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Die Alben

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R&B - Erschienen am 28. August 2015 | Universal Republic Records

Hi-Res Auszeichnungen Grammy Awards
Sobald die Stimme von Abel Tesfaye alias The Weeknd ertönt, fällt es schwer, nicht an jene von Michael Jackson zu denken... Mit seinem zweiten Studioalbum Beauty Behind The Madness behält der junge Kanadier diese stimmliche Verwandtschaft mit dem King of Pop. Sein zeitgemäßer Soul, der nie zu schmalzig wird, berührt das Herz und so nähert er sich auf seine Weise dem Groove und entwirft schmachtende Rhythmen. Von dieser Musik, für die Weeknd auch Künstler wie Labrinth, Ed Sheeran, Kanye West und Lana Del Rey ins Boot holte, lässt man sich gerne leiten. © CM/Qobuz
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R&B - Erschienen am 9. September 2013 | CP Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
Manchmal glaube ich, keinem Genre haben seine Interpreten so übel mitgespielt wie dem R'n'B. Nirgends sonst springt es einem, mir zumindest nicht, so deutlich ins Auge, wenn es zur Abwechslung einmal nicht klingt wie der dreihundertvierundsiebzigste Klon ein und desselben Schmachtsängers auf den immer gleichen Vom-Club-ins-Schlafzimmer-Beats. Man sollte sich von den Ne-Yos, Chris Browns und wie sie alle heißen aber vielleicht doch nicht allzu kirre machen lassen: Es besteht noch Hoffnung. Frank Ocean hat es gezeigt, The Weeknd setzt noch einen drauf. Wobei ... ist das überhaupt noch R'n'B? Abel Tesfayes Gesang schreit aus jeder einzelnen Note: Ja! "Ich bin nun mal mit Leuten wie R. Kelly, Michael Jackson und Prince aufgewachsen", gibt er unumwunden zu - und könnte die großen Vorbilder auch schlecht verleugnen. Sein Falsett beschreitet die gleichen Pfade, wirkt aber in dem komplett anderen musikalischen Umfeld, in dem The Weeknd sein Instrument, seine Stimme, präsentiert, ganz und gar nicht wie ein schnöder Abklatsch. Mit ganz eigenem Vibe und seiner unverbrämten Themen- und Wortwahl lotet The Weeknd emotionale Tiefen aus, in die vor ihm selten ein Kollege vorgestoßen ist. The Weeknd besingt, fasziniert und wohl auch ein wenig erschrocken von der Welle des Erfolgs, die praktisch ohne Vorwarnung über ihn hinweg brandete und ihn ins Rampenlicht spülte, sein Leben im neu gewonnenen Ruhm. Das haben wahrhaftig schon viele vor ihm getan. Allerdings lässt er an jeder Stelle zumindest ahnen, dass es sich bei der glitzernden Fassade lediglich um einen dünnen, abblätternden Firnis handelt, der jederzeit Gefahr läuft, bei der ersten etwas rüderen Berührung unter den Fingern zu Staub zu zerkrümeln. Darunter lauert, die Krallen zum Zuschlagen ausgefahren, die Einsamkeit. "So now that she's gone embrace all that comes and die with a smile. Don't show the world how alone you've become." Die Worte aus "Tears In The Rain" stehen exemplarisch für das große Thema auf "Kiss Land". Zuvor praktisch nicht aus seiner Heimatstadt Toronto herausgekommen, jettete The Weeknd in den letzten Monaten nonstop um die Welt. Die vielfältigen Eindrücke, der Luxus und die Groupies haben aber doch ihren Preis. Sie kosten die Wurzeln, die Bindungen, die Frau, die vielleicht die Eine hätte sein können: Sie kosten das Zuhause. The Weeknd beklagt sich an keiner Stelle. Vielleicht fressen sich die scharfsichtigen Skizzen seines Gefühlslebens, die leise Traurigkeit, die stete Sehnsucht in und zwischen seinen Zeilen gerade deswegen so