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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Juni 2017 | Def Jam Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Vince Staples zeigte mit dem im Jahre 2014 erschienenen Hell Can Wait, dieser gewaltigen und schleimigen Sieben-Tracks-Fassung mit dem düsteren und totalen live from la street Hip-Hop gleich von Anfang an, dass er zum Klub der zukünftigen Stars gehört, die sehr versiert mitten aus dem Leben der Gesetzlosen erzählen. Acht Monate später bestätigt dann Summertime '06, sein erstes Album, diesen Eindruck und 2015 sollte es zu den besten Rap-Platten zählen. Mitten im darauffolgenden Sommer trieb es Staples mit der EP Prima Donna an die Spitze: sieben neue, düstere Momentaufnahmen seiner Stadt der Engel (aber nicht nur…), in deren Herzen sein Flow und seine Texte pausenlos strahlten. Diese EP lieferte vor allem den Beweis, dass der Rapper sich auf Erneuerung verstand, denn bei zwei Tracks tritt sogar auch der Brite James Blake als Gast auf…In den letzten Jahren lieferte der kalifornische Gangsta Rap und seine Nebenprodukte eine hübsche Neubesetzung (von Kendrick Lamar über YG oder sogar DJ Mustard bis hin zu Schoolboy Q mit einer weitläufigen Stilpalette), obwohl die ursprünglichen Zutaten immer noch dieselben sind (Dope, Knarren, Sex, Sauferei, Arbeitslosigkeit). Vince Staples interpretiert auf seine eigene Art und Weise all diese endlos wiedergekauten Merkmale neu und verschafft ihnen einen noch nie dagewesenen modernen Charakter. Die Straße bleibt dieselbe, aber die Leute dort wissen, wie man sich erneuert. Mit diesem, im Sommer 2017 vom Himmel strahlenden Big Fish Theory bietet der MC des Long Beach alles andere als einen Neuaufguss des Summertime ‘06. Eher so etwas wie eine Verlängerung oder sogar eine Weiterentwicklung des Prima Donna-Albums. Dieses zweite Album mit außerirdischen Raumschliffklängen fährt ganz eindeutig unter der Elektroflagge. Klänge aus der Minimal Music, die manchmal in Richtung Detroit-Techno aus der Anfangszeit schwenken. Da er bei recht spezifischen Produzenten (Zack Sekoff, SOPHIE, Jimmy Edgar, GTA und sogar Flume!) entsprechende Rückendeckung findet, begibt sich Vince Staples bei seinem Storytelling auf die verschlungenen Pfade noch nie gehörter Klangarchitektur. Auf Alyssa Interlude präsentiert er plötzlich ein Interview mit seinem Idol Amy Winehouse, das er mit einem Sampling aus I Wish It Would Rain von den Temptations abrundet. In einem der weiteren Tracks, nämlich Love Can Be..., ertönt Damon Albarns Stimme, wogegen der Text des Crabs In A Bucket vom Songwriter des Bon Iver Projekts, Justin Vernon, stammt. Big Fish Theory überrascht mit zahllosen, mehr oder weniger erwarteten Dingen solcher Art. Staples hat sich wie schon mit Homage ganz und gar dem Clubbing verschrieben. Natürlich gibt es auf der Platte auch andere prachtvolle Nummern, die uns aber etwas weniger überraschen: A$AP Rocky auf SAMO, Ray J, Ty Dolla Sign, Kučka, Juicy J auf Big Fish, Kilo Kish, und natürlich dürfen wir den unumgänglichen Kendrick Lamar auf Yeah Right nicht vergessen. Diese Explosion von Ideen, die Staples alle in eine bestimmte Richtung zu lenken versteht, wirft einen einfach um. Damit ist Big Fish Theory nicht das Spielzeug eines verwöhnten Kindes, sondern sehr wohl das hervorragende Manifest eines Künstlers, der sich um Konventionen auf seinem Gebiet kaum kümmert und stattdessen mit seinen eigenen Gesetzen daherkommt. © MZ/Qobuz
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CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 30. Juni 2015 | Def Jam Recordings

