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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Mai 2019 | 4AD

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Dieses achte Album von The National ist deswegen etwas Besonderes, weil sich nunmehr ein paar kleine, willkommene Sandkörner ins gut geölte Getriebe der amerikanischen Gruppe geschlichen haben, allein schon mit der Präsenz zahlreicher Sängerinnen, die dem Leader Matt Berninger bei den meisten Titeln zur Seite stehen. Besonders bemerkenswert ist die Präsentation von (David Bowies Bassistin) Gail Ann Dorsey in You Had Your Soul With You, sowie die ganz besonders leidenschaftlichen Interpretationen von Lisa Hannigan und Mina Tindle in So Far So Fast bzw. im herzergreifenden Oblivions. Warum gibt es aber plötzlich Frauen in der ausschließlich aus Männern bestehenden Gruppe? Das Album entstand nämlich, nachdem der Filmemacher Mike Mills der Gruppe The National den Vorschlag gemacht hatte, seinen etwa 30-minütigen Film I Am Easy to find, der zufällig eine Frau porträtiert, mit Songs zu untermalen. Der visuelle Zusammenhang hat also den geschäftigen Pop-Betrieb der Gruppe aus Brooklyn auf den Kopf gestellt. Übrigens ist dabei anzumerken, dass ab und an Anspielungen auf bestimmte Kinoklassiker gemacht werden, insbesondere auf William Wylers Roman Holiday (1953). Aber abgesehen von diesen Neuigkeiten in Bezug auf Kino und Frauen können die Fans von The National wie immer mit der gleichen legendären Melancholie der Gruppe sowohl in den Texten als auch in der Musik rechnen. Insbesondere sind dramatische Klangteppiche der Streicher in allen Titeln zu hören (einzige Ausnahme: in Where Is Her Head spielen die Violinen staccato) sowie ein regelmäßig wiederkehrendes, introspektives Klavierspiel (insbesondere im wunderschönen Light Years). Bryan Devendorfs einzigartige Rhythmen erzeugen einen besonderen Kontrast, da sie mal griffige und ruckweise (Rylan, The Pull of You) und dann wieder ganz feinfühlige Elemente (Hairpin Turns, I Am Easy to Find) mit sich bringen. © Nicolas Magenham/Qobuz  
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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. September 2017 | 4AD

Hi-Res
Eigentlich schlagen sie nicht gar so viel Lärm. In den Lautsprechern der Supermärkte oder auf den Flughäfen ist ihre Musik nicht zu hören. Trotzdem ist The National nunmehr eine respektable Band geworden. Respektabel, weil sie es schafft, im Handumdrehen große Konzertsäle, ja sogar Stadien zu füllen. Vor allem machen sie weiterhin Indie Rock, wobei sie sich gleichzeitig ziemlich klassische, melodische Strukturen erlauben, ohne je zu sehr ein angepasstes Spektakel zu machen. Matt Berninger sowie Aaron und Bryce Dessner, Bryan und Scott Devendorf, seine zwei Brüderpaare, sind weniger abenteuerlich als Radiohead und verwenden ihre recht persönlichen, sogar recht originellen Ideen einzig und allein für ihre Songs, und wirklich nur für ihre Songs. So sind auf diesem Sleep Well Beast verbindende und experimentelle Elemente perfekt aufeinander abgestimmt, wodurch die ohne schon perfekten Kompositionen noch schöner werden. Wie so oft bei The National wird man nicht einfach durch bloßes Hinhören von den schlagkräftigen Stücken überwältigt. Und dieses siebte Album der New Yorker beweist es einmal mehr. Man muss sich Zeit nehmen, jede Phrase und jeden instrumentalen Effekt genau abzuwägen. Erst dann kann man einen Blick ins Innere werfen und seine Schönheit wahrnehmen. © CM/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. November 2010 | 4AD

