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David Bowie


Einzigartig und genial - David Bowie hat niemals aufgehört, sich neu zu erfinden und dabei eine faszinierende Diskographie hervorgebracht. Ein einzigartiger Fall in der Geschichte des Rock. David Bowie war keine „Rocklegende“ im klassischen Sinne. Er durchquerte die Jahrzehnte ebenso wie die verschiedenen Stile und Moden, was ihm den Status eines einzigartigen Chamäleons, eines unverwechselbaren Künstlers einbrachte, der sich immer wieder neu erfand und sich infrage stellte…sei es Glam-Rock, New Wave, Funk oder Soul, Disco oder Elektro - David Bowie machte sich alle Genres zu eigen. Von „Major Tom“ bis „Ziggy Stardust“, von „Aladdin Sane“ bis „Thin White Duke“ - er schuf sich und erfand sich immer wieder neu, verwandelte sich und stellte sich und seinen Körper zur Schau. Einen Körper, der jeden Winkel der Erde bereist hat, von London über Berlin bis nach New York. Ein geographischer, physischer, intellektueller, intensiver und faszinierender Weg, den David Bowie beschritten hat und der ihn zu einer Ikone der Welt der modernen Welt und zum Pionier des Pop machte. Eine Ikone, die mit einer gewissen Androgynität spielte.


Im Jahre 1972 jedoch, gibt es mit Ziggy Stardust, einen Wendepunkt. Der mythische Bowie präsentiert in seiner Vorreiterrolle mit diesem Konzeptalbum eine Flut von Glam-Rock-Gitarren und bis an die Spitze getriebene Überschwänglichkeit und Extreme. Ziggy schockt musikalisch und visuell und spiegelt damit die Zeit seines Erscheinens wider. Es gleicht einem Fieberwahn und auch das Androgyne findet sich in diesem elektronischen, sexuellen und höchst größenwahnsinnigem Rock’n’Roll wieder (Moonage Daydream). Ziggy Stardust, bietet vor allem umwerfende Kompositionen wie StarmanZiggy StardustRock’n’Roll Suicide oder auch Suffragette City, die einen Hauch Funk erahnen lassen.

Während Bowie mit Ziggy Stardust und Aladdin Sane (einem weiteren erfundenen Charakter dieser multiplen Persönlichkeit) voranschreitet, läutet er die Phase des Glam-Rock ein. Kratziges Gitarrenspiel von Ronson (The Jean Genie) geben den Takt an, werden dabei jedoch sanfteren Stücken und dem Klavier von Mike Garson konterkariert (Lady Grinning Soul und Aladdin Sane). Dieses große barocke und dekadente Werk David Bowies beherbergt wieder einmal mehr die verschiedensten Geschmacksrichtungen und andersartigste Kreaturen. In diesen 70er Jahren, jenem Jahrzehnt, in dem Disco und seine Artgenossen ihren Durchbruch erfahren sollten, konnte auch Bowie nicht an diesem Phänomen vorbeikommen. Mit Diamond Dogs im Jahre 1974 und vor allem  Young Americans im Folgejahr übernehmen der Funk und der Soul die Rolle die Hauptrolle, die zuvor der Rock innehatte. Aber der groovige Bowie wird schnell von einem viel kälteren, vergeistigten und experimentellen Bowie eingeholt.



Auch wenn er in allen Jahrzehnten in Erscheinung trat, waren es vor allem die 70er und 80er Jahre, in denen das Schaffen des am 8. Januar 1947 unter dem Namen David Jones in London geborenen Musikers, seinen Höhepunkt erreichte. Der junge Mann, der großer Fan von Literatur, von Jazz und Theater war, probierte sich schon früh musikalisch aus. Im Jahr 1971 gibt er sich mit dem Album Hunky Dory seinen bunt gemischten Ambitionen vollkommen hin und betont vor allem die Komplexität und Pluralität seines Stils: ein androgyner Look, skandalöse Attitüden, komplexe Arrangements, eine innige Verehrung der großen Ikonen jener Zeit (Warhol und Dylan werden oft erwähnt). Musikalisch ist es reich an erstaunlichen Melodien, einem Feuerwerk des Gitarrenspiels Mick Ronsons (Queen Bitch), einem omnipräsenten Klavier (Oh! You Pretty Things, Life On Mars?) und ausgefeilten Einlagen von Streichinstrumenten (Quicksand). Das Album Space Oddity, das zur selben Zeit erscheint, ist ein weiteres Meisterwerk und Dokument dieser Vielfalt und diesem sensationellen Karrierestarts.


Als Künstler, der stets bereit ist, sich neu zu finden, den Moden zu folgen (zumindest jenen, die er nicht selbst initiiert hat), und sich immer wieder neu zu hinterfragen, begibt er sich nach Berlin, wo alles in Bewegung ist. In Begleitung von Brian Eno (ehemals Roxy Music) konzipiert er seine berühmte Berliner Trilogie, die mit Low beginnt und auf die Heroes und Lodger  folgen. Auf diesem schönen Low beginnt alles mit einem eigenartigen Instrumental (Speed Of Light). Hier zeigt Bowie, dass er einen futuristischen Soul, eine dunkle und mysteriöse Symphonie und einen minimalistischen New Wave ebenso beherrscht wie einen verrenkten und kubischen Rock (Breaking Glass). Er interpretiert die Krautrock-Experimente der Gruppe Neu!, Can und Faust neu, spielte mit der Mensch-Maschine von Kraftwerk und blieb dabei ganz er selbst: ein genialer Lehrmeister, der seiner Zeit immer ein Stück voraus ist. 


