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Die Alben

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CD23,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Juli 1990 | Chrysalis Records

Ohne Vorwarnung durchbricht ihr Gesicht den kunterbunten Alltag auf MTV. Ihre Augen, ihre kurzgeschorenen Haare, zwei Tränen und diese Stimme ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Dieser zartschmelzende Song, der wie kaum ein anderer die innere Leere nach dem Ende einer Beziehung zum Ausdruck bringt. Diese Stimme, die selbst in ihren lautesten Momenten anmutig und zerbrechlich und in ruhigen Augenblicken wütend und sarkastisch klingt. "Nothing Compares 2 U" bringt die Irin Sinéad O'Connor an die Spitze der weltweiten Charts, in die Wohnzimmer der Angepassten und letztendlich gar auf den "Kuschelrock IV"-Sampler. Das Bild, das sich die breite Öffentlichkeit von der Sängerin macht, hat mit der realen Sinéad O'Connor nur noch wenig gemein. Ein großes Missverständnis, wie sich zwei Jahre später zeigen soll. Wer Sinéad von ihrem Debüt "The Lion And The Cobra" und den Singles "Troy" und "Mandinka" kannte, weiß 1990 bereits von ihrer ungezügelten Wut. Durch ihre zerrissenen Songs voller Herzblut, Melancholie, Ingrimm und Kraft ziehen sich irischer Protest-Folk, Garage-Rock, Punk-Attitüde, Hip Hop-Elemente und Reggae. Sie singt von Unabhängigkeit, Gott, Rebellion, Verlust und zerbricht jede Schutzmauer zwischen dem Zuhörer und sich selbst. Immer wieder kommt sich Sinéad O'Connor selbst in die Quere. Die Herumgestoßene, die Verstörte, die Ungeliebte, die Märtyrerin. Zu ihrer Faszination gehören das ewige Straucheln, das Scheitern, das Anecken und die Peinlichkeiten. Vier Ehen, die letzte dauert gerade einmal sechzehn Tage, bringen sie viel später wieder in die Klatschspalten. Mehrmals kündigt sie an, sich von der Musik komplett zurück zu ziehen, nur um kurz darauf ein neues Werk zu veröffentlichen. Ein spontaner, zorniger, ehrlicher Mensch mit extremen Ansichten zur organisierten Religion, Frauenrechten, Krieg und Missbrauch, den die Medien bis heute nicht verbiegen konnten. Als sie in einem Interview zugibt, zweimal abgetrieben zu haben, spucken ihr auf den Straßen von Dublin fremde Menschen ins Gesicht: "Dich hätte man abtreiben sollen, du Hure des Teufels." Wie um ihre Freigeistigkeit zu bestätigen, schart sie für ihren zweiten Longplayer Musiker aus den verschiedensten Genres um sich. Das ehemaligen The Wild Bunch-Mitglied Nelle Hooper, der sich gerade mit Soul II Soul einen Namen macht, produziert das Album. Marco Pirroni, ehemals bei Siouxsie And The Banshees und Adam And The Ants, greift zur E-Gitarre, Ex-The Smiths-Bassist Andy Rourke zur Akustischen. Der ewig getriebene Public Image Ltd-Bassist Jah Wobble übnernimmt den Job an den vier Saiten. O'Connors erster Ehemann John Reynolds sitzt am Schlagzeug. Die bevorstehende Scheidung vom Vater ihres Sohnes und die Schattenseiten des aufkeimenden Ruhms überziehen die Atmosphäre von "I Do Not Want What I Haven't Got". "I am not like I was before / I thought that nothing would change me." Die orchestrale Ballade "Feel So Different" eröffnet die Platte. Eine geradlinige Abrechnung mit dem Ruhm und