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Die Alben

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Rock - Erschienen am 10. Juni 2016 | Legacy Recordings

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 30. Oktober 2015 | Rhino - Warner Records

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 10. Juni 2016 | Legacy Recordings

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 28. Februar 1970 | Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
"Wenn du gewinnen willst, bereite dich darauf vor, manchmal zu verlieren. Und behalte ein paar verdeckte Karten in der Hinterhand. Denn der Kampf hört im Leben niemals auf." So lautet die Lebensphilosophie Van Morrisons. Irand 1974: Morrison geht es nicht gut. Seine Ehe ist gerade den Bach herunter gegangen. Er begibt sich zum Wundenlecken in den Schoß der Heimat. So betrüblich die Umstände auch sein mögen. Künstlerisch sollen sie sich auszahlen. Falls die alte These stimmen sollte, wonach großer Schmerz meist in ebenso großer Kunst mündet, ist "Veedon Fleece" ihr bester Kronzeuge. Der Belfaster nimmt alle Pein und gießt sie in eine Form so finster wie sein Befinden, dabei so grün wie die Hügel Irlands. Heraus kommt eine der besten Platten von Van the Man. Eine dunkle Gegenthese zu "Astral Weeks" und dem lauschigen "Moondance". Hier gibt es mehr Aggression in den schreienden Momenten und echte Bitternis in den melancholischen Augenblicken. Dass Morrisons Privatleben den Blues schiebt, tut seiner Musik hörbar gut. Blues und Soul klingen hier schroffer als je zuvor. Der Nordire legt vom ersten Track bis zur letzten Note eine Mischung aus Verzweiflung und ungebrochener Kämpfernatur aufs Parkett. Als sarkastisch-sinistrer Crooner webt er dazu nachtschattigen Folk, in den er die gesamte empfundene Einsamkeit packt. "Oh ain't it lonely when you're livin' with a gun? Well you can't slow down and you can't turn 'round. And you can't trust anyone" ("Who Was That Masked Man"). Auf diese Weise komplettiert er sein Repertoire und toppt den kreativen 1968-1974-Höhenflug. Aus dieser Liaison zerrender Leidenschaft mit superbem Songwriting erheben sich zwei Giganten: "Streets Of Arklow" ist eine der schönsten Balladen aller Zeiten in allen Welten. Die perfekte Melodie transportiert Fernweh, Romantik und ein melancholisches Gefühl des Verlustes zu gleichen Teilen. "We love to wander, Lord we love, Lord we love to roam." "You Don't Pull No Punches But You Don't Push The River" ist ein fantastisches Roadmovie entlang der Westküste Irlands. Stimmlich räumt er den Soul hier so dermaßen bissig und mitreißend ab, dass man die weiße Hautfarbe und das rote Haar Morrisons unwillkürlich für einen derben Scherz der Natur hält. "We're goin' out in the country to get down to the real soul, I mean the real soul, people!" Neben den Vocals stechen vor allem John Trumbos kongeniales Piano und die großartige funky Flöte James Rothermels heraus. Morrison spielt beide Tracks gern live hintereinander als ultimative Geheimwaffe seiner Gigs. So bietet "Veedon Fleece" den perfekten Moment für Novizen und altgediente Jünger gleichermaßen. Ein zeitloses Meisterwerk mit Verve und ohne jede Patina. © Laut
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Rock - Erschienen am 18. Oktober 2013 | Warner Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
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Rock - Erschienen am 30. Juni 1975 | Rhino - Warner Records

Auszeichnungen Stereophile: Record To Die For
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Blues - Erschienen am 7. Mai 2021 | BMG Rights Management (UK) Ltd

