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Die Alben

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Metal - Erschienen am 1. Juni 1970 | Rhino

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Es war der vierte Schuss, und der sollte sitzen. Zwar hatten Deep Purple bereits mit ihrer ersten Single "Hush" 1968 die US-Top Ten geknackt, doch hatten sie anschließend immer weniger Erfolg. Live boten sie harten, verschnörkelten Rock, im Studio schalteten sie aber mehrere Gänge runter. Das sollte sich ändern. Nachdem sie im Sommer 1969 Ian Gillan als Sänger und Roger Glover als Bassisten verpflichtet hatten, setzte sich erst einmal Organist Jon Lord durch, der die Band ursprünglich gegründet hatte, und zwang seine Mitstreiter zu einem Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra, um sein "Concerto For Group And Orchestra" aufzuführen. Der Mitschnitt dazu erschien im Dezember. Nun war der Weg frei für das, was sich Gitarrist Ritchie Blackmore schon länger vorstellte: Ein Album, das die Live-Energie der Band auch im Studio einfing. Die Sterne standen günstig: Mit Gillan hatten sie nun eine der mächtigsten Stimmen jener Jahre im Kader, außerdem hatten Led Zeppelin mit ihren ersten zwei Alben und Black Sabbath mit ihrem Debüt gezeigt, dass es auch für härtere Töne ein dankbares Publikum gab. Kein Wunder also, dass das Album nicht behutsam beginnt, sondern mit einer Fingerübung Blackmores, die kein Riff ist, sondern eher das Einheizen des Publikums, wenige Augenblicke bevor die Lichter angehen: Vollgas und bei voller Lautstärke. Passend zum Titel des Openers, der an sich schon eine Ansage ist: "Speed King". Nachdem auch Glover und Schlagzeuger Ian Paice kurz mitmischen, verstummen alle und lassen Lord ran, der ein kurzes, kirchlich anmutendes Orgel-Intermezzo einstreut. Doch es ist nur eine kurze Verschnaufpause, bevor Gillan sein schillerndes Organ anwirft und die Band mit vereinten Kräften losstürmt. In den knapp sechs Minuten bringen sie noch ein Duell zwischen Lord und Blackmore sowie das unverzichtbare Gitarrensolo unter. Ein monumentaler Track, der ein ebensolches Cover rechtfertigt. Ironie spielte vermutlich keine Rolle, als man sich entschied, die Antlitze verschiedener US-Präsidenten am Mount Rushmore mit denen der Bandmitglieder zu ersetzen. Die Collage erscheint in der heutigen Photoshop-Zeit eher stümperhaft, doch die Botschaft kommt rüber. "Bloodsucker" fällt vergleichsweise simpler aus. Etwas langsamer gespielt und mit ein paar Noten weniger hätte der Track durchaus auch von Black Sabbath stammen können. Doch er ist kaum mehr als eine Fußnote, folgt auf ihn doch das beste Stück in Deep Purples Schaffen. Mit "Child In Time" bewiesen die beteiligten Musiker ihr ganzes Können. Von leise zu laut zu leise zu laut, ohne Brüche, ohne zusammengesetzt zu wirken. Dabei entstand die Idee eher nebenbei. Während Lord "Bombay Calling" von "It's A Beautiful Day" vor sich hin dudelte, improvisierte Gillan einen Text über den Untergang der Menschheit und Kugeln, die durch die Luft schwirren. Zunächst zärtlich verträumt, dann seine Todesangst aus der Seele kreischend. Der Rest der Band musste nichts weiter tun, als zehn Minuten lang mitzuhalten. Selbstverständlich schüttelte sich Blackmore ein Mördersolo aus dem Ärmel und baute eine Passage ein, in der er sich mit Gillan bei späteren Konzerten duellieren konnte. Lange Zeit der Höhepunkt eines jeden DP-Gigs. Eine epische erste LP-Seite, der eine eher durchschnittliche zweite folgt. "Flight Of The Rat" bietet ein Riff, das selbst einem Minimalisten wie Malcolm Young zu simpel gewesen wäre. Anlass für die Instrumentalisten, sich um so mehr auszutoben, samt langer Soli von Blackmore und Lord. Auch Schlagzeuger Paice darf sich zum Schluss einbringen. Zwar erreicht er nicht die Genialität von Led Zeppelins John Bonham, doch erwies er sich stets als Fels in der Brandung. Nicht zuletzt, weil er das einzige Mitglied ist, das bei allen Bandbesetzungen an Bord blieb. Das stellenweise wieder an Black Sabbath erinnernde "Into The Fire" war lange fester Bestandteil der Livesetlist, "Living Wreck" und "Hard Lovin' Man" bieten zum Abschluss wieder schnelleren Rock'n'Roll. Ganz zum Schluss wandert Blackmores Gitarre schwindelerregend von einem Lautsprecher zum anderen und wieder zurück. Trotz allem ein Bombenalbum. Mit einem Makel versehen, zumindest aus Sicht der damaligen Label-Verantwortlichen: Es fehlte die berüchtigte Single. Rasch nahmen Deep Purple noch "Black Night" auf, das es nicht mehr auf die LP schaffte, dafür aber auf Platz zwei der britischen Charts, in denen sie bislang keinen Stich gemacht hatten. Nach einer Mammut-Tour waren sie dann tatsächlich eine der weltweit angesagtesten Bands. Ihr bekanntestes Stück lieferten sie 1972 mit "Smoke On The Water" auf dem Album "Machine Head" ab, doch so aus einem Guss und so spielfreudig hat die Band nie mehr geklungen. Der vierte Schuss hatte gesessen. Wait for the ricochet. © Laut
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Rock - Erschienen am 25. Oktober 2010 | Parlophone UK

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 19. Juni 1995 | Parlophone UK

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Metal - Erschienen am 7. August 2020 | earMUSIC

Hi-Res
Bei dem 2013 erschienenen Album Now What?! dachte man bereits, es sei vielleicht das letzte Album von Deep Purple. Die englische Band demonstrierte auf diesem Album ihren prachtvollen Hard Rock mit ausschweifenden Gitarrenflügen und opulenten Klängen der Hammondorgel. Mit inFinite im Jahr 2017 präsentierten Deep Purple eines ihrer üppigsten Alben in einer progressiveren Atmosphäre, ohne dabei jedoch ihre Liebe zum guten alten Hard Rock zu verleugnen. Dann, wie ein frischer Wind in der prallen Sommersonne, taucht Whoosh! auf, fast so als hätten selbst Deep Purple es nicht kommen sehen. Viel direkter und im Moment verankert, mit einer weniger hochtrabenden Inszenierung, zeigt uns Whoosh! die rauere Seite von Deep Purple. Don Aireys Keyboards unterstützen einen unaufhaltsamen Rhythmus wie zum Beispiel bei Drop the Weapon, fast schon im Stile eines Rock, den man sonst nur im Pub hört. Steve Morse setzt wie immer solistische und rhythmische Mittel ein, vor denen wir uns verneigen (No Need to Shout), während Ian Gillan bei mehreren Gelegenheiten (z. B. in Remission Possible) und in dem gleichnamigen Song die Stärken und Schwächen davon, ein Man Alive zu sein, besingt, als wolle er uns ein gut gehütetes Geheimnis verraten. Als ein Wink in die Vergangenheit covert die Band ihr eigenes Stück And the Address von ihrem allerersten Album. Nüchternheit, Klasse und Effizienz auch  bei Dancing in My Sleep - Symbol für Meisterhaftigkeit und Spaß. Whoosh! geht schließlich so zu Ende, wie es begonnen hat, nämlich ohne Vorwarnung. Die unauslöschliche Spur, die es hinterlässt, ist unendlich. Eine Frage bleibt jedoch offen: Now what?! © Maxime Archambaud/Qobuz
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Metal - Erschienen am 25. März 1972 | Parlophone Catalogue

Led Zeppelin's fourth album, Black Sabbath's Paranoid, and Deep Purple's Machine Head have stood the test of time as the Holy Trinity of English hard rock and heavy metal, serving as the fundamental blueprints followed by virtually every heavy rock & roll band since the early '70s. And, though it is probably the least celebrated of the three, Machine Head contains the "mother of all guitar riffs" -- and one of the first learned by every beginning guitarist -- in "Smoke on the Water." Inspired by real-life events in Montreux, Switzerland, where Deep Purple were recording the album when the Montreux Casino was burned to the ground during a Frank Zappa concert, neither the song, nor its timeless riff, should need any further description. However, Machine Head was anything but a one-trick pony, introducing the bona fide classic opener "Highway Star," which epitomized all of Deep Purple's intensity and versatility while featuring perhaps the greatest soloing duel ever between guitarist Ritchie Blackmore and organist Jon Lord. Also in top form was singer Ian Gillan, who crooned and exploded with amazing power and range throughout to establish himself once and for all as one of the finest voices of his generation, bar none. Yes, the plodding shuffle of "Maybe I'm a Leo" shows some signs of age, but punchy singles "Pictures of Home" and "Never Before" remain as vital as ever, displaying Purple at their melodic best. And finally, the spectacular "Space Truckin'" drove Machine Head home with yet another tremendous Blackmore riff, providing a fitting conclusion to one of the essential hard rock albums of all time. © Eduardo Rivadavia /TiVo
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Metal - Erschienen am 10. August 1987 | Rhino

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2014 | EMI Music Switzerland AG

Hi-Res
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2009 | Parlophone Catalogue

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Rock - Erschienen am 1. Dezember 1972 | EMI Music Switzerland AG

Hi-Res
Nicht nur, dassn sie es ausgezeichnet im Studio konnten, sie konnten auch ein Hornissennest auf der Bühne hervorrufen. Dieses Doppelalbum-Set (eine CD), das in Japan aufgezeichnet wurde, enthält die moisten ihrer besten Stücke ("Highway Star", "Smoke on the Water") und bringt den Metal-Umschlag noch weiter. Ritchie Blackmore befindet sich durchweg in Bestform. © Tom Graves /TiVo
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Rock - Erschienen am 16. September 1984 | Island Def Jam

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Metal - Erschienen am 1. Januar 2004 | Parlophone Catalogue

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Metal - Erschienen am 7. April 2017 | earMUSIC

Hi-Res
Bei einer Rezension über meine Hardrock-Helden Deep Purple kann ich unmöglich journalistisch sachlich, souverän und distanziert bleiben. Immerhin hat mich diese überlebensgroß in den Mount Rushmore gemeißelte Signature-Band (siehe das Cover von "In Rock") zusammen mit Black Sabbath, Uriah Heep oder Led Zeppelin zum unverbesserlichen Rock-Fan gemacht und mich den größten Teil meines Lebens begleitet. Bis zum heutigen Tag, selbstverständlich. Mittlerweile sind etwa fünfzig Jahre vergangen, in denen auch diese große Band viele Wechsel, Veränderungen, Stationen durchlaufen hat. Vom naturgemäßen biologischen Alterungsprozess brauchen wir gar nicht zu reden. Der endgültige Weggang des schon immer schwierigen Über-Gitarristen Ritchie Blackmore hin zu seiner von Elfen betanzten Märchen-Spielwiese Blackmore's Night bedeutete sicher eine tiefe Zäsur. Das Dahinscheiden des zauberhaften Menschen und höchst kreativen Keyboarders und Klassik-Fans Jon Lord schien für Deep Purple aber noch viel schwerer zu wiegen. "Now What?!", das im Jahr 2013 auf Vinyl verewigte Requiem für den ehrenwerten Verblichenen, gilt vielen Fans dann auch als durchaus würdiger, immer wieder von Zartheit und Nachdenklichkeit geprägter Schlusspunkt für das ehemalige Rock-Monster. Aber so schnell geben die alten Recken nicht auf. Das nächste Werk der Veteranen entpuppt sich als nicht von schlechten Eltern. Als erstes fällt das hellblaue, eisig kalte Artwork auf, dann die darauf detailreich ausgetüftelte Bekleidung und Inszenierung der ganzen Band im Stil alter Polarforscher wie Robert Scott oder Roald Amundsen. Das wirkt lustig und doch auch distanziert, als ob die alten Herren mit einer guten Portion Selbstironie einen gewissen Grad von Entrücktheit illustrieren wollten, auf den sie als lebende Legenden unweigerlich zusteuern. Zumindest ich bin von dieser Covergestaltung ein bisschen befremdet und