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Die Alben

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Soul - Erschienen am 1. Januar 1970 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Soul - Erschienen am 1. Januar 2002 | Motown

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R&B - Erschienen am 22. Mai 1980 | Motown

Hi-Res
Gleich zwei Songs aus diesem Album werden zu Hymnen. "Upside Down" entwickelt sich zu einem Karnevals-Evergreen, "I'm Coming Out" zu einem Slogan-Hit lesbischer, schwuler, bi- und transsexueller Musikfans. "I'm Coming Out" war nun nicht der Wunsch-Hit von Diana Ross, die zu dieser Zeit ihr zwanzigstes Jahr bei der Plattenfirma Motown erlebte. Nile Rodgers und Bernard Edwards, die beiden Herren hinter dem damals überaus erfolgreichen Disco-Projekt Chic, produzierten die LP und jubelten Diana diesen Song unter. Sie sang ihn, ohne allzu viel Ahnung von der LGBT-Szene zu haben. Sie wusste nicht einmal, dass mit einem Coming-Out die Erklärung der eigenen Queerness gemeint war. Unter Tränen soll Diana zu Nile Rodgers gerannt sein, nachdem ein DJ ihr den Sinn des Songs erklärte. Die Situation eskaliert. Die Spannung zwischen den verschiedenen Messages, die im Song stecken, knistert und knallt. "'I'm Coming Out' war so gedacht, dass es in einer Show der Titel war, bei dem sie aus der Umkleide kommt, eine Art Intro-Song. Das macht man so im R'n'B (…), sowas hatten auch Kool And The Gang mit dem Song "Kool And The Gang", und sowas wollten wir für Diana haben, als Slogan, 'so, jetzt komme ich!'", erzählt Rodgers rückblickend in einem Fernseh-Interview für die BBC, als er 2012 mit Daft Punk sein Comeback erlebt. "Diana war anfangs stolz auf die Platte, als sie die Demo-Aufnahmen dem größten DJ Amerikas, Frankie Crocker, präsentierte." Jener DJ habe Diana vorausgesagt, die Platte werde ihre Karriere ruinieren. "Ihre Leute knöpften uns die fertigen Bänder ab und forderten uns auf, das Album nicht herauszubringen. Wir (...) ließen uns auf eine Gerichtsverhandlung ein und veröffentlichten es – naja, und jetzt ratet mal, welches Diana Ross' meistverkauftes Album wurde!" Die Platte errang Platz 5 in den USA und hielt sich ein halbes Jahr in den vorderen Charts-Regionen. Kaum ein Song der Disco-Ära, abgesehen von "Y.M.C.A." lebt so extrem beständig weiter. Zu ihrem 75. Geburtstag (2019) führt Diana den Song gemeinsam mit P. Diddy auf und performt ihn auch sonst immer. Das Album "Diana" sollte nach zahlreichen Platten mit The Supremes, einem tollen Duettalbum mit Marvin Gaye und irrsinnig vielen Coverversionen die Personality Diana Ross ganz in den Mittelpunkt rücken. Vorbei war es also mit den Songs, die viele andere im Soul-Business auch aufnahmen. Nun ging es um Unverwechselbarkeit. Es mussten Lieder her, die Rodgers und Edwards direkt ihrer Interpretin auf den Leib schrieben. Zugleich war klar: Wenn die Chic-Masterminds dieses Unterfangen anpacken, dann wird das Ergebnis sicher auf die Discobeat-Welle aufspringen. "Upside Down" funktionierte perfekt. In vielen Ländern rund um den Globus erreichte der Song die Spitze der Single-Charts. Auch die dritte Single, "My Old Piano", einer der schönsten Songs in Dianas langer Karriere, weil er sich mit ihr als Musikerin befasst, wird ein Chartbreaker, vor allem bei uns in Europa. Abseits dieser drei Super-Singles lässt sich über die Qualität des Albums trefflich streiten. Es sind zwar noch etliche Highlights enthalten, aber schon Track 2, "Tenderness", geht nicht als 'Burner' ins Geschichtsbuch ein. Rodgers und sein Kollege wandten darauf ihre typische Rezeptur an. Statt 'tender' und nach Ross klingt das Ganze so atemlos, als hätte Diana den Song beim Aerobic-Steppen eingesungen. Doch es verbirgt sich viel mehr dahinter. Nile Rodgers meint selbst, nie habe er eine vergleichbare Platte gemacht. Was bei so vielen einflussreichen Platten wie bei ihm wirklich was heißt: "Nur aus dem Grund, weil es Diana Ross war. Sie hatte die Welterfahrenheit und den Werdegang, die es mir erlaubten, solche Wörter zu schreiben wie 'Instinctively you give to me (...) Respectfully I see to thee (...)' Sowas hätte ich nie bei Chic geschrieben. Aber Diana (...) hatte die Grazie, die Anmut, den Stil, die Kultiviertheit. Obwohl sie ein armes Mädchen ist.", so Rodgers gegenüber Signed Media. "Ihre Art von Revolution war, nicht einen Palast zu stürmen, sondern sich am Haupteingang reinbitten