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
"My teachers taught me we were slaves, my momma told me we was kings / I don't know who to listen to, I guess we somewhere in between", rappt Vince Staples mit monotoner Gleichgültigkeit in der Stimme auf "Summertime", dem Herzstück und titelgebenden Track seines Debüts. Der Jungspund aus Long Beach wirkt in der 2015er Freshmen Class des XXL Magazins neben anderen Newcomern wie Fetty Wap oder OG Maco trotz seiner erst 22 Jahre wie ein alter Mann, der schon alles gesehen hat. "They found another dead body in the alley." Der Vergleich mit den Genannten macht am ehesten deutlich, was "Summertime '06" zu einem Versprechen für die Zukunft mutieren lässt. Während Wap mit "Trap Queen" und Maco mit "U Guessed It" millionenfach geklickte Chartstürmer erschufen, die in Zeiten des Thuggers, der Migos oder Gucci Manes mit ihrer Cloud-Trap-Mischung eben genau in den Zeitgeist fallen, verzichtet Staples komplett auf anbiedernde Radiohits. Das ist auch gut so, denn die würden sicher nur die durchgängig dichte und zum Zerreißen gespannte Atmosphäre zerstören, die Vince mit seinem kühlen, nüchternen Vortrag erschafft. Zu erzählen hat der Junge trotz seines Alters nämlich Einiges. Seine Heimatstadt Long Beach gehört zu den Teilen von Los Angeles, in die sich verwirrte Touristen lieber nicht verirren sollten. Die Compton-Romantik verspricht auch hier ein Aufwachsen mit Drogenhandel, Gewalt und blutige Gangkriege sind an der Tagesordnung. "No matter what we grow into, we never gonna escape our past." Erbarmungslos breitet der Schulabbrecher vor dem geistigen Auge des Zuhörers sein Leben als "gangbanger" auf der Straße aus. Dabei wird schnell offensichtlich, dass sich seit seinem ersten Mixtape "Shyne Coldchain Vol. 1" von 2011 eine Menge getan hat: Seine damals lakonische Art, die durchaus noch Vergleiche mit Kumpel Earl Sweatshirt zuließ, macht auf "Summertime '06" Platz für größerere Arrangements, wichtigere Statements und mehr Dringlichkeit. Während Sweatshirt in die vertrackten Irrwege seiner Gedankenwelt entführt, spuckt einem Staples kompromisslos die messerscharfe Dokumentation eines Lebens vor die Füße, das, gerade weil es so weit weg zu sein scheint, eine unnachgiebige Anziehungskraft ausübt. "Summertime '06" verkommt aber nicht zu einem klassischen Straßenrap-Album: Selbstinszenierung und filmreife Gangster-Geschichten haben keinen Platz in seiner bedrückenden Welt. Lieber verliert sich Staples in der sachlichen Beschreibung der Szenerie: "Four deep, five seats, three guns", zählt er etwa gleichgültig in "Get Paid" auf, statt von schweißnassen Händen und Adrenalinschüben zu erzählen, während er mit seiner Crew das nächste Ding dreht. Der Verzicht auf die klassische Gangster-Inszenierung spiegelt Staples Gemütslage wider: Der Junge aus Long Beach ist es einfach leid seinen Vater in den Knast wandern zu sehen, die Freunde bei Schießereien zu verlieren oder seiner Mutter beim Drogen-Verticken zu helfen. Da scheint ab und an schon eine ähnliche Geisteshaltung wie bei einem gewissen Herrn Lamar durch, auch wenn ein Vergleich mit King