Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2006 | Def Jam Recordings

Auf jedes einzelne Ghostface-Album habe ich mich gefreut wie ein Kind unterm Christbaum – jedes Mal begleitet von einer Spur Angst, ob die Erwartungen nicht doch einmal enttäuscht werden. Liegt die Messlatte hoch, geht der Sprung ja gerne in die Hose. Die Zweifel, die sich auch diesmal im Vorfeld breit machten (Geht das überhaupt? Kann man solches Niveau über Jahre halten?), erweisen sich erneut als vollkommen grundlos: Ghostface kann. Drängend, gierig und energisch breitet er, verpackt in geschliffene Worte und verschachtelte Reime, Szenarien vor seinem Publikum aus, die sich ohne Weiteres als Drehbuchvorlagen eignen. Die übliche Drogen-, Gewalt- und Gangster-Thematik handelt Ghostface selbstverständlich ab, durchzieht diese aber mit einer Ladung Humor, für die man ihn küssen möchte. Persönliche und ruhigere Nummern ("Whip You With A Strap", "Momma") bewahren, ebenfalls augenzwinkernd serviert, vor inhaltlicher Eingleisigkeit. Die Wahl der Kollaboratiospartner erfolgt mit gespenstischer Sicherheit. Neben der Abgeklärtheit eines Raekwon wirkt Ghost stets noch eine Spur hungriger. Ohne die Genossen vom Wu-Tang Clan geht gar nichts, mit Megan Rochell ("Momma") betritt nicht die übelste R'n'B-Stimme die Bühne. Jungstar Ne-Yo liefert ganz und gar unpeinliche gesungene Hooklines zu "Back Like That". Klavier, angemessene Uuuh-Uuuh-Backgroundchöre und Auszüge aus Willie Hutchs "Baby Come Back" verweben sich in einem relaxten Instrumental zu einem schlagkräftigen Beweis dafür, zu welch traumhaften Ergebnissen es führen kann, wenn sich Vergangenes und Neues, Gesang und Rap, Soul und Hip Hop, die Hände reichen. Der Geist Motowns durchzieht "Fishscale" von vorne bis hinten. Funk wird großgeschrieben. Wer es nicht in "Shakey Dog" bereits kapiert hat, dem hämmert es spätestens MoSS in "Kilo" mit Bläsern und der Wah-Wah-Gitarre ein. Auch Just Blaze vereint in "Champ" alles Gestrige, das für bewahrenswert befunden wurde, mit den Errungenschaften von heute und bannt die fiebrige Atmosphäre eines Boxkampfes in einen Wahnsinnsbeat. J Dilla, er möge in Frieden ruhen, steuert unter anderem zu "Beauty Jackson" anfangs einlullende Klänge bei, die zu einem dezenten Fundament für einen nahezu hypnotischen Rap morphen. Pete Rock strukturiert Ghostfaces und Raekwons ohne Pause flowende Lyrics in "R.A.G.U." mit Streichern im Stil der 60ies und einem kräftig akzentuierten Beat. RZA verkündete einst im Interview, Ghostface klänge nur auf seinen Produktionen wirklich reif. "Fishscale" hält dem ein vielfarbig blinkendes "Mööp! Falsch!" entgegen. Ohne Wu-Tangs Hauptproduzent seinen Rang absprechen zu wollen: Mit Pete Rock, Ghost selbst, Just Blaze, dem seligen J Dilla und einigen anderen an den Reglern habe ich RZA keine Sekunde vermisst. Besonders, wenn die metallenen Finger Dooms ins Spiel kommen, frage ich mich zum wohl tausendsten Mal: Wann entsteigt dieses Ausnahmetalent endlich dem Schatten des Untergrunds und begibt sich dahin, wo sich seit Jahren sein Platz befände: in die allererste Reihe. Mir fällt niemand ein, der in den letzten Jahren auch nur ansatzweise vergleichbare Quantität bei gleichbleibend exzellenter Qualität geliefert hätte. MF Dooms Beiträge zu "Fishscale" demonstrieren auf das Eindrucksvollste seine Wandlungsfähigkeit. Piano-Loops untermalen den Auftritt des Clans ("9 Milli Bros"), mit revueartigen Klängen. "The ratpack is back" - keine Frage, auch Ol' Dirty Bastard grüßt wieder einmal aus der Gruft. In "Underwater" stehen Ghosts schneidend klare Raps in einer im Kontrast dazu unwirklich gedämpften Kulisse. Wuchtige Drums und ein bedrohlich leiernder Dauerton sorgen in "Clipse Of Doom" für Beklemmung, während in "Jellyfish" deutlich leichtere Kost serviert wird. Schräge Gesangseinlagen verbreiten Kirmesstimmung, Klassiker wie "Never Can Say Goodbye" und "Let's Get It On" geben sich die Hand - eine weitere tiefe Verbeugung vor den Ahnen. Verzeiht meine Schwärmerei, aber zum Teufel, vertraut mir: Ich bin nicht ganz ohne Grund ein Doom-Fan. Wir haben Frühling - und ich mit "Fishscale" einen sicheren Anwärter für meine Album-Charts 2006. Auch, wenn ich mir von den beteiligten Herren hoffentlich niemals den Weg in die Heart Street erklären lassen muss. © Laut
Ab
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2007 | Def Jam Recordings