zu lassen. (...) Ihrer Karriere diesen 'Boost' zu geben, war eine ganz wichtige, spezielle Aufgabe für mich, bei der ich mich beweisen musste." Er und Bernard Edwards interviewen Diana vor dem Songschreiben für diese LP ausgiebig über ihr Leben. Die Platte wird ein Album über die Person Diana Ross, wie Nile und Bernard sie von außen sehen. So kommt es zu einem ungewöhnlichen Bruch in der Album-Mitte: einer stillen, akustischen Ballade, "Friend To Friend". Selten hört man Diana auf so wenige Instrumente reduziert. Als Break ist das stille Lied mit der charismatischen Melodie enorm wichtig. Rodgers hatte Diana auch zu Freundschaften befragt, für Diana etwas Ewiges. Diana trägt die Worte nachdenklich, gleichwohl mit Leichtigkeit und Unbekümmertheit vor. Im Rückblick für Rodgers authentisch: "Von allen Menschen, die ich kenne, ist sie eine meiner besten Freunde. Okay, sie hat mich ein Vermögen gekostet, (...) wir sind gegeneinander vor Gericht gezogen, und trotzdem telefonieren wir bis heute miteinander, 'hey, wie geht's, wie kann ich dir helfen?!'" Noch mehr Musik von der Sorte 'Disco-Soul' hätte die LP überfrachtet und den Hörer ermüdet. So stellt Diana aber, mit "Friend To Friend" unterschwellig den Bezug zu ihren Motivations-Hits wie "Ain't No Mountain High Enough" her. Dieses "den Menschen etwas geben wollen" prägt das '80er-Album als unausgesprochenes Leitmotiv. Das "Diana"-Album ist das erste, für das sich die Anforderung nach einem Videoclip stellt. Im Video zu "My Old Piano" hält die Sängerin wenig Blickkontakt zum Betrachter. Die Kamera schwenkt ziemlich distanziert durch den Raum mit khakifarbenem, kariertem Teppichboden, massiven, weißen Säulen und tropischen Topfpflanzen. Das Klavier, das alte, ist männlich: "he". Diana, die eine Ausbildung als Schneiderin, Designerin, Model und Maskenbildnerin machte und sich während der ersten Supremes-Jahre als Frisörin etwas hinzuverdiente, spielte sonst kein Instrument, und trat öffentlich am Klavier wenig in Erscheinung. In diesem Clip streift sie sogar mit Abstand um die Hauptfigur, den Klavierflügel herum. Doch Musik erfüllte ihr ganzes Zuhause. Diana pflegte später ihre Kinder stets mit Musik zu wecken, damit sie pünktlich zur Schule kamen. Musik stand bei Diana für einen Job und für eine Leidenschaft - aber damit nicht genug, sie durchdrang auch rund um die Uhr die privaten Räume, und das überträgt sich magnetisch in den Song "My Old Piano". Denn Instrumente entwickelten sich zu Weggefährten, in die sich Diana eben hineindenken musste, weil sie auf ihnen nicht komponierte und nicht die große Instrumentalistin war. Darin liegt ein Kniff des Songs. Das Piano spielt wie von selbst, das macht den Song luftig und groovy. Diana weiß diesen 'Herrn Klavier' zu schätzen: "He entertains / The real life of my parties / But still retains / In all the dignity / His international style / Exudes an air of royalties", der Herr Klavier verströmt königliche Aura und Würde. Obwohl er ein Partyheld ist. Der immense Raumklang der Aufnahme mag ein Grund sein, warum es von "My Old Piano" gar keine Coverversionen gibt. Denn die gigantische Ausstrahlung des Songs entsteht durch die Abmischung von Rodgers und Edwards. Die Tasten federn funky. Weggabelnd schneiden die krassen Hi-Hats im Vordergrund die Luft. Die Bass Guitar reichert die Atmosphäre gewittrig mit Spannung an. Und Dianas mädchenhafte Stimme erscheint klein und unschuldig in diesem Sound-Rausch. Zu dieser Zeit ist sie 36, klingt aber wie 17. Den roten Faden durchs scheinbar unbeholfene Video weben Dianas Tanzschritte. Understatement zeichnet Bilder und Töne aus. Anscheinend kann man diesen Song nicht verändern, kopieren oder sinnvoll sampeln. Bemerkenswert, da er eine ungemein magnetische Ohrwurm-Melodie hat. Wage nie ein DJ, den Song zu kürzen! Es ist ein Lied, von dem man sofort mehr will. Eine weitere Besonderheit: Obwohl der Titel gut gelaunt wirkt und auf fröhlichen Dur-Akkorden basiert, konterkariert zu Beginn jeder Line eine einzelne D-Moll-Note und verleiht dem Song nostalgische Schwermut. Diana singt auch irgendwie von der Vergangenheit, denn das Klavier ist schon alt und hat viel mit ihr erlebt. In ähnlicher Weise mischt sich auch in die Aufforderung "Have Fun (Again)", "Hab wieder Spaß", eine Portion Traurigkeit; hieran hat eine besonders komplizierte Akkordfolge Schuld. Zum Start der B-Seite ermuntert Diana in diesem Song, sich von