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Die Alben

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Electronic - Erschienen am 1. Oktober 2012 | Warp Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime - Hi-Res Audio - Sélection JAZZ NEWS
Und dann kommt die Stille. Unvermittelt, obwohl vorhersehbar, und fast ein bisschen ohrenbetäubend. 46 Minuten lang hatte Flying Lotus den Taktstock geschwungen und schien die ganze Welt zu dirigieren. Alles passte sich seiner Vorgabe an: Das Laub, das sich im Wind wog, der die Melodie pfiff. Passanten, die zu tanzen schienen, Autos, die wie auf Wolken dahin schwebten – alles nur noch Profane nach dem jähen Erwachen aus der Trance von "Until The Quiet Comes". In Worte fassen lässt sich Steven Ellisons Viertling kaum. Dazu ist er zu sehr Vision und zu wenig greifbar. Wie ein Traum spielt sich "Until The Quiet Comes" im Unterbewusstsein ab, erzählt eine Geschichte, die nur im Kopf des Hörers funktioniert. Hypnotische Soundskulpturen, die immer wieder abdriften, um mit einem Paukenschlag in Form einer grollenden Basslinie oder verzerrten Synthies ("Sultan's Request") zurückzuprallen. Genreeinteilung? Nicht denkbar! Wahrscheinlich Hip Hop, wahrscheinlich Elektro, auf jeden Fall Jazz. Seine Brüder im Geiste – Daedelus, Hudson Mohawke, Gaslamp Killer, um nur drei zu nennen – sie alle haben aufgeholt, hinken Flying Lotus aber noch meilenweit hinterher. Niemand sonst schafft es, ein so aufregendes Meisterwerk zu gestalten, das zugleich in so ruhigen Bahnen läuft. Stille Wasser sind tief, "Until The Quiet Comes" ist das beste Beispiel. Die 18 Tracks scheinen überhaupt keinen Grund zu haben, sondern nur unendliche Weite in alle Richtungen, die gefangen nimmt. So sehr, dass sich Gänsehaut breit macht, wenn Nikki Randa in "Hunger" singt: "I'm freezing." Ja, Gäste kennt diese Reise ins Unterbewusste auch, sie spielen aber keine hervorgehobene Rolle. Selbst Ausnahmekünstler wie Erykah Badu oder Thom Yorke sind bloß Begleiter, die in Flying Lotus' Universum fast wie Statisten erscheinen. Die Sounds sind nicht für Sänger gemacht, die Sänger sind Teil der Sounds, eine Art Instrument. Für persönliche Eitelkeiten ist kein Platz. Das Radiohead-Genie stellt sich in "Electric Candyman" brav hinter einem rumpelnden, knarzenden Beat an, dem er mit seinem unaufgeregten Gesang eine gewisse Ruhe verleiht. "See Thru To U" ist sehr viel geschäftiger und treibender, bleibt trotz gehörigen Mashups und mit Miss Badus Begleitung aber schwebend leicht. Das Thundercat-Feature "DMT Song" fasst die Reise in Worte: "I can take you to a world where you can spread your wings and fly away" Ein Basslauf genügt, um abzuheben, hier und da zurückhaltende Klänge, ferne Vocals im Hintergrund, keine Sperenzien. Der flirrenden Synthie im treibenden "The Nightcaller" bricht plötzlich mitten im Stück, wird mehr Hip Hop, um den klassischen Jazz von "Only If You Wanna" vorzubereiten. Die Steeldrum in "Me Yesterday//Corded" steht im krassen Gegensatz zum grollenden Rest des Stücks, "Tiny Tortures" schlägt in kleinen Abständen wabernd gegen das Trommelfell bis sich die süße Melodie durch den Basslauf gekämpft hat. "Putty Boy Strut" beginnt mit Claps und hochgepitchten Vocalklängen, um sich schließlich im funkigsten Bass zu ergießen. Diese dauernden Gegensätze und Entwicklungen machen jedes einzelne Stück zu ganz großen Titeln und die gesamte Platte zu einem Meisterwerk. Echte Highlights hat "Until The Quiet Comes" nicht, auf diesem Niveau geht es nur noch um Nuancen. Krasse Kontraste so einhellig erscheinen zu lassen, ist Flying Lotus' eigentliche Glanzleistung. Um so beklemmender wirkt die plötzliche Stille nach dem abschließenden "Dream To Me". Zum Glück ist "All In" nur einen Tastendruck entfernt. © Laut
