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Die Alben

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Rock - Erschienen am 19. August 1996 | Roadrunner Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1997 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 1. Januar 1997 | Roadrunner Records

Der Begriff Gothic Metal ist über die Jahre mehr und mehr in Verruf gekommen. Schlager-Scharlatane und künstlerische Dünnbrettbohrer haben die ehemals stolze Kogge zum clownesken Epigonenwrack havariert. Doch wie so oft, wenn Stümper die Revolution übernehmen, gerät darüber fast in Vergessenheit, wie künstlerisch und kompromisslos die Geburtsstunde des Genres einst war. Sicherlich gab es viele hochkarätige Mutterbands; Paradise Lost, My Dying Bride oder etwa Tiamat. Doch nur eine Combo der frühen Tage verarbeitete Mystik, Humor und Erotik mit beinharter Provokation und handwerklichem Können: Type O Negative auf ihrem ewigen Meisterwerk "Bloody Kisses". Kein anderes Album einer ähnlich gelagerten Band vermählt so schaurig schön Keyboardteppiche mit Metal-Drums. Das Fundament, das Tastenmann und Coproducer Josh Silver mit Fellbarbar Sal Abruscato den Gefährten gießt, ist Grundstein jeder Type O'schen Atmosphäre. Von dunkel-lasziv über Industrial bis hin zu Hardcore-Überbleibseln reicht die bunte und in jeder Hinsicht souverän ausgereizte Farbpalette des Wahnsinns. Der spätere Weggang Abruscatos zu Life Of Agony konnte nie vollkommen kompensiert werden. Was auf dieser Platte so schön zusammen gehört, skalpiert regelmäßig die Gibson Flying V von Kenneth Shaun Hickey, dem Kindheitsfreund aus der Nachbarschaft. Dennoch: dies alles wäre wenig mehr als ein Nichts ohne den schelmischen Höllenfürsten Pete Steele. Ein bleicher Zweimeter-Hüne, gesegnet mit einer Stimme, die den Hörer nach Belieben ebenso umgarnt wie schockgefriert. In der ewigen Hall of Fame aller Düstermänner behauptet er sich lässig zwischen Charismatikern wie Andrew Eldritch, David Tibet oder Carl McCoy. Auch die rhythmische Begabung des New Yorkers aus dem desperadohaft klingenden Stadtteil Red Hook ist auf diesem Album nicht zu überhören. Sein tiefschwarzer Bass zermürbt das Ohr wie ein herunter gedoomter Dentalbohrer. Ein Folterinstrument, das unerwartet großen Spaß bereitet. Der besonders live bis zum Bersten verzerrte Sound ist seiner Zeit um Längen voraus. Zwischen wellenartiger slow motion und wilder Eruption scheint er mit seinen meist selbst verfassten Songs beinahe zu kopulieren. Die Komposition als Konkubine? Kein Widerspruch für den selbst ernannten "Teilzeit-Erotomanen". Den Songs selbst tut die gelegentlich manische Natur ihres Schöpfers gut. "Kill All The White People" (samt einem herrlich trashigen Phil Anselmo) und "We Hate Everyone" verbinden die derben Metal- und Core-Wurzeln seiner Anfangstage mit Zeilen zwischen Selbstironie und scharfem Sarkasmus. Beide Lieder machen sich offenherzig lustig über die zahllosen Reichsbedenkenträger, die der Band voreilig offenen Rassismus und Nazitum unterstellten. Allzu oft missverstand man damals den Sarkasten Steele als menschenverachtenden Zyniker. Dies ging u.a. zurück auf die Lyrics seiner Vorband Carnivore. Sie waren eine Sammlung derb formulierter Ironie, neben der kalkulierte Skandalreiter wie Eminem aussehen wie picklige Hinterhofpennäler. Bemerkenswert unbeeindruckt von diesem medial geschürten Theater lässt Steele neben den Knochenkloppern hier erstmals auch Gefühle heraus. Die mit Trauerflor gedimmte Romantik des ehemaligen 70er Nervtöters "Summer Breeze" (Seals & Croft) beschert uns den ersten und bis dato einzigen doomy Feelgood-Song für alle Gelegenheiten. Der opulente Titeltrack "Bloody Kisses (A Death in the Family)" umhüllt den Lauschenden dagegen unentrinnbar wie eine jener Depressionen, unter denen der Frontman zeitlebens litt. Großartig, mit welcher Inbrunst der gebürtige Peter Thomas Ratajcyk die innere Hölle in anmutige Melancholie verwandelt. Eine Prise Beatles-Hommage hie und da zieht sich dazu als roter Faden durch die gesamte LP. Steeles Geheimwaffe ist es dabei, beinahe kitschige Zutaten aus der Mystery-Ecke mit unfassbar hypnotischer Aura zum anmutigen Monument zu stilisieren. Genau aus diesem Grund funktionieren die beiden einsamen Höhepunkte der gesamten Musikrichtung auch nach 20 Jahren noch so taufrisch wie am ersten Tag. Sie heißen "Christian Woman" und "Black No.1 (Little Miss Scare-All)". "Ein Kreuz an ihrer Schlafzimmerwand. Sie wird in Ungnade fallen. Denn es brennt ein Bild in ihren Gedanken und zwischen ihren Schenkeln", haucht Steele aufreizend. Nebenbei befreit er den christlichen Heilsbringer und die Seinen von aller klerikal frustrierten Lustfeindlichkeit. "Sie möchte ihren Gott in sich spüren ... Tief in sich" In Europa minus Bayern bemerkte man nach und nach den Eulenspiegel in Steele. In weiten Teilen der Staaten hingegen hat der Song leider bis heute nichts von seinem Ketzerpotential zwischen C. Manson und M. Manson eingebüßt. Musikalisch ist das Lied ein Triumph der Ästhetik über das Klischee. Vielschichtig, wuchtig und melodisch. Gekrönt von Steeles verschwitztem Lehrstück in Sachen Phrasierung. Seine höchst individuellen Bassvocals sind Lichtjahre fort von oft verbreiteter Stumpfheit. Tiefgründig und variabel lotet er Range und Tempo in knapp zehn Minuten komplett aus. Brillant, wie Silvers Blutorgel im letzten Teil die Gesangslinie unterstreicht, nur um alsbald wieder im Nebel zu verschwinden. Die "Schwarze Nummer Eins" entpuppt sich hernach übergangslos als das konzeptionelle Gegenteil: eine autobiografische Teufelsbraut Steeles. Die Besungene hatte es ihm kurzzeitig angetan. Entsprechend gering fällt der Ironiefaktor aus. Begierde, sogar ungewohnte Zärtlichkeit würzen den schwarzen Sabbath samt Werwolfskult und Nosferatu. Unerreicht, wie er textlich elegant bleibt, um rein musikalisch eine Art Pornogothmetal zu zelebrieren, der auf Partys Mensch und Tier unterschiedlichster Geschmäcker bzw. Geschlechter miteinander vereint. Das funktioniert heute als diabolischer Kracher noch so gut wie anno 1993. Probiert es nur aus. Doch so groß das empfundene Glücksgefühl über diese blutigen Küsse ein jedes Mal ist - mit dem verregneten Beerdigungsausklang von "Black No 1" wird mir schmerzhaft bewusst, dass der mehrheitlich verkannte Künstler am 4. Januar dieses Jahres 50 geworden wäre. Doch sein großes, schwaches Herz hörte bereits am 14. April 2010 auf zu schlagen. Keine Alben mehr; keine Gigs; keine einzige Note; nie wieder. Mit Pete Steele hat die Musikwelt einen der letzten grandiosen Provokateure ohne Rücksicht auf Showbiz und eigene Blessuren verloren. In der Goth- und Metal-Szene behält er dafür das letzte Wort. "And end this night - this, the end of life." © Laut
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Metal - Erschienen am 9. Juni 2003 | Roadrunner Records

