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Ähnliche Künstler

Die Alben

CD21,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. Juli 1999 | Epic - Razor Sharp Records

CD17,59 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. September 2019 | Now Generation Music Corp.

Zur Jahrtausendwende rettet Ghost mit "Supreme Clientele" den Clan und 14 Jahre später gleich ganz New York. "Call my Name...The Almighty GFK the Master avenger / New Yorks Top Contender / City Defender". Die Stadt rief und Tony Starks kam. Bevor er jedoch im bombastischen Grand Finale "Call My Name" Staten Island und den Big Apple von allen korrupten Cops und Drogendealern säubert und sich zum Verteidiger der Stadt aufschwingt, liegen Enttäuschung, Tod und bittere Stunden vor ihm. Die Geschichte der "36 Seasons", seines elften Albums, ist schnell erzählt. Tony aka Ghost wird von Dr X wiederbelebt und kann dank einer Maske selbstständig atmen. Er kehrt nach neun Jahren – "That's 36 seasons" - zurück nach Staten Island und stellt im Opener "The Battlefield" ernüchtert fest: "See how fucked up it is there's crackheads on every corner / Kids in the schoolyard smoking marijuana / I ain't feeling it, this ain't the way I left these blocks / And my name's faded out like some old damn socks" Schlimmer noch: Seine Frau liebt einen anderen – "I told you I'll be back, girl, but you ain't believe / She told me 9 was too long, and she got a new man" - und sein ehemals bester Freund, gerappt von AZ, macht als bestechlicher Polizist ("It's that Denzel in training day shit, caution my grounds") dunkle Geschäfte mit dem brutalen Gangsterboss des Viertels aka Kool G Rap ("I'm that neighborhood blizzard flooding these streets with snow"). Die Tragödie mit dem blutigen Ende nimmt unausweichlich ihren Lauf. Der Plot wurde – wie bereits "Twelve Reasons to Die" – von einem Comic inspiriert, und wer könnte die Geschichte glaubwürdiger und bildgewaltiger ausschmücken als der Killah? Welcher andere Rapper zerlegte in Staten Island einen ganzen Club, nur um den jungen Clan-Bruder Shyhiem zu retten? Welcher andere Rapper lieferte sich schon Schießereien, während er mit der Soul-Truppe Force MDs im Auto durch die Gegend cruist? Manch ein Emcee mag mehr Gangster sein, doch die Realness, Soulness und Coolness irgendwo zwischen Shaft und Iron Man verkörpert im Game nur einer. Vor allem, wenn der Soundtrack von einer echten Soul-Band im Stile der Roots mit Höllengrooves heruntergerockt wird. The Revelations aus Brooklyn, bestehend aus mehreren Multinstrumentalisten, spielten schon für Cormega, den Clan und M.O.P. Samples nach und Songs ein. Für "36 Seasons" nahmen sie die klassischen Boom Bap-Loops- und Kopfnicker als Fundament und setzten diese mit ihren analogen Mitteln um. Der Live-Sound ist so wesentlich härter, klarer und straighter als beim ähnlichen "Twelve Reasons"-Vorgängerwerk und lässt den Protagonisten des Dramas genügend Raum für ihre Verse und Rollen. Wenn sich auf dem angesprochenen "Battlefield"-Opener Ghost, AZ und Kool G Rap über einen harten Midtempo-Banger duellieren, killt jeder Flow, so unterschiedlich sie sein mögen. Und diese Intensität bleibt das ganze Album über. Für "Love Don't Live Here Anymore" wird ein Doo Wop-Record interpretiert, der dann mit echten Emotionen des gehörten Ghost an Vorgänger wie "Guest House" oder "Back Like That" erinnert. Doch die melodiöse Zeit nähert sich dem Ende. In "Here I G Again" begegnet er über einen straighten Nackenbrecher seinem Jugendfreund Raj bzw. AZ. "Yo, I've seen Raj / He been a friend for years / Now your boy in blue, how he switched up gears". Der steht im zuerst noch positiv gegenüber. "Yeah, yeah, welcome home Starks / Remember us? At the jams in the parks". Zum Ende jedoch bekennt der korrupte Cop Farbe: "By next year my nigga, we be the largest / Felonies done with no charges". Im düsteren "Loyalty" betreten Kool G Rap ("A boss is a boss learn to respect loyalty") und sein Killer Nems ("My intuition told me play my position and stay loyal / You ain't got to get your hands dirty, I'll do it for you") die Szene, der Song ist gar ohne Ghost, so sehr ordnen sich alle der Story unter. Ebenfalls als Interlude dient das instrumentale Cover des The Persuaders-Slow Jamz "Thin Line Between Love and Hate" aus dem Jahre 1971. Doch die "Dogs Of War" kommen. Ghost hat genug gesehen und erklärt in einem funkigen Tune dem herrschenden Drogenlord den Krieg. "I see laboratories, chemicals and shit/ They cookin' right here on the block, I'm throwin' a fit/ Destructo, destroying houses like wrecking balls." Nach dem Krieg bleibt genug Zeit, einen Blick zurück zu werfen, als Dr. X Ghost rettete und ihm die Maske verpasste. Das noch funkigere "Emergency Procedure" mit dem wieder einmal unglaublichen Pharao Monch als Dr. X ist aber nur die Ruhe vor dem Endgegner. Zwar fühlt sich Tony im wesentlich rockigeren "Double Cross" auf der Gewinnerstraße – "No more drug houses, little kids could be treasured" -, doch sein ehemaliger Homie AZ hat andere Pläne. Er lässt ihn verhaften, um seine dunkle Geschäfte zu retten. Seine ehemalige Flamme Bamboo ist sich nicht mehr sicher, ob sie die richtige Wahl getroffen hat. In "Bamboos Lament" sinniert sie alias Sängerin Kandace Springs: "Is it too late? / Did I make a mistake?" Denn: AZ ist Bamboos neuer Liebhaber, und im sich tonnenschwer und minimalistisch schleppenden "Pieces To The Puzzle" – einem Höhepunkt des Albums - erkennt Ghost den Ernst der Lage. "This cop is corrupt, he gotta be in the mix of shit". Zu spät. Im mobb deep-artigen "Homicide" wird sein Bruder von Nems umgebracht. "I seen Mick's body on the floor covered in sheets / And a note that says I'm a dead man walkin'". Tony schwört Rache und es kommt zum Showdown mit AZ auf dem treibenden "Blood on The Streets": "Ayo!, Gas Mask down / It's revenge mode". Doch der ehemalige Freund feuert dagegen: "Kill your kids here, put you in a wheel chair / And leave you there with that ice grill stare Tony". Am Ende jedoch kann es nur einen geben. "It's no surprise / GFK the only one to survive!" New York ist wieder sicher und erfährt im bombastischen "Call My Name", dem souligen Epilog "I Love You For All Season" und der Vereinigung von Ghost mit Bamboo sein gebührendes Ende. "Call my name when you need me / I'll be there quick fast in a hurry / No need to worry / The all mighty GFK the master avenger / New York top contender city defender" © Laut
CD21,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 27. Januar 2000 | Epic - Razor Sharp Records