tief in die Seele. Auf den ersten Blick scheint alles toll, doch dahinter klafft der bodenlose, eiskalte Abgrund. Die zum Scheitern verurteilten Versuche, diesen zu füllen, liefern Stoff für große Nummern wie "Professional", "The Town" oder "Adaptation". Es geht ums Kaufen und Sich-Verkaufen, um höchstens kurzfristig wirksame Strategien, mit der gähnenden Leere zurecht zu kommen, um die verzweifelte Suche nach Gleichgesinnten, nach Geborgenheit und Verständnis, die auch der innerlich beinahe schon Abgestorbene noch nicht aufgeben will, nicht aufgeben kann. Ja, das ist R'n'B. Vor allem B: Es ist Blues. Musikalisch hat "Kiss Land" mit den glattpolierten Hochglanz-Produkten, die einem üblicherweise unter dem Etikett "kontemporärer R'n'B" angedreht werden sollen, zum Glück nichts, rein gar nichts gemein. Statt abwechselnd Four-on-the-Floor-Bummsbeats und Chimes-durchklingelte Pianoballaden aneinander zu reihen, spannt The Weeknd zusammen mit seinen Mit-Produzenten DannyBoyStyles und Jason 'Da Heala' Quenneville vielschichtige akustische Atmosphären auf. Klar darf (etwa in Wanderlust") auch einmal ein schnurgerader, Discofox-tauglicher Viervierteltakt herhalten, oder (in "Belong To The World") der ewige Gewitterregen niedergehen. Vogelgezwitscher, Piano und Uuuh-Chören machen jäh durchgeknüppelte Elektro-Sounds aber gleich wieder den Garaus. In den komplexen Kontexten, in denen sie plötzlich stehen, entfalten sogar eigentlich überstrapazierte Versatzstücke noch ganz neue Wirkung. (Nur Drake klingt immer noch, als sei Lil Wayne gerade nicht verfügbar gewesen.) Tempo-, Stimmungs- und Dynamikwechsel lassen selbst sechs-, sieben-, achtminütige Tracks kurzweilig wie einen Lidschlag erscheinen. The Weeknds Faible für den Sound der 80er tritt überall zutage, auch die durchlittenen 90er haben Spuren hinterlassen. Scheppernd pumpende Industrial-Sounds treffen auf klagende E-Gitarren. Seltsame Bilder steigen vor dem geistigen Auge hoch: Michael Jackson moonwalkt zu "In The Air Tonight" in einem Portishead-Remix, der "Blade Runner" absolviert einen Gastauftritt bei "Miami Vice", und mittenendrin schneidet einem The Weeknd das Herz mit dem dragierten Skalpell seiner Stimme in klitzekleine Würfel. Ohne jedes Erbarmen. Autsch. © Laut
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R&B - Erschienen am 25. November 2016 | Universal Republic Records

Hi-Res
Im Vorfeld zu "Starboy" wurde beeindruckende Promo aufgefahren. Zunächst das Video zum Titeltrack, in dem The Weeknd sein Altes Ich umbringt samt ikonischer Frisur. Mit feschem Kurzhaarschnitt und Daft Punk im Gepäck markiert er seine persönliche Zäsur. Der Clip zu "False Alarm" ließ den Atem stocken, zwei zusätzlich streambare Singles und der Kurzfilm "M A N I A" mit weiteren Hörproben schloss den Reigen an Appetitanregern ab. Auffällig dabei ist der durchgehende Stil der Visualisierungen: sinister, Neonlichter, Film noir der 80er Jahre. Abel trägt schwarze Lederjacken und Handschuhe und präsentiert sich als cooler, tougher Star, den alle lieben und dem keiner etwas anhaben kann. Er ist nicht mehr dieser verschüchterte Barde, der verkopften Neo-R'n'B produziert, sondern steht nun für etwas zugänglichere Hits. Erfreulich, dass visuelle und musikalische Ästhetik Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Meist dunkle Beatstrukturen, unüberhörbarer 80s-Einfluss, Balladen und Abels wunderbare Stimme bilden ein konsistentes Gerüst. "Party Monster" zeigt das sogleich, wenn