Das ist mal wieder typisch Peter Steele. Zuerst führt er einen mit dem Intro "Uncle Freddy Died?" auf die falsche Fährte, um dann mit "I Don't Wanna Be Me" richtig loszulegen. Soll heißen, das Intro erinnert erst mal schwer an die stockfinstere "World Coming Down"-Scheibe, bevor es gleich mal richtig rockig wird. "World Coming Down" ist mit Sicherheit nicht meine Lieblingsscheibe von Type O Negative, aber so schlecht, wie sie Kollege Straub gemacht hat, war sie auch nicht. Definitiv war sie aber so lebensverneinend und zähflüssig wie ne Teergrube aus der Steinzeit, was einigen Leuten sicher Schwierigkeiten bereitete und dem einen oder anderen sogar Suizidgedanken durch den Schädel scheuchte. Dies dürfte bei "Life Is Killing Me" ganz und gar nicht der Fall sein. Ich sag's ja nicht gern, Leute, der Silberling hat sogar beinahe fröhliche Momente. Aber keine Aufregung, das muss natürlich immer im Type O-Kontext gesehen werden und relativiert sich damit. Trotzdem ist das neue Album ein Hammer geworden. Den New Yorker Düsterköpfen ist es endlich gelungen, ihre Mischung aus zähen Lavariffs, zuckersüßen Melodien, rockigen Songstrukturen und Steeles unvergleichlichem Gesang perfekt unter einen Hut zu bekommen. "Life Is Killing Me" bedient Fans aller bisherigen Veröffentlichungen und wirkt dabei in keiner Weise aufgesetzt, sondern einfach nur homogen und erfrischend. Die Scheibe versprüht endlich wieder den Zynismus und Sarkasmus, den ich auf dem Vorgänger vermisst habe. War "World Coming Down" noch von Trübsal und Resignation bestimmt, so heißt es auf dem neuen Output wieder: Life is killing me, so what?! Diese CD verdient die zwingende Kaufempfehlung, denn "Life Is Killing Me" ist wie ein kleines Wunder. Draußen sind knappe 30 Grad, ich fühl' mich sauwohl und die Scheibe funktioniert trotzdem. Wann hat es so was bei Type O je gegeben? © Laut
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Rock - Erschienen am 19. August 1996 | Roadrunner Records

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Rock - Erschienen am 19. November 2012 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 13. September 1999 | Roadrunner Records

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Rock - Erschienen am 11. September 2006 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 30. Oktober 2000 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 3. Juni 1991 | Roadrunner Records

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Rock - Erschienen am 17. Mai 1994 | Roadrunner Records

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Metal - Erschienen am 3. Juni 1991 | Roadrunner Records