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Angel Haze

2012 war das Jahr von Angel Haze. Wie aus dem Nichts erschien sie plötzlich auf der Bildfläche, eine zarte Person von 20 Jahren. Gar nicht zart ist allerdings, was aus ihrem Munde kommt, denn das ist richtig derber Rap, gepaart mit einem überraschenden Selbstverständnis als Künstlerin: "I will say to anyone's face I am the best out there right now." Geboren 1991 in Michigan als Raykeea Wilson, wächst Angel Haze zunächst in einem extrem religiösen Umfeld der apostolischen Kirche auf. Sie ist dort nicht nur mit Praktiken konfrontiert, die Haze selbst als geradezu kultisch bezeichnet, sondern auch mehrfach sexuellen Misshandlungen ausgesetzt, die sie später explizit in ihren Texten thematisieren wird. Haze ist unglücklich, beginnt zu schreiben. Als ihre Mutter schließlich aufgibt, sie für christliches Liedgut zu begeistern, stürzt sich die angehende Rapperin wie ausgehungert auf die populäre Musik. Sie zieht nach New York - eine Stadt, die sie Selbstbewusstsein lehrt und ihr ein Zuhause gibt, fernab von Gottesfurcht und Beichstuhl. Und die ihr einige Monate später zum musikalischen Durchbruch verhilft: "I run New York", proklamiert Angel Haze in ihrer ersten erfolgreichen Single "New York". Mit einem mörderischen Handclap-Beat, brutalen Reimen und einem scheinbar maßgeschneiderten Sample aus Gil Scott-Herons "NY Is Killing Me" wächst der Song umgehend zum Instant Classic: "New York" geht durch alle Szene-Blogs, Musikmagazine feiern die junge Musikerin. Im dazugehörigen Video streunt sie mit Gasmaske durch die Geburtsstadt des Hip Hop, mordet, vergewaltigt. Wer bei Angel Haze nach Stereotypen weiblicher MCs sucht, muss scheitern: "Bitches on my dick cause I'm severely intellectual / Bitches on my dick because I'm also way bisexual / Bitches on my dick cause I found out I don't give a fuck." Haze widersetzt sich den ungeschriebenen Regeln des Rapgame ganz bewusst: Ihre Sprache überschreitet die Geschlechtergrenzen, doch ihr Vorbild ist Nicki Minaj. Denn Sexualität ist absolut flexiblel. Sexiness kann, muss aber nicht. Und vor allem scheißt Haze auf falsche Ehrfurcht vor renommierten Kollegen. Auf ihrer zweiten, kostenlosen EP "Classick" (2012) reinterpretiert sie Hits von Eminem über Erykah Badu bis Jay-Z. Bereits einige Monate zuvor erscheint "Reservation" (inklusive "New York"), ebenfalls zum freien Download. Schon diese erste Veröffentlichung erhält positive bis euphorische Kritiken: Haze überzeugt durch ihre Vielseitigkeit zwischen Doubletime und 90s-R'n'B. Bald bekunden diverse Plattenfirmen ihr Interesse: Im August 2012 unterschreibt Angel Haze bei Island Records/Universal. Der britische Sender BBC listet die US-Neuentdeckung schießlich auf Platz 3 des "Sound of 2013" - quasi eine Hype-Garantie. Und Angel Haze beginnt das Jahr pünktlich mit einer fetten Portion medialer Aufmerksamkeit in Form von Beef mit Konkurrentin Azealia Banks. Alles nur PR? Zweifel daran, dass sie selbst am Ende den Thron besteigen wird, hat die Rapperin jedenfalls nicht: "Bevor man von dir spricht, wirst du eben erst mal verglichen. Aber es kommt die Zeit, da wird man von dir sprechen und andere Leute mit dir vergleichen und dann wird es heißen: 'Oh, sie ist nur eine Angel Haze-Kopie'".
© Laut
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