Hi-Res
Schon Berningers tiefer Bariton sorgt mit seinen schwer ergründlichen Texten für stete Gänsehaut und unmissverständlichen Wiedererkennungswert: "With my kid on my shoulders I try, not to hurt anybody I like" beispielsweise singt er in "Afraid Of Everyone" zusammen mit Sufjan Stevens am Harmonium. Mit einem Chor aus "Ooohs", der einen erschauern lässt, und einer sich stets verdichtenden, aber trotzdem irgendwie befreienden Atmosphäre gehört dieser Track mit zum Besten, was The National je produziert haben. Die von Ohio nach New York gezogenen The National kamen nicht in den "Genuss" plötzlichen und schnellen Erfolges. Die zwei Brüderpaare um Sänger Matt Berninger haben hart dafür gearbeitet, sich Gehör zu verschaffen. Ihre Entwicklung erinnert an eine Efeupflanze, die langsam aber stetig aus der düsteren Seitengasse Brooklyns die Wände aus Backstein emporwächst, um schließlich das ganze Haus majestätisch und sichtbar zu umwachsen. Jetzt, zehn Jahre nach ihrer Gründung, präsentieren die mittlerweile knapp 40-Jährigen mit "High Violet" die Krönung dieses harten, stets von Melancholie geprägten Schaffens. Das Album ist jedoch nicht die Fortsetzung, sondern eine Weiterentwicklung des Sounds, den The National mit "Boxer" zum Durchbruch verhalf. Zwar lässt sich einem der Sinn Berningers Zeilen nie gänzlich erklären, doch hat man trotzdem stets das Gefühl zu wissen, was er damit aussagen möchte. Texte wie "I was carried to Ohio in a swarm of bees, I never married, but Ohio don't remember me ("Bloodbuzz Ohio") beispielsweise lassen eine unendliche Anzahl an Interpretationen zu. Genau so, wie geniales Songwriting - ohne plakativ zu wirken - eigentlich sein sollte. Ein ungeübtes (oder unkonzentriertes) Ohr würde "High Violet" schnell als repetitiv und limitiert abstempeln. Tatsächlich ist es vor allem Berningers Stimme, die in ihrer beschränkten Reichweite die Grenze vorschreibt. The National kreieren um dieses Gerüst aus Berningers Bariton aber eine solch variationsreiche Klanglandschaft, dass von Limitiertheit überhaupt nicht die Rede sein kann. Bryan Devendorfs tight-vertrackten Rhythmen sind auch auf "High Violet" ein definierendes Merkmal: jeder Schlag aufs Hi-Hat, jeder Beat mit der Bass-Drum ist genaustens kalkuliert, perfekt getimt und stellt gerade dadurch ein Statement in sich selbst dar. Man höre sich nur einmal seine Drum-Arbeit auf dem fantastischen "Little Faith" an. Die subtilen Klangvariationen und enorm detailreiche Instrumentierung machen dieses Album alles andere als langweilig. Der Einsatz von Piano, beinahe einem Orchester von Geigen, Celli und Blasinstrumenten, sphärischen Gitarrenwänden und Synthesizern könnte schnell zu einer Überladung an Klängen führen. Auf "High Violet" drängen sie sich jedoch niemals in den Vordergrund, sondern verleihen dem Album gerade durch ihre Zurückhaltung eine elegante Schönheit. Es sind diese speziellen, kleinen Momente, die meine Begeisterung für dieses Album mit jedem Durchlauf in neue Höhen treiben. Etwa, wenn Berninger während "Lemonworld" Luft holt für die Zeilen "You and your sister live in a lemonworld, I wanna sit in and die" und sich dies wie ein tieftrauriges Seufzen anhört. Oder die zwei wiederkehrenden, wehmütigen Anschläge auf der Gitarre bei "Afraid Of Everyone", das geniale Einsetzen der Bass-Drum am Ende des Satzes "Sorrow found me when I was young" ("Sorrow"): die Liste könnte ich endlos weiterführen. Selten evozieren Lieder solch beklemmende Gefühle von Isolation, Existenzängsten und Befremdung und strahlen dennoch eine solch unbeschreiblich majestätische Schönheit aus. The National gelingt dies auf "High Violet" mit jedem Song. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Mai 2007 | Beggars Banquet

