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1 Album sortiert nach Am meisten ausgezeichnet und gefiltert nach 5 de Diapason
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Duette - Erschienen am 6. Juli 2018 | CPO

Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Sicher kann man sich beim Anhören der Dritten und letzten Sonate für Cello und Klavier von Friedrich Gernsheim kaum vorstellen, dass sie 1914 geschrieben wurde. Wir sollten nicht vergessen, dass Gernsheim 1839 geboren wurde, kurz nach Saint-Saëns und Bizet, im selben Jahr wie Mussorgski, und dass sein langes Leben erst 1916 endete. Wie Saint-Saëns hat er nicht versucht, sich mit den neuesten Revolutionen, die Debussy und Strawinsky herbeigeführt hatten, vertraut zu machen – wir wagen nicht, Schönberg zu erwähnen, der damals schon Pierrot Lunaire geschrieben hatte! Er zog es vor, den von Brahms geerbten Weg fortzusetzen. Ganz selten kann man hier und da Anklänge an den frühen Mahler hören. Der Zuhörer wird es verstanden haben: Dies ist keine Avantgarde, sondern eine schöne, gepflegte, lyrische, harmonische, manchmal sehr wütende Schreibweise – wir sind hier immerhin am Ende der Spätromantik, insbesondere mit dieser Dritten Sonate, und auch mit der Zweiten Sonate von 1906. Der Cellist Alexander Hulshoff, am Klavier begleitet von Oliver Triendl, gibt diese Raritäten mit einer durchaus kommunikativen Begeisterung und Überzeugung wieder. Wir können hier auch ein schönes einzelnes Werk entdecken, das jüdisch inspirierte Elohenu - ebenso jüdisch übrigens wie Kol Nidrei von Bruch, ebenfalls für Cello. Dabei war Bruch der Sohn eines protestantischen Pastors! Gernsheim stammte von jüdischen Vorfahren ab - in einer Zeit, wo dieses Argument keine Rolle spielte: Man war ein guter Musiker oder nicht, Punktum. Elohenu wurde ein Jahr nach Kol Nidrei, 1881, komponiert, und war als freundschaftliche Antwort an einen geschätzten Kollegen gedacht. © SM/Qobuz