Jesus, Yeezus liebt den Ghostface Killah und adaptierte für seine legendären Jay-Z-Beats bewusst den Style von "Supreme Clientele". Bäm! Meilenstein-Berechtigung: Check. Doch dazu später mehr. Nähern wir uns dem einzigartigen Album lieber auf althergebrachte Art: Shaolin-Style, sozusagen. "In the new millennium cities, watch what I do / I'm bout to save hip hop like Ghost did the Wu." OG Freddie Foxxx lauscht seit jeher mit einem Ohr der Straße und erkennt 2000 im Track "RNS Real Nigga" die Zeichen der Zeit: Ghostface aka Tony Starks aka Iron Man schultert zur Jahrtausendwende ganz allein den schweren, auf den Boden des Hudson Rivers sinkenden Rucksack und zieht mit seinem zweiten Album "Supreme Clientele" die Kung-Fu-Karre wieder aus dem Schlamm. Dafür mixt er vollkommen abgedrehte Lyrics, Soul-Bap-Banger im harten New York-Gewand, sympathische Großmäuligkeit, Ironman-Referenzen, schräg-sägende Hooks, Beats, die nur einen Scratch loopen, und Gespräche über das Flachlegen sämtlicher Frauen im Rapgame zu einem irrwitzigen und seltsamerweise vollkommen stimmig schmeckenden Cocktail. Doch warum muss der Wu damals überhaupt gerettet werden? Für uns Wu-Heads regierten Mastermind RZA und Co. doch die Welt. Wu World Order und so. Selbst jeder C-Klasse-Reim der Familie wird auch im siebten Jahr nach den "36 Chambers" gefeiert wie die Geburtstagsfete vom Mafia-Paten in Staten Island. Objektiv betrachtet jedoch hielten 99er-Alben wie Raekwons "Immoblarity", Inspectah Decks "Uncontrolled Substance" oder U-Gods "Golden Arms Redemption" dem Druck der ersten Solo-Platten nicht stand (Ausnahmen wie Sunz Of Man oder LA The Darkman bestätigen die Regel). Da saßen wir nun im Auto, deaf, dumb and blind, und zeigten uns zu Songs wie "Dat Gangsta" oder "Show N Prove" selbstherrlich die eigenen Wu-Tätowierungen. Ruff Ryders, Rawkus, alles irrelevant. Instinktiv ahnte aber wohl selbst der stanigste Stan, also wiederum me, myself and I, schon Ende 1999 den anhaltenden Bedeutungsverlust. Doch dann kam "Apollo Kids". Drei Jahre lang hatte der gute Ghost nach seinem "Ironman"-Debüt an den "Poisonous Darts" gefeilt und eröffnete das kleine Comeback auf jener ersten Single dementsprechend wütend. "All y'all fake motherfuckers up in the joint, huh / Stealin' my light, huh." Schon die ersten Zeilen stellen klar: Ghost kleckert nicht, er klotzt. Im Video besucht er in einen Bling Bling-Bademantel gewandet die Wallabees-Fabrik und schnallt sich zu guter Letzt noch sämtliche Championgürtel um wie Floyd Mayweather. Pimp, Player, ohne Ton könnte man denken, Master P und der No Limit-Hype hätte den Wu um den Pinky Ring-Finger gewickelt. Mit Ton flowt der Staten Island-Emcee jedoch alles in Grund und Boden und die Fans um den Verstand: "Since the face been revealed, game got real / Radio been gassing niggas, my imposters scream they're ill / I'm the inventor, '86 rhyming at the center / Debut '93 LP told you to enter." Der Beat von Hassan knistert und funkt dazu breitbeinig über Solomon Burkes "Cool Breeze". Dass auf "Apollo Kids" zum Schluss noch Ghosts kongenialer Partner Raekwon auftritt, vergessen selbst eingefleischte Killa Beez. Zu dominant kommt der Killah hier zurück ins Game und steht zum ersten Mal komplett auf eigenen Füßen. Boogie Down-Legende Sean Price nennt diese Entwicklung 2012 in einem ausführlichen Complex-Artikel als einen der wichtigsten Gründe für den Erfolg und den Klassikerstatus von "Supreme Clientele": "'Ironman' war Ghostface featuring Raekwon, so dass es klang wie 'Cuban Linx Part II'. Auf 'Supreme Clientele' hob Ghost seine Skills auf ein neues Level. Ich denke, er wollte alle anderen einfach an die Wand rappen." Genau das tut er, als die Platte im Februar 2000 erscheint. "Swing the John McEnroe, rap rock'n'roll / Tidy Bowl, gun hold pro, Starsky with the gumsole / Hit the rum slow, parole kids, live Rapunzel" - selbst Nerds brauchen Stunden, um die Zeilen des Openers "Nutmeg" ganz zu verstehen. Der energetische Flow ist nicht von dieser Erde und irgendwie fühlt man, was Tony hier vor sich hin reimt. Dass der unbekannte Producer Black Moes-Art - tatkräftig unterstützt vom RZA, der zu jeder Zeit des Albums die Soundfäden wie ein Puppenspieler in der Hand hält - mit der Zerstücklung von Eddie Holmans "It's Over" nebenbei den Loopprint für die 2013er Sounds von Alchemist und Roc Marciano legt, gerät bei so viel Mic-Magie fast zur Nebensache. Gar noch krasser wirbelt der Wu-Retter beim folgenden "One" durch die Booth. Während Beatnuts-Juju einen straight und klar produzierten Piano-Kopfnicker in den Rechner legt, züngelt sich Ghost durch Silben und Slang Editorials, als würde Fischers Fritze frische Fische fischen. "That verse is dumb and that flow is crazy", steht auch Sean Price der Mund danach weit offen. Direkt im Anschluss knallt Bad Boy Carlos Broady noch den kurzen, orchestralen Nackenbrecher "Saturday Nite" hintendran und lässt den Hörer endgültig mit Schnappatmung aufs Sofa sinken. Ließen bereits diese ersten drei Tracks Mister West, Mister West zum Yeezus werden? Inspirierten sie ihn so sehr zu seinem Soul-Reload? Bekam Jay-Z dank ihnen den Karriereboost zum Best Rapper Alive? Im Buch "Kanye West In The Studio: Beats down! Money Up! (2000 – 2006)" von Jake Brown äußert sich Kanye jedenfalls eindeutig: "Eigentlich hatten wir – Just Blaze und ich - all die 'The Blueprint'-Beats nicht für Jay sondern für Ghostface gebaut. Er hatte uns mit seinen Alben so geprägt. Er war der einzige, der zur Jahrtausendwende etwas Großartiges rausgebracht hat. Er war der beste Rapper. Unser Lieblingsrapper. Ich verdanke meinen Style nur ihm." Auf den Punkt gebracht: Ohne God Ghost kein Yeezus. Wir wissen nicht, ob sich der Wu-Bruder Nummer eins nach dem ersten Durchlauf von "Slaves" immer noch über die Liebe freut. Fakt ist, dass sich seit jeher Jigga-Fans und Wu-Heads in Foren batteln wie Mönche. Für laut.de indes beantwortete ein Kollege diese Frage schon damals in der "Blueprint"-Review von 2001. Entschlackt man den streitbaren, und aus Sicht des Autors dieser Zeilen hier komplett falsch gepolten Text auf einen kleinen, relevanten Kern, kann die Kopie tatsächlich niemals besser sein als das Original: "Die Sounds sind schön glattgebügelt, die meisten Beats wurden schon vor 50 Jahren erfunden und werden in dieser Art seit mehr als zehn Jahren gesamplet, Raps in der Strophe und hohe Frauenstimmen im Refrain mit Soulgesang", so die Meinung des Kollegen. Genau diese Dinge sucht man auf "SC" vergeblich. Der RZA persönlich entfremdet und loopt sich allein auf "Ghost Deini" durch Michael Massers "My Hero Is a Gun", Mary Jane Girls "All Night Long", "Nightshift" von den Commodores sowie "Move The Crowd" von Eric B. & Rakim. Wo Hova die legendäre Mary J braucht, croont Ghost sich einfach selbst über die Bridge: "Marvin, Marvin, you were a friend of mine / You stood for somethin, ugh 2Pac, Biggie, ohh how we miss you so / We want y'all both to know / We really love you so." The Abbott hypnotisiert auch auf "The Grain" mit wahnwitzigem Loop-Game und lässt den nickenden Kopf nicht mehr aus dem Cobra Clutch. Ghost spielt hier Ol' Dirtys Rolle vom Verschwörungstheoretiker: "Fingering Pamela Lee / We on the balcony / Dare one of ya'll to Malcolm X me / Somebody might catch a Kennedy." Wenn einen das FBI abhört und ein Kollege ständig von Überwachungen durch den Papst phantasiert, sind dies wohl normale Annahmen. Das folgende "Buck 50" wäre dagegen 'nur' klassischer Wu-Soul-Bap, wie er eigentlich auf allen Alben seit 1997 zeitlos auftauchen könnte – ja, wäre da nicht die deepste Zeile aller Zeiten: "Supercalifragalisticexpialidocious / Dociousaliexpifragalisticcalisuper / Cancun, catch me in the room, eating grouper." Über die Jahre fragten sich Digga und Diggarettes immer wieder, warum der Ironman trotz unglaublicher Nachfolgesolos wie "Bulletproof Wallets", "The Pretty Toney Album" oder "Fishscale" nie mehr diesen lyrischen Wahnsinn ablieferte. Einige wenige folgen daher den späteren Aussagen von Knastbruder Superb aus dem Raekwon-Umfeld. Jener Superb nahm für sich in Anspruch, die Vielzahl der "SC"-Lyrics geschrieben zu haben. Immerhin outete er sich neben Pädophilie-Vorwürfen auf dem späteren Ghost-Track "Flowers" als überaus talentierter Verseschmied, dessen Zeile "I'm not a gangster and I hate thugs too / I'm just a nigga that paint a picture without a paintbrush tool" immer noch zu meiner GOAT-Zeile gehört. Auch G-Units Tony Yayo folgte in einem Interview mit 50 Cent - irgendwann 2010 - dieser Theorie. Fifty wiegelte damals sofort ab. Die Zeiten von Stress zwischen den Camps sollten definitiv der Vergangenheit angehören. Im Jahre 2000 jedoch steht die Szene nach seinem "How To Rob A Industry Nigga"-Diss noch unter Strom. Damals rappte der junge Curtis: "... Catch Rae Ghost and RZA for them funny ass rings." Auf dem "Clyde Smith"-Skit von "Supreme Clientele" antwortet ihm Ghost (oder Rae) mit verstellter Stimme: "Straight up, yo that nigga 50 Cent? / That's yo, I don't even know why he try to do that little dumb ass shit / Right there / But I'm a tell you something / You could say all them other niggas name / But niggas, niggas gon see them based on that big daddy / I know why they ain't bark on you / Cuz they ain't try to let your new broke ass trying to come out in the game / And act like they lettin you live off they scruff / Ok, you ain't even that big, dick / And if I see you up in here / I'm a have about 500 wolves on you." Die Rap-Foren drehen sofort durch, Rufer in der Wüste unken, ein Krieg zwischen den Lagern stehe kurz bevor. 50 Cent gilt als echter Gangster, seine Truppe sowieso, und Ghost hat laut diverser RZA- und Shyheim-Interviews alleine ganze Clubs zerlegt. Von der Wu-Gang ganz zu schweigen. Gerüchte machen die Runde, dass Ghost Fifty eine Treppe runtergeworfen habe (was nicht stimmt, einen solchen Abgang gönnte Ghost nur Mase), kleinere Diss-Tracks zwischen den Lagern erscheinen, doch die Lage bleibt ruhig. Gut unterrichteten Quellen im Jahre 2000 zufolge treffen sich die beiden Parteien mit mehreren Hundert Goons als Schutz und verabreden einen Burgfrieden. Im Endeffekt symbolisiert auch der Clyde Smith-Skit nur Ghosts überlaufendes Selbstvertrauen in die eigene Stärke. Ein Selbstvertrauen, das sich natürlich auch in den restlichen Stücken der Scheibe Bahn bricht. Auf dem böse polternden "Mighty Healthy" referenziert er nebenbei den 1987er Underground-Hit "Holy War" von Divine Force ("Shake that body, party that Body"), feiert mit dem fast italo-elektro-poppigen "Cherchez La Ghost" seinen größten Single-Hit und fliegt förmlich über RZAs verstörenden Rückwärts-Scrachloop auf "Stroke Of Death". Dank all dieser und der folgenden Wu-Banga half Ghost dem Wu über die miesen Jahre und zu weiteren Gold- und Platinauszeichnungen. Gleiches soll 2010 Raekwon mit dem "Cuban Linx"-Sequel gelingen. Freddie Foxxx hatte also Recht. So scort nicht nur Sean Price im internen Ironman-Duell 9:3 für "Supreme Clientele". Ergo gehören ihm auch die letzten Worte: "Alle dachten, der Wu wäre am Ende, und Ghost brachte ihn zurück. Er brachte ihn nicht nur zurück, sondern tat dies ganz alleine." © Laut
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2006 | Def Jam Recordings

