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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 3. März 2010 | Parlophone UK

Auszeichnungen 4 étoiles Rock and Folk - 5/6 de Magic - Qobuz' Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music
Ob die Gorillaz immer fünf Jahre weg sind, weil sich Jamie Hewlett neue, abgefahrene Settings für seine Comic-Charaktere ausdenken muss, ist nur eine Theorie. Die naheliegendere ist: Think Tank Damon Albarn hat einfach zu viel zu tun. Wenn er nicht gerade eine chinesische Oper schreibt oder Blur wiedervereinigt, schiebt er vergessene Nerds wie den Fela Kuti-Drummer zurück ins Rampenlicht. Mittlerweile besitzt er sogar die Autorität, Clash-Basser Paul Simonon von der Staffelei weg zu schubsen. Für die Fortentwicklung der Popmusik ist Albarns Prioritätenliste beinahe schon fahrlässig. "Plastic Beach" agiert mal wieder abseits jeglicher Moden und Trends, folgt einer konzeptionellen Score-Logik und feiert abgehangene Dub-Electronica in den skurrilsten und exotischsten Ausprägungen. Womöglich klingt es moderner als mancher Pop-Release im Jahr 2012. Dazu passt, dass einen diesmal keine Single frontal anspringt wie weiland "Feel Good Inc.", sondern das zurück gelehnte, erst nach mehrmaligem Hören langsam entblätternde Groove-Monster "Stylo", von dem außer Bruce Willis erstmal nix hängen bleibt. Erst nach und nach knallen Mos Defs punktgenaue Raps in den Strophen ähnlich furios wie Roots Manuvas Auftritt im Leftfield-Klassiker "Dusted", während Bobby Womack mittels Urschrei-Therapie die Tatsache zu kaschieren versucht, dass der Song keinen Refrain besitzt. Aber mal ehrlich: Ließ sich der Future-Pop der Gorillaz jemals an herkömmlichen Maßstäben messen? Völlig egal, welcher Stilrichtung man sich im normalen Leben zugehörig fühlt, eine Gorillaz-Platte machte bislang noch aus jeder Indie-Hupe einen Hip Hop-Versteher - und umgekehrt. So ist auch die massive Gästeliste von "Plastic Beach" nur die logische Fortsetzung der Albarn'schen Kunst, das eigene Spiel mosaikhaft mit den richtigen Bausteinen zu bestücken. Snoop Dogg wird es mit Wohlgefallen registriert haben, dass sein Auftritt von einem klassischen Sinfonie-Intro angekündigt wird. Umgekehrt hätte sich Albarn zum Einstieg keinen besseren Master Of Ceremony für teure Dollars einbestellen können als den Smooth Operator aus Long Beach: "Kids gather round / I need your focus". Nichts lieber als das, Fizzle. Albarns von früher 80s-Disco unterfütterte Elektro Pop-Vorstellung findet neben der Single im ausgeklügelten Yukimi Nagano-Duett "Empire Ants" und ganz vorneweg im unglaublich cheesy Single-Anwärter "On Melancholy Hill" seine Fortsetzung. Solch gerade 4/4-Beats hat man vor Augen, wenn man Albarns Zitat liest, dies sei das eingängigste Album seiner Karriere. Auf Stücke wie das störrig-hektische "Sweepstakes" (wieder mit Mos Def) oder das enttäuschende Mark E. Smith-Fast-Instrumental trifft dies sicher nicht zu. Dem Namedropping-Druck entkommt auch die Clash-Kollabo nur knapp: Ob in "Plastic Beach" nun Mick Jones und Paul Simonon erstmals seit der Clash-Trennung wieder gemeinsam musizieren oder nicht, es ist letztlich ein lupenreiner Albarn-Track. Großartig dagegen die Selbstverständlichkeit, mit der in "White Flag" die Grime-MCs Bashy und Kano mit Albarns verzwirbelten Streicherteppichen des libanesischen National Orchester for Arabic Music klarkommen. Oder wie Lou Reed in "Some Kind Of Nature" den größten Pop-Hit seit "Walk On The Wild Side" intoniert. Da muss sogar Bobby Womack einpacken, der am Schluss in "Cloud Of Unknowing" noch mal seine Crooner-Qualitäten darlegt. Thematisch ist "Plastic Beach" der fiktionale Zufluchtsort vor den Grauen der heutigen Zivilisation, vor