Kendrick sicher noch zu früh kommt. Den nüchternen Realismus unterlegt Def Jams Dion "No I.D." Wilson, ehemaliger Kanye-Mentor aus Chicago, zusammen mit DJ Dahi und Clams Casino mit einer spröden, brüchigen Produktion, die trotz der sehr unterschiedlichen Einflüsse ihrer Macher als stimmiger Organismus daher kommt. Aus psychedelischen Samples, ächzenden, verzerrten E-Gitarren-Basslines und verspielten Percussions brauen die drei eine brodelnde, düstere Mischung zusammen, der man anhört, dass hier nicht auf die mögliche Chartplatzierung geschielt, sondern mit viel Seele gearbeitet wurde. Die ersten Erfolge mit viel Schampus und bewusstseinserweiternden Substanzen zu zelebrieren, gehört im Rap-Zirkus bei vielen Newcomern dazu, viel einzuwenden ist dagegen ja auch nicht. Dann hat man wenigstens neben dem Kater am Morgen danach auch gleich noch Stoff für die nächste "We-Made-It"-Hymne. Staples scheint aber andere Prioritäten zu setzen. Der 22-Jährige kifft sich vor einem Auftritt nicht etwa die Birne weg, sondern sitzt viel eher gedankenverloren im Backstage-Bereich und sinniert über die Einsamkeit seiner neuen Berufung. "All these white folks chanting when I ask them: 'Where my niggas at?' / Going crazy, got me going crazy, I can't get with that / Wonder if they know I know they won't go where we kick it at?", heißt es auf "Lift Me Up". Diese nachdenkliche Grundstimmung wirkt schon fast harmlos im Gegensatz zu dem, das Staples auf "Jump Off The Roof" vom Stapel lässt. Zwischen der Sehnsucht nach Erlösung erzählt er von Todesängsten, Drogensucht, zerstörerischen Beziehungen, Schmerz und Bessenheit. "Life way too hard, am I dreamin'? Highway to hell and I'm speedin' / One way to tell if I'm breathin' / On three, let's jump off the roof." Auch "Summertime" bietet keinen Fluchtweg aus der Verzweiflung, obwohl Staples hier für einen kurzen Moment eine zärtlichere Seite durchscheinen lässt. Den Titeltrack könnte man schon fast als Liebeslied bezeichnen, soweit das Vince jedenfalls zulässt. "My feelings told me love is real, but feelings here can get you killed." Der monotone Singsang harmoniert perfekt mit den seltsam faszinierenden Gitarren-Akkorden und dem gedämpften, beruhigenden Synthie-Brummen von Clams Casino. Von Wärme, geschweige denn guter Laune, fehlt aber weiterhin jede Spur. "The sheets and crosses turned to suits and ties / In black America, can you survive? […] No hopes and dreams, just leave us be, we leaning on the bible." Gegen Ende der etwas zu lang geratenen 60 Minuten Spielzeit zeigt Staples, welch großes Versprechen für die Zukunft in ihm steckt. Hier weicht die Vergangenheitsbewältigung nämlich politischen Statements, und schnell wird klar: Kendrick ist offenbar nicht der Einzige, der etwas zu sagen hat. D'Angelo mokierte sich erst kürzlich angesichts des Erfolgs von Jeezy oder eben Young Thug über das mangelnde politische Bewusstsein in der Mainstream-Rap-Welt. Sieht aus, als habe Vince Staples das Potenzial, um D'Angelo noch richtig glücklich zu machen. © Laut
CD11,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. September 2014 | Def Jam Recordings

