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Die sechs Sonaten von Jan Dismas Zelenka ZWV 181 gehören zu den bemerkenswertesten Kammermusikwerken ihrer Zeit. Grund dafür ist die Tatsache, dass sie für die historischen Versionen von Oboe und Fagott gewisse Schwierigkeiten bei der Ausführung mit sich bringen, obwohl sie Schlüsselwerke im schöpferischen Werdegang des Komponisten sind. Zelenka, der tschechischer Abstammung war, aber fast seine ganze berufliche Karriere in Dresden gemacht hat – braucht heutzutage der Öffentlichkeit nicht mehr vorgestellt werden. Er hat sich nämlich unter den großen Komponisten der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts endlich seinen rechten Platz (zurück)erobert. Es muss gesagt werden, dass das nicht immer der Fall war. Seine Werke blieben bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts sozusagen unbeachtet, und eben diese Sonaten hier waren die Gelegenheit, dieser Persönlichkeit endlich große Aufmerksamkeit zu schenken. Seinerzeit deuteten Sonatensammlungen für Trio auf eine gewisse Reife hin und Zelenka war beinahe vierzig Jahre alt, als er sie komponierte – die neuesten musikwissenschaftlichen Forschungen datieren sie in die Jahre 1721 bis 1722. Allein der jeweilige Aufbau scheint ein Beweis für ihre hohe Entwicklungsstufe zu sein; fünf der sechs Sonaten bestehen aus vier Sätzen, die sich am Modell der Kirchensonate, der sonata da chiesa in der Version von Corelli orientieren, wohingegen nur eine aus drei Sätzen besteht, die eher dem von Vivaldi entwickelten Typus von Kammerkonzerten oder Konzertsonaten entsprechen. Die Gestaltung mit „zwei Generalbässen“, wobei ein mehr oder weniger unabhängiger Part für Solofagott einen beeindruckenden Kontrapunkt entwickelt, sticht durch die weitläufigen Sätze hervor, was eine richtige Herausforderung für die Musiker ist, auch wenn die Komposition durchwegs idiomatisch bleibt – einfache Tonarten, Phrasen mit integrierten Atempausen usw. Auch die Ausdrucksstärke dieser Musik ist erstaunlich; obwohl der Komponist sich zahlreicher kontrapunktischer und formaler Techniken bedient, tritt dieser „gelehrte“ Aspekt nie auf Kosten der musikalischen Spontaneität hervor. Das tschechische Barockmusikensemble Collegium 1704 wurde 1991 von Cembalisten und Hornisten Václav Luks gegründet (er war Solohornist an der Akademie für Alte Musik in Berlin, eine hervorragende Schule im Bereich der historischen Aufführungspraxis) und spielt natürlich auf historischen Instrumenten. © SM/Qobuz
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