bedrohliche Synthies seine Zeilen über Bettgeschichten und Drogen unterfüttern. Gegen Ende haucht Lana Del Rey mehrmals "Paranoid" ins Mikrophon, der Beat wird schwerer und verzerrter. Lana taucht ein zweites Mal im "Stargirl Interlude" auf und verführt mit einem verrucht-entrückten Vortrag, umrandet von einem wabernden Hintergrund und zärtlichem Ausfaden. Thematisch geht es um ein Schäferstündchen in der Küche. Sex spielt selbstverständlich eine tragende Rolle im Leben des Abel Tesfaye. "Rockin'" beschreibt eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen mit Deephouse-Synthies und Garage-House. Die Folgen eines One Night Stands hört man im funky-mitreißenden "A Lonely Night". Das "Ordinary Life" schildert etwas gefällig unter anderem einen Blowjob während einer Autofahrt. Frauen können das Leben aber auch erschweren, wenn man sie nicht frühzeitig durchschaut oder Abstand von ihnen nimmt. "False Alarm", das an "Thinkin' Bout You" von Frank Ocean erinnernde "Attention" und "Six Feet Under" warnen eindringlich vor Golddiggern. Persönliche Einblicke gestattet das tadellose "Sidewalks" mit einem saucoolen Riff und geschmeidigen Beat. The Weeknd singt über seine schwierigen Anfangstage, die er ohne einen Vater bestreiten musste. Ebenso unangenehme Zeiten hat Partner Kendrick Lamar hinter sich. Dessen Part überfordert den gemeinen Hörer mit haufenweise Anspielungen (unter anderem an Michael Jacksons "Say, Say, Say"), urplötzlichen Rhythmuswechseln und Veränderungen der Intonation. Da kommt man einfach nicht hinterher, bewundernswert und einmalig ist das trotzdem. Ein wahrlich gelungener Überraschungsgast ist Sam Smith, der urplötzlich mit seiner berühmten Falsett-Stimme über die Bridge croont. Die größte persönliche Veränderung The Weeknds ist seine Fähigkeit, zu lieben. Zu Zeiten von "The Trilogy" konnte er sich keinesfalls binden, Nähe war auch im "Kiss Land" nur bedingt möglich. Ein kleines Zugeständnis, dass eine langfristige Beziehung im Bereich des Möglichen liegt, fand bereits in "Beauty Behind The Madness" statt. In "Starboy" steckt die Botschaft: Ich bin bereit für eine tiefgehende Liebe, auch wenn es mich viel Kraft kostet. In "Love To Lay", einem der musikalisch schwächeren Tracks, vermittelt Abel, dass es nicht immer Sex sein muss, sondern dass auch das schlichte Nebeneinanderliegen erfüllend sein kann. Eine gewisse Distanz bewahrt er sich trotzdem in "All I Know", wenn er seiner Liebsten versichert, dass es Zeit braucht, bis er sich ihr vollständig öffnet. Futures Part fällt dazu gewohnt dope aus. Zudem interessiert Tesfaye der wahre Charakter einer Frau. Er möchte hinter die Fassade blicken. Das charmante "Secrets" mit New Wave-Sounds und funky Gitarren zitiert im Refrain den 80er-Hit "Talking In Your Sleep" von The Romantics, beim Outro "Pale Shelter" von Tears For Fears. Beide Hommagen betten sich butterweich in den Kontext ein. So entsteht einer der brillantesten Songs des Albums. "True Colors" ist die Vorzeige-R'n'B-Ballade: cheesy, aber berührend. Darin möchte Abel die echten Züge seiner Herzensdame sehen. Sein Vibrato und Falsett-Gesang erinnern dabei frappierend an Michael Jackson. All diese Emotionalität gipfelt in "Die For You". Abel hat diesen Song eine Woche vor Beendigung von "Starboy" geschrieben und behandelt die gescheiterte Beziehung mit dem Supermodel Bella Hadid. Das lässt ihn sehr leiden: "I'm scared that I'll miss you / Happens every time / I don't want this feelin' / I can't