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Ähnliche Künstler

Die Alben

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Rock - Erschienen am 8. Oktober 2013 | Roadrunner Records

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Wie schön, dass es noch Aha-Erlebnisse gibt. Noch schöner, wenn sie in der großen weiten Musiklandschaft passieren. Nach "The Crusade" vor einige Jahren hatte ich Trivium für mich gelangweilt in die Schublade 'Möchtegern-Metallicas' geworfen und dort vergessen. Natürlich waren sie auch damals schon mehr als das, aber Matt Heafys bemühte Vocal-Imitationsversuche und die allzu bekannten Riffs konnten bei mir nicht punkten. Etliche Jahre später nun das. Ich hatte am Rande mitbekommen, dass sich auf "In Waves" bereits einiges getan hatte. Bereits der Opener verdeutlicht: Trivium fahren mittlerweile auf einer anderen, eigenständigeren Schiene. "Brave The Storm" fasst das Album gekonnt zusammen. Die Riffs vereinen Elemente aus Thrash, Metalcore und klassischem Heavy Metal. Als Krönung haben die Mannen aus Florida sich einen feinen Refrain einfallen lassen. "Should we go quietly"? Bitte nicht, es hat ja gerade erst begonnen und Matt Heafys Bande haben noch etliche Pfeile im Köcher. A propos Matt Heafy: Junge, Junge, der Kerl hat sich aber ordentlich weiter entwickelt. Von räudigem Metalcore-Geröchel bis zu feinem Klargesang beherrscht er inzwischen eine große Bandbreite an Stilen. Auf Hetfield-Anleihen greift er nur noch selten zurück. "To Believe" besitzt einen Refrain zum Niederknien, Heafys Gesangstalent kommt hier voll zur Entfaltung. Großen Anteil daran trägt einem Interview zufolge Produzent David Draiman, der Heafy einem speziellen Sänger-Coaching unterzog. Etwas von dessen Präsenz am Mikrofon hat sich Heafy dabei auch abgeschaut. Draimans Produktion kann sich auch ansonsten hören lassen. Gut zu wissen. Sollte es für den Disturbed- und Device-Frontmann am Mikro nicht mehr funktionieren, kann er sich zukünftig auf dieses zweite Standbein verlassen und muss sich nicht ausgebrannten Schlappofanten wie Megadeth als Gastsänger andingen. Sein Sound klingt zwar etwas glatt, aber im Vergleich beispielsweise mit den ultra-konturlosen Fließbandarbeiten von Andy Sneap recht rauh und knackig. Der Sound an sich, wohlgemerkt. Denn leider beteiligt sich "Vengeance Falls" am Loudness War. Man muss mal wieder darauf hinweisen, damit das endlich ein Ende findet. Bei "Incineration: The Broken World" schlägt der Pegel roter als rot aus, leider nicht die einzige Nummer mit diesem Problem. Hört das niemand im Studio, beim Mastering? Haben die sich alle die Birne weggemosht? Finden die reißenden Klang gut? Es muss doch möglich sein, bei größeren Produktionen wie dieser eine Qualitätskontrolle durchzuführen, bevor der Kram ab ins Presswerk geht. Dass die Songs trotzdem nicht kaputtzukriegen sind, unterstreicht die Stärke dieses sechsten Trivium-Albums. Es wäre sehr überraschend, würden Hammerteile wie "At The End Of This War" mit ihrem enormen Abwechslungsreichtum in Zukunft nicht zu den besten Songs der Band aus Orlando gezählt werden. Modern Metal ist ein fieser, schwammiger Stempel - aber hier passt die Bezeichnung einfach. © Laut
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Rock - Erschienen am 24. April 2020 | Roadrunner Records

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Stagnation auf hohem Niveau ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits wissen Trivium exakt, wo ihre Stärken liegen. Sie bündeln sie auf "What The Dead Men Say" in beeindruckender Konsequenz, erfüllen damit spielerisch Qualitätserwartungen und festigen ihren Status als eine der wichtigsten Modern Metal Bands. Andererseits droht so auch eine Sackgasse. Die kreative Weiterentwicklung seit "The Sin And The Sentence", das selbst schon wie ein gepimptes Best Of des eigenen Katalogs klang, geht gegen Null. Gerade da die Band zuvor immer für Fortschritt stand und mit "Shogun", "In Waves" und "Silence In The Snow" Zukunftsperspektiven in kometenhaftem Tempo erschlossen hat, enttäuscht das. Den direkten Vergleich mit seinem Vorgänger gewinnt "What The Dead Men Say" trotzdem. Instrumental und im Zusammenspiel untereinander erreichen Trivium in ihrer jetzigen Konstellation einen Höhepunkt. Wie gut aufeinander abgestimmt Matt Heafy (Gitarre/Vocals), Corey Beaulieu (Gitarre), Paulo Gregoletto (Bass) und Alex Bent (Schlagzeug) sind, zeigen die vielen komplizierten, aber beeindruckend smooth eingebetteten und gespielten Übergänge zwischen einzelnen Kompositionsparts. Bei "Amongst The Shadows And The Stones" schlagen Trivium Haken wie zu "Shogun"-Zeiten, flechten rhythmische Finessen in die thrashigen Riffs, zeichnen aber trotzdem einen stringenten Spannungsbogen. Bent hält mit immenser Übersicht alles zusammen und glänzt mit virtuosen Fills. Manchmal wirkt es sogar, als würden die Gitarren auf ihn reagieren, nicht umgekehrt. Einmal schießt der Drummer allerdings weit übers Ziel hinaus. Bei "The Ones We Leave Behind" spielt er zwar entfesselt auf – es ist eine helle Freude, ihm beim Trommeln zuzuhören –, prügelt dabei aber auch den Song tot. Heafy schreit sich Lunge aus dem Leib, kommt aber kaum gegen die Blastbeats, überbordende Tom- und Cymbal-Tänze an. Die Gitarren verschwinden im Gewitter fast vollständig. Und wenn sie in dynamischen Pausen doch mal mit einer Melodie nach vorn rücken, wirkt es wie verzweifeltes Luftschnappen. Abgesehen von diesem Ausreißer verteilen Trivium ihre Spotlight-Momente zum Glück gleichmäßig. Alle pushen sich gegenseitig, niemand stiehlt dem anderen die Show. So gibt etwa Gregoletto bei "Bleed Into Me" mit fiesem Bass-Intro den Ton für eine schwer groovende Mid-Tempo-Hymne an und setzt immer wieder Breakdown-Akzente. Beaulieu gehören die Frickelsoli und er webt zusammen mit seinem Klampfenkollegen Triviums typische Maiden-meets-Metalcore-Leads. Heafy tobt sich in "Catastrophist" stimmlich aus und findet überhaupt eine hervorragende Balance zwischen Klargesang und Shouts. Letztere rücken insgesamt wieder stärker in den Fokus. Das passt gut zu den riffgewaltigen, oft sehr schnell gespielten Songs des Albums, und betont melodische Hooks wie in "The Defiant". Mit dem Titeltrack schaffen Trivium dann auch ein Stück, das wie kaum ein anderes die Essenz der Band verkörpert. Technisch anspruchsvoll jagen sie durch die Strophen und Instrumental-Passagen, flechten Metalcore, Thrash und ein wenig Gojira-Feeling ein. Stellenweise schimmert sogar Heafy Vorliebe für Black Metal durch, verpackt in den Bandsound. Daneben zeichnet die Musiker aber eben auch ein Gespür für griffige Melodien aus. Die von "What The Dead Men Say" hat das Zeug zum Instant-Classic. Trivium liefern mit ihrem neunten Album eins ihrer stärksten. "What The Dead Men Say" zeigt eine in ihrer Identität gereifte und gefestigte, hervorragend aufeinander abgestimmte Band, die sich im eigenen Kosmos blind bewegen kann. Künstlerisch treten sie dabei trotzdem auf der Stelle. Mehr vom gleichen sehr guten Kuchen schmeckt zwar, aber auf Dauer wird es eben – trotz perfektioniertem Rezept – langweilig. © Laut
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Rock - Erschienen am 20. Oktober 2017 | Roadrunner Records

Hi-Res
Ein bisschen ist es wie bei "Vengeance Falls": Trivium klauben sich Elemente der Vorgänger zusammen und rühren daraus eine Melange. Wirkliche Neuerungen im Sound, wie sie sich auf "In Waves" und "Silence In The Snow" fanden, bleiben diesmal wieder aus. Mit dieser schrittweisen Entwicklung stellen Trivium sicher, dass sowohl neue als auch alte Fans auf ihre Kosten kommen. Gerade die, die "Shogun" für das letzte wirklich gute Trivium-Album halten, dürften ihre Freude an "The Sin And The Sentence" haben. Die Songs sind wieder länger, schneller, komplexer. Gleich der eröffnende Titeltrack verdeutlicht das: Matt Heafy begrüßt seine Anhänger mit einigen beherzten Shouts – auf die hatte er zuletzt noch komplett verzichtet. Auch Alex Bent, der Neuzugang am Schlagzeug, macht sofort klar, dass er nicht gekommen ist, um Trivium handzahm zu klöppeln. Es regnet Blastbeats und komplizierte Figuren. Die schon in "The Sin And The Sentence" hörbaren Black und Death Metal-Einflüsse, sowohl was Gitarren- als auch Drum-Arbeit angeht, intensivieren Trivium im höllisch schnellen "Betrayer". Dennoch liefert gerade dieser Song das perfekte Beispiel dafür, wie sich beide Seiten vereinen lassen. Refrain und Strophe atmen den eingängigen Modern-NWOBH-Spirit von "Silence In The Snow". Freunde dieses Albums bekommen außerdem "The Heart From Your Hate" serviert. Hier verzichtet Heafy einmal mehr aufs Schreien, die Band stampft im lockeren Mid-Tempo durch die simpel gehaltene Songstruktur. Am Ende gibts, wie in quasi jedem Song, typisch catchy Gitarrenmelodien. Das haben die Herren einfach drauf. Mit "The Wretchedness Inside" hat sich übrigens ein Track auf die Platte geschlichen, der Die-Hards bekannt sein dürfte. Matt Heafy veröffentlichte den Track vor einigen Jahren solo. Er hatte ihn für eine andere Formation geschrieben, die ihn letztlich aber nicht verwendete. Etwas aufgepimpt, insbesondere was Paolo Gregolettos Bassline angeht, verkörpert er die "In Waves"-Komponente von "The Sin And The Sentence". Im Mittelteil rutschen Trivium allerdings etwas zu weit Richtung Slipknot. So variabel Matt Heafy als Sänger sein mag: Ein Corey Taylor ist er noch nicht. "The Sin And The Sentence" bedeutet das Ende eines Trends, der sich zuvor abzuzeichnen begann. Während auf den vorangegangen Alben die Vocals immer stärker in den Vordergrund rückten, sind sie nun klar den Instrumentals untergeordnet. Auch wenn nach wie vor starke Gesangsmelodien vorhanden sind, bedeutet der Zuwachs an instrumentaler Komplexität für sie doch eine gewisse Einschränkung. Trivium hegten zwar offenbar den Anspruch, erneut ihre etablierten breiten Melodiebögen einzubauen, was teilweise auch aufgeht. Doch gerade in den schnelleren Songs wirkt das Ergebnis oft gehetzt und Matt kann sein Volumen nicht immer zur Gänze entfalten. Dass progressive Komposition, Hook-Vocals und auch gelegentlich eingestreute Shouts auf jeweils höchstem Level sich aber im Trivium-Kosmos nicht ausschließen müssen, zeigt "The Revanchist". Über sieben Minuten lang zieht sich der Song, durchläuft dabei stilistisch unterschiedliche, aber stets stimmig verknüpfte Parts. Ein langer Instrumentalteil in der Mitte befriedigt die Technik-Fraktion, aus Raserei schält sich plötzlich ein Beinahe-a-capella-Part heraus, und anschließend fettet ein Chor den besten Refrain des Albums an. Zu Beginn klotzt Matt noch mit einer Ehrfurcht gebietenden Strophe. "Shogun" meets "Silence In The Snow" at its best. Filler schreiben Trivium nicht, das dürfte bekannt sein. Wer "The Sin And The Sentence" in den Player legt, bekommt eine Stunde lang beste Modern Metal-Unterhaltung. Über die Top-Notch-Produktion brauchen wir gar nicht zu reden. Für meinen Geschmack blicken Trivium zwar ab und zu etwas zu gezwungen in die Vergangenheit, etwas mehr Offenheit statt Frickelfixiertheit hätte gut getan. Andere werden aber genau die gegenteilige Meinung vertreten und den Zeigefinger in Richtung "zu braver" Mainstream-Metal-Stücke erheben. "The Sin And The Sentence" ist also wohl genau das Richtige, um Fans zu vereinen. © Laut
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Metal - Erschienen am 2. Oktober 2015 | Roadrunner Records

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Bullet For My Valentine-Gitarrist Michael Paget sagte vor Kurzem: "Ich hoffe, über manche Metalbands von heute sprechen wir noch in 30 Jahren. Nur leider geht es heute hauptsächlich um Internet-Hits, statt um ein Vermächtnis." Weit entfernt von bloßem Internet-Hit und mit dem Potenzial für ein Jahrzehnte überdauerndes Gesprächsthema: Trivium. Ein erinnerungswürdiges Vermächtnis zu schaffen ist seit den Anfängen das Ziel der Band. "Silence In The Snow" könnte das entscheidende Puzzleteil darstellen. Mit ihren ersten drei Alben erspielten Trivium sich Respekt. "Shogun" vollendete 2008 die Reise in die Eigenständigkeit. "In Waves" öffnete das nächste Kapitel. Simplere Songstrukturen prägten das Bild und zogen einen immensen Popularitätsschub nach sich. Trivium hatten sich gefunden. Den eingeschlagenen Weg setzten sie zwei Jahre später mit "Vengeance Falls" fort. Einen erneuten Wendepunkt stellt "Silence In The Snow" nicht dar. Doch es birgt die Essenz dessen, was Trivium durch die Entwicklung von "Shogun" über "In Waves" und "Vengeance Falls" bis heute geworden sind und bringt sie in lückenloser Prägnanz auf den Punkt. Das sind unzweifelhaft Trivium, jedoch so selbstbewusst und ausgeglichen wie nie zuvor. Qualität ist man von denen Herren aus Florida ohnehin gewohnt. Bräche "Silence In The Snow" mit dieser Tradition, wäre das schon eine ziemliche Überraschung gewesen. Dass ein derart rundes Werk herauskommt, damit hätte ich ehrlich gesagt trotzdem nicht gerechnet. Zwar braucht die Platte zwei, drei Durchläufe, bis man begreift, wie gut sie wirklich ist, dann aber lässt sie nicht mehr los. Dabei stechen einzelne Elemente nicht einmal besonders hervor. Den einen Übersong, das eine Überriff oder -solo gibt es nicht. Je nach persönlichen Vorlieben schlagen die Tracks natürlich mal geringfügig nach oben oder unten aus. Doch tatsächlich halten Trivium das Level in sämtlichen zehn Songs gleichbleibend hoch. Um sich vollends auf das Kommende einlassen zu können, sorgt Emperor-Boss Ihsahn für einleitende Klänge. Die Kombination "Snøfall"/"Silence In The Snow" erreicht zwar nicht ganz die Stufe des grandiosen "Capsizing The Sea"/"In Waves"-Kickoffs, doch Trivium beweisen erneut, dass sie ein Intro nicht nur der Vollständigkeit halber platzieren. Symphonisch teasert "Snøfall" das Leitmotiv des Titelsongs an, bildet gleichzeitig aber auch selbst ein starkes und in sich geschlossenes Stück Musik. Das hat etwas Filmmusikhaftes, in seinem Zwiespalt zwischen Hell und Dunkel etwas zurückhaltend Erhabenes. Getrieben von tightem Schlagzeugsound übernehmen hernach E-Gitarren die Melodieführung. Wir befinden uns mitten in "Silence In The Snow". Paolo Gregolettos Bass knurrt durch die Strophe, zuvor kamen alle Headbanger bereits auf ihre Kosten. Wie oben angeführt, ist es vor allem die Summe der Einzelteile, die das Album so gelungen machen. Müsste man aber ein bestimmtes Glied herausgreifen, es wäre Matt Heafys Gesang. Man sollte meinen, seine Entwicklung sei langsam abgeschlossen. Immerhin zeigte Matt auf den letzten Outputs alles andere als schlechte Performances. Dennoch macht sich sein unermüdliches Training weiter bezahlt: Stimmvolumen und Kraft haben erneut zugenommen. Kein Wunder, dass Trivium entschieden, "Silence In The Snow" komplett ohne Shouts aufzunehmen. Anfangs mag man aufgrund dessen vielleicht kurz stutzen. Doch Matts Clean-Vocals füllen die vermeintliche Lücke meisterhaft aus. All jenen, die sich trotzdem Schreie wünschen, seien die weisen Worte mit auf den Weg gegeben: "Die alten Songs existieren ja noch immer." Den Platz hemmungsloser Aggression nehmen nun eben noch mehr Melodien ein. Darauf legten Trivium hörbar ihren Schwerpunkt. Mit Freude stürzt sich Matt in weitläufige Bögen, die gelegentlich beinahe opernhaft anmuten. Meist beliefert ihn das Instrumentalfundament mit zusätzlichem Druck. Doch scheut er keineswegs davor zurück, auch mal vor reduzierter Kulisse loszulegen. Ein wundervoll eingebetter Akustikpart in "Until The World Goes Cold" verdeutlicht dies. Dank Melodienreichtum und Scream-Absenz dürfte sich auch der Einzugsbereich für Fanrekruten nochmals erheblich vergrößern. Die schier unerschöpfliche Flut an griffigen Hooks und starken Verseteilen könnte selbst diejenigen hinter dem Ofen hervorlocken, die zwar Rock mögen, denen Metal in der Regel aber zu hart ist. So vermessen es klingt: "Silence In The Snow" weist in dieser Hinsicht ähnliches Potenzial auf wie Metallicas schwarzes Album. Das nächste "Nothing Else Matters" haben Trivium zwar (noch) nicht geschrieben. Wollten sie wahrscheinlich auch gar nicht. Denn von vorn bis hinten hat man das Gefühl "Silence In The Snow" ist exakt das Album, das Trivium schon immer machen wollten. Ein Album, das eine klare Linie verfolgt, einen eigenen Stil pflegt, durchweg spannend bleibt und bis zum Schluss Abwechslung schafft. So entert man beim vorletzten Song "Beneath The Sun" noch Low-Tempo-Gefilde, nachdem der Großteil der Tracks sonst eher im Mid-Tempo pumpt. Davor vermengt "The Thing That's Killing Me" Thrash- und Alternative-Vibe, danach dreht die Coda "Breathe In The Flames" merklich an Riff- und Aggressionsschrauben. In der ersten Hälfte überzeugt "Pull Me From The Void" ebenso mit Gitarrenleads wie mit tollen Vocallines. Der "I smash the shackles"-Pre-Chorus bleibt haften. Nicht minder gefällt der Chorus von "The Ghost That's Haunting Me", wo Matt zweistimmig auspackt. "Blind Leading The Blind" hebt die Geschwindigkeit, "Dead And Gone" bringt Disturbed-Referenzen zurück. Apropos Disturbed: Die Arbeit mit David Draiman zu "Vengeance Falls" hinterlässt natürlich auch auf "Silence In The Snow" ihre Spuren. Viel besser lässt sich die Attitüde Triviums auf ihrem siebten Album aber mit Stone Sour oder, wenn man zum Beispiel "Rise Above The Tides" heranzieht, vor allem mit Alter Bridge vergleichen. Ähnlich wie diese beiden Bands verknüpfen Trivium Härte mit Pop-Appeal. Ohne sich anzubiedern. Ohne ihren eigenen Pfad zu verlassen. Der Mut zum Wandel zahlte sich aus. "Silence In The Snow" ist moderner Metal in Höchstform. Nur einen Fehler dürfen Trivium nicht begehen: Beim nächsten Album in dieselbe Kerbe schlagen. Das hier funktioniert nur einmal. Wenn man dem eigenen Fortschrittsglauben jedoch treu bleibt, dürfte nichts schief gehen. © Laut
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Rock - Erschienen am 3. August 2011 | Roadrunner Records

