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Die Alben

CD27,49 Fr.

Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Booklet Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music
"Machine Gun Rap for all my niggas back / Stadium Pack" – wenn Ladylover Cool D auf seinem Song "Wu-Tang Forever" den Clan sampelt und zitiert, dreht die Rap-Szene am Rad wie der Kapitän der Titanic. Darf der das? Kendrick oder Cole okay, aber dieser Rap-Sänger? Besonders die Backpack-tragenden Gralswächter der reinen Hip Hop-Lehre – von Jan Delay einst Hip Hop-Nazis genannt – dissten Drizzies Ehrerbietung aufs Derbste. Hatte nicht der Rza höchstpersönlich im Intro eben jenes "Wu-Tang Forever"-Doppelalbums 1997 im Intro der B-Seite den Weichspüler-Sound mit "... You make that shit R'n'B, Rap and Bullshit ..." gegeißelt? Und hat nicht eben Inspektah Deck getweetet, dass sein Song an sich den Wu-Titel nicht verdient? Die Antwort auf all diese Fragen lautet: Ja. Verdammt noch mal, ja, Drake darf das, er muss sogar. Künstlerisch von den 90ern geprägt, kreiert der Kanadier seine eigene Kammer. Im besagten Song spielt er mit dem Wu-Track "It's Yourz", aus dem die anfangs erwähnte Zeile stammt, und ein Entenparker kündigt sich an wie hupende Franzosen. Danach vernichten Beat und Lyrics jedoch as soon as possible jegliche Erwartungen an hypnotische Loop-Kunst, harte Drums und schmissige Slang-Editorials. "What made me think about the game, girl / And how I switched it up with a new thang / Young nigga came through on his Wu-Tang / And nowadays when I ask about who got it, they say it's yours." Die Liebe zum Rapgame als lieblich-süßlicher Singsang im Shaolin-Tempel? Drake, Digga, was zur Hölle tust du? Und dann holpert auch noch der Beat zwar mellow, aber arg knarzend durch die Boxen. Der erste Schock sitzt tief, erst beim 36. Durchlauf entfaltet sich urplötzlich die Genialität des Tracks. Drakes Crib- und Hof-Produzent 40 wirft die hypnotischen Sounds genau in die Mitte des Dreiecks aus "So Far Gone"-EP, "Take Care" und mittlerem Rza, während der Superstar die Fackel überreicht bekommt. "It's Yours", vollkommen verdient bereits nach dem ersten Lied. "This is nothin' for the radio, but they'll still play it though / Cause it's that new Drizzy Drake, that's just the way it go /Heavy airplay all day with no chorus / We keep it thoro, nigga, rap like this for all of my borough niggas." Der Opener "Tuscan Leather" sprüht vor straighter Spitterei und Rap-Verweisen wie das Prodigy-Zitat oder die Anspielung an die "No Chrous"-Tracks aus der New York-Ära (oder auch an das Rza-produzierte "No Hooks" von Shaquille O'Neal). Was befahl der Wu auf "Forever" noch: "Fuck that, this is MCin right here, this is hip-hop". Und genau das lebt Drake. Drei Mal wechselt der knallhart bangende Beat inklusive Rückwärts-Loops im Stile von Ghostface' "Stroke Of Death", und Drake schlägt eine Brücke von den 90ern zum eigenen softeren Yolo-Style. "I sip the Pora and listen to Cappadonna / The fresh prince just had dinner