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Ähnliche Künstler

Die Alben

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Pop - Erschienen am 4. September 2020 | Caroline International (License External)

Hi-Res
Erstaunlich, diese Sophie Hunger! Für ihr siebtes Album - aufgenommen in den Abbey Road Studios in London - setzt sich die Schweizer Sängerin einer Challenge aus, indem sie mit ihrer Band in einem einzigen Take aufnimmt, mit dem Zwang, am Ende nichts mehr zu korrigieren. Eine echte Herausforderung, die in den Vorzügen der Spontaneität zwischen elektrischer Nervosität (Halluzinationen), Synthies der 80er Jahre (Alpha Venom, Everything Is Good), schlichtem Folk (Stranger) und elegantem Jazz (Maria Magdalena) navigiert. Diese wunderbaren Geistesblitze rufen in uns hier und da den süßen Wahnsinn der Experimente von MGMT oder die reine Melancholie von Radiohead (Liquid Air, Bad Medication) hervor. Reich an Vielfalt, zielt Halluzinationen mit seiner haarscharfen Produktion genau ins Schwarze. ©IF/Qobuz 
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Alternativ und Indie - Erschienen am 31. August 2018 | Caroline International

Hi-Res
Seit zehn Jahren versteht sich Sophie Hunger nun schon darauf, ihren bezaubernden Folk immer wieder mit Nachschub zu versorgen. Die Schweizerin mit hybriden Neigungen holt sich ihre Ideen, wenn nicht in der Pop- oder Rockmusik, dann auch schon mal im Jazz. Nun hat sie auf diesem in Berlin entstandenen Album ihre Fühler noch weiter ausgestreckt, denn es ist durchtränkt von Elektrosound. Molecules ist ein recht hübsches Prunkstück, das mit einem engagierten Titel beginnt: She Makes The President. Wenn man bedenkt, dass sie es ist, die den Soundtrack von Mein Leben als Zucchini komponiert hat, dann glaubt man, der genannte Titel käme direkt aus einem amerikanischen Blockbuster. Und zwar aus gutem Grund! Sophie Hunger schrieb ihn, bevor Donald Trump gewählt wurde und somit malt sie sich hier eher eine „supergeile“ Frau aus, die diesen Posten übernimmt. Rhythmische Progression, minimaler und einprägsamer Refrain, und die politischen Ereignisse danach haben dem Album erst recht einen besonderen Platz eingeräumt. In der Folge geht es von Kapitel zu Kapitel ohne Leerlauf und ohne Überraschung weiter. Doppelagent mit Akustikgitarre (Silver Lane), Verfolgungsjagd mit gespenstischen Beats (Tricks), tonangebende afrikanische Rhythmen (I Open A Bar) und am Ende anglofranzösische Romanze (Coucou). Sophie Hunger versteht es zweifellos, ihre Musik wie Gemälde wiederzugeben, die von Details nur so wimmeln. Eine Platte irgendwo zwischen Kunstwerk und wissenschaftlichem Versuch. © Clara Bismuth/Qobuz
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Rock - Erschienen am 26. März 2010 | Two Gentlemen Records

Es war auf dem Openair St.Gallen, als eine junge Schweizerin einfach mal schnell Hunderte Menschen still erstarren ließ. Sie war zuvor bereits seit Monaten durch die Medienlandschaft gegeistert, eine junge Frau, die aus dem Nichts ganz nach oben kam. Da stand sie, stellte sich in charmantem Berndeutsch vor. Und man begriff auf einmal, weshalb Sophie Hunger womöglich über die Schweizer Landesgrenzen hinaus für Furore sorgt: Sie trägt diese typisch Schweizerische Zurückhaltung in sich, frisst diese aber eben nicht in sich hinein, sondern lässt sie raus, besingt sie oder klagt sie an. Auf "1983" tut sie das gleich in vier Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch. Wobei letztere leider nur im Lied "D Red" einen Platz findet. Gleichzeitig ist man Hunger in keinem Song so nah wie hier. Der trifft mitten ins Herz. Diese feine und zugleich leicht trotzige Stimme, das Piano, das sich sanft dahinschleppt - man muss das Stück im Loop hören. "E ha gar nüd z säge hie drom frag jetzt gar nömm nach", singt Sophie - ein Satz, der bestimmt nicht für ihr komplettes Album gilt. 1983, das Jahr, in dem Hunger geboren wurde, steht für eine Spannung. "Es liegt etwas Aggressives im Album, das sich nicht nur auf mich bezieht sondern auch nach außen", sagt Hunger selbst. Mal geschieht dies jazzig (der Titeltrack), mal smooth poppig ("Lovesong To Everyone"), mal nach wundervoller Singer/Songwriter-Manier ("Travelogue") oder auch experimentierfreudig, fast ausschließlich mit Beat und Stimme ("Approximately Gone"). Eigentlich scheint das alles fast zu viel. 14 Lieder, vier Sprachen, Gitarren, Piano, Jazz, Pop - alles hat sie drauf gepackt. Aber das passt: Sie ist diese junge Frau, die mit sich selbst ringt und dieses Ringen in allen möglichen Varianten auszudrücken vermag. "1983, wo sind deine Stimmen, wo sind deine Ausnahmen?", fragt Hunger. Sie ist es selbst. Beides. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Dezember 2013 | Two Gentlemen

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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Mai 2020 | Caroline International (License External)

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Pop - Erschienen am 6. April 2020 | Caroline International (License External)

Hi-Res
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Alternativ und Indie - Erschienen am 31. August 2018 | Caroline International

"Musikalisch gibt es nur vier Elemente: Drum-Machine, Synthesizer, Gesang und akustische Gitarre. Es gibt nur eine Sprache: Englisch." Diesem Dogma unterwarf sich Sophie Hunger für "Molecules". Es mündet in einem radikalen Stilwandel, den sie mit der ersten Single "She Makes President" bereits schockwirkungsvoll ankündigte. Nicht jeder Fan wird sich mit der modernen Ausrichtung anfreunden, doch besonders im Mainstream könnte das Album für die Schweizerin einen großen Schritt bedeuten. Künstlerisch tut es das ganz bestimmt. Statt sich wie zuvor eklektisch aus Jazz, Rock, Pop, Singer/Songwriter und Folk zu bedienen, fährt Hunger auf "Molecules" eine klare Linie – oder sagen wir: eine klarere Linie. Durch die selbstauferlegten Regeln kristallisieren sich im Zusammenspiel von Beats, Synthesizern und Akustikgitarre eindeutige Klangfarben heraus, sie prägen das Album. Indem Hunger die Kernzutaten in unterschiedlichem Verhältnis mischt, und auch die Grundstimmung variiert, geraten die Songs dennoch sehr abwechslungsreich. "Tricks" lädt mit rastlosem Beat zum Tanzen ein. "What do you do when your dreams have all come true?", fragt Hunger und gibt die Antwort mit zum (Mit-)Machen aufforderndem Staccato-Gesang eigentlich schon selbst: neue suchen! Das nachfolgende "Let It Come Down" trieft ebenfalls vor Synthies, schlägt aber in eine gänzlich andere Kerbe. Schwerfällig wabert es wie eine Doom-Version von M.I.A.s "Paper Planes" vor ich hin – Träume beerdigt Hunger inzwischen: "Bury your dreams and bury your frown / And let it come down / At Western Time, in acid rain it will fall again / Like an aircraft bomb, like an avalanche / like a falling star / Halleluja!" Die zwiespältigen Lyrics untermalt sie mit ebenso zwiespältiger Vocal-Performance. Im Refrain schwebt ihre Stimme behänd über den Instrumenten, in den Strophen dringt sie in tiefere Lagen und intoniert unheilvoll. Ähnliches geschieht "I Opened A Bar", dessen Vibe etwas an Kate Tempest erinnert. Hunger lädt unterschiedlichste Personengruppen in ihre Kneipe und jede bekommt einen eigenen Ausdruck. Ein belustigtes, spöttisches Lachen mit Hintergedanke, wenn sie erklärt: "I opened a bar for arctic plates where they can melt on microwaves", schlägt eine Zeile später in trockenen Sarkasmus um, da es heißt: "I opened a bar for veterans / To chat about dismemberments". Das Ende gerät nachdenklich: "I opened a bar for my own mother / To explore when she discovers that I passed / And she may long for a place to look for clues". Da bleibt selbst dem munteren Drumbeat, der auch super in einen Hip Hop-Track gepasst hätte, nichts anderes übrig als abrupt zu verstummen. Obwohl Hunger in modernen Soundlandschaften wandelt und weitgehend auf Improvisationsräume, die in der Vergangenheit bei ihr einfach dazugehörten, verzichtet, offenbaren sich im Songwriting nach wie vor deutliche Einflüsse aus der Folk- und SInger/Songwriter-Ecke. "That Man" ist eine melancholische Storyteller-Ballade, wie gemacht für typisches "Me and my guitar"-Setup. Nur heißt es jetzt eben: "Me, my synths and a simple beat". Durch "There Is Still Pain Left" pulsiert die Erinnerung an Nick Drake – auch, weil Hunger ein ähnliches Feeling einfängt. Hook, sanftes Gitarrenspiel und lockerer Beat vermitteln positive Schwerelosigkeit, unterschwellige Verzweiflung schwingt trotzdem immer mit. Zusammen mit "Silver Lane" bildet "There Is Still Pain Left" die Brücke zwischen Hungers Katalog und "Molecules". Im Gegensatz zu etwa den wummernden Clubkultur-Abgesandten "She Makes President" und "Electropolis" bleiben Akustikgitarre und elektronische Elemente hier in Balance, die Übersetzung vertrauter Kompositionsweisen auf neue Instrumente klar ersichtlich. Zwar vermisst man an manchen Stellen die Zügellosigkeit, die Hunger bewusst gegen mehr Kontrolle eingetauscht hat, und die Wärme jazziger Instrumentalpassagen, die abgekühlter Computerdynamik weicht. Musikalisch existiert immer eine gewisse Distanz zum Hörer. Vielleicht gerade deshalb, weil Hunger lyrisch auf direkterer Ebene denn je persönliche Angelegenheiten aufarbeitet. Doch das große Plus dieser Herangehensweise ist der Fokus auf klar umrissene Strukturen. In den reduzierten Arrangements verwässert nichts die starken Hookmelodien. Besagter Distanz sei Dank, drängen sich diese trotz aller Catchiness nie auf. "Molecules" markiert den Beginn eines weiteren Kapitels in der kreativen Entwicklung Sophie Hungers. Vor zwei Jahren meisterte sie mit dem Score zu "Mein Leben Als Zucchini" bereits den Schritt in die Filmmusik, nun setzt sie erfolgreich eine Duftmarke als Electro-Folk-Künstlerin mit Pop-Appeal. Bevor sie erneut weiterzieht, lässt Hunger diesem ersten Statement hoffentlich noch ein zweites in diesem Bereich folgen. Denn was tiefer im Gang hinter der mit "Molecules" aufgestoßenen Tür liegt, könnte noch interessanter sein, als "Molecules" selbst. © Laut
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Pop - Erschienen am 4. September 2020 | Caroline International (License External)