irritiert, als liege ein kalter Hauch von Abschied in der Luft. Mit dem geradezu sakral eingeleiteten, apokalyptische Stimmung verbreitenden "Time For Bedlam" gelingt ein Start nach Maß. Neben der kryptischen Lyrik faszinieren wabernde Keyboard-Eruptionen, die Gitarre von Steve Morse trifft in diesem Stück den Sound von Ritchie Blackmore wirklich haargenau. Nach diesem bedrohlichen, teils technisch-kalten Monstrum von einem Song wirkt "Hip Boots" mit seiner ersten Textzeile, "You can bury me up to my knees in shit ...", fast schon als Stimmungs-Aufheller: rein musikalisch ein straighter Rocker, der auch gut auf ein Album wie "Who Do We Think We Are" gepasst hätte. Die sachte beginnende Single-Auskopplung "All I Got Is You" lebt vom vielfältig wirbelnden Schlagzeug von Drummer-As Ian Paice, von den wunderbaren Gesangslinien von Sänger Ian Gillan und einer unwahrscheinlichen Dynamik, die das Stück von Minute zu Minute immer drängender und dräuender macht, bis hin zu einem radikalen, kurz angebundenen Schluss. Fast übergangslos startet der bluesig angehauchte Midtempo-Rocker "One Night In Vegas", der klimperndes Piano über mächtige Hammond Orgel-Salven legt und zum ebenso kraftvollen Slow-Track "Get Me Outta Here" führt, in dem Keyboarder Don Airey den Klangfarben von John Lord verdammt nahe kommt. Steve Morse setzt eindrucksvolle Gitarren-Attacken dagegen. Das alles ist schon grandios genug, aber das folgende "The Surprising" muss man geradezu als Meisterstück betrachten. Synthesizer, Mellotron und perlende Gitarrenklänge führen zu einer zuckersüßen Gesangsmelodie in romantischer Stimmung und plötzlich zu Heavy Flamenco-Ausbrüchen voller Leidenschaft, dazu in versonnene Klavier-Einschübe, bis ein krachendes Ende folgt. Schon bis dahin ist diese Platte eine faszinierende Reise durch den souveränen Deep Purple-Kosmos. Das ändert sich auch mit den drei folgenden Klasse-Songs "Johnny's Band", "On Top Of The World" und dem traumhaft-träumerischen "Birds Of Prey" nicht, das mit schwelgerischer Gitarre (leider) ausgeblendet wird. Großartig! Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Warum die alten Herren als Rausschmeißer den sattsam bekannten "Roadhouse Blues" von den Doors covern, ist schwer zu erklären. Der kommt so wenig innovativ und geradezu leicht senil rüber, dass man gut darauf verzichten könnte. Völlig unklar, wo da Bezug oder Anknüpfungspunkt liegen: ein Rätsel. Trotzdem: Sollte dies die allerletzte Platte von Deep Purple sein, sie wäre ein glänzender Abgang. Diese Kombination von alten Tugenden mit einer gewissen neuzeitlichen Härte und einem Hauch ungreifbarer Schwermut: sehr beeindruckend. Bei all der Ideenvielfalt und kompositorischen Frische auf diesem Album fällt es aber schwer, an einen endgültigen Schlussstrich der Großmeister des Hardrock zu glauben. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2014 | EMI Music Switzerland AG