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Sein 42. Album "Latest Record Project: Volume 1" zu nennen, macht Van Morrison grundsympathisch. Der Titeltrack als Opener fängt herrlich lakonisch an: "If you got my latest songs I'm singing / You got my latest songs I'm singing", mehr will der Nordire erstmal nicht sagen. "Latest Record Project: Volume 1" ist also nicht das schon halbwegs erwartete Anti-Coronapolitik-Album geworden, nachdem einige Songs im Herbst 2020 in diese Richtung geschielt hatten. Der Opener ist trotzdem eine Finte. Stinkig, mitteilungsbedürftig und kapriziös gibt sich der notorisch streit- und klagewillige Kelte nach wie vor. "Why Are You On Facebook?" fragt er etwas dümmlich und mindestens so überflüssig wie das Gesichtsbuch selbst, aber der Song kommt wahnsinnig beschwingt daher, man singt sogar den Refrain gerne mit. Noch etwas blöder gerät "They Own The Media", das nur Morrison-Standard-Qualität erreicht. Und das heißt auch 2021 unverändert: wirklich ziemlich gut. Der Erfinder und einzige ernsthafte Interpret des Celtic Soul nimmt diesen weiterhin nicht auf, auch nicht den Jazz von "The Prophet Speaks", sondern bleibt dem Bluesrock des ausgesprochen gelungenen direkten Vorgängers "Three Chords & The Truth" treu. Ganz so trennscharf lässt sich das natürlich nicht sagen, Van the Man braut wie gehabt ein Amalgam aus Blues, R'n'B-Songverständnis und souligem Einsatz der eigenen Stimme. Und mit dieser seiner Stimme schlägt er um sich: Auf Corona ist er sauer ("Deadbeat Saturday Night"), mit "No Good Deed Goes Unpunished" bekommt die Musikpresse ihr Fett ab. Wirkt alles etwas egozentrisch-trotzig, die Zeiten von "And It Stoned Me", das mit ebenso einfachen Mitteln bildgewaltige Gefühle weckte, sind wohl vorbei. Gottlob gibt es nicht nur Rufe von der Seitenlinie: Die gute, smoothe Nummer "Tried To Do The Right Thing" ist zwar auch zänkisch, aber persönlicher und gleich viel packender. Die von Morrison altbekannte Hammond B-3 prägt viele Blues-Songs wie, der Name verrät es, "Thank God For The Blues" und "Big Lie", ein gelungenes Duett mit Chris Farlowe. Das in vielen Songs präsente Response-Frauenteam ist unnötig, der undankbare Makulaturjob der Damen bringt musikalisch wenig. Denn der Meister selbst trällert hervorragend aufgelegt. Stimmgewaltig ist kein Mann mit 75 Jahren, aber auf "It Hurts Me Too" schafft der Sänger dafür eine Nähe und Unmittelbarkeit, die ihm erstmal einer nachmachen muss. Dazu kommt, dass der Musiker wahnsinnig gut transportiert, was für eine coole Socke er ist. Die Höhepunkte auf "Latest Record Project: Volume 1" sind nicht die guten Blues-Songs, sondern die Dinger mit dem meisten Groove. Auf "Few Bars Early" schleicht sich Morrison einen ganzen Song lang von hinten an. "Psychoanalyst's Ball" ist eine richtig geniale laid-back Nummer, die keine Sekunde kürzer sein dürfte als ihre fünf Minuten. Auf "Only A Song" kehrt Van den kaltschnäuzigen Lakoniker raus, der ihm sehr gut steht: "When the penguins march along and go home / It's only a song". Die beste Gesangsleistung versteckt sich auf "Diabolic Pressure", bei dem der frühere Frontmann von Them richtig aus sich rausgeht. Es ist nicht alles Gold in Ulster: Manche Nummer wird eine Spur zu routiniert heruntergebetet. "Where Have All The Rebels Gone" könnte um 2 Uhr nachts im rührseligen Bierzelt laufen und "The Long Con" ist einfach fad. Aber wofür veröffentlicht man denn 28 Songs an einem Stück? Muss der Hörer halt mal skippen, wird der alte Griesgram denken. Und überhaupt: Wer sonst kann außer der veröffentlichungswütigen Elsa Soares Nordirlands so schön ein ganzes Album keifen, um auf "Love Should Come With A Warning" (Won't somebody help me / Mend this heart of mine") doch nur in den Arm genommen werden zu wollen? © Laut
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Rock - Erschienen am 4. Dezember 2015 | Legacy Recordings

