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Die Alben

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Klassik - Erschienen am 15. November 2019 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Es erstaunt immer wieder, dass Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo in ihrer Deutungsvielfalt keinesfalls ausgeschöpft sind. Das zeigt jetzt auch die zweite Einspielung von Thomas Zehetmair bei ECM. Seine erste Aufnahme erschien 1983 bei Teldec und erregte damals einiges Aufsehen, denn sie entstand in Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt, ausgeführt aber auf einer modernen Violine. Wie reflektiert, kreativ und geigerisch souverän Zehetmair diese große Aufgabe Jahrzehnte später noch einmal angeht, ist faszinierend. Diesmal hat er historisches Instrumentarium gewählt (für die Partiten und Sonaten jeweils eine andere Barockgeige) und stellt die Musik Bachs mit großer Klarheit und Transparenz in den Raum, in einer „historisierenden“ Interpretation voller Fantasie und Vitalität, kontrastreichen Tempi, deutlich abgestufter Dynamik und einem Sinn für das Improvisatorische. Verfeinerung auf der ganzen Linie. Dazu gibt es Überraschungsmomente, etwa den „attacca“-artigen Übergang zwischen Courante und Double (Presto!) in der ersten Partita. Gern bringt Zehetmair auch, quasi improvisierend, zusätzliche Verzierungen in Wiederholungen an. Konsequentes Non-vibrato-Spiel prägt den Klang, der rund und fein ist, niemals dünn. Zehetmair sensibilisiert das Ohr für die Architektur, für Struktur und Harmonik. Die Tanzsätze schweben mit spielerischer Leichtigkeit dahin, und die Akkordbrechungen in den Sonaten-Fugen werden nie zum Kraftakt. Die Chaconne, der große Prüfstein, zieht wie eine Reise mit unendlich vielen Eindrücken vorüber. Peter Gülke steuerte einen erhellenden Begleittext bei und die Propsteikirche St. Gerold im österreichischen Vorarlberg die vorzügliche, von natürlichem Hall getragene Akustik. Grandios! © Hornig, Norbert / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 13. September 2019 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Beethovens späte Quartette sind tief in der Tradition verwurzelt – und weisen zugleich weit in die Zukunft. Diese Verbindungen nachzuzeichnen, hat sich das Danish String Quartet als Ziel seiner Reihe „Prism“ vorgenommen. Das wird in der zweiten Folge noch schlüssiger erreicht als in der ersten. Bachs h-Moll-Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier erklingt zu Beginn als exemplarisches Vorbild für das lineare Denken des späten Beethoven; im dritten Streichquartett von Alfred Schnittke zitiert und verfremdet der Komponist das Thema der Großen Fuge, mit der Beethoven die ursprüngliche Version seines B-Dur-Quartetts op. 130 beendet. Schon hier, bei Schnittke, demonstriert das Danish String Quartet die von ihm bekannte Flexibilität im Klang, mit einer Palette von vibratolos-fahlen Farben bis zur brutalen Attacke. Diese Bandbreite macht sich das Ensemble auch im besagten B-Dur-Quartett von Beethoven zunutze, findet aber insgesamt einen weicheren Zugang als man gewohnt ist. Nicht, weil etwa die schroffen Konturen geglättet würden; die Große Fuge wirkt genau so schroff, kontrastreich und beklemmend dicht, wie es der Notentext verlangt. Doch die lyrischen Momente der Musik treten stärker in den Vordergrund – schon im ersten Satz, dessen weit ausgreifende Linien die Streicher romantisch aussingen. Aber eben auch im dritten Satz, der hier viel weniger burschikos klingt als sonst, und im Alla danza tedesca, dessen engräumige Crescendobögen das Danish String Quartet sehr dezent ausformt. Die wunderbar innige Cavatina ist schließlich der Höhepunkt einer teilweise geradezu zärtlichen Interpretation. Für den warmherzigen Gesamteindruck dürfte nicht zuletzt auch die auffällige Präsenz der Bratschenstimme verantwortlich sein. © Stäbler, Marcus / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 24. Mai 2019 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice - 5 Sterne Fono Forum Klassik