afford love / I try to find reason to pull us apart / It ain't workin' 'cause you're perfect / And I know that you're worth it / I can't walk away, oh!" Im Chorus behält er sie weiterhin in seinem Herzen und würde für sie alles tun. Ein herzzerreißendes Stück, das mit perfekt inszenierter Dramatik über die aufbauende Bridge in den explodierenden Refrain mündet. Und wie machen sich Daft Punk? Die beiden Franzosen verpassen dem Titeltrack eine schön düstere Note und zeigen sich im Endstück so süß wie noch nie zuvor: "I Feel It Coming" ist die zarteste Versuchung seit es French-House gibt. Mit einer riesigen Injektion Michael Jackson, 80er-Beat und funky Tunes generieren sie einen schmeichelnden Schluss für ein sehr rundes Album. Es klingt einfach immer sophisticated, wenn die Roboter der elektronischen Musik ans Mikrophon treten. Hinter "Starboy" steckt weitaus mehr als nur die Verarbeitung seines Ruhms, die Erfahrungen mit Frauen und schnellen Autos. The Weeknd ist ein gereifter, dennoch tief im Inneren sensibler Künstler, der selbstbewusst zwischen High Life und dem Verlangen nach Zweisamkeit erzählt und dies nicht zu knapp, ergötzen sich seine seelischen Einblicke doch über 70 Minuten lang. Dies ist auch der einzige Kritikpunkt, denn es schleichen sich mehrere mäßige Lieder ein, die das Album verwässern. Dennoch bleibt festzuhalten: Noch nie war R'n'B so verdammt cool! © Laut
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R&B - Erschienen am 30. März 2018 | Universal Republic Records

Abel Tesfaye scheint den Popstar ablegen zu wollen. Nachdem seiner ursprünglichen Durchbruchs-Trilogie eine Trilogie des massiven Erfolg unter zunehmender Identitäts-Verwirrung folgte, liefert "My Dear Melancholy" nun zwanzig Minuten anthrazitschwarze Slow Jams ab. Vorbei ist der "Starboy", vorbei sind die Michael Jackson-Coversongs, die neue EP von The Weeknd widmet sich wieder über sechs Titel dem Gefühl von emotional erkaltetem Sex in Torontos Afterhour. Natürlich ändert sich an den Lyrics fürs Erste wenig. Trennungen, Sex, Drogen und ekstatisches Nachtleben dominieren einmal mehr die unkonkreten Ausschweifungen über verflossene Liebschaften, die je nach Stimmung des Augenblicks zurückgewonnen werden sollen ("Try Me") oder sogar relativ deutlich an realen Ereignissen festgemacht werden. "Wasted Times" zum Beispiel scheint deutlich auf öffentlich bekannte Exfreundinnen wie Selena Gomez oder Bella Hadid anzuspielen. Nichts Herausragendes an dieser Front also, mancher Text fühlt sich entsprechend düster und melancholisch an, auch wenn besonders pointierte Formulierungen weder im Stile von "House Of Balloons" oder "Beauty Behind The Madness" zu finden sind. Am ehesten behält man wohl fragwürdige Momente wie "I hope you know this dick is still an option/ I'll take my time to learn how your body functions/" in Erinnerung. Aber wer sagt, dass es bei einem alternativen R'n'B-Dude wie Abel um die Lyrics geht, der hat vermutlich sowieso nie vorgehabt, eines seiner Projekte zu mögen. Die eigentliche Stärke dieser kurzen EP liegt nämlich in der musikalischen Komponente, in der The Weeknd sich wieder deutlicher an "Trilogy"-Zeiten annähert, ohne die frisch gewonnene Produktions-Großmacht ungenutzt zu lassen. Wenn auch keine Portishead-Samples mehr, kommt "My Dear Melancholy" zumindest wieder gut ohne Max Martin-Songwriting aus. Zwar setzen sich Frank Dukes und Skrillex für ein paar der polierteren Momente der Platte wie "Call Out