Qobuzissime für den D/A-Wandler iFi Audio xDSD!

Die Klangleistungen des iFi Audio xDSD scheinen noch besser zu sein, als die seines Vorgängers...

Von Philippe Daussin | Auf dem Prüfstand | 7. April 2019
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Qobuz

Als Produkt der tragbaren DAUs des englischen Herstellers iFi Audio sieht der xDSD ganz anders aus als der seiner Vorgänger und ist für diejenigen, die etwas darauf halten sicherlich bedeutend attraktiver. Aber auch wenn dieser DAU eine kleine Verjüngungskur durchgemacht zu haben scheint, hat er die exzellenten musikalischen Gene seiner Vorfahren behalten und scheint sie sogar verbessert zu haben, was für uns ein Qobuzissime wert ist.

Nur wenige Errungenschaften der englischen Hi-Fi-Audio-Marke konnten uns bisher überzeugen. Das Modell micro iDSD Black Label Edition, einer Black-Box-Version in der Basisversion mit audiophileren passiven Komponenten, und der nano iDSD Black Label sowie dem nano iOne führten eine neue Ästhetik für die mobilen Geräte der Marke ein, ohne dass dies die Dinge großartig veränderte.

Dies gilt keineswegs für den neuesten tragbaren DAU des Herstellers, den xDSD, der Gegenstand dieses Prüfstandes ist und auf den ersten Blick als Teil der iFi Audio-Familie angesehen werden kann, weil seine Ästhetik mit einem gewissen Erfolg neu gestaltet wurde. Was die Technik und die Klangergebnisse anbelangt, so ist es reiner iFi-Audio-Saft, und vielleicht sogar noch besser als das...


Präsentation

Dies ist, nach dem nano iOne, die zweite Phase der Veränderung des Erscheinungsbilds bei iFi Audio, da das xDSD seinerseits eine Ästhetik annimmt, die radikal mit der von früheren mobilen Geräten bricht.

Das Gehäuse, dessen Ober- und Unterseite ein „Wellblech“-Profil (so der Ausdruck) annehmen, besteht mit Ausnahme eines für Bluetooth-Signale aus Kunststoff gehaltenen Rückseitenbereichs, aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung mit einer brillanten titanfarbenen Metalloptik. Es ist ein sehr moderner Look. Dieses Gerät will bei guten Lichtverhältnissen vor unserer Kamera wie ein Star posieren.


Auf der linken Seite der Vorderseite befindet sich der 3,5-mm-Klinkenstecker für Kopfhörer, die mit einem dreipoligen Standard-Klinkenstecker ausgestattet sind, wie auch für solche mit vier Polen für einige symmetrisch arbeitende Kopfhörer, und weiterhin zwei kleine mehrfarbige LEDs, wobei die obere mit ihrem Farbton die Abtastfrequenz anzeigt, und die untere den eingeschalteten Zustand anzeigt.

Der Lautstärkeregler, der in der Mitte positioniert ist, weist einen lichtdurchlässigen Bereich auf, der das Logo der Marke zeigt und dessen Hintergrundfarbe den aktuell eingestellten Lautstärkebereich angibt. Es ist auch möglich, durch eine Tastenkombination die Lautstärke auf das Maximum zu stellen und alle Korrekturen zu deaktivieren, sodass das xDSD quasi als DAU Quelle funktioniert, bei dem sich der Kopfhörerausgang dann praktisch als Line-Ausgang verhält (Line-Ausgabemodus).

Auf der Rückseite des Gehäuses, beginnend von links, ermöglicht ein kombinierter analog-optischer 3,5-mm-Klinkenstecker den Anschluss einer analogen oder digitalen Quelle über ein Kabel, das mit einem optischen Klinkenstecker ausgestattet ist, wobei die analoge oder optische Erkennung automatisch erfolgt.


Der USB-Eingang ist ein Stecker vom Typ A, wodurch dieser DAU xDSD über ein OTG-Kabel direkt mit einem Smartphone oder Tablet unter Android oder dem Apple Camera Kit mit einem iPhone oder iPad verwendet werden kann. Der Hersteller bietet auch ein Adapter USB A-Stecker/USB B-Buchse für die Verwendung mit einem Standardkabel mit einem USB B-Stecker sowie einen Verlängerungsstecker mit USB A-Buchse Version 3 an, der für den Anschluss des xDSD an einen Computer verwendet werden kann, ebenso wie (mit OTG-Schnittstelle) an das Apple Camera Kit.

