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Ähnliche Künstler

Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 17. April 1989 | 4AD

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Nach dem Schockalbum Surfer Rosa erwartet die Fans nun ein etwas ruhigeres, weniger geschliffenes aber glücklicherweise nur ein wenig braveres Album. Mit dem knallharten Intro Debaser, dem lässigen Beat in I Bleed, dem Surf-Pop in Monkey Gone To Heaven und dem Gag-Song La La Love You beinhaltet die im April 1989 veröffentlichte Platte Doolittle tausend kleine Schätze. Mal verwirrend, mal betörend, mal überraschend (das, was sich allein in den ersten zwei Minuten von Waves Of Mutilation abspielt, ist einfach nur verblüffend), und jeder Track klingt dabei ganz anders als der Rest der Produktion. Dieser Mix aus Punk-Rock, Surfmusik und purem Pop klingt hier nach wahrhaftiger Perfektion. Nach dieser Platte versteht man besser, wo Bands wie Pavement und Nirvana (Cobain zitierte die Pixies als eine seiner Lieblingsbands) ihre Inspiration gefunden haben… © Marc Zisman
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. März 1988 | 4AD

„Suche Musiker, die Fans von Peter, Paul & Mary und Hüsker Dü sind“. Mit dieser einfachen Kleinanzeige fand Frank Black, eher bekannt unter dem Namen Black Francis, seine Komplizen der Pixies - ohne Zweifel eines der innovativsten Rockabenteuer der End-80er Jahre. Das Quartett aus Boston schlug eine Richtung ein, die wildesten und unstrukturiertesten Punk mit amüsantem Pop vereint und in welcher die Band die Zuhörer mit plötzlichem Rhythmus-Wechsel und anderen dissonanten Merkwürdigkeiten destabilisierte. Bereits auf diesen ersten Aufnahmen aus den Jahren 1987 und 1988 wurde ihr Genie deutlich: Surf Music, Bubble-Gum-Pop, Arty Rock, aneckender Post-Punk. Von einem verrückten Spagat zum nächsten. Joey Santiagos Gitarre verpasst einem dabei Elektroschocks, Kim Deals Bass bringt die Wände zum Wackeln und Black Francis zieht die unglaublichsten Geschichten unterm Tisch hervor. Ein erstes Album, das bereits Alle in seinen Bann zog! © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. August 1990 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Mai 2004 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. September 1991 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. November 2020 | Pixies Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. Februar 2020 | Infectious Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. April 2014 | Pixies Music

Hi-Res
"Ihre Fans träumen seit Jahren davon und jetzt liefern die Pixies". Kaum zu glauben, wie einen nach all den Jahren noch Sätze aus Presse-Infos plätten können. Ein mit brutalstmöglichem Understatement verfasster Satz im euphorischen Ton eines Vollstreckungsbeamten und dem Odeur einer Pizzabestellung. Hallo? It's the Pixies, stupid! Helden von Kurt Cobain und nicht nur deshalb Gralshüter der reinen Indie Rock-Lehre a.D. Naja nicht ganz, im Dienst eigentlich schon wieder seit 2004, aber eben nur auf der Bühne, im finanziell massiv einträglichen Live-Sektor, wo das Pixies-Publikum sicher zur Hälfte aus Menschen besteht, die um 1991 geboren wurden, als ihr letztes Album "Trompe Le Monde" erschienen ist. Cobain war da noch am Leben. Seither ist viel Wasser den Wishkah hinuntergeflossen. So viel gar, dass selbst Involvierte wie Drummer David Lovering heute ungeniert behaupten, schon 2009 habe die Band ernsthaft in Erwägung gezogen, wieder neue Songs aufzunehmen. Im selben Jahr interviewte ich zufällig Sänger Frank Black, der mir jedoch recht glaubhaft versicherte, sich kaum etwas Schöneres vorstellen zu können, als ein Ende der ewigen