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Die Alben

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Pop - Erschienen am 2. Juni 1998 | Warner Records - Maverick

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
So schön wie ein Botticelli-Gemälde wirkt das Cover von "Ray Of Light". Madonna Ciccone wirft dem Betrachter einen geheimnisvollen Blick zu, fast schon scheu und verletzlich. Ungewohnt für die Künstlerin, die zuvor noch äußerst selbstbewusst und auch gerne provokant auftrat. Die Achtziger und Madonna, das war lange Zeit eine perfekte Symbiose, doch das nachfolgende Jahrzehnt meinte es mit seinen ehemaligen Superstars nicht gut. Seattle-Grunge und der wieder neu belebte Punk-Ethos wollten keine Superstars mehr, und Madonna fiel lange Zeit darauf keine Antwort ein. Ein bemüht provokantes "Sex"-Buch und langweilige Musical-Balladen sorgten dafür, dass Amerikas Pop-Ikone zwar kommerziell nicht komplett unterging oder aus der Klatschpresse verschwand. Doch in musikalischer Hinsicht verlor sie immer mehr ihre Relevanz. Genau der richtige Moment, erst einmal alles neu zu überdenken. Die Geburt ihres ersten Kindes Lourdes gab Anstoß für eine neue Ausrichtung, auch in privater Hinsicht. Das Bedürfnis, ständig im Mittelpunkt zu stehen, rückte nun für diesen kleinen Menschen in den Hintergrund. "I traded fame for love without a second thought / It all became a silly game, some things cannot be bought / I got exactly what I asked for, wanted it so badly / Running, rushing, back for more, I suffered fools so gladly / And now I find, I've changed my mind" heißt es in dem ersten Song zu "Ray Of Light". Auf den Alben zuvor waren dort noch knackige Ansagen wie "Papa Don't Preach" zu hören, nun leitete eine Abrechnung mit der eigenen Rolle und die Suche nach wahrer Erfüllung das vierte Album ein. Nicht nur die Ansichten klangen runderneuert, auch ein ruhiger Downtempo-Sound verdrängte die Erinnerung an ihre quietschbunten Teenager-Hymnen wie "Holiday". Die Stimme klang nun reifer und vor allem nachdenklicher, der fast schon sphärische Sound von Produzent William Orbit so unaufdringlich wie möglich in den Hintergrund gemischt. Die Entscheidung für den kauzigen Briten, der lieber an nerdigen Dance-Ambient-Projekten arbeitete und keine klassische Musikausbildung genoss, erwies sich als großer Glücksgriff. Wie auf dem Nachfolger "Music" holte Madonna sich einen kongenialen Partner ins Studio, der die mutigen Songideen ausarbeitete. "Frozen" verband die harten Industrial Beats von Nine Inch Nails mit majestätischem Soundtrack-Feeling. Auch wenn die Nummer heute durch Dauerberieselung im Lokalradio extrem an Reiz verloren hat, klang sie 1998 für einen Mainstream-Act sehr progressiv. Die Entscheidung, für das düstere Video einen kontroversen Regisseur wie Chris Cunningham zu beauftragen, passte trotzdem in diese Phase des mutigen Ausprobierens. Der exzentrische Regisseur, dessen verstörende Clips auf MTV ins Nachtprogramm verschoben wurden, hielt die Anfrage erst für einen blöden Witz, war aber dann doch von dem überraschend dunklen Song über Depressionen und Einsamkeit fasziniert. Selbst Amerika, das Madonna so gerne in seinem wertkonservativen Weltbild schockte, schien nun Ende der 90er auch bereit für elektronische Sounds. Allgemein zeigt sich die Musikszene kurz vor dem Millennium offen für neue Einflüsse. Metallica ließen die Jeans-Kutte im Schrank hängen und arbeiten mit Alternative Rock-Einflüssen, während The Prodigy mit ihrem lauten Rave-Rock weltweit die Spitze der Charts erklommen. Es herrschte ein Geist von Experimentierfreude und Veränderung. "Ray Of Light" scheint für Rock-affine Hörer, die damals gerade in Amerika in der Überzahl waren, extrem innovativ, aber bildet letztendlich auch nur die Strömungen ab. Die Verschmelzung von Genres hat, bis dahin unbemerkt vom Radiohörer, längst stattgefunden. Doch kommen bei vielen Experimenten nicht zwangsläufig gute Ergebnisse heraus. Die große Stärke von "Ray Of Light" bleibt sein absolut organischer Sound, den das Dreamteam Madonna, Orbit und Marius De Vries nahtlos ineinander fließen lassen. Es folgt eher der Logik eines Dance-Konzeptalbums, das mit geschickt eingestreuten Samples und Beats den Puls langsam antreibt und in die Clubs statt Stadien connecten möchte. "Skin" oder "Shanti / Ashtangi", was passend zum Album Ruhe/Unruhe bedeutet, klingen wie Songs von Underworld und saugen alles auf, was genau zu dem Zeitpunkt in der Trendhauptstadt London den Puls der neuen Electronic Music ausmacht. Das Revival von Sixties Musik bringt auch wieder den Sound von indischer Musik in den britischen Musikkanon zurück und gilt wieder als hip. Auch "Swim" verbindet die Psychedelic-Vergangenheit von Swingin London mit dem Sound des ausgehenden Jahrhunderts, ebenso vernimmt man deutlich ein "Strawberry Fields"-Zitat in "Candy Perfume Girl". Solche Spiele mit Stilen mögen heute komplett normal sein, waren im Bereich des Pop-Mainstream damals aber gewagt und neu. Die Lust am riskanten Spiel vertreibt die verkrampfte Suche nach einem Radio-Hit. Der Musikautor Rob Sheffield behält absolut recht, wenn er diesem Album in der heutigen Zeit kaum noch eine Chance gäbe, auch wenn dank Billie Eilish wieder eine Downtempo im Mainstream einsetzt. "Ray Of Light" ist kein Album für Playlist-Skips und Instant-Hooks, weil es noch aus einer Album-Epoche stammt, in der noch die Hörgewohnheit außerhalb von Streaming-Überforderung so einem Experiment die Chance gab. Fast 45 Sekunden, bis in "Drownded World" überhaupt die Stimme einsetzt, ist im aktuellen Mainstream-Sound kaum noch möglich. Erstaunlich wenige Songs auf "Ray Of Light" waren große Hits, während das Album 16 Millionen mal über den Ladentisch ging. Den letzten Song "Mer Girl" umhüllt nur noch eine gespenstische Stripped Down-Atmosphäre. In einer meditativen Ruhe reflektiert Madonna fast in Gedichtform über Vergänglichkeit und vor allem den Tod ihrer Mutter. Der vielleicht intimste und reduzierteste Song offenbart die Seelenwelt von Madonna, die bis dahin gerne ewig jugendliche Pop-Illusion als Schutzschild benutzte. "And I smelled her burning flesh / Her rotting bones, her decay / I ran and I ran / I'm still running away." Die Flucht vor sich selbst hielt Madonna mit "Ray Of Light" für einen Moment an. Schade, dass dieser Moment der Erkenntnis nicht lange genug hielt, denn bei den meisten Alben danach holte die Gravitation die transzendente Pop-Göttin in den allzu irdischen Weltenlauf zurück. © Laut
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Pop - Erschienen am 21. April 2003 | Warner Records - Maverick

Der kalkulierte Skandal, den Madonna sonst so perfekt inszeniert, ging dieses Mal in die Hose. Das Video zum Titeltrack "American Life" zog sie einen Tag vor der geplanten Veröffentlichung zurück. Aus Rücksicht vor den kämpfenden US-Truppen. Denn in Kriegszeiten, in denen sich das amerikanische Volk (auch wenn es denn in London lebt) um seinen Führer schart, wollte sich selbst die Mutter der gezielten Provokation derart deutliche Kritik an George Bush nicht erlauben. Richtig deutlich wurde anhand der vorgeschobenen Patriotismus-Debatte aber vor allem eines: Auch Madonna ist geradezu versessen nach den süßen Früchten des Erfolgs. Somit macht auch die neuerliche Zusammenarbeit mit dem französischen Top-Produzenten Mirwais Sinn, der schon "Music" zum Erfolg trimmte. Eine sichere Nummer. Und er enttäuschte sie nicht. Das neue Album ist eine gelungene Fortsetzung des 2000er Vorgängers, insgesamt klingt er vielleicht noch stimmiger. Die Single "American Life" ist kennzeichnend für den kühlen Club-Sound des neuen Albums. Weitere potenzielle Club-Brenner sind das grandiose "I'm So Stupid" und "Nobody Knows Me". Der Erstgenannte bietet den mächtigsten Song-Beginn auf: Madonnas Stimme trifft auf eine akzentuierte Akustikgitarre und einen polternden Basslauf, wieder treiben fette Beats, coole Breaks und durchgehende Hi-Hats das Ganze asynchron an, bis Madonnas Stimme sich zu einem ätzenden Ton verfremdet und nur noch die Zeile "Everybody's looking for something" nachhallt, die man schon von den Eurythmics kennt. "Nobody Knows Me" gerät derart zur gekünstelten Vocoder- und Soundgimmick-Party, dass man geneigt ist, Mirwais am Schlawittchen zu packen. Doch der groovende Mittelteil allein rehabilitiert den Franzosen. Abseits der Tanzfläche bietet Madonna dann ihr ganzes Pop-Können auf: Klingt die kommende Single "Hollywood" beinahe noch zu beliebig, könnte sich "Intervention" zu einem ihrer besten Songs seit Jahren mausern: einem Chili Peppers-mäßigen Gitarrenlick jubelt sie Beats unter, im Refrain steigen Akustikgitarren ein und schließlich bringt Madonna einen unschlagbaren Refrain. Im Lagerfeuer-Song "X-Static Process" verzichtet sie zu Gunsten der Klampfe vollständig auf Beats und im elektronischen Midtempo "Mother & Father" lässt sie sich wieder zu einem kleinen Rap-Einsatz hinreißen. Die Breitwand-Ballade "Easy Ride" beschließt Madonnas neuestes Werk. Der anfangs recht minimalistische Song gewinnt nach und nach an Bombast und endet in krudem Electronica-Overkill. Fiepende, teilweise schon knarzende Elektronik gepaart mit Akustikgitarren sind also auch im Jahr 2003 die Groove-Komponenten, aus denen Beat-Bastler Mirwais sein Madonna-Bild zeichnet. Mit "Music" und "American Life" scheint es nun vollendet zu sein. Nur schwer will der Gedanke einleuchten, durch eine dritte Zusammenarbeit könne noch Unentdecktes, Ungehörtes an die Oberfläche gebracht werden. Madonna weiß das bestimmt. Jetzt, wo sie ihre Grenzen so zielsicher zu stecken vermag. © Laut
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Pop - Erschienen am 4. November 2005 | Warner Records - Maverick

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Pop - Erschienen am 24. November 2003 | Warner Records - Maverick

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Pop - Erschienen am 17. Oktober 2005 | Warner Records - Maverick