„Zwiegespräche“ beginnt mit dem intensiv-berührenden Klang von Heinz Holligers Oboe, die aus der Ferne zu uns ruft, in einem Stück, das sein langjähriger Freund György Kurtág für ihn geschrieben hat. Dem entgegnet er mit einem eigenen Solostück für Englischhorn. Von hier aus entfaltet sich das Gespräch zweier Komponisten, die aus ihrer jeweiligen Warte heraus den Kontakt zueinander suchen - und zu uns. Das Verdichtete, Konzentrierte ist charakteristisch für die Stücke beider Komponisten. Sechseinhalb Minuten dauern die längsten unter ihnen; viele der Botschaften sind in kaum einer Minute vorbei. Solche Dimensionen laden uns ein, jeder Nuance genau zuzuhören und unsere Aufmerksamkeit wird mit einer Musik belohnt, die eindringlich und feinporig zugleich ist. Neben Heinz Holliger sind Maire-Lise Schüpbach (Englischhorn, Oboe) und der Klarinettist Ernesto Molinari die weiteren Interpreten. Die Sopranistin Sarah Wegener verleiht ihre reine, ausdrucksstarke Stimme den Vertonungen beider Komponisten des Gedichts „Die Ros“ von Angelus Silesius aus dem 17. Jahrhundert. Die Rose, sagt Silesius, kennt kein „Warum“; sie blüht einfach und fragt nicht, ob sie gesehen wird oder nicht. Diese Musik jedoch verlangt danach, daß man sie hört. In der zentralen Kurtág-Sequenz interpretieren Holliger und Molinari, der zwischen Bass- und Kontrabassklarinette wechselt, die Solo- und Duo-Stücke mit großem Gespür für den Duktus dieser Musik. Zuvor gibt es noch einen weiteren Dialog. Sieben Gedichten des schweizerisch-französischen Dichters Philippe Jaccottet (*1925), die dieser selbst liest, folgen instrumentale Antworten Holligers. Und am Ende des Programms blickt Holliger in den Spiegel auf sein jugendliches Selbst: als Interpret seiner Sonate für Oboe solo (1956/57, rev. 1999), die er hier zum ersten Mal aufgenommen hat. Die vorliegende Aufnahme, die anläßlich Holligers 80. Geburtstag erscheint, zeugt auf eindrucksvolle Weise von seiner doppelten Kunstfertigkeit als Interpret und Komponist. © ECM Records
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Klaviersolo - Erschienen am 12. April 2019 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Für eine gelungene Interpretation genügt es nicht, auf einem zeitgenössischen Instrument zu spielen. Man muss auch der Aufgabe gewachsen sein. Wenn ein Pianist wie András Schiff vom prächtigen Wiener Brodmann Besitz ergreift, der für diese vom legendären ECM-Label veröffentlichte Aufnahme zur Verfügung gestellt wurde, geschieht ein Wunder: Geist und Klang vereinen sich auf höchstem Niveau. Selten haben wir alle Schattierungen von Schuberts intimsten Gedanken in diesem Ausmaß wahrgenommen. Der zarte Anschlag und das unnachahmliche Legato, das sowohl der Pianist als auch das Wiener Instrument hervorbringen, verleihen den Sonaten D. 958 und D. 959 eine unbeschreibliche Sehnsucht. Aber ein Aufruhr erhebt sich und András Schiff führt uns entschlossen bis an den Rand des Abgrunds. Die im Scherzo der Sonate D. 959 verwendeten Kristallklänge rufen die ganze Magie des Gesangs antiker Harfenisten hervor, die von deutschen Romantikern so gerne dargestellt wurden. Diese Erkundungen des Klangs wirken auch bei den Impromptus D. 899 und den drei Klavierstücken D. 946 Wunder. Diese bieten einen expressiven Kontrapunkt, der sich von der unergründlichen Tiefe der Sonaten unterscheidet. Das vorliegende Album ist wie die Offenbarung eines neuen Klanguniversums, das sich uns unter den inspiriert Händen von András Schiff eröffnet. © François Hudry/Qobuz
