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Ähnliche Künstler

Die Alben

CD17,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2011 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks - Stereophile: Record To Die For - Lauréat du Mercury Prize
PJ Harvey hat viele Gesichter. Auf einem in strengem Schwarz-Weiß gehaltenen Promobild zu "Let England Shake" blickt sie so finster über die Kamera hinweg, als bewerbe sie sich gerade für die Rolle des Todes in Bergmanns "Das siebente Siegel". Nur ist das Land, das sie besingt, von einer anderen Pest verwüstet. Im titelgebenden Opener hält sich die Künstlerin noch bedeckt - zumindest musikalisch. Strophe und Refrain basieren auf dem alten Gassenhauer "Istanbul (Not Constantinople)", dazu malt PJ Harvey in schwebender Tonlage zwischen Bauch- und Kopfstimme dunkle Bilder ... "Let England shake / Weighed down with silent dead.". Woanders ist es auch nicht besser. "Goddam Europeans" verflucht PJ in "The Last Living Rose" nicht nur Englands "stinking alleys". Doch dann gibt sie mit dem Bariton-Sax einige Wärme bei, und die synkopierten Percussions zeigen, dass alles nicht so eindeutig ist. Offbeats in den verschiedensten Erscheinungsformen prägen PJ Harveys siebtes Album mit Handclaps oder HiHat, in "The Glorious Land" arrangiert sie auch noch eine Kavallerie-Trompete gegen jeden Rhythmus. Und auch die Lyrics wehren sich sperrig gegen Erwartungen, denn die einzigen "ruhmreichen Früchte", die dieses Land trägt, sind "orphan children", also Waisen. "Death Was Everywhere", die Liedzeile aus "All And Everyone", ist das Leitmotiv des Albums, immer wieder fließt Blut, müssen junge Männer als Soldaten sterben - PJs Texte sind die Abrechnung mit einem Land, das sich schon zu lange im Krieg ('gegen den Terror') befindet. Und man braucht schon eine gewisse Neigung zu morbider Schönheit, um "Let England Shake" in vollen Zügen genießen zu können. Dass die Weltlichem sonst durchaus zugewandte Harvey sich für die Aufnahmen mit kleiner Besetzung in eine Kirche zurückgezogen hat, spricht schon für sich. Dort zelebriert sie mit ihren langjährigen Begleitern John Parish und Mick Harvey sowie Drummer Jean-Marc Butty eine so kraftvolle wie trostreiche Liturgie. PJ Harvey ist ein Album von großer Geschlossenheit geglückt, in das sich jeder Titel nahtlos einfügt. Seitdem es abgeschlossen ist, zeigt PJ übrigens bei jedem Fototermin neue Frisuren und Kostüme, so dass Kommentatoren bereits über die neue "Lady Gaga des Indierock" spotten. Man darf also auf weitere Metamorphosen hoffen. © Laut
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 1995 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Sélection du Mercury Prize