Ein kleiner Schiebeschalter ermöglicht es, zwischen zwei Filtern zu wählen, von denen einer die Abtastrate und der andere die Kopfhörer anpasst, während der micro USB-Anschluss zum Aufladen der bordeigenen Batterie verwendet wird, während eine mehrfarbige LED, den Ladezustand anzeigt.

Ausführung

Einmal ist kein Mal und dieses Mal verwenden wir die sehr schönen Bilder des Herstellers für die Beschreibung der wichtigsten elektronischen Komponenten des DAU iFi Audio xDSD.

Wie es bei diesem Hersteller gang und gäbe ist, wird die Elektronik mit großer Sorgfalt hergestellt und der doppelseitige Schaltkreis erhält systematisch einen schönen roten Lack mit einem gut lesbaren weißen Siebdruck für die Bauteile, und die Beschriftungen, wie Marke und Referenz des Gerätes, sind ebenso wie die Lötspuren und Bereiche (auf der Seite mit der geringsten Anzahl von Bauteilen) in Kupfer graviert und vergoldet.

Wir können auf dem Bild unten, der Unterseite, den Großteil des Ensembles von hoch integrierten Komponenten sehen, die dort versammelt sind. Es ist dank der sehr guten Qualität des vom Hersteller aufgenommenen Fotos wirklich nicht schwer, sie zu identifizieren.

Hier bereits der USB-Prozessor, ein XMOS 8U6C5, der den I2S-Bus aus dem USB-Stream eines Computers, Smartphones oder Tablets extrahiert. Darüber, etwas weiter links, befindet sich der Microcontroller für die Elektronikverwaltung, ein Modell der Marke STC.


Die mit 8V51N107 gekennzeichnete Schaltung ist die herstellereigene GMT Femto-Präzisionsuhr, die von den High-End-ARM-Markenprodukten abgeleitet ist, wobei die Schaltungen U2002 bis U204 die richtige Frequenz auf dem Wandlungschip entsprechend der Abtastfrequenz der digitalen Signale weiterleiten, da die Signale von der S/PDIF-Buchse auch vom XMOS-Prozessor verwaltet werden, ebenso wie die analogen Signale von dieser Buchse, in die ein Digital-Analogwandler integriert ist.

Die aptX Bluetooth-Karte liefert analoge Signale, die über einen analogen Schalter HT4053 (U403) an die von iFi Audio entwickelte Lautstärkeregelung W990VST (U401) weitergeleitet werden. Wenn Sie sich im USB-Modus befinden oder den analogen oder optischen Eingang verwenden, sind es die dekodierten Signale des Digital-Analog-Wandlers Modell DSD1793 von Bur-Brown Japan (PCM-kompatibel bis zu 32 Bit bei 768 kHz und DSD512), die wir schon immer in mobilen iFi-Audio-DAUs gesehen haben, die vom HT4053 zum Lautstärkeregler geleitet werden.


Auf der linken Seite des DSD1793 befinden sich zwei 74HCT595-Schaltkreise, Schieberegister, die die LEDs auf der Frontplatte und die Hintergrundbeleuchtung des Lautstärkereglers entsprechend den vom STC-Mikrocontroller erhaltenen Daten steuern.

Die mit dem Dämpfungsglied W990VST gemessenen Signale werden von einem speziell für iFi Audio entwickelten vierfach rauscharmen Operationsverstärker OV4627 (U400) spannungsverstärkt um dann zwei Doppelpuffern (Spannungsverstärkung von 1 und hohe Stromverstärkung) Maxim MAX9723 zugeordnet und dann mit vier Kontakten zur Ausgangsbuchse geleitet zu werden. Dies kann entsprechend einen Kopfhörer mit einer Standard-Dreikontakt-Klinkenbuchse mit gemeinsamer Rückmeldung der Signale über das Erdkabel sowie einen symmetrischen Kopfhörer mit einer Vierkontaktstecker-Klinkenbuchse versorgen, wobei die beiden Wandler separat versorgt werden.


Die Erkennung der Kopfhörerart erfolgt automatisch, und dies geschieht wahrscheinlich durch die HT4053-Schaltung (U501, Analogschalter), die die Signale entsprechend weiterleitet.

Auf der anderen Seite der Schaltung befinden sich eine große Anzahl von hochwertigen passiven Komponenten sowie Oszillatoren für den USB-Prozessor (X1) und die Präzisionsuhr Femto Clock (Y200). Der Batteriestecker befindet sich in der Nähe der micro USB-Buchse, die dank der integrierten Schaltung des Cyber Drive Lademanagers (U901) auf der anderen Seite neben dem Bluetooth-Empfänger nur zum Laden verwendet wird.


