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Die Alben

CD20,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. April 2019 | Top Dawg Entertainment - Interscope Records

Booklet
HI-RES34,49 Fr.
CD24,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. Juli 2016 | Schoolboy Q

Hi-Res Booklet
Flashback: Literaturkurs, elfte Klasse. Mit Seidenschal, akkurat gestutztem Schnauzbart und kreisrunder Hornbrille im Gesicht steht mein damaliger Literaturlehrer vor einer gelangweilt dreinblickenden Klasse. Immer wieder intoniert er inbrünstig die wichtigste Regel der Kunst: "Kill your darlings!" In der Literatur, wie auch in allen sonstigen kreativen Bereichen solle sich der Schaffende stets von seinen Lieblingen trennen. Szenenwechsel: Los Angeles, South Central. Quincy Matthew Hanley hat wahrlich Besseres zu tun, als seine Zeit in der Schule zu verschwenden. Quincys anfänglicher Fleiß bringt ihm zwar das Pseudonym ScHoolboy ein, schon mit zwölf schließt sich der heute 29-Jährige aber den berüchtigten Crips an und beginnt zu dealen. Der Abwärtsstrudel in die Kriminalität nimmt seinen Lauf und endet im Knast. Man wünscht sich beim Hören von ScHoolboy Qs viertem Studioalbum fast, Hanley hätte damals weiter die Schulbank gedrückt, statt die Gangster-Laufbahn einzuschlagen. Ein gewiefter Pädagoge hätte ihm obige Regel bestimmt genauso eindringlich eingebläut, und Quincy hätte sich beim Aufnehmen der Platte vielleicht daran erinnert. Das Leben ist aber nun mal kein Wunschkonzert. So liefert der Black Hippy mit "Blank Face" zwar sein bisher schlüssigstes, aber auch viel zu opulent ausfallendes Album. Der oft strapazierte Vergleich mit Crew-Kollege Kendrick greift dabei schon lange zu kurz: Wo das good kid aus der maad city die Engelsflügel spreizt und dem Moloch Compton entschwebt, packt ScHoolboy Q den Dreizack aus und suhlt sich im Morast seines Umfelds. Q ist das Yin zu Kendricks Yang, der gangbangende Konterpart zum moralisch überlegenen King Kendrick. So prägen auch "Blank Face" hauptsächlich klassische Gangster-Geschichten. Mal liefert Q ein schön dreckiges Hood-Epos ("Ride Out"), mal reminisziert er über die von Waffen und Drogen geprägten Highschool-Jahre ("JoHn Muir"). Nicht nur sein Vortrag klingt dabei äußerst variantenreich, auch die Blickwinkel auf sein Umfeld bieten verschiedenste Facetten: Im einen Moment kann man sich dank des äußerst humorvollen "Dope Dealer" ein Schmunzeln nicht verkneifen, im nächsten holt Quincy mit erschütternd realistischen Beobachtungen einer von Rassismus geprägten Gesellschaft, zum Schlag in die Magengrube aus. "Neva CHange" wirkt angesichts des schrecklichen Schicksals von Philando Castile, einem schwarzen Jugendlichen, der bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle von einem weißen Polizisten erschossen wird, als er nach seinem Führerschein greifen will, aktueller denn je: "You see them lights get behind us / They pull me out for my priors / Won't let me freeze 'fore they fire / You say that footage a liar." Der beim Blick auf die Tracklist befürchtete Feature-Überfluss bleibt aus. Trotz der insgesamt 13 Gäste behält Q stets die Oberhand. Besser noch: Das bunt gemischte Ensemble liefert genau das, was es soll: Abwechslung, ohne dem Star das Rampenlicht zu stehlen. Da wäre ein lyrisch zwar begrenzter ("Okay, okay, okay, okay, okay, okay!"), dafür aber um so unterhaltsamerer Kanye auf "THat Part", ein wie Q’s kleiner Bruder wirkender Vince Staples auf "Ride Out", oder eben E-40 mit einem Adlib-Massaker, das dem Humor von "Dope Dealer" keinen Abbruch tut. Ähnlich verhält es sich mit der Produktion: Von Swizz Beatz, über Southside und Metro Boomin, bis hin zu Tyler The Creator schraubten eine Reihe von Beat-Mechanikern am musikalischen Unterbau der "Blank Face LP" herum. Der klingt nach eingängigem West Coast-Gangsterrap, zeitweise sogar psychedelisch, und dabei stimmiger, als alle bisherigen Alben des South Central-Natives. Die zwei wesentlichen Veränderungen zu "Oxymoron" bedeuten gleichzeitig Fluch und Segen: Für die mit 17 Tracks deutlich längere Spielzeit liefert Q keine Argumente, dafür beherbergt "Blank Face" neben großartigen Songs zu viele Filler. "Overtime" inklusive tiefsinniger Miguel-Hook ("I wanna fuck right now") schreit förmlich nach Radio-Airplay. Der unerträgliche Trance-Beat von "WHatever You Want" macht den Track genauso überflüssig, wie die schrecklich uninspirierte Hook von "Big Body". "Kill your darlings!" möchte man Quincy zurufen, denn ohne oben erwähnte Ausuferungen käme die zweite Neuerung wesentlich besser zur Geltung: Gerade "Oxymoron" drohten seine herausstechenden Auskopplungen fast zu überstrahlen, "Blank Face" entfacht dagegen erst bei genauerem Hinhören seine ganze Strahlkraft. So bleibt aber ein bitterer Beigeschmack und der gute Rat an alle Musiker: Eine Albumlänge von zwölf Songs hat nicht umsonst Tradition. © Laut
CD24,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2014 | Schoolboy Q

