Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
HI-RES26,49 Fr.
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 24. September 1991 | Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
"Blood Sugar Sex Magik". Der Titel allein versprach Außergewöhnliches. Dann ließ Rick Rubin die Scheibe 1991 auch noch in seinem Anwesen einspielen (das einst Errol Flynn gehörte), in dem es angeblich spukte. Man ahnt: Hier fand einer der Momente der Rockhistorie statt, in dem alle Beteiligten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort alles richtig machten. Mit ihrem fünften (!) Studioalbum entfalteten sich die Red Hot Chili Peppers einem Atompilz gleich. Wenngleich man schon zwei Jahre zuvor der durchgeknallt funkrockenden Scheibe "Mother's Milk" anhörte: Die vier bunten Vögel aus L.A. könnten eines Tages über sich hinaus wachsen. Das lag mit Sicherheit am Einstieg des jungen Gitarristen John Frusciante. Seine Kreativität, seine Begabung, den Funk auf ein knackiges Minimum zu reduzieren, wurde zum Eckpfeiler, zum Alleinstellungsmerkmal von "BSSM". Nur so viel: Wer den Groove des Intro-Licks von "If You Have To Ask" nicht spürt, weiß nicht, was ich meine (und wer Fleas Bass-Intro zu "Funky Monks" nicht fühlt, wird es niemals verstehen). Um 1988/1989 hatten Frontmann Anthony Kiedis und Flea zudem einen neuen, mächtig schlagenden Drummer rekrutiert: Chad Smith. Denn bei aller Ausgewogenheit im Endmix: Die Power im Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass, all diese Funkrock infizierten Rhythmusgerüste geben dem Album das Brandzeichen. Wie Produzent Rubin beispielsweise Chads Kit im Raum verteilt, wie dessen Snare über die Songs hinweg kracht, wie er die rasselnd akzentuierten Hi-Hats spielt - good old Chadwick hatte nie mehr einen besseren Drumsound. So heavy, so klar, so auf den Punkt, so dynamisch wie ein geschmeidiges Raubtier: Nie mehr spielte er so funky. Von derlei Produktionsmerkmalen abgesehen, bleibt das Entspannte an "BSSM": Die Platte wirkte nicht durch eine politische Message oder stellte den Soundtrack einer Jugendbewegung. Nein. Die Peppers waren einfach eine heiße Band aus L.A., vier Nerds, die es wissen wollten, und es kurze Zeit später tatsächlich schafften, mit einer einzigen Platte wenigstens eine Generation Musiker zu prägen. Neben dem Potential brachte der Vierer dafür den nötigen Style mit: In einer Zeit, als lange Bandnamen out waren, kamen sie mit einem extralangen daher. Machten den Ziegenbart hoffähig und präsentierten Tattoos auf nackten, durchtrainierten Oberkörpern leger zu Bundfaltenhosen. Crossover hatte definitv einen seiner wenigen Höhepunkte erreicht. Die Faszination dieser 17 Stücke komplett einzufangen, bleibt schwierig. Heavy-Brecher ("Suck My Kiss", "The Greeting Song") gehen in unpeinliche, energische Balladen ("Under The Bridge", "Breaking The Girl") über oder stehen neben acht Minuten lang mäandernden Midtempotracks ("Sir Psycho Sexy"). Und wie konnte eigentlich ein so rüder, vor Melodie nicht gerade strotzender Track wie "Give It Away" Mainstream werden? Lag es vielleicht an der Authentizität der Musiker? Wenn Kiedis etwa über den Drogensumpf singt, hat er am eigenen Leibe erfahren, was dies bedeutet. Und um das noch klarzustellen: Ohne den gut aussehenden Anthony und seine Leistung in der Gesangskabine, wären der Ruhm und spätere Erfolge ausgeblieben. "BSSM" gehörte zu Beginn der 90er zu den Platten, die musikalische Erweckungserlebnisse initiierten: Sie half dabei, den eigenen, verkrusteten Musikgeschmack aufzubrechen und bescherte den Peppers eine Karriere, die sie heute auf den Spuren der Stones wandeln lässt - was Bekanntheitsgrad und Durchhaltevermögen angeht. Vor 20 Jahren explodierte die Platte so heftig, dass der drogensüchtige Frusciante noch während der laufenden Welttour in Japan kurzerhand ausstieg. Die Maschine war unkontrollierbar geworden. Warum eine einzige Platte so viel Energie freisetzt? Der Film zur Platte namens "Funky Monks" gewährt zumindest einen Einblick. Am Anfang könnte aber auch ein so einfacher wie schwierig greifbarer Grund stehen, wenn man etwa dem Autor und Drummer Rich Lackowksi zuhört: "Ich erinnere mich, dass ich "BSSM" mit 16 bekam. Ich spielte seit sechs Jahren Schlagzeug und machte mit Neil Peart die ersten Schritte im Progressive Rock, mit Lars Ulrich im Metal und mit John Bonham im Classic Rock. Das Chili Peppers-Album hatte jedoch etwas Neues, von dem ich nicht genug bekam." © Laut
Ab
HI-RES25,49 Fr.
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 16. August 1989 | EMI - EMI Records (USA)

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Ab
HI-RES25,49 Fr.
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 1985 | Capitol Records (CAP)

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Ab
CD18,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 24. September 1991 | Warner Records