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Rock - Erschienen am 25. Oktober 2019 | Exile

Hi-Res
Das Klischee, dass der Künstler genauso wie der Wein mit den Jahren immer besser wird, triftt auch auf Van Morrison zu. Seit Jahren ist der alte irische Barde aus Belfast, der auch schon mal zwei Alben jährlich herausbringt, nicht mehr zu bremsen. Bei Three Chords and the Truth (seinem sechsten innerhalb von vier Jahren!) geht wieder einmal Masse mit Klasse einher.  Diesmal ist das Werk nämlich von einem ganz anderen Kaliber. Die diesjährige Platte enthält 14 erstmals veröffentlichte Songs (und nicht neu interpretierte Eigenkompositionen wie so oft auf seinen vorhergehenden Platten aus den 2010er Jahren) und ist repräsentativ für Van The Mans große Kunst. Dieser einzigartige von Gospel-Soul durchzogene Stil mit Jazz-Blues kommt dank einer geläuterten, warmherzigen Instrumentierung bestens zur Geltung. Mit seinem durchschimmernden, hölzernen Sound am Kontrabass, der groovigen Vintage-Orgel, den unter die Haut gehenden Blechbläsern und der unnachahmlichen Stimme kann dieser Van Morrison auch noch so oft dieselbe Richtung einschlagen, das Ergebnis ist sehr oft von größter Schönheit. Sein langjähriger Kumpel, der Gitarrist Jay Berliner (derselbe, der auch auf seinem Meisterwerk aus dem Jahr 1968, Astral Weeks, spielte) steuert zum Ganzen überdies mit einem Hauch erlösend wirkender Feinfühligkeit bei. Und Ex-Righteouse Brothers-Sänger Bill Medley trällert in Fame Will Eat the Soul sogar ein Liedchen. Letzten Endes gelingt es Van Morrison, sich nie eine Parodie seiner selbst zu liefern, sondern er bereitet uns sogar das Vergnügen, das er sich offensichtlich selbst als 74-Jähriger mit einer derartigen Einspielung gönnt. © Max Dembo/Qobuz
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Rock - Erschienen am 1. November 1968 | Rhino - Warner Records