"Das lag alles außerhalb unserer Kontrolle und es war schön zu sehen, dass die Leute nun endlich zuhörten und einen Zugang dazu fanden. Es ist eben eine Platte, die einen nicht sofort gefangen nimmt". Das sagt Matt Berninger, Frontmann und Sänger von The National, zu der dritten und bisher erfolgreichsten Platte "Alligator". Genau dasselbe könnte er auch über die neue Platte "Boxer" sagen. In jedem Fall ist es ein Album, das man mehrmals hören muss, um den Knackpunkt zu erkennen. Zunächst scheinen die zwölf Lieder alle sehr ähnlich und vielleicht sogar etwas eintönig, was durch den relativ durchgängigen Rhythmus noch verstärkt wird. Hört man aber genauer hin und lässt sich intensiver auf die einzelnen Lieder ein, entdeckt man kleine Highlights, die jeden Songs zu etwas Besonderem machen. So kann man zum Beispiel bei der Anfangssequenz von "Squalor Victoria" deutlich die Violinen und einen Kontrabass heraushören, die Gänsehaut verleihen. Generell bedienen sich The National gerne im Repertoire eines klassischen Orchesters. Oft hört man Violinen oder auch Bläser. Immer mal wieder klingt ein Klavier durch. Die Instrumentierung ist ein Grund dafür, dass ich The National nicht einfach als Indierock-Band bezeichnen würde. Dafür hat ihre Musik zu viele Jazz- und auch klassische Elemente. Gute Beispiele hierfür sind die Lieder "Ada" und "Gospel", die so sanft sind, dass man beinahe einschläft und von einer besseren Welt träumt. Sicherlich eines der stärksten und druckvollsten Stücke ist "Mistaken For Strangers". Die Drums spürt man bei entsprechender Lautstärke direkt in der Magengegend und die Gitarrenriffs geben ihren Teil dazu. Ein Song, der wirklich durch und durch geht. Hervorzuheben ist auch Matt Berningers Stimme. Sie hat in jedem Fall Wiedererkennungswert und ist eine der derzeit stärksten in der Indie-Szene. Sie erinnert ein bisschen an die dunkle Samtstimme von Tom Waits und bildet zusammen mit den Streichern und den Pianoklängen mancher Lieder eine unschlagbare Kombination. Ganz genau hinhören muss man auch, wenn man den Texten lauschen will. Viele Wortspiele und exzentrische Metaphern bestimmen hier das Bild. Auch sie machen es nicht gerade einfacher, die Musik der New Yorker zu verstehen. Wer von diesem Album etwas völlig Neues und Innovatives erwartet, wird enttäuscht. Musikalisch und auch textlich lehnt es sich sehr an seinen Vorgänger an. Aber genau weil es seinem Vorgänger sehr ähnlich ist, muss man "Boxer" Zeit geben, anzukommen. Die Plattenfirma sagt hierzu nur: "Boxer ist wie ein guter Wein, der reifen will, ja sogar muss, um seinen Geschmack zu entwickeln". Dem stimme ich vollkommen zu. Etwas Geduld beim Hören und man kann etwas ganz Besonderes genießen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Juli 2018 | 4AD

Hi-Res
Die im Jahre 1999 in Ohio gegründete Gruppe The National besteht aus Matt Berninger und den beiden Brüderpaaren Dessner und Devendorf. 2007 brachten sie eines ihrer bedeutendsten Alben heraus, das zugleich ihr viertes war: Boxer. Elf Jahre später kommen sie mit diesem Live-Album in Brüssel heraus, auf dem sie sämtliche Songs der Platte spielen. Ursprünglich war vorgesehen, diesen Mitschnitt nur als Vinylplatte beim Record Store Day anzubieten. Wegen der starken Nachfrage entschlossen sich The National jedoch auch für ein offizielles Release. Sie bleiben der ersten Version treu und wählen auch fast dieselbe Covergestaltung, auf der ein Foto von ihnen auf der Bühne mit der Hochzeitsszenerie des Produzenten Peter Katis zu sehen ist. Das Quintett bietet hier eine von A bis Z perfekte Darbietung für ein treues und reaktionsfreudiges Publikum. Der Opener ist Fake Empire. Eine kleine musikalische Heldentat, deren Strukturlosigkeit wir besonders schätzen, vor allem wenn die auf den Keyboards gespielte Popmelodie im Offbeat Assoziationen mit Berningers Stimme auslöst. Bei Brainy liegt die Alchemie dieser Perfektionisten klar auf der Hand, wenn Gitarren, Bässe und Drums harmonisch in einer Art musikalischen Diskussion interagieren. Bis zum letzten Titel Gospel wirkt es irgendwie hypnotisierend und verzaubernd, vor allem durch den Kontrast zwischen diesem dunklen Timbre und der unbeschwerten, lebhaften Melodie. © Anna Coluthe/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Mai 2013 | 4AD

