Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
HI-RES15,99 Fr.
CD12,99 Fr.

Oper - Erschienen am 18. Mai 2018 | Glossa

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 Sterne Fono Forum Klassik
Diese Aufnahme ist ein echter Hinhörer! Wie Charpentier und mithin das Ensemble Desmarest schon in den ersten Takten eine zauberhafte bukolische Atmosphäre herstellen, ist geradezu fabelhaft. Der erste Teil des ersten Akts bleibt diesem pastoral leichten Ton verhaftet, bis Euridice hinterhältig von der Schlange gebissen wird. Wenig später gehört Cyril Auvity, der den Orpheus verkörpert, das ganze Mitgefühl, denn so direkt und glaubwürdig hat bislang noch kein Tenor in den diversen anderen Einspielungen dieser Kurzoper seine Trauer um seine Geliebte dargestellt. Der in gedeckteren Farben daherkommende zweite Akt, in dem sich Orpheus in die Unterwelt begibt, um Pluto zu überreden, ihn zu seiner Euridice zu lassen, bietet Auvity weitere emotionale Höhepunkte. Es wäre freilich falsch, die Besonderheit dieser Werksicht alleine an Auvity festzumachen, denn die zwölf Sänger machen allesamt das Beste aus dieser ohnehin schon wunderbaren Musik, indem sie ungemein affektreich gestalten, ohne je zu übertreiben. Auch aus den Ensemblesätzen machen sie kleine Tragödien, indem sie die harmonischen Finessen Charpentiers intensiv auskosten – wobei trotz ihrer gut unterscheidbaren Timbres ein sehr homogenes Ganzes entsteht. Schon auf der vokalen Ebene werden Stimmungen absolut überzeugend präsentiert. Intensiviert werden diese aber noch durch das sehr präzise und – in den Tanzsätzen zumindest – mitreißende Spiel des Ensembles Desmarest. Wie ausgesprochen farbig dieses auch Stimmungen illustrieren kann, zeigt es bereits in der Ouverture. Dass diese kleine Oper nach dem zweiten Akt endet und die so kontrastiven Affekte ausbleiben, die im nachfolgenden Akt eigentlich noch zu erwarten wären, ist ein Jammer. So bleibt nur zu hoffen, dass Charpentier doch noch einen dritten Akt komponiert hat, dieser irgendwann wiedergefunden und dann möglichst von diesem Ensemble eingespielt wird. © Emans, Reinmar / www.fonoforum.de