-Album "Justified" war der nächste Schritt getan. Nun droppt der selbst ernannte Mr. Sexy zusammen mit den Top-Produzenten Rick Rubin, Will I.AM und Timbaland seinen nächsten Longplayer. Über die Vorabsingle "Sexy Back" lästerte Kasabian-Bassist Chris Edwards gar abfällig, dass es der schlimmste Songtitel sei, den er je gehört habe. Justin benutzt auf "FutureSex/LoveSounds" gerne die Technik, zwei Tracks in einem zu verwursten. So geschehen mit "What Goes Around" und "Summer Love". Beide Songs spielen bis zur Hälfte einen Beat, um dann in einen anderen hinüberzugleiten. In "Summer Love" nervt das ein bisschen. Vielleicht wäre er da mit zwei separaten Songs besser beraten gewesen, denn so sind manche mit siebeneinhalb Minuten doch etwas lang geraten. Auf einem Album mag das taugen, doch für MTVIVA-Videoclips ist das eindeutig zu lang. In "LoveStoned/I Think She Knows Interlude" fährt der bekennende Coldplay-Fan Justin gegen Ende des Songs gar die gleiche Schiene wie seine Idole. Was macht man, wenn man einen ergreifenden Song schreiben möchte, aber keine derartigen Erfahrungen vorweisen kann? Ganz einfach – man nimmt sich der Figur des lyrischen Ichs namens Bob an. In "Losing My Way" erzählt der Sänger sehr rührend und nachdenklich zusammen mit einem Gospelchor die Geschichte vom drogenabhängigen Bob. Dieser Song ist wohl die große Überraschung des Albums. In der Tat ist Justins neuer Sound frisch und innovativ, doch leider scheinen sich das noch mehr Musiker bzw. die gleichen Producer bei anderen Künstlern gedacht zu haben. So erinnern die Sounds doch sehr an die Klangkostüme unserer Lieblingshotelerbin Paris Hilton oder an P. Diddys neue Single "Come To Me". Auch ein Vergleich zu Usher drängt sich auf. Features sind die Oscargewinner Three 6 Mafia in "Chop Me Up", ein Song, der auch gut abgeht, BEPs Will. I. AM in "Damn Girl" sowie Snoop Dogg im Hidden Track. Für die zweite Single "My Love" heuerte Justin gar Dirty South Rapper T. I. an. In "My Love" klingen Ähnlichkeiten zu Bloodhound Gangs "Uhn Tiss Uhn Tiss Uhn Tiss" an. Vielleicht ist bei diesem Track sogar der Vergleich zu Michael Jacksons "Heartbreaker" vom 2001er "Invincible"-Album angebracht. Obwohl Justins hohe Stimme sowie der Gospelchor in "Losing My Way" dem King of Pop huldigen, ist es am Ende doch JTs Handschrift, die dieses Studioalbum trägt. © Laut
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Metal - Erschienen am 20. April 2010 | Jive

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Dance - Erschienen am 22. Februar 2000 | Jive