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Es ist erstaunlich, wie oft in der Musikgeschichte Vertragsbrüche, Streitereien mit der Plattenfirma oder Diskrepanzen zwischen Kunst und Kohle den Grundstein für außerordentliche Musik legen. Prince und der Boss können ein Lied davon singen, und auch George Ivan Morrison erlebte es am eigenen Leib. Bevor er seinen Meilenstein der Musikgeschichte hinlegen konnte, wollten die Probleme nicht abreißen. Als der Nordire gebeten wurde, seinen ersten Solohit "Brown Eyed Girl" auf Bert Berns Label Bang Records zu wiederholen, war Morrison gerade frische 23 Jahre alt und wegen des Ladens an die amerikanische Ostküste gesiedelt. Dort machte er seinem Chef klar, dass ihm andere musikalische Wege vorschwebten. Noch heute bezeichnet er "Brown Eyed Girl" als den "Money Song", durch unglückliche Verträge sah er jedoch kaum etwas von dem Geld. Nachdem Berns einem Herzinfarkt erliegt und dessen Frau Ilene die Geschäfte des Labels erbt, scheint die Situation zu eskalieren. Morrison bekommt keinen Cent mehr von Bang Records, seine neue musikalische Vision ist nicht gefragt und Promoter in New York wollen keine Shows mehr mit ihm veranstalten. Er selbst weigert sich natürlich, die damals gängige Radiolandschaft mit leichtfüßigen Popsongs zu bedienen. Auf Ansuchen von Ilene Berns hin soll der britische Sänger sogar aus den Staaten ausgewiesen werden, da das Label sich nicht mehr um seine Aufenthaltsgenehmigung kümmern mag. Dunkle Zeiten also, mit denen sich Van Morrison konfrontiert sieht. Aber für alles gibt es eine Lösung. Klopft die Einwanderungsbehörde an die Türe? Morrison heiratet seine Freundin Janet (Planet) Rigsbee. Keine Auftrittsmöglichkeiten in New York? Das frischvermählte Paar zieht nach Cambridge, Massachusetts, wo der Sänger die hiesigen Clubs bespielt. Um sich der kleinen Bostoner Kaffeehaus- und Barszene anzupassen, übersetzt Morrison seine Musik bald auf ein akustisches Setting mit nur einem Kontrabassisten und einem befreundeten Flötisten. Zwischen Zigarettenrauch und Gesellschaftsrevolution entstehen dort die Songs, die später die Grundlage seines nächsten Albums bilden. An ein Studio ist vorerst aber nicht zu denken, Miete und Essen erhalten höhere Priorität. Plötzliches Interesse verschiedener Producer um den "Brown Eyed Girl"-Sänger versprechen dann einen Ausweg aus dieser finanziellen Misere. Diejenigen, die fröhlichen Pop erwarteten, werden jedoch von den ausufernden Akustik-Performances ordentlich vor den Kopf gestoßen. Morrison - wie so viele seiner Kollegen nie ein großer Freund davon, seine Kunst zu erklären – gibt bis heute an, nicht bewusst eine neue Richtung eingeschlagen zu haben: "Meine Musik benötigt keine Gedanken an 'Was ist das?' Das wäre zu gekünstelt für mich", sagte er 40 Jahre später der Los Angeles Times. Der von Warner Bros. beauftragte Lewis Merenstein soll Morrisons Potenzial auf eine mögliche Zusammenarbeit abklopfen und zeigt sich weniger verunsichert: "Es war die gleiche Stimme, aber eine andere Person." Warner kauft Morrison aus dem Bang Records-Deal frei und steckt ihn zielstrebig in das Century Sound Studio in Manhattan. Merenstein übernimmt die Produktion, als Backup-Band verlangt Van nach hochrangigen Jazz-Virtuosen. Bassist Richard Davis, Gitarrist Jay Berliner, Drummer Connie Kay – allesamt Meister ihres Fachs und erprobte Sidemen bei Jazz-Recordings jeder Art – haben es jedoch nicht leicht mit dem nordirischen Querkopf. "Keine Vorbereitung, kein Treffen. Ich glaube, er hat sich uns nicht einmal vorgestellt. Er kam rein und ging in seine Gesangskabine", erzählte Richard Davis später dem Morrison-Biographen Clinton Heylin. Die Sessions stehen unter dem Anspruch, die aktuelle Performance so natürlich wie nur möglich einzufangen. Morrison spielt den anwesenden Musikern den Song einmal auf seiner Akustikgitarre vor, damit sie eine ungefähre Ahnung bekommen, aber mehr auch nicht. Er vertraut auf die Klasse seiner Musiker, die den dargebotenen Freiraum begrüßen und so ein wolkiges Fundament für Morrisons Musik zimmern und manchmal sogar verfeinern. Alle in einem Raum, Van abgeschottet in seiner Kabine, aber immer live. Nachträglich fügt er nur noch ein Streichquartett hinzu. Der Rest der Aufnahmen spiegelt das wieder, was damals in einigen Herbsttagen 1968 im Studio in Manhattan passiert. Drei mehrtägige Sessions später, in deren Verlauf auch Morrisons Flötist aus der Bostoner Zeit, John Payne, zur Band stößt, stehen acht Songs zu Buche, mit denen Van zufrieden ist. Die Sessionmusiker gehen wieder ihrer Wege, in dem Wissen, etwas Besonderes geschaffen zu haben. Es ist nicht die Popsession, für die sie glaubten, angeheuert worden zu sein. Es ist nichts, was sie überhaupt charakterisieren können. Aber die mit Vorzeichen übersäte Entstehungsgeschichte ist nur die Spitze des Eisbergs, setzt man sich mit der Klasse von "Astral Weeks" auseinander, einem der unbestritten außergewöhnlichsten und einnehmendsten Alben der Musikgeschichte. Pleite, depressiv und mit einer aussichtslosen Zukunft konfrontiert: Die Poesie von "Astral Weeks" ensteht an dunklen mentalen Orten, von denen sich der Schöpfer mit ihrer Hilfe zu entfernen versucht. Mühelos zeichnet Morrison eindrucksvolle Bilder, treibt nicht strukturiert Geschichten voran, sondern erschafft in