"I'm under the gun again", klagt The National-Sänger Matt Berninger im neuen Track "I Need My Girl". Vielleicht half diese Zeile der Band beim Verarbeiten der Erwartungen an sich selbst. Der Vorgänger "High Violet" verkaufte sich schließlich 600.000 Mal. Dennoch gaben sich die New Yorker vor dem Release ihres neuen Werks gelassen. Man müsse sich nicht länger beweisen, meint Berninger. Damit hat er recht, The National hätten im Jahr 2013 wohl auch ein mittelgutes Album abliefern können und wären trotzdem gefeiert worden. Doch "Trouble Will Find Me" positioniert sich spielend locker auf Augenhöhe mit den Glanzmomenten der Band-Vergangenheit. Der nahezu warme, versöhnliche Sound des Vorab-Tracks "Demons" ließ das erahnen – und doch sind es genau diese dreieinhalb Minuten, die noch an die vorigen Alben erinnern. Bereits der Opener "I Should Live In Salt" stellt die dezente Überlegung an, orchestrale Elemente wie Streicher und Bläser im Hintergrund zu belassen und durch gläserne Synth-Sounds an selber Stelle zu imitieren. Über die gesamte Spieldauer vertiefen die Musiker diese Praxis, gerade in den Momenten gegen Ende eines Songs, in denen der Eis-Mantel um die fünf Bandmitglieder bricht, ihre Silhouetten zu einem einzigen, fesselnden Musik-Genius verschmelzen. Offensichtliche Trauer kleidet die subtile Schönheit – das war schon immer das Rezept der Band und konsequent verfolgt sie es weiter. Sei es im ersten Melancholie-Höhepunkt, der Ballade "Fireproof", in der Berninger zum ersten Mal die fragil-verzweifelte Seite seiner Stimme anklingen lässt. Oder im ersten etwas aufwühlenden (Ist das noch Indie-Rock?)-Track "Sea Of Love". Jedenfalls gibt es raue Gitarren und pochend-präzises Drumming von Trommel-Künstler Bryan Devendorf auf die Ohren: "Hey Joe, sorry I hurt you, but they say love is a virtue, don't they?" Das berührt und hat ein ums andere Mal einen griffigen, weil repetitiven Song-Part zu bieten. Vergeblich wünscht man sich an diesen Stellen, dass Bryce Dessner und seine Lead-Gitarre einfach weiter ausbrechen, den Pfad des Unkonventionellen weiter beschreiten. Auch Matt Berninger schreit bei Konzerten seine ergreifenden lyrischen Botschaften oft geradewegs heraus. Neuerdings produzieren The National weitaus glatter. Die emotionale Intensität der Platte leidet jedoch zu keiner Zeit darunter. Zum Einen liegt das schlicht am Songwriting: Balladen wie "Heavenfaced" packen einfach, steigen tief hinab in die dunkle Seelenlandschaft der Hörer. Gleichzeitig erleichtern die vielen hymnenhaften Stellen auf "Trouble Will Find Me" den Zugang. Zum anderen lassen sich The National im Jahr 2013 kaum noch vergleichen oder einordnen - nährt sich ihr Stil im Endeffekt immer aus sich selbst. The National vergolden die eigenen Referenzen vergangener Alben. Während vielen Bands genau das zum Verhängnis wurde, nutzt Songwriter Aaron Dessner diesen schmalen Grat, als wäre er eine mehrspurige Straße: "This Is The Last Time", das mit mürrischer Gitarre und Gesang beginnt, sich schließlich in die absolute Emotion steigert, weckt das Gefühl des "Cardinal Song" vom 2003er-Album "Sad Songs For Dirty Lovers". Das Reim-Monster "Graceless" mit seiner Post-Punk-Attitüde, dunklem Bass und gruseliger Gitarre wirkt hingegen wie eine Fortentwicklung des Stücks "Available" vom selben Langspieler. Folglich ist klar, dass der heimliche Höhepunkt des Albums nicht einfach so in die wohlige Atmosphäre platzt. Schwebende Klänge und Erzähler Berninger leiten "Humiliation" ein: Im Ernst, diesem blauäugigen Typen würde man einfach jedes Märchen abkaufen! Allein für seine Artikulation und den Teint seiner Stimme. Nun hat Berninger glücklicherweise immer etwas Geniales zu erzählen, schwankt stets zwischen Intellektuellen-Stories über Alkohol und Mädchen und Zynismus. So versetzt der Song schnell in Trance, in Träume von einer besseren Welt, in der man ein Leben lang The National zuhören darf. Berninger trifft es auf den Punkt: "Tunnelvision lights my way." Dass Größen wie Richard Reed Parry, Sufjan Stevens und Annie Clark Freunde der Band sind und auf dem Album mitwirken, zeugt davon, dass The National inzwischen zur Indie-Institution herangewachsen sind. Die Anfangs-Vierziger haben sich ihren Szene-Status auch hart erarbeitet – und ihn mit "Trouble Will Find Me" einmal mehr beklemmend großartig untermauert. "High Violet" bleibt als Meisterwerk also nicht allein. "Trouble Will Find Me" wird die Band ihren Melancholie-Marsch über den Globus munter fortsetzen. Frei nach Matt Berninger in "This Is The Last Time": "The National, baby, you left me sad and high." © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Mai 2013 | 4AD