Schon wieder gibt es einen neuen Grundsatz im Recording-Universum der Sophie Hunger. Betraf es beim letzten Mal noch die Instrumente (auf "Molecules" waren laut Album-Dogma nur Drum-Machine, Synthesizer, akustische Gitarre und Stimme erlaubt), geht es nun um die Art der Aufnahme. Alles muss live sein, Overdubs und sogar nachträgliches Ändern der Songreihenfolge sind verboten. An zwei Tagen spielen sie und ihre Band insgesamt sechsmal das komplette aufzunehmende Album von Beginn bis Ende im One-Take-Verfahren durch. Das Ergebnis heißt "Halluzinationen", zeigt Hungers verschiedene, im Lauf ihrer Karriere erprobten musikalischen Facetten und ist, kaum verwunderlich, erneut ziemlich großartig. Wenige Künstler verpacken zeitlose Musik so zukunftsweisend wie Sophie Hunger auf "Halluzinationen". Agierte Hunger auf "Molecules" stilistisch bewusst limitiert, dreht sie hier nun – vielleicht als Reaktion darauf – frei. Schon während ihrer letzten Tour experimentierte die Schweizerin damit, das Synth-Pop-Setup von "Molecules" mit ihren früheren Phasen in Einklang zu bringen. So entstanden neue Arrangements, eine Mischung aus Elektronik und jazziger, psychedelischer Improvisationsfreude an organischen Instrumenten. Die Früchte dieser Symbiose heißen "Liquid Air", "Halluzinationen", "Alpha Venom", "Everything Is Good" und "Security Check". Julian Sartorius' repetitive, aber spezielle Drumbeats prägen das Soundbild, Synths wabern, geben in Form eigenwillig verspielter Melodien auch mal den Takt an. Als weitere Stütze im Klangkonstrukt etabliert Hunger daneben das Klavier. Bei "Halluzinationen", "Bad Medication" und "Liquid Air" haken sich hypnotische Pianopatterns wie selbstverständlich in die Synthesizer-Kulisse. Während "Maria Magdalena" entdeckt Hunger an den Tasten ihre jazzige Seite neu, bezaubert mit fließenden Sololäufen. "Finde Mich", eine vor dem Hintergrund der "Helvetia ruft"-Bewegung geschriebene Ballade an die Identifikationsfigur der Eidgenossenschaft, lebt von verschlungenen, variantenreichen Pianolinien. In Kombination mit monotonem Beat, leisen Bassakzenten und entrückten Vocals gebären sie eine mystische, schwer greifbare Stimmung. Es scheint, als wollten die sacht angeschlagenen Töne entwischen, als seien die Melodien ebensowenig festgelegt wie eine im Wandel der Zeit befindliche Nationalidentität. "Rote Beeten Aus Arsen" bestreitet Hunger in puristischer Singer/Songwriter-Manier allein am Klavier. Die Aufnahme dazu ist nicht perfekt. Bei verhältnismäßig hohem Grundrauschen fängt das Raummikrofon Knarzen im Hintergrund ein, aber eben auch die natürliche Dynamik des Stücks. Das Recording profitiert von seiner (gewollten) Ungeschliffenheit, gewinnt an Intimität, schürt nostalgische Gefühle. Hunger erinnert hier leicht an die Chansons Charles Aznavours. Die Platzierung von "Rote Beeten Aus