seinen Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen. So ruhig, so nüchtern, so voller Rage. Dabei standen die eigentlichen Veränderungen noch bevor. Das feenhafte und zeitgleich gallenbittere New Age-Stück "Three Babies" schreibt O'Connor nach einer Reihe von Fehlgeburten. Ein in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenes Thema, dessen aufrichtige Trauer und Zärtlichkeit sich in jedem Wort widerspiegelt und direkt ins Mark trifft. "Each of these my three babies / I was not willing to leave / In my soul / My blood and my bones / I have wrapped your cold bodies around me / The face on you / The smell of you / Will always be with me." Deutliche Spuren hinterlässt Hooper in "I Am Stretched On Your Grave", einem gälischen Gedicht aus dem 17. Jahrhundert, das vom irischen Musiker Philip King ins Englische übersetzt wurde. Eine Romanze zwischen altertümlichen Sagen und Zeitgeist, in der keltische Melodien mit James Browns "Funky Drummer"-Sample kollidieren. Hinter dem zugänglichen "The Emperor's New Clothes" versteckt sich eine bittere Bilanz. Die Erinnerungen an eine uneheliche Schwangerschaft in einem irisch-katholischen Umfeld treffen auf die Pein einer vom Erfolg verdorbenen Liebe. Für die Maxi-Single steuerte Public Enemy-Produzent Hank Shocklee einen Remix bei. "He thinks I just became famous / And that's what messed me up", grantelt O'Connor. "But he's wrong / How could I possibly know what I want / When I was only twenty-one?" Doch mit keinem Song wird Sinéad O'Connor mehr in Erinnerung bleiben als mit "Nothing Compares 2 U". Jenem von Prince für The Family geschriebenen Stück, das sie mit gewaltiger Intimität ganz zu ihrem eigenen macht. Wie entblößt steht ihr Seelenleben vor dem Zuhörer. "I went to the doctor n' guess what he told me / Guess what he told me / He said girl u better have fun / No matter what you do / But he's a fool." Niemand kann diese Zeilen so spöttisch und böse singen wie die Irin. Viele versuchten sich danach an dem Track, doch selbst der 1,58 Meter kleine Großmeister aus Minneapolis scheitert 1993 kläglich auf seiner "The Hits 1"-Compilation. "Margaret Thatcher on TV / Shocked by the deaths that took place in Beijing / It seems strange that she should be offended / The same orders are given by her." "Black Boys On Mopeds" geht mit Rassismus und der Heuchelei der Thatcher-Regierung entwaffnend romantisch ins Gericht. Im Mai 1989 verfolgte die Londoner Polizei den schwarzen Nicholas Bramble auf seinem Moped, in dem Irrglauben, dass er es gestohlen habe. Der von Panik erfasste Jugendliche verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und stürzte zu Tode. O'Connors Stimme setzt sich gespenstisch und elegisch gegen ihre akustische Gitarre durch. Auf einem Album der persönlichen Kämpfe wirkt der Track wie ein Weckruf an die Außenwelt. Ein verträumter Folk-Song, politisch wie auch persönlich prophetisch. "These are dangerous days / To say what you feel is to dig your own grave." Das Grab für ihre Karriere schaufelt Sinéad O'Connor am 3. Oktober 1992. Niemand ahnt, was die Sängerin vorhat, als sie vor das Millionen-Publikum von "Saturday Night Live" tritt. Im weißen Kleid, umgeben von Kerzen, singt sie eine A-capella-Version von Bob Marleys "War", in der sie "racism" durch "child abuse" ersetzt. "And we know we shall win / As we are confident / In the victory / of good over evil." Evil - das Böse, das Üble. Sie hält ein Bild des damaligen Papstes Johannes Paul II. in die Kamera, dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, und zerreißt es zu den Worten "fight the real enemy". Das Live-Publikum zeigt sich von der Aktion vollkommen überfordert. Kein Applaus, keine Buh-Rufe, nur absolute Stille legt sich über die Szenerie, als die Sängerin nach ihrem medialen Selbstmord die Kerzen neben sich ausbläst. Für die gläubige O'Connor steht der Papst an der Spitze der religiösen Organisation, die für unzählige Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester steht. Ein Thema, das Irland zu Beginn der 1990er erschüttert und 2010 auch in Deutschland zu unzähligen Austritten aus der römisch-katholischen Kirche führt. Im Rahmen der Seligsprechung Johannes Pauls II. im Mai 2011 äußert sich Norbert Denef, Vorsitzender des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt: "Nicht nur für mich persönlich, sondern weltweit für viele Opfer, die als Mädchen und Jungen in der Amtszeit Papst Johannes Pauls II. missbraucht wurden, ist diese Seligsprechung Salz in ihren tiefen, noch immer frischen Wunden." Selbst ein Opfer von Missbrauch, will O'Connor ein deutliches Zeichen setzen. Ein Zeichen gegen den Papst, der die Menschenrechte von Frauen und Theologen mit Füßen tritt und einen Kreuzzug gegen die Verwendung von Kondomen führt, womit er eine Eindämmung des HI-Virus in den afrikanischen Ländern verhindert. Doch was interessiert all dieses Leid religiöse Fanatiker in Amerika? Es hagelt Auftrittsverbote für O'Connor. Ihre Platten werden öffentlich verbrannt. Zwei Wochen nach ihrem Skandal-Auftritt betritt sie für das 30th Anniversary Concert von Bob Dylan die Bühne. Ein Orkan aus Buhrufen und vereinzeltem Jubel bricht über sie herein. Vor einer wildgewordenen Menge nimmt Kris Kristofferson sie zur Seite. "Not to let the bastards get you down." - Sinéad: "I'm not down." Ein weiteres Mal schreit sie der Menge "War" entgegen. Eine stolze, kämpferische Löwin, deren Stimme immer wieder kippt. Ein letzter direkter Blick ins Publikum. Als sie die Bühne verlässt, bricht sie weinend in Kristoffersons Armen zusammen. Sinéad O'Connor verabschiedet sich an diesem Abend als vermeintliches One-Hit-Wonder weitestgehend aus dem öffentlichen Interesse. Das kurz zuvor veröffentlichte "Am I Not Your Girl?", ein seltsam gleichgültiges Cover-Album, fällt bei Käufern und Kritikern durch. Was mit dem zerbrechlichen "Nothing Compares 2 U" und zwei Tränen begann, endet in Wut, Zorn, Courage und Integrität. Auch wenn sie oft genug gegen Windmühlen anrennt, kämpft die Irin bis heute lautstark für die Dinge, die sie glaubt, ändern zu können. Die ersten Worte auf "I Do Not Want What I Haven't Got", das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr, mit dem sie "Feel So Different" beginnt, werden zu ihrem Mantra. "God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, the courage to change the things I can and wisdom to know the difference." © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Juli 1990 | Chrysalis Records