Auf jedes einzelne Ghostface-Album habe ich mich gefreut wie ein Kind unterm Christbaum – jedes Mal begleitet von einer Spur Angst, ob die Erwartungen nicht doch einmal enttäuscht werden. Liegt die Messlatte hoch, geht der Sprung ja gerne in die Hose. Die Zweifel, die sich auch diesmal im Vorfeld breit machten (Geht das überhaupt? Kann man solches Niveau über Jahre halten?), erweisen sich erneut als vollkommen grundlos: Ghostface kann. Drängend, gierig und energisch breitet er, verpackt in geschliffene Worte und verschachtelte Reime, Szenarien vor seinem Publikum aus, die sich ohne Weiteres als Drehbuchvorlagen eignen. Die übliche Drogen-, Gewalt- und Gangster-Thematik handelt Ghostface selbstverständlich ab, durchzieht diese aber mit einer Ladung Humor, für die man ihn küssen möchte. Persönliche und ruhigere Nummern ("Whip You With A Strap", "Momma") bewahren, ebenfalls augenzwinkernd serviert, vor inhaltlicher Eingleisigkeit. Die Wahl der Kollaboratiospartner erfolgt mit gespenstischer Sicherheit. Neben der Abgeklärtheit eines Raekwon wirkt Ghost stets noch eine Spur hungriger. Ohne die Genossen vom Wu-Tang Clan geht gar nichts, mit Megan Rochell ("Momma") betritt nicht die übelste R'n'B-Stimme die Bühne. Jungstar Ne-Yo liefert ganz und gar unpeinliche gesungene Hooklines zu "Back Like That". Klavier, angemessene Uuuh-Uuuh-Backgroundchöre und Auszüge aus Willie Hutchs "Baby Come Back" verweben sich in einem relaxten Instrumental zu einem schlagkräftigen Beweis dafür, zu welch traumhaften Ergebnissen es führen kann, wenn sich Vergangenes und Neues, Gesang und Rap, Soul und Hip Hop, die Hände reichen. Der Geist Motowns durchzieht "Fishscale" von vorne bis hinten. Funk wird großgeschrieben. Wer es nicht in "Shakey Dog" bereits kapiert hat, dem hämmert es spätestens MoSS in "Kilo" mit Bläsern und der Wah-Wah-Gitarre ein. Auch Just Blaze vereint in "Champ" alles Gestrige, das für bewahrenswert befunden wurde, mit den Errungenschaften von heute und bannt die fiebrige Atmosphäre eines Boxkampfes in einen Wahnsinnsbeat. J Dilla, er möge in Frieden ruhen, steuert unter anderem zu "Beauty Jackson" anfangs einlullende Klänge bei, die zu einem dezenten Fundament für einen nahezu hypnotischen Rap morphen. Pete Rock strukturiert Ghostfaces und Raekwons ohne Pause flowende Lyrics in "R.A.G.U." mit Streichern im Stil der 60ies und einem kräftig akzentuierten Beat. RZA verkündete einst im Interview, Ghostface klänge nur auf seinen Produktionen wirklich reif. "Fishscale" hält dem ein vielfarbig blinkendes "Mööp! Falsch!" entgegen. Ohne Wu-Tangs Hauptproduzent seinen Rang absprechen zu wollen: Mit Pete Rock, Ghost selbst, Just Blaze, dem seligen J Dilla und einigen anderen an den Reglern habe ich RZA keine Sekunde vermisst. Besonders, wenn die metallenen Finger Dooms ins Spiel kommen, frage ich mich zum wohl tausendsten Mal: Wann entsteigt dieses Ausnahmetalent endlich dem Schatten des Untergrunds und begibt sich dahin, wo sich seit Jahren sein Platz befände: in die allererste Reihe. Mir fällt niemand ein, der in den letzten Jahren auch nur ansatzweise vergleichbare Quantität bei gleichbleibend exzellenter Qualität geliefert hätte. MF Dooms Beiträge zu "Fishscale" demonstrieren auf das Eindrucksvollste seine Wandlungsfähigkeit. Piano-Loops untermalen den Auftritt des Clans ("9 Milli Bros"), mit revueartigen Klängen. "The ratpack is back" - keine Frage, auch Ol' Dirty Bastard grüßt wieder einmal aus der Gruft. In "Underwater" stehen Ghosts schneidend klare Raps in einer im Kontrast dazu unwirklich gedämpften Kulisse. Wuchtige Drums und ein bedrohlich leiernder Dauerton sorgen in "Clipse Of Doom" für Beklemmung, während in "Jellyfish" deutlich leichtere Kost serviert wird. Schräge Gesangseinlagen verbreiten Kirmesstimmung, Klassiker wie "Never Can Say Goodbye" und "Let's Get It On" geben sich die Hand - eine weitere tiefe Verbeugung vor den Ahnen. Verzeiht meine Schwärmerei, aber zum Teufel, vertraut mir: Ich bin nicht ganz ohne Grund ein Doom-Fan. Wir haben Frühling - und ich mit "Fishscale" einen sicheren Anwärter für meine Album-Charts 2006. Auch, wenn ich mir von den beteiligten Herren hoffentlich niemals den Weg in die Heart Street erklären lassen muss. © Laut
CD12,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 5. Oktober 2018 | X-Ray Records

CD21,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. August 1996 | Razor Sharp Rcrds - Epic Street

HI-RES29,99 Fr.
CD25,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 5. Dezember 2014 | Tommy Boy Entertainment, LLC

