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Die Alben

CD15,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. Februar 2020 | Platoon

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. Februar 2020 | Platoon

So wie Princess Nokia selbst in jedem zweiten Video zunächst völlig anders als gewohnt aussieht, obwohl sie nur die Haare anders trägt und vielleicht mal Hose und Hemd wechselt, verfügt sie über eine wandelbare Diskographie, die auf einigen wenigen bewährten Zutaten beruht. Mit dem Doppelschlag "Everything Is Beautiful" und "Everything Sucks" destilliert sie die zwei Herzen ihres Schaffens: Letzteres widmet sich angriffslustigem Trap-Geboller, doch "Everything Is Beautiful", das bedeutet Sonne, Soul und Selbstliebe. Wenn man über einen musizierenden Menschen etwas in der Art von "muss sich und dem Publikum nichts mehr beweisen" schreibt, will man zumeist damit auf diplomatische Art formulieren, dass besagter Mensch nicht mehr sonderlich viel zu sagen hat. Hier aber passt die Floskel. In relativ kurzer Zeit hat sich Princess Nokia eine Vorreiterinnenrolle im Game errappt. Das lässt sie uns spüren, und zwar auf die sanfte Tour. Hat einem ein Rapper, eine Rapperin schon einmal so tiefenentspannt ein dreifaches "fuck these cops" entgegengeflötet wie in "Green Eggs & Ham"? Wohl kaum. Diese Platte ist coool, mit drei o. Weltuntergang ist sowieso immer, die Prinzessin chillt. Besser gesagt, sie hat eine auf die Fresse bekommen vom Leben, nicht zu knapp sogar, aber drüber lachen und triumphierend die mutierte Riesenratte hochhalten tut dem Leben mehr weh als zurückzuhauen (nur Liebe für dieses Cover). Sie weiß, was sie kann, was sie will, wer sie ist: "A spiritual being that rides any weather." Man kann "Everything Is Beautiful" als Battlerap-Album betrachten, nur eben verkehrt herum: Die Selbstbehauptung entsteht nicht aus dem "Fick, nein!" gegenüber der Welt, sondern dem "Fick, scheiße, verdammt nochmal, ja!" gegenüber sich selbst. Das erinnert ein bisschen an die Sonderrunde bei Freestylebattles, bei der statt Beleidigungen Komplimente ausgetauscht werden. Zwar hat man bei Princess Nokia nicht den drollig-herzerwärmenden Effekt, der entsteht, wenn zwei deutsche Amateur-Maulhelden in ihren Multifunktionsjacken Nettigkeiten austauschen, nachdem sie sich vorher noch super arg selbst gefeiert haben. Dafür ist die Stimmung hier doch zu ernst, es geht nun einmal auch um die Schläge, die sie als Kind von der Großmutter bekommen hat, um allerlei erlittene Verletzungen. Dafür ist das Selbstlob hier aber deswegen auch mehr als bloßes Gimmick. Princess Nokia fordert sich und die Hörenden dazu auf, die eigenen Widersprüche einfach kurz mal auszuhalten: "I'm boasy, yeah, I'm the shit / I'm a pimp and a hoe / I could take your bitch." Sie macht einen ganzen Song darüber, dass sie Sternzeichen "Gemini" ist und was das ihr bedeutet. Das kann man mit Recht etwas albern finden, vielleicht einen Kalauer darüber bemühen, dass man sich selbst als Sternzeichen Ananas identifiziert. Aber über Sternzeichen Ananas hat noch niemand einen derart coolen, selbstbewussten Song gemacht, deswegen geht der Punkt doch wieder an sie. Ihre Raptechnik hat keine Sperenzchen nötig. Für Reimschema-Sortierer ist das nichts, wer auf dreimal um die Ecke verklausulierte Metaphysik abfährt, wird ebenfalls nicht fündig. Die Texte sagen das, was es zu sagen gibt, und das direkt, ohne doppelten Boden. Das macht Princess Nokia angreifbar und deswegen umso sympathischer. Außerdem, holy cow, die Beats! Was aufs erste Hören hin noch dezent unspektakulär wirkt, offenbart bei intensiverer Beschäftigung viele verspielte und verspulte Details, und nach dem fünften Mal ist man süchtig. Der Sound wirkt hier wie da wie aus einem sonnigen Guss. Schaut man ihn sich genauer unterm Kaleidoskop an, erkennt man, aus wie vielen verschiedenen Farben Bunt er besteht: Der lässige Party-Funk von "Wavy" steht neben einem Brecher aus Soul und Bass wie "Sugar Honey Iced Tea (S.H.I.T.)" neben dem Jazz-Loop-Schmuckstück "Gemini". Mit Terrace Martin zusammen beweist sie auf "Blessings" einmal mehr, das ihr Soulgesang zu einem rein instrumentalen Background genauso gut steht wie Rap plus MPC. "The Conclusion" schließlich ist ein verträumt-flirrender Walzer, auf dem Princess Nokia betont, dass sie noch nie Spoken Word konnte, nur um eine ziemlich starke Spoken Word-Performance abzuliefern. Wenn wir auch alle den beginnenden Frühling womöglich zumeist allein in geschlossenen Räumen oder auf sehr freien Feldern mit einem Meter Sicherheitsabstand zwischen uns verbringen müssen: Mit "Everything Is Beautiful" können wir uns ihn jederzeit ins Hirn und ins Herz holen. Fast so, als habe sie das geahnt, das alte Schlitzohr. Zudem bietet Princess Nokia hier allen eine Alternative an, die das Gelaber der ganzen harten Kerle schlicht nicht mehr hören können, das ewig unsichere Geprotze von Männern, die in ihrer emotionalen Entwicklung bei 14 stehen geblieben sind (wir wollen mal nicht so sein und keine Namen nennen, außer den von Fler). Dabei klingt sie aber nie belehrend, nie nach Seminar, stattdessen in erster Linie immer wie sie selbst. Und das klingt ziemlich, ziemlich gut. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. September 2017 | Rough Trade