Ohne Vorwarnung durchbricht ihr Gesicht den kunterbunten Alltag auf MTV. Ihre Augen, ihre kurzgeschorenen Haare, zwei Tränen und diese Stimme ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Dieser zartschmelzende Song, der wie kaum ein anderer die innere Leere nach dem Ende einer Beziehung zum Ausdruck bringt. Diese Stimme, die selbst in ihren lautesten Momenten anmutig und zerbrechlich und in ruhigen Augenblicken wütend und sarkastisch klingt. "Nothing Compares 2 U" bringt die Irin Sinéad O'Connor an die Spitze der weltweiten Charts, in die Wohnzimmer der Angepassten und letztendlich gar auf den "Kuschelrock IV"-Sampler. Das Bild, das sich die breite Öffentlichkeit von der Sängerin macht, hat mit der realen Sinéad O'Connor nur noch wenig gemein. Ein großes Missverständnis, wie sich zwei Jahre später zeigen soll. Wer Sinéad von ihrem Debüt "The Lion And The Cobra" und den Singles "Troy" und "Mandinka" kannte, weiß 1990 bereits von ihrer ungezügelten Wut. Durch ihre zerrissenen Songs voller Herzblut, Melancholie, Ingrimm und Kraft ziehen sich irischer Protest-Folk, Garage-Rock, Punk-Attitüde, Hip Hop-Elemente und Reggae. Sie singt von Unabhängigkeit, Gott, Rebellion, Verlust und zerbricht jede Schutzmauer zwischen dem Zuhörer und sich selbst. Immer wieder kommt sich Sinéad O'Connor selbst in die Quere. Die Herumgestoßene, die Verstörte, die Ungeliebte, die Märtyrerin. Zu ihrer Faszination gehören das ewige Straucheln, das Scheitern, das Anecken und die Peinlichkeiten. Vier Ehen, die letzte dauert gerade einmal sechzehn Tage, bringen sie viel später wieder in die Klatschspalten. Mehrmals kündigt sie an, sich von der Musik komplett zurück zu ziehen, nur um kurz darauf ein neues Werk zu veröffentlichen. Ein spontaner, zorniger, ehrlicher Mensch mit extremen Ansichten zur organisierten Religion, Frauenrechten, Krieg und Missbrauch, den die Medien bis heute nicht verbiegen konnten. Als sie in einem Interview zugibt, zweimal abgetrieben zu haben, spucken ihr auf den Straßen von Dublin fremde Menschen ins Gesicht: "Dich hätte man abtreiben sollen, du Hure des Teufels." Wie um ihre Freigeistigkeit zu bestätigen, schart sie für ihren zweiten Longplayer Musiker aus den verschiedensten Genres um sich. Das ehemaligen The Wild Bunch-Mitglied Nelle Hooper, der sich gerade mit Soul II Soul einen Namen macht, produziert das Album. Marco Pirroni, ehemals bei Siouxsie And The Banshees und Adam And The Ants, greift zur E-Gitarre, Ex-The Smiths-Bassist Andy Rourke zur Akustischen. Der ewig getriebene Public Image Ltd-Bassist Jah Wobble übnernimmt den Job an den vier Saiten. O'Connors erster Ehemann John Reynolds sitzt am Schlagzeug. Die bevorstehende Scheidung vom Vater ihres Sohnes und die Schattenseiten des aufkeimenden Ruhms überziehen die Atmosphäre von "I Do Not Want What I Haven't Got". "I am not like I was before / I thought that nothing would change me." Die orchestrale Ballade "Feel So Different" eröffnet die Platte. Eine geradlinige Abrechnung mit dem Ruhm und seinen Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen. So ruhig, so nüchtern, so voller Rage. Dabei standen die eigentlichen Veränderungen noch bevor. Das feenhafte und zeitgleich gallenbittere New Age-Stück "Three Babies" schreibt O'Connor nach einer Reihe von Fehlgeburten. Ein in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenes Thema, dessen aufrichtige Trauer und Zärtlichkeit sich in jedem Wort widerspiegelt und direkt ins Mark trifft. "Each of these my three babies / I was not willing to leave / In my soul / My blood and my bones / I have wrapped your cold bodies around me / The face on you / The smell of you / Will always be with me." Deutliche Spuren hinterlässt Hooper in "I Am Stretched On Your Grave", einem gälischen Gedicht aus dem 17. Jahrhundert, das vom irischen Musiker Philip King ins Englische übersetzt wurde. Eine Romanze zwischen altertümlichen Sagen und Zeitgeist, in der keltische Melodien mit James Browns "Funky Drummer"-Sample kollidieren. Hinter dem zugänglichen "The Emperor's New Clothes" versteckt sich eine bittere Bilanz. Die Erinnerungen an eine uneheliche Schwangerschaft in einem irisch-katholischen Umfeld treffen auf die Pein einer vom Erfolg verdorbenen Liebe. Für die Maxi-Single steuerte Public Enemy-Produzent Hank Shocklee einen Remix bei. "He thinks I just became famous / And that's what messed me up", grantelt O'Connor. "But he's wrong / How could I possibly know what I want / When I was only twenty-one?" Doch mit keinem Song wird Sinéad O'Connor mehr in Erinnerung bleiben als mit "Nothing Compares 2 U". Jenem von Prince für The Family geschriebenen Stück, das sie mit gewaltiger Intimität ganz zu ihrem eigenen macht. Wie entblößt steht ihr Seelenleben vor dem Zuhörer. "I went