wenigen Zeilen dieses Paralleluniversum, das vor allem von einem getragen wird: Gefühl. "If I ventured in the slipstream / between the viaducts of your dream / where immobile steel rims crack, and the ditch in back roads stop" ("Astral Weeks"). Dann wieder häufen sich die Wörter im freien Stream-of-Consciousness in einer ungeheuren lyrischen Kraft. Man wird förmlich hineingesogen in seine Welt voller impressionistischer Schaukästen, in denen Morrison selbst seine Werte und Anschauungen von Gut und Böse, Leben und Sterben und vor allem Lieben und Verlassen neu ausverhandelt. Wie Alice im Wunderland ist auch für Hörer die rationale Suche nach einer Erklärung von vornherein zum Scheitern verurteilt. Diesen richtungsweisenden Hasen mit der Uhr bzw. eine nüchterne Betrachtung von außen in diesem großen Ganzen klappt nur zum Teil: Der fließende, lose arrangierte Charakter der Songs, die durch und durch jazzige Instrumentierung sowie Vans Stimme, die singt, schwillt, leiert, brüllt, haucht, säuselt, lacht, flüstert - völlig losgelöst von bisherigen Strukturen der Popmusik. Fernab von jeden kommerziellen, radiotauglichen Anknüpfungspunkten ohnehin. Jeder Song zieht wieder in den Bann. Sämtliche Bestandteile verschmelzen zu dem, was bis heute weit über dem restlichen Werk Morrisons und vieler andere Künstler thront. Unüberhörbar im Mittelpunkt steht sein Gesang, dieser manische und urbrünstige Vortrag, der oft eher die Charakteristika eines Instruments hat als die der Stimme. Wenn er abgekürzt phrasiert, im Tempo variiert, Melodieänderungen bei Wiederholungen vornimmt und nicht weniger als die vollste Kraft seiner Stimmbänder ausnützt. Sein Saxophonspiel sowie die langgehegte Faszination für Bluesbarde Leadbelly verfestigen sich hörbar in seinem Gesang. Die Akustikgitarre läuft wie ein lebensspendender Fluss durch Vans "Astral Weeks"-Welt. Drums und Percussion sind sehr spärlich eingesetzt und treten wirklich nur beim rasanten Ausbruch "The Way Young Lovers Do" in den Vordergrund. Im Hintergrund blubbert Davis' Kontrabass ein niemals plumpes Fundament zusammen, während Jay Berliner mit seiner klassischen Gitarre die komplette Freiheit in Form von gegenläufigen Melodienlinien vollends ausreizt (intravenös spürbar auf "Beside You"). Ohne Noten oder Leadsheets aufgenommen sind verschiedene Songteile nur schwer auseinander zu dividieren, oft existieren sie gar nicht. Es werden Themen begonnen, etabliert und gesteigert, bis sich eine neue Klangfarbe oder ein neuer Rhythmus einstellt. Und trotz der hochkarätigen Jazzbesetzung verkommt die Instrumentierung nicht zur Kopfmusik. Wäre man gezwungen, einzelne Songs aus "Astral Weeks" herauszuheben, könnte man zwei benennen, die die Klasse dieser Komposition dick und fett unterstreichen: "Cyprus Avenue" ist nach einer gut situierten Straße in Belfast betitelt, in der sich Morrison immer wieder einfand, um seine Gedanken zu ordnen. Mit einer Geige als Gegenspielerin hadert Morrison mit sich selbst, als er vom Auto aus einer Gruppe Schulmädchen beobachtet, versteinert von "rainbow ribbons in her hair". Der baldige Live-Favorit als Finale vieler Morrison-Konzerte beinhaltet wunderbare Spannungsbögen. "It's too late to stop now" rief er nach dem Song seinem ekstatischen Publikum immer zu. Und das geht dem Protagonisten in dem Song wohl ähnlich, als er das Mädchen erblickt. Entblößtes Verlangen, gefährliche Sehnsucht und das alles eigentlich mit nur wenigen Noten. Und natürlich "Madame George", wahrscheinlich der zentrale Punkt des Albums. Überlang, ausufernd, und doch genug nuanciert in seiner Progression, dass man bis zum Ende kleben bleibt. Erneut verortet an der legendären Cyprus Avenue, fängt Van uns sofort mit einem unschuldigen Bild am Straßenrand wieder ein. Abschied und Verlust fließen aus seiner Stimme wie die wiederholten gestammelten "love's to love" oder den Tränen der vergangenen ersten großen Liebe. Die damalige Kontroverse, dass Morrison hier scheinbar eine Drag-Queen besingt, rückt er Jahre später in ein anderes Licht. Der originale Titel sei "Madame Joy" gewesen, so habe er es auch im Studio gesungen. Weitere Erklärungen unnötig. Wie so oft bei Van Morrison. Die Musik steht jedem frei. Im Grunde genommen sollte man "Astral Weeks" jedoch nicht auf seine großartigen Songs oder andere Bestandteile reduzieren. Jazzmusik und Popthemen fließen ineinander, feingliedrige Instrumentierung verläuft mit Klangbildern des Folk und der Passion und Power von Rock. Bildwelten verschwimmen in Wortschwalle und umgekehrt. Und darüber steht noch immer diese unbeschreibliche Dringlichkeit, auf die Generationen von offenen Ohren reagieren. Van Morrison singt nicht und spielt auch nicht. Er lebt durch seine Kompositionen und dieses Herzblut ist spürbar. Er selber meint, er wisse nicht, von welchem Ort er die Inspiration für diese poetischen Texte und ergreifenden Melodien bezogen hat. Mystische, keltische Ortschaften oder streiterfüllte Konferenzräume in New York City, ganz egal. Dieses Album ist es wert, sich darin voll und ganz zu verlieren. Dann fällt auch gar nicht mehr auf, dass Van auf dem Cover aussieht wie der Sänger einer ehemaligen deutschen Popband aus Flensburg. © Laut
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Jazz vocal - Erschienen am 7. Dezember 2018 | Exile Productions Ltd.