Manchmal, aber nur manchmal, findet man sie, konstruktive YouTube-Kommentare. Einer geht so: "Kendrick had their hearts, but now it's time to turn up". Unterschreibe ich mal eben genau so. Denn obwohl "good kid, m.A.A.d. city" die wahrscheinlich beste Rap-Platte der jüngeren Zeitrechnung war, und ScHoolboy Q diese als selbsternannten Gradmesser ausgab, lassen sich beide Alben nur schwer in einen Topf werfen. Sie sind doch von Sound und Inhalt nahezu grundverschieden. Eine essenzielle Gemeinsamkeit besteht dennoch: Quincy hat wie K.Dot eine Geschichte zu erzählen. Zweiterer skizzierte seine aus der Sicht des rechtschaffenen Jungen, der der Gewalt und dem Struggle auf den Straßen Comptons entkommen wollte. Q hingegen war als Mitglied der Hoover Crips ein waschechter Gangsta aus South Central. Er saß sechs Monate wegen eines Einbruchs im Knast, jahrelang war er abhängig vom verschreibungspflichtigen Medikament Oxycodon. Das Oxymoron in der Geschichte des Oxy-Morons? Er tat es für seine kleine Tochter Joy, die auch das Cover der Platte ziert. Sie ist es auch, die das Album mit den Worten "Fuck rap, my daddy a gangsta" einläutet. Yup, "Oxymoron" ist ein klassisches Gangstarap-Album geworden, das moderner kaum sein könnte. Der Hip Hop-Purist mag zunächst aufschrecken, darf aber beruhigt sein: Zu keiner Sekunde verliert sich das Album im faden Einheitsbrei der Trap-Fließbandware aus Übersee. Das Soundbild präsentiert sich zuweilen tonnenschwer und stockdunkel, bewahrt sich aber stets die nötige Dynamik. Vermischt mit der rotzigen und kantigen Attitüde des Schuljungen entsteht eine einzigartige Ästhetik. Eindrucksvoll auf die Ohren bekommt man diese gleich zu Beginn. Das aggressive Auf-die-Fresse-Brett "Gangsta" legt den Grundstein für den folgenden virtuosen Flow-, Storytelling- und Beat-Wahnsinn. So hätte das von Pharrell produzierte "Los Awesome" auch locker seinen Platz auf "Hell Hath No Fury" finden können, stattdessen aber versieht Q es gemeinsam mit Black Hippy-Kollege und Realkeeper Jay Rock mit über jeden Zweifel erhabenen Verses. Ebenfalls spannend zu beobachten ist Qs einzigartiges Talent für eingängige Hooks. Im Vorfeld bewies dies der selbsternannte "Man Of The Year" bereits im gleichnamigen Song mit sphärischem Chromatics-Sample. Auf "Oxymoron" führen diese Tradition der Party-Anthem "Hell Of A Night" oder die Uptempo-Nummer "Collard Greens" inklusive einem über den Dingen stehenden Kendrick-Part fort. Auch das von Alchemist produzierte "Break The Bank" steht dem in nichts nach, während Q mit Flow-Variationen und Reim-Patterns jongliert. "Ladadido, ladidadidadido/ Now we 'bout to break the bank/ Money be on my miiiiind". Apropos Skills in puncto Songwriting und -struktur: ScHoolboy Q ist (leider) einer der wenigen, der sich vom gängigen Hook-Part 1-Hook-Part 2-Schema loslöst und mit gelungenen Bridges, Interludes und auch Beatwechseln ("Hoover Street") eine erfreuliche Unvorhersehbarkeit erzeugt. Hinzu kommen seine Trademark-Adlibs, durch die er schon auf "GKMC" mit einem Einzeiler einen Mini-Hype generierte. Dass der Junge obendrein noch etwas zu erzählen hat, lässt sich bereits mit einem Blick auf die Spielzeiten der einzelnen Songs erkennen, die zumeist an der für Rap unüblichen Fünf Minuten-Marke kratzen. Am ersichtlichsten wird Qs Vergangenheit besonders in zwei, vielleicht drei Songs. Während Omi hierzulande lecker Kuchen backt, bekam Quincy von seiner einen Einführungskurs in Sachen Knarren. Mit elf Jahren. Der erste Freund mit einer AK im Waffenschrank ließ nicht lange auf sich warten und Qs Karriere war früh besiegelt. Via Zeitreise blickt er zurück in die "Hoover Street". Der Straße, in der Q seine Kindheit und Teile seiner Jugend verbrachte. Wie so oft nimmt die Geschichte (zunächst) den schlechtmöglichsten Verlauf: Oxycodon, Xanax, Valium – Q wird tablettenabhängig und verabschiedet sich mehr und mehr aus der Realität. Thematisiert wird diese Zeit auf "Prescription/Oxymoron". Besonders die von seiner Tochter gesprochene Hook "What's wrong, daddy?! Wake up! Wake up!" auf einem orientierungslos vor sich hin dümpelnden Beat geht – wie der komplette Song – tatsächlich ziemlich nahe. Die Geschichte aber wäre wohl nur halb so spannend, würde sie kein gutes Ende nehmen. Denn heute steht Q mit seinen Kindheitsidolen im Studio und nimmt Hits auf. Mit Odd Future-Krawallmacher Tyler und dem fast schon totgeglaubten Gangstarap-Pionier Kurupt zerlegt er einen Anarcho-Sirenen-Beat von ersterem, mit Chef-Mafioso Raekwon philosophiert er auf "Blind Threats" auf einem organisch-warmen Beat über Gott und dessen Untätigkeit. "But if god won't help me, this gun will/ I swear I'm gon' find my way", heißt es da. Der eingeschlagene Weg scheint nicht ganz falsch zu sein. Und das ganz ohne Guns. © Laut
CD12,00 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. Januar 2011 | Top Dawg Entertainment - ScHoolboy Q