to the doctor n' guess what he told me / Guess what he told me / He said girl u better have fun / No matter what you do / But he's a fool." Niemand kann diese Zeilen so spöttisch und böse singen wie die Irin. Viele versuchten sich danach an dem Track, doch selbst der 1,58 Meter kleine Großmeister aus Minneapolis scheitert 1993 kläglich auf seiner "The Hits 1"-Compilation. "Margaret Thatcher on TV / Shocked by the deaths that took place in Beijing / It seems strange that she should be offended / The same orders are given by her." "Black Boys On Mopeds" geht mit Rassismus und der Heuchelei der Thatcher-Regierung entwaffnend romantisch ins Gericht. Im Mai 1989 verfolgte die Londoner Polizei den schwarzen Nicholas Bramble auf seinem Moped, in dem Irrglauben, dass er es gestohlen habe. Der von Panik erfasste Jugendliche verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und stürzte zu Tode. O'Connors Stimme setzt sich gespenstisch und elegisch gegen ihre akustische Gitarre durch. Auf einem Album der persönlichen Kämpfe wirkt der Track wie ein Weckruf an die Außenwelt. Ein verträumter Folk-Song, politisch wie auch persönlich prophetisch. "These are dangerous days / To say what you feel is to dig your own grave." Das Grab für ihre Karriere schaufelt Sinéad O'Connor am 3. Oktober 1992. Niemand ahnt, was die Sängerin vorhat, als sie vor das Millionen-Publikum von "Saturday Night Live" tritt. Im weißen Kleid, umgeben von Kerzen, singt sie eine A-capella-Version von Bob Marleys "War", in der sie "racism" durch "child abuse" ersetzt. "And we know we shall win / As we are confident / In the victory / of good over evil." Evil - das Böse, das Üble. Sie hält ein Bild des damaligen Papstes Johannes Paul II. in die Kamera, dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, und zerreißt es zu den Worten "fight the real enemy". Das Live-Publikum zeigt sich von der Aktion vollkommen überfordert. Kein Applaus, keine Buh-Rufe, nur absolute Stille legt sich über die Szenerie, als die Sängerin nach ihrem medialen Selbstmord die Kerzen neben sich ausbläst. Für die gläubige O'Connor steht der Papst an der Spitze der religiösen Organisation, die für unzählige Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester steht. Ein Thema, das Irland zu Beginn der 1990er erschüttert und 2010 auch in Deutschland zu unzähligen Austritten aus der römisch-katholischen Kirche führt. Im Rahmen der Seligsprechung Johannes Pauls II. im Mai 2011 äußert sich Norbert Denef, Vorsitzender des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt: "Nicht nur für mich persönlich, sondern weltweit für viele Opfer, die als Mädchen und Jungen in der Amtszeit Papst Johannes Pauls II. missbraucht wurden, ist diese Seligsprechung Salz in ihren tiefen, noch immer frischen Wunden." Selbst ein Opfer von Missbrauch, will O'Connor ein deutliches Zeichen setzen. Ein Zeichen gegen den Papst, der die Menschenrechte von Frauen und Theologen mit Füßen tritt und einen Kreuzzug gegen die Verwendung von Kondomen führt, womit er eine Eindämmung des HI-Virus in den afrikanischen Ländern verhindert. Doch was interessiert all dieses Leid religiöse Fanatiker in Amerika? Es hagelt Auftrittsverbote für O'Connor. Ihre Platten werden öffentlich verbrannt. Zwei Wochen nach ihrem Skandal-Auftritt betritt sie für das 30th Anniversary Concert von Bob Dylan die Bühne. Ein Orkan aus Buhrufen und vereinzeltem Jubel bricht über sie herein. Vor einer wildgewordenen Menge nimmt Kris Kristofferson sie zur Seite. "Not to let the bastards get you down." - Sinéad: "I'm not down." Ein weiteres Mal schreit sie der Menge "War" entgegen. Eine stolze, kämpferische Löwin, deren Stimme immer wieder kippt. Ein letzter direkter Blick ins Publikum. Als sie die Bühne verlässt, bricht sie weinend in Kristoffersons Armen zusammen. Sinéad O'Connor verabschiedet sich an diesem Abend als vermeintliches One-Hit-Wonder weitestgehend aus dem öffentlichen Interesse. Das kurz zuvor veröffentlichte "Am I Not Your Girl?", ein seltsam gleichgültiges Cover-Album, fällt bei Käufern und Kritikern durch. Was mit dem zerbrechlichen "Nothing Compares 2 U" und zwei Tränen begann, endet in Wut, Zorn, Courage und Integrität. Auch wenn sie oft genug gegen Windmühlen anrennt, kämpft die Irin bis heute lautstark für die Dinge, die sie glaubt, ändern zu können. Die ersten Worte auf "I Do Not Want What I Haven't Got", das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr, mit dem sie "Feel So Different" beginnt, werden zu ihrem Mantra. "God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, the courage to change the things I can and wisdom to know the difference." © Laut
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Rock - Erschienen am 4. November 1987 | Chrysalis Records

