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R&B - Erschienen am 20. März 2020 | Republic Records

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Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

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Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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R&B - Erschienen am 23. April 2021 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 20. März 2020 | Republic Records

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Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut
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R&B - Erschienen am 20. März 2020 | Republic Records

Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut
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R&B - Erschienen am 20. März 2020 | Republic Records

Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Pop - Erschienen am 21. Mai 2020 | Republic Records

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Pop - Erschienen am 4. Dezember 2020 | Republic Records

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Pop - Erschienen am 29. November 2019 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 16. Oktober 2020 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

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Gerade meldet sich Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinem schon sehnsüchtig erwarteten, vierten Album zurück: After Hours geht wie schon seine Vorgängeralben durch Mark und Bein und ist dabei genauso raffiniert. Nach dem im Jahre 2016 erschienenen Starboy und der direkt darauf folgenden EP My Dear Melancholy machte der Hip-Hop-Sänger, der alle seine Veröffentlichungen in den oberen Chartplätzen landete, seine ersten Schritte als Schauspieler, und zwar mit einem Auftritt im Netflix-Thriller Uncut Gems mit Adam Sandler. Gerade deswegen liegt es wohl nahe, diese überraschende Figur auf dem Cover zu beschreiben, mit blutiger Nase, Lederhandschuhen und karminrotem Smoking. Außerdem taucht sie auch im Clip der Hit-Single Blinding Lights auf, die wegen der Synthesizereinschübe an Take On Me von A-Ha erinnert, an New Wave der 80er Jahre, aber auch an Synthwave Revival. „Ich gehe nicht gern außer Haus, das ist vielleicht keine gute Idee, aber so kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sehe mich gern als ein Arbeitstier, glaube ich, oder ich bin halt einfach ein Workaholic. Aber auch wenn ich nicht arbeite, arbeite ich doch auf die eine oder andere Art. Ich vermute, das lenkt mich von meiner Einsamkeit ab“, gibt der Kanadier zu. Zwar gibt es hier, ganz anders als auf Starboy, kein Featuring, dafür jedoch in Sachen Produktion nur das Feinste vom Feinsten: Metro Boomin beim Epilog Until I Bleed Out, Kevin Parker von Tame Impala in Repeat After Me (Interlude), den treuen Illangelo, den Vaporwave-Pionier Oneohtrix Point Never bei Scared to Live und sogar Max Martin (Taylor Swift, Britney Spears, Katy Perry) beim recht popigen Save Your Tears, sodass diese 14 Tracks zwischen Soul, R&B und Synthwave genau den richtig Ton treffen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut
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R&B - Erschienen am 23. April 2021 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 12. September 2020 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

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Auf seinem vierten Album After Hours, veröffentlicht im März 2020, schafft The Weeknd eine Balance zwischen dem Pop-Sound des Vorgängers Starboy (2016) und der düsteren Schwermut der EP My Dear Melancholy (2018). Die 14 Tracks bilden ein Konzeptalbum über Weeknds Flucht von Los Angeles Richtung Las Vegas, und sie lassen all die Themen wieder anklingen, die ihn bekannt gemacht haben - Autos, Frauen, der Ruhm, Tabletten. Es ist ein Album über ein Beziehungsende, und The Weeknd setzt auf einen Sound zwischen Trap und Achtziger-Pop, in dem sogar Anleihen bei Drum'n'Bass oder 2-Step Garage ihren Platz finden. Als Singles wurden "Heartless", "Blinding Lights" und "In Your Eyes" ausgekoppelt. Das Album kam in Amerika, England und zahlreichen anderen Ländern an die Spitze der Charts, in Deutschland stieg es auf Platz 5 ein. © TiVo
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Pop - Erschienen am 29. November 2019 | Republic Records

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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Auf seinem vierten Album After Hours, veröffentlicht im März 2020, schafft The Weeknd eine Balance zwischen dem Pop-Sound des Vorgängers Starboy (2016) und der düsteren Schwermut der EP My Dear Melancholy (2018). Die 14 Tracks bilden ein Konzeptalbum über Weeknds Flucht von Los Angeles Richtung Las Vegas, und sie lassen all die Themen wieder anklingen, die ihn bekannt gemacht haben - Autos, Frauen, der Ruhm, Tabletten. Es ist ein Album über ein Beziehungsende, und The Weeknd setzt auf einen Sound zwischen Trap und Achtziger-Pop, in dem sogar Anleihen bei Drum'n'Bass oder 2-Step Garage ihren Platz finden. Als Singles wurden "Heartless", "Blinding Lights" und "In Your Eyes" ausgekoppelt. Das Album kam in Amerika, England und zahlreichen anderen Ländern an die Spitze der Charts, in Deutschland stieg es auf Platz 5 ein. © TiVo
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R&B - Erschienen am 19. Februar 2020 | Republic Records