Metal vs. Metalcore ist ja gemeinhin so etwas wie die akustische Variante eines zünftigen Ruhrpott-Derbys. Keiner mag den anderen, keiner will sich eingestehen, dass er vom anderen profitieren könnte (obwohl es die meisten insgeheim ja doch tun) und man käme nie auf die abstruse Idee, auch nur ein positives Sterbenswörtchen über den anderen zu verlieren. Doch warum der ganze Stress? So wie Andi "Heulboje" Möller das gelbe und das blaue Trikot übergezogen hat, beweisen auch die amerikanischen Edel-Krachmaten Trivium auf ihrem fünften Langeisen "In Waves", dass sich "The best of both worlds" durchaus vereinen lässt. Die Verbindung funktioniert schon beim Titeltrack ganz formidabel, wo sich moderne Testament-Riffs mit bedächtigen Cleanvocals und viel Atmosphäre duellieren und das starke Intro "Capsizing The Sea" wunderbar weiterführen. Allgemein dürfte das gute Stück vor allem den Trivium-Befürwortern der "Ascendancy"-Ära wohlig den Magen runterrutschen, denn die Zeiten der blinden Metallica-Beweihräucherung ("The Crusade") und der riskanten Schritte in allzu poppige Gefilde ("Shogun") gehören zum großen Teil der Vergangenheit an. Man mengt dem Flair der alten Scheiben nun mehr Esprit, mehr Mut zum Stilbruch bei, was dem Ostküsten-Kollektiv außerordentlich gut steht. Allein der Mix aus Hittauglichkeit und Verspieltheit in "Dusk Dismantled" oder das mitreißende Riffgewitter in "A Skyline's Severance" zeigen Matt Heafy und Konsorten selbstbewusster als je zuvor. Den schwarz/weiß/grau gehaltenen Bilderroman, den Trivium bei Coverartwork, Bühnenkleidung und Promofotos heraufbeschwören wollen, soll dieses neue Bandzeitalter einläuten, was aber nicht durchgehend gelingt. Denn neben vor gelungener Arrangements und durchdachtem Songwriting nur so pulsierenden Songs wie dem Feel-Good-Brecher "Forsake Not The Dream" oder der gelungenen, mit Soli verzierten Powerballade "Of All These Yesterdays" kredenzt der Fünfer auch Auswechselbares. Das Schema F-Metallica-Rip-Off "Watch The World Burn" sei hier genannt oder "Caustic Are The Ties That Bind", das als sanfterer Bonustrack zu Machine Heads fulminantem Comeback "The Blackening" passen würde. Selbst wenn die erhoffte Revolution innerhalb des Bandgefüges ausgeblieben ist, verwandelt "In Waves" die Schwachpunkte der letzten Alben zu einem gefälligen Thrashcore-Gebräu, das Produzenten-Legende Colin Richardson auf maximale Charttauglichkeit hintrimmte. Zwei bis drei Tracks weniger hätten es wohl auch getan, aber die unheimliche Variabilität und das gelungene Bündeln von Aggression und käsiger Feinmotorik beweisen, dass Trivium Bands wie Killswitch Engage oder All That Remains mindestens eine halbe Nasenlänge voraus sind. © Laut
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Metal - Erschienen am 1. Januar 2006 | Roadrunner Records

Holla, die Waldfee! Bei den Amis von Trivium hat sich ja einiges getan. Was da durch meine Boxen dröhnt, erinnert nur noch wenig an den alten Metalcore-Einschlag, der die beiden vorigen Alben kennzeichnete. Fronter Matt Heafy scheint seine Stimmbänder trainiert zu haben und beherrscht nun auch den cleanen Gesang, wodurch die Hardcore-Shouts sehr in den Hintergrund treten. Schon der erste Song "Ignition" lässt mich aufhorchen und den Verdacht spinnen, der sich im folgenden Song bestätigt. Hier wird klar, dass "The Crusade" ziemlich viel von einem Old School Thrash-Album hat. Bei "Detonation" lassen offensichtlich alte Metallica grüßen, und das nicht zum letzten Mal. "Entrance Of The Confligration" schmettert uns fetzige Riffs und Leadgitarren in die Gehörgänge und liefert ein flottes Solo am Ende. Nach "Anthem (We Are The Fire)" und "Unrepentant" eröffnet sich mir das Konzept für Triviums Kreuzzug: Sie verbinden fette Thrash-Riffs mit catchigen Melodien à la Maiden, bei denen man entweder taub oder tot sein muss, wenn nicht zumindest der Fuß mitwippt. A propos Fuß: Was Travis Smith da an den Drums veranstaltet, ist auch nicht von schlechten Eltern. Damit die Songs nicht zu glatt klingen, gibt es einige Tempowechsel, ab und an Hardcore-Shouts und jede Menge Soli. Nach dem etwas langsameren "And Sadness Will Sear", rockt "Becoming The Dragon" wieder thrashig und schnell gerade aus. Hier lässt Matt auch seine altbekannten Shouts vom Stapel. In eine etwas andere Kerbe schlägt "To The Rats", bei dem sich sogar Sepultura raushören lassen – bis der melodiöse Refrain einsetzt. Nur einmal driften Trivium in kitschige Gefilde ab, und zwar in "This World Can't Tear Us Apart". Das ist aber schnell vergessen, wenn sie mit "Tread The Floods" wieder genüsslich dahin zocken. Nach "Contempt Breeds Contamination" folgt mit "The Rising" ein echter Singalong, der mit AC/DC-Riffs einsetzt. Der Titeltrack "The Crusade" ist ein Instrumentalstück der Marke "Wir zeigen noch mal kurz, was wir können", bei dem sich Riffs mit Soli, eingängigen Melodien und Drumattacken überschlagen. Zu Ende der Spielzeit bleibt ein äußerst guter Nachgeschmack: "The Crusade" ist ein Album, das einfach von vorne bis hinten reingeht und kaum einen Durchhänger hat. Vor allem die Refrains reißen einfach mit. Da könnte man doch glatt meinen, dass Trivium den Children Of Bodom den Rang streitig machen wollen, indem sie klassischem Metal einen modernen Stempel aufdrücken. Kreuzzug erfolgreich, unbedingt reinhören! © Laut
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Metal - Erschienen am 24. September 2008 | Roadrunner Records

