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Auf dem Prüfstand

High End München 2022: Die internationale HiFi-Messe kehrt mit einem Paukenschlag zurück

Von Alban Amouroux |

Nach zweijähriger Abwesenheit aufgrund der Corona-Pandemie ist das internationale Treffen der High-Fidelity-Branche wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Die High End München öffnete am Wochenende vom 19. bis 22. Mai ihre Pforten und erfreute sich an einem großen Andrang ihrer Fans. Mit ihrem gewohnten Format mit Dutzenden Ständen und Hörräumen von Herstellern aus aller Welt war Qobuz, wie in den letzten Jahren, ebenfalls anwesend und unser Team konnte es kaum erwarten den persönlichen Kontakt zum Publikum und den Partnern wieder aufzunehmen. Die Messe begrüßte uns mit vielen Specials – wie beispielsweise den Botschafter und Musiker Alan Parsons – sowie zahlreichen neuen Produkten. Hier ein kleiner Überblick.

Lautsprecher, die eine große Rolle spielen

Mehrere Marken stellen Lautsprecherpaare vor, die für einige von ihnen sicherlich zu Ikonen werden. Raidho fügt an der Spitze seiner Produktpalette den TD6 (210.000 €/Paar) hinzu, eine neue große Säule mit einer Höhe von zwei Metern. Sie verfügt über neun Lautsprecher, darunter einen Bändchen-Hochtöner. Focal bietet den Lautsprecher Aria 926 K2 in einer limitierten Auflage in der Farbe Ash Grey aus der Utopia III EVO-Serie an. Er wird im Bundle für 7.899 € mit dem vernetzten Verstärker Naim Uniti Star in der Ausführung Ash Grey, Kabeln und einem dreimonatigen Abonnement für Qobuz angeboten.

Kabellose Lautsprecher KEF L60 Wireless

KEF bietet seinen Kompaktlautsprecher LS50 Wireless in einer Säulenversion an, die das 60-jährige Jubiläum der Marke feiert: die LS60 Wireless (6.599 €/Paar). Sie übernehmen die kabellose und kabelgebundene Konnektivität mit Musik-Streaming und HDMI ARC-Eingang. Ihr Uni-Q-Mittel-/Hochtöner auf der Vorderseite misst 10 cm, wodurch der Lautsprecher sehr schlank ist. Er wird durch vier Tieftöner an den Seiten ergänzt. Dynaudio aktualisiert seine Focus-Aktivlautsprecher und verbindet sie mit dem Netzwerk über AirPlay 2, Chromecast, Roon und WiSA. Der Focus 10 (5.000 €/Paar) ist ein Regalmodell, der Focus 30 (7.500 €/Paar) und der Focus 50 (10.000 €/Paar) sind Säulenmodelle.

Monitor Audio Concept 50-Lautsprecher

Auf der Seite der ultimativen Kreationen präsentiert DALI den Kore-Lautsprecher (88.000 €/Paar), eine Art technologischer Höhepunkt. Alles wurde neu durchdacht, vom Sockel bis zum Design der einzelnen Lautsprecher, die als Vier-Wege-Lautsprecher konfiguriert sind. Die Herstellung und Verarbeitung des Gehäuses ist auf höchstem Niveau mit einer Mischung aus Aluminiumgussteilen und Ebenholzfurnier. Monitor Audio steht dem in nichts nach und präsentiert ein Paar Lautsprecher, die in ihrem Design und ihrer Konstruktion einzigartig sind. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Marke umfassen die noch im Prototypenstadium befindlichen Concept 50 einen Mittel-/Hochtonkopf, der zwei vertikale Boxen miteinander verbindet. Die sechs kreisförmig angeordneten Mitteltöner umgeben den Bändchen-Hochtöner. Der Bassbereich wurde zwei einander gegenüberliegenden Subwooferpaaren anvertraut. Sie sollten bis Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Die Verstärker werden immer vernetzter

Die großen HiFi-Marken für den Massenmarkt werden 2022 mit markanten Neuheiten gefeiert. Auf der Seite von Denon taucht die 900er-Serie auf. Sie umfasst einen Stereoverstärker, der mit dem HEOS-Protokoll verbunden ist, den PMA-900HNE (999 €), sowie einen CD-Player, den DCD-900NE (499 €), der über seinen USB-Anschluss mit Hi-Res-Audiodateien kompatibel ist. Der PMA-1700NE (1999 €) mit seinem integrierten DAC reiht sich in das mittlere Preissegment ein. Marantz bringt außerdem den CD-Player 60 (899 €) heraus, der dem Denon-Modell recht ähnlich ist – er ist allerdings mit den berühmten hauseigenen HDAM-Modulen ausgestattet. Yamaha eröffnet seine 2000er-Serie mit dem R-N2000A, einem vollwertigen vernetzten Verstärker mit MusicCast, HDMI ARC und YPAO-Mikrokalibrierung. Er kann mit den NS-2000A Säulenlautsprechern ergänzt werden (Dreiwege-Modelle mit vier Lautsprechern).