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
"Blood Sugar Sex Magik". Der Titel allein versprach Außergewöhnliches. Dann ließ Rick Rubin die Scheibe 1991 auch noch in seinem Anwesen einspielen (das einst Errol Flynn gehörte), in dem es angeblich spukte. Man ahnt: Hier fand einer der Momente der Rockhistorie statt, in dem alle Beteiligten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort alles richtig machten. Mit ihrem fünften (!) Studioalbum entfalteten sich die Red Hot Chili Peppers einem Atompilz gleich. Wenngleich man schon zwei Jahre zuvor der durchgeknallt funkrockenden Scheibe "Mother's Milk" anhörte: Die vier bunten Vögel aus L.A. könnten eines Tages über sich hinaus wachsen. Das lag mit Sicherheit am Einstieg des jungen Gitarristen John Frusciante. Seine Kreativität, seine Begabung, den Funk auf ein knackiges Minimum zu reduzieren, wurde zum Eckpfeiler, zum Alleinstellungsmerkmal von "BSSM". Nur so viel: Wer den Groove des Intro-Licks von "If You Have To Ask" nicht spürt, weiß nicht, was ich meine (und wer Fleas Bass-Intro zu "Funky Monks" nicht fühlt, wird es niemals verstehen). Um 1988/1989 hatten Frontmann Anthony Kiedis und Flea zudem einen neuen, mächtig schlagenden Drummer rekrutiert: Chad Smith. Denn bei aller Ausgewogenheit im Endmix: Die Power im Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass, all diese Funkrock infizierten Rhythmusgerüste geben dem Album das Brandzeichen. Wie Produzent Rubin beispielsweise Chads Kit im Raum verteilt, wie dessen Snare über die Songs hinweg kracht, wie er die rasselnd akzentuierten Hi-Hats spielt - good old Chadwick hatte nie mehr einen besseren Drumsound. So heavy, so klar, so auf den Punkt, so dynamisch wie ein geschmeidiges Raubtier: Nie mehr spielte er so funky. Von derlei Produktionsmerkmalen abgesehen, bleibt das Entspannte an "BSSM": Die Platte wirkte nicht durch eine politische Message oder stellte den Soundtrack einer Jugendbewegung. Nein. Die Peppers waren einfach eine heiße Band aus L.A., vier Nerds, die es wissen wollten, und es kurze Zeit später tatsächlich schafften, mit einer einzigen Platte wenigstens eine Generation Musiker zu prägen. Neben dem Potential brachte der Vierer dafür den nötigen Style mit: In einer Zeit, als lange Bandnamen out waren, kamen sie mit einem extralangen daher. Machten den Ziegenbart hoffähig und präsentierten Tattoos auf nackten, durchtrainierten Oberkörpern leger zu Bundfaltenhosen. Crossover hatte definitv einen seiner wenigen Höhepunkte erreicht. Die Faszination dieser 17 Stücke komplett einzufangen, bleibt schwierig. Heavy-Brecher ("Suck My Kiss", "The Greeting Song") gehen in unpeinliche, energische Balladen ("Under The Bridge", "Breaking The Girl") über oder stehen neben acht Minuten lang mäandernden Midtempotracks ("Sir Psycho Sexy"). Und wie konnte eigentlich ein so rüder, vor Melodie nicht gerade strotzender Track wie "Give It Away" Mainstream werden? Lag es vielleicht an der Authentizität der Musiker? Wenn Kiedis etwa über den Drogensumpf singt, hat er am eigenen Leibe erfahren, was dies bedeutet. Und um das noch klarzustellen: Ohne den gut aussehenden Anthony und seine Leistung in der Gesangskabine, wären der Ruhm und spätere Erfolge ausgeblieben. "BSSM" gehörte zu Beginn der 90er zu den Platten, die musikalische Erweckungserlebnisse initiierten: Sie half dabei, den eigenen, verkrusteten Musikgeschmack aufzubrechen und bescherte den Peppers eine Karriere, die sie heute auf den Spuren der Stones wandeln lässt - was Bekanntheitsgrad und Durchhaltevermögen angeht. Vor 20 Jahren explodierte die Platte so heftig, dass der drogensüchtige Frusciante noch während der laufenden Welttour in Japan kurzerhand ausstieg. Die Maschine war unkontrollierbar geworden. Warum eine einzige Platte so viel Energie freisetzt? Der Film zur Platte namens "Funky Monks" gewährt zumindest einen Einblick. Am Anfang könnte aber auch ein so einfacher wie schwierig greifbarer Grund stehen, wenn man etwa dem Autor und Drummer Rich Lackowksi zuhört: "Ich erinnere mich, dass ich "BSSM" mit 16 bekam. Ich spielte seit sechs Jahren Schlagzeug und machte mit Neil Peart die ersten Schritte im Progressive Rock, mit Lars Ulrich im Metal und mit John Bonham im Classic Rock. Das Chili Peppers-Album hatte jedoch etwas Neues, von dem ich nicht genug bekam." © Laut
Ab
HI-RES25,49 Fr.
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2013 | EMI - EMI Records (USA)

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Ab
HI-RES25,49 Fr.
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2013 | Capitol Records (CAP)

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Ab
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 26. August 2011 | Warner Records

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
"Monarchy Of Roses" brummt in bester Jammanier los, um sich in einen glockenhellen Refrain zu ergießen, der sich im Schlussteil auch noch zur hymnischen Rockgeste nach oben schraubt. Das Schema des an Siebziger-Rock und -Disco angelehnten Openers steht exemplarisch dafür, was den Peppers regelmäßig attestiert wird: Viel zu poppig, ja berechenbar sind sie geworden. Wer "The Adventures Of Rain Dance Maggie" hört, kann da nur nicken. Die legere Vorabsingle strotzt nicht gerade vor Überraschungen. In der Art polarisieren die Kalifornier schon lange: Was den einen langweilt, bei dem schaut der nächste genauer hin und attestiert bandinterne Innovation. Unbestreitbar bleibt, dass sich in der Nachfolge von "Mother's Milk" (1989) und "Blood Sugar Sex Magik" (1991) emotionale Eingängigkeit gleichberechtigt zum Faktor Härte gesellte. Frühestens seit "One Hot Minute" (1995) dürfte das Hörerlager gespalten sein. Damals mit Dave Navarro wie heute mit Bandintimus Josh Klinghoffer traten die Peppers mit neuem Gitarristen an, weil der ihnen eigentlich vom Universum vorbestimmte John Frusciante nicht mehr konnte respektive wollte. Und klar, wer einem Frusciante nachfolgt, setzt sich gleich dem Generalverdacht der Ungenialität aus. Besagte Single zeigt aber auch, wie nahe der neue dem alten Gitarristen steht, die ausgefeilten Arrangements ficht Josh gleichwohl mit etwas feinerer, zurückhaltenderer Klinge aus. Seine Soundeinstellungen und auch Backing-Chöre zeugen gleichfalls von ähnlichen Vorstellungen. Und hinlangen kann er auch, wenns sein muss ("Goodbye Hooray"). Bei allem Altbekannten hört man der Platte dennoch einen frischen Vibe an, der sie von anderen Peppers-Alben unterscheidet. Neben Klinghoffer sollen dafür, glaubt man der Band, u.a. Fleas Musiktheoriestudium sowie sein neu erlerntes Pianospiel mitverantwortlich sein (komischerweise denke ich bei seinen Bassläufen manchmal für Sekundebruchteile an "One Hot Minute" - oder hört man einfach nur seinen Einfluss deutlicher heraus?). Und in der Tat: "Even You Brutus?", das mit großartigem Refrain erneut an Jeff Lynnes Arbeit erinnert, die ausladend melodiös und funky groovenden "Look Around" bzw. das Odd-Meter-Stück "Ethiopia" sind alles atmosphärisch starke Kompositionen mit hitverdächtigen Parts. Unterm Strich legt die Scheibe insgesamt auch wieder an Transparenz zu. Das unspektakuläre, schnellere und eher spärlich arrangierte "Factory Of Faith" bleibt mein Refrain-Favorit. Aus dem Rahmen fällt zudem das treibend sphärische und an Härte zulegende "Dance, Dance, Dance". Nicht nur diese beiden Songs ist anzuhören, dass der Vierer Spaß am eigenen Tun hat. Zudem kommen afrikanische Klänge und Rhythmen zum Zug (etwa "Did I Let You Know"). "Brendan's Death Song" und "Police Station" stellen sich in die Reihe der guten Peppers-Balladen. Natürlich gibt es auch Stücke, die persönlich weniger gefallen ("Meet Me At The Corner", "Happiness Loves Company"). Ohnehin beruht die eingangs erwähnte Polarisierung weniger auf Fakten und musikalischer Qualität von Songs und Akteuren, sondern entspringt meist den Köpfen der Hörer, also dem eigenen Wunsch, wie die Peppers gefälligst zu klingen haben. Bei solcher Unentspanntheit bei der Rezeption zitiert man nur zu gerne Drummer Chad Smith, befragt nach seinen Einflüssen während des aktuellen Songwritings: "Ich hab' dem Herzschlag meiner Frau durch ihre wunderschönen großen Brüste zugehört. Das war sehr inspirierend." © Laut
Ab
HI-RES26,49 Fr.
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Juni 1999 | Warner Records