CD20,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2014 | Schoolboy Q

Manchmal, aber nur manchmal, findet man sie, konstruktive YouTube-Kommentare. Einer geht so: "Kendrick had their hearts, but now it's time to turn up". Unterschreibe ich mal eben genau so. Denn obwohl "good kid, m.A.A.d. city" die wahrscheinlich beste Rap-Platte der jüngeren Zeitrechnung war, und ScHoolboy Q diese als selbsternannten Gradmesser ausgab, lassen sich beide Alben nur schwer in einen Topf werfen. Sie sind doch von Sound und Inhalt nahezu grundverschieden. Eine essenzielle Gemeinsamkeit besteht dennoch: Quincy hat wie K.Dot eine Geschichte zu erzählen. Zweiterer skizzierte seine aus der Sicht des rechtschaffenen Jungen, der der Gewalt und dem Struggle auf den Straßen Comptons entkommen wollte. Q hingegen war als Mitglied der Hoover Crips ein waschechter Gangsta aus South Central. Er saß sechs Monate wegen eines Einbruchs im Knast, jahrelang war er abhängig vom verschreibungspflichtigen Medikament Oxycodon. Das Oxymoron in der Geschichte des Oxy-Morons? Er tat es für seine kleine Tochter Joy, die auch das Cover der Platte ziert. Sie ist es auch, die das Album mit den Worten "Fuck rap, my daddy a gangsta" einläutet. Yup, "Oxymoron" ist ein klassisches Gangstarap-Album geworden, das moderner kaum sein könnte. Der Hip Hop-Purist mag zunächst aufschrecken, darf aber beruhigt sein: Zu keiner Sekunde verliert sich das Album im faden Einheitsbrei der Trap-Fließbandware aus Übersee. Das Soundbild präsentiert sich zuweilen tonnenschwer und stockdunkel, bewahrt sich aber stets die nötige Dynamik. Vermischt mit der rotzigen und kantigen Attitüde des Schuljungen entsteht eine einzigartige Ästhetik. Eindrucksvoll auf die Ohren bekommt man diese gleich zu Beginn. Das aggressive Auf-die-Fresse-Brett "Gangsta" legt den Grundstein für den folgenden virtuosen Flow-, Storytelling- und Beat-Wahnsinn. So hätte das von Pharrell produzierte "Los Awesome" auch locker seinen Platz auf "Hell Hath No Fury" finden können, stattdessen aber versieht Q es gemeinsam mit Black Hippy-Kollege und Realkeeper Jay Rock mit über jeden Zweifel erhabenen Verses. Ebenfalls spannend zu beobachten ist Qs einzigartiges Talent für eingängige Hooks. Im Vorfeld bewies dies der selbsternannte "Man Of The Year" bereits im gleichnamigen Song mit sphärischem Chromatics-Sample. Auf "Oxymoron" führen diese Tradition der Party-Anthem "Hell Of A Night" oder die Uptempo-Nummer "Collard Greens" inklusive einem über