with Tatyana, no lie / All these 90's fantasies on my mind / The difference is that with mine, they all come true in due time / I might come through without security to check if you're fine / That's just me on my solo like fuck it, like YOLO / Wanted to tell you, "Accept yourself" / You don't have to prove shit to no one except yourself / And if you end up needin' some extra help, then I could help." Form gleicht Inhalt gleicht Form. Auf "Started From The Button" spannt Drake ein weiteres Mal den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart und Derwisch 40 mixt passend ein bisschen DJ Mustard mit viel Mobb Deep zusammen. "From Time" erinnert durch den Melancholiker am Piano sehr an Curse' "Süßholz" und ist ebenfalls Balsam für die Seele. Überraschenderweise verirrt sich auch ein Gast (Jhené Aiko) auf das Album, fast ist man enttäuscht, nicht Drizzy zu hören - soweit ist es schon gekommen. Doch irgendwer muss seinen Liebesbekundungen und Selbsterkenntnissen eben mal antworten. In solchen Momenten wenden sich wahrscheinlich bonierte Backpacker ab, alle anderen fühlen jedoch seine Geschichte und die Wu'ler sollten an ihren Helden, dem Weicheiertum unverdächtigen Ghostface denken, der ja nun auch oft sein Innerstes nach außen kehrte, zu singen versuchte und gar ein ganzes Album voller Lovesongs aufnahm. Der wohl beste Track der Platte - "Furthest Thing" – unterstützt diese Interpretation. Drake erzählt seinen Mädchen, er sei immer noch "smokin on the low" und gesteht, "(I'm) the furthest thing from perfect / Like everyone I know". Jack One beginnt im soulig-poppigen Ambiente und wechselt dann ab der Mitte in mächtigen, orchestralen Kopfnicker. Der Brückenschlag, wir erinnern uns. Im Mittelfeld von "NWTS" drosselt er dann die Genialität - ein wenig. "Own It" blubbert als digitale Form der Power-Ballade durch den Äther, während Drake auf dem etwas hölzern klingenden "Worst Behaviour" – passend zum Titel – krakeelt wie der große, alte, dreckige Bastard. "Hold On" tanzt sich im Discofox auf die monatliche Ü30-Party in der Kleinstadt am See und "Connect" zeigt den klassischen Drake, der dank Elektro-Sounds für Momente das Level britischer Legenden wie Pet Shop Boys oder DM erreicht. Einzig die The Migos-Flow-Kopie auf "The Language" und das uninspirierte "305 To My City" werden aus der Top-Hit-Playlist gelöscht bzw. durch die Tracks "Come Thru" und "All Me" aus der Deluxe Edition ersetzt. Da wir aber mit Shaolin begonnen haben, enden wir auch auf Staten Island. "Pound Cake / Motion Music 2" sampelt im Refrain den Clan-Klassiker "CREAM" und geht mit geheimnisvoll-gepitchten Chören sehr tief. Dass Jay-Z zwei Strophen droppen darf, rundet den Trip von "then to now" perfekt ab. Wie ging noch einmal das Rza-Intro auf "Wu-Tang Forever" weiter? "... Come from your own heart with this shit ..." – und Drake treibt es hier endgültig zur Perfektion und reißt knapp die Fünf-Punkte-Marke. Seit heute gilt hoffentlich: When the smoke is clear, Drake und Wu-Tang still here! © Laut
CD17,99 Fr.