Hi-Res
Das wurde aber auch Zeit: Nach vier Jahren melden sich vier Freunde mit ihrem nunmehr zehnten Album zurück, das schon seit mindestens einem Jahr überfällig war. Anthony, Flea und Chad haben wieder mit John Frusciante zusammengefunden, der zuletzt "Blood Sugar Sex Magic" mit seinem Saitenspiel verzierte. Auch Hitmaker Rick Rubin ist wieder mit am Start, welcher auf letzgenannter Platte und zuletzt bei "One Hot Minute" an den Reglern saß. Nun sind natürlich die Erwartungen extrem hoch gesteckt bei einem derartigen Treffen der Crossover-Giganten. Viele Fans hoffen auf einen Neuaufguß der guten alten Zeiten. Jedoch findet man beim ersten Durchlauf noch keinen Chartbreaker wie "Give It Away". Die Platte ist ruhiger und balladenlastiger. Der Funk machte Platz für mehr Melodie, ganz nach dem Motto: Heartbreaker statt Chartbreaker. Leider hört man den Flea-Baß dementsprechend selten slappen. Die melodiöse Schiene haben die Chilis ja schon unauffällig mit ihrer ersten Single "Scar Tissue" befahren - ein Mitsingohrwurm, der daß Potential eines Sommerhits aufweist. Und nicht der einzige auf der Platte. 15 Songs beschert uns die 4-jährige Kreativpause und wohl die Hälfte könnte getrost als Single ausgekoppelt werden. Die ruhige Tour steht Anthony Kiedis' Stimme nicht schlecht zu Gesicht, was uns ja schon seit "Under The Bridge" oder "Soul To Squeeze" bekannt ist. Aber die Texte wirken jetzt anspruchsvoller, das Titelstück "Californication" (Fornication = Unzucht) ist die traurige Kritik an der zunehmenden Kalifornisierung der Medien durch die Hollywood-Studios, die Erschaffung eines neuen künstlichen und unnatürlichen Über-Menschenbilds im Stile von Pamela Anderson und Co. Die Kampfansage gegen Plastiktitten und Enthaarungscremes. Beim zweiten Hinhören fällt auf, daß "Californication" trotz gefühlvoller Passagen auch druckvolle Up-Tempo-Hymnen wie "Easily" oder das kantige "Parallel Universe" enthält, die zum Stagediven einladen und somit auch hartgesottenere Fans zufrieden stellen dürften. Und natürlich sind alle froh, daß John Frusciante uns wieder mit seinen minimalistischen Gitarrenkunstwerken beglücken darf. Unangenehm fällt mir persönlich dabei auf, daß meine Kopie total übersteuert ist und dies zu störenden Schepper-Geräuschen im Hochtonbereich führt. Trotz allem eine Platte, die bei so manchem einen gebührlichen Soundtrack zu diesem Sommer abgeben wird. © Laut
Ab
HI-RES27,99 Fr.
CD24,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Mai 2006 | Warner Records