Hi-Res Booklet
Zur Jahrtausendwende rettet Ghost mit "Supreme Clientele" den Clan und 14 Jahre später gleich ganz New York. "Call my Name...The Almighty GFK the Master avenger / New Yorks Top Contender / City Defender". Die Stadt rief und Tony Starks kam. Bevor er jedoch im bombastischen Grand Finale "Call My Name" Staten Island und den Big Apple von allen korrupten Cops und Drogendealern säubert und sich zum Verteidiger der Stadt aufschwingt, liegen Enttäuschung, Tod und bittere Stunden vor ihm. Die Geschichte der "36 Seasons", seines elften Albums, ist schnell erzählt. Tony aka Ghost wird von Dr X wiederbelebt und kann dank einer Maske selbstständig atmen. Er kehrt nach neun Jahren – "That's 36 seasons" - zurück nach Staten Island und stellt im Opener "The Battlefield" ernüchtert fest: "See how fucked up it is there's crackheads on every corner / Kids in the schoolyard smoking marijuana / I ain't feeling it, this ain't the way I left these blocks / And my name's faded out like some old damn socks" Schlimmer noch: Seine Frau liebt einen anderen – "I told you I'll be back, girl, but you ain't believe / She told me 9 was too long, and she got a new man" - und sein ehemals bester Freund, gerappt von AZ, macht als bestechlicher Polizist ("It's that Denzel in training day shit, caution my grounds") dunkle Geschäfte mit dem brutalen Gangsterboss des Viertels aka Kool G Rap ("I'm that neighborhood blizzard flooding these streets with snow"). Die Tragödie mit dem blutigen Ende nimmt unausweichlich ihren Lauf. Der Plot wurde – wie bereits "Twelve Reasons to Die" – von einem Comic inspiriert, und wer könnte die Geschichte glaubwürdiger und bildgewaltiger ausschmücken als der Killah? Welcher andere Rapper zerlegte in Staten Island einen ganzen Club, nur um den jungen Clan-Bruder Shyhiem zu retten? Welcher andere Rapper lieferte sich schon Schießereien, während er mit der Soul-Truppe Force MDs im Auto durch die Gegend cruist? Manch ein Emcee mag mehr Gangster sein, doch die Realness, Soulness und Coolness irgendwo zwischen Shaft und Iron Man verkörpert im Game nur einer. Vor allem, wenn der Soundtrack von einer echten Soul-Band im Stile der Roots mit Höllengrooves heruntergerockt wird. The Revelations aus Brooklyn, bestehend aus mehreren Multinstrumentalisten, spielten schon für Cormega, den Clan und M.O.P. Samples nach und Songs ein. Für "36 Seasons" nahmen sie die klassischen Boom Bap-Loops- und Kopfnicker als Fundament und setzten diese mit ihren analogen Mitteln um. Der Live-Sound ist so wesentlich härter, klarer und straighter als beim ähnlichen "Twelve Reasons"-Vorgängerwerk und lässt den Protagonisten des Dramas genügend Raum für ihre Verse und Rollen. Wenn sich auf dem angesprochenen "Battlefield"-Opener Ghost, AZ und Kool G Rap über einen harten Midtempo-Banger duellieren, killt jeder Flow, so unterschiedlich sie sein mögen. Und diese Intensität bleibt das ganze Album über. Für "Love Don't Live Here Anymore" wird ein Doo Wop-Record interpretiert, der dann mit echten Emotionen des gehörten Ghost an Vorgänger wie "Guest House" oder "Back Like That" erinnert. Doch die melodiöse Zeit nähert sich dem Ende. In "Here I G Again" begegnet er über einen straighten Nackenbrecher seinem Jugendfreund Raj bzw. AZ. "Yo, I've seen Raj / He been a friend for years / Now your boy in blue, how he switched up gears". Der steht im zuerst noch positiv gegenüber. "Yeah, yeah, welcome home Starks / Remember us? At the jams in the parks". Zum Ende jedoch bekennt der korrupte Cop Farbe: "By next year my nigga, we be the largest / Felonies done with no charges". Im düsteren "Loyalty" betreten Kool G Rap ("A boss is a boss learn to respect loyalty") und sein Killer Nems ("My intuition told me play my position and stay loyal / You ain't got to get your hands dirty, I'll do it for you") die Szene, der Song ist gar ohne Ghost, so sehr ordnen sich alle der Story unter. Ebenfalls als Interlude dient das instrumentale Cover des The Persuaders-Slow Jamz "Thin Line Between Love and Hate" aus dem Jahre 1971. Doch die "Dogs Of War" kommen. Ghost hat genug gesehen und erklärt in einem funkigen Tune dem herrschenden Drogenlord den Krieg. "I see laboratories, chemicals and shit/ They cookin' right here on the block, I'm throwin' a fit/ Destructo, destroying houses like wrecking balls." Nach dem Krieg bleibt genug Zeit, einen Blick zurück zu werfen, als Dr. X Ghost rettete und ihm die Maske verpasste. Das noch funkigere "Emergency Procedure" mit dem wieder einmal unglaublichen Pharao Monch als Dr. X ist aber nur die Ruhe vor dem Endgegner. Zwar fühlt sich Tony im wesentlich rockigeren "Double Cross" auf der Gewinnerstraße – "No more drug houses, little kids could be treasured" -, doch sein ehemaliger Homie AZ hat andere Pläne. Er lässt ihn verhaften, um seine dunkle Geschäfte zu retten. Seine ehemalige Flamme Bamboo ist sich nicht mehr sicher, ob sie die richtige Wahl getroffen hat. In "Bamboos Lament" sinniert sie alias Sängerin Kandace Springs: "Is it too late? / Did I make a mistake?" Denn: AZ ist Bamboos neuer Liebhaber, und im sich tonnenschwer und minimalistisch schleppenden "Pieces To The Puzzle" – einem Höhepunkt des Albums - erkennt Ghost den Ernst der Lage. "This cop is corrupt, he gotta be in the mix of shit". Zu spät. Im mobb deep-artigen "Homicide" wird sein Bruder von Nems umgebracht. "I seen Mick's body on the floor covered in sheets / And a note that says I'm a dead man walkin'". Tony schwört Rache und es kommt zum Showdown mit AZ auf dem treibenden "Blood on The Streets": "Ayo!, Gas Mask down / It's revenge mode". Doch der ehemalige Freund feuert dagegen: "Kill your kids here, put you in a wheel chair / And leave you there with that ice grill stare Tony". Am Ende jedoch kann es nur einen geben. "It's no surprise / GFK the only one to survive!" New York ist wieder sicher und erfährt im bombastischen "Call My Name", dem souligen Epilog "I Love You For All Season" und der Vereinigung von Ghost mit Bamboo sein gebührendes Ende. "Call my name when you need me / I'll be there quick fast in a hurry / No need to worry / The all mighty GFK the master avenger / New York top contender city defender" © Laut
CD14,39 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 30. März 2018 | Linear Labs

CD5,49 Fr.

R&B - Erschienen am 18. Juli 2000 | Epic - Razor Sharp Records

CD12,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. Januar 2018 | Mello Music Group

Im Jahre 2013 spielt Ghostface Killah Twelve Reasons To Die mit dem Produzenten Adrian Younge ein. Resultat: ein Groove-Konzentrat, in dem härtester Rap und nostalgischer Soul ausschweifen wie nie zuvor. Aber der Rapper Wu-Tang Clan hatte gleichzeitig den Produzenten Apollo Brown darum gebeten, ihm eine Alternativversion dieses Albums auszuhecken. Es hieß dann The Brown Tape und erschien eben auch nur in Form einer Kassette… Fünf Jahre später lässt sich diese Rarität offiziell wieder blicken. Umso besser! Vor allem, weil Ghostface hier ein paar Kollegen von Wu-Tang Clan zusammengetrommelt hat, wie etwa Inspectah Deck, U-God, Masta Killa, Cappadonna und RZA, der sich hier sogar als Erzähler entpuppt. Für dieses Konzeptalbum voller Gangster, Verrat und allerlei Verbrechen hat sich der Produzent aus Detroit einen Hintergrund ausgedacht, der noch schmutziger und brutaler ist als das Original. Ein nüchterner Soundtrack, der perfekt zur Prosa von Ghostface wie auch zu seinem einzigartigen Flow passt, und der eher Wu-Tang ähnelt als Twelve Reasons To Die! Was wäre bloß dabei herausgekommen, wenn RZA dieses Brown Tape selbst produziert hätte? © MZ/Qobuz
CD19,19 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. August 2014 | Linear Labs

CD21,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. Februar 2000 | Epic - Razor Sharp Records