den Dingen stehenden Kendrick-Part fort. Auch das von Alchemist produzierte "Break The Bank" steht dem in nichts nach, während Q mit Flow-Variationen und Reim-Patterns jongliert. "Ladadido, ladidadidadido/ Now we 'bout to break the bank/ Money be on my miiiiind". Apropos Skills in puncto Songwriting und -struktur: ScHoolboy Q ist (leider) einer der wenigen, der sich vom gängigen Hook-Part 1-Hook-Part 2-Schema loslöst und mit gelungenen Bridges, Interludes und auch Beatwechseln ("Hoover Street") eine erfreuliche Unvorhersehbarkeit erzeugt. Hinzu kommen seine Trademark-Adlibs, durch die er schon auf "GKMC" mit einem Einzeiler einen Mini-Hype generierte. Dass der Junge obendrein noch etwas zu erzählen hat, lässt sich bereits mit einem Blick auf die Spielzeiten der einzelnen Songs erkennen, die zumeist an der für Rap unüblichen Fünf Minuten-Marke kratzen. Am ersichtlichsten wird Qs Vergangenheit besonders in zwei, vielleicht drei Songs. Während Omi hierzulande lecker Kuchen backt, bekam Quincy von seiner einen Einführungskurs in Sachen Knarren. Mit elf Jahren. Der erste Freund mit einer AK im Waffenschrank ließ nicht lange auf sich warten und Qs Karriere war früh besiegelt. Via Zeitreise blickt er zurück in die "Hoover Street". Der Straße, in der Q seine Kindheit und Teile seiner Jugend verbrachte. Wie so oft nimmt die Geschichte (zunächst) den schlechtmöglichsten Verlauf: Oxycodon, Xanax, Valium – Q wird tablettenabhängig und verabschiedet sich mehr und mehr aus der Realität. Thematisiert wird diese Zeit auf "Prescription/Oxymoron". Besonders die von seiner Tochter gesprochene Hook "What's wrong, daddy?! Wake up! Wake up!" auf einem orientierungslos vor sich hin dümpelnden Beat geht – wie der komplette Song – tatsächlich ziemlich nahe. Die Geschichte aber wäre wohl nur halb so spannend, würde sie kein gutes Ende nehmen. Denn heute steht Q mit seinen Kindheitsidolen im Studio und nimmt Hits auf. Mit Odd Future-Krawallmacher Tyler und dem fast schon totgeglaubten Gangstarap-Pionier Kurupt zerlegt er einen Anarcho-Sirenen-Beat von ersterem, mit Chef-Mafioso Raekwon philosophiert er auf "Blind Threats" auf einem organisch-warmen Beat über Gott und dessen Untätigkeit. "But if god won't help me, this gun will/ I swear I'm gon' find my way", heißt es da. Der eingeschlagene Weg scheint nicht ganz falsch zu sein. Und das ganz ohne Guns. © Laut
CD14,39 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Juli 2013 | Dundridge Entertainment - Unlimited Business