Hi-Res
Beginnen wir mit einem Detail, dem abschließenden Gitarrensolo der Single "Dani California". Da ist er wieder. Der John Frusciante, der die Funk-Maniacs ab Ende der 80er gemeinsam mit der unglaublichen Groove-Power des neuen Drummers Chad Smith in die Rock-Stratosphäre katapultierte. Hendrix-Fan Frusciante spielt Rock und Funk mit einzigartigem Drive auf den Punkt. Wem dies nicht in Sekunden-Bruchteilen durch die Synapsen fährt, der behandelt die Peppers nach über 20-jähriger Karriere allein mit den grauen Zellen und ohne Herz. Was darf man eigentlich von den Kaliforniern heutzutage erwarten? Bestimmt keine zweite Revolution. Sie beschreiten ihren (früher zuweilen dunklen) Pfad gewissenhaft fort und haben, das sollte man nicht vergessen, viele Bands überlebt. "Stadium Arcadium" kann als Quintessenz dieses Weges begriffen werden. Und eine Single wie "Dani California" gießt dies ins Hit-Format - wie es früher bereits "Can't Stop", "Scar Tissue" oder "Soul To Squeeze" verstanden. Die entscheidenden Eckpfeiler des aktuellen Sounds: Spätestens seit "Californication" ist die Band an betont schönen Melodien und eingängigen Songs interessiert. Davon gibt es reichlich, das an Dichte zunehmende "Snow (Hey Ho)", das mäandernde "Stadium Arcadium", das zu Beginn sanfte "Slow Cheetah" oder das optimistische "Desecration Smile". Allerdings huldigen die Peppers im Vergleich zur ach Gott so erwachsenen 'Beatlemania' von "By The Way" endlich wieder dem unbeschwerten Funk-Rocker (etwa beim Johnny Ramone gewidmeten "Readymade"). So wäre die Gitarrenarbeit von "Turn It Again" auf "By The Way" unmöglich gewesen. Natürlich kommt das alles nicht so ungestüm zur Sache wie etwa auf "Mother's Milk" von 1989. Der Funk-Rock anno 2006 will nicht mehr ins Fleisch schneiden, er rockt optimistisch nach vorne. Dafür beschwört das reduzierte "Hump De Bump" jenen Geist herauf, der 1991 bei "Blood Sugar Sex Magik" herrschte. Kombiniert mit den Bläserparts und einer bei den Peppers bis dato nicht gehörten Percussionspur sorgt das US-Quartett aber gleichzeitig für Überraschungen. Dabei mag es eine Rolle gespielt haben, dass "Stadium Arcadium" in just demselben Haus im Laurel Canyon entstand wie "Blood Sugar Sex Magik". Auch besagtes "Readymade", die Funk-Perle "21st Century" oder das fordernde "Storm In A Teacup" erinnern in der Produktion an diese Phase. Dem Himmel sei dank, auch wenn dies Geschmackssache bleibt. Wie auf "Animal Bar" klangen die Red Hots ebenfalls noch nie: eine straighte Rock-Nummer mit schwebenden Strophen, die im kräftigen Refrain auf den Boden geholt werden. Anthony Kiedis steigert sich hier von einfühlsamen Vocals vorzüglich in einen Power-Refrain hinein. Die Nummer zeigt die Kreativität der Band und beweist, dass Taktgeber Frusciante seine Gitarren bei weitem noch nicht ausgereizt hat. Ähnlich entrückt, aber intimer geben sich das leise "If", der einzige Track ohne Drums, oder "We Believe". "Charlie", "Torture Me", "Warlocks", "C'mon Girl", das mit einem experimentellen Gitarrensolo ausgestattete "Tell Me Baby" und auch das transparente, schwere "She's Only 18" funktionieren dagegen nach dem "Californication"-Rezept: Funk oder heftigerer Rock verbindet sich mit betont melodiösen Parts, besonders Chor-gestützte Refrains. Aber auch Beschauliches und Emotionales wirbt um Aufmerksamkeit - bevorzugt um die des "By The Way"-Publikums (etwa "Hey", "She Looks To Me" und "Wet Sand"). "Stadium Arcadium" bietet zu allem Überfluss aber noch "Strip My Mind", das trotz seiner Slow Motion-Wucht einem Frusciante-Soloalbum gut zu Gesicht stünde. Gerade sein Gitarrenspuren-Effekte-Patchwork, das Technik geschmeidig mit Musikalität verschmelzt, garantiert die Abwechslung in jedem einzelnen Song. Dies bleibt der große Pluspunkt der Peppers: Ihre Fähigkeit, die Stücke interessant zu gestalten. Es finden sich endlos Riffs, Soli, Melodien, Sound-Einsprengsel und verschiedenartige Parts. In Kombination mit der bauchgesteuerten Dynamik der Backline wird einem mal wieder klar, weshalb es die Funk/Punk-Chaoten bis auf den Rock-Olymp gebracht haben. Obwohl ein Trommler von Chad Smiths Fähigkeiten auf einem Doppelalbum, dessen Hälften auch noch "Mars" und "Jupiter" heißen, ruhig mal hätte ausflippen können. Am Ende haben die Peppers in drei Jahren 38 Songs geschaffen, von denen es wiederum 28 auf "Stadium Arcadium" schafften. Und so wird sich der Kritiker wieder seiner grauen Zellen erinnern und jede Menge "Füllmaterial" ausmachen. Gleichwohl: "Stadium Arcadium" enthält keinen einzigen schlechten Track. Höchstens Stücke, die weniger gefallen. Und selbst diese lassen sich an einer Hand abzählen, da es kein einzig peinliches Riff gibt. Diese Band strotzt vor kreativer Energie, und ihr neuntes Studioalbum hält massenweise Singles bereit. Nur wer damit nicht zurecht kommt, hat ein Problem, nicht die Band. © Laut
Ab
HI-RES26,49 Fr.
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Juni 2002 | Warner Records

Hi-Res
Schon vor der Arbeit zum Plattenladen rennen, wie lange hab ich so was schon nicht mehr gebracht? Morgens um viertel nach neun im Saturn ist die Welt noch in Ordnung und die Peppers zum Glück noch nicht ausverkauft. 11 Euro Einführungspreis, danke und tschüss. Jetzt aber schnell ins Büro zum Anhören. Zuerst stellt sich die Frage nach dem Cover. Was soll diese Beerdigungsszene auf der Rückseite? Tragen die Peppers den Funk nun endgültig zu Grabe? Mal sehen. Die Single "By The Way" wird erst mal geskippt, die kennen wir ja schon und dieser Ohrwurm bohrt sich schon seit drei Wochen durch die Hirnwindungen. Aber wie hieß doch gleich dieser Song, den John live auf dem Southside teils mit Akustikgitarre gespielt hat? "Universally Speaking" ist es nicht, klingt aber auch ganz nett. Ein bisschen viel Tschingerassabumm, nicht ganz nach meinem Gusto. "This Is The Place" lässt mich - wie schon bei Californication - an der Technik zweifeln. Im Hintergrund brummt und knarzt es mächtig. Jetzt stellt sich wieder die Frage, ob das wirklich so gewollt ist, oder ob die Techniker um Rick Rubin und die Peppers einfach keinen Sound aussteuern können. Egal, man kann sich auch einbilden, es klänge erfrischend retro und verstaubt, irgendwie vintage eben. Beim Gitarrenspiel von "Dosed" treibt mir John mit seinem harfengleichen Gitarrenspiel die Tränen in die Augen. Und Kiedis tut sein Übriges mit schmachtender Poesie. Das filigrane Lick in der letzten Strophe könnte ich mir auch gut als 60-minütigen Dauerloop vorstellen. Hören wir da etwa bei "The Zephyr Song" eine kleine weiche Drummachine im Hintergrund? Da hatte sicher John seine Finger im Spiel. Gut dass Chad schnell eingreift und das kleine Ding platt haut. Perfekter Song, nur dass der Refrain etwas zu schwülstig geraten ist. Jetzt bist du dran, Kollege Schuh. Für dich muss ich jetzt erst mal zu "Can't Stop" wie ein Irrer um den Tisch moshen. Der erste Funkrockbrecher ist in Sicht und er hat gute Chancen, die zweite Single-Auskopplung zu werden, wetten? Der Funk wird hier nicht beerdigt, basta! OK, mit "I Could Die For You" gehen die Peppers für meinen Geschmack ein wenig zu weit. Zu viel Background-Gejammer für mein schwaches Herz. Und bei "Midnight" Streicher einzusetzen, ist schon gewagt. Halt, da tönt eine Polizeisirene, vielleicht kommt da noch was. Na ja, nicht wirklich. Eher Durchschnitt. Endlich rückt bei "Throw Away Your Television" mal Fleas Burnerbass an die Front. Im Zusammenspiel mit Johns Experimenten am Synthi bzw. am Verzerrer entpuppt sich das Teil zum echten Funkmonster und muss gleich noch mal durchgehört werden. Mit "Cabron" zelebrieren die Peppers ihre mexikanischen Roots. John als Virtuose an Flamencoklampfe und Steelguitar. Vielleicht eine unfreiwillig komische Kombination im Stile von Ween, die aber nicht weiter verwunderlich ist. Denn bei "On Mercury" verirren sich die Peppers dann noch in unergründete Ska-Gefilde, machen dort aber auch keinen schlechten Eindruck. Und endlich, da ist es wieder, dieses kleine anmutig psychedelische Juwel, das John auf der Bühne so wundervoll mit der Akustikklampfe untermalt hat. "Venice Queen" heißt es und bildet ein schillerndes Gänsehaut-Ornament um ein prall gefülltes Hit-Paket. 16 Hit-Rationen in einem Verpflegungspaket, das sicher nicht nur diesen Sommer überdauern wird. © Laut
Ab
HI-RES22,99 Fr.
CD19,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Juni 2016 | Warner Records