Arsen" im Albumfluss steht sinnbildlich für die atmosphärische Devise des Albums. "Halluzinationen" lebt von der Abwechslung. Statt die gebotene stilistische Bandbreite nach und nach auszurollen, fällt Hunger gerne mit der Tür ins Haus und überrascht ihre Hörer stets aufs Neue. So klemmt eben besprochene Klavierballade im Sandwich zwischen dem aufbrausenden, krautrockigen Uptempo-Trip "Alpha Venom" und dem unbeschwerten Popsong "Everything Is Good". Bei all den musikalischen Highlights rückt die für viele auf dem Papier wahrscheinlich markanteste Änderung seit "Molecules" eher in den Hintergrund: Hunger singt wieder mehrsprachig. Zwar diesmal "nur" auf Deutsch und Englisch, doch um Fans früherer Alben die Hand zu reichen, reicht es wohl. Zumal Hungers Talent, Bilder mit Worten zu zeichnen, und auch ihr Humor universell funktionieren. Für letzteren braucht es zuweilen nicht einmal Text. Man hört ihr die diebische Freude in "Alpha Venom" förmlich an, wenn sie der dort niedergesungenen Toxic Masculinity in Form eines verstümmelten Gitarrensolos auch noch die symbolische Schwanzverlängerung nimmt. "Don't forget who makes the music." Obwohl zu den Live-Aufnahmen nichts nachträglich hinzugefügt wurde, glänzen die Stücke mit ihrer Vielschichtigkeit. Hungers Multiinstrumentalistengruppe (unter anderem mit Hinako Omori, die lange für Kate Tempest die Synthesizer bediente) machts möglich. In "Stranger" lockt sogar ein feierlicher Abschlusschor. Die Protagonistin selbst changiert gekonnt zwischen unterschiedlichen Gefühlswelten, webt wundervoll verträumte Ohrwurm-Melodien für "Liquid Air" und "Halluzinationen", haucht verletzlich in "Rote Beeten Aus Arsen" und wird aggressiv bei "Alpha Venom". Besonders in den schneller gesungenen "Bad Medication" und "Alpha Venom" hört man zwar die Kanten der Gesangsaufnahmen, die in gängiger Overdub-Situation sicher ausgebügelt worden wären. Manchem mag der Ausdruck gerade wegen seiner intuitiven Qualität gefallen. Spannende Loop-Vocal-Schleifen, die in "Liquid Air" und "Halluzinationen" entscheidend zur diffusen Atmosphäre beitragen, haben wir wohl vor allem den besonderen Recording-Umständen zu verdanken. "Halluzinationen" ist bislang Hungers stilistisch breitestes Album. Gewissermaßen fasst sie damit ihr bisheriges Œuvre zusammen. Man findet die Singer/Songwriter-Tugenden ihrer Anfangstage, jazzige Töne, eher (Kraut-)Rockiges, noisige Experimente, Pop-Melodien und ihre zuletzt entdeckte Leidenschaft für Synthesizer. Das Ergebnis evoziert ebenso nostalgische Gefühle wie es in die Zukunft weist. Wie bei jedem Album der Schweizerin hat man das Gefühl, ihre Klangreise beginne gerade erst, es warte noch so vieles mehr. Zu halluzinieren befeuert sicher bereits die Vorfreude darauf. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. September 2012 | Two Gentlemen