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Klaviersolo - Erschienen am 2. November 2018 | ECM New Series

Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice - Choc de Classica
Die großartige Naturkulisse der Schweizer Alpen begeisterte schon die Reisenden im frühen 19. Jahrhundert. Franz Liszt fasste die Impressionen seiner 1835 unternommenen Reise durch das Land der Eid­ genossen im ersten Band seiner „Années de pélerinages“ zusammen. Ruhige Naturbilder finden sich in diesem Zyklus ebenso wie hochdramatische Szenen, in denen sich der Tastenlöwe Liszt voll austoben konnte. Dem 46-­jährigen Österreicher Till Fellner, Schüler unter anderen von Alfred Brendel und Oleg Maisenberg, liegen diese hochvirtuosen Kraftakte eher fern. Er zeigt in seinen Interpretationen einen empfindsamen Liszt; den Klangmagier, der mit seinen Farbspielen bereits den Impressionismus vorwegnahm. Besonders überzeugend gelingen ihm daher die kleinen Studien, die Naturimpressionen, oder zarte Klangmixturen wie im ersten Teil von „Vallée d’Obermann“. Da perlen die Wassertropfen in „Au bord d’une source“, treffen die fließenden Wellenbewegungen ans Ufer in „Au Lac du Wallenstadt“. Feinste dynamische Schattierungen zeigt Fellner in „Le mal du pays“, und im Schlussstück des Zyklus „Les cloches de Genève“ geht der Klaviersatz ganz im Klang auf, entwickelt aus einer schlichten Akkordbrechung. Seinen Beethoven kennt Fellner nur zu gut, hat er doch zwischen 2008 und 2010 alle Klaviersonaten dieses Komponisten in einer viel gelobten Konzertreihe von Tokio bis New York dargeboten. Dem Kopfsatz von Beethovens letzter Klaviersonate op. 111 wird der eher klangbetonte Ansatz Fellners allerdings nur bedingt gerecht. Hier fehlen die Schärfe und die gewollten Brüche, die dieses Spätwerk auszeichnen und vor deren Hintergrund der ätherische Gesang der abschließenden Arietta erst richtig zur Geltung kommt. Das hat man schon zupackender gehört. Im zweiten Satz gelingen Fellner jedoch traumhaft schöne Wendungen, bringt er den Flügel geradezu zum Singen. © Demmler, Martin / www.fonoforum.de
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Quartette - Erschienen am 21. September 2018 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Das Beethoven-Jubiläum 2020 wirft seine Schatten voraus. Viele Interpreten nehmen den Vorlauf zum 250. Geburtsjahr des Komponisten als Anreiz, sein Schaffen neu zu beleuchten, auch das Danish String Quartet. In einem Aufnahmezyklus mit dem Titel „Prism“ rückt das Ensemble die fünf letzten Quartette von Beethoven in den Fokus und konfrontiert sie mit je einer Bach-Fuge und einem Werk eines späteren Meisters, um die Traditionslinien der Musik zu verfolgen. Eine schlüssige Idee, weil Beethovens Polyfonie bei Bach anknüpft und seine neuartige Klangsprache viele Komponisten nach ihm beeinflusst hat. Allerdings wirkt das Konzept auf dem Papier noch überzeugender als in der Realität der ersten Folge: Die bloß zweiminütige Fuge von Bach in Es-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier geht neben den zwei gewichtigen Werken von Beethoven und Schostakowitsch in derselben Tonart unter und bleibt deshalb nicht wirklich als roter Faden präsent. Doch davon abgesehen hinterlassen das Programm und die Interpretation einen so starken Eindruck, wie es bei diesem Ensemble zu erwarten war. Im düsteren letzten, aus sechs langsamen Sätzen gebauten Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch formuliert das Danish String Quartet die Gesten der Einsamkeit oft mit kahlem, nacktem Klang. Die steilen Crescendi im zweiten Satz schneiden scharf in die Stille hinein und reißen ab ins Nichts. Keine Wärme, kein Trost, nur Bitternis und später ein eisiger Trauermarsch. Ganz anders der Ton in Beethovens op. 127: Dort packen die Musiker kraftvoll in die Saiten, nicht nur beim orchestralen Beginn. Die raschen Sätze drängen energisch voran, ohne jede Spätwerk-Verklärung, im Adagio singt das Danish String Quartet dagegen mit einem dichten Legato. Dass die melodische Linie da zu Beginn einen Tick zu gleichförmig phrasiert rüberkommt, gehört zu den ganz wenigen Durchhängern eines insgesamt packenden Albums. © Stäbler, Marcus / www.fonoforum.de