Jesus, Yeezus liebt den Ghostface Killah und adaptierte für seine legendären Jay-Z-Beats bewusst den Style von "Supreme Clientele". Bäm! Meilenstein-Berechtigung: Check. Doch dazu später mehr. Nähern wir uns dem einzigartigen Album lieber auf althergebrachte Art: Shaolin-Style, sozusagen. "In the new millennium cities, watch what I do / I'm bout to save hip hop like Ghost did the Wu." OG Freddie Foxxx lauscht seit jeher mit einem Ohr der Straße und erkennt 2000 im Track "RNS Real Nigga" die Zeichen der Zeit: Ghostface aka Tony Starks aka Iron Man schultert zur Jahrtausendwende ganz allein den schweren, auf den Boden des Hudson Rivers sinkenden Rucksack und zieht mit seinem zweiten Album "Supreme Clientele" die Kung-Fu-Karre wieder aus dem Schlamm. Dafür mixt er vollkommen abgedrehte Lyrics, Soul-Bap-Banger im harten New York-Gewand, sympathische Großmäuligkeit, Ironman-Referenzen, schräg-sägende Hooks, Beats, die nur einen Scratch loopen, und Gespräche über das Flachlegen sämtlicher Frauen im Rapgame zu einem irrwitzigen und seltsamerweise vollkommen stimmig schmeckenden Cocktail. Doch warum muss der Wu damals überhaupt gerettet werden? Für uns Wu-Heads regierten Mastermind RZA und Co. doch die Welt. Wu World Order und so. Selbst jeder C-Klasse-Reim der Familie wird auch im siebten Jahr nach den "36 Chambers" gefeiert wie die Geburtstagsfete vom Mafia-Paten in Staten Island. Objektiv betrachtet jedoch hielten 99er-Alben wie Raekwons "Immoblarity", Inspectah Decks "Uncontrolled Substance" oder U-Gods "Golden Arms Redemption" dem Druck der ersten Solo-Platten nicht stand (Ausnahmen wie Sunz Of Man oder LA The Darkman bestätigen die Regel). Da saßen wir nun im Auto, deaf, dumb and blind, und zeigten uns zu Songs wie "Dat Gangsta" oder "Show N Prove" selbstherrlich die eigenen Wu-Tätowierungen. Ruff Ryders, Rawkus, alles irrelevant. Instinktiv ahnte aber wohl selbst der stanigste Stan, also wiederum me, myself and I, schon Ende 1999 den anhaltenden Bedeutungsverlust. Doch dann kam "Apollo Kids". Drei Jahre lang hatte der gute Ghost nach seinem "Ironman"-Debüt an den "Poisonous Darts" gefeilt und eröffnete das kleine Comeback auf jener ersten Single dementsprechend wütend. "All y'all fake motherfuckers up in the joint, huh / Stealin' my light, huh." Schon die ersten Zeilen stellen klar: Ghost kleckert nicht, er klotzt. Im Video besucht er in einen Bling Bling-Bademantel gewandet die Wallabees-Fabrik und schnallt sich zu guter Letzt noch sämtliche Championgürtel um wie Floyd Mayweather. Pimp, Player, ohne Ton könnte man denken, Master P und der No Limit-Hype hätte den Wu um den Pinky Ring-Finger gewickelt. Mit Ton flowt der Staten Island-Emcee jedoch alles in Grund und Boden und die Fans um den Verstand: "Since the face been revealed, game got real / Radio been gassing niggas, my imposters scream they're ill / I'm the inventor, '86 rhyming at the center / Debut '93 LP told you to enter." Der Beat von Hassan knistert und funkt dazu breitbeinig über Solomon Burkes "Cool Breeze". Dass auf "Apollo Kids" zum Schluss noch Ghosts kongenialer Partner Raekwon auftritt, vergessen selbst eingefleischte Killa Beez. Zu dominant kommt der Killah hier zurück ins Game und steht zum ersten Mal komplett auf eigenen Füßen. Boogie Down-Legende Sean Price nennt diese Entwicklung 2012 in einem ausführlichen Complex-Artikel als einen der wichtigsten Gründe für den Erfolg und den Klassikerstatus von "Supreme Clientele": "'Ironman' war Ghostface featuring Raekwon, so dass es klang wie 'Cuban Linx Part II'. Auf 'Supreme Clientele' hob Ghost seine Skills auf ein neues Level. Ich denke, er wollte alle anderen einfach an die Wand rappen." Genau das tut er, als die Platte im Februar 2000 erscheint. "Swing the John McEnroe, rap rock'n'roll / Tidy Bowl, gun hold pro, Starsky with the gumsole / Hit the rum slow, parole kids, live Rapunzel" - selbst Nerds brauchen Stunden, um die Zeilen des Openers "Nutmeg" ganz zu verstehen. Der energetische Flow ist nicht von dieser Erde und irgendwie fühlt man, was Tony hier vor sich hin reimt. Dass der unbekannte Producer Black Moes-Art - tatkräftig unterstützt vom RZA, der zu jeder Zeit des Albums die Soundfäden wie ein Puppenspieler in der Hand hält - mit der Zerstücklung von Eddie Holmans "It's Over" nebenbei den Loopprint für die 2013er Sounds von Alchemist und Roc Marciano legt, gerät bei so viel Mic-Magie fast zur Nebensache. Gar noch krasser wirbelt der Wu-Retter beim folgenden "One" durch die Booth. Während Beatnuts-Juju einen straight und klar produzierten Piano-Kopfnicker in den Rechner legt, züngelt sich Ghost durch Silben und Slang Editorials, als würde Fischers Fritze frische Fische fischen. "That verse is dumb and that flow is crazy", steht auch Sean Price der Mund danach weit offen. Direkt im Anschluss knallt Bad Boy Carlos Broady noch den kurzen, orchestralen Nackenbrecher "Saturday Nite" hintendran und lässt den Hörer endgültig mit Schnappatmung aufs Sofa sinken. Ließen bereits diese ersten drei Tracks Mister West, Mister West zum Yeezus werden? Inspirierten sie ihn so sehr zu seinem Soul-Reload? Bekam Jay-Z dank ihnen den Karriereboost zum Best Rapper Alive? Im Buch "Kanye West In The Studio: Beats down! Money Up! (2000 – 2006)" von Jake Brown äußert sich Kanye jedenfalls eindeutig: "Eigentlich hatten wir – Just Blaze und ich - all die 'The Blueprint'-Beats nicht für Jay sondern für Ghostface gebaut. Er hatte uns mit seinen Alben so geprägt. Er war der einzige, der zur Jahrtausendwende etwas Großartiges rausgebracht hat. Er war der beste Rapper. Unser Lieblingsrapper. Ich verdanke meinen Style nur ihm." Auf den Punkt gebracht: Ohne God Ghost kein Yeezus. Wir wissen nicht, ob sich der Wu-Bruder Nummer eins nach dem ersten Durchlauf von "Slaves" immer noch über die Liebe freut. Fakt ist, dass sich seit jeher Jigga-Fans und Wu-Heads in Foren batteln wie Mönche. Für laut.de indes beantwortete ein Kollege diese Frage schon damals in der "Blueprint"-Review von 2001. Entschlackt man den streitbaren, und aus Sicht des Autors dieser Zeilen hier komplett falsch gepolten Text auf einen kleinen, relevanten Kern, kann die Kopie tatsächlich niemals besser sein als das Original: "Die Sounds sind schön glattgebügelt, die meisten Beats wurden schon vor 50 Jahren erfunden und werden in dieser Art seit mehr als zehn Jahren gesamplet, Raps in der Strophe und hohe Frauenstimmen im Refrain mit Soulgesang", so die Meinung des Kollegen. Genau diese Dinge sucht man auf "SC" vergeblich. Der RZA persönlich entfremdet und loopt sich allein auf "Ghost Deini" durch Michael Massers "My Hero Is a Gun", Mary Jane Girls "All Night Long", "Nightshift" von den Commodores sowie "Move The Crowd" von Eric B. & Rakim. Wo Hova die legendäre Mary J braucht, croont Ghost sich einfach selbst über die Bridge: "Marvin, Marvin, you were a friend of mine / You stood for somethin, ugh 2Pac, Biggie, ohh how we miss you so / We want y'all both to know / We really love you so." The Abbott hypnotisiert auch auf "The Grain" mit wahnwitzigem Loop-Game und lässt den nickenden Kopf nicht mehr aus dem Cobra Clutch. Ghost spielt hier Ol' Dirtys Rolle vom Verschwörungstheoretiker: "Fingering Pamela Lee / We on the balcony / Dare one of ya'll to Malcolm X me / Somebody might catch a Kennedy." Wenn einen das FBI abhört und ein Kollege ständig von Überwachungen durch den Papst phantasiert, sind dies wohl normale Annahmen. Das folgende "Buck 50" wäre dagegen 'nur' klassischer Wu-Soul-Bap, wie er eigentlich auf allen Alben seit 1997 zeitlos auftauchen könnte – ja, wäre da nicht die deepste Zeile aller Zeiten: "Supercalifragalisticexpialidocious / Dociousaliexpifragalisticcalisuper / Cancun, catch me in the room, eating grouper." Über die Jahre fragten sich Digga und Diggarettes immer wieder, warum der Ironman trotz unglaublicher Nachfolgesolos wie "Bulletproof Wallets", "The Pretty Toney Album" oder "Fishscale" nie mehr diesen lyrischen Wahnsinn ablieferte. Einige wenige folgen daher den späteren Aussagen von Knastbruder Superb aus dem Raekwon-Umfeld. Jener Superb nahm für sich in Anspruch, die Vielzahl der "SC"-Lyrics geschrieben zu haben. Immerhin outete er sich neben Pädophilie-Vorwürfen auf dem späteren Ghost-Track "Flowers" als überaus talentierter Verseschmied, dessen Zeile "I'm not a gangster and I hate thugs too / I'm just a nigga that paint a picture without a paintbrush tool" immer noch zu meiner GOAT-Zeile gehört. Auch G-Units Tony Yayo folgte in einem Interview mit 50 Cent - irgendwann 2010 - dieser Theorie. Fifty wiegelte damals sofort ab. Die Zeiten von Stress zwischen den Camps sollten definitiv der Vergangenheit angehören. Im Jahre 2000 jedoch steht die Szene nach seinem "How To Rob A Industry Nigga"-Diss noch unter Strom. Damals rappte der junge Curtis: "... Catch Rae Ghost and RZA for them funny ass rings." Auf dem "Clyde Smith"-Skit von "Supreme Clientele" antwortet ihm Ghost (oder Rae) mit verstellter Stimme: "Straight up, yo that nigga 50 Cent? / That's yo, I don't even know why he try to do that little dumb ass shit / Right there / But I'm a tell you something / You could say all them other niggas name / But niggas, niggas gon see them based on that big daddy / I know why they ain't bark on you / Cuz they ain't try to let your new broke ass trying to come out in the game / And act like they lettin you live off they scruff / Ok, you ain't even that big, dick / And if I see you up in here / I'm a have about 500 wolves on you." Die Rap-Foren drehen sofort durch, Rufer in der Wüste unken, ein Krieg zwischen den Lagern stehe kurz bevor. 50 Cent gilt als echter Gangster, seine Truppe sowieso, und Ghost hat laut diverser RZA- und Shyheim-Interviews alleine ganze Clubs zerlegt. Von der Wu-Gang ganz zu schweigen. Gerüchte machen die Runde, dass Ghost Fifty eine Treppe runtergeworfen habe (was nicht stimmt, einen solchen Abgang gönnte Ghost nur Mase), kleinere Diss-Tracks zwischen den Lagern erscheinen, doch die Lage bleibt ruhig. Gut unterrichteten Quellen im Jahre 2000 zufolge treffen sich die beiden Parteien mit mehreren Hundert Goons als Schutz und verabreden einen Burgfrieden. Im Endeffekt symbolisiert auch der Clyde Smith-Skit nur Ghosts überlaufendes Selbstvertrauen in die eigene Stärke. Ein Selbstvertrauen, das sich natürlich auch in den restlichen Stücken der Scheibe Bahn bricht. Auf dem böse polternden "Mighty Healthy" referenziert er nebenbei den 1987er Underground-Hit "Holy War" von Divine Force ("Shake that body, party that Body"), feiert mit dem fast italo-elektro-poppigen "Cherchez La Ghost" seinen größten Single-Hit und fliegt förmlich über RZAs verstörenden Rückwärts-Scrachloop auf "Stroke Of Death". Dank all dieser und der folgenden Wu-Banga half Ghost dem Wu über die miesen Jahre und zu weiteren Gold- und Platinauszeichnungen. Gleiches soll 2010 Raekwon mit dem "Cuban Linx"-Sequel gelingen. Freddie Foxxx hatte also Recht. So scort nicht nur Sean Price im internen Ironman-Duell 9:3 für "Supreme Clientele". Ergo gehören ihm auch die letzten Worte: "Alle dachten, der Wu wäre am Ende, und Ghost brachte ihn zurück. Er brachte ihn nicht nur zurück, sondern tat dies ganz alleine." © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2010 | RAL