In der Musik hat die Liebe bereits viele Formen angenommen. Für die Beatles war sie 1967 alles, was man braucht, die Eurythmics bezeichneten sie 1983 als eine Fremde, und Pat Benatar führte sie im selben Jahr aufs Schlachtfeld. Bei Nick Cave And The Bad Seeds nahm sie auch schon die Gestalt einer unbarmherzigen Folter an. PJ Harveys Liebe, die sie 1995 auf "To Bring You My Love" in den Mittelpunkt stellt, birgt all diese Inkarnationen in sich. Auf ihrem dritten Album, das als ihr Solo-Debüt gilt, bewegt sich die britische Alternative-Sensation zwischen Ekstase und Ruin, singt sich himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt von Verlangen zu Verlust und ergründet dabei für sie völlig neue Klangfacetten. Harvey bricht auf "To Bring You My Love" aus dem Korsett der Trio-Formation aus Gitarre, Bass und Schlagzeug aus, das auf den ersten beiden Alben "Dry" und "Rid Of Me" für Grunge-Sound mit Post-Rock-Einschub sorgte. An seine Stelle tritt ein dreckiger Delta Blues aus dem Süden der USA, dem die Musikerin ihre DNS einflößte. Kurz nach der Veröffentlichung von "Rid Of Me" nahm sich Harvey 1993 eine längere Auszeit. Sie fühlte sich durch die hohe Release-Schlagzahl von zwei Alben in zwei Jahren ausgezehrt und durch die damalige Bandkonstellation limitiert. Also trat sie auf die Bremse, kaufte sich von den Einnahmen ihrer Albumverkäufe ein Haus in der Nähe ihrer Eltern im ländlichen Yeovil in England und begann, sich musikalisch neu zu erfinden. Von Anfang an baute Harvey die zehn Songs, die sie in drei Monaten in ihrem neuen Wohnsitz schrieb, zunächst auf einem Fundament von Emotionen und Atmosphäre auf, wie sie 1995 in einem Promo-Interview erklärte. Arrangements, Strukturen und Texte sollten erst später folgen. Für diese Aufgabe holte sie sich John Parish ins Townhouse Studio in London. Mit Parish hatte sie Ende der Achtziger bereits in der Band Automatic Dlamini gespielt. Der Multiinstrumentalist, den Harvey als ihren musikalischen Seelenverwandten bezeichnet, sollte nach "To Bring You My Love" ein enger Komplize in Harveys Schaffen werden. Auch mit der Wahl des Produzenten wollte sich Harvey von den ersten beiden Alben abnabeln. Wo bei "Rid Of Me" noch Steve Albinis krachende Alternative-Faustschläge vorgeherrscht hatten, setzte der Produzent Flood auf "To Bring You My Love" auf ein weitaus weicheres, differenzierteres Klangbild. Harvey schätzte den Briten besonders für seine Arbeiten mit Nick Cave And The Bad Seeds und U2, Flood hatte zum Zeitpunkt der Produktion aber auch schon "The Downward Spiral" von Nine Inch Nails in den Abgrund geführt. Ein überaus versierter Produzent, der laut Harvey Songs Raum zum Atmen gibt. Und so beginnt auch "To Bring You My Love" zunächst mit Stille, ehe sich die sechs Noten des unheilvollen Blues-Riffs wie dunkle Gewitterwolken über dem Titeltrack zusammenziehen. Erst als die Gitarre jeden Lichtstrahl verschluckt, schmirgelt Harveys Stimme wie Sandpapier über den Track, wenn sie Captain Beefhearts "Sure 'Nuff'n Yes I Do" rezitiert und apokalyptisch fleht: "I was born in the desert / I've been down for years / Jesus, come closer / I think my time is near". Die Versprechungen des Albumtitels auf Romantik zerstört der Opener schon in der ersten Minute. Hier gibt es keine rosaroten Brillen, dafür biblische Abgründe und einen Pakt mit dem Teufel: "I've laid with the devil / Cursed God above / Forsaken heaven to bring you my love". Harvey inszeniert die Liebe als zweischneidiges Schwert. Das schönste der