Hi-Res
"I'm under the gun again", klagt The National-Sänger Matt Berninger im neuen Track "I Need My Girl". Vielleicht half diese Zeile der Band beim Verarbeiten der Erwartungen an sich selbst. Der Vorgänger "High Violet" verkaufte sich schließlich 600.000 Mal. Dennoch gaben sich die New Yorker vor dem Release ihres neuen Werks gelassen. Man müsse sich nicht länger beweisen, meint Berninger. Damit hat er recht, The National hätten im Jahr 2013 wohl auch ein mittelgutes Album abliefern können und wären trotzdem gefeiert worden. Doch "Trouble Will Find Me" positioniert sich spielend locker auf Augenhöhe mit den Glanzmomenten der Band-Vergangenheit. Der nahezu warme, versöhnliche Sound des Vorab-Tracks "Demons" ließ das erahnen – und doch sind es genau diese dreieinhalb Minuten, die noch an die vorigen Alben erinnern. Bereits der Opener "I Should Live In Salt" stellt die dezente Überlegung an, orchestrale Elemente wie Streicher und Bläser im Hintergrund zu belassen und durch gläserne Synth-Sounds an selber Stelle zu imitieren. Über die gesamte Spieldauer vertiefen die Musiker diese Praxis, gerade in den Momenten gegen Ende eines Songs, in denen der Eis-Mantel um die fünf Bandmitglieder bricht, ihre Silhouetten zu einem einzigen, fesselnden Musik-Genius verschmelzen. Offensichtliche Trauer kleidet die subtile Schönheit – das war schon immer das Rezept der Band und konsequent verfolgt sie es weiter. Sei es im ersten Melancholie-Höhepunkt, der Ballade "Fireproof", in der Berninger zum ersten Mal die fragil-verzweifelte Seite seiner Stimme anklingen lässt. Oder im ersten etwas aufwühlenden (Ist das noch Indie-Rock?)-Track "Sea Of Love". Jedenfalls gibt es raue Gitarren und pochend-präzises Drumming von Trommel-Künstler Bryan Devendorf auf die Ohren: "Hey Joe, sorry I hurt you, but they say love is a virtue, don't they?" Das berührt und hat ein ums andere Mal einen griffigen, weil repetitiven Song-Part zu bieten. Vergeblich wünscht man sich an diesen Stellen, dass Bryce Dessner und seine Lead-Gitarre einfach weiter ausbrechen, den Pfad des Unkonventionellen weiter beschreiten. Auch Matt Berninger schreit bei Konzerten seine ergreifenden lyrischen Botschaften oft geradewegs heraus. Neuerdings produzieren The National weitaus glatter. Die emotionale Intensität der Platte leidet jedoch zu keiner Zeit darunter. Zum Einen liegt das schlicht am Songwriting: Balladen wie "Heavenfaced" packen einfach, steigen tief hinab in die dunkle Seelenlandschaft der Hörer. Gleichzeitig erleichtern die vielen hymnenhaften Stellen auf "Trouble Will Find Me" den Zugang. Zum anderen lassen sich The National im Jahr 2013 kaum noch vergleichen oder einordnen - nährt sich ihr Stil im Endeffekt immer aus sich selbst. The National vergolden die eigenen Referenzen vergangener Alben. Während vielen Bands genau das zum Verhängnis wurde, nutzt Songwriter Aaron Dessner diesen schmalen Grat, als wäre er eine mehrspurige Straße: "This Is The Last Time", das mit mürrischer Gitarre und Gesang beginnt, sich schließlich in die absolute Emotion steigert, weckt das Gefühl des "Cardinal Song" vom 2003er-Album "Sad Songs For Dirty Lovers". Das Reim-Monster "Graceless" mit seiner Post-Punk-Attitüde, dunklem Bass und gruseliger Gitarre wirkt hingegen wie eine Fortentwicklung des Stücks "Available" vom selben Langspieler. Folglich ist klar, dass der heimliche Höhepunkt des Albums nicht einfach so in die wohlige Atmosphäre platzt. Schwebende Klänge und Erzähler Berninger leiten "Humiliation" ein: Im Ernst, diesem blauäugigen Typen würde man einfach jedes Märchen abkaufen! Allein für seine Artikulation und den Teint seiner Stimme. Nun hat Berninger glücklicherweise immer etwas Geniales zu erzählen, schwankt stets zwischen Intellektuellen-Stories über Alkohol und Mädchen und Zynismus. So versetzt der Song schnell in Trance, in Träume von einer besseren Welt, in der man ein Leben lang The National zuhören darf. Berninger trifft es auf den Punkt: "Tunnelvision lights my way." Dass Größen wie Richard Reed Parry, Sufjan Stevens und Annie Clark Freunde der Band sind und auf dem Album mitwirken, zeugt davon, dass The National inzwischen zur Indie-Institution herangewachsen sind. Die Anfangs-Vierziger haben sich ihren Szene-Status auch hart erarbeitet – und ihn mit "Trouble Will Find Me" einmal mehr beklemmend großartig untermauert. "High Violet" bleibt als Meisterwerk also nicht allein. "Trouble Will Find Me" wird die Band ihren Melancholie-Marsch über den Globus munter fortsetzen. Frei nach Matt Berninger in "This Is The Last Time": "The National, baby, you left me sad and high." © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. April 2005 | Beggars Banquet