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 30. Juni 2015 | Def Jam Recordings

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
"My teachers taught me we were slaves, my momma told me we was kings / I don't know who to listen to, I guess we somewhere in between", rappt Vince Staples mit monotoner Gleichgültigkeit in der Stimme auf "Summertime", dem Herzstück und titelgebenden Track seines Debüts. Der Jungspund aus Long Beach wirkt in der 2015er Freshmen Class des XXL Magazins neben anderen Newcomern wie Fetty Wap oder OG Maco trotz seiner erst 22 Jahre wie ein alter Mann, der schon alles gesehen hat. "They found another dead body in the alley." Der Vergleich mit den Genannten macht am ehesten deutlich, was "Summertime '06" zu einem Versprechen für die Zukunft mutieren lässt. Während Wap mit "Trap Queen" und Maco mit "U Guessed It" millionenfach geklickte Chartstürmer erschufen, die in Zeiten des Thuggers, der Migos oder Gucci Manes mit ihrer Cloud-Trap-Mischung eben genau in den Zeitgeist fallen, verzichtet Staples komplett auf anbiedernde Radiohits. Das ist auch gut so, denn die würden sicher nur die durchgängig dichte und zum Zerreißen gespannte Atmosphäre zerstören, die Vince mit seinem kühlen, nüchternen Vortrag erschafft. Zu erzählen hat der Junge trotz seines Alters nämlich Einiges. Seine Heimatstadt Long Beach gehört zu den Teilen von Los Angeles, in die sich verwirrte Touristen lieber nicht verirren sollten. Die Compton-Romantik verspricht auch hier ein Aufwachsen mit Drogenhandel, Gewalt und blutige Gangkriege sind an der Tagesordnung. "No matter what we grow into, we never gonna escape our past." Erbarmungslos breitet der Schulabbrecher vor dem geistigen Auge des Zuhörers sein Leben als "gangbanger" auf der Straße aus. Dabei wird schnell offensichtlich, dass sich seit seinem ersten Mixtape "Shyne Coldchain Vol. 1" von 2011 eine Menge getan hat: Seine damals lakonische Art, die durchaus noch Vergleiche mit Kumpel Earl Sweatshirt zuließ, macht auf "Summertime '06" Platz für größerere Arrangements, wichtigere Statements und mehr Dringlichkeit. Während Sweatshirt in die vertrackten Irrwege seiner Gedankenwelt entführt, spuckt einem Staples kompromisslos die messerscharfe Dokumentation eines Lebens vor die Füße, das, gerade weil es so weit weg zu sein scheint, eine unnachgiebige Anziehungskraft ausübt. "Summertime '06" verkommt aber nicht zu einem klassischen Straßenrap-Album: Selbstinszenierung und filmreife Gangster-Geschichten haben keinen Platz in seiner bedrückenden Welt. Lieber verliert sich Staples in der sachlichen Beschreibung der Szenerie: "Four deep, five seats, three guns", zählt er etwa gleichgültig in "Get Paid" auf, statt von schweißnassen Händen und Adrenalinschüben zu erzählen, während er mit seiner Crew das nächste Ding dreht. Der Verzicht auf die klassische Gangster-Inszenierung spiegelt Staples Gemütslage wider: Der Junge aus Long Beach ist es einfach leid seinen Vater in den Knast wandern zu sehen, die Freunde bei Schießereien zu verlieren oder seiner Mutter beim Drogen-Verticken zu helfen. Da scheint ab und an schon eine ähnliche Geisteshaltung wie bei einem gewissen Herrn Lamar