Es kommt einem Wunder gleich, dass wir das noch einmal erleben dürfen. In Zeiten loser Singles, Spotify-Playlists und schnell vergänglicher TikTok-Hits beschenkt uns ein kanadischer R'n'B-Star mit einem Relikt aus der Vergangenheit: "After Hours" ist ein Konzeptalbum! Sogar eines, das erstaunlich gut funktioniert. Features? Fehlanzeige. The Weeknd braucht für seine Vision nur sich selbst. Das ist der Qualität absolut nicht abträglich. Wenn man sich die Videos zu den drei Vorabsingles angeschaut hat, ahnte man bereits, dass er etwas Größeres im Schilde führt, spielen sie doch alle im selben Szenario. Die Ausgangssituation: Abel verließ seine Heimatstadt Toronto gen Los Angeles, um als Musiker den Durchbruch zu schaffen. Nachdem er als "Starboy" in den Pop-Olymp aufgestiegen ist, nagt L.A. sichtlich an ihm. Innere Konflikte, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Schuldeingeständnisse sowie diverse Drogen bestimmen seine Welt. Das manifestierte sich schon zu Teilen in seiner EP "My Dear Melancholy". Er sehnt sich nach seinem Zufluchtsort Las Vegas. Die ersten sechs Songs porträtieren ruhig und sphärisch diese düstere Reise. Den Anfang macht "Alone Again" mit flirrenden Synthies, tiefen Drums und Bässen, gefolgt von "Too Late", das mit dem Sound des UK Garage an "Wasted Times" erinnert. Beim verträumten "Hardest To Love" denkt man zunächst an 070 Shakes "Guilty Conscience", was jedoch schnell in Liquid Drum'n'Bass übergeht. Es beinhaltet zudem einen wunderschönen Refrain. Daran schließt die gelungene 80s-Ballade "Scared To Live" an, die zum eng umschlungenen Schwof unter der Discokugel einlädt. "Snowchild" spielt mit verschiedenen Metaebenen, es geht um den Schnee aus dem kalten Kanada wie auch um Kokain. Leider klaffen hier die lyrischen Ansprüche auseinander: Gewährt uns The Weeknd in der ersten Strophe noch Einblicke in seine schwierige Jugendzeit, schwadroniert er in der zweiten über nicht glücklich machenden Reichtum, nervende Paparazzi, Patrick Swayze und leichte Mädchen. Das packt er auch noch in Fremdscham evozierende Zeilen: "She like my futuristic sounds in the new spaceship / Futuristic sex, give her Philip K dick." Uff, schwere Kost. Das etwas tranige "Escape From LA" spannt den Bogen zum nächsten Kapitel der Story und klingt sanft aus. Ab hier nimmt das Album an Fahrt auf und ist größtenteils in Synthiepop der 80er getränkt. The Weeknd ist in Las Vegas angekommen und lässt die Sau raus, hörbar im frenetischen "Heartless". "Faith" spiegelt seine innere Zerrissenheit und den Kampf gegen sich wieder, musikalisch gekonnt im drückenden Darksynth verortet. Abel verliert schließlich die Kontrolle und bekommt Probleme mit den Gesetzeshütern, wie verhuschte Sirenen und elegische Ambient-Sounds suggerieren. The show must go on, in der Stadt der Sünde, und Abel beschert uns schon jetzt einen der größten Hits des Jahres. "Blinding Lights" fräst sich dank heller Synthies à la A-ha und Uptempo in den Gehörgang. In ähnlichem Fahrwasser schwimmt "In Your Eyes", das noch mehr in Richtung Romantik samt angenehm kitschigen Saxophon-Solo drückt. Das Niveau hält "Save Your Tears" aber nicht: ein dröger und viel zu einfach gestalteter Popsong. Das Interlude "Repeat After Me" läutet den letzten Abschnitt von Abels Reise ein. Der Beginn könnte glatt von Kanye West stammen, mit seinem Stampfbeat und den gedämpften, unverständlichen Lyrics. Jedoch schwenkt es dann in ungreifbare Sphären und mäandernde Melodien, dank Tame Impalas Produktion in den nächsten Song. Der Titeltrack setzt ein, ohne Zweifel das Glanzstück auf "After Hours". Abel singt im Halb-Falsett über Weh und Kummer aufgrund eines gebrochenen Herzens, das inszenatorisch mit einem schüchternen Kickloop und vibrierenden Synthies beginnt und ab der Mitte mit flottem Beat voran geht. Die Grundstimmung bleibt sinister, die Spannung flacht dank Rhythmus- und Melodiewechsel nicht ab. Das Ende ist zutiefst melancholisch und einnehmend: das klarste Bekenntnis an seine "Trilogy"-Zeit. Kleine Randnotiz: Der völlig in Vergessenheit geratene Mario Winans, Ex-Puff Daddy-Protegé, war an der Produktion und am Text beteiligt. Das Outro "Until I Bleed Out" zeigt einen emotional wie physisch entkräfteten Star, der durch den bewusst strukturlosen Song stolpert. Aufgrund immer weiter verzerrender Chiptune-Kaskaden befindet er sich genau dort, wo er am Anfang war. Las Vegas bietet nicht die erhoffte Lösung, der Kanadier bleibt weiterhin ein Gefangener seiner inneren Dämonen. "After Hours" ist The Weeknds bisher kohärentestes Album. Es verfolgt einen roten Faden, enthält einen dramaturgischen Unterbau, ist stringent produziert und zeigt, dass ein Konzeptalbum anno 2020 immer noch funktioniert. Alleine dafür gebührt ihm der größte Respekt. Zugute kommt ihm der Verzicht auf jegliches Features, nur hinter den Reglern holt er sich tatkräftige Unterstützung. "After Hours" dokumentiert eindrucksvoll Abels finstere Reise durch seine seelische Marter. © Laut