kleinen Kindern das Rezept für Spaß abzuschauen. Es braucht erst ein paar Minuten, bis der Song den Hörer wirklich gefangen nimmt und tief in den Soul einsteigt. Im C-Teil, in der fünften Minute, erklingen nur noch zwei Zutaten: ihre Stimme, in ein Echo gehüllt, und die Keyboards. Dann blendet sich der Song ab und wieder auf, eine ungewohnte Technik. Es folgen knapp anderthalb verträumte Remix-Minuten. "Now That You're Gone" kommt ebenfalls mit sehr wenig Text aus, den Diana beständig wiederholt. Jeder kann zu sich zu diesen Zeilen über Trennung und Auseinanderleben selbst etwas hinzu fantasieren. Durchaus ist der sanfte Tune in den Kategorien 'Trennungslieder' und 'R'n'B'-Balladen sträflich 'underrated'. Die Wende von den 70ern zu den 80ern verdichtet das Lied so eindeutig, dass jeder Musikkenner den Song auf Anhieb auf die Zeit '79/80 schätzen dürfte, auch ohne es zu wissen. Dass "Give Up" als lockere Rausschmeißer-Nummer das intensive Album etwas belanglos zum Ausklang bringt, ist dies an diesem Punkt schon nicht mehr so wichtig. Dafür überragen die anderen Tracks sogar das legendäre Oeuvre von Chic. Das liegt zum großen Teil an der Sicherheit und Stimmfestigkeit, mit der Diana performt. Die Late Night-Talkerin Oprah Winfrey unterstreicht diese Qualität der Chanteuse - und ihre soziale Wirkung: "In den 60ern sangen Mädchen rund um den Globus "Where Did Our Love Go" in ihre Haarbürsten hinein und tanzten dazu vorm Spiegel, ich selbst auch. (...) Ihre Songs gaben uns Energie und das Gefühl eines Versprechens (...): dass Träume keine Grenzen haben." Diana verkörperte junge, weibliche Afroamerikanerinnen auf den TV-Bildschirmen, wo dieser Teil der US-Bevölkerung kaum zu sehen war. Zu einem dieser Mädchen, die vorm Spiegel die Ross spielten, bekennt sich Anita Baker und löst Diana - nach sehr langer Hit-Serie - dann 1986 als Crownprincess of Soul ab. Ein Meilenstein über eine Platte, die den Vornamen der Sängerin als Titel trägt, klingt irgendwie auch 'falsch' - nach einer egozentrischen Person, die Fame über die Musik stellte. Ihre Ex-Kolleginnen warfen ihr das beim Ausstieg aus der Supremes-Combo vor. Producer Nile Rodgers verteidigt Diana auch gegen diesen Vorwurf: Ohne genau diesen Charakterzug, sich nach vorne zu wagen und die Scheinwerfer auf sich zu ziehen, würde der Musikwelt etwas fehlen: "Es gibt eben Leute, die raus an die Front müssen, um zu kämpfen (...) Diana war powervoll, mächtig, effektiv, und zwar genau deswegen, weil sie in dieser Rolle als 'Star' sehr gut war, weil sie 'Frontfrau' konnte." Egal, was Diana Ross später noch anfasste, sie verwandelte es äußerst glaubwürdig in ihre eigenen kleinen Diamanten: ob Songs des Ghostwriter-Ehepaars Ashford & Simpson ("Solid as a rock"), ob den Jazz der Billie Holiday, Burt Bacharach-Harmonien oder eben die Musik der 'Chic Organisation'. Doch die Sängerin aus Detroit musste nach der Platte von 1980 ohnehin nichts mehr beweisen. Sie war es, die den Sound der Motown-City für die elektronische Musik und die Bubble-Beats reif machte. © Laut
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Dance - Erschienen am 29. Mai 2020 | UNI - MOTOWN

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Rap - Erschienen am 5. November 2001 | Parlophone UK

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R&B - Erschienen am 1. Januar 2012 | UNI - MOTOWN

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R&B - Erschienen am 1. Januar 1971 | UNI - MOTOWN

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R&B - Erschienen am 1. Januar 2003 | UNI - MOTOWN

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Pop - Erschienen am 26. Oktober 1973 | UNI - MOTOWN

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Pop - Erschienen am 22. Juni 1973 | UNI - MOTOWN

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R&B - Erschienen am 16. September 1977 | Motown

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Vokalmusik (weltlich und geistlich) - Erschienen am 1. Januar 2006 | Motown

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Rap - Erschienen am 1. Oktober 1993 | Parlophone UK

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1970 | UNI - MOTOWN

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Original Soundtrack - Erschienen am 1. Januar 1972 | UNI - MOTOWN

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Pop - Erschienen am 17. Februar 1981 | UNI - MOTOWN