Das ist sie nun. Die Scheibe, die sämtliche Fans des Vorgängers halten und die des Vor-Vorgängers wieder zurück bringen soll. Wurde nun also nach einem genau vorgegebenen Plan gearbeitet? Oder wurde genau fest gezurrt, was man darf und was nicht? Man weiß es nicht, und es ist auch scheißegal. Aber der Plan, sämtliche Fans auf "Shogun" zu vereinen, dürfte aufgehen, Trivium noch größer machen und die Neider noch lauter schreien lassen. Wie dem auch sei, den Anhängern von "Ascendancy" dürfte es gefallen, dass auf "Shogun" wieder ordentlich geshoutet wird. Dennoch würde es mich nicht wundern, wenn "Krisute Gomen" ganz bewusst als kleine Provokation an den Anfang gestellt wurde. Die Parallelen zu Metallica sind nach dem gelungenen Intro weder in Sachen Gesang, noch in Sachen Riffing zu überhören. Als ganz andere Baustelle zeigt sich schließlich der Chorus, der als Kontrast zur heftigen Bridge mit tollem Gesang und einer hervorragenden Melodie auftrumpft. Wie krass der Unterschied ist, wird erst im abrupten Break deutlich, bei dem man fast meint. bereits den nächsten Song zu hören - und dann folgt doch wieder der Refrain. Ihre Vorliebe für die Four Horsemen leben Trivium zwar nicht mehr so explizit wie bei "The Crusade" aus, doch auch "Torn Between Scylla And Charybdis" erinnert im Solo massiv an Hetfield und Co. Der Strophe von "Like Callisto To A Star In Heaven" merkt man den Einfluss ebenfalls deutlich an: Wer sich daran stört, ist selbst Schuld. Die großen Melodien behalten sich die Amerikaner weitgehend für die Refrains vor und legen dabei ein Gespür für Melodien an den Tag, das nicht selten an Soilwork oder Scar Symmetry heran reicht. Das mag hin und wieder zu poppig klingen - aber irgendwer nörgelt immer. meine Wenigkeit ebenfalls: Der Brüllgesang, ob von Matt oder Corey, kommt meist zu gepresst, aber das ist Geschmackssache. Am natürlichsten fügen sich die aggressiven Vocals in einer Midtempo-Nummer wie "Throes Of Perdition" ein. Doch mag man sich auch bei einer blitzschnellen Nummer wie "Insurrection" nicht beschweren, dass es gesanglich derbe zur Sache geht. Trotzdem sind es die Melodien, die den Ton angeben (etwa das fast ausschließlich auf Klargesang aufgebaute "The Calamity"). Das Meisterwerk wartet schließlich am Ende der Scheibe mit dem äußerst detailliert ausgearbeiteten Titeltrack. Neben groovenden Strophen und epischen Refrains glänzt "Shogun" vor allem mit einem Mittelteil, der an den Progrock der alten Schule erinnert. Es scheint, als hätte sich die Crew beim Songwriting von der letzten Machine Head beeinflussen lassen. Ob Matt und seine Mannen tatsächlich bald das Zepter von Metallica übernehmen, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist "Shogun" die bislang beste Scheibe des Quartetts. Und das will bei den wahrlich nicht schwachen Vorgängern was heißen. © Laut
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Metal - Erschienen am 7. März 2005 | Roadrunner Records

Nachdem Trivium mit ihrem Debüt "Ember To Inferno" einen recht positiven Eindruck hinterlassen hatten, nahmen sich Roadrunner Records der Belange des jungen Quartetts an. Mit ihrem treffend betitelten Album "Ascendancy" zeigen die Jungs aus Orlando nun, dass sie schnell in die erste Liga der Metalgemeinde aufsteigen könnten. Nach dem sehr stimmungsvollem und schönen Intro "The End Of Everything" bricht "Rain" mit der Urgewalt eines Orkans über einen herein und thrasht in bester Dark Tranquillity-Manier nach vorne. Wer sich von deren letztem Output "Character" auch deutlich mehr erhofft hatte, sollte "Ascendancy" definitiv mal sein Ohr leihen. Die Ideen, die den Schweden scheinbar ausgegangen sind, tauchen hier in rauen Mengen auf. Sänger/Gitarrist Matt Heafy hat nicht nur die ganz derben Hardcore-Shouts drauf, sondern auch eine sehr melodische und ausdrucksstarke Singstimme. Da er beides recht ausgewogen einsetzt und sich den entsprechenden Stimmungen der Musik anpasst, kommen hier Fans beider Lager so richtig auf ihre Kosten. "Like Light To The Flies" sollte eigentlich jeden überzeugen. Das schöne an Trivium ist, dass sich die Band nicht davor scheut, Emocore-Elemente mit den typischen Doppel-Leads des melodischen Death Metals und Thrash-Riffs zu vermischen, wie sie in der Bay Area gang und gäbe waren und sind. Dass dabei aber auch noch schlüssige und vor allem rabenstarke Songs heraus kommen, zeigt die besonderen Fähigkeiten der Jungspunde. Auch die Soli-Duelle sind technisch anspruchsvoll und trotzdem nicht selbstverliebt. Leider liegen mir keine Texte vor, jedoch lassen die Songtitel darauf schließen, dass sich Mr. Heafy durchaus ein paar tiefere Gedanken zu bestimmten Themen gemacht hat. Nur der Gitarrensound, für den Andy Sneap (Kreator, Nevermore, Blaze) zuständig war, könnte gerne noch etwas fetter sein. Vielleicht würde es sich auch anbieten, ein oder zwei Halbtöne tiefer zu spielen, dann drückt der Sound noch mehr. © Laut
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Metal - Erschienen am 7. März 2005 | Roadrunner Records

Nachdem Trivium mit ihrem Debüt "Ember To Inferno" einen recht positiven Eindruck hinterlassen hatten, nahmen sich Roadrunner Records der Belange des jungen Quartetts an. Mit ihrem treffend betitelten Album "Ascendancy" zeigen die Jungs aus Orlando nun, dass sie schnell in die erste Liga der Metalgemeinde aufsteigen könnten. Nach dem sehr stimmungsvollem und schönen Intro "The End Of Everything" bricht "Rain" mit der Urgewalt eines Orkans über einen herein und thrasht in bester Dark Tranquillity-Manier nach vorne. Wer sich von deren letztem Output "Character" auch deutlich mehr erhofft hatte, sollte "Ascendancy" definitiv mal sein Ohr leihen. Die Ideen, die den Schweden scheinbar ausgegangen sind, tauchen hier in rauen Mengen auf. Sänger/Gitarrist Matt Heafy hat nicht nur die ganz derben Hardcore-Shouts drauf, sondern auch eine sehr melodische und ausdrucksstarke Singstimme. Da er beides recht ausgewogen einsetzt und sich den entsprechenden Stimmungen der Musik anpasst, kommen hier Fans beider Lager so richtig auf ihre Kosten. "Like Light To The Flies" sollte eigentlich jeden überzeugen. Das schöne an Trivium ist, dass sich die Band nicht davor scheut, Emocore-Elemente mit den typischen Doppel-Leads des melodischen Death Metals und Thrash-Riffs zu vermischen, wie sie in der Bay Area gang und gäbe waren und sind. Dass dabei aber auch noch schlüssige und vor allem rabenstarke Songs heraus kommen, zeigt die besonderen Fähigkeiten der Jungspunde. Auch die Soli-Duelle sind technisch anspruchsvoll und trotzdem nicht selbstverliebt. Leider liegen mir keine Texte vor, jedoch lassen die Songtitel darauf schließen, dass sich Mr. Heafy durchaus ein paar tiefere Gedanken zu bestimmten Themen gemacht hat. Nur der Gitarrensound, für den Andy Sneap (Kreator, Nevermore, Blaze) zuständig war, könnte gerne noch etwas fetter sein. Vielleicht würde es sich auch anbieten, ein oder zwei Halbtöne tiefer zu spielen, dann drückt der Sound noch mehr. © Laut
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Metal - Erschienen am 2. Oktober 2015 | Roadrunner Records

