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Ähnliche Künstler

Die Alben

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2000 | Interscope

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rap - Erschienen am 1. Januar 2010 | Aftermath

Auszeichnungen 4 étoiles Rock and Folk
"Let's be honest, that last 'Relapse' CD was ... ehh." Ein Künstler, der ungefragt seine letzte Veröffentlichung in Frage stellt, begegnet einem doch eher selten. Doch leicht gemacht hat er es sich noch nie, dieser Eminem. Der in seinen Zeilen öffentlich ausgefochtene Überlebenskampf grüßte bisher schließlich auch nicht vom Ponyhof. Statt wie einst angedroht seinem ersten Rückfall einen zweiten folgen zu lassen, feiert Marshall Mathers seine Genesung. "Recovery" lautet die Losung der Stunde. Recht so, denn im Grunde kann man nicht wirklich widersprechen: "That last 'Relapse' CD was ... ehh ... selbst bei wohlwollender Betrachtung höchstens mittelprächtig gelungen. An Luft nach oben mangelt es also nicht. Mit "Recovery" verlangt Eminem seinem Publikum jedoch allerhand ab. Braucht die Rap-Öffentlichkeit einen Gastauftritt von Pink? Zumal sie im Chorus des schrammeligen "Won't Back Down" so vollkommen untergeht, dass man sie auch gleich hätte weglassen können? "Shady's got the mass appeal", klar, doch besäße er den zweifellos auch ohne derlei poppiges Namedropping. Immerhin stört die Pink'sche Beteiligung nicht weiter, während ich mich angesichts Rihannas saftloser Jodelei in "Love The Way You Lie" wieder einmal frage, was die Musikwelt an diesem Püppchen so unwiderstehlich findet. Die Stimme kanns ja wohl nicht sein. Ihren gruseligen Part hätte, weit weniger schmerzhaft, genauso gut die an zahlreichen anderen Stellen eingesetzte Liz Rodriguez übernehmen können. "Fuck you hip hop, I'm leavin' you, my sentence is served." Für Genre-Puristen dürfte "Recovery" in der Tat ziemlich schwer verdauliche Kost darstellen. Auf Akustikgitarrenklänge, die in "Space Bound" auch mal das große "Hotel California"-Gefühl schüren, sollte man besser vorbereitet sein, ebenso auf schillernde Synthies (wie in DJ Khalils "Almost Famous") oder sägenden E-Gitarren-Sound ("You're Never Over"). Das größte Durchhaltevermögen fordern aber die Refrains: Mehr gesungen wurde nie, größeres Schmachtfetzenpotenzial fand sich bei Eminem selten - und natürlich weiß er darum: "I just put a bullshit hook in between two long ass verses / If you misstook this for a song, look / This ain't a song, it's a warning". Eine Warnung - und ein Spielchen: "How fucking irritated are you?" Keine Frage: "Recovery", seine Produktionen, das ganze Konzept - all das irritiert gehörig. "How much in your face am I?" Die Anwort fällt ebenso klar aus: Volles Rohr. "I don't need the fuckin' swine flu to be a sick pig." Wenn Mr. Marshall Mathers mit diesem Album eines unter Beweis stellt, dann das. Sein Silben-Stakkato transportiert das ganze düstere Gefühlsspektrum von Schmerz über Wut in tiefste Verzweiflung und zurück. Rap-technisch präsentiert sich Eminem mit "Recovery" nicht nur absolut auf der Höhe der Zeit, sondern auch in persönlicher Topform: "Shit dissin' me is just like pissin' off the Wizard of Oz / Wrap a lizard in gauze, beat you in the jaws with it / Grab the scissors and saws and cut out your livers gizzards and balls / Throw you in the middle of the ocean in the blizzard with jaws / So sip piss, like sizzurp through a straw / Then discribe how it tasted, like dessert to us all / Got the gall to make Chris piss in his drawers / Tickle him, go to his grave, skip him and visit his dog." Möchtegern-MCs, die schon für Reimkunst halten, am Zeilenende abwechselnd "Junge" und "Alter" anzuhängen, können derlei vermutlich noch nicht einmal vorlesen, ohne ins Stolpern zu geraten. Eminem flowt, in unverwechselbar angepisstem Tonfall, über solche Wortschachteleien, dass es eine wahre Freude ist. "They call me fire marshall" - nicht ganz grundlos. Dicke-Hose-Gebaren mischt Eminem ausgewogen mit der Verarbeitung privater Erlebnisse. Er thematisiert sein Versagen als Mensch und Vater, den Verlust seines Freundes Proof, berufliche Höhen und Tiefen genauso intensiv, wie er sich ins Getümmel der von ihm ausgerufenen "White Trash Party" stürzt oder sich in "So Bad" zum Mr. Lover-Lover von Shaggy-Format aufplustert. Auf "No Love" liefert ein knautschiger, verschobener, im packendsten Sinne irrer Lil Wayne seinen besten Part seit langem ab. "Ok, you want me up in a cage? Then I'll come out in beast mode." Das von Just Blaze perfekt eingepasste Haddaway-Sample setzt dem Track die verdiente Krone auf. Mit Rückenwind von Black Sabbath bringt eine Zeile den Tenor des Albums am treffendsten auf den Punkt: "I don't know what I'm gonna do but I just keep goin' through changes." Wohin Eminems Weg auch führen mag, mit "Recovery" geht es auf jeden Fall wieder steil bergauf. © Laut
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Rap - Erschienen am 17. Januar 2020 | Shady - Aftermath - Interscope Records