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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. September 2017 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 10. Mai 2010 | 4AD

Schon Berningers tiefer Bariton sorgt mit seinen schwer ergründlichen Texten für stete Gänsehaut und unmissverständlichen Wiedererkennungswert: "With my kid on my shoulders I try, not to hurt anybody I like" beispielsweise singt er in "Afraid Of Everyone" zusammen mit Sufjan Stevens am Harmonium. Mit einem Chor aus "Ooohs", der einen erschauern lässt, und einer sich stets verdichtenden, aber trotzdem irgendwie befreienden Atmosphäre gehört dieser Track mit zum Besten, was The National je produziert haben. Die von Ohio nach New York gezogenen The National kamen nicht in den "Genuss" plötzlichen und schnellen Erfolges. Die zwei Brüderpaare um Sänger Matt Berninger haben hart dafür gearbeitet, sich Gehör zu verschaffen. Ihre Entwicklung erinnert an eine Efeupflanze, die langsam aber stetig aus der düsteren Seitengasse Brooklyns die Wände aus Backstein emporwächst, um schließlich das ganze Haus majestätisch und sichtbar zu umwachsen. Jetzt, zehn Jahre nach ihrer Gründung, präsentieren die mittlerweile knapp 40-Jährigen mit "High Violet" die Krönung dieses harten, stets von Melancholie geprägten Schaffens. Das Album ist jedoch nicht die Fortsetzung, sondern eine Weiterentwicklung des Sounds, den The National mit "Boxer" zum Durchbruch verhalf. Zwar lässt sich einem der Sinn Berningers Zeilen nie gänzlich erklären, doch hat man trotzdem stets das Gefühl zu wissen, was er damit aussagen möchte. Texte wie "I was carried to Ohio in a swarm of bees, I never married, but Ohio don't remember me ("Bloodbuzz Ohio") beispielsweise lassen eine unendliche Anzahl an Interpretationen zu. Genau so, wie geniales Songwriting - ohne plakativ zu wirken - eigentlich sein sollte. Ein ungeübtes (oder unkonzentriertes) Ohr würde "High Violet" schnell als repetitiv und limitiert abstempeln. Tatsächlich ist es vor allem Berningers Stimme, die in ihrer beschränkten Reichweite die Grenze vorschreibt. The National kreieren um dieses Gerüst aus Berningers Bariton aber eine solch variationsreiche Klanglandschaft, dass von Limitiertheit überhaupt nicht die Rede sein kann. Bryan Devendorfs tight-vertrackten Rhythmen sind auch auf "High Violet" ein definierendes Merkmal: jeder Schlag aufs Hi-Hat, jeder Beat mit der Bass-Drum ist genaustens kalkuliert, perfekt getimt und stellt gerade dadurch ein Statement in sich selbst dar. Man höre sich nur einmal seine Drum-Arbeit auf dem fantastischen "Little Faith" an. Die subtilen Klangvariationen und enorm detailreiche Instrumentierung machen dieses Album alles andere als langweilig. Der Einsatz von Piano, beinahe einem Orchester von Geigen, Celli und Blasinstrumenten, sphärischen Gitarrenwänden und Synthesizern könnte schnell zu einer Überladung an Klängen führen. Auf "High Violet" drängen sie sich jedoch niemals in den Vordergrund, sondern verleihen dem Album gerade durch ihre Zurückhaltung eine elegante Schönheit. Es sind diese speziellen, kleinen Momente, die meine Begeisterung für dieses Album mit jedem Durchlauf in neue Höhen treiben. Etwa, wenn Berninger während "Lemonworld" Luft holt für die Zeilen "You and your sister live in a lemonworld, I wanna sit in and die" und sich dies wie ein tieftrauriges Seufzen anhört. Oder die zwei wiederkehrenden, wehmütigen Anschläge auf der Gitarre bei "Afraid Of Everyone", das geniale Einsetzen der Bass-Drum am Ende des Satzes "Sorrow found me when I was young" ("Sorrow"): die Liste könnte ich endlos weiterführen. Selten evozieren Lieder solch beklemmende Gefühle von Isolation, Existenzängsten und Befremdung und strahlen dennoch eine solch unbeschreiblich majestätische Schönheit aus. The National gelingt dies auf "High Violet" mit jedem Song. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Mai 2019 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. September 2003 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Juli 2004 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Juli 2001 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Juli 2004 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Mai 2008 | Beggars Banquet