wachsenden Müllbergen, zunehmender Zerstörung und fragwürdigem Konsumverhalten. Zusammen mit Hewlett kreierte Friedensaktivist Albarn ein Mini-Inselpünktchen, abgeschottet im Südpazifik. Angeblich irgendwo nahe der Osterinseln und mindestens so einsam, farbenprächtig und mysteriös. Wer wissen will, wie es in dieser Mischung aus Atompilz und Gaudi-Traumburg zugeht, kann sich ins enorm aufwendig gestaltete Online-Game auf gorillaz.com einklinken. "Plastic Beach" macht endgültig klar: Damon Albarn braucht niemanden. Weder Graham Coxon noch Danger Mouse, der pikanterweise am heutigen Tag sein Broken Bells-Album mit Shins-Sänger James Mercer veröffentlicht. In den 90ern hätte man daraus einen Grabenkrieg inszeniert. Heute freut man sich einfach über zwei überaus gelungene Studioalben. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. Oktober 2020 | Parlophone UK

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Das 2020 gestartete Song-Machine-Projekt der Gorillaz funktioniert wie eine Anthologien-Serie: Jeden Monat erschien ein Song mit Video als "neue Episode", das im Oktober veröffentlichte Album Song Machine Season One: Strange Timez versammelt sozusagen die erste Staffel. Die Comic-Band, hinter der Blur-Frontmann Damon Albarn und Zeichner Jamie Hewlett stecken, führt ihren futuristischen, genreumspannenden Pop-Sound auch auf den neuen Tracks weiter, setzt aber diesmal weit stärker auf Gastauftritte: Dem Serienprinzip nach tauchen auf jedem Stück verschiedenste Mitstreiter auf, darunter Musiker wie Elton John, Robert Smith, Peter Hook, Beck, 6lack oder Fatoumata Diawara. Die reguläre Version hat 11 Songs, eine Deluxe-Edition fügt sechs weitere Stücke (u.a. mit Auftritten von Joan as Police Woman und Tony Allen) hinzu. Das Album stieg auf Platz 9 in die deutschen Charts ein. © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Ob die Gorillaz immer fünf Jahre weg sind, weil sich Jamie Hewlett neue, abgefahrene Settings für seine Comic-Charaktere ausdenken muss, ist nur eine Theorie. Die naheliegendere ist: Think Tank Damon Albarn hat einfach zu viel zu tun. Wenn er nicht gerade eine chinesische Oper schreibt oder Blur wiedervereinigt, schiebt er vergessene Nerds wie den Fela Kuti-Drummer zurück ins Rampenlicht. Mittlerweile besitzt er sogar die Autorität, Clash-Basser Paul Simonon von der Staffelei weg zu schubsen. Für die Fortentwicklung der Popmusik ist Albarns Prioritätenliste beinahe schon fahrlässig. "Plastic Beach" agiert mal wieder abseits jeglicher Moden und Trends, folgt einer konzeptionellen Score-Logik und feiert abgehangene Dub-Electronica in den skurrilsten und exotischsten Ausprägungen. Womöglich klingt es moderner als mancher Pop-Release im Jahr 2012. Dazu passt, dass einen diesmal keine Single frontal anspringt wie weiland "Feel Good Inc.", sondern das zurück gelehnte, erst nach mehrmaligem Hören langsam entblätternde Groove-Monster "Stylo", von dem außer Bruce Willis erstmal nix hängen bleibt. Erst nach und nach knallen Mos Defs punktgenaue Raps in den Strophen ähnlich furios wie Roots Manuvas Auftritt im Leftfield-Klassiker "Dusted", während Bobby Womack mittels Urschrei-Therapie die Tatsache zu kaschieren versucht, dass der Song keinen Refrain besitzt. Aber mal ehrlich: Ließ sich der Future-Pop der Gorillaz jemals an herkömmlichen Maßstäben messen? Völlig egal, welcher Stilrichtung man sich im normalen Leben zugehörig fühlt, eine Gorillaz-Platte machte bislang noch aus jeder Indie-Hupe einen Hip Hop-Versteher - und umgekehrt. So ist auch die massive Gästeliste von "Plastic Beach" nur die logische Fortsetzung der Albarn'schen Kunst, das eigene Spiel mosaikhaft mit den richtigen Bausteinen zu bestücken. Snoop Dogg wird es mit Wohlgefallen registriert