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Der Prophet ist wieder da! Van Morrison, dem wir die legendären Gloria und Brown Eyed Girl zu verdanken haben, macht auf seinem neuen Album The Prophet Speaks eine Zeitreise in die Vergangenheit. Der aus Irland stammende Barde befasst sich mit dem Erbe aus Jazz, Blues und Rhythm’n’Blues und covert wunderbare Stücke, insbesondere solche von John Lee Hooker, Sam Cooke, Willie Dixon oder auch Solomon Burke. Dank seines Talents eignet sich Van The Man diese Klassiker im Handumdrehen an! Und im Vorbeigehen bringt er auch noch sechs neue Eigenkompositionen unter (Got to Go Where The Love Is, 5 am Greenwich Mean Time, Love Is Hard Work, Spirit Will Provide, Ain’t Gonna Moan No More et The Prophet Speaks), die gleichfalls schöne Erinnerungen an Jazz’n’Blues’n’Soul hervorrufen. „Es war mir sehr wichtig, wieder neue Musik einzuspielen und gleichzeitig diese Blues-Stücke hervorzuholen, die mich in meiner Anfangszeit inspiriert hatten“, erläutert Van Morrison, und er weiß, wovon er spricht. Und wieder ist der teuflische Orgelmeister Joey DeFrancesco (bereits Co-Autor bei You’re Driving Me Crazy) mit von der Partie, und zwar zusammen mit dem Gitarristen Dan Wilson, dem Schlagzeuger Michael Ode und dem Saxofonisten Troy Roberts. Dieser Virtuosenverein bringt ein erstklassiges und klassisches Album heraus, aber sie hatten nicht vor, das Genre neu zu erfinden, sondern ihm vielmehr dessen ursprüngliche Seele zurückzuerstatten. © Max Dembo/Qobuz 
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Rock - Erschienen am 1. September 1987 | Legacy Recordings