Hi-Res
Die Red Hot Chili Peppers sind zurück und so scharf wie eh und je! Nach fünf langen Jahren ohne Neuheiten hat die kalifornische Band endlich wieder den Weg ins Studio gefunden. Und bei diesem Mal war keine Spur von Rick Rubins langem weißen Bart bei den Recording Sessions zu sehen, da Danger Mouse und Nigel Godrich (Produzent von Radiohead) diesmal für die Produktion zuständig waren. Die beiden Zauberer gaben der Band einen atmosphärischeren und weniger derben Sound als gewöhnlich. Abgesehen davon ist der typische Red Hot Chili Peppers Klang immer noch deutlich erkennbar und wir können uns über Flea am Bass, Josh Klinghoffer an der Gitarre und Anthony Kiedis’ markante Stimme freuen. The Getaway ist Funk, Pop und Rock, die in der heißen Sonne der Westküste miteinander verschmolzen sind. © AR/Qobuz
Ab
HI-RES26,49 Fr.
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 29. August 1995 | Warner Records

Hi-Res
Ab
HI-RES24,99 Fr.
CD21,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. November 2003 | Warner Records

Hi-Res
20 Jahre Red Hot Chili Peppers. Damit lässt sich Geld verdienen. Das weiß man auch bei WEA. Und solange die Miterfinder des Funkrock-Hybrids einen neuen Longplayer einspielen, verspricht der potente Backkatalog (diesmal ab 1989) Linderung. Knete hin, tolle Musik her, die "Greatest Hits" stellt eine gelungene bis überraschende Songauswahl inklusive zwei brandneuer Tracks dar. Verantwortliche Kompilierer sollen die Red Hots übrigens höchstpersönlich sein. Dass angesichts massenhaft guter Peppers-Nummern das ein oder andere Stück fehlt ("If You Have To Ask" oder "Warped"), versteht sich von selbst. "Higher Ground" mit seinen unglaublich beißenden Funkmetal-Gitarren fehlt glücklicherweise nicht. Das begnadete Stevie Wonder-Cover findet sich zwar schon auf den Compilations "What Hits?" (1992) und "Out In L.A." (1994), muss auf einer Best Of für die Zeit ab 1989 aber unbedingt vertreten sein. Schade allein, dass es nur ein Track aus der frischen, abgedrehten und respektlosen "Mother's Milk"-Zeit geschafft hat. Ganz anders liegt der Fall beim Durchbruchs-Album "Blood, Sugar, Sex, Magik" (1991). Neben dem Konsensstück "Under The Bridge" spiegeln die hart groovenden Funk-Attacken "Give It Away" und "Suck My Kiss" die unvergleichliche Power der Peppers Anfang der Neunziger wider. Kiedis und Co. hievten zudem das zeitlos schöne "Soul To Squeeze" (1993) aufs Album - im Stil bleibt das Titelstück des Coneheads-Soundtracks dem "BSSM"-Sound verpflichtet. Musikalisches Bindeglied zwischen "BSSM" und dem acht Jahre später megaerfolgreichen "Californication"-Album stellt die Single "Scar Tissue" dar. "Californication", "Otherside" oder das akustische "Road Trippin'" zeigen dagegen die Red Hots des nächsten Jahrzehnts: für den wiedererwachten Gitarristen John Frusciante zählt im Zweifel Melodie statt Härte. Überraschend und höchst erfreulich, dass die Band aus Los Angeles auch endlich Frusciantes Drogen-Auszeit (1992 bis 1997) den überfälligen Respekt zollt. Ignoriert sie live die mit Jane's Addiction-Gitarrist Dave Navarro eingespielte Platte "One Hot Minute" konsequent, schaffte es wenigstens die intensivste Ballade der Peppers, "My Friends", aufs Album. Vom jüngsten Studiowerk "By The Way" entschied man sich einzig fürs gleichnamige Titelstück und "Universally Speaking". Die neuen Tracks, das etwas härtere und dichte "Fortune Faded" sowie das melodische "Save The Population" geben den derzeitigen Status Quo des Peppers-Sounds wieder, der in der "By The Way"-Tradition bleibt. Vorliegende "Greatest Hits" erscheint auch als DVD mit leicht variierter Tracklist. "Die Götter lächelten auf uns herunter", sagte Drummer Chad Smith einmal rückblickend im LAUT-Interview. Der Peppers-Backkatalog legt davon Zeugnis ab. © Laut
Ab
HI-RES25,49 Fr.
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 16. August 1989 | EMI - EMI Records (USA)