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Rock - Erschienen am 1. Mai 2015 | Parlophone UK

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Metal - Erschienen am 1. Januar 2010 | Parlophone Catalogue

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Metal - Erschienen am 17. November 2017 | earMUSIC

Hi-Res
Bei einer Rezension über meine Hardrock-Helden Deep Purple kann ich unmöglich journalistisch sachlich, souverän und distanziert bleiben. Immerhin hat mich diese überlebensgroß in den Mount Rushmore gemeißelte Signature-Band (siehe das Cover von "In Rock") zusammen mit Black Sabbath, Uriah Heep oder Led Zeppelin zum unverbesserlichen Rock-Fan gemacht und mich den größten Teil meines Lebens begleitet. Bis zum heutigen Tag, selbstverständlich. Mittlerweile sind etwa fünfzig Jahre vergangen, in denen auch diese große Band viele Wechsel, Veränderungen, Stationen durchlaufen hat. Vom naturgemäßen biologischen Alterungsprozess brauchen wir gar nicht zu reden. Der endgültige Weggang des schon immer schwierigen Über-Gitarristen Ritchie Blackmore hin zu seiner von Elfen betanzten Märchen-Spielwiese Blackmore's Night bedeutete sicher eine tiefe Zäsur. Das Dahinscheiden des zauberhaften Menschen und höchst kreativen Keyboarders und Klassik-Fans Jon Lord schien für Deep Purple aber noch viel schwerer zu wiegen. "Now What?!", das im Jahr 2013 auf Vinyl verewigte Requiem für den ehrenwerten Verblichenen, gilt vielen Fans dann auch als durchaus würdiger, immer wieder von Zartheit und Nachdenklichkeit geprägter Schlusspunkt für das ehemalige Rock-Monster. Aber so schnell geben die alten Recken nicht auf. Das nächste Werk der Veteranen entpuppt sich als nicht von schlechten Eltern. Als erstes fällt das hellblaue, eisig kalte Artwork auf, dann die darauf detailreich ausgetüftelte Bekleidung und Inszenierung der ganzen Band im Stil alter Polarforscher wie Robert Scott oder Roald Amundsen. Das wirkt lustig und doch auch distanziert, als ob die alten Herren mit einer guten Portion Selbstironie einen gewissen Grad von Entrücktheit illustrieren wollten, auf den sie als lebende Legenden unweigerlich zusteuern. Zumindest ich bin von dieser Covergestaltung ein bisschen befremdet und irritiert, als liege ein kalter Hauch von Abschied in der Luft. Mit dem geradezu sakral eingeleiteten, apokalyptische Stimmung verbreitenden "Time For Bedlam" gelingt ein Start nach Maß. Neben der kryptischen Lyrik faszinieren wabernde Keyboard-Eruptionen, die Gitarre von Steve Morse trifft in diesem Stück den Sound von Ritchie Blackmore wirklich haargenau. Nach diesem bedrohlichen, teils technisch-kalten Monstrum von einem Song wirkt "Hip Boots" mit seiner ersten Textzeile, "You can bury me up to my knees in shit ...", fast schon als Stimmungs-Aufheller: rein musikalisch ein straighter Rocker, der auch gut auf ein Album wie "Who Do We Think We Are" gepasst hätte. Die sachte beginnende Single-Auskopplung "All I Got Is You" lebt vom vielfältig wirbelnden Schlagzeug von Drummer-As Ian Paice, von den wunderbaren Gesangslinien von Sänger Ian Gillan und einer unwahrscheinlichen Dynamik, die das Stück von Minute zu Minute immer drängender und dräuender macht, bis hin zu einem radikalen, kurz angebundenen Schluss. Fast übergangslos startet der bluesig angehauchte Midtempo-Rocker "One Night In Vegas", der klimperndes Piano über mächtige Hammond Orgel-Salven legt und zum ebenso kraftvollen Slow-Track "Get Me Outta Here" führt, in dem Keyboarder Don Airey den Klangfarben von John Lord verdammt nahe kommt. Steve Morse setzt eindrucksvolle Gitarren-Attacken dagegen. Das alles ist schon grandios genug, aber das folgende "The Surprising" muss man geradezu als Meisterstück betrachten. Synthesizer, Mellotron und perlende Gitarrenklänge führen zu einer zuckersüßen Gesangsmelodie in romantischer Stimmung und plötzlich zu Heavy Flamenco-Ausbrüchen voller Leidenschaft, dazu in versonnene Klavier-Einschübe, bis ein krachendes Ende folgt. Schon bis dahin ist diese Platte eine faszinierende Reise durch den souveränen Deep Purple-Kosmos. Das ändert sich auch mit den drei folgenden Klasse-Songs "Johnny's Band", "On Top Of The World" und dem traumhaft-träumerischen "Birds Of Prey" nicht, das mit schwelgerischer Gitarre (leider) ausgeblendet wird. Großartig! Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Warum die alten Herren als Rausschmeißer den sattsam bekannten "Roadhouse Blues" von den Doors covern, ist schwer zu erklären. Der kommt so wenig innovativ und geradezu leicht senil rüber, dass man gut darauf verzichten könnte. Völlig unklar, wo da Bezug oder Anknüpfungspunkt liegen: ein Rätsel. Trotzdem: Sollte dies die allerletzte Platte von Deep Purple sein, sie wäre ein glänzender Abgang. Diese Kombination von alten Tugenden mit einer gewissen neuzeitlichen Härte und einem Hauch ungreifbarer Schwermut: sehr beeindruckend. Bei all der Ideenvielfalt und kompositorischen Frische auf diesem Album fällt es aber schwer, an einen endgültigen Schlussstrich der Großmeister des Hardrock zu glauben. © Laut
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HI-RES28,78 Fr.
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Rock - Erschienen am 6. Dezember 2019 | earMUSIC

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Rock - Erschienen am 28. September 1998 | Parlophone UK

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Rock - Erschienen am 23. Juli 1990 | Parlophone UK

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Rock - Erschienen am 1. Mai 2015 | Parlophone UK

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Deep Purple im Magazin
  • Deep Puple is alive!
    Deep Puple is alive! Mit "Whoosh!" erinnern uns die Päpste des Hard Rock, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.