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Bullet For My Valentine-Gitarrist Michael Paget sagte vor Kurzem: "Ich hoffe, über manche Metalbands von heute sprechen wir noch in 30 Jahren. Nur leider geht es heute hauptsächlich um Internet-Hits, statt um ein Vermächtnis." Weit entfernt von bloßem Internet-Hit und mit dem Potenzial für ein Jahrzehnte überdauerndes Gesprächsthema: Trivium. Ein erinnerungswürdiges Vermächtnis zu schaffen ist seit den Anfängen das Ziel der Band. "Silence In The Snow" könnte das entscheidende Puzzleteil darstellen. Mit ihren ersten drei Alben erspielten Trivium sich Respekt. "Shogun" vollendete 2008 die Reise in die Eigenständigkeit. "In Waves" öffnete das nächste Kapitel. Simplere Songstrukturen prägten das Bild und zogen einen immensen Popularitätsschub nach sich. Trivium hatten sich gefunden. Den eingeschlagenen Weg setzten sie zwei Jahre später mit "Vengeance Falls" fort. Einen erneuten Wendepunkt stellt "Silence In The Snow" nicht dar. Doch es birgt die Essenz dessen, was Trivium durch die Entwicklung von "Shogun" über "In Waves" und "Vengeance Falls" bis heute geworden sind und bringt sie in lückenloser Prägnanz auf den Punkt. Das sind unzweifelhaft Trivium, jedoch so selbstbewusst und ausgeglichen wie nie zuvor. Qualität ist man von denen Herren aus Florida ohnehin gewohnt. Bräche "Silence In The Snow" mit dieser Tradition, wäre das schon eine ziemliche Überraschung gewesen. Dass ein derart rundes Werk herauskommt, damit hätte ich ehrlich gesagt trotzdem nicht gerechnet. Zwar braucht die Platte zwei, drei Durchläufe, bis man begreift, wie gut sie wirklich ist, dann aber lässt sie nicht mehr los. Dabei stechen einzelne Elemente nicht einmal besonders hervor. Den einen Übersong, das eine Überriff oder -solo gibt es nicht. Je nach persönlichen Vorlieben schlagen die Tracks natürlich mal geringfügig nach oben oder unten aus. Doch tatsächlich halten Trivium das Level in sämtlichen zehn Songs gleichbleibend hoch. Um sich vollends auf das Kommende einlassen zu können, sorgt Emperor-Boss Ihsahn für einleitende Klänge. Die Kombination "Snøfall"/"Silence In The Snow" erreicht zwar nicht ganz die Stufe des grandiosen "Capsizing The Sea"/"In Waves"-Kickoffs, doch Trivium beweisen erneut, dass sie ein Intro nicht nur der Vollständigkeit halber platzieren. Symphonisch teasert "Snøfall" das Leitmotiv des Titelsongs an, bildet gleichzeitig aber auch selbst ein starkes und in sich geschlossenes Stück Musik. Das hat etwas Filmmusikhaftes, in seinem Zwiespalt zwischen Hell und Dunkel etwas zurückhaltend Erhabenes. Getrieben von tightem Schlagzeugsound übernehmen hernach E-Gitarren die Melodieführung. Wir befinden uns mitten in "Silence In The Snow". Paolo Gregolettos Bass knurrt durch die Strophe, zuvor kamen alle Headbanger bereits auf ihre Kosten. Wie oben angeführt, ist es vor allem die Summe der Einzelteile, die das Album so gelungen machen. Müsste man aber ein bestimmtes Glied herausgreifen, es wäre Matt Heafys Gesang. Man sollte meinen, seine Entwicklung sei langsam abgeschlossen. Immerhin zeigte Matt auf den letzten Outputs alles andere als schlechte Performances. Dennoch macht sich sein unermüdliches Training weiter bezahlt: Stimmvolumen und Kraft haben erneut zugenommen. Kein Wunder, dass Trivium entschieden, "Silence In The Snow" komplett ohne Shouts aufzunehmen. Anfangs mag man aufgrund dessen vielleicht kurz stutzen. Doch Matts Clean-Vocals füllen die vermeintliche Lücke meisterhaft aus. All jenen, die sich trotzdem Schreie wünschen, seien die weisen Worte mit auf den Weg gegeben: "Die alten Songs existieren ja noch immer." Den Platz hemmungsloser Aggression nehmen nun eben noch mehr Melodien ein. Darauf legten Trivium hörbar ihren Schwerpunkt. Mit Freude stürzt sich Matt in weitläufige Bögen, die gelegentlich beinahe opernhaft anmuten. Meist beliefert ihn das Instrumentalfundament mit zusätzlichem Druck. Doch scheut er keineswegs davor zurück, auch mal vor reduzierter Kulisse loszulegen. Ein wundervoll eingebetter Akustikpart in "Until The World Goes Cold" verdeutlicht dies. Dank Melodienreichtum und Scream-Absenz dürfte sich auch der Einzugsbereich für Fanrekruten nochmals erheblich vergrößern. Die schier unerschöpfliche Flut an griffigen Hooks und starken Verseteilen könnte selbst diejenigen hinter dem Ofen hervorlocken, die zwar Rock mögen, denen Metal in der Regel aber zu hart ist. So vermessen es klingt: "Silence In The Snow" weist in dieser Hinsicht ähnliches Potenzial auf wie Metallicas schwarzes Album. Das nächste "Nothing Else Matters" haben Trivium zwar (noch) nicht geschrieben. Wollten sie wahrscheinlich auch gar nicht. Denn von vorn bis hinten hat man das Gefühl "Silence In The Snow" ist exakt das Album, das Trivium schon immer machen wollten. Ein Album, das eine klare Linie verfolgt, einen eigenen Stil pflegt, durchweg spannend bleibt und bis zum Schluss Abwechslung schafft. So entert man beim vorletzten Song "Beneath The Sun" noch Low-Tempo-Gefilde, nachdem der Großteil der Tracks sonst eher im Mid-Tempo pumpt. Davor vermengt "The Thing That's Killing Me" Thrash- und Alternative-Vibe, danach dreht die Coda "Breathe In The Flames" merklich an Riff- und Aggressionsschrauben. In der ersten Hälfte überzeugt "Pull Me From The Void" ebenso mit Gitarrenleads wie mit tollen Vocallines. Der "I smash the shackles"-Pre-Chorus bleibt haften. Nicht minder gefällt der Chorus von "The Ghost That's Haunting Me", wo Matt zweistimmig auspackt. "Blind Leading The Blind" hebt die Geschwindigkeit, "Dead And Gone" bringt Disturbed-Referenzen zurück. Apropos Disturbed: Die Arbeit mit David Draiman zu "Vengeance Falls" hinterlässt natürlich auch auf "Silence In The Snow" ihre Spuren. Viel besser lässt sich die Attitüde Triviums auf ihrem siebten Album aber mit Stone Sour oder, wenn man zum Beispiel "Rise Above The Tides" heranzieht, vor allem mit Alter Bridge vergleichen. Ähnlich wie diese beiden Bands verknüpfen Trivium Härte mit Pop-Appeal. Ohne sich anzubiedern. Ohne ihren eigenen Pfad zu verlassen. Der Mut zum Wandel zahlte sich aus. "Silence In The Snow" ist moderner Metal in Höchstform. Nur einen Fehler dürfen Trivium nicht begehen: Beim nächsten Album in dieselbe Kerbe schlagen. Das hier funktioniert nur einmal. Wenn man dem eigenen Fortschrittsglauben jedoch treu bleibt, dürfte nichts schief gehen. © Laut
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Metal - Erschienen am 24. September 2008 | Roadrunner Records

Das ist sie nun. Die Scheibe, die sämtliche Fans des Vorgängers halten und die des Vor-Vorgängers wieder zurück bringen soll. Wurde nun also nach einem genau vorgegebenen Plan gearbeitet? Oder wurde genau fest gezurrt, was man darf und was nicht? Man weiß es nicht, und es ist auch scheißegal. Aber der Plan, sämtliche Fans auf "Shogun" zu vereinen, dürfte aufgehen, Trivium noch größer machen und die Neider noch lauter schreien lassen. Wie dem auch sei, den Anhängern von "Ascendancy" dürfte es gefallen, dass auf "Shogun" wieder ordentlich geshoutet wird. Dennoch würde es mich nicht wundern, wenn "Krisute Gomen" ganz bewusst als kleine Provokation an den Anfang gestellt wurde. Die Parallelen zu Metallica sind nach dem gelungenen Intro weder in Sachen Gesang, noch in Sachen Riffing zu überhören. Als ganz andere Baustelle zeigt sich schließlich der Chorus, der als Kontrast zur heftigen Bridge mit tollem Gesang und einer hervorragenden Melodie auftrumpft. Wie krass der Unterschied ist, wird erst im abrupten Break deutlich, bei dem man fast meint. bereits den nächsten Song zu hören - und dann folgt doch wieder der Refrain. Ihre Vorliebe für die Four Horsemen leben Trivium zwar nicht mehr so explizit wie bei "The Crusade" aus, doch auch "Torn Between Scylla And Charybdis" erinnert im Solo massiv an Hetfield und Co. Der Strophe von "Like Callisto To A Star In Heaven" merkt man den Einfluss ebenfalls deutlich an: Wer sich daran stört, ist selbst Schuld. Die großen Melodien behalten sich die Amerikaner weitgehend für die Refrains vor und legen dabei ein Gespür für Melodien an den Tag, das nicht selten an Soilwork oder Scar Symmetry heran reicht. Das mag hin und wieder zu poppig klingen - aber irgendwer nörgelt immer. meine Wenigkeit ebenfalls: Der Brüllgesang, ob von Matt oder Corey, kommt meist zu gepresst, aber das ist Geschmackssache. Am natürlichsten fügen sich die aggressiven Vocals in einer Midtempo-Nummer wie "Throes Of Perdition" ein. Doch mag man sich auch bei einer blitzschnellen Nummer wie "Insurrection" nicht beschweren, dass es gesanglich derbe zur Sache geht. Trotzdem sind es die Melodien, die den Ton angeben (etwa das fast ausschließlich auf Klargesang aufgebaute "The Calamity"). Das Meisterwerk wartet schließlich am Ende der Scheibe mit dem äußerst detailliert ausgearbeiteten Titeltrack. Neben groovenden Strophen und epischen Refrains glänzt "Shogun" vor allem mit einem Mittelteil, der an den Progrock der alten Schule erinnert. Es scheint, als hätte sich die Crew beim Songwriting von der letzten Machine Head beeinflussen lassen. Ob Matt und seine Mannen tatsächlich bald das Zepter von Metallica übernehmen, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist "Shogun" die bislang beste Scheibe des Quartetts. Und das will bei den wahrlich nicht schwachen Vorgängern was heißen. © Laut
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Rock - Erschienen am 3. August 2011 | Roadrunner Records