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Electronic - Erschienen am 6. Oktober 2014 | Warp Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music - Top du mois de Jazznews
Im Tod liegt die Kraft, das Leben zu leben. In den letzten Jahren hat Steven Ellison aka Flying Lotus mit seiner Großtante Alice Coltrane, Austin Peralta und J Dilla ihn inspirierende oder nahe stehende Menschen verloren, was ihn letztendlich dazu bewegte, sein neues Werk der Endlichkeit des Daseins zu widmen. Er sieht darin jedoch nicht ein endgültiges Abdriften in ein dunkles Nichts, sondern vielmehr den Übergang zu einer anderen Bewusstseinsstufe. Das finale Abenteuer. Der Weg ins Licht und darüber hinaus. Dementsprechend trägt nicht etwa Melancholie "You're Dead!", sondern vielmehr Tatendrang. Für diese Reise braucht ihr nichts einzupacken, denn das letzte Hemd hat keine Taschen. Stattdessen erwartet euch ein faszinierender, sonniger, befremdlicher, angstauslösender, respektloser, mysteriöser und hysterischer Trip. "Bitches Brew" auf Speed. Nie zuvor nahm Ellison das Erbe der Coltrane-Familie so direkt an. Die ersten vier Stücke "Theme", "Tesla", "Cold Dead" und "Fkn Dead", die zusammen gerade einmal fünfeinhalb Minuten dauern, behandeln die Ära des Fusion-Jazz im hektischen Zeitraffer. Rigoros streicht er jede Form von Stillstand und komprimiert Miles Davis, Weather Report, Mahavishnu Orchestra und Herbie Hancock auf deren Essenz. Letzterer lässt es sich nicht nehmen, Ellison in "Tesla" als persönlicher Obi Wan Kenobi am Fender Rhodes Piano zu begleiten und einen direkten Link zu seiner eigenen "Mwandishi"-Trilogie zu setzen. Hat man die Fahrt über die Styx erst einmal angetreten, scheint alles möglich. Ellison schaut nicht einfach zurück, sondern verwebt den freien Gedanken des Fusion-Jazz mit neuen Elektro- und Hip Hop-Fäden. Bereits in "Never Catch Me" übernimmt der wie immer unzähmbar virtuose Kendrick Lamar das Mikro. "This that final destination / This that find some information / This that find some inspiration / This that crack, the instillation / This that quantum jump and that fist pump and that bomb detonation." "You're Dead!" gleicht einem Origami-Hasen, der unruhig seine Haken schlägt und mit jedem Knick, jedem Falten, jedem Rythmuswechsel sein Gesicht verändert. Bereits "Dead Man’s Tetris" vollführt eine weitere berauschende Wende. Eine verpixelte 8-Bit-Mutprobe, voller Beeps, Gimmicks und Gewehrsalven. Snoop Dogg und Ellisons Alter Ego Captain Murphy treffen bei ihrem Ausflug ins Jenseits auf Freddie Mercury, Peralta und J Dilla. "Hold up, hold up / Me and Dilla 'bout to blow some trees / Hold up, pass to Austin and to Freddie Mercury." Die Band, bestehend aus dem verschlagenen Bassisten Thundercat, dem experimentellen Schlagzeuger Deantoni Parks und dem der Tradition von Albert Ayler und Ornette Coleman folgenden Tenorsaxophonisten Kamasi Washington bewegt sich meisterhaft durch ständig wechselnde Umgebung. Ebene um Ebene führen sie uns von den ersten Verwirrungen über den Tod immer tiefer in den Kaninchenbau. Bis sie schließlich in der psychedelischen Elegie "Your Potential//The Beyond", dem Niki Randa ihre interstellare Stimme leiht, mehr und mehr zerfließen. Irgendwann muss auch Steven Ellison seine letzte Reise antreten. Den Soundtrack für seine Abreise hat er mit "You're Dead!" bereits mit 31 Jahren geschrieben. In den Mokkasins seiner Großtante und seines Großonkels John Coltrane hat Ellison ewige Kunst erschaffen. Das Album, das uns Radiohead seit langer Zeit versprechen, es aber niemals fertig bringen werden. Ein Schwindelanfälle auslösender Rausch, dem Millionen Ideen innewohnen. Metaphysischer Jazz, gepaart mit Hip Hop, voll verwirrender Schönheit. "I can see the darkness in me and it's quite amazing / Life and death is no mystery and I wanna taste it." © Laut