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 6. Dezember 2005 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2002 | Aftermath

Auf tritt Eminem mit seiner "Show": eine Aufführung, die viel zu bieten hat. Vollgeladen mit zwanzigmal Eminem in allen Facetten: ironisch, humorvoll, sarkastisch, rundum dissend, fluchend, abrechnend mit der Politik und der eigenen familiären Vergangenheit. Die Art und Weise ist so, wie man es von dem Bad-Boy erwartet: vorlaut, dreist, beleidigend, offensiv und direkt, Eminem in Reinkultur. In "Without Me" behauptet Slim Shady selbstbewusst "It's been so empty without me". Tatsache oder reine Selbstüberschätzung, das ist die Frage. Das Album hat in Sachen Produktion und Vielseitigkeit sehr großes Format. Insgesamt sind die Tracks langsam, mit tiefen, dröhnenden, teils schleppenden, hart schlagenden, fast bedrohlichen Beats behaftet, welche stellenweise hypnotisch sind und für einen gewissen Kopfnicker-Automatismus sorgen. Das beste Beispiel dafür ist "Business". Hier stellt sich Eminem als gefeierter Batman-Marshall dar, der Retter des guten Hip Hop. Flinke, dröhnende, extrem eingehende Beats verknüpft er mit den gewöhnlichen batman'schen Gimmicks à la "poof", "baaf", "bang". Andere Beats sind schneller und klingen irgendwie spacig von Elektronik beeinflusst. Der einzige wirkliche Up-Tempo Track ist aber "Without Me", mit einem Beat, der in die Funk-Richtung tendiert. Überraschend in seiner "Show" sind die Rockeinflüsse, die in "Saying Goodbye To Hollywood" bereits zu hören sind und in "Sing For The Moment" vollends durchschlagen. Das Lied basiert auf "Dream on" von Aerosmith und enthält dessen Chorus und ein fettes Gitarrensolo von Joe Perry. Textlich gesehen zielt Eminem auf alles ab, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringt: zu erst auf die amerikanische Politik und die Heuchelei im weißen Amerika in "White America". Beachtenswert sind Redewendungen wie z.B "democracy of hypocrisy" (Demokratie der Heuchelei). Weitere Opfer seiner Raps sind seine Mutter und seine Ex-Frau, besonders deutlich wird Eminem im entsprechend genannten Track: "Cleaning out my Closet", eine familiäre Abrechung zurückgehend bis in seine Kindheit. Der gute Eminem scheint einfach nicht über seinen Ärger und Hass hinweg zu kommen und verbreitet nicht unbedingt positive Stimmung. Unerwartet sind hingegen Eminems leise, ehrliche und selbstkritische Töne, die von seiner Abscheu gegenüber dem Musik-Biz handeln und eine gewisse Abschiedsstimmung verbreiten. Der Eindruck beschleicht, er denke an Rücktritt. Positiv bedacht werden auf dem Album eigentlich nur Dr. Dre und seine Tochter Hailie. Die erhält sogar ihren eigenen Track "Hailie's Song". Da singt Eminem sogar, hoffentlich zum letzten Mal. Keine großartige, aber eine lockere und eigenwillige Performance, die untypisch und, ach du Schreck, fast sympathisch daher kommt. Leider hat die Platte auch ein paar missratene Songs zu bieten. Da ist etwa "Drips", performt von Obie Trice. Diese Interpretation von wechselnden Sexualpartnern und die Folgen ist weder lustig noch kreativ, sondern nur stumpf und überflüssig. Dümmliches weibliches Stöhnen und schwache Lyrics ziehen Tracks wie diesen und auch "Superman" in die Tiefe. Ähnlich verhält es sich mit den Skits, in denen das Waffengeballer einfach nur nervt. Zum Ende hin wird es Westcoast-reminiszent: Die Melodie auf "Say What You Say" hat Ähnlichkeit mit Westcoast-Rap und featured Dr. Dre und Nate Dogg. Nach der x-ten Hasstirade auf Muttern, die Presse, seine Frau und das Establishment wird man des Ganzen überdrüssig. Insgesamt ist "The Eminem Show" aber ein solides Werk mit hervorragenden Beats, großer Produktion, einigem Lyrics-Müll und einer guten Portion an Ärger und Ironie. Tag und Nacht. Hass und Liebe. Slim und Shady. Im letzten Track, behauptet seine Tochter keck "I think my Dad's gone crazy"... Ganz widersprechen kann man da nicht. © Laut
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Rap - Erschienen am 17. Januar 2020 | Shady - Aftermath - Interscope Records