haben, dass sein Auftritt von einem klassischen Sinfonie-Intro angekündigt wird. Umgekehrt hätte sich Albarn zum Einstieg keinen besseren Master Of Ceremony für teure Dollars einbestellen können als den Smooth Operator aus Long Beach: "Kids gather round / I need your focus". Nichts lieber als das, Fizzle. Albarns von früher 80s-Disco unterfütterte Elektro Pop-Vorstellung findet neben der Single im ausgeklügelten Yukimi Nagano-Duett "Empire Ants" und ganz vorneweg im unglaublich cheesy Single-Anwärter "On Melancholy Hill" seine Fortsetzung. Solch gerade 4/4-Beats hat man vor Augen, wenn man Albarns Zitat liest, dies sei das eingängigste Album seiner Karriere. Auf Stücke wie das störrig-hektische "Sweepstakes" (wieder mit Mos Def) oder das enttäuschende Mark E. Smith-Fast-Instrumental trifft dies sicher nicht zu. Dem Namedropping-Druck entkommt auch die Clash-Kollabo nur knapp: Ob in "Plastic Beach" nun Mick Jones und Paul Simonon erstmals seit der Clash-Trennung wieder gemeinsam musizieren oder nicht, es ist letztlich ein lupenreiner Albarn-Track. Großartig dagegen die Selbstverständlichkeit, mit der in "White Flag" die Grime-MCs Bashy und Kano mit Albarns verzwirbelten Streicherteppichen des libanesischen National Orchester for Arabic Music klarkommen. Oder wie Lou Reed in "Some Kind Of Nature" den größten Pop-Hit seit "Walk On The Wild Side" intoniert. Da muss sogar Bobby Womack einpacken, der am Schluss in "Cloud Of Unknowing" noch mal seine Crooner-Qualitäten darlegt. Thematisch ist "Plastic Beach" der fiktionale Zufluchtsort vor den Grauen der heutigen Zivilisation, vor wachsenden Müllbergen, zunehmender Zerstörung und fragwürdigem Konsumverhalten. Zusammen mit Hewlett kreierte Friedensaktivist Albarn ein Mini-Inselpünktchen, abgeschottet im Südpazifik. Angeblich irgendwo nahe der Osterinseln und mindestens so einsam, farbenprächtig und mysteriös. Wer wissen will, wie es in dieser Mischung aus Atompilz und Gaudi-Traumburg zugeht, kann sich ins enorm aufwendig gestaltete Online-Game auf gorillaz.com einklinken. "Plastic Beach" macht endgültig klar: Damon Albarn braucht niemanden. Weder Graham Coxon noch Danger Mouse, der pikanterweise am heutigen Tag sein Broken Bells-Album mit Shins-Sänger James Mercer veröffentlicht. In den 90ern hätte man daraus einen Grabenkrieg inszeniert. Heute freut man sich einfach über zwei überaus gelungene Studioalben. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Juni 2018 | Parlophone UK

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Damon ist immer irgendwo in der Nähe. Bei der Tournee mit Gorillaz im Jahre 2017 brütet er auf den sonnig strahlenden Hoteldächern Amerikas The Now Now aus und sichert es auf der Software GarageBand. Elf Tracks, die er mit Jamie Hewlett und seinem Team zusammen austüftelt. Der Anführer von Blur vermeidet es diesmal, viele Leute um sich zu scharen. Keine überlange Gästeliste – an die 15 Leute, angefangen bei Pusha T, dann weiter mit Peven Everett bis hin zu Benjamin Clementine – die das ein Jahr zuvor erschienene Humanz überflutete. The Now Now wirkt wie ein Negativ. Bezeichnet man Humanz als kollektiven und extravertierten Hip-Hop, so lässt sich The Now Now als vertraulicher und melancholischer Pop (Fire Flies) betiteln. Dieses sechste Werk scheint sich wie in freier Natur grenzenlos breitzumachen, sich jedwedem Einfluss zu entziehen und mit Studioaufnahmen nichts zu tun haben zu wollen, obwohl es gleichzeitig für Introspektion zu allen Seiten hin offen ist. Es begnügt sich mit dem Feinsten vom Feinen, altbekannt, aber bei weitem nicht überholt: George Benson (an der Gitarre in Humility), Snoop Dogg und Jamie Principle (Hollywood). Er verkürzt die Tracks um die Hälfte und entfernt sich von Crossovern wie Funk-Dub-Reggae-Dance - also einer Art Palimpsest, das auf der Bühne haltlos und schwer verdaulich wäre. Reinster retro-futuristischer Groove, ganz einfach. Albarn bestätigt, dass er notfalls noch einen ganzen Haufen zu sagen hätte. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. August 2021 | Parlophone UK