Hi-Res
Ab
HI-RES83,99 Fr.
CD73,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Dezember 2014 | Warner Records

Hi-Res
Ab
CD18,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. November 2003 | Warner Records

20 Jahre Red Hot Chili Peppers. Damit lässt sich Geld verdienen. Das weiß man auch bei WEA. Und solange die Miterfinder des Funkrock-Hybrids einen neuen Longplayer einspielen, verspricht der potente Backkatalog (diesmal ab 1989) Linderung. Knete hin, tolle Musik her, die "Greatest Hits" stellt eine gelungene bis überraschende Songauswahl inklusive zwei brandneuer Tracks dar. Verantwortliche Kompilierer sollen die Red Hots übrigens höchstpersönlich sein. Dass angesichts massenhaft guter Peppers-Nummern das ein oder andere Stück fehlt ("If You Have To Ask" oder "Warped"), versteht sich von selbst. "Higher Ground" mit seinen unglaublich beißenden Funkmetal-Gitarren fehlt glücklicherweise nicht. Das begnadete Stevie Wonder-Cover findet sich zwar schon auf den Compilations "What Hits?" (1992) und "Out In L.A." (1994), muss auf einer Best Of für die Zeit ab 1989 aber unbedingt vertreten sein. Schade allein, dass es nur ein Track aus der frischen, abgedrehten und respektlosen "Mother's Milk"-Zeit geschafft hat. Ganz anders liegt der Fall beim Durchbruchs-Album "Blood, Sugar, Sex, Magik" (1991). Neben dem Konsensstück "Under The Bridge" spiegeln die hart groovenden Funk-Attacken "Give It Away" und "Suck My Kiss" die unvergleichliche Power der Peppers Anfang der Neunziger wider. Kiedis und Co. hievten zudem das zeitlos schöne "Soul To Squeeze" (1993) aufs Album - im Stil bleibt das Titelstück des Coneheads-Soundtracks dem "BSSM"-Sound verpflichtet. Musikalisches Bindeglied zwischen "BSSM" und dem acht Jahre später megaerfolgreichen "Californication"-Album stellt die Single "Scar Tissue" dar. "Californication", "Otherside" oder das akustische "Road Trippin'" zeigen dagegen die Red Hots des nächsten Jahrzehnts: für den wiedererwachten Gitarristen John Frusciante zählt im Zweifel Melodie statt Härte. Überraschend und höchst erfreulich, dass die Band aus Los Angeles auch endlich Frusciantes Drogen-Auszeit (1992 bis 1997) den überfälligen Respekt zollt. Ignoriert sie live die mit Jane's Addiction-Gitarrist Dave Navarro eingespielte Platte "One Hot Minute" konsequent, schaffte es wenigstens die intensivste Ballade der Peppers, "My Friends", aufs Album. Vom jüngsten Studiowerk "By The Way" entschied man sich einzig fürs gleichnamige Titelstück und "Universally Speaking". Die neuen Tracks, das etwas härtere und dichte "Fortune Faded" sowie das melodische "Save The Population" geben den derzeitigen Status Quo des Peppers-Sounds wieder, der in der "By The Way"-Tradition bleibt. Vorliegende "Greatest Hits" erscheint auch als DVD mit leicht variierter Tracklist. "Die Götter lächelten auf uns herunter", sagte Drummer Chad Smith einmal rückblickend im LAUT-Interview. Der Peppers-Backkatalog legt davon Zeugnis ab. © Laut
Ab
HI-RES24,99 Fr.
CD21,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 26. August 2011 | Warner Records

Hi-Res
"Monarchy Of Roses" brummt in bester Jammanier los, um sich in einen glockenhellen Refrain zu ergießen, der sich im Schlussteil auch noch zur hymnischen Rockgeste nach oben schraubt. Das Schema des an Siebziger-Rock und -Disco angelehnten Openers steht exemplarisch dafür, was den Peppers regelmäßig attestiert wird: Viel zu poppig, ja berechenbar sind sie geworden. Wer "The Adventures Of Rain Dance Maggie" hört, kann da nur nicken. Die legere Vorabsingle strotzt nicht gerade vor Überraschungen. In der Art polarisieren die Kalifornier schon lange: Was den einen langweilt, bei dem schaut der nächste genauer hin und attestiert bandinterne Innovation. Unbestreitbar bleibt, dass sich in der Nachfolge von "Mother's Milk" (1989) und "Blood Sugar Sex Magik" (1991) emotionale Eingängigkeit gleichberechtigt zum Faktor Härte gesellte. Frühestens seit "One Hot Minute" (1995) dürfte das Hörerlager gespalten sein. Damals mit Dave Navarro wie heute mit Bandintimus Josh Klinghoffer traten die Peppers mit neuem Gitarristen an, weil der ihnen eigentlich vom Universum vorbestimmte John Frusciante nicht mehr konnte respektive wollte. Und klar, wer einem Frusciante nachfolgt, setzt sich gleich dem Generalverdacht der Ungenialität aus. Besagte Single zeigt aber auch, wie nahe der neue dem alten Gitarristen steht, die ausgefeilten Arrangements ficht Josh gleichwohl mit etwas feinerer, zurückhaltenderer Klinge aus. Seine Soundeinstellungen und auch Backing-Chöre zeugen gleichfalls von ähnlichen Vorstellungen. Und hinlangen kann er auch, wenns sein muss ("Goodbye Hooray"). Bei allem Altbekannten hört man der Platte dennoch einen frischen Vibe an, der sie von anderen Peppers-Alben unterscheidet. Neben Klinghoffer sollen dafür, glaubt man der Band, u.a. Fleas Musiktheoriestudium sowie sein neu erlerntes Pianospiel mitverantwortlich sein (komischerweise denke ich bei seinen Bassläufen manchmal für Sekundebruchteile an "One Hot Minute" - oder hört man einfach nur seinen Einfluss deutlicher heraus?). Und in der Tat: "Even You Brutus?", das mit großartigem Refrain erneut an Jeff Lynnes Arbeit erinnert, die ausladend melodiös und funky groovenden "Look Around" bzw. das Odd-Meter-Stück "Ethiopia" sind alles atmosphärisch starke Kompositionen mit hitverdächtigen Parts. Unterm Strich legt die Scheibe insgesamt auch wieder an Transparenz zu. Das unspektakuläre, schnellere und eher spärlich arrangierte "Factory Of Faith" bleibt mein Refrain-Favorit. Aus dem Rahmen fällt zudem das treibend sphärische und an Härte zulegende "Dance, Dance, Dance". Nicht nur diese beiden Songs ist anzuhören, dass der Vierer Spaß am eigenen Tun hat. Zudem kommen afrikanische Klänge und Rhythmen zum Zug (etwa "Did I Let You Know"). "Brendan's Death Song" und "Police Station" stellen sich in die Reihe der guten Peppers-Balladen. Natürlich gibt es auch Stücke, die persönlich weniger gefallen ("Meet Me At The Corner", "Happiness Loves Company"). Ohnehin beruht die eingangs erwähnte Polarisierung weniger auf Fakten und musikalischer Qualität von Songs und Akteuren, sondern entspringt meist den Köpfen der Hörer, also dem eigenen Wunsch, wie die Peppers gefälligst zu klingen haben. Bei solcher Unentspanntheit bei der Rezeption zitiert man nur zu gerne Drummer Chad Smith, befragt nach seinen Einflüssen während des aktuellen Songwritings: "Ich hab' dem Herzschlag meiner Frau durch ihre wunderschönen großen Brüste zugehört. Das war sehr inspirierend." © Laut
Ab
CD18,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Juni 1999 | Warner Records