Rap - Erschienen am 12. Februar 2015 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
"Wenn du das liest, ist es zu spät ..." Wer fühlt sich da angesprochen? Auf jeden Fall lebt Drake bereits im Titel des wie aus dem Nichts bei iTunes auftauchenden Tapes wieder seine Liebe zu Doppelbödigkeiten und subtilen Anspielungen aus und stiehlt mit seinem recht überraschendem Beyoncé-Move allen die Show. Vielleicht ist die Headline ja an Labelchef Birdman gerichtet. Drakes Vertrag mit Cash Money Records soll nun nach vier Alben ausgelaufen sein, der wechselwillige Homie Lil Wayne ist einer von nur drei Gästen (keine Nicki, kein Young Thugger), auf den handgeschriebenen Shout-Outs fehlt der Boss, und statt bei Soundcloud wird das Teil nun regulär über Apple vertrieben (und gilt damit als regulärer Release). Vielleicht war der Spruch auch für P. Diddy gedacht, der ihm ja vor kurzer Zeit eine Watschn verpasst hatte und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mitten in einem viel beachteten Livestream hockte. Immerhin killt er den Mogul "Used To" mit der erwähnten Subtilität: "Shaq posting up on Nikkas I used to have posters of / Real quick nikka you couldn't have hated that, / Let's be real nikka - you couldn't have made it that....Woooo!!". Der Hintergrund: Puffy hatte seinen "0 To 100"-Beat einst ablehnt. Drake dagegen nutzte ihn im Sommer unter anderem für die Ankündigung, dass der Frühling seine Zeit werden wird. Auch das könnte durchaus ein Grund für den Titel sein: Drake lässt jetzt Taten sprechen. Wie es sich für ein Straßenalbum gehört, geht er dabei straight und ohne Kompromisse ans Werk. Hooks oder eingängige Raffinessen sucht man fast vergeblich, so dass der Sound eine dunkle, fast winterliche Stimmung kreiert. Das nützen auch die kleinen, überraschenden Beat-Adaptionen im letzten Drittel der Songs nicht. So klingt vor allem die erste Hälfte wie ein Überbleibsel aus der "Nothing Was The Same"-Session – und stellt trotzdem ähnliche Lückenfüller-Platten oder Tapes doch klar in den Schatten. Das Mixtape – und genau nur das ist "If You're Reading This, It's Too Late" trotz offiziellem Verkaufs – kommt ab dem zweiten Track "Energy" richtig in Fahrt. Boi-1da, der das Gros der Tracks produzierte, packt unter die wabbernden Synthie-Wolken einen unaufhaltsamen Old School-Beat, während Drake die Themenbreite der folgenden 15 Tracks klar zusammenfasst: "I got girls in real life tryna fuck up my day / Fuck goin' online that ain't part of my day / I got real shit poppin' with my family too / I got niggas that can never leave Canada too / I got two mortgages, thirty million in total / I got niggas that'll still try fuckin' me over / I got rap niggas that I gotta act like I like / But my actin' days are over, fuck them niggas for life, yeah" Frauengeschichten, Familienprobleme, Weltschmerz, große Schnauze und großes Geld – hier wird wieder das klassische Drake-Meme geteilt, das bürgerliche Millenials-Pendant zu DMX' "More Money, More Cash, More Hoes" Ende der 90er. In "Energy" haut Drake auch seinen coolsten Reim raus: "I got bitches askin' me about the code for the wifi / So they can talk about they timeline / And show me pictures of they friends / Just to tell me they ain't really friends". Da erblüht das Hipster-Herz. Ebenfalls großer, bildgewaltiger Sport ist "6 God, put both hands together; that's amazing grace" aus "10 Bands". Die Sechs steht dabei wie gehabt für seine Toronto-Postleitzahl und spielt in einigen Stücken ("6 Man", "6 God") als Vorbote für das kommende, superoffizielle Studioalbum "Views From The 6" eine immer größere Rolle. Vielleicht ist mit dem "If You're Reading This It's Too Late"-Titel aber auch nur der reine Spaß am Wettkampf gemeint, gerichtet an die Adresse von Kanye West und Kendrick Lamar, die beide gerade neue Songs in Blogs und Blocks pushten. Im dritten Teil seiner Städtereise auf "6PM in New York" (nach "9PM in Dallas" und "5AM In Toronto") nimmt Drake Mr. West ganz leicht und unterschwellig aufs Korn. "I got a backyard where money seems to come from the trees / And I'm never ever scared to get some blood on my leaves." Auch Tyga, der Drake einst im Vibe Magazin vor einigen Monaten disste, bekommt nun weniger subtil im selben Song sein Fett weg: "I heard the lil lil homie talking reckless in Vibe / Quite a platform you chose, you shoulda kept it inside / Oh you tried, it's so childish calling my name on the world stage / You need to act your age and not your girl's age." Die wahrscheinlichste Lösung für den Spruch ist jedoch: Drake meint sie alle, denn er ist – wie im ersten, Ginuwines "So Anxious" sampelnden Opener gerappt – eine "Legende" und hat das Momentum auf seiner Seite. "If I die all I know is I'm a motharfuckin' legend / It's too late for my city, I'm the youngest nigga reppin". Wenn du das liest, ist es zu spät... © Laut
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Rap - Erschienen am 29. Juni 2018 | Republic Records