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Rap - Erschienen am 28. September 2018 | Aftermath

Hi-Res
Auf die Kritik an seinem Comeback-Album Revival  reagiert Eminem wie von der Tarantel gestochen und bringt durchaus zeitgemäß noch im selben Jahr eine überraschende Neuveröffentlichung. Mit Kamikaze liefert er eine peitschende Antwort; erstens seinen Verleumdern, zweitens vor allem aber der neuen, sogenannten „nuschelnden“ Rappergeneration, die seiner Meinung nach der Sache nicht gewachsen ist. Zusammen mit seinen derzeitigen Produzenten Mike Will Made It, Ronny J oder Tay Keith präsentiert Slim Shady eine tobende Strophe nach der anderen, die er wie Giftpfeile auf die meisten Leute aus dem Milieu schleudert. Tyler The Creator, Lil Pump, Charlamagne Tha God, Migos, Drake, Joe Budden… Jeder kriegt eins aufs Dach. Da Eminem sich derselben Waffen bedient wie seine Zeitgenossen, präsentiert er die meisten seiner Stücke wie technische Demos, und das gleich mit dem explosiven Opener The Ringer. Not Alike mit Royce da 5’9 wird fast zur Parodie, da er Punkt für Punkt den Look Alike von Blocboy JB und Drake auseinandernimmt. Der Rapper aus Detroit versucht, mit Geniestreichen wie früher weiterzumachen und so tritt er wie damals als Battle MC auf, wobei er dementsprechend auf seine Gegner losgeht und pausenlos auf Neuigkeiten aus der Rap-Szene anspielt. Immerhin gestattet er sich mit dem Duett Nice Guy/Good in Begleitung der Sängerin Jessie Reyez eine kleine konzeptuelle Atempause, bevor das Album mit dem Thema aus dem Film Venom zu Ende geht, der nächsten Superproduktion der Marvel Studios. Kamikaze besteht also aus wütenden Streitschriften ohne Refrain, bissigen Zwischeneinlagen und klassischeren Stücken aus dem Repertoire des Künstlers. Eminem rechnet ab, erneuert sich musikalisch, und so wird er wieder der energische, unkontrollierbare Grobian, den man schon verloren geglaubt hatte. © Aurélien Chapuis/Qobuz 
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Rap - Erschienen am 23. Februar 1999 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 15. Dezember 2017 | Aftermath Records