CD19,19 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 10. Juli 2015 | Linear Labs

Booklet
Es war ja so klar, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde: "I'm bulletproof now", drohte der nicht ganz freiwillig zu einem Rachedämon mutierte Ghostface Killah auf "Twelve Reasons To Die". "Back from the dead I'm invincible." Als Verheißung musste das jeder verstehen, der in den Sog des akustischen Vintage-Mafia-Gruselfilms geriet, den Ghost zusammen mit Adrian Younge ersonnen und in Szene gesetzt hat. Die beiden konnten den nach Vergeltung dürstenden Geist Tony Starks' ja nicht ewig in einem Tresor des DeLuca-Clans auf den Schallplatten verstauben lassen, zu denen deren Oberhaupt die sterblichen Überreste seines Widersachers pressen ließ. Dafür waren Figur und Story schlicht zu gut. Irgendwann wird schon jemand Hand an diese Vinyl gewordene Wunderlampe legen und, versehentlich oder mit voller Absicht, den Dschinn befreien. An dieser Stelle kommt, zum Leben erweckt von Raekwon, der neue Charakter Lester Kane ins Spiel: ein Mann mit Ambitionen auf den Titel "King Of New York", der auf die Familie DeLuca in etwa so gut zu sprechen ist, wie es Tony Starks einst war. Auch ihm steht der Sinn einzig nach Rache. Er sucht Vergeltung für Frau und Sohn, die der rivalisierende Clan auf dem Gewissen hat. Bei der Schneise der Verwüstung, die Kane durch DeLuca'sche Etablissements schlägt, kommen ihm und seinen Mannen besagter Tresor und sein verfluchter Inhalt in die Quere. Spätestens jetzt liegt auf der Hand: "It's time for a new chapter." Dass sich Kane von Labels mit der Aufschrift "DO NOT PLAY!" nicht bremsen lässt, versteht sich von allein. Et voilà, da isser wieder, der Ghostface Killah, und schließt mit Lester Kane einen Pakt, der selbst Mephistopheles mit Stolz erfüllte: ein wahrhaft tödliches Tag-Team. Den Teufel werd' ich tun und die Haken verraten, die der Plot schlägt, bis die Protagonisten am Ende des Pfads ihrer erbarmungslosen Vendetta ihren Frieden finden - oder zumindest etwas halbwegs Ähnliches. Von den Drehungen und Wendungen der Handlung lasse sich tunlichst jeder selbst überraschen. Ohne Kenntnis des ersten Teils lässt sich dieses zweite Dutzend ebenfalls verdammt guter Gründe zu töten allerdings wohl kaum verstehen, auch wenn der RZA als über dem Geschehen thronender Erzähler immer wieder Fäden entwirrt, den Rahmen absteckt und es so enorm erleichtert, der Geschichte zu folgen. Die spielt auch auf diesem zweiten Konzeptalbum um die Legende vom "killah with no face", die sich vom Mob-Märchen zum Schauer-Epos auswächst, die absolute Hauptrolle. Der Kunstgriff, der Tony Starks' Gespenst wieder auf den Plan ruft, befördert auch gleich die Handlung ins New York der 70er Jahre. Den staubigen Drums und geisterhaften Chören, die schon den Vorgänger prägten, haucht Adrian Younge entsprechend mit angefunkten Bässen, Wah-Wah-Sounds, Percussionspielereien und quietschenden Orgeln den souligen Vibe klassischer Blaxploitation-Film-Soundtracks ein. Stellenweise, etwa in "Rise Up", gerät das rhythmisch ganz schön anspruchsvoll. Die durch die Bank atmosphärischen Produktionen bieten vielleicht etwas weniger Abwechslung als auf dem ersten Teil. Das mag aber zumindest teilweise dem Umstand geschuldet sein, dass die Handlung hier keine Höhen und Tiefen kennt, sondern aus den blutgetränkten Niederungen einer längst ausgeuferten Mafia-Fehde in noch schwärzere Tiefen des finsteren Tals führt. Die Besetzung von "Twelve Reasons To Die II" fällt dagegen, wie so oft beim Sequel eines Erfolgs, eine deutliche Spur üppiger aus: Neben Raekwon und dem RZA ziehen Living Legend Scarub, Lyrics Born und Chino XL mit in den Straßenkrieg. In "Get The Money" erklärt zudem Vince Staples, er lade seine Waffe "in the name of King Lester Kane". Wenn ihm das mal bekommt. Am hässlichen Ende von "Twelve Reasons To Die II" weiß Staples' Patron jedenfalls, wie es sich anfühlt, mit den Geistern zu pokern, die man gerufen hat. Er bleibt mit dieser Erfahrung beileibe nicht allein, und weitere Leidensgenossen werden dazustoßen. Das Tor zu Teil drei treten die Urheber der Saga jedenfalls weit auf: "This is not the last we'll ever hear of Tony Starks / Actuality, this is a new beginning / Tony Starks was once a man, and became a demon / But now lives again, in the flesh and blood of the Ghostface Killah." Man braucht keine besonders ausgeprägte prophetische Gabe, um diese Worte erneut als Drohung zu interpretieren. Ich sprech' auch gerne wieder von "Verheißung". Wenn ich von dieser Platte ebenfalls ein Brown-Tape bekomme, sowieso. © Laut
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2007 | Def Jam Recordings

CD21,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. Oktober 2001 | Epic - Razor Sharp Records