Vernetzter Verstärker Yamaha R-N2000A und Lautsprecher NS-2000A

Um mit den immer zahlreicher werdenden Streamern/Vorverstärkern zusammenzuarbeiten, sind Leistungsmodule erforderlich. Der Electrocompaniet AW 800 M kann bis zu 2x1000 Watt bei 2 Ohm liefern. Die interne Konstruktion mit doppeltem Vollmono ist vorbildlich. Er kann übrigens auch in Mono betrieben werden, um mehr Leistung zu liefern, genau wie der Hegel H30a, der nach demselben Prinzip 1100 Watt unter 8 Ohm erreicht. Sie sind Monster, die in der Lage sind, gierige Lautsprecher mit einer ständig wachsenden Anzahl von Lautsprechern anzutreiben. Im Gegensatz dazu hat Esoteric für seinen neuen Stereo-Endverstärker S-05 die Klasse A gewählt. Seine 2x30 Watt werden eher für Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad geeignet sein.

Hegel H30A Leistungsmodul

Streamer und DAC

Das Angebot an Netzlaufwerken ist überreichlich. Dies hindert die Hersteller in dieser Nische jedoch nicht daran, weiterhin neue Modelle zu entwickeln, mit denen sie nach jeder noch so kleinen Verbesserung suchen werden. Der Antipodes Oladra (30.000 €) ist ein hervorragendes Beispiel. Er kann nicht nur Musik über ein Netzwerk abspielen, sondern sie auch speichern und verteilen. Sein bemerkenswerter Vorteil liegt in einem Reclocker, der auf synchrone digitale Ausgänge anwendbar ist. Innuos verbessert seinen Statement-Server (ab 12.000 €) über ein Update der Versorgung der nächsten Generation. Die Marke stellt auch die neue Pulse-Serie vor, die aus dem Streamer Pulse Mini (999 €), seiner besseren Version Pulse (2.599 €) und einem Modell mit USB-Reclocker, dem Pulsar (5.499 €), besteht.

Streaminggerät Innuos Pulse

Diese Player können mit den besten DACs kombiniert werden, wie z. B. dem imposanten Lampizator Horizon Röhren-DAC (52.800 €). Sie können sich auch für den CH Precision C1.2 Vorverstärker/DAC (ab 32.850 €) entscheiden, der durch erhöhte Rechenleistung, neue Verarbeitungsalgorithmen und einen neuen internen Taktgeber verbessert wurde. MSB baut seinen Digital Director, einen Prozessor für digitale Rekonstruktion, weiter aus. Es können bis zu vier Quellen über austauschbare Karten angeschlossen werden. Der Digital Director sorgt dafür, dass der digitale Stream nach mehreren Kriterien verbessert und über ein Computer-Glasfaserkabel an den DAC weitergeleitet wird, um so alle externen Störungen zu eliminieren. Das italienische Unternehmen M2Tech gründet eine neue Abteilung, die erschwinglichere digitale Produkte anbieten soll: Manunta Audio. Der DAC, der Upconverter und das rauscharme Netzteil werden alle weit unter 1.000 € angeboten.

Digitaler Prozessor MSB Digital Director

Eine Messe, die ihrem Namen immer gerecht wird

Abgesehen von einigen Ausnahmen ist die Münchner Messe tatsächlich der Tempel des High End. Es gibt viele Produkte zum Träumen oder für die Glücklicheren unter uns zum Kaufen. Lautsprecher und Geräte treiben die Technologie auf die Spitze, um immer mehr aus Audioaufnahmen herauszuholen, sei es in CD-Qualität, in Hi-Res oder sogar aus Vinyl. Die integrierte Leistung schreitet voran, um Millionen von Details pro Sekunde zu verarbeiten.

Tragbarer DAC iFi GO bar

Die High End in München, das sind auch erschwingliche Produkte wie die Neuheiten von Denon und Marantz oder der Vorverstärker NAD C 389 mit optionaler Netzwerkwiedergabe und Audiokalibrierung. Es gibt auch Kopfhörer wie den bemerkenswerten kabellosen T+A Solitaire T, der LDAC- und aptX HD-Wiedergabe über einen ESS Sabre DAC integriert. Wir haben auch die neuesten mobilen DACs Astell&Kern HC2, USB FiiO KA1 und iFi Audio Go Bar bemerkt, wobei letzterer in einem so kleinen Format verdammt gut ausgestattet ist. Diese immer leistungsstärkeren Geräte stecken das High End in Ihre Tasche, wenn Sie es nicht in Ihrem Wohnzimmer unterbringen können!

Eindrücke von der High End München und unserem Qobuz-Team

Unsere Hi-Fi-Testberichte finden Sie hier
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Bilder © Mareile Heineke