durch, auch wenn ein Vergleich mit King Kendrick sicher noch zu früh kommt. Den nüchternen Realismus unterlegt Def Jams Dion "No I.D." Wilson, ehemaliger Kanye-Mentor aus Chicago, zusammen mit DJ Dahi und Clams Casino mit einer spröden, brüchigen Produktion, die trotz der sehr unterschiedlichen Einflüsse ihrer Macher als stimmiger Organismus daher kommt. Aus psychedelischen Samples, ächzenden, verzerrten E-Gitarren-Basslines und verspielten Percussions brauen die drei eine brodelnde, düstere Mischung zusammen, der man anhört, dass hier nicht auf die mögliche Chartplatzierung geschielt, sondern mit viel Seele gearbeitet wurde. Die ersten Erfolge mit viel Schampus und bewusstseinserweiternden Substanzen zu zelebrieren, gehört im Rap-Zirkus bei vielen Newcomern dazu, viel einzuwenden ist dagegen ja auch nicht. Dann hat man wenigstens neben dem Kater am Morgen danach auch gleich noch Stoff für die nächste "We-Made-It"-Hymne. Staples scheint aber andere Prioritäten zu setzen. Der 22-Jährige kifft sich vor einem Auftritt nicht etwa die Birne weg, sondern sitzt viel eher gedankenverloren im Backstage-Bereich und sinniert über die Einsamkeit seiner neuen Berufung. "All these white folks chanting when I ask them: 'Where my niggas at?' / Going crazy, got me going crazy, I can't get with that / Wonder if they know I know they won't go where we kick it at?", heißt es auf "Lift Me Up". Diese nachdenkliche Grundstimmung wirkt schon fast harmlos im Gegensatz zu dem, das Staples auf "Jump Off The Roof" vom Stapel lässt. Zwischen der Sehnsucht nach Erlösung erzählt er von Todesängsten, Drogensucht, zerstörerischen Beziehungen, Schmerz und Bessenheit. "Life way too hard, am I dreamin'? Highway to hell and I'm speedin' / One way to tell if I'm breathin' / On three, let's jump off the roof." Auch "Summertime" bietet keinen Fluchtweg aus der Verzweiflung, obwohl Staples hier für einen kurzen Moment eine zärtlichere Seite durchscheinen lässt. Den Titeltrack könnte man schon fast als Liebeslied bezeichnen, soweit das Vince jedenfalls zulässt. "My feelings told me love is real, but feelings here can get you killed." Der monotone Singsang harmoniert perfekt mit den seltsam faszinierenden Gitarren-Akkorden und dem gedämpften, beruhigenden Synthie-Brummen von Clams Casino. Von Wärme, geschweige denn guter Laune, fehlt aber weiterhin jede Spur. "The sheets and crosses turned to suits and ties / In black America, can you survive? […] No hopes and dreams, just leave us be, we leaning on the bible." Gegen Ende der etwas zu lang geratenen 60 Minuten Spielzeit zeigt Staples, welch großes Versprechen für die Zukunft in ihm steckt. Hier weicht die Vergangenheitsbewältigung nämlich politischen Statements, und schnell wird klar: Kendrick ist offenbar nicht der Einzige, der etwas zu sagen hat. D'Angelo mokierte sich erst kürzlich angesichts des Erfolgs von Jeezy oder eben Young Thug über das mangelnde politische Bewusstsein in der Mainstream-Rap-Welt. Sieht aus, als habe Vince Staples das Potenzial, um D'Angelo noch richtig glücklich zu machen. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. Dezember 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records