"1992" hieß das Mixtape, mit dem sich Destiny Fraqueri im letzten Jahr musikalisch komplett neu definierte. Auf den Erfolg von verschiedenen Singles und Musikvideos reagierend, skizzierte die New Yorkerin etwas, das Makel hatte, einen chaotischen ersten Eindruck einer Marke. Von der Viralsensation "Tomboy" bis hin zu kleineren Perlen wie "Biohazard Butterfly" steckt zugegebenermaßen auch einiges Lohnenswertes in ihrem verstreuten Katalog. Nur ein klarer roter Faden, eine leicht erklärbare musikalische Diktion, das findet sich bisher nicht. Ein weiteres erfolgreiches Jahr geht ins Land, Princess Nokia spielt Konzerte jenseits des Atlantiks und veröffentlicht das Tape unter dem Namen "1992 Deluxe" mit acht neuen Tracks als Debütalbum neu. Nun ist die Albumversion zwar um einige Elemente reicher, an Kohärenz mangelt es aber immer noch. Die braucht es allerdings auch gar nicht so dringend, denn trotz aller Ecken und Kanten stellt "1992 Deluxe" ein derart sympathisches und farbenfrohes musikalisches Chaos dar, dass die Schwächen fast schon wieder als eigenwillige Stärken funktionieren. Als würde man alle Pole zeitgenössischen Hip Hops in die Hände von ambitionierten Bedroom-Producern legen, um dann eine der interessantesten neuen Stimmen der neuen Generation darauf performen zu lassen. Princess Nokia ist ein MC nach der urtypischsten Definition des Begriffs. Ein Master of Ceremony, viel mehr noch ein Crowd Mover. Denn der Sprechgesang dieser jungen Dame überspringt lästige Subgenre- oder Generationsklassifizierungen und kommt ohne Verzug zum Knackpunkt: New York, 1992 bis 2017. Geschichten vom Aufwachsen als bratziges Skatergirl ("Bart Simpson"), fasziniert von Comics und Goth-Kultur ("Goth") und die Entwicklung zur selbstbewussten Frau dürfte ganz neue Zielgruppen für authentisches, intimes Storytelling abholen und setzt die Rapperin beeindruckend natürlich und nahbar in Szene. Immer mit Liebe und Begeisterung für die Kultur und Vielfalt ihrer Heimatstadt und Verwandtschaft nimmt Nokia sich darüberhinaus auch Themen wie Feminismus und afroamerikanische Identität an. Insbesondere instrumental springt sie dabei von Sound zu Sound, von Farbpalette zu Farbpalette, geht vom melancholischen NY-BoomBap des Openers in den brachialen 808-Epos "Tomboy", da findet ein Lex Luger-produziertes "Kitana" nur wenige Anspielstationen vor "Green Line" statt, das offensichtlich einige Elemente von lokalen Größen wie DJ Premier oder Pete Rock entlehnt. Macht nichts, immerhin funktionieren die Songs für sich betrachtet einwandfrei. Seien es die absurd eingängigen und primitiv repetitiven Hooks auf Songs wie "Mine" oder "Kitana", seien es affektierte Flows auf "G.O.A.T." oder "Saggy Denim": Nokia macht aus eigentlich nur durchschnittlichen handwerklichen Mitteln Magie und zeigt Stärken als Lyricist wie als Songwriter. Für ein Debütalbum also mehr als genug Futter, um das Interesse eines jeden zu wecken, der sich für offenherzige Rapmusik, progressives Denken oder einfach nur coole Musik begeistert. Wohin die Reise für die Handy-Prinzessin noch geht, lässt sich an diesem Punkt kaum sagen. Mit dem entstandenen Buzz dürfte beim nächsten Projekt auch das Produktionsbudget deutlich höher liegen. Und wenn alle Wege offen liegen, wird die Reiseplanung unweigerlich anspruchsvoller. Man darf wohl gespannt sein. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 14. Dezember 2018 | Rough Trade

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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. April 2018 | Rough Trade

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. September 2019 | Platoon

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 15. November 2019 | Platoon

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. März 2020 | colorsxstudios

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 14. Juli 2017 | Rough Trade

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. August 2017 | Rough Trade

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. Februar 2020 | Platoon

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. Februar 2020 | Platoon

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. August 2017 | Rough Trade

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 28. Juni 2017 | Rough Trade