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Symphonien - Erschienen am 20. April 2018 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Pärt hat seine vier Sinfonien über einen Zeitraum von 45 Jahren, die ersten beiden zwischen 1964 und 1966, die dritte 1971 und die vierte erst 2008, geschrieben. Seine ersten Schritte in der Welt der Sinfonie waren von der Zwölftontechnik geprägt, auch wenn Pärt eventuell auftauchende tonale Pole, die bei zufälligen Begegnungen zwischen einzelnen Tönen und zusammenklingenden Harmonien entstanden, zuließ. Insgesamt blieb seine Tonsprache jedoch den modernistischen Prinzipien stark verbunden, auch wenn er nebenbei die alten Gattungen Präludium und Fuge oder auch die Polyphonie erforschte. Mit seiner Zweiten Sinfonie endete Pärts avantgardistische Phase. Von den 1970er Jahren an änderte Pärt seine Kompositionsweise von Grund auf, interessierte sich für mittelalterliche und religiöse Musik, verwarf in seiner Dritten Sinfonie die Zwölftonmusik und ihre Theorien völlig und entwickelte stattdessen eine tonale Schreibweise: melodisch und vor allem modal (entsprechend den alten Kirchentonarten). In Folge dieser persönlichen Revolution entwickelt Pärt seinen Tintinnabuli-Stil, den er in der Vierten Sinfonie anwendet. Diese ist für Streicher, Harfe und Schlagzeug konzipiert: eine weite meditative Welt, schwebend, irreal, nicht greifbar, von Grund auf tonal, in der sich die Entwicklungen von einem Phänomen zum anderen sehr langsam vollziehen, so dass der Hörer jeden einzelnen Moment genießen kann. © SM/Qobuz
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Klassik - Erschienen am 28. April 2017 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice - 5 Sterne Fono Forum Klassik - Preis der deutschen Schallplattenkritik
„Meine Muttersprache ist das Stammeln“: Mit diesem Bekenntnis hat György Kurtág ein zentrales Merkmal seiner Musik benannt. Die Suche nach dem Ausdruck, nach den passenden Klang-„Worten“, die sich in sehr knappen, oft auch eruptiven Gesten artikuliert, prägt einen Großteil seines Schaffens. Diese Sprachhaltung, die sich auf das Allernötigste beschränkt, ist auch auf der drei CDs umfassenden Sammlung mit sämtlichen Stücken von Kurtág für Ensemble und Chor zu spüren. Sei es in den samtweichen, von Pausen durchsetzten Pianissimo-Arpeggien der Gitarre zu Beginn des „Grabsteins für Stephan“ oder in den harten Schlägen der Pauke im dritten Satz des „... quasi una fantasia ...“ für Klavier und im Raum verteilte Instrumente. Neben einer extremen Verdichtung des Ausdrucks offenbaren die elf eingespielten Werke, die zwischen 1959 und 2011 entstanden sind, Kurtágs unglaublich feinen Klangsinn, der etwa in den milchigen Farben des Doppelkonzerts für Klavier, Cello und zwei Kammerensembles von 1990 zu Tage tritt. Mit welcher seismografischen Sensibilität der Cellist Jean-Guihen Queyras hier den Nuancen des Soloparts nachspürt, ist eins von vielen Beispielen für das maßstabsetzende interpretatorische Niveau der gesamten Aufnahme. Reinbert de Leeuw und seine Kollegen – das famose Ensemble Asko/Schönberg und der nicht minder beeindruckende Niederländische Rundfunkchor sowie eine vorzügliche Solistenriege – haben das Programm nach und nach in einem Zeitraum von vier Jahren aufgenommen, um den empfindlichen Partituren wirklich gerecht werden zu können. Diese Sorgfalt und die Hingabe an jeden einzelnen Ton – im traumzarten Operndestillat „What is the word“ für Alt-Solo, Stimmen und Ensemble ebenso zu erleben wie in den „Songs of Despair and Sorrow“ für gemischten Chor und Instrumente – machen die Aufnahme zu einem Meilenstein. © Stäbler, Marcus / www.fonoforum.de