Pop - Erschienen am 10. November 1997 | Chrysalis Records

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Rock - Erschienen am 13. September 1994 | Chrysalis Records

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Jazz - Erschienen am 22. September 1992 | Chrysalis Records

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Pop - Erschienen am 5. Mai 2000 | Atlantic Records

Satte 6 Jahre sind seit dem letzten Album von Madame "Nothing Compares To You" ins Land gegangen. Um ihr Atlantic-Debut "Faith And Courage" so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, rekrutierte die zierliche Irin mit Wyclef Jean, Brian Eno oder Dave Stewart verheißungsvolle Namen für die Produzentenriege. Herausgekommen ist dabei das poporientierteste und homogenste Album ihrer Karriere. Schon die Vorabsingle "No Man's Woman" deutete auf die eingängige Seite der neuen Sinéad hin, hierbei half übrigens das Produzententeam von Nathalie Imbruglias "Torn" aus. In "The Healing Room", einer spärlich instrumentierten Ballade, verrät uns Sinéad gleich zu Beginn von ihren Gefühlen zur dreijährigen Tochter Roisin. Glücklicherweise fährt sie nicht länger auf der melancholischen Schiene, die sie auf "Universal Mother" genügend breitgetreten hat. Dafür gibt's anschmiegsamen Pop: Bei "'Til I Whisper You Something" flüstert Sinéad anfangs in tiefsten Stimmregionen, während "The State I'm In" mit romantischem Refrain zum Kuscheln mit der Liebsten animiert. Erinnerungen an rockige "Emperor's New Clothes"-Zeiten offenbart einzig "Daddy I'm Fine". Die Nummer beginnt in unspektakulärem Mid-Tempo, zieht zum Refrain hin ordentlich an und liefert dem vielseitigen Organ O'Connors genügend Raum zum Glänzen. Ihr nachhallendes Gequieke in "Hold Back The Night" zurrt allerdings doch etwas an meinen Nervensträngen und der Gospel-Feel von "If U Ever" reißt auch nicht wirklich mit. Trotzdem muss man das Comeback der Grand Dame des Female Aggro Pop als gelungen betrachten, die ihr Werk mit dem christlichen Huldigungsruf "Kyrié Eléison" betont religiös ausklingen lässt. © Laut
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CD25,99 Fr.