Gefühle hat auf "To Bring You My Love" einen abgrundtief bösen Ursprung. Dazu lauert eine Orgel im Hintergrund und verleiht dem Song ein schweres, sakrales Gewicht. Der Geist des Bluesmusikers Robert Johnson, der ebenfalls seine Seele an den Teufel verkauft haben soll, weht hier durch die knisternde Atmosphäre. Der Wolkenbruch entlädt sich schließlich im stampfenden "Meet Ze Mostra": "Big black monsoon / Take me with you". Auf die Teufelsbeschwörung folgt ungehemmte Ekstase, in der Harvey raunend Decken zerwühlt. Die Gitarre sendet knarzige Störsignale aus, die auf dem Noise-Höhepunkt des Songs um Gnade zu winseln scheinen. Den krassen Kontrast setzt der folgende Tiefton-Jam "Working For The Man", auf dessen Basslauf Harvey mal wispernd, mal fiepend Akzente setzt. Die Britin fährt auf "To Bring You My Love" ihr gesamtes, unfassbar umfangreiches Stimmarsenal auf. Sie wechselt nicht nur zwischen brachialem Volumen und zarter Fragilität, sondern vereint die beiden Extreme regelmäßig in einer Stimme. In "C'mon Billy" verschmilzt Harvey diese Gefühlsachterbahn aus inbrünstiger Leidenschaft und Sehnsucht zu schizophrener Schönheit. Ihre Gesangsakrobatik untermalt ein Teppich aus Streichern, der das Album dann doch mal für kurze Zeit in den siebten Himmel aufsteigen lässt. Dem schwört Harvey auf "Long Snake Moan" jedoch schon wieder ab, wenn sie sich der gottlosen Liebe und dem Voodoo hingibt. Zusammen mit Parish und dem Produzenten Flood kreiert sie hier ein gigantisches Arena-Rock-Biest, das vor Lust strotzt und wie ein Berg in der Mitte des Albums ruht. So monumental gab sich die Musikerin vorher noch nie. "Long Snake Moan" stellt sich als gewaltiger Behemoth heraus, dessen Gitarren so auch auf einem Industrial-Album zu hören wären. Trotz dieser Stadiontauglichkeit bleibt der größte Hit auf "To Bring You My Love" "Down By The Water", mit dem PJ Harvey bis auf den zweiten Platz der Alternative-Charts in den USA kletterte. In diesem verwunschenen Synthie-Hexentanz besingt Harvey eine Frau, die ihre Tochter in einem Fluss ertränkt. Der Sog des erschauernden Stücks entsteht vor allem durch den geflüsterten Kinderreim, bei dem die Nackenhaare senkrecht stehen. Auch das ästhetische Video der Regisseurin Maria Mochnacz, in dem Harvey im roten Samtkleid durchs Wasser schwebt, dürfte zu dem Erfolg des Titels beigetragen haben. Mit Mochnacz produzierte Harvey ein ebenso eindringliches Video zu "Send His Love To Me". Dort irrt die Musikerin barfuß durch eine schwarz-weiße Wüste, mit ihren Schuhen in den Händen. Verloren und hilflos klingt sie auch, wenn sie zu spanischer Gitarre und sanfter Orgel über eine verlorene Liebe singt. Die Brüche in ihrer Stimme schnüren den Hals zu: "How long must I suffer? / Dear God, I've served my time / This love becomes my torture / This love, my only crime". Nick Cave und Harvey, die später eine kurzeitige Liaison eingingen, hatten zuvor schon ähnliche Erfahrungen in der Liebe gemacht. Dass die beiden später auch musikalisch zusammenfinden mussten, beweist der Schlusspunkt "The Dancer", in dem Harveys Duktus ganz nach Cave klingt. In