Hi-Res
Die Vorgänger God’s Plan und Nice For What waren schon recht üppig gewesen, nun bringt Drake einen ebensolchen Scorpion und damit sein fünftes Album heraus. Nach dem kontrastreichen Views präsentiert der Künstler aus Toronto mit Hilfe der zu allem bereiten Playlist More Life ein komplettes Sortiment mit 25 Titeln auf zwei Seiten, wie auf einer guten, alten Vinylplatte oder einer verstaubten Kassette. Auf diese Weise versucht Drake, mit einem erstene her auf Rap und einem zweiten auf Pop ausgerichteten Stapel auch die hintersten Winkel seiner musikalischen Persönlichkeit auszuleuchten. In Scorpion will Drake gleich seine ganze Dynastie mit einbeziehen, indem er seine Vorbilder seit jeher zu dieser Feier einlädt: Jay-Z mit einer rotglühenden Strophe und Michael Jackson mit einer gespenstischen Melodie.Während Drake im ersten Teil finsterer und kategorischer auftritt, präsentiert er uns im weiteren Verlauf mit Blue Tint oder Ratchet Happy Birthday seine eher unbeschwerte Facette. Zum ersten Mal seit vielen Jahren scheint jedoch der Eroberer des Musikuniversums auf seinem Thron zu wackeln, denn es gibt kurze Augenblicke, die ihn etwas zerbrechlich erscheinen lassen. Nach Pusha Ts wiederholten Attacken zeigte Drake vielleicht etwas vorzeitig, dass er auch Vater ist. Obwohl er sich meistens als Emotionless präsentiert, beweist Aubrey Drake Graham, dass er nicht immer alles unter Kontrolle hat. In dem von Blocboy JB ausgeliehenen Nonstop scheint er in Not zu sein, im souligen 8 out of 10 wird es dann nostalgisch und der von DJ Premier produzierte Sandra’s Rose reißt uns einfach nur mit. Er macht vereinzelte Versuche, seine Legitimität, seinen Erfolg, seine Selbstverwirklichung zu beweisen. In seiner Diskografie stellt Scorpion einen Wendepunkt und Übergang dar, bei dem der Künstler seine kleinen Geistesblitze sowie schwerfälligen Momente durchblicken lässt. Das ganze Album hindurch liefert Drake seinen Verleumdern keine direkte Antwort, sondern viel Material in Hinblick auf seine Einstellung und seine geistige Haltung. Ein rundes und zugleich stürmisches Projekt.
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Rap - Erschienen am 1. Mai 2020 | OVO