Pixies-Album-Rufe, "cause it's not going to happen". Stattdessen nahm der etablierte Solokünstler sogar lieber ein Album mit seiner Ehefrau auf. Es herrscht generell viel Dunkel in diesem an sich erfreulichen Comeback. Sicher ist: 2012 trafen sich alle Beteiligten in einem Proberaum in Wales mit dem alten Ton-Lehrmeister Gil Norton, um zu schauen, ob man die gute Bühnenchemie vielleicht auch in neue Pixies-Stücke kanalisieren könnte. Scheinbar nicht ganz: Schon nach wenigen Wochen verließ Bassistin Kim Deal, einst Antipode des Ego-Königs Black, die gerade wieder ambitionierte Band, bis heute sind keine Gründe bekannt. So wird es wohl bleiben. "Indie Cindy", das erste Pixies-Album seit 23 Jahren, ist ein epochales Ereignis und soll daher nicht den Malus tragen, dass Kim Deal nicht oder kaum involviert war. Stattdessen soll alles wie früher sein: Produzent Norton ist wieder an Bord und Stamm-Grafiker Vaughan Oliver gab sich redlich Mühe mit dem fünffach klappbaren CD-Cover. Wer die Songs geschrieben hat oder wer in der Band Pixies derzeit spielt: Das Booklet liefert keine Antworten. Für das Bassspiel wird einem gewissen Ding gedankt, ein Pseudonym von Simon Archer, der schon bei PJ Harvey und The Fall spielte. Es heißt, alle von Deal bereits eingespielten Bassspuren wurden gelöscht und von ihm neu eingespielt. Hat Kim die Band wegen der Qualität der neuen Songs verlassen? Wegen Songwriting-Credits? Oder weil Black wieder alle Ruder an sich gerissen hat? Fragen, die der Opener "What Goes Boom" noch vor dem ersten Refrain zerstäubt, sobald sich Joey Santiagos Gitarrenakkorde mit längst vergessener Klarheit die Hirnwände hinauf fräsen. Ein sperriger und sogleich mit extrem eingängigem Refrain ausgestatteter Rocker, der hohe Erwartungen weckt, die zumindest an Härte im Laufe des Albums nicht ganz erfüllt werden. Denn, natürlich, die Pixies sind nicht mehr die jungen Kaputtniks, die "Surfer Rosa" eingeholzt haben. Da kann Black noch so erstaunlich juvenil kreischen und Texte nach altem Bewusstseinsstrommuster anfertigen ("Fattie had it made like a blade in the sun like a push in the bush when you got none / ping pong bingo fills a la ringo analog bong but it ring wrong"). Doch selbst die größten Reunionverächter der hier vorstelligen Legende müssten bei den Zeilen des folgenden "Greens And Blues" in die Knie gehen: "And if I ever feel a little strange / would you excuse me please?" - scheißegal, wie alt diese Typen sind, wenn die ehemaligen Außenseiter heute bessere Foo Fighters-Stadionhymnen komponieren, klingen sie immer noch besser als die tausend Bands, die sie schlecht kopieren. Nun sind auf diesem Album ja keine Songs wirklich neu, da sie alle auf insgesamt drei Online-EPs seit Herbst 2013 erschienen sind, was den Überraschungseffekt bei den Netz-Afficionados schmälert. Alle anderen dürften allerdings überrascht sein, dass der Folk'n'Country-Buddy Black tatsächlich noch richtig grantig klingen kann, was man ja immer als Hauptargument gegen ein neues Pixies-Album ins Feld führte. Etwa auf "Bagboy", einem knorrigen, Dancebeat-infizierten Album-Highlight mit mutmaßlicher Vokal-Beteiligung Kim Deals. Die vermeintliche Disharmonie des Refrains mit süßlichen Frauenvocals und bellendem Black-Gezeter findet sich sonst leider nirgends mehr auf dem Album. "Indie Cindy" ist voll gängiger Rockschemata und für Pixies-Verhältnisse extrem maskulin. Auf die Spitze getrieben in Songs wie "Blue Eyed Hexe", wo noch offensichtlicher als früher in "U Mass" AC/DC-Riffs verbraten werden. Gleichwohl kommt die Band auch dem gängigen Rezept der dynamischen Gegensätze immer wieder nach, etwa wenn Black in den Strophen von "Indie Cindy" Klassikerlines faucht ("I'm the burgermeister of purgatory ... you put the cock in cocktail, man"), um danach in einen samtweich-kitschigen Refrain umuschwenken. Etwas zu saturiert geraten sind "Magdalena 318" oder das dahinplätschernde "Ring The Bell", richtig grauenhaft ist aber nur das vor synthetischem Pomp triefende Balladen-Inferno "Andro Queen". Und wie großartig "Jaime Bravo", sowas wie ein Pixies-Cover eines unveröffentlichten Pixies-Songs, mit Kim Deals Beteiligung hätte werden können, erfahren wir wohl leider nie. "Another Toe In The Ocean" verdeutlicht wohl am ehesten, wo die Pixies 2014 stehen: Ein unheimlich eingängiger Rocksong, dem zwar die Düsternis ähnlich melodieverliebter Stücke wie "Motorway To Roswell" abgeht, der aber einfach nicht mehr aus dem Kopf will (genau wie das Bild, das ich beim Lesen des Songtitels sofort im Kopf hatte: Black, der in Badehose seinen Zeh in den Pazifik hält). "Indie Cindy" schlägt kein neues Kapitel im Alternative Rock-Lexikon auf, aber da stehen die Pixies ja eh schon im Vorwort drin. Wie 2003 bei Blur, die ohne Graham Coxon das beachtliche "Think Tank"-Album vorlegten, fügen die Pixies mit "Indie Cindy" auch ohne Kim Deal ihrem Klassiker-Katalog ein hochwertiges und facettenreiches Werk hinzu. Selbst wenn man auch in zehn Jahren zuerst von "Surfer Rosa" reden wird. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Oktober 1997 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. September 1987 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. September 2016 | Pixies Music

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Erst 2014 nahmen die Pixies mit Indie Cindy ein Comeback-Album auf, obwohl sich die 1993 aufgelöste Gruppe schon 2004 wiedervereinigt hatte. Mit dem 2016 veröffentlichten Head Carrier folgt nun das zweite Album der zweiten Band-Phase - und diesmal ist Paz Lenchantin als fixes Gruppenmitglied dabei, nachdem sie zuvor nur als Tourersatz für die 2013 weggegangene Bassistin Kim Deal einsprang. Interessanterweise singt sie mit "All I Think About Now" auch den Abschiedssong, den Frontmann Black Francis an Deal richtet - und der ganz nach dem Pixies-Klassiker "Where Is My Mind?" klingt. Auch sonst knüpft die Band oft an das vorige Album und damit an den klassischen Band-Sound an, ob auf der punkigen Single "Um Chagga Lagga" oder der Garagenrock-Nummer "Talent". © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. März 2001 | 4AD

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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Januar 2021 | Pixies Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Pixies Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. September 2020 | Infectious Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Oktober 2020 | Infectious Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Februar 2021 | Pixies Music

Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Dezember 2014 | 4AD

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Sie darf zwar die ersten Noten der Platte spielen, aber der verdiente Entfaltungsspielraum für ihre Songideen wurde Bassistin Kim Deal schon auf dem zweiten Pixies-Album "Doolittle" verwehrt. Bandgründer und Songwriting-Platzhirsch Frank Black sah sich 1988 bereits genötigt, seine Kollegin an der kurzen Leine zu halten, nachdem diese mit "Gigantic" (neben "Where Is My Mind" wohl der bekannteste Pixies-Song) auf dem Vorgänger einen Instant-Classic abgeliefert hatte. Um seinen Herrschaftsanspruch zu unterstreichen, ging Black auf "Doolittle" sogar so weit, den Drummer einen Song singen zu lassen ("La La Love You"). Damals sicher eine bittere Lehrstunde für Deal, andererseits muss man neidlos anerkennen, dass Black 1988/89 immer noch wahnsinnig geniale Rocksongs schreiben konnte, die sich nicht hinter dem stets höher in der Kritikergunst stehenden "Surfer Rosa"-Auftakt verstecken mussten. 