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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Juli 2018 | 4AD

Die im Jahre 1999 in Ohio gegründete Gruppe The National besteht aus Matt Berninger und den beiden Brüderpaaren Dessner und Devendorf. 2007 brachten sie eines ihrer bedeutendsten Alben heraus, das zugleich ihr viertes war: Boxer. Elf Jahre später kommen sie mit diesem Live-Album in Brüssel heraus, auf dem sie sämtliche Songs der Platte spielen. Ursprünglich war vorgesehen, diesen Mitschnitt nur als Vinylplatte beim Record Store Day anzubieten. Wegen der starken Nachfrage entschlossen sich The National jedoch auch für ein offizielles Release. Sie bleiben der ersten Version treu und wählen auch fast dieselbe Covergestaltung, auf der ein Foto von ihnen auf der Bühne mit der Hochzeitsszenerie des Produzenten Peter Katis zu sehen ist. Das Quintett bietet hier eine von A bis Z perfekte Darbietung für ein treues und reaktionsfreudiges Publikum. Der Opener ist Fake Empire. Eine kleine musikalische Heldentat, deren Strukturlosigkeit wir besonders schätzen, vor allem wenn die auf den Keyboards gespielte Popmelodie im Offbeat Assoziationen mit Berningers Stimme auslöst. Bei Brainy liegt die Alchemie dieser Perfektionisten klar auf der Hand, wenn Gitarren, Bässe und Drums harmonisch in einer Art musikalischen Diskussion interagieren. Bis zum letzten Titel Gospel wirkt es irgendwie hypnotisierend und verzaubernd, vor allem durch den Kontrast zwischen diesem dunklen Timbre und der unbeschwerten, lebhaften Melodie. © Anna Coluthe/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. Mai 2013 | 4AD