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 6. Mai 2016 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Hi-Res Booklet
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Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Booklet
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Rap - Erschienen am 18. März 2017 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Drizzy bleibt Trendsetter wie Flizzy. Statt Album oder Mixtape erklimmt er über Spotify und Co das nächste Level und haut einen wilden Mix aus Features und Styles kanalmonogam als Playlist raus. Dancehall, Grime, Trap, Soul, House und viel klassischer OVO-Sound - Drake verausgabt sich auf den 22 Tracks komplett, dehnt seinen Style über die ganze Welt aus und fährt nebenbei noch Slalom durch sein momentanes Leben. Nach dem "Views"-Totalausfall und seiner Vernichtung auf dem Future-Kollabowerk "What A Time To Be Alive" findet Drake in allen Facetten zu alter Form zurück. Oft rappt er straight und hungrig wie einst, disst munter seine Lieblingsfeinde Tory Lanez, Meek Mill und Kid Cudi und findet auch seine wunderbaren Melodien und Hooks wieder. Im böse blickenden Opener "Free Smoke" erklärt er kurzerhand die Beziehung mit J-Lo für beendet: "I drunk text J-Lo / Old number, so it bounce back." Der Beat von Boi-1da-hätte auch dem superben "Savage Mode"-Projekt gut zu Gesicht gestanden. Auch "KMT" produziert von Ness, der jüngst einige Brecher zum hörenswerten Don Q-Mixtape "Corner Season" beisteuerte, marschiert später ähnlich gnadenlos aus den Boxen. Auf dem heimlichen Höhepunkt "Teenage Fever" lässt Drake sich 90er Soul-Pop mit modernen Drum-Sounds und J. Los monströsen "If You Had My Love"-Samplehook anrichten – um mit der intimen, ersten Zeile "Your heart is hard to carry after dark" den Fan in seinen Fiebertraum zu ziehen. Der intensive Slow Jam "Since Way Back" zitiert "Clipped Wings" von R. Kelly und wechselt wie bekannt den Beat für Drakes Autotune-Outro. Auf dem blubbernden Kanye-Feature "Glow" gewinnt Drake die Herzen mit einem wavy-vibenden Hook, der auch Max B oder French Montana zur Ehre gereicht hätte. "Blem" überzeugt mit zischendem Snare-Sound, einem vertrackter Rhythmik-Mix aus Grime, Dancehall und klassischen Drake-Sound und seinem bekannt-formidablen Singsang-Rap-Flow. Die Playlist mit so vielen Sounds und Gästen ist wider Erwarten keine bloße Zusammenstellung und auch nicht so wild und frei, wie es auf den ersten Blick scheint. Drake kuratiert zwar manchmal wie Travis Scott, drückt aber den meisten Tracks seinen Stempel auf. Nur ein paar Mal gönnt er den Gästen das Spotlight – und vor allem Young Thug, Quavo und Skepta reimen tight. Thugga gar tighter als tight. In "Sacrificies" ledert er los wie Poldi, rappt zu Beginn ohne Schnickschnack, nur um dann in der Versmitte wieder komplett abzudrehen. Dagegen ist sein zweites Feature für "Ice Melt" Jeffrey-Style pur. Thugga-Reggae war 2016 der schönste Sound – und ist es auch im Frühling 2017. Migos' Quavo kennt ebenfalls keine Pausen. Währen seine Homies Offset und Takeoff die neuen Goldplatten zählen, springt Quavoals Gast von Tape zu Album zu Playlist. In "Portland" trifft er Drake, Travis Scott und Produzent Murda Beatz und feiert die ganz große Trap-Club-Sauce. Anscheinend können nicht nur Metro Boomin und Future Flöte wie deutsche Imbisse in den 80ern. Grime-Star Skepta darf dann auf seinem Interlude als einziger solo über holpernden Synthie-Kopfnicker rattern. Komplette Ausfälle gibt es keine. Zwar trifft nicht jeder Track ins Schwarze, aber Drake croont sich locker durch die Weltmusik. Der Jung hat einfach Spaß, "It's my world / You can have the scene", wie es Skepta für ihn formuliert. Ob es nun ein karibisch-poppiger "Madiba Riddim" ist, House Musik in "Passionfruit" oder die dunkel, knisterende Elektro-Ballade "Nothing Into Something" - Drizzy lebt sein "More Life"-Motto (und Song von Drizzys Liebling Vybz Kartel) offen aus. Ist dieser Begriff doch ein jamaikanisches Sprichwort für Carpe Diem – und Drake genießt jetzt erst einmal das gute Leben in vollen Zügen. Auf dem "Do Not Disturb"-Outro verabschiedet er sich daher von den Fans: "Taking summer off cause they tell me I need recovery / Maybe gettin’ back to my regular life will humble me / I’ll be back in 2018 to give you the summary." Die Playlist als Album mit 15 Tracks wäre ein potentieller Klassiker geworden, trotzdem findet jeder genügend Futter für seine eigene Playlist. Bis 2018. © Laut
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Rap - Erschienen am 2. August 2019 | OVO