"Introducin, the Ghost..face.. Killah! No one could get illa", krakeelte ein gewisser Ol'Dirty Bastard 1993 beim Song "Da Mystery Of Chessboxin'". Und das angesprochene Wutang-Mitglied versucht seitdem auch alles, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Ein rasender, irrwitziger Flow, originelle Lyrics und soulvolle Beats zeichnen seine zwei erfolgreichen Soloalben "Ironman (96)" und "Supreme Clientel (99)" aus. Aber gemach, gemach. Bevor die Lobeshymne für seinen dritten Streich "Bulletproof Wallets" beginnt, muss ich noch etwas Wichtiges los werden. Die Tracklist auf dem Backcover und im Booklet ist vollkommen durcheinander geraten. Peinlich, peinlich. Es sollte euch also nicht wundern, wenn die Reihenfolge der Songs, die ihr hier bei Laut seht, nicht mit der euer LPs und CDs übereinstimmt. So, nun steht der Review des besten Hip Hop/Rapalbums der zweiten Jahrehälfte 2001 nichts mehr im Wege. "BPW" sollte man zuerst im Kontext seiner früheren Werke sehen. Die ersten Wutang-Soloklassiker "Only Built For Cuban Links" (Raekwon) und "Liquod Swords" (Gza) sind gerade auf Grund ihrer einheitlichen Atmosphäre und inneren Geschlossenheit so legendär. Ghosts Debut "Ironman" (96) enthielt zwar schon Soulsamples und Filmzitate, doch sein Flow war noch nicht ausgefeilt und die Songs zudem über einen längeren Zeitraum aufgenommen. So wirkte die Platte eher wie eine bloße Aneinanderreihung von Tracks. Erst mit "Supreme Clientele" (99) kann er an die genannten Klassiker anknüpfen. Originelle Skits, 70er Jahre Soul-Samples, unsaubere Loops ergeben mit Ghosts schrägem Gesang und extrem schnellen Slang-Rap eine tighte Einheit. Und wo "SC" aufhört, setzt "BPW" an. Wegen des Chaos auf der Trackliste folgt jetzt eine Song-auf-Song-Kritik. "Intro" (feat. Raekwon): Ghostface und sein liebster Wu-Partner Raekwon unterhalten sich über die Mafioso-Namen im Rapgame und finden heraus, dass sie die ersten waren, die damit 1994 angefingen. "Maxine" (feat. Raekwon): Der Rza benutzt hier druckvolle Livedrums à la The Roots. Auch die Instrumente klingen fresh und von Hand bedient. Der Song entwickelt sich am Schluss gar zum reinen Living Colour-Crossover-Funk, ohne dass die Beats jedoch an Power abnehmen. Ghost kommt hier passend mit noch mehr Energie als sonst um die Ecke. Klasse. "Flowers" (feat. Method Man, Raekwon, Superb): Im Internet geisterte dieser Track schon eine ganze Weile herum. Die neue Version ist aber wesentlich weicher. Die Streicher wirken jetzt fast beruhigend und auch der Beat schwebt sanft dahin. Method Man rappt selbst Ghost an die Wand. "Dancefloor packed in, whites, blacks and latins/All in together, together for worst or better/Now I put it down whether, I'ts Methy-Method or Method-ical/Rock, skate, roll, bounce/I'm bound to wreck ya body and say, "Turn the party out!" "Never Be The Same Again" (feat. Raekwon, Carl Thomas): Oohh ja, so muss eine Rap/R'n'B-Kollabo klingen. Soulful, deep und smooth. Genau das Gegenteil also von Ja Rules oberflächlichen, einfach gestrickten Kommerzappeal. Die Songstruktur erinnert zuweilen an Bruda Svens "Ein und Alles" feat. Xavier Naidoo. Ach ja, für alle, die dachten, US-Rapper würden immer nur den Dicken schieben, hier der Gegenbeweis. "It's aiight tho, maybe he came up with the right dough, bigger dick, I don't know, musta been the best blow, this kinda sh*t every man goes through". Ghost wurde von seiner Frau betrogen, ihr versteht. "Teddy-Skit": Kollege Trife gibt frivole Jugenderinnerungen zum Besten, und Ghost singt herzergreifend schmachtend. "Let’s Smoke Some Weed And Let Me Fuck You Too, Real Good." "Theodore" (feat. Trife, Twiz): Der straighte Hip Hop-Beat wird von einer reizenden Glockenspielmelodie getragen. Den Hook trägt der Killah Himself gewohnt schräg vor. "Party People, You’re The Reason Why We Here Cause We’re Love The Game And Our Music Is Project." "Ghost Showers": Das Lied könnte man als "Cherchez La Ghost" Part II sehen. Ghost samplet auch hier wieder einen zuckersüßen Popsong und verpackt ihn in ein schwitzend-bouncendes Gewand. Die Tanzflächen der Clubs werden explodieren, glaubt mir. Das Video dazu ist bereits in Arbeit. "Strawberry" (feat. Killa Sin). Auf jedem Wutang-Album gibt es Tracks, die einen zum Mond fliegen lassen, die klassischen Wu-Banger. Frei nach Peter Steele, nämlich meistens "Slow, Deep and Hard", hier auch mit sägenden Keyboards inclusive. Lyrisch geht es um die Geschichte von "Ghost und dem Groupie". "The Forest": Raekwon singt zu Beginn schön schief ein paar Takte von Louis Armstrongs "Wonderful World". Danach kreiert der Alchemist mit locker-flockigen Flöten einen Sound, als ob man sich im Wald befände. Doch die Lyrics von Ghost schießen den Vogel ab. Er rappt sich durch sämtliche Comedy-Figuren seiner Kindheit, ob sie nun Goofy, Scooby oder Kermit heißen. Unglaublich. "The Juks" (feat. Trife, Superb): Auch hier zeigt der Alchemist mit einem bangenden Beat wieder, warum er zu Recht als der inoffizielle Nachfolger von Primo gilt. "Walking Through The Darkness" (feat. Tekitha): Wu-Fans kennen den schnellen Song bereits vom grandiosen Ghostdog-Soundtrack. Es bleibt eigentlich alles beim altem. Ghost fügt dem erstklassigen Partytrack nur noch ein paar Raps und die Disco-Animation "Whoop, Whoop" hinzu. "Jealousy" (Skit): Über den weiblichen Vocal-Loop "Jealousy", erzählt Ghost von dem leidigen Neid im Leben und im Rapgame. "The Hilton" (feat. Raekwon): Der Song erinnert an "MGM" vom Wutang Forever-Album. Ghost und Rae erzählen eine fiktive Geschichte über eine Auseinandersetzung im Hotel Hilton. Man beachte den wirklich komischen Refrain. "Interlude": Ein weiterer, kurzer Wu-Track, der es wert gewesen wäre, ihn auf mindestens vier Minuten auszudehnen, vergleichbar mit "Saturday Nite" von "SC". Die Stimme von Ghost passt perfekt zum orchestralen Soulloop. "Love Session" (feat. Ruff Endz): siehe "Never Be Same Again" "Street Chemistry" (feat. Prodical Sunn, Trife): Rau und ungeschliffen endet die Scheibe. Ein unsauberer Loop und dreckige Drums bilden das Fundament, über das Ghostface, Prodical und Trife ihre zornigen und druckvollen Raps legen. Die zwei Songs "The Sun (feat. Rza, Raekwon und Slick Rick)" und "The Watch", die man bereits downloaden konnte und die schon für Freudentänze auf den Tastaturen der Internet-Headz sorgten, werden entweder als Bonus Tracks auf einer limitierten Edition von "BW" oder auf einem anderen Wu-Album erscheinen. Trotzdem verteile ich für die Beats und Raps fünf grüne Balken, muss jedoch ein Punkt wieder abziehen, da die Stärke des Albums gerade in der stimmigen Atmosphäre liegt. Die geht leider ein wenig verloren, wenn man die Songtitel gar nicht kennt und das Booklet eigentlich wegschmeißen kann. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 17. November 2009 | New Power Soul

CD14,39 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 26. Juni 2015 | Linear Labs