Hi-Res
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FM!

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 2. November 2018 | Def Jam Recordings

Hi-Res
Nur etwa 23 Minuten lang dauert Vince Staples' neue Platte, die als Nachfolger zum Husarenstück "Big Fish Theory" ein denkbar undankbares Erbe antritt. Während das Markenzeichen des Vorgängers insbesondere die variablen Beats waren, die mit verschiedensten Spielarten des Hip Hop und elektronischer Musik kokettierten, steht nun alles strikt im Zeichen des Mediums Radio. Das verdeutlicht bereits der Opener "Feels Like Summer", der eine Moderation aus der in L.A. ansässigen Radioshow "Big Boy's Neighborhood"- ja, ich habe nachgelesen - mit kühlen Synths unterlegt, ehe Staples in charakteristischer Manier zu rappen beginnt. Unter anderem rekapituliert er seinen Coachella-Gig und teilt gegen die überwiegend weiße Scharade in der kalifornischen Einöde aus: "White fans at the Coachella / Never been touched, niggas know better". Die Hook flötet Ty Dolla Sign, dessen Singsang den Sommer tatsächlich neu aufleben lässt. Dass die Radio-Samples nicht ausschließlich selbstreferentiell bleiben bzw. auf die afroamerikanische Hip Hop-Kultur und ihre mediale Präsenz verweisen, sondern auch als praktische Überleitung taugen, untermauert der smoothe Übergang zu "Outside!". Dieses thematisiert über einem deutlich wuchtigeren Beat Staples' ehemaliges Gangleben und gerät - offensichtlich auch wegen seiner Dauer - angenehm kurzweilig. Das liegt nicht zuletzt am immer wieder faszinierenden Flow, der zwischen demonstrativer Gleichgültigkeit und intensiver Eindringlichkeit pendelt. Auch auf "Don't Get Chipped" wählt Staples mit Jay Rock genau den richtigen Featurepartner für die Hook. Unaufgeregt setzt er einen Kontrapunkt zum Hauptprotagonisten, der sich trotz künstlerischer Extravaganz nicht aller Allgemeinplätze erwehren kann: "Hundred thousand dollar car, bet you proud of me now". Im ersten Interlude des Albums kündigt Big Boys omnipräsente Show einen neuen Track von Staples-Buddy Earl Sweatshirt an, "Run The Bands" beschäftigt sich einmal mehr ausgiebig mit dem Streetlife, aus dem nach wie vor der Großteil an Inspiration stammt und bringt es in Einklang mit Persönlichkeiten aus Musik und sonstiger Popkultur: Kanye West, Patrick Bateman, Michael Jackson oder Eddie Murphy als Beverly Hills Cop geben sich die Ehre. Dass der ikonische ewige Hustle dabei obendrein eine Rolle spielt, erklärt sich von selbst: "I always been famous where I'm from / Started from the bottom of the slums". Das eher oldschoolige "No Bleedin" stellt schon im Titel klar, um was es geht. Nicht in Hinterhalte geraten, lautet die Devise. Oder um es im Slang zu formulieren: "Head on the swivel", immer wachsam bleiben. Staples - und in diesem Fall Partnerin Kamaiyah, die ihre Stimme traditionsbewusst stark modifiziert - frühstücken so ziemlich alle Aggregatzustände ab. Das Ende gibt "Tweakin", das ein letzter, als Skit deklarierter Radiomitschnitt einleitet. Im Rahmen eines Gewinnspiels suchen die Big Boy-Hosts sieben Prominente mit dem Anfangsbuchstaben 'V', dem perplexen Hörer fällt nur Vanessa Williams ein. Der Track selbst beschäftigt sich mit dem Tod Angehöriger und lebt von der altbewährten Symbiose zwischen Rap-Versen und emotional-nachdenklicher R'n'B-Hook, dargeboten von Kehlani. Vince Staples macht seit Jahren so ziemlich nichts falsch. Selbst ein teilweise aufreizend lässig umgesetztes Album in Unterlänge besteht den Qualitätstest weitestgehend souverän. Ganz nebenbei verfolgt "FM!" treibt ein stringentes Konzept auf die Spitze: das Sampling einer einzigen Radioshow. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. August 2016 | Def Jam Recordings

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. August 2019 | Motown Records

Hi-Res
CD19,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Juni 2017 | Def Jam Recordings