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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. April 2017 | Parlophone UK

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Es gibt oft diesen einen Moment, in denen dich ein Album packt oder verliert. In denen du es aufgibst, dich in dieses Werk zu verbeißen oder eben genau weißt, dass das sowieso nicht mehr nötig ist. Fünf vollwertige und keinesfalls schlechte Songs braucht das neue Gorillaz-Album, bis es mich in seinen Fängen hat wie eine Vogelspinne. "I Am The Ghost!" reißt und rauscht und schreit uns da nämlich eine offensichtlich wahnsinnig gewordene Grace Jones entgegen, während um sie herum ein vertonter Elektroschock nach dem anderen durch den musikalischen Background zuckt. "Charger" heißt das Stück, der Gamechanger, der "Humanz" final kippen lässt und uns durchschießt wie Schüttelfrost. Wenige Minuten später im Hörverlauf wird einem plötzlich klar, wie merkwürdig und doch durch und durch logisch dieses Konstrukt einer Band ist, das sich uns hier nach einer siebenjährigen Pause abermals offenbart. Denn eigentlich erscheinen die Gorillaz als ultimatives Produkt unserer digitalen Realität, ein total virtuelles Projekt, das sich durch einen einfachen Kniff von allem freimacht, was Pop und Popstars für gewöhnlich auszeichnet. Eigentlich müsste es viel mehr solcher Projekte geben, eigentlich müsste das Netz überquellen von Gorillaz-Klonen. Tut es aber nicht. Musik bleibt auf Ebene der Präsentation explizit analog und stetig greifbar im Personenkult verankert. Das jetzt ausgerechnet ein Britpopper der Marke Damon Albarn eher beiläufig als revolutionärer Experimenteur in Erscheinung tritt, macht das Ganze nur noch seltsamer. Zumindest oberflächlich. Kratzen wir den aufgestrichenen Lack von den Gorillaz, stellen wir schnell fest, dass uns das Musikfleisch, welches da sehnig an den Kompositionsknochen klebt, wirklich blutig und fleischig erscheint. Real, ganz klar. Und keineswegs so digital und surreal, wie es uns die Pressetexte und vielleicht auch der eigene Verstand zunächst vorgaukelten. Hinter den Pixelvorhängen versteckt sich eine einigermaßen normale Band, die mit Vorliebe Stile vermischt und vor allem eine massive Faszination für Hip Hop nie verbergen kann – da hat sich auch auf "Humanz" nichts geändert. Die oft zugesprochene Revolution bleibt abermals aus. Alles halb so wild, halb so kompliziert, halb so bahnbrechend. Was bleibt, ist diese schier erdrückende Coolness des Sounds, die sich auf dem 20 Stücke starken "Humanz" über die gesamte Laufzeit aber ein Stück weit verliert. Oder eben abnutzt. Vielleicht wäre es an dieser Stelle besser gewesen, die überflüssigen Intros und Interludes zu streichen, die das Album künstlich aufblähen. Trotzdem bockt "Humanz" extrem. Alles hier schreit nach: Einlegen. Losfahren. Genießen. Eintauchen. Auftauen. Albarn indes schwimmt sich frei von allen Altlasten und genießt es hörbar, sich gleichermaßen als Kendrick Lamar und Trent Reznor und John Lennon inszenieren zu können. Das sind die Vorteile der virtuellen Realität. Gorillaz-typisch wirkt "Humanz" abermals wie eine aus dem Ruder gelaufene Pool-Party. Die Liste der Gaststars erscheint traditionell grandios bis exquisit und entscheidender Teil des Konzepts. Genau genommen gibt es mit "Busted And Blue" nur einen einzigen Track, der ohne direkt ersichtliche Fremdeinwirkung auskommt und der