CD12,79 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 6. April 2015 | Dundridge Entertainment - Unlimited Business

CD24,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. Juli 2016 | Schoolboy Q

Booklet
Flashback: Literaturkurs, elfte Klasse. Mit Seidenschal, akkurat gestutztem Schnauzbart und kreisrunder Hornbrille im Gesicht steht mein damaliger Literaturlehrer vor einer gelangweilt dreinblickenden Klasse. Immer wieder intoniert er inbrünstig die wichtigste Regel der Kunst: "Kill your darlings!" In der Literatur, wie auch in allen sonstigen kreativen Bereichen solle sich der Schaffende stets von seinen Lieblingen trennen. Szenenwechsel: Los Angeles, South Central. Quincy Matthew Hanley hat wahrlich Besseres zu tun, als seine Zeit in der Schule zu verschwenden. Quincys anfänglicher Fleiß bringt ihm zwar das Pseudonym ScHoolboy ein, schon mit zwölf schließt sich der heute 29-Jährige aber den berüchtigten Crips an und beginnt zu dealen. Der Abwärtsstrudel in die Kriminalität nimmt seinen Lauf und endet im Knast. Man wünscht sich beim Hören von ScHoolboy Qs viertem Studioalbum fast, Hanley hätte damals weiter die Schulbank gedrückt, statt die Gangster-Laufbahn einzuschlagen. Ein gewiefter Pädagoge hätte ihm obige Regel bestimmt genauso eindringlich eingebläut, und Quincy hätte sich beim Aufnehmen der Platte vielleicht daran erinnert. Das Leben ist aber nun mal kein Wunschkonzert. So liefert der Black Hippy mit "Blank Face" zwar sein bisher schlüssigstes, aber auch viel zu opulent ausfallendes Album. Der oft strapazierte Vergleich mit Crew-Kollege Kendrick greift dabei schon lange zu kurz: Wo das good kid aus der maad city die Engelsflügel spreizt und dem Moloch Compton entschwebt, packt ScHoolboy Q den Dreizack aus und suhlt sich im Morast seines Umfelds. Q ist das Yin zu Kendricks Yang, der gangbangende Konterpart zum moralisch überlegenen King Kendrick. So prägen auch "Blank Face" hauptsächlich klassische Gangster-Geschichten. Mal liefert Q ein schön dreckiges Hood-Epos ("Ride Out"), mal reminisziert er über die von Waffen und Drogen geprägten Highschool-Jahre ("JoHn Muir"). Nicht nur sein Vortrag klingt dabei äußerst variantenreich, auch die Blickwinkel auf sein Umfeld bieten verschiedenste Facetten: Im einen Moment kann man sich dank des äußerst humorvollen "Dope Dealer" ein Schmunzeln nicht verkneifen, im nächsten holt Quincy mit erschütternd realistischen Beobachtungen einer von Rassismus geprägten Gesellschaft, zum Schlag in die Magengrube aus. "Neva CHange" wirkt angesichts des schrecklichen Schicksals von Philando Castile, einem schwarzen Jugendlichen, der bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle von einem