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Messen, Passionen, Requiems - Erschienen am 17. März 2017 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Der gregorianische Choral als unstrittiges musikalisches Ur-Erbe? Nicht für Tigran Mansurian, den 1939 geborenen armenischen Komponisten. In seinem Requiem werden der einstimmige Gesang und der lateinische Text zum Ausgangspunkt für eine gedankenschwere Auseinandersetzung mit der Totenmesse. Das macht schon deren Widmung klar: dem Andenken der Opfer des Genozids an den Armeniern. Emotional aufgeladen wirkt das knapp dreiviertelstündige Chorwerk dennoch nicht. Ganz bewusst positionierte sich Mansurian in dieser Frage: Er stieß sich an dem „theatralisch-rituellen Aspekt, der sich in dieser Gattung im Laufe der Jahrhunderte in der europäischen Musik entwickelt hat“. Dennoch hat dieses Requiem neben seiner gedanklichen auch eine körperhaft-bewegte Ausführungs- und Rezeptionsebene, etwa mit den gestoßenen Noten im „Dies irae“. Statt in gregorianischer Melodik geht der Text bei Mansurian in altarmenischen einstimmigen Gesangslinien auf. Zudem hat der Komponist dem Chor viele homophone Akkorde notiert, die sich ineinander, aber auch an den vom Münchener Kammerorchester sensibel und weich gelegten Klanggründen sanft reiben. Insgesamt gleitet diese Musik größtenteils ohne Hast am Hörer vorbei, ist aber trotz der dezenten Grundhaltung kein Ohrenschmeichler. Neue Musik im Sinne der zentraleuropäischen Avantgarde akademischen Zuschnitts ist das aber natürlich nicht. Vielmehr geht es Mansurian um den Klang als Träger der Botschaft. Und diesem Klang lässt er Zeit und Raum, was in der Aufnahme in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem besonders gut herauskommt. So hat das Requiem trotz des konkreten historischen und politischen Kontextes, in das Mansurian es stellt, etwas mystisch Entrücktes. Wovor soll man auch noch Angst haben, wenn das eigene Volk einem Völkermord zum Opfer fiel? © Schmitz, Johannes / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 18. November 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Eine nächtliche Autofahrt in gemächlichem Tempo, vor mir der Lichtkegel, dem nach ich durch den Raum gleite, die nächsten Rücklichter leuchten schwach in einiger Entfernung. Links und rechts der ruhenden Dunkelheit gleiten Lichtpunkte vorbei, Ansammlungen von Häusern, Umrisse von Industrieanlagen, dann wieder Nachtschwärze spendende Bäume. Ein schmerzvoller innerer Frieden. Die Idee, dass alles irgendwann zu Ende ist. Umso bewusster erlebe ich jetzt den Raum, erfahre ich die sich öffnende Zeit. Denn die Sinne sind geschärft durch die ruhigen und sonoren Klänge aus den Lautsprechern, jede kleine Ton- und Lautverschiebung führt bei mir zu einer inneren Regung. Ist diese Musik denn anspruchsvoll genug, „modern“ genug, dass sie mich berühren darf? Ich versuche sie zu fassen, entgleite aber immer wieder in die Tiefen des Chorklangs, suche Halt bei den sparsamen Figuren der Saxofone, deren minimalistische Patterns ruhig dahingleiten, während die sanft dissonierenden Singstimmen mit ihren radikal ruhig gedehnten Selbstlauten sich mir zu entziehen scheinen und mich doch ganz zu mir bringen, zu einer Ruhe, in der eine tiefe freundliche Traurigkeit wohnt. Sparsam in Vibrato und Lautstärke Wohlklang verströmend machen die Frauen und Männer des Chors The Crossing mein Auto zur nachtdunklen Kathedrale und mich zum Subjekt einer meditativen Reise. Es folgen zwei sehnsüchtige