auch deswegen vollkommen überzeugt. Total reduziert bei gleichzeitiger Überladung entrollt sich ein hyperentspanntes Stück, das butterweich vor sich hin schaukelt, getragen von Albarns gewohnt verzerrter Stimme und zuckelnden Effekten im Hintergrund. Frontmann 2D assoziiert sich im Text zum Satelliten und abstrakten Himmelskörper: "I was asked by a computer/ A shadow on the wall/ An image made by Virgil/ To rule over us all". Ein essentielles Teil. Die Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung entpuppt sich also schnell als falsche Fährte. "Humanz" besticht in seinen Diskursblasen als dystopischer Kommentar zu einer durch digitalisierten Welt, in der ein Milliardär Präsident werden kann, weil er Milliardär ist. So gab Albarn im Interview mit dem Deutschlandfunk zu Protokoll: "Ich habe mir vorgestellt, wie die nahe Zukunft aussehen würde und wie es wäre, wenn Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnt. Und wie es wäre, wenn wir dann plötzlich alle unsere Menschlichkeit verlieren und zu digitalen Geistern werden." Soll heißen: Heute sind wir alle Hologramme. Wie die Band selbst. Innerhalb der Playlist dominieren vor allem jene Namen, die bei den versammelten Hip Hop-Heads das Wasser im Mund gerinnen lassen. De La Soul, als einziger Vertreter der alten Schule, präsentieren sich auf dem wirklich überdrehten "Momentz" wie eine Gruppe hungriger Newcomer, die nur so danach giert, sich zu beweisen und auszuprobieren. Der irgendwie immer noch unterschätzte Vince Staples leitet das Album auf "Ascension" besonders prägnant ein – Albarn gibt ihm extrem viel Platz, alle Beatspielereien bleiben bewusst skizzenhaft. Danny Brown indes passt mit seinem irrwitzigen Part absolut perfekt zur kunterbunten Süßigkeiten-Sound-Tüte, die ihm die Gorillaz mit "Submission" reichen. Die ganz und gar unhörbaren Gesangsequenzen von Kelela machen das Stück leider zum vielleicht größten Ausfall des Albums. Viel, viel besser funktioniert die Kombination Gorillaz – Rapper – Sängerin dann auf herausragenden "Let Me Out": Pusha T wird zunächst mit dem härtesten Beat des Album bewaffnet und beballert diesen standesgemäß, ehe die nunmehr 77-Jährige Soulsängerin Mavis Staples Hand in Hand mit Albarn das Gesamtgebilde mit immenser Gravitas vernäht. "You got to die a little if you wanna live/ Change coming/ You'd best be ready for it!" © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. April 2017 | Parlophone UK

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Seit ihrer Gründung 1997 segelt die Band Gorillaz auf dem Schiff ihrer Zeit, in einer Ära in der sich die musikalischen Grenzen progressiv aufheben. Humanz, das fünfte Album der virtuellen Gruppe, die von Damon Albarn von Blur und dem Zeichner Jamie Hewlett geleitet wird, haut den Nagel noch etwas tiefer in die Wand, um einen weltweiten Sound herzustellen, bei dem ganz ohne Hierarchie Pop, Rock, Elektro, Hip-Hop, Soul und Funk zusammenstoßen. Und das simple Hören dieses besonders guten Jahrgangs von 2017 verursacht einem den Drehwurm bei einem klar zu bekennenden Eklektismus: die Rapper Vince Staples, Danny Brown, Pusha T, DRAM und De La Soul, die große Grace Jones, der Dancehall-Star Popcaan, die Legende des House aus Chicago Jamie Principle, der Meister des R&B Anthony Hamilton, die Göttin des Soul und Gospel Mavis Staples, der spirituelle Sohn von Nina Simone Benjamin Clementine, aber auch die düstere und nervöse Jehnny Beth der Gruppe Savages, Noel Gallagher von Oasis, Graham Coxon von Blur, ohne dabei Jean-Michel Jarre zu vergessen sowie Rag'n'Bone Man und sogar Carly Simon sind dafür verantwortlich! Und wenn das immer noch nicht genügt, muss man nur dem australischen Schauspieler Ben Mendelsohn lauschen (hervorragend