der tragischen Geschichte erscheint der Liebhaber in Form eines gottgesandten Erlösers, der am Ende aber kein Interesse mehr an irdischen Gefühlen zu haben scheint und Harvey zerstört zurücklässt. Eine Allegorie auf eine eigene Glaubenskrise kann sie damit kaum meinen, sie selbst war nie religiös. Vielmehr findet Harvey hier kraftvolle Worte für den Schmerz nach der Beziehung, wenn der Partner als unersetzlicher Retter galt. Bei all der Trauer und Verzweiflung, die am Ende vorherrschen, bleibt "To Bring You My Love" kein hoffnungsloses Album. So wie es die Wunden aufzeigt, die Liebe anrichten kann, zelebriert es sie ebenso mit all ihrer Euphorie. Sie ist ein leidenschaftlicher Akt zwischen Himmel und Hölle, den Harvey mit einer bisher unerreichten Symbiose aus Blues, Alternative und Folk intoniert. So bewegend und intensiv klang sie danach vielleicht nie wieder. © Laut
CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2000 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Lauréat du Mercury Prize
Welche Wohltat, ein neues Album von PJ Harvey in den Händen zu halten, nach so langer Wartezeit. Ja gut, seit "Is This Desire" sind erst zwei Jahre vergangen, aber zwei Jahre können bekanntlich ganz schön lang sein. Die neue Scheibe der scheuen Polly hat allerdings mit der letzten, eher düsteren Veröffentlichung nicht viel gemein, auch wenn Mick Harvey von den Bad Seeds wieder die Gitarre schlägt und an der Produktion mit gewirkt hat. Vor allem mit den ersten drei Tracks kehrt PJ Harvey zurück zu den Wurzeln ihrer ersten Veröffentlichungen. Rockiges bis staubtrockenes Songwriting mit nachdenklichen bis poetischen Texten in der Tradition von Patti Smith ist anfangs zu hören, bevor "One Line" ruhigere Töne anschlägt. Dabei trägt das Album mit der sparsamen Instrumentierung, einer gewissen Neigung zur Disharmonie und den ausgefeilten Kompositionstechniken (Spiegelung, Krebs) die typischen PJ Harvey-Merkmale. "Beautiful Feeling" ist eine ganz verhalten schwebende Nummer, eine Art Auszeit. Die krachigen Gitarrenriffs von "The Whores Hustle And The Hustlers Whore" rütteln den Hörer dann gerade rechtzeitig wieder wach, auf dass er ja den Höhepunkt des Albums nicht verpasse. Den nun hat endlich Radioheads Thom Yorke seinen Auftritt. Komisch eigentlich, dass es zu dieser Kooperation nicht schon früher gekommen ist. Schließlich haben doch Polly und Thom nicht nur die großartigsten Stimmen Englands, sondern auch eine gemeinsame Vorliebe für zerbrechlich-melancholische Stimmungslagen. Da darf man auch mal einen Kompromiss eingehen: Das dahin perlende E-Piano von "This Mess We're In", das Yorke offensichtlich so sehr schätzt, wirkt auf einer ansonsten sehr gitarrenlastige Scheibe ein wenig deplatziert. Trotzdem ein toller Song. Wie der ganze Rest. Bei einer PJ Harvey-Scheibe gibt es einfach keine Ausfälle. Nicht einen! © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1993 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Sélection du Mercury Prize
CD19,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 15. April 2016 | Universal-Island Records Ltd.