Ab
CD14,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2006 | Def Jam Recordings

Da hat man sich gedanklich schon in die Weihnachtspause verabschiedet, Glühweinschwaden umwehen das ermattete Hirn. Die Charts für 2006 sind erstellt, es erscheint ohnehin nichts mehr von Bedeutung. "Setzen wir doch das Jahres-Album auf den Album der Woche-Platz", so der Tenor in der Redaktion. Die Arctic Monkeys. Jetzt schon. Brrrr! Die unterbesetzte Hip Hop-Abteilung schaudert. Manchmal kommen Beats aber doch mit der Post: Der freundliche Briefträger bringt die Rettung. "Hip Hop Is Dead" behauptet Nas. Gar nicht wahr! Mos Def liefert "True Magic" frei Haus. Ghostface legt noch etwas mehr Fisch oben drauf - und behält im wirklich knappen Rennen um die vermutlich letzte Empfehlung der Woche für dieses Jahr die Nase vorn. Kein Zweifel: "Ghost Is Back", und das, nachdem er erst im Frühjahr mit "Fishscale" ein strahlendes Highlight lieferte. Ein schier endloses Intro bereitet den Weg für eine Einstiegs-Nummer, auf die es sich zu warten lohnt. Von einem derartigen Basslauf lass' ich mich gerne ins neue Jahr katapultieren. Bläserakzente, funkelnde Gitarren und Flöten: So zäh die Einleitung war: Der eigentliche Track könnte kurzweiliger nicht sein. Ghosts gierige Flows lassen auf grenzenlose Unersättlichkeit schließen. Ein Hammer pro Jahr ist wohl nicht genug, hmmm? Hell, no! Außerdem hat man ja seine Crew noch nicht ausgiebig gefeaturet. Diesmal begleitet die Theodore Unit ihren Gründer Rasierklingen spuckend über die gesamte Wegstecke. Auf derselben bleibt so zwar die technische wie inhaltliche Geschlossenheit, dennoch strotzt "More Fish" vor Charme, Talent, Musikalität und Ideen, dass es eine Freude ist. Womit haben wir es denn zu tun? "Ich musste mich auf den Ursprung, die Grundgedanken konzentrieren: Drogen, Sex, Geld und Gewalt. Damit die jüngeren Kids sich einmal bei mir abschauen können, wie es wirklich geht." Liebe Kinder, aufgepasst: Wenn alte Wu-Hasen "Outta Town Shit" ausbreiten und Verhaltensratschläge für die Handhabung von "Greedy Bitches" erteilen, ist Erkenntnisgewinn garantiert. Redman lässt seine Zeilen über gemütlichen Orgelsound ab, der zu bedächtigem Kopfnicken animiert. Darf eigentlich mitgeklatscht werden? Futuristisch wird es, wenn MF Doom spacige Klänge über tief blubbernde Bässe setzt. Unmerklich verwandelt sich in "Alex" der abgehobene Unterbau in einen geradezu klassischen Orchesterteppich. Wesentlich beeindruckender gehen die metallenen Finger noch in "Guns N' Razors" zu Werke: Hochgradig komplex und unaufhaltsam rückt einem der Beat auf die Pelle und überrollt auch den skeptischsten Hörer. Kinnlade wieder nach oben! Wir haben noch mehr Bonbons. Soulig, überschwänglich und prall vollgestopft tönt es aus den Boxen: "I know you heard it a thousand times." Ja, aber selten wirklich "Good"! Dicht gepackte Gitarren machen aus "Block Rock" nicht eben Schonkost: Wer, wenn nicht Madlib, würde Novalis verwursten? Superfetter Basseinsatz erdet das ansonsten leicht lächerliche "Pokerface", und wäre "Josephine" nicht so unglaublich satt produziert, man wäre gezwungen, bei Phrasen wie "The rain will wash away your sins", "you better leave those drugs alone" und "I will help you" an ein christliches Pfadfinderlager zu denken. Da sind wir aber nicht, wir befinden uns immer noch in den 36 Kammern, in denen alles, restlos alles möglich ist. Da fließen entspannte Raps über ein gepimptes Crusaders-Sample, als gehörten sie tief in die 70er Jahre. Da geben sich Kanye West und Ne-Yo in der Remix-Version zu "Back Like That" das Mic in die Hand. Da sorgen irrsinnige Drums und Amy Winehouse mit einer umwerfenden Gesangseinlage ("I Know I'm No Good") für Gänsehaut auf allen Zellmembranen. Vermutlich hat Kollege Wittorf recht, wenn er meint, Nas wäre die logischere Wahl für das Album der Woche gewesen. Doch wen interessiert Logik, wenn man auf anderer Ebene derbe getroffen wird? Danke für all den Fisch, Mr. Coles. © Laut
Ab
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2007 | Def Jam Recordings