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Rap - Erschienen am 3. April 2020 | OVO

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 15. Februar 2019 | Young Money - Cash Money Records

Hi-Res
Es fällt schwer zu begreifen, was es mit der Veröffentlichung dieses dritten Mixtapes auf sich hat, denn Drake hofft, zehn Jahre, nachdem er es zum ersten Mal online gestellt hatte, auf eine zweite Chance. Zu jener Zeit war Drake berühmt für seine Rolle in der kanadischen Erfolgsserie Degrassi: The Next Generation und als Autor zweier Mixtapes, die nur für einen sehr kleinen Kreis bestimmt waren. Jedenfalls hatte er kurz davor mit seiner Single Best I Ever Had alle überrumpelt, wonach die Labels auf ihn aufmerksam wurden – und sich dann geradezu prügeln sollten, um ihn nach dem Erscheinen von So Far Gone unter Vertrag zu nehmen. Man muss sagen, dass die hier von Drake und seinen langjährigen Beatmakers Noah „40“ Shebib und Boi-1da angewandte Formel einfach grandios ist: von unwiderstehlichen Stimmen vorgetragene Melodien, an der Grenze zum Rap, Gesang, der den im Raum schwebenden Beats folgt, reihenweise Referenzen/Reverenzen an den Südstaaten-Rap (November 18th, als Hommage an DJ Screw, Uptown), mehrere Auftritte des Godfathers Lil Wayne (im Mittelpunkt der in November 18th geschilderten Erinnerungen) und gelungene Coverversionen von Rap- oder Indie-Pop-Hits (Santigold und Diplo, Jay-Z oder Lykke Li). Hier lernt man Drakes Doppelgänger kennen, der sich so arrogant wie auch verwundbar zeigt und die meisten Tracks mit dieser ganz neuen Art Spleen verkleidet, der jetzt einfach zu ihm gehört. So Far Gone ist das Vorspiel eines der spektakulärsten Crossover-Erfolge aus jener Zeit und nutzt die Gelegenheit aus, die sich mit Kanye Wests 808's & Heartbreak bietet – woran sich Drake, 40 und Boi-1da bekanntlich inspirierten (Say What's Real ist übrigens eine Coverversion von Wests Say You Will). Das Album ebnet den Weg der Rapper-Crooner einer neuen Art, sie heißen The Weeknd oder auch Frank Ocean. © Damien Besançon/Qobuz
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Rap - Erschienen am 15. Juni 2019 | Republic Records

CD17,99 Fr.

Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Booklet
"Machine Gun Rap for all my niggas back / Stadium Pack" – wenn Ladylover Cool D auf seinem Song "Wu-Tang Forever" den Clan sampelt und zitiert, dreht die Rap-Szene am Rad wie der Kapitän der Titanic. Darf der das? Kendrick oder Cole okay, aber dieser Rap-Sänger? Besonders die Backpack-tragenden Gralswächter der reinen Hip Hop-Lehre – von Jan Delay einst Hip Hop-Nazis genannt – dissten Drizzies Ehrerbietung aufs Derbste. Hatte nicht der Rza höchstpersönlich im Intro eben jenes "Wu-Tang Forever"-Doppelalbums 1997 im Intro der B-Seite den Weichspüler-Sound mit "... You make that shit R'n'B, Rap and Bullshit ..." gegeißelt? Und hat nicht eben Inspektah Deck getweetet, dass sein Song an sich den Wu-Titel nicht verdient? Die Antwort auf all diese Fragen lautet: Ja. Verdammt noch mal, ja, Drake darf das, er muss sogar. Künstlerisch von den 90ern geprägt, kreiert der Kanadier seine eigene Kammer. Im besagten Song spielt er mit dem Wu-Track "It's Yourz", aus dem die anfangs erwähnte Zeile stammt, und ein Entenparker kündigt sich an wie hupende Franzosen. Danach vernichten Beat und Lyrics jedoch as soon as possible jegliche Erwartungen an hypnotische Loop-Kunst, harte Drums und schmissige Slang-Editorials. "What made me think about the game, girl / And how I switched it up with a new thang / Young nigga came through on his Wu-Tang / And nowadays when I ask about who got it, they say it's yours." Die Liebe zum Rapgame als lieblich-süßlicher Singsang im Shaolin-Tempel? Drake, Digga, was zur Hölle tust du? Und dann holpert auch noch der Beat zwar mellow, aber arg knarzend durch die Boxen. Der erste Schock sitzt tief, erst beim 36. Durchlauf entfaltet sich urplötzlich die Genialität des Tracks. Drakes Crib- und Hof-Produzent 40 wirft die hypnotischen Sounds genau in die Mitte des Dreiecks aus "So Far Gone"-EP, "Take Care" und mittlerem Rza, während der Superstar die Fackel überreicht bekommt. "It's Yours", vollkommen verdient bereits nach dem ersten Lied. "This is nothin' for the radio, but they'll still play it though / Cause it's that new Drizzy Drake, that's just the way it go /Heavy airplay all day with no chorus / We keep it thoro, nigga, rap like this for all of my borough niggas." Der Opener "Tuscan Leather" sprüht vor straighter Spitterei und Rap-Verweisen wie das Prodigy-Zitat oder die Anspielung an die "No Chrous"-Tracks aus der New York-Ära (oder auch an das Rza-produzierte "No Hooks" von Shaquille O'Neal). Was befahl der Wu auf "Forever" noch: "Fuck that, this is MCin right here, this is hip-hop". Und genau das lebt Drake. Drei Mal wechselt der knallhart bangende Beat inklusive Rückwärts-Loops im Stile von Ghostface' "Stroke Of Death", und Drake schlägt eine Brücke von den 90ern zum eigenen softeren Yolo-Style. "I sip the Pora and listen to Cappadonna / The fresh prince just had dinner with Tatyana, no lie / All these 90's fantasies on my mind / The difference is that with mine, they all come true in due time / I might come through without security to check if you're fine / That's just me on my solo like fuck it, like YOLO / Wanted to tell you, "Accept yourself" / You don't have to prove shit to no one except yourself / And if you end up needin' some extra help, then I could help." Form gleicht Inhalt gleicht Form. Auf "Started From The Button" spannt Drake ein weiteres Mal den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart und Derwisch 40 mixt passend ein bisschen DJ Mustard mit viel Mobb Deep zusammen. "From Time" erinnert durch den Melancholiker am Piano sehr an Curse' "Süßholz" und ist ebenfalls Balsam für die Seele. Überraschenderweise verirrt sich auch ein Gast (Jhené Aiko) auf das Album, fast ist man enttäuscht, nicht Drizzy zu hören - soweit ist es schon gekommen. Doch irgendwer muss seinen Liebesbekundungen und Selbsterkenntnissen eben mal antworten. In solchen Momenten wenden sich wahrscheinlich bonierte Backpacker ab, alle anderen fühlen jedoch seine Geschichte und die Wu'ler sollten an ihren Helden, dem Weicheiertum unverdächtigen Ghostface denken, der ja nun auch oft sein Innerstes nach außen kehrte, zu singen versuchte und gar ein ganzes Album voller Lovesongs aufnahm. Der wohl beste Track der Platte - "Furthest Thing" – unterstützt diese Interpretation. Drake erzählt seinen Mädchen, er sei immer noch "smokin on the low" und gesteht, "(I'm) the furthest thing from perfect / Like everyone I know". Jack One beginnt im soulig-poppigen Ambiente und wechselt dann ab der Mitte in mächtigen, orchestralen Kopfnicker. Der Brückenschlag, wir erinnern uns. Im Mittelfeld von "NWTS" drosselt er dann die Genialität - ein wenig. "Own It" blubbert als digitale Form der Power-Ballade durch den Äther, während Drake auf dem etwas hölzern klingenden "Worst Behaviour" – passend zum Titel – krakeelt wie der große, alte, dreckige Bastard. "Hold On" tanzt sich im Discofox auf die monatliche Ü30-Party in der Kleinstadt am See und "Connect" zeigt den klassischen Drake, der dank Elektro-Sounds für Momente das Level britischer Legenden wie Pet Shop Boys oder DM erreicht. Einzig die The Migos-Flow-Kopie auf "The Language" und das uninspirierte "305 To My City" werden aus der Top-Hit-Playlist gelöscht bzw. durch die Tracks "Come Thru" und "All Me" aus der Deluxe Edition ersetzt. Da wir aber mit Shaolin begonnen haben, enden wir auch auf Staten Island. "Pound Cake / Motion Music 2" sampelt im Refrain den Clan-Klassiker "CREAM" und geht mit geheimnisvoll-gepitchten Chören sehr tief. Dass Jay-Z zwei Strophen droppen darf, rundet den Trip von "then to now" perfekt ab. Wie ging noch einmal das Rza-Intro auf "Wu-Tang Forever" weiter? "... Come from your own heart with this shit ..." – und Drake treibt es hier endgültig zur Perfektion und reißt knapp die Fünf-Punkte-Marke. Seit heute gilt hoffentlich: When the smoke is clear, Drake und Wu-Tang still here! © Laut
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Rap - Erschienen am 3. April 2020 | OVO