Identifizierung und Erläuterung der wichtigsten Elemente auf der Unterseite
Identifizierung und Erläuterung der wichtigsten Elemente auf der Oberseite
(grafisch bearbeitete Bilder von iFi Audio)

Höreindruck

Mit unseren OPPO PM-3 Kopfhörern gehört, ist das das Allegro con fuoco von Tschaikowskys Manfred-Sinfonie des Melbourne Symphony Orchestra unter der Leitung von Oleg Caetani ein ausbrechender Vulkan und der Verstärker des xDSD ist stark genug, um einen Schalldruck zu erreichen, der - ohne den Ohren dabei unangenehm zu sein - das dynamische Potenzial sowohl des Stücks als auch des Geräts uneingeschränkt offenbaren. Sagen wir, wie es ist: Ein Vergnügen! Dazu kommt natürlich eine lebendige und reaktive Qualität der Wiedergabe, die eine große Bandbreite von den tiefsten bis zu den höchsten Klängen ohne partielle Bevorzugung bietet und daher unsere Zustimmung erhält.

Mit unserem Referenzsystem, bestehend aus einem Lautsprecherpaar Triangle Antal Anniversary und einem Verstärker Sony UDA-1 und nach der Probe des DAU xDSD als Quelle (Line-Ausgabemodus), die es uns erlaubt, allein die Dekodierung einzuschätzen, haben wir Carl Orffs Kantate Carmina Burana vom London Philharmonic Choir und dem London Philharmonic Orchestra unter Hans Graf abgespielt (Hi-Res 24-Bit-Version bei 44,1 kHz).

Und hier waren wir tatsächlich ein wenig erstaunt über das Gefühl der Leichtigkeit und Natürlichkeit der Wiedergabe, über die Übergänge zwischen den Stimmgruppen, über die Klangdetailliertheit und Definition, die es ermöglichen, kleinste melodische Linien, ob orchestral, choral oder durch die Intervention eines Solisten, die Aufmerksamkeit des Ohres auf sich zu ziehen und zu fesseln und wie beim Konzert abzuschalten, was bei der Audioelektronik nicht sehr oft der Fall ist. IFi Audio macht deutlich, dass im Line-Ausgangsmodus die Soundeffekte, die beim Hören der Kopfhörer zur Verfügung stehen, deaktiviert sind, während der Lautstärkeregler umgangen wird und die Ausgangsstufe speziell konfiguriert ist, um die besten Ergebnisse am Line-Ausgang zu erzielen, und das können wir in der Tat feststellen.

Wir haben jedoch, da uns dieser gute Klang so erstaunte, Manfreds Allegro con fuoco auch über unseren Verstärker und unsere Lautsprechern angehört, und das bereits auf den Kopfhörern Gehörte bestätigt bekommen, zu denen die eben erwähnten Elemente hinzukamen. Ein großartiger Moment bei der musikalischen Wiedergabe dieses Manfred-Finales!

Wir haben anschließend erneut unsere Kopfhörer verwendet, um mit The Wall von Pink Floyd, die Effekte von XBass+ und 3D+ zu testen. Der Klang war bei diesem Werk allerdings nicht voll genug.

Bei der Bluetooth aptX-Verbindung profitiert die Wiedergabe von den exzellenten Klangqualitäten der Elektronik und das Hören einiger Auszüge aus Vespri per l'Assunzione di Maria Vergine des Concerto Italiano unter Leitung von Rinaldo Alessandrini überzeugt mit den musikalischen Leistungen der aptX-Codierung. Der Übergang von Bluetooth aptX-Verbindung zur OTG-Verbindung verlief ohne, dass wir einen Unterschied in der Klangwiedergabe wahrnahmen, das xDSD resynchronisierte sich ohne Unterbrechung am USB-Eingang.

Der DAU iFi Audio xDSD ist ein schwer zu empfehlendes Gerät, wenn Sie einen tragbaren DAU in dieser Preisklasse kaufen möchten. Seine Klangperformance liegt zumindest im Bereich „Exzellent“, seine Konnektivität ist sehr intelligent und die Handhabung recht einfach. So viele Qualitäten verdienen mehr als nur ein Qobuzissime.

Technische Daten
Bedienungsanleitung (auf Englisch)
iFi Audio-Website

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