Hi-Res Booklet
Noch fünfzehn Jahre weiter existieren zu können nachdem man an der Spitze der Pyramide angelangt ist, das ist keine leichte Sache… Mit seinen mehr als 45 Jahren weiß Eminem sehr wohl, dass er in der Welt des Hip-Hop nicht mehr das Sagen hat. Das hindert ihn aber nicht daran, uns weiter mit dem zu beeindrucken, was er am besten kann: mit Eminem! Vier Jahre nach The Marshall Mathers LP 2 vervollständigt der Rapper seine Trilogie in D mit Revival, dem Nachfolger von Relapse (2009) und Recovery (2010). An der Konsole wird er von Dr. Der und Rick Rubin, seinem treuen Tandem unterstützt, sodass er seine mörderischen Pointen sowohl an die amerikanische Präsidentschaft als auch auf sich selbst abfeuern kann. Mit ein bisschen Introspektion, sozialer Analyse oder Kritik an der Politik trifft sein stets lebhafter und übermächtiger Flow genau die Richtigen. Eminem versucht vor allem, nicht jung zu klingen und kein einziger seiner Töne surft hier auf Modeerscheinungen. Es sieht sogar so aus, als würde Eminem sich von den Grundlagen des Rap immer weiter entfernen. Mehr als sonst sind von neuem Pop/Rockspuren wahrzunehmen, die in seinen früheren Titeln immer vorhanden waren. Wie zum Beispiel auf In Your Head, wo er nicht davor zurückscheut, den berühmten Zombie der Cranberries zu sampeln… Was schließlich die Featurings betrifft, so hat er sein Scheckheft gezückt und sein Adressenbuch hervorgeholt, um insbesondere Beyoncé, Ed Sheeran, Alicia Keys und Pink einzuladen, damit die großen Nummern unter sich bleiben können. © CM/Qobuz
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Rap - Erschienen am 1. Januar 1999 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 31. August 2018 | Aftermath

Auf die Kritik an seinem Comeback-Album Revival  reagiert Eminem wie von der Tarantel gestochen und bringt durchaus zeitgemäß noch im selben Jahr eine überraschende Neuveröffentlichung. Mit Kamikaze liefert er eine peitschende Antwort; erstens seinen Verleumdern, zweitens vor allem aber der neuen, sogenannten „nuschelnden“ Rappergeneration, die seiner Meinung nach der Sache nicht gewachsen ist. Zusammen mit seinen derzeitigen Produzenten Mike Will Made It, Ronny J oder Tay Keith präsentiert Slim Shady eine tobende Strophe nach der anderen, die er wie Giftpfeile auf die meisten Leute aus dem Milieu schleudert. Tyler The Creator, Lil Pump, Charlamagne Tha God, Migos, Drake, Joe Budden… Jeder kriegt eins aufs Dach. Da Eminem sich derselben Waffen bedient wie seine Zeitgenossen, präsentiert er die meisten seiner Stücke wie technische Demos, und das gleich mit dem explosiven Opener The Ringer. Not Alike mit Royce da 5’9 wird fast zur Parodie, da er Punkt für Punkt den Look Alike von Blocboy JB und Drake auseinandernimmt. Der Rapper aus Detroit versucht, mit Geniestreichen wie früher weiterzumachen und so tritt er wie damals als Battle MC auf, wobei er dementsprechend auf seine Gegner losgeht und pausenlos auf Neuigkeiten aus der Rap-Szene anspielt. Immerhin gestattet er sich mit dem Duett Nice Guy/Good in Begleitung der Sängerin Jessie Reyez eine kleine konzeptuelle Atempause, bevor das Album mit dem Thema aus dem Film Venom zu Ende geht, der nächsten Superproduktion der Marvel Studios. Kamikaze besteht also aus wütenden Streitschriften ohne Refrain, bissigen Zwischeneinlagen und klassischeren Stücken aus dem Repertoire des Künstlers. Eminem rechnet ab, erneuert sich musikalisch, und so wird er wieder der energische, unkontrollierbare Grobian, den man schon verloren geglaubt hatte. © Aurélien Chapuis/Qobuz 
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Rap - Erschienen am 1. Januar 2005 | Aftermath