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Rap - Erschienen am 25. September 2015 | Cash Money Records Inc.

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Rap - Erschienen am 29. Juni 2018 | Cash Money - Drake LP6

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Rap - Erschienen am 1. Januar 2010 | Cash Money Records - Young Money Ent. - Universal Rec.

Auf "Thank Me Later" geht es um Erfolg, um die Höhen und Tiefen des süßen Lebens an der Spitze. Es handelt von den Ängsten und Enttäuschungen, die sich mit dem Erfolg einstellen. Es erzählt von den verrückten Episoden auf der Sonnenseite und dem einen Quäntchen Rest-Verstand, das man im Rampenlicht nicht verlieren will. "Thank Me Later" stellt sich immer wieder die Frage, wie Erfolg einen verändert und wie man sein muss, um sich diese Frage überhaupt stellen zu können. Den Grund dafür liefert die Geschichte dieses Aubrey Drake Graham: Vom belächelten Teenie-Schauspieler avancierte er in den letzten anderthalb Jahren zum nächsten großen internationalen Rap-Superstar. Er genießt den Respekt der respektiertesten Kollegen, verzeichnet eine Grammy-Nominierung noch bevor er überhaupt ein Album veröffentlichte, den Dawsons Creek-Appeal für die Masse, das Lächeln, das ihn auf die Covers von Szene-Magazinen und Leitmedien bringt, und er hat die Motivation, das alles noch zu toppen: "Shit been goin' good but good could turn to better" - so etwas muss einem nach ausverkaufter Tournee, Rihanna-Affäre, "Best I Ever Had"-Chartswahnsinn, Universal/Motown-Deal und Eminem/Lil Wayne/Kanye West-Kollaboration erstmal einfallen. Trotzdem gerät das meist antizipierte Debütalbum des neuen Jahrzehnts nicht übertrieben, überladen oder fernab jeglicher Normal-Realität. Drake emotionalisiert an den richtigen Stellen und lässt die Hörer so an seiner Geschichte teilhaben. Er gibt selbst erlebte Gefühle preis, hält sich aber dann zurück, um sie auch für die Hörer erlebbar zu machen. Drake teilt seinen "rise to fame" mit seinen Zuhörern. Er nimmt sie mit in seine Welt des Blitzlicht-Hollywoods, aber versteckt dabei sein emotional überfordertes Inneres nicht hinter Protzerei und lautem Tamtam. Eine Formel, die den Massen-Appeal und die Nachvollziehbarkeit von Rap in ein recht ungewohntes Licht rückt. Eine neue Realness für jedermann, sozusagen. So wird das eigene Konzept von Erfolg zum Erfolgskonzept. Auf der ersten Single-Auskopplung "Over" kulminieren Drakes inhärenter Drang zur Selbstreflexion, seine überzeugte Eigenwahrnehmung und überambitionierte Motivation auf herrlich orchestraler Spielwiese von Boi-1da: "What am I doin'? Oh yeah, that's right. I'm doin' me. I'm livin' life right now. And this what I'ma do 'til it's over. But it's far from over." Auch, wenn sich die restliche Spielzeit von "Thank Me Later" musikalisch selten so pompös präsentiert, bringt "Over" die Tonalität des Albums perfekt auf den Punkt: freigelegte Drums für die Strophen, auf denen Drake sein nicht perfektes, aber unterhaltsam fesselndes Rap-Talent ausbreiten kann, und eine daraufhin damit brechende Instrumentierung für die Entertainment-Hooks, auf denen Drake seinen bereits patentierten Refrain-SingSang präsentiert. Trotz einer breiten Auswahl an Produzenten (Timbaland, Crada, 40, Francis and the Lights, Kanye West, No I.D., Swizz Beatz und Boi-1da) und der letztendlich überraschend kurz geratenen Liste namhafter Kollaborateure (Alicia Keys, T.I., Lil Wayne, Jay-Z, Nicki Minaj, The-Dream, Young Jeezy) besitzt "Thank Me Later" Stringenz und Kohärenz "Illmatic"scher Ausmaße. Im Zentrum steht Drakes Auseinandersetzung mit seiner direkten Umgebung. Klar gibt es die Groupies, den Champagner und die Bentleys, dementsprechend auch die Hand im Schritt und die ausladenden Gesten. Aber es gibt eben auch die moralischen Zweifel an sich selbst, die Gedanken eines erwachsen gewordenen Scheidungskinds, die Schmachtseiten aus dem Poesie-Album und die Respektsbekundungen an den Underground-Rap. Auf diese Weise verfügt Drake über ein Selbstbewusstsein im tatsächlichen Sinne von Bewusstsein seiner Selbst, das ihn nicht einmal neben einem Jay-Z oder Lil Wayne untergehen lässt. Auf "Light Up" überschreitet Drake mit Jay-Z auf satten Drums und subliminal-sphärischen Keys ohne Rücksicht auf Radiotauglichkeit die 16-Bars-Grenze. Allgemein akzeptierter Rap-Gott mit allgemein akzeptiertem Super-Newcomer - auch mit der typisch Drake'schen Weichspülhook eine tödliche Kombination. Zitat Drake: "Yeah, I gotta feel alive, even if it kills me. I promise to always give you me, the real me." Genauso überzeugend ist der 32-Bars-Direktvergleich "Miss Me" auf erneut superbem Boi-1da-Brett: Drake mimt den kokett verständnisvollen Lover und Weezy gibt dem "krank" in liebeskrank einmal mehr eine neue Bedeutung. Es gab lange keinen Nachwuchsrapper, der auf seinem Debüt bereits so eloquent neben den Großen des Spiels seinen eigenen Mann stehen konnte. Dazu erneut Drake: "Yeah we want it all, half was never the agreement. Who'd thought the route we chose would ever end up this scenic." Man könnte sich an dieser Stelle fragen, wann diesem 23-Jährigen sein Erfolg zu Kopf steigt. Oder ob es überhaupt dazu kommt. Immerhin ist er von einem überzeugt: "My 15 minutes started an hour ago." Wahrscheinlich hat Drake bereits ganz neue Ufer im Visier. Da markiert ein Debütalbum eben nur eine kurze Zwischenstation. © Laut
HI-RES3,99 Fr.
CD2,99 Fr.

Rap - Erschienen am 14. August 2020 | OVO

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 29. Juni 2018 | Cash Money - Drake LP6

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Rap - Erschienen am 1. Mai 2020 | OVO

Hi-Res
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Rap - Erschienen am 3. April 2020 | OVO