im Film Animal Kingdom und der Serie Bloodline), der die Erzählpartie zwischen jedem Song übernimmt. Stilistisch könnte dieses Album nicht verrückter sein! Aber verführt nicht das Casting dazu zu glauben, es sei aufgrund dessen eine wahnsinns Platte? Mit einer starken Orientierung am Dancefloor ist dieses fünfte Album der Gorrilaz zweifelsohne das, welches den Gorillaz am wenigsten ähnlich sieht! Die Vielfalt der Gäste lässt es an Einzigartigkeit und an Identität verlieren. Aber da Damon Albarn ein fabelhafter und talentierter Musiker und Produzent ist, hat er jeden Titel mit Vorsicht behandelt und dafür gesorgt, dass jeder Künstler seine Mission ernst nimmt. Er hat vor allem nicht vergessen, aus diesm Patchwork ein politisch engagiertes Werk zu machen, bei dem ihm die verrückte Welt eine Hilfe war. Das lustigste - oder wie man es nimmt - ist, dass er die Präsidentschaftswahl Donald Trumps heraufbeschwörte, bevor er überhaupt gewählt wurde! Humanz ist und bleibt eine umwerfende Platte, die wie eine Art musikalisches Zapping abgespielt wird, die alle Klänge und Ideen der Epoche zueinanderführt. Eine Platte die fasziniert und doch ein wenig beängstigend ist...© MD/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. Mai 2005 | Parlophone UK

"Kommen Sie näher, Herrschaften, nur keine falsche Scheu. Für ein paar läppische Euro gehen Sie auf eine Reise durch den Schrecken der Wirklichkeit. Springen Sie in den Knochenwaggon, und auf geht es ins Spiegellabyrinth des alltäglichen Grauens." Damon Albarn besitzt keinerlei Marktschreierqualität. Sonst stünde der Blur-Kopf nämlich auf dem Jahrmarkt, um der Menschenmenge inbrünstig seine ganz persönliche Horrorshow schmackhaft zu machen, anstatt die Idee von "Demon Days" in mühseligen Interviews zu verklickern. So aber gibt es die Geisterbahnfahrt des Damon A. vorerst nur aus der Konserve. Schon beim Losrollen schlagen sägendes Frankenstein-Cello und Sirenen Alarm. Kopf einziehen und ab nach unten. In die Schattenwelt der Zombies, die sich Tag für Tag durch die Gassen deiner Stadt schleppen. "Are we the last living souls?", ruft Comicfigur Albarn ironisch gebrochen über den Friedhof, während im Hintergrund verfluchte Seelen auf Katzenfellen zum dubbigen Beat tanzen. Der Britpopper hat zuletzt wohl vornehmlich den New Yorker Noise-Xanthippen Liars gelauscht und Nachrichten geschaut. Des Hexenmeisters Gebräu schmeckt nach dunkler Moll-Rezeptur, gebraut im von Jamie Hewlett wieder grandios gezeichneten Tank Girl-Endzeituniversum. Streicherarrangements statt Buena Vista Social Club. Auch entspannt-verkiffte Kopfnickerei gehört über weite Strecken zum Gestern. Beim Umgraben der Gorillaz-Tollwiese stößt er auf Neneh Cherry und legt den Blick auf eine verfallene Gesellschaft frei: Bewaffnete Highschoolkids ("mesmerised skeletons") ticken als lautlose Zeitbomben vor sich hin. Industrielle Noise-Collagen thronen über früher grünen Landschaften. Die sind in Vergessenheit geraten unter Schichten von Feinstaub: "You can't even trust the air you breathe", heißt es treffend im Titeltrack. Doch die Natur rächt sich. Im vom Hollywood-Bösewicht Dennis Hopper vorgelesenen "Fire Coming Out Of The Monkey's Head" pustet ein Berg namens Affenkopf ungebetene Gäste einfach weg. Die "Clint Eastwood"-Fortsetzung "Dirty Harry" wirft eine freakige Lichtshow an die Geisterbahndecke. Zwischen Les Rythmes Digitales-Stampferei sind Kinderchöre, allerhand Orchesterzubehör (Viola, Violine, Kontrabass) und Handclaps auszumachen, bevor der Song um die nächste Ecke biegt und mit einem Mal eine bitterböse Rapabrechnung mit George W. serviert. "The war is over / so said the speaker / with a flight suit on", flüstert der traumatisierte Irakkriegsveteran aka