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Rock - Erschienen am 28. August 2015 | Legacy Recordings

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Rock - Erschienen am 22. März 2019 | Legacy Recordings

22 Jahre nach seiner Ersterscheinung taucht The Healing Game in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit wieder aus der Versenkung auf. Diese im März 2019 auf dem Markt erschienene, 3CDs umfassende Deluxe Edition enthält das Originalalbum sowie etwa 30 unveröffentlichte Titel aus den Jahren 1995/1997. Das fängt an mit Alternative Takes, geht weiter mit Live-Mitschnitten und reicht hin bis zu im Duett entstandenen Stücken. Die erste Platte enthält die zehn ursprünglichen Songs sowie fünf Bonuszusätze. Auf der zweiten Platte stehen die Sessions und Kooperationen im Mittelpunkt, insbesondere die ersten Versionen von The Healing Game und Fire in the Belly, fünf Titel mit Carl Perkins und zwei weitere mit John Lee Hooker. Die letzte und dritte Platte ist ein in der Schweiz, beim Festival in Montreux am 17. Juli 1997 aufgezeichnetes Konzert… Als im März 1997 The Healing Game auf den Markt kommt, ist Van Morrison 52 Jahre alt, er kann etwa zwanzig Soloalben verbuchen, von denen gewisse inzwischen als wahre Meisterwerke in die Geschichte der Rockmusik eingegangen sind, etwa Astral Weeks (1968), Moondance (1970) oder Veedon Fleece (1974). Diese Wunder wiederholen sich zwar nicht, aber dem irischen Barden gelingt hier einmal mehr der Beweis, dass er ein wirklich einzigartiger Sänger und Autor ist. Wenn er seine Stimme direkt in seinen unnachahmlichen, aus Folk und Jazz gemixten Cocktail seiner Seele taucht, kann man davon einfach nicht genug bekommen. Und die zwei Jahrzehnte, die zwischen der Ersterscheinung des ursprünglichen Albums und dieser Neuausgabe liegen, bieten einigen Leuten die Gelegenheit, auf dieses Werk, das einem unter die Haut geht, einen neuen Blick zu werfen. © Max Dembo/Qobuz
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Rock - Erschienen am 1. September 1967 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 24. September 1991 | Legacy Recordings

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Rock - Erschienen am 28. August 2015 | Legacy Recordings

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Jazz vocal - Erschienen am 27. April 2018 | Legacy Recordings

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Nichts kann ihn mehr aufhalten! Mit You’re Driving Me Crazy veröffentlicht Van Morrison sein drittes Album in sechs Monaten. Dieses Mal hat der alte Ire Joey De Francesco mit an Bord geholt, ein wahrer Meister der Jazzorgel. Auf diesem 39. Studioalbum macht sich Van The Man ein breites Repertoire aus Jazz- und Blues-Standards zu eigen, darunter Miss Otis Regrets, The Things I Used To Do oder Every Day I Have The Blues, aber auch eigene Stücke wie Have I Told You Lately, The Way Young Lovers Do und Magic Time. Zusammen mit dem Gitarristen Dan Wilson, dem Schlagzeuger Michael Ode und dem Saxofonisten Troy Roberts liefern uns Van Morrison und Joey DeFrancesco eine Vorstellung, die so herzerwärmend ist wie ein gelungener Abend mit Freunden am Lagerfeuer. So wie hier die Wände wackeln, können nur große Musiker im Gange sein… © Max Dembo/Qobuz
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Rock - Erschienen am 5. Juni 1995 | Legacy Recordings

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Rock - Erschienen am 28. August 2015 | Legacy Recordings

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Promotion Bru Zane Printemps 21

Der Interpret

Van Morrison im Magazin
  • Retro mit Van The Man
    Retro mit Van The Man Wenn sich Van Morrison Bo Diddley, T-Bone Walker, Count Basie, Sam Cooke, Lightnin’ Hopkins...widmet!