"I'm under the gun again", klagt The National-Sänger Matt Berninger im neuen Track "I Need My Girl". Vielleicht half diese Zeile der Band beim Verarbeiten der Erwartungen an sich selbst. Der Vorgänger "High Violet" verkaufte sich schließlich 600.000 Mal. Dennoch gaben sich die New Yorker vor dem Release ihres neuen Werks gelassen. Man müsse sich nicht länger beweisen, meint Berninger. Damit hat er recht, The National hätten im Jahr 2013 wohl auch ein mittelgutes Album abliefern können und wären trotzdem gefeiert worden. Doch "Trouble Will Find Me" positioniert sich spielend locker auf Augenhöhe mit den Glanzmomenten der Band-Vergangenheit. Der nahezu warme, versöhnliche Sound des Vorab-Tracks "Demons" ließ das erahnen – und doch sind es genau diese dreieinhalb Minuten, die noch an die vorigen Alben erinnern. Bereits der Opener "I Should Live In Salt" stellt die dezente Überlegung an, orchestrale Elemente wie Streicher und Bläser im Hintergrund zu belassen und durch gläserne Synth-Sounds an selber Stelle zu imitieren. Über die gesamte Spieldauer vertiefen die Musiker diese Praxis, gerade in den Momenten gegen Ende eines Songs, in denen der Eis-Mantel um die fünf Bandmitglieder bricht, ihre Silhouetten zu einem einzigen, fesselnden Musik-Genius verschmelzen. Offensichtliche Trauer kleidet die subtile Schönheit – das war schon immer das Rezept der Band und konsequent verfolgt sie es weiter. Sei es im ersten Melancholie-Höhepunkt, der Ballade "Fireproof", in der Berninger zum ersten Mal die fragil-verzweifelte Seite seiner Stimme anklingen lässt. Oder im ersten etwas aufwühlenden (Ist das noch Indie-Rock?)-Track "Sea Of Love". Jedenfalls gibt es raue Gitarren und pochend-präzises Drumming von Trommel-Künstler Bryan Devendorf auf die Ohren: "Hey Joe, sorry I hurt you, but they say love is a virtue, don't they?" Das berührt und hat ein ums andere Mal einen griffigen, weil repetitiven Song-Part zu bieten. Vergeblich wünscht man sich an diesen Stellen, dass Bryce Dessner und seine Lead-Gitarre einfach weiter ausbrechen, den Pfad des Unkonventionellen weiter beschreiten. Auch Matt Berninger schreit bei Konzerten seine ergreifenden lyrischen Botschaften oft geradewegs heraus. Neuerdings produzieren The National weitaus glatter. Die emotionale Intensität der Platte leidet jedoch zu keiner Zeit darunter. Zum Einen liegt das schlicht am Songwriting: Balladen wie "Heavenfaced" packen einfach, steigen tief hinab in die dunkle Seelenlandschaft der Hörer. Gleichzeitig erleichtern die vielen hymnenhaften Stellen auf "Trouble Will Find Me" den Zugang. Zum anderen lassen sich The National im Jahr 2013 kaum noch vergleichen oder einordnen - nährt sich ihr Stil im Endeffekt immer aus sich selbst. The National vergolden die eigenen Referenzen vergangener Alben. Während vielen Bands genau das zum Verhängnis wurde, nutzt Songwriter Aaron Dessner diesen schmalen Grat, als wäre er eine mehrspurige Straße: "This Is The Last Time", das mit mürrischer Gitarre und Gesang beginnt, sich schließlich in die absolute Emotion steigert, weckt das Gefühl des "Cardinal Song" vom 2003er-Album "Sad Songs For Dirty Lovers". Das Reim-Monster "Graceless" mit seiner Post-Punk-Attitüde, dunklem Bass und gruseliger Gitarre wirkt hingegen wie eine Fortentwicklung des Stücks "Available" vom selben Langspieler. Folglich ist klar, dass der heimliche Höhepunkt des Albums nicht einfach so in die wohlige Atmosphäre platzt. Schwebende Klänge und Erzähler Berninger leiten "Humiliation" ein: Im Ernst, diesem blauäugigen Typen würde man einfach jedes Märchen abkaufen! Allein für seine Artikulation und den Teint seiner Stimme. Nun hat Berninger glücklicherweise immer etwas Geniales zu erzählen, schwankt stets zwischen Intellektuellen-Stories über Alkohol und Mädchen und Zynismus. So versetzt der Song schnell in Trance, in Träume von einer besseren Welt, in der man ein Leben lang The National zuhören darf. Berninger trifft es auf den Punkt: "Tunnelvision lights my way." Dass Größen wie Richard Reed Parry, Sufjan Stevens und Annie Clark Freunde der Band sind und auf dem Album mitwirken, zeugt davon, dass The National inzwischen zur Indie-Institution herangewachsen sind. Die Anfangs-Vierziger haben sich ihren Szene-Status auch hart erarbeitet – und ihn mit "Trouble Will Find Me" einmal mehr beklemmend großartig untermauert. "High Violet" bleibt als Meisterwerk also nicht allein. "Trouble Will Find Me" wird die Band ihren Melancholie-Marsch über den Globus munter fortsetzen. Frei nach Matt Berninger in "This Is The Last Time": "The National, baby, you left me sad and high." © Laut
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Rock - Erschienen am 28. Februar 2020 | BMG Rights Management (Australia) Pty Ltd.

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Februar 2014 | 4AD

Der Interpret

The National im Magazin