Auszeichnungen 4F de Télérama
Im Anschluss an das brillante 2011 erschienene Album Let England Shake entstand nun dieses neunte Werk auf PJ Harveys Reisen von Großbritannien bis zum Kosovo, von Afghanistan bis nach Washington und wurde schließlich während einer einmonatigen Residenz im Somerset House in London aufgenommen. Zu den Aufnahmen wurde die Öffentlichkeit geladen, dem Arbeitsprozess von PJ Harvey und ihren Musikern beizuwohnen und das Entstehen des Albums zu verfolgen. Mit The Hope Six Demolition Project zeigt sie einmal mehr, dass sie den Rock’n’Roll beherrscht wie nur wenige andere. Vor allem, da sie ein derart großes Talent an der Schreibfeder und ein besonderes Gefühl für Kompositionen mitbringt. © MD / Qobuz
CD20,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Juli 2020 | UMC (Universal Music Catalogue)

HI-RES28,99 Fr.
CD20,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 11. September 2020 | UMC (Universal Music Catalogue)

Hi-Res
CD15,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2007 | Universal-Island Records Ltd.

Für Überraschungen war Polly Jean Harvey schon immer gut. Aber nichts von dem, was sie bisher musikalisch abgeliefert hat, bereitet wirklich auf ihr neues Album vor. Vorbei ist es mit vor den Kopf stoßenden Gitarren-Ausbrüchen und der aufwühlenden Aggressivität, mit der sie einst ihr Leiden am Dasein kanalisiert und der menschlichen Gutgläubigkeit ins Gesicht gebrüllt hat, dass überhaupt nichts gut ist. Auf ihrem achten Studioalbum "White Chalk" weicht die E-Gitarre dem Piano, das laute Aufbegehren einem kraftlosen Flehen, das die stimmliche Gewalt der vorigen Alben nicht mehr aufbringen zu können scheint. Hat sie alle Hoffnung fahren lassen? Ein sakral anmutendes, in schwarze Farben getauchtes Werk ist das, Hymnen an die Nacht, ein verstörender, nach innen gerichteter Aufschrei der Harvey, der umso schmerzhafter ist, als er sich mit der tristen Atmosphäre, dem irritierenden Gesang und der reduzierten Instrumentierung erheblich subtiler als die Vorgängeralben artikuliert. Rhythmisch hämmernde Klavierakkorde, eingängige Drums und ein ätherischer Backgroundchor führen "The Devil" ein, ehe PJ mit von ihr nie gehörtem pastoralem Mädchengesang die Strophe ansetzt, als wolle sie mit aller Unschuld den Teufel austreiben, den sie besingt. Erst der anhebende Refrain offenbart, dass es sich um PJ Harvey handelt. Das Verhältnis zur Einsamkeit thematisiert sie in "Dear Darkness" als scheinbar lustvolles, wenn sie sich mit zärtlichem Pianolauf, Harfenklängen, gestreicheltem Schlagzeug und der Textzeile "Dear darkness, won't you cover me again" der Dunkelheit hingibt. Gesanglich steht ihr John Parrish bei. Morbide Schönheit zeichnet auch das emotionale, mit klarer Stimme vorgetragene "When Under Ether" aus, das zum Piano, weicher Percussion und Synthie-Einlagen vom Schwellenbereich zwischen Leben und Tod erzählt. Der Titeltrack "White Chalk" beginnt mit der geschlagenen Akustikgitarre, die Stimme Harveys ist mit Hall unterlegt, ein Banjo und eine Mundharmonika halten Einzug. Die relativ ungetrübte Stimmung steht dabei in Kontrast zum Text, der von ungeborenen Kindern und blutigen Händen handelt. "Please don't reproach me/for how empty my life has become" singt sie langsam in "Broken Harp" zu schlichtem Harfenspiel, während "Silence" wieder auf einer einfachen Klavierlinie basiert, auf die sich eindringlich der gedoppelte Gesang der Künstlerin legt. Immer wieder fühle ich mich bezüglich der Songstrukturen und der Stimmung an die frühen Werke einer Chan Marshall alias Cat Power erinnert. Hell und heiser haucht Harvey ihr Lyrics in "To Talk To You", das dem Hörer mit seiner Entrücktheit kaum Halt bietet. Der dynamischste Song folgt mit "The Piano". Wie ein atemloser Herzschlag gibt das Schlagzeug das Tempo vor, perlend setzen Klavier und Akustische ein, ehe Harvey zu einem ergreifenden Refrain ausholt. Die Stimmendoppelung und ein verstörender Backgroundgesang fungieren auch hier als Stilmittel, die einem das Blut gefrieren lassen. Der ruhigen Pianonummer "Before Departure" schließt sich mit "The Mountain" das letzte Stück an, das luftig und versöhnlich beginnt und mit dem äußerst beklemmenden Wehklagen der Betrogenen abrupt endet und mich alleine lässt. "White Chalk" ist ein düsteres Album, mit dem PJ Harvey eine musikalische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt, die sowohl beeindruckt als auch bedrückt. Sie seziert nach wie vor menschliche Befindlichkeiten und Abgründe, aber mit dem Unterschied, dass sie mit dieser schwarzen Kammermusik nicht den Hammer benutzt, sondern das Messer wirkungsvoll innen ansetzt. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1998 | Universal-Island Records Ltd.

CD14,49 Fr.
Dry

Alternativ und Indie - Erschienen am 2. März 1992 | Too Pure

CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2004 | Universal-Island Records Ltd.