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Electronic - Erschienen am 3. Mai 2010 | Warp Records

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Eigentlich sprach Steve Ellisons Großtante, die große Alice Coltrane, nur von einem "cosmic drama", als sie ihrem Neffen die eigene Weltanschauung erklärt. Dass dieser "cosmogramma" versteht - was das kosmische Gleichgewicht, das Verhältnis von Himmel und Hölle behandelt - passt zur Entstehung von Flying Lotus' drittem Album. "Experimenteller Hip Hop", das ist bei Ellison absolut wörtlich zu nehmen. Mit einer schemenhaften Vision beginnt er die Arbeit an Tracks, deren Entwicklung und Ende er selbst häufig nicht ansatzweise ahnt. Alles entsteht im Studio irgendwann aus einem bestimmten Vibe, einer kosmischen Eingebung. Langsam verdichtet sich dann der Plot verschiedener Songs bis zur Aussage eines gesamten, streng choreografierten Albums, dem kosmischen Drama. "Cosmogramma" erscheint wieder auf Warp Records, der prestigeträchtigen Herberge Gleichgesinnter wie Aphex Twin oder Autechre. Für seine Mixtur aus J Dilla-Boombap-Hip Hop und Burial-eskem Dubstep in abstrakter Symbiose mit jedem erdenklichem Genre - insbesondere Jazz - stellt dieses Label die ideale Heimat für den Beatfrickler aus Los Angeles dar. Bereits der von den Kritikern bejubelte Vorgänger "Los Angeles" fand hier Obdach. Die Space-Oper beginnt. 17 Tracks auf 50 Minuten. Dirigent Flying Lotus bittet zum ersten Akt. Verstörende 8-Bit-Computersounds münden in weiche Harfennoten. "Pickled" erwidert eine über einen klassischen Lotus-Shuffle Beat rauf und runter wabernde Bassline, die im Dubstep-Hoppler "Art" landet. Zweiter Akt. "A Cosmic Drama", das eigentliche Intro. Sanft wie weicher Plüsch öffnet sich der in feiner Textur verflochtene Klangteppich Ellisons. Seinen immensen musikalischen Input findet man plötzlich in seiner ganzen Bandbreite vor sich. Das Wechselspiel aller in Beziehung stehender Instrumente bleibt dabei stets kontrolliert in den Händen des Orchestermeisters. Aufdrehend, abtauchend, sich ständig transformierend und unvorhersehbar entfaltend. Das warme Gefühl, das der Sound auf "Cosmogramma" vermittelt, ist der Rekrutierung prominenter Jazz-Musiker zuzuschreiben. Sie übernahmen das Notenschreiben und Aufnehmen. So veredeln Saxophonist und Cousin Ravi Coltrane, Bass-Virtuose Thundercat, Harfen-Wunderkind Rebekah Raff oder Erykah Badu- und Outkast-Streicher Miguel Atwood-Ferguson den Longplayer. "Cosmogramma" passt absolut zur musikalischen Persönlichkeit Flying Lotus', obwohl es doch so anders als seine Vorgänger klingt. Wenngleich es eine außerordentliche Klangbreite für sich beansprucht, wirkt das Album trotz alldem nie überladen. Die Sounds sind nie deplatziert, ganz gleich wie merkwürdig der Sample-Ursprung anmutet (Beispiel: Tischtennisbälle in "Galaxy In Janaki"). Aufgrund der unglaublichen Tiefe und Klangästhetik beschreibt Ellison das Album nicht umsonst als typische Kopfhörer-Platte. Live-Einspielungen, nicht punktgenau auf das Taktraster gesetzt, runden das verworrene Dickicht ab. Vorausschaubare Patterns existieren nicht. Ein gerader 4/4-Takt über 60 Sekunden, dann plötzliches Hakenschlagen in Tempo oder Takt. Ständig herrscht eine Hollywood-artige Rückblenden-Mystik. Statt bloßem Anhören entsteht eine Art Hörerfahrung. Zarte Saxophone liegen über atmosphärischen Flächen. Vogelgezwitscher dringt durch fies wobbelnde Basslines. Bevor sie zum finalen Akt schreitet, findet die Oper in "Do The Astral Plane" ihre Klimax. Vier Minuten voller Glückseligkeit, wunderschönen Strings, einer surrenden Synthline wie einem anschmiegsamen Disco-Beat. In "... And The World Laughs With You" trifft mit Radiohead Thom Yorke Free Jazz auf subtilen IDM-Sound. Auch wenn die Musik von Flying Lotus in ständigem