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Artemis, Amazonen des Jazz

Von Marc Zisman |

Qobuzissime für dieses wunderbare erste Album des Jazzseptetts, das mit Renee Rosnes, Cécile McLorin Salvant, Anat Cohen, Melissa Aldana, Ingrid Jensen, Noriko Ueda und Allison Miller zu 100% weibliche Power vereint!

Supergroups sind manchmal super vermarktet und super uninteressant. Das genaue Gegenteil trifft auf Artemis' erstes Album zu, das bei Blue Note erscheint. Hinter dem Namen der Göttin der Wildnis, der Jagd und der Geburt stehen sieben Musikerinnen, die sich aus der ganzen Welt zusammengerufen haben. Sie alle sind wahre Größen des zeitgenössischen Jazz. An der Spitze dieser Mehrgenerationen-Besetzung hat die kanadische Pianistin und musikalische Leiterin des Projekts von Renee Rosnes die israelische Klarinettistin Anat Cohen, die chilenische Tenorsaxophonistin Melissa Aldana, die kanadische Trompeterin Ingrid Jensen, die japanische Kontrabassistin Noriko Ueda, die amerikanische Schlagzeugerin Allison Miller und, auf zwei Stücken, die französisch-amerikanische Sängerin Cécile McLorin Salvant vereint.



"Jedes Mitglied von Artemis ist einzigartig, und genau das ist es, was eine Band braucht: Vielseitigkeit", sagt Cohen. "Es sind die Persönlichkeiten, die das Leben interessant und die Musik faszinierend machen. "Die Identität der Band kristallisierte sich auf ganz natürliche Weise heraus. Denn Artemis bringt sieben Führungspersönlichkeiten zusammen, von denen jede ihre eigene Vision und Perspektive hat, die aber im gesamten Album mit einem einheitlichen Konzept zusammenspielen. Für Jensen, die sich den Namen des Septetts ausdachte, "ist die Figur der griechischen Göttin Artemis bezeichnend für die Energien und das breite Spektrum musikalischer Harmonien, die unsere Gruppe auf die Bühne bringt." Dies ist der Erfolg eines Albums, das sich auf die natürliche Vereinigung konzentriert.



Das Album ist voller Reliefs mit zumeist Eigenkompositionen und enthält auch eklektische Cover von The Fool on the Hill von den Beatles, dem vergessenen 40er-Jahre-Hit Cry, Buttercup, Cry, der durch Maxine Sullivan bekannt geworden ist, Lee Morgans The Sidewinder Standard und Stevie Wonders If It's Magic. Die Arrangements von Renee Rosnes, eine wahre Expertin auf diesem Gebiet, sind dazu da, jede Stimme zusammenzuschweißen. Keine dieser sieben Amazonen stellt dabei die der anderen in den Schatten. Und auch wenn der Wille, eine ausschließlich weibliche Band zu gründen, eine starke Botschaft auf einem von Männern dominierten Jazz-Planeten ist, genießen wir die Schönheit und die Intelligenz dieses Albums, ohne besonders über das Geschlecht des Komponisten nachzudenken.



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