Das wurde aber auch Zeit: Nach vier Jahren melden sich vier Freunde mit ihrem nunmehr zehnten Album zurück, das schon seit mindestens einem Jahr überfällig war. Anthony, Flea und Chad haben wieder mit John Frusciante zusammengefunden, der zuletzt "Blood Sugar Sex Magic" mit seinem Saitenspiel verzierte. Auch Hitmaker Rick Rubin ist wieder mit am Start, welcher auf letzgenannter Platte und zuletzt bei "One Hot Minute" an den Reglern saß. Nun sind natürlich die Erwartungen extrem hoch gesteckt bei einem derartigen Treffen der Crossover-Giganten. Viele Fans hoffen auf einen Neuaufguß der guten alten Zeiten. Jedoch findet man beim ersten Durchlauf noch keinen Chartbreaker wie "Give It Away". Die Platte ist ruhiger und balladenlastiger. Der Funk machte Platz für mehr Melodie, ganz nach dem Motto: Heartbreaker statt Chartbreaker. Leider hört man den Flea-Baß dementsprechend selten slappen. Die melodiöse Schiene haben die Chilis ja schon unauffällig mit ihrer ersten Single "Scar Tissue" befahren - ein Mitsingohrwurm, der daß Potential eines Sommerhits aufweist. Und nicht der einzige auf der Platte. 15 Songs beschert uns die 4-jährige Kreativpause und wohl die Hälfte könnte getrost als Single ausgekoppelt werden. Die ruhige Tour steht Anthony Kiedis' Stimme nicht schlecht zu Gesicht, was uns ja schon seit "Under The Bridge" oder "Soul To Squeeze" bekannt ist. Aber die Texte wirken jetzt anspruchsvoller, das Titelstück "Californication" (Fornication = Unzucht) ist die traurige Kritik an der zunehmenden Kalifornisierung der Medien durch die Hollywood-Studios, die Erschaffung eines neuen künstlichen und unnatürlichen Über-Menschenbilds im Stile von Pamela Anderson und Co. Die Kampfansage gegen Plastiktitten und Enthaarungscremes. Beim zweiten Hinhören fällt auf, daß "Californication" trotz gefühlvoller Passagen auch druckvolle Up-Tempo-Hymnen wie "Easily" oder das kantige "Parallel Universe" enthält, die zum Stagediven einladen und somit auch hartgesottenere Fans zufrieden stellen dürften. Und natürlich sind alle froh, daß John Frusciante uns wieder mit seinen minimalistischen Gitarrenkunstwerken beglücken darf. Unangenehm fällt mir persönlich dabei auf, daß meine Kopie total übersteuert ist und dies zu störenden Schepper-Geräuschen im Hochtonbereich führt. Trotz allem eine Platte, die bei so manchem einen gebührlichen Soundtrack zu diesem Sommer abgeben wird. © Laut
Ab
CD29,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Mai 2006 | Warner Records