kurze Chorsätze, die die Frauen allein singen, ein bei aller Gemessenheit leidenschaftliches Sopransolo schreitet behutsam durch mein Bewusstsein. Natürlich kann man diese Musik in Beziehung setzen zu den vertonten Worten des englischen Mystikers Thomas Traherne oder beim A-cappella-Frauenchor zu denen Petrarcas. – Auch beim wiederholten Hören aber suche und finde ich mich wunschlos in den Weiten der Klangräume. © Schmitz, Johannes / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 30. September 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Das große Ereignis dieser Aufnahme ist (einmal mehr) das Violaspiel von Kim Kashkashian. Wenn sie spielt, ist die Viola nicht mehr eine Zwischenstufe zwischen Violine und Cello, der der Makel anhaftet, beider Vorzüge nicht zu haben, weder die Brillanz der hohen Schwester, noch die warme Fülle des tieferen Verwandten. Die in Michigan geborene Armeniern verkehrt sämtliche Vorurteile gegen ihr Instrument ins Positive, ins Singuläre: Wenn sie Viola spielt, dann vereint sie die Ideale, die das Spiel eines Streichinstruments nur anstreben kann. Jeder Ton legt ein Bekenntnis ab, voll von innerem Glühen, ohne dabei je äußerlich zu werden. In der viersätzigen Violasonate „Arcanum“ der in den USA lebenden Russin Lera Auerbach (geboren 1973) kann Kim Kashkashian sich auf ihrem Instrument ganz aussingen. Auerbach, die als Pianistin mitwirkt, vertraut der Klangsprache einer erweiterten Harmonik, sie glaubt daran, dass Musik eine Sprache ist, die der Hörer verstehen kann. Allerdings keine Sprache, die mit Worten zu übersetzen wäre. Sie selber spricht von einem „Geheimwissen“ jenseits des Rationalen. Was könnte Musik Größeres sein? Beseelt von diesem traditionellen Verständnis der Tonkunst ist ein gedankenvolles Bekenntniswerk entstanden, das in allen emotionalen Ausprägungen Geschmack zeigt und seine Erfüllung in Kim Kashkashians Wiedergabe findet. Voraus geht eine von Lera Auerbach erstellte Fassung der 24 Präludien von Schostakowitsch für Viola und Klavier. Auerbach als Pianistin lässt dabei durchaus aufhorchen, verfällt in keine Stereotypen, sondern bleibt lebendig und variabel im Ton. Mit diesen beiden Musikerinnen entfalten die 24 kleinen Charakterbilder eine ungemein ausformulierte und zugleich espritreiche Wirkung. Eine CD für Genießer. © Schmitz, Johannes / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 26. August 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Schumanns Violinkonzert ist auf dem besten Wege, sich als Repertoirestück zu etablieren. Gerade die junge Geigergeneration scheint das einst vielgescholtene Stück immer mehr zu schätzen, Berührungsängste und Vorurteile sind hier wohl endgültig überwunden. Das erst im November 1937 von Georg Kulenkampff in einer bearbeiteten Fassung und von Yehudi Menuhin kurze Zeit später in notengetreuer Version uraufgeführte Konzert ist in mancher Hinsicht eine rätselhafte Komposition – aber vielleicht liegt darin auch ein Teil ihrer Faszination. Carolin Widmann ist dem Werk Schumanns immer eng verbunden gewesen, bereits 2007 hat sie mit Dénes Várjon die Violinsonaten eingespielt, eine bemerkenswerte, ungemein detaillierte Aufnahme, die neue Perspektiven eröffnete. Dass sich die Geigerin auch dem Violinkonzert zuwenden würde, war zu erwarten. Es scheint in der Natur eines notorisch kontrovers diskutierten Werkes zu liegen, dass dem Interpreten viel interpretatorischer Spielraum gegeben ist. Schumanns Seele ergründen zu wollen, ist ein heikles Unterfangen, haftet dem späten Violinkonzert doch das Vorurteil an, vom labilen Gemütszustand des Komponisten im negativen Sinne beeinflusst zu sein. Carolin Widmann begibt sich sehr feinfühlig auf den Weg durch dieses Labyrinth der Gefühle. Sie gestaltet sehr frei, was die Tempi im