Metal vs. Metalcore ist ja gemeinhin so etwas wie die akustische Variante eines zünftigen Ruhrpott-Derbys. Keiner mag den anderen, keiner will sich eingestehen, dass er vom anderen profitieren könnte (obwohl es die meisten insgeheim ja doch tun) und man käme nie auf die abstruse Idee, auch nur ein positives Sterbenswörtchen über den anderen zu verlieren. Doch warum der ganze Stress? So wie Andi "Heulboje" Möller das gelbe und das blaue Trikot übergezogen hat, beweisen auch die amerikanischen Edel-Krachmaten Trivium auf ihrem fünften Langeisen "In Waves", dass sich "The best of both worlds" durchaus vereinen lässt. Die Verbindung funktioniert schon beim Titeltrack ganz formidabel, wo sich moderne Testament-Riffs mit bedächtigen Cleanvocals und viel Atmosphäre duellieren und das starke Intro "Capsizing The Sea" wunderbar weiterführen. Allgemein dürfte das gute Stück vor allem den Trivium-Befürwortern der "Ascendancy"-Ära wohlig den Magen runterrutschen, denn die Zeiten der blinden Metallica-Beweihräucherung ("The Crusade") und der riskanten Schritte in allzu poppige Gefilde ("Shogun") gehören zum großen Teil der Vergangenheit an. Man mengt dem Flair der alten Scheiben nun mehr Esprit, mehr Mut zum Stilbruch bei, was dem Ostküsten-Kollektiv außerordentlich gut steht. Allein der Mix aus Hittauglichkeit und Verspieltheit in "Dusk Dismantled" oder das mitreißende Riffgewitter in "A Skyline's Severance" zeigen Matt Heafy und Konsorten selbstbewusster als je zuvor. Den schwarz/weiß/grau gehaltenen Bilderroman, den Trivium bei Coverartwork, Bühnenkleidung und Promofotos heraufbeschwören wollen, soll dieses neue Bandzeitalter einläuten, was aber nicht durchgehend gelingt. Denn neben vor gelungener Arrangements und durchdachtem Songwriting nur so pulsierenden Songs wie dem Feel-Good-Brecher "Forsake Not The Dream" oder der gelungenen, mit Soli verzierten Powerballade "Of All These Yesterdays" kredenzt der Fünfer auch Auswechselbares. Das Schema F-Metallica-Rip-Off "Watch The World Burn" sei hier genannt oder "Caustic Are The Ties That Bind", das als sanfterer Bonustrack zu Machine Heads fulminantem Comeback "The Blackening" passen würde. Selbst wenn die erhoffte Revolution innerhalb des Bandgefüges ausgeblieben ist, verwandelt "In Waves" die Schwachpunkte der letzten Alben zu einem gefälligen Thrashcore-Gebräu, das Produzenten-Legende Colin Richardson auf maximale Charttauglichkeit hintrimmte. Zwei bis drei Tracks weniger hätten es wohl auch getan, aber die unheimliche Variabilität und das gelungene Bündeln von Aggression und käsiger Feinmotorik beweisen, dass Trivium Bands wie Killswitch Engage oder All That Remains mindestens eine halbe Nasenlänge voraus sind. © Laut
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Metal - Erschienen am 2. Dezember 2016 | 5B

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Metal - Erschienen am 2. Oktober 2015 | Roadrunner Records

Bullet For My Valentine-Gitarrist Michael Paget sagte vor Kurzem: "Ich hoffe, über manche Metalbands von heute sprechen wir noch in 30 Jahren. Nur leider geht es heute hauptsächlich um Internet-Hits, statt um ein Vermächtnis." Weit entfernt von bloßem Internet-Hit und mit dem Potenzial für ein Jahrzehnte überdauerndes Gesprächsthema: Trivium. Ein erinnerungswürdiges Vermächtnis zu schaffen ist seit den Anfängen das Ziel der Band. "Silence In The Snow" könnte das entscheidende Puzzleteil darstellen. Mit ihren ersten drei Alben erspielten Trivium sich Respekt. "Shogun" vollendete 2008 die Reise in die Eigenständigkeit. "In Waves" öffnete das nächste Kapitel. Simplere Songstrukturen prägten das Bild und zogen einen immensen Popularitätsschub nach sich. Trivium hatten sich gefunden. Den eingeschlagenen Weg setzten sie zwei Jahre später mit "Vengeance Falls" fort. Einen erneuten Wendepunkt stellt "Silence In The Snow" nicht dar. Doch es birgt die Essenz dessen, was Trivium durch die Entwicklung von "Shogun" über "In Waves" und "Vengeance Falls" bis heute geworden sind und bringt sie in lückenloser Prägnanz auf den Punkt. Das sind unzweifelhaft Trivium, jedoch so selbstbewusst und ausgeglichen wie nie zuvor. Qualität ist man von denen Herren aus Florida ohnehin gewohnt. Bräche "Silence In The Snow" mit dieser Tradition, wäre das schon eine ziemliche Überraschung gewesen. Dass ein derart rundes Werk herauskommt, damit hätte ich ehrlich gesagt trotzdem nicht gerechnet. Zwar braucht die Platte zwei, drei Durchläufe, bis man begreift, wie gut sie wirklich ist, dann aber lässt sie nicht mehr los. Dabei stechen einzelne Elemente nicht einmal besonders hervor. Den einen Übersong, das eine Überriff oder -solo gibt es nicht. Je nach persönlichen Vorlieben schlagen die Tracks natürlich mal geringfügig nach oben oder unten aus. Doch tatsächlich halten Trivium das Level in sämtlichen zehn Songs gleichbleibend hoch. Um sich vollends auf das Kommende einlassen zu können, sorgt Emperor-Boss Ihsahn für einleitende Klänge. Die Kombination "Snøfall"/"Silence In The Snow" erreicht zwar nicht ganz die Stufe des grandiosen "Capsizing The Sea"/"In Waves"-Kickoffs, doch Trivium beweisen erneut, dass sie ein Intro nicht nur der Vollständigkeit halber platzieren. Symphonisch teasert "Snøfall" das Leitmotiv des Titelsongs an, bildet gleichzeitig aber auch selbst ein starkes und in sich geschlossenes Stück Musik. Das hat etwas Filmmusikhaftes, in seinem Zwiespalt zwischen Hell und Dunkel etwas zurückhaltend Erhabenes. Getrieben von tightem Schlagzeugsound übernehmen hernach E-Gitarren die Melodieführung. Wir befinden uns mitten in "Silence In The Snow". Paolo Gregolettos Bass knurrt durch die Strophe, zuvor kamen alle Headbanger bereits auf ihre Kosten. Wie oben angeführt, ist es vor allem die Summe der Einzelteile, die das Album so gelungen machen. Müsste man aber ein bestimmtes Glied herausgreifen, es wäre Matt Heafys Gesang. Man sollte meinen, seine Entwicklung sei langsam abgeschlossen. Immerhin zeigte Matt auf den letzten Outputs alles andere als schlechte Performances. Dennoch macht sich sein unermüdliches Training weiter bezahlt: Stimmvolumen und Kraft haben erneut zugenommen. Kein Wunder, dass Trivium entschieden, "Silence In The Snow" komplett ohne Shouts aufzunehmen. Anfangs mag man aufgrund dessen vielleicht kurz stutzen. Doch Matts Clean-Vocals füllen die vermeintliche Lücke meisterhaft aus. All jenen, die sich trotzdem Schreie wünschen, seien die weisen Worte mit auf den Weg gegeben: "Die alten Songs existieren ja noch immer." Den Platz hemmungsloser Aggression nehmen nun eben noch mehr Melodien ein. Darauf legten Trivium hörbar ihren Schwerpunkt. Mit Freude stürzt sich Matt in weitläufige Bögen, die gelegentlich beinahe opernhaft anmuten. Meist beliefert ihn das Instrumentalfundament mit zusätzlichem Druck. Doch scheut er keineswegs davor zurück, auch mal vor reduzierter Kulisse loszulegen. Ein wundervoll eingebetter Akustikpart in "Until The World Goes Cold" verdeutlicht dies. Dank Melodienreichtum und Scream-Absenz dürfte sich auch der Einzugsbereich für Fanrekruten nochmals erheblich vergrößern. Die schier unerschöpfliche Flut an griffigen Hooks und starken Verseteilen könnte selbst diejenigen hinter dem Ofen hervorlocken, die zwar Rock mögen, denen Metal in der Regel aber zu hart ist. So vermessen es klingt: "Silence In The Snow" weist in dieser Hinsicht ähnliches Potenzial auf wie Metallicas schwarzes Album. Das nächste "Nothing Else Matters" haben Trivium zwar (noch) nicht geschrieben. Wollten sie wahrscheinlich auch gar nicht. Denn von vorn bis hinten hat man das Gefühl "Silence In The Snow" ist exakt das Album, das Trivium schon immer machen wollten. Ein Album, das eine klare Linie verfolgt, einen eigenen Stil pflegt, durchweg spannend bleibt und bis zum Schluss Abwechslung schafft. So entert man beim vorletzten Song "Beneath The Sun" noch Low-Tempo-Gefilde, nachdem der Großteil der Tracks sonst eher im Mid-Tempo pumpt. Davor vermengt "The Thing That's Killing Me" Thrash- und Alternative-Vibe, danach dreht die Coda "Breathe In The Flames" merklich an Riff- und Aggressionsschrauben. In der ersten Hälfte überzeugt "Pull Me From The Void" ebenso mit Gitarrenleads wie mit tollen Vocallines. Der "I smash the shackles"-Pre-Chorus bleibt haften. Nicht minder gefällt der Chorus von "The Ghost That's Haunting Me", wo Matt zweistimmig auspackt. "Blind Leading The Blind" hebt die Geschwindigkeit, "Dead And Gone" bringt Disturbed-Referenzen zurück. Apropos Disturbed: Die Arbeit mit David Draiman zu "Vengeance Falls" hinterlässt natürlich auch auf "Silence In The Snow" ihre Spuren. Viel besser lässt sich die Attitüde Triviums auf ihrem siebten Album aber mit Stone Sour oder, wenn man zum Beispiel "Rise Above The Tides" heranzieht, vor allem mit Alter Bridge vergleichen. Ähnlich wie diese beiden Bands verknüpfen Trivium Härte mit Pop-Appeal. Ohne sich anzubiedern. Ohne ihren eigenen Pfad zu verlassen. Der Mut zum Wandel zahlte sich aus. "Silence In The Snow" ist moderner Metal in Höchstform. Nur einen Fehler dürfen Trivium nicht begehen: Beim nächsten Album in dieselbe Kerbe schlagen. Das hier funktioniert nur einmal. Wenn man dem eigenen Fortschrittsglauben jedoch treu bleibt, dürfte nichts schief gehen. © Laut
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Rock - Erschienen am 8. Oktober 2013 | Roadrunner Records