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Pop - Erschienen am 6. März 2020 | Caroline International (License External)

Hi-Res
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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. April 2015 | Universal Music GmbH

Mit einer entrückten Fingerpicking-Figur entführt Sophie Hunger den Hörer bereits im eröffnenden "Supermoon". Ein trister Einstieg, der die Weichen für ein tristes Album stellt. Bei der Ausgestaltung ihres vierten Langspielers demonstriert die Schweizerin ein ums andere Mal ihre Wandlungsfähigkeit und versieht jeden Song mit anderem Effet. "Mad Miles" legt sich über einen flächigen fast Chromatics-ähnlichen Synthie-Teppich mit shoegazigem Gitarren-Beiwerk und verwegenem Solo. "Love Is Not The Answer" zuckt und zappelt zum Ton angebenden Bassmotiv und retroesker Orgel etwas vor sich hin. Flippig geht es auch in "Superman Woman" weiter, das etwas zu ziellos gerät und sich nicht zwischen mexikanisch anmutender Blaskapelle und einem Gospel-Chor entscheiden kann. Bereits hier wird deutlich, welche Purzelbäume die Fantasie der jungen Dame schlägt. Die mehrere Sprachen beherrschende Sängerin wechselt dann in "Die Ganze Welt" mal eben zu deutsch. Allein die Zeile "ich spreche leise mit ner zerbrochenen Fensterscheibe" lässt einem das Herz zu einem frostigen Klumpen gefrieren. Sperrige Instrumentals mit fernem Klavier, sprödem Gitarren-Sound und allerlei sphärischem Noise bilden die Klang-Fassade, vor der Hunger ihren Gesang ausbreitet. Ein Stück, wie der Schorf einer gerade geronnenen Wunde. Kleine experimentelle Sperenzchen lassen das Ganze zuweilen abstrakter erscheinen, als es eigentlich ist. "Supermoon" bezieht auch immer ein kleines Streicher-Ensemble mit ein. Dabei bestätigt jedes zweite Mainstream-Album, das besagte Orchesterinstrumente misshandelt, welchem Drahtseilakt dieses Unterfangen gleichkommt. Die versierte Multi-Instrumentalistin und ihre Band bestehen die Feuerprobe allerdings mit Bravour. Anstatt zu Schwulst zu verkommen bereichern diese Stellen etwa in "Fathr" ungemein das Klangbild und halten nicht nur als Keyboard-gesteuerte Füllmasse her. Nach dem wenig stringenten und etwas zu durchwühlten "The Age Of Lavendel" folgt mit "La Chanson d'Helene" wieder ein mit viel Fingerspitzengefühl inszenierter Titel. Schlicht intoniert mit gedämpftem Piano wiegt sich die in Watte gehüllte Stimme Hungers im lauen Wind. Man hält gebannt den Atem an bei dieser elegischen Nummer, zu der sich klamme Kammer-Streicher gesellen. Nicht nur aufgrund des französischen Flairs erinnert das akustische Kleinod an Hungers grandiose Adaption von "Le Vent Nous Portera". Und gerade in dieser Intimität liegt auch die größte Stärke dieser überaus begabten Frau, der man ihre Filmmusikerfahrung gerade dann so anmerkt. Nichts läuft bei alledem nach Schema F ab, sondern wird stets originell und unerwartbar aufgezogen. In "Heicho", das auf einen trip-hoppigen Beat aufsetzt, wird schließlich auch noch das schweizerisch ausgepackt - und wie. Über den ätherischen Chor im Hintergrund rappt Sophie gekonnt. Der Anstrich steht ihr nicht nur absolut, sondern tönt in der Bridge sogar auch kurz nach Portishead. Schließlich entlässt den Hörer das zerbrechliche "Queen Dritter". Darin stülpt Hunger dem sinistren Klavier mit matter Stimm-Farbe ihren zarten Stoßgesang über, den sie so entschieden und doch zurückgenommen in jede Silbe legt. Am Ende steht da kein sonderlich homogenes Werk, was aber zu keinem Zeitpunkt stört oder ablenkt. Viel mehr beweist dieser Facettenreichtum, in wie vielen Sprachen sie handgemachten Pop denkt. Musikalisch wie lyrisch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Juni 2019 | Caroline International