Rock - Erschienen am 12. August 2014 | Nettwerk Records

Booklet
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CD1,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Heavenly Recordings

Hi-Res
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Funk - Erschienen am 1. Januar 1990 | Chrysalis Records

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CD2,39 Fr.

Pop - Erschienen am 7. Februar 2020 | Chrysalis Records

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Rock - Erschienen am 3. Juni 1997 | Chrysalis Records

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CD9,59 Fr.

Pop - Erschienen am 5. März 2012 | One Little Independent Records

Das neunte Studioalbum der Sängerin Sinéad O'Connor „How About I Be Me (and you be you)?", umfasst zehn Songs und behandelt bekannte Themen wie Sexualität, Religion, Hoffnung und Verzweiflung – Themen, die das private und öffentliche Leben der Sängerin seit „Theology“ im Jahr 2007 bestimmt haben. © TiVo
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CD23,99 Fr.

Reggae - Erschienen am 30. September 2005 | Ministry Of Sound

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Pop - Erschienen am 5. März 2012 | One Little Independent Records

Das neunte Studioalbum der Sängerin Sinéad O'Connor „How About I Be Me (and you be you)?", umfasst zehn Songs und behandelt bekannte Themen wie Sexualität, Religion, Hoffnung und Verzweiflung – Themen, die das private und öffentliche Leben der Sängerin seit „Theology“ im Jahr 2007 bestimmt haben. © TiVo

Pop - Erschienen am 1. Januar 1994 | Chrysalis Records

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1992 | Chrysalis Records

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1991 | Chrysalis Records

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Pop - Erschienen am 4. Juni 2007 | Ministry Of Sound

Theology is an enigmatic double-disc collection of original recordings and covers. The songs on both discs are nearly identical, the difference is that on the versions Sinéad O'Connor recorded in Dublin she is accompanied solely by her own and Steve Cooney's acoustic guitars, and on the latter set, recorded in London, she was backed by a rotating band full of studio musicians who include everyone from bassist Robbie Shakespeare and drummer Matthew Phillips, to pianist Toby Baker, guitarist Mark Gilmour, and strings. The sheer minimal approach of the Dublin set carries within it a kind of authority, in her own elegant yet poignant tunes such as "Something Beautiful," "Out of the Depths," the tender "Dark I Am Yet Lovely," the minimal waltz that is "If You Had a Vineyard," and the nearly whispered "Whomsoever Dwells," (a kind of title track for her rarities, B-sides and live collection of the same name in 2003 called She Who Dwells...), and a truly moving reading of "By the Rivers of Babylon." The London Sessions are no less eerie, but they are, in essence, different songs when filled out by a larger group of players. Here, "Something Beautiful," with its strings and slippery drum kit, is nearly a processional. The reading of Curtis Mayfield's "We People Who Are Darker Than Blue" has a 21st century soul vibe without losing the author's soulful spirit of brokenhearted frustration moved to anger. It's a unity hymn, and O'Connor's voice underplays the words as the music, in semi-hushed tones -- the strings and a wah-wahed electric guitar -- drive the track, but it's the synth bassline that grabs the attention. There is a greater drama and a subdued ferocity in its groove. O'Connor also covers "I Don't Know How to Love Him" from the musical Jesus Christ Superstar, with a slinky reggae backbeat, dramatic strings and drum loop, it's theatrical, but she's got the voice for the tune and there isn't a hint of irony in her delivery; it would have been so naked on the acoustic record, so she wisely left it off. For "Glory of Jah," a harp and organ paint her vocal introduction before the cut moves into a reggae bubbler with keyboards, strings, metronomic backbeats and big fat power chords, which push it into the red. Ultimately, this will appeal to O'Connor's fans, more than anyone coming to her work for the first time. Theology is aptly named in that it sets out, however loosely, to offer the views and passions of a spiritual pilgrim effectively and passionately. © Thom Jurek /TiVo
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Pop - Erschienen am 1. Januar 1992 | Chrysalis Records