Wie schön, dass es noch Aha-Erlebnisse gibt. Noch schöner, wenn sie in der großen weiten Musiklandschaft passieren. Nach "The Crusade" vor einige Jahren hatte ich Trivium für mich gelangweilt in die Schublade 'Möchtegern-Metallicas' geworfen und dort vergessen. Natürlich waren sie auch damals schon mehr als das, aber Matt Heafys bemühte Vocal-Imitationsversuche und die allzu bekannten Riffs konnten bei mir nicht punkten. Etliche Jahre später nun das. Ich hatte am Rande mitbekommen, dass sich auf "In Waves" bereits einiges getan hatte. Bereits der Opener verdeutlicht: Trivium fahren mittlerweile auf einer anderen, eigenständigeren Schiene. "Brave The Storm" fasst das Album gekonnt zusammen. Die Riffs vereinen Elemente aus Thrash, Metalcore und klassischem Heavy Metal. Als Krönung haben die Mannen aus Florida sich einen feinen Refrain einfallen lassen. "Should we go quietly"? Bitte nicht, es hat ja gerade erst begonnen und Matt Heafys Bande haben noch etliche Pfeile im Köcher. A propos Matt Heafy: Junge, Junge, der Kerl hat sich aber ordentlich weiter entwickelt. Von räudigem Metalcore-Geröchel bis zu feinem Klargesang beherrscht er inzwischen eine große Bandbreite an Stilen. Auf Hetfield-Anleihen greift er nur noch selten zurück. "To Believe" besitzt einen Refrain zum Niederknien, Heafys Gesangstalent kommt hier voll zur Entfaltung. Großen Anteil daran trägt einem Interview zufolge Produzent David Draiman, der Heafy einem speziellen Sänger-Coaching unterzog. Etwas von dessen Präsenz am Mikrofon hat sich Heafy dabei auch abgeschaut. Draimans Produktion kann sich auch ansonsten hören lassen. Gut zu wissen. Sollte es für den Disturbed- und Device-Frontmann am Mikro nicht mehr funktionieren, kann er sich zukünftig auf dieses zweite Standbein verlassen und muss sich nicht ausgebrannten Schlappofanten wie Megadeth als Gastsänger andingen. Sein Sound klingt zwar etwas glatt, aber im Vergleich beispielsweise mit den ultra-konturlosen Fließbandarbeiten von Andy Sneap recht rauh und knackig. Der Sound an sich, wohlgemerkt. Denn leider beteiligt sich "Vengeance Falls" am Loudness War. Man muss mal wieder darauf hinweisen, damit das endlich ein Ende findet. Bei "Incineration: The Broken World" schlägt der Pegel roter als rot aus, leider nicht die einzige Nummer mit diesem Problem. Hört das niemand im Studio, beim Mastering? Haben die sich alle die Birne weggemosht? Finden die reißenden Klang gut? Es muss doch möglich sein, bei größeren Produktionen wie dieser eine Qualitätskontrolle durchzuführen, bevor der Kram ab ins Presswerk geht. Dass die Songs trotzdem nicht kaputtzukriegen sind, unterstreicht die Stärke dieses sechsten Trivium-Albums. Es wäre sehr überraschend, würden Hammerteile wie "At The End Of This War" mit ihrem enormen Abwechslungsreichtum in Zukunft nicht zu den besten Songs der Band aus Orlando gezählt werden. Modern Metal ist ein fieser, schwammiger Stempel - aber hier passt die Bezeichnung einfach. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2006 | Roadrunner Records

Holla, die Waldfee! Bei den Amis von Trivium hat sich ja einiges getan. Was da durch meine Boxen dröhnt, erinnert nur noch wenig an den alten Metalcore-Einschlag, der die beiden vorigen Alben kennzeichnete. Fronter Matt Heafy scheint seine Stimmbänder trainiert zu haben und beherrscht nun auch den cleanen Gesang, wodurch die Hardcore-Shouts sehr in den Hintergrund treten. Schon der erste Song "Ignition" lässt mich aufhorchen und den Verdacht spinnen, der sich im folgenden Song bestätigt. Hier wird klar, dass "The Crusade" ziemlich viel von einem Old School Thrash-Album hat. Bei "Detonation" lassen offensichtlich alte Metallica grüßen, und das nicht zum letzten Mal. "Entrance Of The Confligration" schmettert uns fetzige Riffs und Leadgitarren in die Gehörgänge und liefert ein flottes Solo am Ende. Nach "Anthem (We Are The Fire)" und "Unrepentant" eröffnet sich mir das Konzept für Triviums Kreuzzug: Sie verbinden fette Thrash-Riffs mit catchigen Melodien à la Maiden, bei denen man entweder taub oder tot sein muss, wenn nicht zumindest der Fuß mitwippt. A propos Fuß: Was Travis Smith da an den Drums veranstaltet, ist auch nicht von schlechten Eltern. Damit die Songs nicht zu glatt klingen, gibt es einige Tempowechsel, ab und an Hardcore-Shouts und jede Menge Soli. Nach dem etwas langsameren "And Sadness Will Sear", rockt "Becoming The Dragon" wieder thrashig und schnell gerade aus. Hier lässt Matt auch seine altbekannten Shouts vom Stapel. In eine etwas andere Kerbe schlägt "To The Rats", bei dem sich sogar Sepultura raushören lassen – bis der melodiöse Refrain einsetzt. Nur einmal driften Trivium in kitschige Gefilde ab, und zwar in "This World Can't Tear Us Apart". Das ist aber schnell vergessen, wenn sie mit "Tread The Floods" wieder genüsslich dahin zocken. Nach "Contempt Breeds Contamination" folgt mit "The Rising" ein echter Singalong, der mit AC/DC-Riffs einsetzt. Der Titeltrack "The Crusade" ist ein Instrumentalstück der Marke "Wir zeigen noch mal kurz, was wir können", bei dem sich Riffs mit Soli, eingängigen Melodien und Drumattacken überschlagen. Zu Ende der Spielzeit bleibt ein äußerst guter Nachgeschmack: "The Crusade" ist ein Album, das einfach von vorne bis hinten reingeht und kaum einen Durchhänger hat. Vor allem die Refrains reißen einfach mit. Da könnte man doch glatt meinen, dass Trivium den Children Of Bodom den Rang streitig machen wollen, indem sie klassischem Metal einen modernen Stempel aufdrücken. Kreuzzug erfolgreich, unbedingt reinhören! © Laut
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Rock - Erschienen am 20. Oktober 2017 | Roadrunner Records