25 Jahre nach Erscheinen liegt nun die überfällige Hommage in den Läden: Das Originalalbum "Doolittle" ergänzen zwei weitere CDs, auf denen sich 13 glühende Peel Session-Tracks und 22 Demoversionen tummeln. Ein Eldorado für Nostalgiker, aber auch für Neuentdecker, zählt doch "Doolittle" neben dem Pixies-Debüt zu jenen Alben, die jeder besitzen muss, der sich für die Saat des Genres Alternative-Rock im Allgemeinen und für Laut-leise-Dynamiken im Besonderen interessiert. Zwar ließ sich die Frage, welches der beiden Alben zum laut.de-Meilenstein gekürt werden muss, auch in dieser Redaktion relativ zügig klären. Das im April 1989 erschienene "Doolittle" ist nicht weniger zukunftsweisend, nimmt den Faden des Debüts vom ersten Song an nahtlos auf und erzählt all das, was zwei Jahre später Nirvanas "Smells Like Teen Spirit" in 4.31 Minuten (Single-Version) noch mal für alle Schwerhörigen rezitierte. Kurioserweise ahmte Kurt Cobains Gruppe auch die stilistische Entwicklung der Boston-Kings nach: Ging es auf ihrem Sub Pop-Debüt "Bleach" 1989 noch krachend und lo-fi-spaßig zur Sache, hobelte Butch Vig für die Major-Produktion "Nevermind" bekanntlich so lange an den Tracks herum, bis sogar MTV die Zeichen der Zeit erkannte. Genauso ging "Doolittle"-Produzent Gil Norton vor, dem eine gänzliche andere Vorstellung von Raumklang vorschwebte als dem kompromisslosen "Surfer Rosa"-Mann Steve Albini. Ihm sagte man nach, manche Spuren auf der Studio-Toilette einspielen zu lassen. Klang das Pixies-Debüt daher noch unmittelbar wie ein Live-Gig, testete "Doolittle" deutlich vernehmbar die Studio-Möglichkeiten aus, die der Vorschuss des Majorlabels Elektra einforderte. Eine weitere Parallele zu Nirvana ist, dass Frank Black im zweiten Anlauf mit weitaus eingängigeren Demos ankam ("Wave Of Mutilation", "Gouge Away", "Here Comes Your Man", "Monkey Gone To Heaven") und die Band eine leichte Sound-Veränderung anstrebte. Mit den zwei letztgenannten Singles als Appetizer hatten die Pixies Fans und Kritik sofort auf ihrer Seite, das Album wurde zum Hit und erreichte in England die Top Ten. Drummer David Lovering erinnert sich: "Ich war ungeheuer stolz, als wir die fertige Platte damals zum ersten Mal am Stück hörten. Sie klang so groß und vollendet – ich konnte kaum glauben, dass wir das waren." Eine Einschätzung, die man diesem Klassiker bis heute attestieren darf. Der Opener "Debaser" fegt gleich alle Ängste weg, die Band könnte sich aufgrund des Elektra-Deals ein handzahmes Korsett aufgedrückt haben lassen. Deals knackigen Basslauf nimmt Joey Santiago mit euphorischen Gitarren auf, bevor Black wieder harakirihaft Ungereimtheiten heraus krakeelt. So brüllte ich jahrelang im Refrain "I am moon shine and I lose ya", bis ich irgendwann zufällig über die Luis Bunuel-Referenz stolperte ("I am un chien andalusia"). "Tame" ist ohnehin zügelloser Wahnsinn pur, getoppt nur von der intensiven Peel Session-Version, in dem Blacks und Deals gemeinsam gestöhnter "Ah-hah-hah"-Mittelteil zumindest den im Oktober 1988 lauschenden, britischen Zuhörern von John Peels Radioshow eine ganz neue Form von Audio-Erotik zukommen ließ. Zu den 21 (!) bislang unveröffentlichten Titeln zählen besonders die Demos, die meistens schon in unpolierter Form den poppigen Anstrich der finalen Tracks vorweg nehmen. "Here Comes Your Man", hier bereits in einer Version von 1986 zu hören, war der Band wohl zu glatt für "Come On Pilgrim" und "Surfer Rosa". Für Fans ist es natürlich spannend, die Songs im