Beginnen wir mit einem Detail, dem abschließenden Gitarrensolo der Single "Dani California". Da ist er wieder. Der John Frusciante, der die Funk-Maniacs ab Ende der 80er gemeinsam mit der unglaublichen Groove-Power des neuen Drummers Chad Smith in die Rock-Stratosphäre katapultierte. Hendrix-Fan Frusciante spielt Rock und Funk mit einzigartigem Drive auf den Punkt. Wem dies nicht in Sekunden-Bruchteilen durch die Synapsen fährt, der behandelt die Peppers nach über 20-jähriger Karriere allein mit den grauen Zellen und ohne Herz. Was darf man eigentlich von den Kaliforniern heutzutage erwarten? Bestimmt keine zweite Revolution. Sie beschreiten ihren (früher zuweilen dunklen) Pfad gewissenhaft fort und haben, das sollte man nicht vergessen, viele Bands überlebt. "Stadium Arcadium" kann als Quintessenz dieses Weges begriffen werden. Und eine Single wie "Dani California" gießt dies ins Hit-Format - wie es früher bereits "Can't Stop", "Scar Tissue" oder "Soul To Squeeze" verstanden. Die entscheidenden Eckpfeiler des aktuellen Sounds: Spätestens seit "Californication" ist die Band an betont schönen Melodien und eingängigen Songs interessiert. Davon gibt es reichlich, das an Dichte zunehmende "Snow (Hey Ho)", das mäandernde "Stadium Arcadium", das zu Beginn sanfte "Slow Cheetah" oder das optimistische "Desecration Smile". Allerdings huldigen die Peppers im Vergleich zur ach Gott so erwachsenen 'Beatlemania' von "By The Way" endlich wieder dem unbeschwerten Funk-Rocker (etwa beim Johnny Ramone gewidmeten "Readymade"). So wäre die Gitarrenarbeit von "Turn It Again" auf "By The Way" unmöglich gewesen. Natürlich kommt das alles nicht so ungestüm zur Sache wie etwa auf "Mother's Milk" von 1989. Der Funk-Rock anno 2006 will nicht mehr ins Fleisch schneiden, er rockt optimistisch nach vorne. Dafür beschwört das reduzierte "Hump De Bump" jenen Geist herauf, der 1991 bei "Blood Sugar Sex Magik" herrschte. Kombiniert mit den Bläserparts und einer bei den Peppers bis dato nicht gehörten Percussionspur sorgt das US-Quartett aber gleichzeitig für Überraschungen. Dabei mag es eine Rolle gespielt haben, dass "Stadium Arcadium" in just demselben Haus im Laurel Canyon entstand wie "Blood Sugar Sex Magik". Auch besagtes "Readymade", die Funk-Perle "21st Century" oder das fordernde "Storm In A Teacup" erinnern in der Produktion an diese Phase. Dem Himmel sei dank, auch wenn dies Geschmackssache bleibt. Wie auf "Animal Bar" klangen die Red Hots ebenfalls noch nie: eine straighte Rock-Nummer mit schwebenden Strophen, die im kräftigen Refrain auf den Boden geholt werden. Anthony Kiedis steigert sich hier von einfühlsamen Vocals vorzüglich in einen Power-Refrain hinein. Die Nummer zeigt die Kreativität der Band und beweist, dass Taktgeber Frusciante seine Gitarren bei weitem noch nicht ausgereizt hat. Ähnlich entrückt, aber intimer geben sich das leise "If", der einzige Track ohne Drums, oder "We Believe". "Charlie", "Torture Me", "Warlocks", "C'mon Girl", das mit einem experimentellen Gitarrensolo ausgestattete "Tell Me Baby" und auch das transparente, schwere "She's Only 18" funktionieren dagegen nach dem "Californication"-Rezept: Funk oder heftigerer Rock verbindet sich mit betont melodiösen Parts, besonders Chor-gestützte Refrains. Aber auch Beschauliches und Emotionales wirbt um Aufmerksamkeit - bevorzugt um die des "By The Way"-Publikums (etwa "Hey", "She Looks To Me" und "Wet Sand"). "Stadium Arcadium" bietet zu allem Überfluss aber noch "Strip My Mind", das trotz seiner Slow Motion-Wucht einem Frusciante-Soloalbum gut zu Gesicht stünde. Gerade sein Gitarrenspuren-Effekte-Patchwork, das Technik geschmeidig mit Musikalität verschmelzt, garantiert die Abwechslung in jedem einzelnen Song. Dies bleibt der große Pluspunkt der Peppers: Ihre Fähigkeit, die Stücke interessant zu gestalten. Es finden sich endlos Riffs, Soli, Melodien, Sound-Einsprengsel und verschiedenartige Parts. In Kombination mit der bauchgesteuerten Dynamik der Backline wird einem mal wieder klar, weshalb es die Funk/Punk-Chaoten bis auf den Rock-Olymp gebracht haben. Obwohl ein Trommler von Chad Smiths Fähigkeiten auf einem Doppelalbum, dessen Hälften auch noch "Mars" und "Jupiter" heißen, ruhig mal hätte ausflippen können. Am Ende haben die Peppers in drei Jahren 38 Songs geschaffen, von denen es wiederum 28 auf "Stadium Arcadium" schafften. Und so wird sich der Kritiker wieder seiner grauen Zellen erinnern und jede Menge "Füllmaterial" ausmachen. Gleichwohl: "Stadium Arcadium" enthält keinen einzigen schlechten Track. Höchstens Stücke, die weniger gefallen. Und selbst diese lassen sich an einer Hand abzählen, da es kein einzig peinliches Riff gibt. Diese Band strotzt vor kreativer Energie, und ihr neuntes Studioalbum hält massenweise Singles bereit. Nur wer damit nicht zurecht kommt, hat ein Problem, nicht die Band. © Laut
Ab
CD22,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Juni 1999 | Warner Records

Das wurde aber auch Zeit: Nach vier Jahren melden sich vier Freunde mit ihrem nunmehr zehnten Album zurück, das schon seit mindestens einem Jahr überfällig war. Anthony, Flea und Chad haben wieder mit John Frusciante zusammengefunden, der zuletzt "Blood Sugar Sex Magic" mit seinem Saitenspiel verzierte. Auch Hitmaker Rick Rubin ist wieder mit am Start, welcher auf letzgenannter Platte und zuletzt bei "One Hot Minute" an den Reglern saß. Nun sind natürlich die Erwartungen extrem hoch gesteckt bei einem derartigen Treffen der Crossover-Giganten. Viele Fans hoffen auf einen Neuaufguß der guten alten Zeiten. Jedoch findet man beim ersten Durchlauf noch keinen Chartbreaker wie "Give It Away". Die Platte ist ruhiger und balladenlastiger. Der Funk machte Platz für mehr Melodie, ganz nach dem Motto: Heartbreaker statt Chartbreaker. Leider hört man den Flea-Baß dementsprechend selten slappen. Die melodiöse Schiene haben die Chilis ja schon unauffällig mit ihrer ersten Single "Scar Tissue" befahren - ein Mitsingohrwurm, der daß Potential eines Sommerhits aufweist. Und nicht der einzige auf der Platte. 15 Songs beschert uns die 4-jährige Kreativpause und wohl die Hälfte könnte getrost als Single ausgekoppelt werden. Die ruhige Tour steht Anthony Kiedis' Stimme nicht schlecht zu Gesicht, was uns ja schon seit "Under The Bridge" oder "Soul To Squeeze" bekannt ist. Aber die Texte wirken jetzt anspruchsvoller, das Titelstück "Californication" (Fornication = Unzucht) ist die traurige Kritik an der zunehmenden Kalifornisierung der Medien durch die Hollywood-Studios, die Erschaffung eines neuen künstlichen und unnatürlichen Über-Menschenbilds im Stile von Pamela Anderson und Co. Die Kampfansage gegen Plastiktitten und Enthaarungscremes. Beim zweiten Hinhören fällt auf, daß "Californication" trotz gefühlvoller Passagen auch druckvolle Up-Tempo-Hymnen wie "Easily" oder das kantige "Parallel Universe" enthält, die zum Stagediven einladen und somit auch hartgesottenere Fans zufrieden stellen dürften. Und natürlich sind alle froh, daß John Frusciante uns wieder mit seinen minimalistischen Gitarrenkunstwerken beglücken darf. Unangenehm fällt mir persönlich dabei auf, daß meine Kopie total übersteuert ist und dies zu störenden Schepper-Geräuschen im Hochtonbereich führt. Trotz allem eine Platte, die bei so manchem einen gebührlichen Soundtrack zu diesem Sommer abgeben wird. © Laut