HI-RES32,49 Fr.
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Rap - Erschienen am 17. Januar 2020 | Shady - Aftermath - Interscope Records

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Aftermath

Booklet
Es hat immer einen faden Beigeschmack, wenn einer sein neues Album ungeniert als Fortsetzung des eigenen größten Erfolgs anpreist. Es riecht nach der verzweifelten Hoffnung, das Feuer könne noch einmal hell auflodern, das Licht von einst auf das aktuelle Werk abstrahlen. Die Erwartungen wucherten demnach munter in den Orbit, kaum dass Eminem den Titel seiner neuen Platte bekannt gab: "The Marshall Mathers LP 2". Uffz! Der alte Fuchs ist sich natürlich in vollem Umfang bewusst, was er damit anrichtet: "Mir geht es mehr um den Vibe - und um die Nostalgie", präzisierte er unlängst im Interview mit dem Rolling Stone Magazin. "Es wird nicht so sein, dass jeder alte Song jetzt eine Fortsetzung bekommt, oder so." Gleich der Opener straft diese Worte Lügen - mit epischer Produktion und noch epischerem Storytelling. Gute sieben Minuten lang breitet Eminem, zunächst zu fisseligen Elektrosounds über dumpf drückenden Bässen, am Ende mit bedeutungsschwangerem Abdriften in pompösen Bombast, die Geschichte Matthew Mitchells aus. Der kleine Bruder von "Stan", zum "Bad Guy" herangewachsen, lechzt nach Genugtuung: "Ain't here for your empathy / I don't need your apology or your friendship or sympathy / It's revenge that I seek." Brrrr. "Diggin' up old hurt", genau so geht das. In alten, schwärenden Wunden bohren, sich in der Folge (damit die Trauer bloß nicht überhand nimmt) in grenzenlosen Zorn hineinsteigern und sich den dann hemmungs-, haltlos und ohne jede Rücksicht auf Verluste von der Seele zu spucken, darin bestand schon immer Marshall Mathers' Paradedisziplin, der er auch hier wieder ausgiebig frönt. "After all that's said and done I'm still angry, yeah, I maybe, I may never trust someone." "The Marshall Mathers LP 2" schont niemanden, am wenigsten den Hauptdarsteller selbst. Eminem liefert zwar - mit der rockenden, angemessen ironischen Beastie Boys-Hommage "Berzerk" - auch einmal die Mitgröl-Nummer zur nächsten Party oder mit "The Monster" mit einer belanglosen Hookline der durch und durch unangenehmen Rihanna eine mainstreamradiotaugliche Single ab. Mit dem Kern dieses Albums haben beide Tracks aber wenig zu tun. Zum Glück. An anderer Stelle tritt das zentrale Thema viel deutlicher zutage. Die zusammengeschnittenen News-Schnipsel am Anfang von "Brainless" fassen es ganz gut zusammen: Es geht um "Eminem. Eminem. Eminem, Eminem, Eminem", außerdem um dessen bösen Zwilling Slim Shady, "'cause we are the same, bitch." Beide Seiten der gespaltenen Persönlichkeit spiegeln, gemeinsam beleuchtet, ein geradezu grausam intimes Porträt des Menschen dahinter. Ein treffenderer Titel als "The Marshall Mathers LP 2" hätte sich folglich wohl eher schwer finden lassen. Eminem erzählt, wahrhaftig nicht zum ersten Mal, von seinem unfrohen Aufwachsen in zerrütteten Familienverhältnissen. Das Geld war knapp, die Mutter krank und überfordert, der Vater über alle Berge, die Mitschüler hänseln den stillen Jungen: Kein Wunder, dass auf diesem Nährboden nicht gerade in sich ruhende, gefestigte Charaktere mit einem Händchen für zwischenmenschliche Beziehungen gedeihen. Man muss die Umstände um seinetwillen bedauern. Als Rap-Fan möchte man trotzdem jedem, der diesem Mann jemals Leid zugefügt hat, beinahe die Hände küssen. Ohne die kaputte Mutter, den desinteressierten Vater, die mitleidlosen Mobber in der Schule, ohne die zerstörerische Hassliebe zu Ex-, Wieder- und Wieder-Ex-Ehefrau Kim hätte er das Ventil nicht so dringend gebraucht. Ohne all das wäre aus Marshall Mathers vermutlich nie der "Rap God" geworden, der er heute ist. Die Quintessenz des Blues schlägt auch hier wieder durch: Nicht Glück und Freude gebären Kunst, sondern Höllenqualen. Dass Eminem diese bis ins Comichafte überzeichnet und mit einer Portion schwarzem Humor serviert, bewahrt seine Tracks grundsätzlich davor, in wehleidiger Weinerlichkeit zu ersaufen. Darüber, dass hinter ihr noch immer Einsamkeit, Pein und Kummer wohnen, täuscht die harte, stellenweise garstig gemeine Fassade nicht hinweg - und soll das ja auch gar nicht. Eminem schlägt zwar ungebrochen um sich, zeigt aber auch her, was ihn zum veritablen "Asshole" mutieren ließ. So marschieren in "Rhyme Or Reason" Marshall Mathers, Eminem und Slim Shady zum Vater-Sohn-Gespräch mit dem abwesenden Erzeuger auf. "So Much Better" oder "Brainless" rollen traumatische Kindheitserlebnisse wieder auf und präsentieren die Rettung, den Hip Hop, dem Eminem zusammen mit dem anderen großen Lyricist-Spitter unserer Zeit, Kendrick Lamar, in "Love Game" einen Altar errichtet. Der eine oder andere Beat - allen voran die Dirty South-infizierte Synthie-Produktion von "Rap God", das übel Rockgitarren-lastige "Survival" oder der geradezu absurde Hillbilly-Einschlag in "So Far ..." - mögen Puristen verschrecken. "Back with the Yoda of rap ... follow you must Rick Rubin, my little padawan", darin mag mancher nicht die schlaueste Entscheidung sehen. Auf mehr als ein Hookline-Mäuschen hätte ich außerdem mühelos verzichten können. Im Grunde bleiben aber gar keine Kapazitäten mehr übrig, um an Beats oder Featuregäste auch nur den leisesten Gedanken zu verschwenden, sobald man sein Augenmerk auf Flow und Lyrics richtet. Die Rhyme-Skills dieses Mannes sprengen jedes irdische Maß und ficken entsprechend komplett den Verstand. Was Eminem erzählt, welche Worte er dafür wählt, zu welchen mit Doppeldeutigkeiten gespickten Bildern er diese arrangiert und wie er die dann am Ende ausspuckt: schlicht nicht von dieser Welt. Immer noch nicht. Eminem knüpft an so vielen Stellen an frühere Tracks an, nimmt hier einen Faden wieder auf, lässt da einen anderen fallen ... länger, als alle Berührungspunkte zu "The Marshall Mathers LP" - oder zur "Slim Shady LP" - aufzulisten, würde es wohl nur dauern, sämtliche Zitate und Seitenhiebe auf Kollegen, Film, Funk und Fernsehen zu katalogisieren. Einen würdigeren Nachfolger hätte sein Klassiker kaum bekommen können. "So Much Better" bedient sich des modifizierten Beats von "Criminal", nur in viel, viel düsterer Farbe gestrichen. Das Klavier verströmt noch immer Stummfilm-Atmosphäre, bekommt aber eine monströse, wuchtige Präsenz. Musikalisch, neben dem aus einem souligen The Zombies-Sample gestrickten "Rhyme Or Reason", mein Lieblingstrack. Dazu taugen, was die Beats betrifft, weder "Stronger Than I Was" noch "Headlights". Beide Nummern ziehen einem aber final die Socken aus, achtet man auf den Text: Ersteres geht als das nächste Kapitel von "Kim", zweiteres als eine Art Nachtrag zu "Cleaning Out My Closet" durch. Bloß hat Eminem inzwischen genug Abstand und die nötige Größe gewonnen, die Frauen, die ihm das Herz gebrochen haben, nicht mehr gnadenlos niederzumetzeln. Er kann sich inzwischen in sie hinein versetzen, aus ihrer Perspektive erzählen. Ehrlich? Das hätte ich ihm niemals zugetraut. Nicht so einfühlsam, nicht so berührend. Nie im Leben. Das nennt man wohl, so gruselig das klingen mag, "erwachsen werden". Die neue Reife schützt aber, Rapgottlob, nicht vor der Wut. Genau deswegen gilt auch immer noch: "Fuck top five, bitch / I'm top four / And that includes Biggie and Pac, whore / And I got an evil twin / So who do you think that third and that fourth spot's for?" Ja. Denkt da mal drüber nach. © Laut
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Rap - Erschienen am 1. Januar 2004 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2009 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2009 | Aftermath