An Erfolgen mangelt es der Frau nicht, höchstens an kommerziellen. Bereits nach ihrem ersten Album "Dry" kürte sie die amerikanische Ausgabe des Rolling Stone 1992 zum "Best Songwriter" und "Best New Female Singer", mit ihrer letzten Scheibe "Stories From The City, Stories From The Sea" errang sie als erste weibliche Künstlerin den Mercury Music Prize 2001. Dazwischen liegen Nominierungen für Brit-Award und Grammy (für "Is This Desire", 1998) und Artist, bzw. Album Of The Year-Auszeichnungen (für "To Bring You My Love", 1995). Zu ihren erklärten Bewunderern zählen so unterschiedliche Musiker wie Dave Wyndorf oder Thom Yorke. Nur beim großen Publikum konnte PJ noch nicht landen, beeindruckende Charterfolge blieben ihr bislang verwehrt. Wird sich das mit ihrem siebten Studioalbum "Uh Huh Her" ändern? Wohl eher nicht, zumindest auf den ersten Blick kommt ihr Gitarre/Bass/Drums-Rock doch wieder viel zu spröde daher, absolut untauglich fürs Formatradio. Gleich der Opener "The Life And Death Of Mr. Badmouth" bollert eher bösartig aus den Boxen, dem sollte man mal gründlich den Mund auswaschen, disharmonische Background-Melodien illustrieren den Giftgeschmack von Mr. Badmouths Lippen. "Shame is the shadow of love" und "you changed my life", heißt es im folgenden Song, und vielleicht ist wirklich etwas passiert in PJs Leben. Jedenfalls wirkt ihr Seelenexhibitionismus in diesem zweiten Song sanfter und versöhnlicher als früher. Bevor allerdings der Hörer sich im Wohlklang zu gemütlich einrichtet, kommt gleich wieder ein böser, schmutziger und roher Rocker wie "Who The Fuck" und trampelt alles nieder. Im Verlauf der Scheibe hat man mitunter das Gefühl als entstammten die verschiedenen Stücke tatsächlich sehr verschiedenen Lebensphasen. Mit dem genannten "Who The Fuck", "The Letter" oder "Cat On The Wall" sind wieder einige gitarren-krachige Rocker dabei. In "The Pocket Knife" verlässt sich Miss Harvey ganz auf ihre fragile Stimme, die mit der sparsam geschlagenen Elektrischen und einer Rassel (?) tatsächlich eine ganz betörende Wirkung entfaltet und an einen ihrer schönsten Songs erinnert, an "Rid Of Me". Ganz ungewohnt sind dagegen die Mundharmonika-Klänge in "Shame", die Keyboards in "The Slow Drug" oder das Xylophon in "You Come Through", vom friedlich dahin plätschernden Instrumental "The End" mal ganz abgesehen. Etwas affig finde ich persönlich das über eine Minute währende "Seagulls"-Sample mit Möwengeschrei. Soll das Sympathie für's Meer illustrieren? Dann kann ich hier mal ebenso gut erzählen, dass ich am See wohne, und wie putzig da die Enten schnattern, wie schwachbrüstig die Bellchen piepsen, oder wie eindringlich die Haubentaucher-Kinder pfeifen. Es ist also wieder ein ebenso tolles wie irritierendes Album geworden. Da ist es gut zu wissen, dass PJ Harvey diesmal außer den Drums alle Instrumente selbst eingespielt hat. So braucht sie die wahrscheinlich wieder nicht allzu üppigen Einnahmen wenigstens nicht zu teilen ... © Laut
CD12,49 Fr.

Original Soundtrack - Erschienen am 12. April 2019 | INVADA Records

CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 2006 | Universal-Island Records Ltd.

CD4,99 Fr.

Original Soundtrack - Erschienen am 18. Oktober 2019 | INVADA Records

CD17,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2009 | Universal-Island Records Ltd.

CD17,99 Fr.

Rock - Erschienen am 1. Januar 1993 | Universal-Island Records Ltd.

CD2,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 23. Oktober 2019 | UMC (Universal Music Catalogue)

CD2,49 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 1991 | Too Pure

CD2,69 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Februar 2018 | Cognitive Shift Recordings

CD2,99 Fr.

Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Juli 2016 | Universal-Island Records Ltd.