Fortschritt und konstanter Evolution lebt, so bleibt sie noch immer in der Szene geerdet, die Ellison quasi selbst begründete. Schwergängig an "Cosmogramma" gestaltet sich eventuell seine Zugänglichkeit. Komplexe Shuffle-Beats, kein längerer, halbmonotoner Groove, der dem wippenden Fuß beim Takthalten hilft. Alles andere als ein Minuspunkt! Das Album präsentiert eine solche Fülle, dass es mehrere Anläufe braucht, um es zu "verstehen". "Ich arbeite jetzt mit weitaus mehr Instrumenten und viel mehr Leuten, vielen verschiedenen Texturen. Es wird wirklich das Ding, das ich schon am Anfang machen wollte. Endlich komme ich an den Punkt, an dem ich die Art von Platten machen kann, die ich machen will, die ich schon machen wollte, als ich jünger war, Dinge, von denen ich geträumt habe sie zu machen." © Laut
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Electronic - Erschienen am 9. Juli 2008 | Warp Records

Auszeichnungen Außergewöhnliche Schallplattensammlung von Qobuz
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Electronic - Erschienen am 29. Mai 2020 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 24. Mai 2019 | Warp Records

Bezeichnet man Flying Lotus als den großen Schmelzpunkt der gegenwärtigen Jazzmusik, löst man vermutlich keine Kontroversen aus. "You're Dead!" mauserte sich mit einer wilden, ekstatischen Meditation auf die Sterblichkeit zu einem der jüngsten Klassiker des Genres und verband vieles, das zwischen Hip Hop und Jazz in den 2010ern so fasziniert. Die Madlibsche Loop-Musik, den Jazz-Rap eines Kendrick Lamar oder Questloves, extravagante Kompositionsstrukturen wie bei Kamasi Washington oder James Francies und nicht zuletzt den Mut zum Sampling, der zwischen MF Doom und Earl Sweatshirt stets fantasievoller wurde. "Flamagra" ist ein ebenso imposantes, überwältigendes Werk, das klar die musikalische Wildheit von Miles Davis' "Bitches Brew "oder sogar Sun Ras "The Night Of The Purple Moon" kanalisiert. Auf 27 Tracks übt sich Flying Lotus dieses Mal aber in Collage, weniger auf der Suche nach einem nächsten großen Epos über das Leben und Sterben, sondern eher von einer Balance aus Fernweh und Nostalgie getrieben. Man könnte das Hauptthema des Albums als einen Prozess des vertagten Erinnerns beschreiben. So gern man schwarzen Künstlern auch die Einordnung in die schwarze Musikkultur zur einzig möglichen Verortung unterstellt, hört man diesem Album doch eine Hybridität an, die in der Schnittmenge von Soul-Chören und Arcade-OSTs stattfindet. Wie der Wu-Tang Clan das Shaolin, so findet Flying Lotus auf "Flamagra" eine musikalische Form, die deutlich an die Soundtracks japanischer Videospiele erinnert. Nicht nur die Dominanz analoger Synthesizer und matter Keyboard-Riffs erstreckt sich immer wieder durch "Flamagra", auch die facettenreichen Ambient-Samples, die repetitiven, sich im Kreis drehenden Melodie-Läufe, die Kaskaden an Sound-Fragmenten fetzen immer wieder wie Projektile durchs Soundbild. Die Platte baut wieder und wieder Walls of Sound auf, die einzigartige Texturen ermöglichen. Im Herzen ein Loop, darauf wilde, analoge Synthesizer-Spiralen, die öfter als nur hier und da an 8bit oder Chiptune erinnern, und auf Schnipsel und Fragmente reduzierte Samples. Wer schon einmal Spiele wie "The Secret Of Mana", "Tales Of Xillia" oder zumindest auch nur ein "The Legend Of Zelda" angefasst hat, versteht auf Anhieb, warum Songs wie der Opener "Heroes" wie ein Level klingen, das den Spieler durch einen Feuertempel führt. Der Loop gibt dem Fortschritt des Songs eine Linearität, die die brandenden Riffs, Improvisationen und Samples durchbrechen. "Heroes In A Half Shell" oder "Pilgrim Side Eye" klingen desorientierend, überwältigend und hektisch, als ob der Hörer jede Sekunde um die Kontrolle über die Soundkulisse ringt. Noch