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Rap - Erschienen am 15. Dezember 2017 | Aftermath Records

Booklet
Noch fünfzehn Jahre weiter existieren zu können nachdem man an der Spitze der Pyramide angelangt ist, das ist keine leichte Sache… Mit seinen mehr als 45 Jahren weiß Eminem sehr wohl, dass er in der Welt des Hip-Hop nicht mehr das Sagen hat. Das hindert ihn aber nicht daran, uns weiter mit dem zu beeindrucken, was er am besten kann: mit Eminem! Vier Jahre nach The Marshall Mathers LP 2 vervollständigt der Rapper seine Trilogie in D mit Revival, dem Nachfolger von Relapse (2009) und Recovery (2010). An der Konsole wird er von Dr. Der und Rick Rubin, seinem treuen Tandem unterstützt, sodass er seine mörderischen Pointen sowohl an die amerikanische Präsidentschaft als auch auf sich selbst abfeuern kann. Mit ein bisschen Introspektion, sozialer Analyse oder Kritik an der Politik trifft sein stets lebhafter und übermächtiger Flow genau die Richtigen. Eminem versucht vor allem, nicht jung zu klingen und kein einziger seiner Töne surft hier auf Modeerscheinungen. Es sieht sogar so aus, als würde Eminem sich von den Grundlagen des Rap immer weiter entfernen. Mehr als sonst sind von neuem Pop/Rockspuren wahrzunehmen, die in seinen früheren Titeln immer vorhanden waren. Wie zum Beispiel auf In Your Head, wo er nicht davor zurückscheut, den berühmten Zombie der Cranberries zu sampeln… Was schließlich die Featurings betrifft, so hat er sein Scheckheft gezückt und sein Adressenbuch hervorgeholt, um insbesondere Beyoncé, Ed Sheeran, Alicia Keys und Pink einzuladen, damit die großen Nummern unter sich bleiben können. © CM/Qobuz
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Rap - Erschienen am 12. November 1996 | WEB Entertainment

Hi-Res