Kokon-Status zu hören, etwa wenn Ringleader Black in "Gouge Away" lässig einzählt: "Go ahead Dave, one, two, ready, go" und die Nummer dann straight ohne Schreiattacken tatsächlich singt ("singen" im Sinne von Lou Reed, versteht sich). Kim Deals Gesang ist auf der "Tame"-Demoversion nicht vertreten, dafür lacht sie am Ende des schlampig umherirrenden "Debaser". Da wusste sie wahrscheinlich noch nicht, dass ihr Sir Francis nur ein einziges Mal Songwriting-Credits gestatten würde, nämlich für den majestätischen Slow-Blues "Silver" (der selbstverständlich auf der damaligen Tournee nie gespielt wurde). Doch nicht einmal den würdigen Album-Schlusspunkt gönnte Black ihr und setzte stattdessen sein atmosphärisch leider völlig deplatziertes Uptempo-Rockstück "Gouge Away" ans Ende. Was Deal seinerzeit an Song-Ideen anzubieten hatte, erfuhr die Nachwelt kurz darauf auf dem Breeders-Debüt "Pod". So sehr der "Surfer Rosa"-Sound bis heute als unmittelbare Krawallorgie gefeiert wird: Produzent Gil Norton, der auch die kommenden zwei Pixies-Alben und später noch die Foo Fighters ("The Colour & The Shape") produzierte, gebührt das Verdienst, der nach wie vor unberechenbaren Rockband ungeahnte Pop-Momente abzutrotzen. Nichts anderes tat zwei Jahre später Butch Vig mit Nirvana. Das letzte Pixies-Album "Trompe Le Monde" erschien am gleichen Tag wie "Nevermind". Unmittelbar danach löste Frank Black die Band auf. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Mai 2021 | Pixies Music

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Dezember 2014 | 4AD

Sie darf zwar die ersten Noten der Platte spielen, aber der verdiente Entfaltungsspielraum für ihre Songideen wurde Bassistin Kim Deal schon auf dem zweiten Pixies-Album "Doolittle" verwehrt. Bandgründer und Songwriting-Platzhirsch Frank Black sah sich 1988 bereits genötigt, seine Kollegin an der kurzen Leine zu halten, nachdem diese mit "Gigantic" (neben "Where Is My Mind" wohl der bekannteste Pixies-Song) auf dem Vorgänger einen Instant-Classic abgeliefert hatte. Um seinen Herrschaftsanspruch zu unterstreichen, ging Black auf "Doolittle" sogar so weit, den Drummer einen Song singen zu lassen ("La La Love You"). Damals sicher eine bittere Lehrstunde für Deal, andererseits muss man neidlos anerkennen, dass Black 1988/89 immer noch wahnsinnig geniale Rocksongs schreiben konnte, die sich nicht hinter dem stets höher in der Kritikergunst stehenden "Surfer Rosa"-Auftakt verstecken mussten. 25 Jahre nach Erscheinen liegt nun die überfällige Hommage in den Läden: Das Originalalbum "Doolittle" ergänzen zwei weitere CDs, auf denen sich 13 glühende Peel Session-Tracks und 22 Demoversionen tummeln. Ein Eldorado für Nostalgiker, aber auch für Neuentdecker, zählt doch "Doolittle" neben dem Pixies-Debüt zu jenen Alben, die jeder besitzen muss, der sich für die Saat des Genres Alternative-Rock im Allgemeinen und für Laut-leise-Dynamiken im Besonderen interessiert. Zwar ließ sich die Frage, welches der beiden Alben zum laut.de-Meilenstein gekürt werden muss, auch in dieser Redaktion relativ zügig klären. Das im April 1989 erschienene "Doolittle" ist nicht weniger zukunftsweisend, nimmt den Faden des Debüts vom ersten Song an nahtlos auf und erzählt all das, was zwei Jahre später Nirvanas "Smells Like Teen Spirit" in 4.31 Minuten (Single-Version) noch mal für alle Schwerhörigen rezitierte. Kurioserweise ahmte Kurt Cobains Gruppe auch die stilistische Entwicklung der Boston-Kings nach: Ging es auf ihrem Sub Pop-Debüt "Bleach" 1989 noch krachend und lo-fi-spaßig zur Sache, hobelte Butch Vig für die Major-Produktion "Nevermind" bekanntlich so lange an den Tracks herum, bis sogar MTV die Zeichen der Zeit