My Name" oder "Privilege" an die Regler, während Mike Will Made It und Starrah für Trap-induzierte Percussions auf "Try Me" verantwortlich sind. Dennoch gerät der Grundton nie steril oder kommerziell. Besonders dreckig wird es, wenn sich Gesaffelstein, seines Zeichens ein Green Velvet-inspirierter französischer Produzent, der auch an "Yeezus" von Kanye West mitarbeiten durfte, mit dringenden Sirenen und schwerhufigen Bässen ein paar der rohesten und eindringlichsten Momente der EP liefert. Auch wenn das Produktions-Feature "Hurt You" mit Guy-Manuel de Homem-Christo von Daft Punk auf dem Papier spannender klingt, ist es besonders sein Soloflug "I Was Never There", der The Weeknd die größte Freiheit lässt, in pechschwarze menschliche Abgründe abzutauchen. "My Dear Melancholy" ist das Frühwerk von The Weeknd in 2018, ohne ausufernde Nostalgie, dafür mit ein paar erfrischenden Produktionskniffen. Und auch, wenn die ganz markanten Textzeilen und Produktionsexperimente ausbleiben, besticht das kurze Projekt mit einer Dunkelheit und Schwere, die nicht nur erdrückend glaubhaft, sondern auch unvermeidbar anziehend gerät. Für sechs Tracks wirft Abel hier all den Popstar-Schnickschnack über Bord und liefert Tracks, die vor allem für Fans erster Stunde eine erfrischende Rückkehr zu seiner deutlichsten Identität und Form darstellen dürften. © Laut
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R&B - Erschienen am 18. August 2011 | Universal Republic Records

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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Hi-Res
Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

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Auf seinem vierten Album After Hours, veröffentlicht im März 2020, schafft The Weeknd eine Balance zwischen dem Pop-Sound des Vorgängers Starboy (2016) und der düsteren Schwermut der EP My Dear Melancholy (2018). Die 14 Tracks bilden ein Konzeptalbum über Weeknds Flucht von Los Angeles Richtung Las Vegas, und sie lassen all die Themen wieder anklingen, die ihn bekannt gemacht haben - Autos, Frauen, der Ruhm, Tabletten. Es ist ein Album über ein Beziehungsende, und The Weeknd setzt auf einen Sound zwischen Trap und Achtziger-Pop, in dem sogar Anleihen bei Drum'n'Bass oder 2-Step Garage ihren Platz finden. Als Singles wurden "Heartless", "Blinding Lights" und "In Your Eyes" ausgekoppelt. Das Album kam in Amerika, England und zahlreichen anderen Ländern an die Spitze der Charts, in Deutschland stieg es auf Platz 5 ein. © TiVo
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Auf seinem vierten Album After Hours, veröffentlicht im März 2020, schafft The Weeknd eine Balance zwischen dem Pop-Sound des Vorgängers Starboy (2016) und der düsteren Schwermut der EP My Dear Melancholy (2018). Die 14 Tracks bilden ein Konzeptalbum über Weeknds Flucht von Los Angeles Richtung Las Vegas, und sie lassen all die Themen wieder anklingen, die ihn bekannt gemacht haben - Autos, Frauen, der Ruhm, Tabletten. Es ist ein Album über ein Beziehungsende, und The Weeknd setzt auf einen Sound zwischen Trap und Achtziger-Pop, in dem sogar Anleihen bei Drum'n'Bass oder 2-Step Garage ihren Platz finden. Als Singles wurden "Heartless", "Blinding Lights" und "In Your Eyes" ausgekoppelt. Das Album kam in Amerika, England und zahlreichen anderen Ländern an die Spitze der Charts, in Deutschland stieg es auf Platz 5 ein. © TiVo
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut