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Die Alben

CD15,99 Fr.

Klassik - Erschienen am 5. Mai 2017 | Carus

Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Für einen Komponisten, der zu seinen Lebzeiten so sehr berühmt war, der fast 70 Opern, Dutzende von Oratorien, Messen und Kantaten, 57 Sinfonien hervorzauberte, ist Simon Mayr heutzutage weitgehend vernachlässigt. Niemand wird hier behaupten, er sei das skandalös vergessene Ultra-Genie seiner Zeit, denn zu seiner Zeit fand der Aufstieg von Mozart, Beethoven, Schubert oder Chopin statt – Mayr wurde 1763 geboren, sieben Jahre nach Mozart, und starb 1845, vier Jahre vor Chopin. Aber seine Musik ist erheblich mehr wert als nur dazu zu dienen, den Staub in obskuren Bibliotheken zu fangen. Fast sein ganzes Künstlerleben und seine Karriere entwickelten sich in Bergamo, was ihn mehr oder weniger zu einem italienischen Komponisten macht, obwohl er in Deutschland geboren wurde. Er war jedoch 1802 entgüldig südlich der Alpen gezogen und kehrte niemals in den Norden zurück. Er hatte sich sehr um die Überführung von Beethovens Musik in Norditalien bemüht und sicherlich blieben einige von Beethovens Lehren bei Mayr stecken, wie man in der c-Moll Messe von 1825 hören kann – obwohl Mozart und Rossini auch nie zu weit davon entfernt waren. Ganz anders liegt die Sache für das 1803 komponierten Stabat Mater – also in den ersten Jahren seiner Amtszeit als Maestro di capella an der Kathedrale in Bergamo – mit einigen offensichtlichen Erinnerungen an Haydn und Pergolesi. Das Werk pendelt zwischen dem Kirchen- und dem Opernstil, mit Arien und Duetten, konzertanten Sätzen aber auch etwas zurückhaltenden Chorsätzen. Das weltberühmte Orchester Concerto Köln und das Orpheus Vokalensemble geben uns die Gelegenheit, die Musik von Mayr unter den bestmöglichen musikalischen Bedingungen ganz neu zu beurteilen. © SM/Qobuz