erkannte. Genauso ging "Doolittle"-Produzent Gil Norton vor, dem eine gänzliche andere Vorstellung von Raumklang vorschwebte als dem kompromisslosen "Surfer Rosa"-Mann Steve Albini. Ihm sagte man nach, manche Spuren auf der Studio-Toilette einspielen zu lassen. Klang das Pixies-Debüt daher noch unmittelbar wie ein Live-Gig, testete "Doolittle" deutlich vernehmbar die Studio-Möglichkeiten aus, die der Vorschuss des Majorlabels Elektra einforderte. Eine weitere Parallele zu Nirvana ist, dass Frank Black im zweiten Anlauf mit weitaus eingängigeren Demos ankam ("Wave Of Mutilation", "Gouge Away", "Here Comes Your Man", "Monkey Gone To Heaven") und die Band eine leichte Sound-Veränderung anstrebte. Mit den zwei letztgenannten Singles als Appetizer hatten die Pixies Fans und Kritik sofort auf ihrer Seite, das Album wurde zum Hit und erreichte in England die Top Ten. Drummer David Lovering erinnert sich: "Ich war ungeheuer stolz, als wir die fertige Platte damals zum ersten Mal am Stück hörten. Sie klang so groß und vollendet – ich konnte kaum glauben, dass wir das waren." Eine Einschätzung, die man diesem Klassiker bis heute attestieren darf. Der Opener "Debaser" fegt gleich alle Ängste weg, die Band könnte sich aufgrund des Elektra-Deals ein handzahmes Korsett aufgedrückt haben lassen. Deals knackigen Basslauf nimmt Joey Santiago mit euphorischen Gitarren auf, bevor Black wieder harakirihaft Ungereimtheiten heraus krakeelt. So brüllte ich jahrelang im Refrain "I am moon shine and I lose ya", bis ich irgendwann zufällig über die Luis Bunuel-Referenz stolperte ("I am un chien andalusia"). "Tame" ist ohnehin zügelloser Wahnsinn pur, getoppt nur von der intensiven Peel Session-Version, in dem Blacks und Deals gemeinsam gestöhnter "Ah-hah-hah"-Mittelteil zumindest den im Oktober 1988 lauschenden, britischen Zuhörern von John Peels Radioshow eine ganz neue Form von Audio-Erotik zukommen ließ. Zu den 21 (!) bislang unveröffentlichten Titeln zählen besonders die Demos, die meistens schon in unpolierter Form den poppigen Anstrich der finalen Tracks vorweg nehmen. "Here Comes Your Man", hier bereits in einer Version von 1986 zu hören, war der Band wohl zu glatt für "Come On Pilgrim" und "Surfer Rosa". Für Fans ist es natürlich spannend, die Songs im Kokon-Status zu hören, etwa wenn Ringleader Black in "Gouge Away" lässig einzählt: "Go ahead Dave, one, two, ready, go" und die Nummer dann straight ohne Schreiattacken tatsächlich singt ("singen" im Sinne von Lou Reed, versteht sich). Kim Deals Gesang ist auf der "Tame"-Demoversion nicht vertreten, dafür lacht sie am Ende des schlampig umherirrenden "Debaser". Da wusste sie wahrscheinlich noch nicht, dass ihr Sir Francis nur ein einziges Mal Songwriting-Credits gestatten würde, nämlich für den majestätischen Slow-Blues "Silver" (der selbstverständlich auf der damaligen Tournee nie gespielt wurde). Doch nicht einmal den würdigen Album-Schlusspunkt gönnte Black ihr und setzte stattdessen sein atmosphärisch leider völlig deplatziertes Uptempo-Rockstück "Gouge Away" ans Ende. Was Deal seinerzeit an Song-Ideen anzubieten hatte, erfuhr die Nachwelt kurz darauf auf dem Breeders-Debüt "Pod". So sehr der "Surfer Rosa"-Sound bis heute als unmittelbare Krawallorgie gefeiert wird: Produzent Gil Norton, der auch die kommenden zwei Pixies-Alben und später noch die Foo Fighters ("The Colour & The Shape") produzierte, gebührt das Verdienst, der nach wie vor unberechenbaren Rockband ungeahnte Pop-Momente abzutrotzen. Nichts anderes tat zwei Jahre später Butch Vig mit Nirvana. Das letzte Pixies-Album "Trompe Le Monde" erschien am gleichen Tag wie "Nevermind". Unmittelbar danach löste Frank Black die Band auf. © Laut