Gaststimme Bootie Brown im Fieberwahn. Das anschließende "Feel Good Inc." pustet Trockennebel in die Dunkelheit der Geisterbahn. Die Gravitation aufgehoben, schwebt Albarns Stimme in den Wolken. Er rappt und singt zu schiefen Electro-Versatzstücken und bittet zwischendurch auch noch die Hip Hop-Alleskönner De La Soul ans Mikro. Schon nach einem Hördurchgang bekommt man den Übersong des Albums garantiert nicht mehr aus den Ohren. Die hier gesetzte Marke erreicht die Platte im weiteren Verlauf nicht mehr. Als weiterer Höhepunkt kommt "El Manana". Die hier zelebrierte Introvertiertheit hätte auch gut auf die letzte Blur gepasst. Die Weltraumreise "Every Planet We Reach" wartet mit einsamem Piano, kurzem Pink Floyd-Intermezzo und sakralem Chor auf - fast schon ein Schlussstück. Doch vorher steht ja noch "DARE", das zentnerschwere Beats fallen lässt wie abgespacte Deichkinder am Limit. Neben den Gaststars lebt das Album von der fetten Produktion des Bastardpoppers Danger Mouse. Dank ihm fiebt, dröhnt und rockt das Zweitwerk der körperlosen Truppe lässigst. Den hakenschlagenden Pfaden zu folgen, fällt dank schlüssigem Gesamtkonzept nicht schwer - mehr als eine handvoll Probefahrten durch die Dämonenherberge vorausgesetzt. © Laut
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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. September 2020 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. März 2001 | Parlophone UK

Daft Punk tragen in der Öffentlichkeit Masken, die Gorillaz gehen noch einen Schritt weiter. Sie existieren nur als gezeichnete Figuren und sogar bei Live-Auftritten grinsen einem - bislang - nur 2D, Murdoc, Russell und Noodle entgegen. Einerseits kann man sich eines großen Medienechos sicher sein, andererseits lässt einem das Spiel mit den Figuren mehr künstlerische Freiheit. Und diese nutzen die Gorillaz dann auch vollständig aus. Ob pumpende Hiphop-Beats, punkige Gitarren, Dub oder lateinamerikanische Klänge mit Ibrahim Ferrer am Mikro - die Gorillaz beanspruchen keine Schublade für sich, sondern gleich den ganzen Schrank. Einziges gemeinsames Merkmal der Songs: die über weite Strecken etwas düstere Stimmung. Die Single "Clint Eastwood", die das Zeug zum Sommerhit hat, fällt hier ein wenig aus dem Rahmen. Teilweise drückt Damon Albarn - denn der ist auch bei den Gorillaz dabei - dem Ganzen stark seinen Stempel auf und man vermutet Blur schon hinter der nächsten Palme. Doch auch wenn diese sich auf ihren letzten beiden Alben sehr experimentierfreudig gaben, die Gorillaz sind über weite Strecken zu abgedreht für den Blur-Kosmos. Manchmal allerdings auch zu schräg zum ständigen Hören, auf Dauer kann das Style-Hopping ganz schön anstrengend sein. Positiv hervorzuheben wären noch die Stücke "Tomorrow Comes Today", welches sich ungeniert bei "Light My Fire" von den Doors bedient. Außerdem noch das dunkle "Sound Check", bei dem Damon Albarns Stimme am Anfang zerbrechlich wie nie zuvor klingt. Bis sich einem das gesamte Album erschließt, bedarf es doch einiger Zeit; hat man sich an eine Richtung gewöhnt, reißen die Gorillaz das Steuer meist um 180 Grad herum. Trotzdem macht das Album Spaß. Einerseits, weil viele Stücke auf großartigen Melodien aufbauen, andererseits gerade weil es sich allen Regeln entzieht. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 27. Februar 2020 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 7. März 2011 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 1. Juli 2002 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 11. April 2014 | Parlophone UK

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. April 2020 | Parlophone UK

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Der Interpret

Gorillaz im Magazin