weißen Polizisten erschossen wird, als er nach seinem Führerschein greifen will, aktueller denn je: "You see them lights get behind us / They pull me out for my priors / Won't let me freeze 'fore they fire / You say that footage a liar." Der beim Blick auf die Tracklist befürchtete Feature-Überfluss bleibt aus. Trotz der insgesamt 13 Gäste behält Q stets die Oberhand. Besser noch: Das bunt gemischte Ensemble liefert genau das, was es soll: Abwechslung, ohne dem Star das Rampenlicht zu stehlen. Da wäre ein lyrisch zwar begrenzter ("Okay, okay, okay, okay, okay, okay!"), dafür aber um so unterhaltsamerer Kanye auf "THat Part", ein wie Q’s kleiner Bruder wirkender Vince Staples auf "Ride Out", oder eben E-40 mit einem Adlib-Massaker, das dem Humor von "Dope Dealer" keinen Abbruch tut. Ähnlich verhält es sich mit der Produktion: Von Swizz Beatz, über Southside und Metro Boomin, bis hin zu Tyler The Creator schraubten eine Reihe von Beat-Mechanikern am musikalischen Unterbau der "Blank Face LP" herum. Der klingt nach eingängigem West Coast-Gangsterrap, zeitweise sogar psychedelisch, und dabei stimmiger, als alle bisherigen Alben des South Central-Natives. Die zwei wesentlichen Veränderungen zu "Oxymoron" bedeuten gleichzeitig Fluch und Segen: Für die mit 17 Tracks deutlich längere Spielzeit liefert Q keine Argumente, dafür beherbergt "Blank Face" neben großartigen Songs zu viele Filler. "Overtime" inklusive tiefsinniger Miguel-Hook ("I wanna fuck right now") schreit förmlich nach Radio-Airplay. Der unerträgliche Trance-Beat von "WHatever You Want" macht den Track genauso überflüssig, wie die schrecklich uninspirierte Hook von "Big Body". "Kill your darlings!" möchte man Quincy zurufen, denn ohne oben erwähnte Ausuferungen käme die zweite Neuerung wesentlich besser zur Geltung: Gerade "Oxymoron" drohten seine herausstechenden Auskopplungen fast zu überstrahlen, "Blank Face" entfacht dagegen erst bei genauerem Hinhören seine ganze Strahlkraft. So bleibt aber ein bitterer Beigeschmack und der gute Rat an alle Musiker: Eine Albumlänge von zwölf Songs hat nicht umsonst Tradition. © Laut
CD12,79 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 15. September 2014 | Dundridge Entertainment - Unlimited Business

CD2,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. Juli 2016 | Schoolboy Q

CD1,50 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. Oktober 2011 | Top Dawg Entertainment

CD1,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. April 2013 | Interscope

CD15,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. Oktober 2011 | Top Dawg Entertainment

CD2,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 5. April 2016 | Schoolboy Q