Vince Staples hat sich mit seinen gerade einmal 23 Jahren schon mehrfach neu erfunden. Vom synthiedurchsetzten Westcoast-Sound seiner ersten Mixtapes verabschiedete er sich spätestens mit seinem Langspielerdebüt "Summertime '06“, das unter der Federführung von NO I.D. eine ganze Spur düsterer und schwerer anmutete. "Big Fish Theory" – und das konnte man bereits an der letztjährigen "Prima Donna" EP erahnen – bricht nun erneut mit dem gewohnten Soundbild und setzt an den ganz wunden Punkten an. Statt Long Beach oder Atlanta heißen die Soundvorbilder nun Detroit und Berlin, statt genügsam zu sein gräbt sich Staples mit dem Album ganz fies in die Gehörgänge. Dafür scharrte Vince eine illustre Produzentenrunde um sich, bestehend aus Zack Sekoff, Sophie, GTA, Justin Vernon und Flume, die radikal in neue Soundlandschaften vorpreschen. "Big Fish Theory" macht nur wenig bis keine Zugeständnisse an die üblichen Hörgewohnheiten, sondern erinnert ob seiner Brachialität an die Wucht eines unerwarteten Kinnhakens. Im Vorfeld sprach Staples von seinem eigenen 'Afro-futurism', und tatsächlich scheint er seiner Zeit ein Stück voraus zu sein. Denn das Album verbindet, was bislang nicht zusammengehörte: eisigen G-Funk mit Field Recordings, treibenden Detroit-House mit krachendem UK-Industrial. Seine "Big Fish Theory“ ist unbequem und fordernd – und somit genau das, was viele am derzeitigen Status Quo vermissen. Schon im Opener "Crabs In A Bucket" lässt Staples erahnen, dass er auch auf lyrischer Seite nichts von seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe eingebüßt hat. "They don't ever want to see the black man eat/ Nails in the black man's hands and feet, heißt es äußerst unverfroren auf einer treibenden Bon Iver-Co-Produktion, über die Staples trocken und ohne Atempause fegt. Zwar erreicht Vince lange nicht die politische Sprengkraft eines Kendrick Lamar, trotzdem treffen seine pointierten Stiche immer wieder den richtigen Nerv. Die erste Auskopplung "BagBak" wütet am stärksten in Richtung Obrigkeiten und Rassendiskriminierung: "Prison system broken, racial war commotion/ Until the president get ashy, Vincent won't be votin'". Kern des Ganzen: "Until they love my dark skin/ Bitch I'm goin' all in". Andererseits richtet Staples seinen Blick genauso schonungslos nach innen. Nachdem "Alyssa Interlude" mit einem Amy Winehouse-Interviewschnipsel startet, driftet der Song in ein sensibles Liebeswirrwarr ab. Staples scheinbar teilnahmsloser Singsang erinnert an "Summertime", das Herzstück der Vorgängerplatte. "Sometimes, people disappear/ Think that was my biggest fear/ I should have protected you/ Sometimes, I wish it would rain", sinniert Vince, bevor ein kanye'eskes The Tempations-Sample einsetzt: "Sunshine, blue skies/ Please go away". Der wahrscheinlich schönste und auch verletzlichste Moment der Platte. Zwar gibt es auch weiterhin tiefe Einblicke - nur eben mit voller Breitseite vorgetragen. "Love Can Be..." erinnert mit seinen unaufhaltsamen Drums an eine der besseren Kaytranada-Produktionen, für das Intro steuerte Damon Albarn ein paar wenige Wortfetzen bei. Auch ansonsten halten sich die Gäste angenehm zurück. Einzig Kilo Kish entwirft mit ihren Gesangsparts immer wieder einen geeigneten Gegenpol zu Staples pulsiven Flows. A$AP Rocky ist auf dem brachialen Industrial-Ungetüm "SAMO" kaum zu hören, dafür behauptet sich Staples umso besser. Sowieso bändigt er scheinbar mühelos die experimentellsten Produktionen, wozu sonst wohl nur Kendrick Lamar in der Lage wäre. Auf "Yeah Right" kommt es wenig später folgerichtig zum Gipfeltreffen der temporär besten Westcoast-Rapper. Auf einem monströsen Flume/Sophie-Beat jonglieren Vince und Kendrick nur so mit Flow-Variationen umher und lassen sich gleichzeitig über Moral und Materialismus aus. Noch besser wird es nur mit dem schneidenden G-Funk-Banger "745": Vince schwingt sich zum bösen Gegenspieler von YGs gutgelauntem Lowrider-Sound auf und zeichnet ein dystopisches Bild seiner Heimat, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. "Big Fish Theory" verdichtet eine schier unglaubliche Bandbreite an musikalischen Einflüssen auf nur etwas mehr als 30 Minuten Spielzeit so kohärent, dass dem Album nur der Begriff Meisterwerk gerecht wird. Spannender wird HipHop in 2017 nicht mehr. © Laut
CD12,79 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. Dezember 2014 | Flatland Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. November 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records

Hi-Res
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. März 2018 | Def Jam Recordings

CD2,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. November 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records

CD20,49 Fr.
FM!