ersten Satz betrifft. Auch die Tempowahl im Finale (lebhaft, doch nicht schnell) ist eine Gratwanderung. Carolin Widmann findet einen Puls, der die adäquate Darstellung des rasend schnellen Passagenwerks erlaubt. Ihre schlanke, ins Helle gehende Tongebung passt auch gut zu Mendelssohns Violinkonzert, das dem Werk Schumanns hier gegenübersteht. Carolin Widmann lässt die Musik unaufgeregt und gelassen sprechen und dreht das Finale nicht auf Effekt. Sehr gut eingestellt ist die Balance zwischen Orchester und Solovioline, die das raumgreifende Klangbild nicht dominiert. © Hornig, Norbert / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 15. April 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Award - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Es ist eine Art Ritterschlag: Wer im oberpfälzischen Neumarkt im Reitstadel CDs aufnehmen darf, kann sich zu den gehobenen Vertretern der Branche rechnen. Das Danish String Quartet gehört nun dazu. Längst hat es im Konzertsaal seine Qualitäten nachgewiesen, nun präsentiert es sich auf dieser CD ebenso forsch und frisch wie in der Live-Situation. Auf dem Programm stehen „Arcadiana“, nostalgische Miniaturen von Thomas Adès von 1994, das „Quartetto Breve“ des dänischen Komponisten Per Nørgård (1952) sowie zehn Preludes des Nørgård-Schülers Hans Abrahamsen, ein Werk von 1973. Prädikat: entdeckens- und unbedingt hörenswert. Die vier Streicher präsentieren sich als hungrige Jungspunde, die vor keinem Risiko zurückscheuen. Bei ihnen wirkt die Musik herrlich ungezwungen, nie pädagogisch-gelehrig. Wie sie „Das klinget so herrlich, das klinget so schön“, diese Mozart-Anspielung und -Verfremdung aus der Adès-Sammlung, angehen, ist grandios. Der Aufschwung in höchste Höhen gelingt sphärenhaft leicht. Und dann baumeln lauter Silberstreife vom Himmel herab, nur die Zupfer des Cellos lassen noch eine gewisse Bodenhaftung erkennen. Das „Allegro risoluto“ des Nørgård-Quartetts eröffnet dann das Cello allein, so erdig und selbstbewusst, dass die anderen sich erst langsam, wie mit kurzen Fragen, hinzugesellen. Trotzdem entsteht bald, vor allem in den harmonisch reizvollen, lang gezogenen Akkorden, eine Einheit. Das Dänische Streichquartett scheut kein Risiko. Muss es auch nicht, denn der Klang bleibt immer intensiv und ausdrucksstark, beispielsweise bei den kleinen dynamischen Rückungen am Beginn des zweiten Abrahamsen-Prelude. Selbst beißende Harmonien werden hier nicht plump ins Schaufenster der Moderne gestellt, sondern in ein Ganzes, eine Erzählung eingebettet, und sei sie noch so knapp formuliert. Eine berauschende, innovative Aufnahme. © Vratz, Christoph / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 18. März 2016 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Wie sich die Zeiten ändern. Man könne „es seinen vielen herrlichen Schöpfungen nicht ebenbürtig zur Seite stellen“, meinte Joseph Joachim seinerzeit wohl zu vorschnell und trug dazu bei, dass Schumanns Violinkonzert für viele Jahrzehnte aus dem Bewusstsein verschwand. Ende der 1930er-Jahre erlebte es durch das Engagement von Yehudi Menuhin und Georg Kulenkampff seine Renaissance. Heute kann man das Werk, trotz einiger immer noch bestehender Vorurteile, als rehabilitiert betrachten. Viele Geiger lieben es, unter ihnen ist auch Thomas Zehetmair, der jetzt seine zweite Aufnahme vorgelegt hat. Und zwar, das ist bei diesem Werk ganz und gar ungewöhnlich, in Personalunion als Solist und Dirigent. Für ihn ist diese Herausforderung sicher kalkulierbarer als für Geiger, die nicht dirigieren. Zehetmair tut dies seit Jahren erfolgreich, und so gelingt ihm zusammen mit dem Orchestre de chambre de Paris eine schlüssige Interpretation, die neben Individualiät eine gewisse kammermusikalische Intimität ausstrahlt. Die