Es war ja so klar, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde: "I'm bulletproof now", drohte der nicht ganz freiwillig zu einem Rachedämon mutierte Ghostface Killah auf "Twelve Reasons To Die". "Back from the dead I'm invincible." Als Verheißung musste das jeder verstehen, der in den Sog des akustischen Vintage-Mafia-Gruselfilms geriet, den Ghost zusammen mit Adrian Younge ersonnen und in Szene gesetzt hat. Die beiden konnten den nach Vergeltung dürstenden Geist Tony Starks' ja nicht ewig in einem Tresor des DeLuca-Clans auf den Schallplatten verstauben lassen, zu denen deren Oberhaupt die sterblichen Überreste seines Widersachers pressen ließ. Dafür waren Figur und Story schlicht zu gut. Irgendwann wird schon jemand Hand an diese Vinyl gewordene Wunderlampe legen und, versehentlich oder mit voller Absicht, den Dschinn befreien. An dieser Stelle kommt, zum Leben erweckt von Raekwon, der neue Charakter Lester Kane ins Spiel: ein Mann mit Ambitionen auf den Titel "King Of New York", der auf die Familie DeLuca in etwa so gut zu sprechen ist, wie es Tony Starks einst war. Auch ihm steht der Sinn einzig nach Rache. Er sucht Vergeltung für Frau und Sohn, die der rivalisierende Clan auf dem Gewissen hat. Bei der Schneise der Verwüstung, die Kane durch DeLuca'sche Etablissements schlägt, kommen ihm und seinen Mannen besagter Tresor und sein verfluchter Inhalt in die Quere. Spätestens jetzt liegt auf der Hand: "It's time for a new chapter." Dass sich Kane von Labels mit der Aufschrift "DO NOT PLAY!" nicht bremsen lässt, versteht sich von allein. Et voilà, da isser wieder, der Ghostface Killah, und schließt mit Lester Kane einen Pakt, der selbst Mephistopheles mit Stolz erfüllte: ein wahrhaft tödliches Tag-Team. Den Teufel werd' ich tun und die Haken verraten, die der Plot schlägt, bis die Protagonisten am Ende des Pfads ihrer erbarmungslosen Vendetta ihren Frieden finden - oder zumindest etwas halbwegs Ähnliches. Von den Drehungen und Wendungen der Handlung lasse sich tunlichst jeder selbst überraschen. Ohne Kenntnis des ersten Teils lässt sich dieses zweite Dutzend ebenfalls verdammt guter Gründe zu töten allerdings wohl kaum verstehen, auch wenn der RZA als über dem Geschehen thronender Erzähler immer wieder Fäden entwirrt, den Rahmen absteckt und es so enorm erleichtert, der Geschichte zu folgen. Die spielt auch auf diesem zweiten Konzeptalbum um die Legende vom "killah with no face", die sich vom Mob-Märchen zum Schauer-Epos auswächst, die absolute Hauptrolle. Der Kunstgriff, der Tony Starks' Gespenst wieder auf den Plan ruft, befördert auch gleich die Handlung ins New York der 70er Jahre. Den staubigen Drums und geisterhaften Chören, die schon den Vorgänger prägten, haucht Adrian Younge entsprechend mit angefunkten Bässen, Wah-Wah-Sounds, Percussionspielereien und quietschenden Orgeln den souligen Vibe klassischer Blaxploitation-Film-Soundtracks ein. Stellenweise, etwa in "Rise Up", gerät das rhythmisch ganz schön anspruchsvoll. Die durch die Bank atmosphärischen Produktionen bieten vielleicht etwas weniger Abwechslung als auf dem ersten Teil. Das mag aber zumindest teilweise dem Umstand geschuldet sein, dass die Handlung hier keine Höhen und Tiefen kennt, sondern aus den blutgetränkten Niederungen einer längst ausgeuferten Mafia-Fehde in noch schwärzere Tiefen des finsteren Tals führt. Die Besetzung von "Twelve Reasons To Die II" fällt dagegen, wie so oft beim Sequel eines Erfolgs, eine deutliche Spur üppiger aus: Neben Raekwon und dem RZA ziehen Living Legend Scarub, Lyrics Born und Chino XL mit in den Straßenkrieg. In "Get The Money" erklärt zudem Vince Staples, er lade seine Waffe "in the name of King Lester Kane". Wenn ihm das mal bekommt. Am hässlichen Ende von "Twelve Reasons To Die II" weiß Staples' Patron jedenfalls, wie es sich anfühlt, mit den Geistern zu pokern, die man gerufen hat. Er bleibt mit dieser Erfahrung beileibe nicht allein, und weitere Leidensgenossen werden dazustoßen. Das Tor zu Teil drei treten die Urheber der Saga jedenfalls weit auf: "This is not the last we'll ever hear of Tony Starks / Actuality, this is a new beginning / Tony Starks was once a man, and became a demon / But now lives again, in the flesh and blood of the Ghostface Killah." Man braucht keine besonders ausgeprägte prophetische Gabe, um diese Worte erneut als Drohung zu interpretieren. Ich sprech' auch gerne wieder von "Verheißung". Wenn ich von dieser Platte ebenfalls ein Brown-Tape bekomme, sowieso. © Laut
CD14,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2006 | Def Jam Recordings

Da hat man sich gedanklich schon in die Weihnachtspause verabschiedet, Glühweinschwaden umwehen das ermattete Hirn. Die Charts für 2006 sind erstellt, es erscheint ohnehin nichts mehr von Bedeutung. "Setzen wir doch das Jahres-Album auf den Album der Woche-Platz", so der Tenor in der Redaktion. Die Arctic Monkeys. Jetzt schon. Brrrr! Die unterbesetzte Hip Hop-Abteilung schaudert. Manchmal kommen Beats aber doch mit der Post: Der freundliche Briefträger bringt die Rettung. "Hip Hop Is Dead" behauptet Nas. Gar nicht wahr! Mos Def liefert "True Magic" frei Haus. Ghostface legt noch etwas mehr Fisch oben drauf - und behält im wirklich knappen Rennen um die vermutlich letzte Empfehlung der Woche für dieses Jahr die Nase vorn. Kein Zweifel: "Ghost Is Back", und das, nachdem er erst im Frühjahr mit "Fishscale" ein strahlendes Highlight lieferte. Ein schier endloses Intro bereitet den Weg für eine Einstiegs-Nummer, auf die es sich zu warten lohnt. Von einem derartigen Basslauf lass' ich mich gerne ins neue Jahr katapultieren. Bläserakzente, funkelnde Gitarren und Flöten: So zäh die Einleitung war: Der eigentliche Track könnte kurzweiliger nicht sein. Ghosts gierige Flows lassen auf grenzenlose Unersättlichkeit schließen. Ein Hammer pro Jahr ist wohl nicht genug, hmmm? Hell, no! Außerdem hat man ja seine Crew noch nicht ausgiebig gefeaturet. Diesmal begleitet die Theodore Unit ihren Gründer Rasierklingen spuckend über die gesamte Wegstecke. Auf derselben bleibt so zwar die technische wie inhaltliche Geschlossenheit, dennoch strotzt "More Fish" vor Charme, Talent, Musikalität und Ideen, dass es eine Freude ist. Womit haben wir es denn zu tun? "Ich musste mich auf den Ursprung, die Grundgedanken konzentrieren: Drogen, Sex, Geld und Gewalt. Damit die jüngeren Kids sich einmal bei mir abschauen können, wie es wirklich geht." Liebe Kinder, aufgepasst: Wenn alte Wu-Hasen "Outta Town Shit" ausbreiten und Verhaltensratschläge für die Handhabung von "Greedy Bitches" erteilen, ist Erkenntnisgewinn garantiert. Redman lässt seine Zeilen über gemütlichen Orgelsound ab, der zu bedächtigem Kopfnicken animiert. Darf eigentlich mitgeklatscht werden? Futuristisch wird es, wenn MF Doom spacige Klänge über tief blubbernde Bässe setzt. Unmerklich verwandelt sich in "Alex" der abgehobene Unterbau in einen geradezu klassischen Orchesterteppich. Wesentlich beeindruckender gehen die metallenen Finger noch in "Guns N' Razors" zu Werke: Hochgradig komplex und unaufhaltsam rückt einem der Beat auf die Pelle und überrollt auch den skeptischsten Hörer. Kinnlade wieder nach oben! Wir haben noch mehr Bonbons. Soulig, überschwänglich und prall vollgestopft tönt es aus den Boxen: "I know you heard it a thousand times." Ja, aber selten wirklich "Good"! Dicht gepackte Gitarren machen aus "Block Rock" nicht eben Schonkost: Wer, wenn nicht Madlib, würde Novalis verwursten? Superfetter Basseinsatz erdet das ansonsten leicht lächerliche "Pokerface", und wäre "Josephine" nicht so unglaublich satt produziert, man wäre gezwungen, bei Phrasen wie "The rain will wash away your sins", "you better leave those drugs alone" und "I will help you" an ein christliches Pfadfinderlager zu denken. Da sind wir aber nicht, wir befinden uns immer noch in den 36 Kammern, in denen alles, restlos alles möglich ist. Da fließen entspannte Raps über ein gepimptes Crusaders-Sample, als gehörten sie tief in die 70er Jahre. Da geben sich Kanye West und Ne-Yo in der Remix-Version zu "Back Like That" das Mic in die Hand. Da sorgen irrsinnige Drums und Amy Winehouse mit einer umwerfenden Gesangseinlage ("I Know I'm No Good") für Gänsehaut auf allen Zellmembranen. Vermutlich hat Kollege Wittorf recht, wenn er meint, Nas wäre die logischere Wahl für das Album der Woche gewesen. Doch wen interessiert Logik, wenn man auf anderer Ebene derbe getroffen wird? Danke für all den Fisch, Mr. Coles. © Laut
CD17,99 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2009 | RAL