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 2. November 2018 | Def Jam Recordings

Nur etwa 23 Minuten lang dauert Vince Staples' neue Platte, die als Nachfolger zum Husarenstück "Big Fish Theory" ein denkbar undankbares Erbe antritt. Während das Markenzeichen des Vorgängers insbesondere die variablen Beats waren, die mit verschiedensten Spielarten des Hip Hop und elektronischer Musik kokettierten, steht nun alles strikt im Zeichen des Mediums Radio. Das verdeutlicht bereits der Opener "Feels Like Summer", der eine Moderation aus der in L.A. ansässigen Radioshow "Big Boy's Neighborhood"- ja, ich habe nachgelesen - mit kühlen Synths unterlegt, ehe Staples in charakteristischer Manier zu rappen beginnt. Unter anderem rekapituliert er seinen Coachella-Gig und teilt gegen die überwiegend weiße Scharade in der kalifornischen Einöde aus: "White fans at the Coachella / Never been touched, niggas know better". Die Hook flötet Ty Dolla Sign, dessen Singsang den Sommer tatsächlich neu aufleben lässt. Dass die Radio-Samples nicht ausschließlich selbstreferentiell bleiben bzw. auf die afroamerikanische Hip Hop-Kultur und ihre mediale Präsenz verweisen, sondern auch als praktische Überleitung taugen, untermauert der smoothe Übergang zu "Outside!". Dieses thematisiert über einem deutlich wuchtigeren Beat Staples' ehemaliges Gangleben und gerät - offensichtlich auch wegen seiner Dauer - angenehm kurzweilig. Das liegt nicht zuletzt am immer wieder faszinierenden Flow, der zwischen demonstrativer Gleichgültigkeit und intensiver Eindringlichkeit pendelt. Auch auf "Don't Get Chipped" wählt Staples mit Jay Rock genau den richtigen Featurepartner für die Hook. Unaufgeregt setzt er einen Kontrapunkt zum Hauptprotagonisten, der sich trotz künstlerischer Extravaganz nicht aller Allgemeinplätze erwehren kann: "Hundred thousand dollar car, bet you proud of me now". Im ersten Interlude des Albums kündigt Big Boys omnipräsente Show einen neuen Track von Staples-Buddy Earl Sweatshirt an, "Run The Bands" beschäftigt sich einmal mehr ausgiebig mit dem Streetlife, aus dem nach wie vor der Großteil an Inspiration stammt und bringt es in Einklang mit Persönlichkeiten aus Musik und sonstiger Popkultur: Kanye West, Patrick Bateman, Michael Jackson oder Eddie Murphy als Beverly Hills Cop geben sich die Ehre. Dass der ikonische ewige Hustle dabei obendrein eine Rolle spielt, erklärt sich von selbst: "I always been famous where I'm from / Started from the bottom of the slums". Das eher oldschoolige "No Bleedin" stellt schon im Titel klar, um was es geht. Nicht in Hinterhalte geraten, lautet die Devise. Oder um es im Slang zu formulieren: "Head on the swivel", immer wachsam bleiben. Staples - und in diesem Fall Partnerin Kamaiyah, die ihre Stimme traditionsbewusst stark modifiziert - frühstücken so ziemlich alle Aggregatzustände ab. Das Ende gibt "Tweakin", das ein letzter, als Skit deklarierter Radiomitschnitt einleitet. Im Rahmen eines Gewinnspiels suchen die Big Boy-Hosts sieben Prominente mit dem Anfangsbuchstaben 'V', dem perplexen Hörer fällt nur Vanessa Williams ein. Der Track selbst beschäftigt sich mit dem Tod Angehöriger und lebt von der altbewährten Symbiose zwischen Rap-Versen und emotional-nachdenklicher R'n'B-Hook, dargeboten von Kehlani. Vince Staples macht seit Jahren so ziemlich nichts falsch. Selbst ein teilweise aufreizend lässig umgesetztes Album in Unterlänge besteht den Qualitätstest weitestgehend souverän. Ganz nebenbei verfolgt "FM!" treibt ein stringentes Konzept auf die Spitze: das Sampling einer einzigen Radioshow. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Juni 2015 | Def Jam Recordings

HI-RES3,99 Fr.
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. November 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 2. März 2020 | Def Jam Recordings

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. Dezember 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. August 2019 | Motown Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 31. Oktober 2019 | Blacksmith Recordings - Motown Records