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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. September 2012 | Two Gentlemen

"Where is my revolution", fragt die Schweizer Sängerin Sophie Hunger im Eröffnungsstück "Rererevolution" auf ihrem neuen Album. Bei ihr selber hat eine musikalische Revolution bis jetzt nicht stattgefunden – zum Glück. Auch mit "The Danger Of Light" beweist Hunger, dass sie zu Recht über die Schweizer Landesgrenzen bekannt ist – und das können weiß Gott nicht viele Schweizer Musikerinnen und Musiker von sich behaupten. Doch was unterscheidet Hunger überhaupt von den übrigen Eidgenossinnen? Vor allem hat die junge Bernerin ein feines Gespür für Songs, für Themen. Sie experimentiert noch immer mit Sprachen, singt mal auf Deutsch, Schweizerdeutsch oder Englisch. Und genau das ist es, was ein Hunger-Album nie zu "clean" wirken lässt. Da gibt es immer wieder diesen Bruch, beispielsweise mit dem Lied "Das Neue", einem verschlafenen Jazz-Piano-Trompeten-Stück. "Zuckerberg ist der neue Kolumbus, die Banker die neue Aristokratie, Gesundheit ist der neue Exorzismus et la fatigue c'est la nouvelle foulie", singt Hunger in ihrer charmanten Nonchalance und so roh, als würde sie mitten in einem kleinen verrauchten Club stehen. In der Folge wendet sich Hunger neben dem schweizerdeutschen "Z'Lied Vor Freiheitsstatue" ausschließlich dem Englischen zu. Und hier zeigt sich die Schweizerin als erhabene Entertainerin, die locker und souverän eine Band vor sich hertreiben kann: So bei "Holy Hells", einem für Hunger-Verhältnis äußerst pompösen Stück, bei dem weder an Bläsern noch an sonstigem Klimbim gespart wurde. "The Danger Of Light" entstand unter der Aufsicht des Produzenten Adam Samuels, dessen Credo es ist, Alben live aufzunehmen. Das ist sicher ein Umstand, der der experimentierfreudigen Hunger entgegen kam und dem Album auch hörbar gut tut - da steht doch deutlich mehr Band-Power hinter der oft zerbrechlich wirkenden Stimme. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich Hunger in Zukunft bewegen wird. Zuzutrauen ist es der Bernerin, dass sie uns mit ihrem nächsten Album die anfangs besungene (musikalische) Revolution präsentiert. Doch egal ob diese in Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch oder Französisch daher kommt - so lange Sophie Hunger ihren "Gring" (Berndeutsch: Kopf) durchsetzt und sich nicht reinreden lässt, wird sie auch in Zukunft über die Schweiz hinaus Erfolg haben. © Laut
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Pop - Erschienen am 6. März 2020 | Caroline International (License External)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. März 2020 | Caroline International

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Pop - Erschienen am 13. Juli 2020 | Caroline International (License External)

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Pop - Erschienen am 6. März 2020 | Caroline International (License External)

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Pop - Erschienen am 6. März 2020 | Caroline International (License External)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Dezember 2013 | Two Gentlemen

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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Mai 2020 | Caroline International (License External)

Der Interpret

Sophie Hunger im Magazin
  • Hungers "Halluzinationen"
    Hungers "Halluzinationen" Die Schweizer Songwriterin veröffentlicht ein 7. Studioalbum, mit dem sie wieder einmal ihren Status als außergewöhnliche Künstlerin festigt!