Heroes, das auf den Schritt folgt, nimmt dieselbe Rezeptur auf, führt sie jedoch mit weniger Kälte aus. Die Musik, die er in der deutschen Hauptstadt aufnimmt, erinnert an die Sternstunden des Punk aus seinem heimatliche England. Wieder gemeinsam mit Eno und Fripp umfasst das Album elektronische Experimente (Neuköln) wie auch eingängige, erfolgsversprechenden Melodien (Heroes, The Beauty And The Beast, Joe The Lion). Heroes ist vor allem das Kultalbum, das den Beginn des New Wave und des Cold Wave markiert…


Nach dieser avantgardistischen Berliner Trilogie, kehrt sich der Brite von der der Kälte, jedoch nicht von der Verrücktheit seiner Experimente in allen Genres, mit dem Album Scary Monsters (And Super Creeps) , das 1980 erscheint, ab. Zwischen modernem Funk und neuinterpretiertem New Wave (Ashes To Ashes) schafft er hiermit einen neuen Regenbogen, der wieder einmal mit den Strömungen seiner Zeit einhergeht. Als eine perfekte Abgrenzung der 80er zu den 70er Jahren enthält dieses geniale Meisterwerk des Neo-Punk vor allem gewaltige Kompositionen, die sich als klassisch in der Grundidee, waghalsig in der Ausformung beschreiben lassen. Als Album eines Künstlers, der stets das Unerwartete sucht, nimmt Bowie einen Song von Tom Verlaine wieder auf, lädt Pete Townshed von The Who dazu ein, sich ein bisschen in Because You’re Young einzubringen und bietet bei der Hälfte seiner Titel dem Gitarristen Robert Fripp irre und nahezu unkontrollierbaren Gitarren-Sequenzen an. 

Drei Jahre nach diesem Scary Monsters taucht Bowie mit Körper und Seele in das Zeitalter von MTV ein und bringt einen seiner größten kommerziellen Erfolge hervor. Das von Nile Rodgers de Chic produzierte Let’s Dance, auf dem sogar der große texanische Gitarrist Stevie Ray Vaughan zu hören ist, vereint einige wahre Goldstücke wie die glamouröse Neuveröffentlichung von China Girl, das Bowie fünf Jahre zuvor mit Iggy Pop für The Idiot geschrieben hatte, oder auch das energetischen Modern Love gleich zu Beginn. Der „Thin White Duke“ säuselt wie nie zuvor und seine Single Let’s Dance hallt auf den Tanzflächen aller Welt wider… Wenn einige dem Genie Bowie auch vorwerfen mögen, sich einem leichten Soul Pop hinzugeben, besticht Let’s Dance durch Leichtigkeit und hat dabei eine gewisse Reife. Im folgenden Jahr kann das Album Tonight  mit seiner Single Blue Jean an diesen kommerziellen Erfolg anknüpfen.


Die 90er Jahre verlaufen für Bowie etwas ruhiger. Zwar ist er gierig nach neuen Experimenten, sich dabei jedoch bewusst, dass der Rap ebenso wie der Grunge das junge Publikum mehr anziehen als seine Musik. Er versucht sich daraufhin an einem elektronisch gefärbten Rock wie die Werke  Black Tie White Noise von 1992, Outside von 1995,  von 1997 und Hours...' von 1999 zeigen. Die Anekdoten lassen sich bis 2013 weitererzählen. Bis in 2013 schließlich ein Gerücht auftaucht, demzufolge Bowie sich an der Schwelle seines Lebens befinden soll. Zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht er The Next Day und schafft im Alter von 66 Jahren noch ein fulminantes Comeback: Er überrascht mit einem zeitgenössischem Werk, das dabei zutiefst "bowieesk" und reich an Gitarrenklängen ist und mehr an den Berliner Bowie (das Cover ist eine Überarbeitung von Heroes) erinnert als an den Bowie von Ziggy StardustScary Monsters oder Heathen und Reality. Vor allem bietet der Musiker eindrucksvolle Songs, die von dieser einzigartige Stimme, der die Jahre nichts anhaben konnten, getragen werden. Ein starkes Comeback.   



Kaum sind wir aus dem Staunen heraus, überrascht Bowie uns in diesem Jahr mit dem faszinierenden  seinem 25. Studioalbum, das an seinem 69. Geburtstag veröffentlicht wurde. Einmal mehr ist man geneigt zu sagen, dass Bowie mit einem experimentellen Werk verblüfft, das zutiefst kühn und vielschichtig ist (es erinnert hier und da an Station To Station). Eine schöne musikalische Sammlung, die mit brillanten New Yorker Jazz-Musikern (vor allem Maria Schneider und ihrem Orchester aber auch dem Gitarristen Ben Monder sowie dem Saxophonisten Donny McCaslin) kreiert wurde, ohne dabei den treuen Tony Visconti zu vergessen, der diesen schönen schwarzen Stern produzierte. 48 Stunden nach Erscheinen der Platte erschüttert die Nachricht seines Todes die Welt des Rock. Der Stern - der ist er nun selbst. Dort oben. Ewig und unsterblich. © MZ

 


 


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