deutlicher treten diese Bezüge zu nostalgischer Gaming-Ästhetik etwa in "All Spies" zutage, auf dem ein zielloser 8Bit-Synthesizer-Loop retrofuturistische Nostalgie beschwört. Eine Erinnerung an Parliaments Afrofuturismus, bezogen auf die Generation von Steven Ellison. "Andromedar" oder das wörtlich nach J-RPG "Final Fantasy 4" benannte "FF4" erweitern diese Assoziationskette, nirgends erscheint die Fernost-Imagination aber so konkret wie auf dem Herzstück des Albums, "Takashi". Das kanalisiert in einer fünfminütigen Synth-Ekstase nämlich fast wörtlich die Grooves von Yasuaki Shimizus ikonischem Funk Rock-Album "Kakashi", angereichert mit Melodien und Klängen, die man so auch auf "Solid State Survivor" vom Yellow Magic Orchestra finden könnte. Diese Verweisstruktur hilft vielleicht, um "Flamagra" wirklich unter einen Hut zu bekommen. Damit werden einige der konträreren ästhetischen Ideen vereinbar. Die bedrohliche, psychedelische Klaustrophobie der Schallwände, die fernöstliche Exotik, die teils gemütliche, teils melancholische Nostalgie. Wenn "Flamagra" wirklich ein vertagtes Erinnern ist, lohnt es sich, die Welt dieses Albums in der Kindheit von Flying Lotus anzusiedeln. Dann ergeben auch viele der Gastauftritte deutlich kohärenteren Sinn: David Lynch wird zu einem wortwörtlichen Erzähler einer bedrohten Idylle, ein Kind, das die Dimension der Bedrohungen seiner Eltern nicht nachvollziehen kann. Tierra Whack, die in einem surrealen Spoken Word-Piece über ihre ungebundenen Schuhe spricht, Denzel Curry, der auf "Black Baloons Reprise" in einen märchenhaften Erzählton verfällt. "Flamgra" bannt die Hörer womöglich in die Ohren eines jungen Steven Ellison, der den Jazz-Fusion und den Soul seiner Angehörigen Alice Coltrane und derer musikalischen Umgebung auf dem einen, und die Soundtracks von entfernten Videospielen auf dem anderen hat. Der Geschichten über die Entstehung der Welt und über das am Horizont lodernde Feuer erzählt bekommt. Der sich die Ungerechtigkeit der Welt nur ausmalen und sie doch schon subversiv spüren kann. Das Ergebnis ist eine Stunde fast körperlich überwältigender, emotional widersprüchlicher Loop- und Jazzmusik, die sich gleichermaßen surreal und desorientierend anfühlt. Die sich mal ausufernd hektisch ("Takashi"), mal verloren heimelig ("Find Your Own Way Home") anfühlt. Es ist die nostalgische Erinnerung an eine Zeit, in der die Zukunft noch ein unkonkreter, formloser, bedrohlicher und vielversprechender Traum war. Sieht man sich diese Perspektive als Erwachsener an, merkt man, dass das Gefühl einer überkomplexen und unverständlichen Welt, die vor der Haustür und hinter dem Bildschirm wartet, auch nach noch so vielen Jahren noch bedrückend nachvollziehbar erscheint. © Laut
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Electronic - Erschienen am 15. November 2019 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 27. April 2020 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 1. Oktober 2007 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 7. Oktober 2015 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 20. September 2010 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 7. Oktober 2015 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 21. Mai 2019 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 30. Juni 2008 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 23. April 2019 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 8. Mai 2019 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 24. November 2008 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 4. September 2014 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 28. Mai 2020 | Warp Records

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Electronic - Erschienen am 17. August 2009 | Warp Records