Grundtempi sind in den Ecksätzen etwas langsamer, im Mittelsatz geht es ein Quäntchen rascher voran als in der Aufnahme mit Christoph Eschenbach, die 1988 entstand. Es scheint so, dass Zehetmair jetzt noch mehr in sich hineinhört, etwas gelassener und abgeklärter agiert als damals. Sein Spiel ist beredtsam, kantabel und frei, manche Phrasen klingen fast wie improvisiert. Der traumverlorene, langsame Satz, der zum Schönsten gehört, was die romantische Violinliteratur zu bieten hat, verströmt seine Lyrik. Poesie pur. Das Finale erhält einen leichten Swing, es soll ja auch eine Art Polonaise sein. Zehetmair wählt das Tempo klug, so verhuscht auch das dahinrauschende Passagenwerk nicht, die einzelnen Töne klingen noch artikuliert. Auch die Fantasie op. 131 hat Zehetmair hier noch einmal aufgenommen, mit Bedacht und etwas weicher konturiert. Dazwischen tritt die erste Sinfonie Schumanns. Ihre optimistische Grundstimmung wird mit kammermusikalischem Feinsinn transportiert. © Hornig, Norbert / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 2. Oktober 2015 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 4 étoiles Classica
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Klassik - Erschienen am 27. März 2015 | ECM New Series

Auszeichnungen 5 de Diapason
Manfred Eichers Vorliebe für die musikalische Kontemplation ist bekannt und war für das „New Series“-Segment seines Labels geradezu stilbildend. Für „Cantante e tranquillo“ hat er mit András Keller, Primarius des „hauseigenen“ Keller-Quartetts, ein Programm zusammengestellt, das ausschließlich auf „slow movements“ basiert, wohlwissend, dass die vielbeschworene Unsagbarkeit und Rätselhaftigkeit musikalischer Kunst sich nirgendwo so konzentriert und subjektiv mitteilt wie im langsamen Streichquartett-Satz. Die „Kuratoren“ entschieden sich für eine Zusammenstellung älterer und neuerer Keller-Aufnahmen, die Auszüge aus Bachs „Kunst der Fuge“ und Teile aus Beethovens späten Quartetten mit Musik von Ligeti, Schnittke, Knaifel und insbesondere Kurtág konfrontieren, also visionäre Spätwerke älterer Musik mit zeitgenössischer in einen Dialog bringen. Gerade beim Keller-Quartett hätte man sich allerdings noch einen ganz Großen gewünscht: Béla Bartók ... Wie auch immer, trifft hier doch durchweg exzeptionelle und bewegende Musik aufeinander, deren Wirkung sich in intensiven Darbietungen gleichsam gegenseitig multipliziert. Dennoch ist die Überzeugungskraft der einzelnen Bestandteile unterschiedlich. Das Keller-Quartett ist bekannt für seine bedächtigen, aber auch manchmal etwas pastosen Zugangsweisen, was den Auszügen aus Bachs „Kunst der Fuge“ nicht immer gut tut; hier gibt es weitaus transparentere, aber auch spirituell bewegendere Deutungen, auch im Streichquartett-Format. Ganz wunderbar gelungen hingegen die expressiven Miniaturen György Kurtágs, die ihre Klangpoesie mit ganzer Unmittelbarkeit entfalten. Und das „Moderato pastorale“ aus Schnittkes Klavierquintett sowie Alexander Knaifels „In Air Clear and Unseen“ sind in ihrer konsequenten Melancholie sowieso zwei Paradestücke für das ungarische Quartett! © Wieschollek, Dirk / www.fonoforum.de
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Klassik - Erschienen am 10. Oktober 2014 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
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Klassik - Erschienen am 12. September 2014 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Choc de Classica
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Klassik - Erschienen am 23. Mai 2014 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 4 étoiles Classica
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Klassik - Erschienen am 7. Februar 2014 | ECM New Series

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