Ein bisschen ist es wie bei "Vengeance Falls": Trivium klauben sich Elemente der Vorgänger zusammen und rühren daraus eine Melange. Wirkliche Neuerungen im Sound, wie sie sich auf "In Waves" und "Silence In The Snow" fanden, bleiben diesmal wieder aus. Mit dieser schrittweisen Entwicklung stellen Trivium sicher, dass sowohl neue als auch alte Fans auf ihre Kosten kommen. Gerade die, die "Shogun" für das letzte wirklich gute Trivium-Album halten, dürften ihre Freude an "The Sin And The Sentence" haben. Die Songs sind wieder länger, schneller, komplexer. Gleich der eröffnende Titeltrack verdeutlicht das: Matt Heafy begrüßt seine Anhänger mit einigen beherzten Shouts – auf die hatte er zuletzt noch komplett verzichtet. Auch Alex Bent, der Neuzugang am Schlagzeug, macht sofort klar, dass er nicht gekommen ist, um Trivium handzahm zu klöppeln. Es regnet Blastbeats und komplizierte Figuren. Die schon in "The Sin And The Sentence" hörbaren Black und Death Metal-Einflüsse, sowohl was Gitarren- als auch Drum-Arbeit angeht, intensivieren Trivium im höllisch schnellen "Betrayer". Dennoch liefert gerade dieser Song das perfekte Beispiel dafür, wie sich beide Seiten vereinen lassen. Refrain und Strophe atmen den eingängigen Modern-NWOBH-Spirit von "Silence In The Snow". Freunde dieses Albums bekommen außerdem "The Heart From Your Hate" serviert. Hier verzichtet Heafy einmal mehr aufs Schreien, die Band stampft im lockeren Mid-Tempo durch die simpel gehaltene Songstruktur. Am Ende gibts, wie in quasi jedem Song, typisch catchy Gitarrenmelodien. Das haben die Herren einfach drauf. Mit "The Wretchedness Inside" hat sich übrigens ein Track auf die Platte geschlichen, der Die-Hards bekannt sein dürfte. Matt Heafy veröffentlichte den Track vor einigen Jahren solo. Er hatte ihn für eine andere Formation geschrieben, die ihn letztlich aber nicht verwendete. Etwas aufgepimpt, insbesondere was Paolo Gregolettos Bassline angeht, verkörpert er die "In Waves"-Komponente von "The Sin And The Sentence". Im Mittelteil rutschen Trivium allerdings etwas zu weit Richtung Slipknot. So variabel Matt Heafy als Sänger sein mag: Ein Corey Taylor ist er noch nicht. "The Sin And The Sentence" bedeutet das Ende eines Trends, der sich zuvor abzuzeichnen begann. Während auf den vorangegangen Alben die Vocals immer stärker in den Vordergrund rückten, sind sie nun klar den Instrumentals untergeordnet. Auch wenn nach wie vor starke Gesangsmelodien vorhanden sind, bedeutet der Zuwachs an instrumentaler Komplexität für sie doch eine gewisse Einschränkung. Trivium hegten zwar offenbar den Anspruch, erneut ihre etablierten breiten Melodiebögen einzubauen, was teilweise auch aufgeht. Doch gerade in den schnelleren Songs wirkt das Ergebnis oft gehetzt und Matt kann sein Volumen nicht immer zur Gänze entfalten. Dass progressive Komposition, Hook-Vocals und auch gelegentlich eingestreute Shouts auf jeweils höchstem Level sich aber im Trivium-Kosmos nicht ausschließen müssen, zeigt "The Revanchist". Über sieben Minuten lang zieht sich der Song, durchläuft dabei stilistisch unterschiedliche, aber stets stimmig verknüpfte Parts. Ein langer Instrumentalteil in der Mitte befriedigt die Technik-Fraktion, aus Raserei schält sich plötzlich ein Beinahe-a-capella-Part heraus, und anschließend fettet ein Chor den besten Refrain des Albums an. Zu Beginn klotzt Matt noch mit einer Ehrfurcht gebietenden Strophe. "Shogun" meets "Silence In The Snow" at its best. Filler schreiben Trivium nicht, das dürfte bekannt sein. Wer "The Sin And The Sentence" in den Player legt, bekommt eine Stunde lang beste Modern Metal-Unterhaltung. Über die Top-Notch-Produktion brauchen wir gar nicht zu reden. Für meinen Geschmack blicken Trivium zwar ab und zu etwas zu gezwungen in die Vergangenheit, etwas mehr Offenheit statt Frickelfixiertheit hätte gut getan. Andere werden aber genau die gegenteilige Meinung vertreten und den Zeigefinger in Richtung "zu braver" Mainstream-Metal-Stücke erheben. "The Sin And The Sentence" ist also wohl genau das Richtige, um Fans zu vereinen. © Laut
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Metal - Erschienen am 14. Oktober 2003 | 5B

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Rock - Erschienen am 26. März 2020 | Roadrunner Records

Hi-Res
Stagnation auf hohem Niveau ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits wissen Trivium exakt, wo ihre Stärken liegen. Sie bündeln sie auf "What The Dead Men Say" in beeindruckender Konsequenz, erfüllen damit spielerisch Qualitätserwartungen und festigen ihren Status als eine der wichtigsten Modern Metal Bands. Andererseits droht so auch eine Sackgasse. Die kreative Weiterentwicklung seit "The Sin And The Sentence", das selbst schon wie ein gepimptes Best Of des eigenen Katalogs klang, geht gegen Null. Gerade da die Band zuvor immer für Fortschritt stand und mit "Shogun", "In Waves" und "Silence In The Snow" Zukunftsperspektiven in kometenhaftem Tempo erschlossen hat, enttäuscht das. Den direkten Vergleich mit seinem Vorgänger gewinnt "What The Dead Men Say" trotzdem. Instrumental und im Zusammenspiel untereinander erreichen Trivium in ihrer jetzigen Konstellation einen Höhepunkt. Wie gut aufeinander abgestimmt Matt Heafy (Gitarre/Vocals), Corey Beaulieu (Gitarre), Paulo Gregoletto (Bass) und Alex Bent (Schlagzeug) sind, zeigen die vielen komplizierten, aber beeindruckend smooth eingebetteten und gespielten Übergänge zwischen einzelnen Kompositionsparts. Bei "Amongst The Shadows And The Stones" schlagen Trivium Haken wie zu "Shogun"-Zeiten, flechten rhythmische Finessen in die thrashigen Riffs, zeichnen aber trotzdem einen stringenten Spannungsbogen. Bent hält mit immenser Übersicht alles zusammen und glänzt mit virtuosen Fills. Manchmal wirkt es sogar, als würden die Gitarren auf ihn reagieren, nicht umgekehrt. Einmal schießt der Drummer allerdings weit übers Ziel hinaus. Bei "The Ones We Leave Behind" spielt er zwar entfesselt auf – es ist eine helle Freude, ihm beim Trommeln zuzuhören –, prügelt dabei aber auch den Song tot. Heafy schreit sich Lunge aus dem Leib, kommt aber kaum gegen die Blastbeats, überbordende Tom- und Cymbal-Tänze an. Die Gitarren verschwinden im Gewitter fast vollständig. Und wenn sie in dynamischen Pausen doch mal mit einer Melodie nach vorn rücken, wirkt es wie verzweifeltes Luftschnappen. Abgesehen von diesem Ausreißer verteilen Trivium ihre Spotlight-Momente zum Glück gleichmäßig. Alle pushen sich gegenseitig, niemand stiehlt dem anderen die Show. So gibt etwa Gregoletto bei "Bleed Into Me" mit fiesem Bass-Intro den Ton für eine schwer groovende Mid-Tempo-Hymne an und setzt immer wieder Breakdown-Akzente. Beaulieu gehören die Frickelsoli und er webt zusammen mit seinem Klampfenkollegen Triviums typische Maiden-meets-Metalcore-Leads. Heafy tobt sich in "Catastrophist" stimmlich aus und findet überhaupt eine hervorragende Balance zwischen Klargesang und Shouts. Letztere rücken insgesamt wieder stärker in den Fokus. Das passt gut zu den riffgewaltigen, oft sehr schnell gespielten Songs des Albums, und betont melodische Hooks wie in "The Defiant". Mit dem Titeltrack schaffen Trivium dann auch ein Stück, das wie kaum ein anderes die Essenz der Band verkörpert. Technisch anspruchsvoll jagen sie durch die Strophen und Instrumental-Passagen, flechten Metalcore, Thrash und ein wenig Gojira-Feeling ein. Stellenweise schimmert sogar Heafy Vorliebe für Black Metal durch, verpackt in den Bandsound. Daneben zeichnet die Musiker aber eben auch ein Gespür für griffige Melodien aus. Die von "What The Dead Men Say" hat das Zeug zum Instant-Classic. Trivium liefern mit ihrem neunten Album eins ihrer stärksten. "What The Dead Men Say" zeigt eine in ihrer Identität gereifte und gefestigte, hervorragend aufeinander abgestimmte Band, die sich im eigenen Kosmos blind bewegen kann. Künstlerisch treten sie dabei trotzdem auf der Stelle. Mehr vom gleichen sehr guten Kuchen schmeckt zwar, aber auf Dauer wird es eben – trotz perfektioniertem Rezept – langweilig. © Laut
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CD2,99 Fr.

Rock - Erschienen am 17. Mai 2019 | Roadrunner Records