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Wir freuen uns über ECM im Streaming!

Das gesamte Label von Manfred Eicher ist inzwischen streambar...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 28. November 2017
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In gewisser Hinsicht ähnelt ECM einem kleinen gallischen Dorf… Zu einer Zeit, in der sich in der Welt der Tonträger so vieles ändert, bleibt die von Manfred Eicher 1969 gegründete Plattenfirma eine Insel der Lauterkeit und der redaktionellen Sorgfalt. Ein Unternehmen, das sich kaum um Modeerscheinungen, Wirtschaftsmodelle und anderweitige Diktate kümmert. Denn ECM gehört zu den seltenen Labels, die eine echte Verlagspolitik beibehalten haben, die hervorragende Cover anbieten, auf denen die verschiedenen CDs miteinander in Beziehung gesetzt werden, und die ihre Künstler kontinuierlich begleiten, ohne sich zu viele Sorgen um den Absatz zu machen… Die Bewunderung der Anhänger von ECM für diese andersartige Vision ist wohlbekannt. Musik wird anders aufgefasst. Anders konzipiert. Anders in Wert gesetzt. Anders gelebt…

Seit dem 17. November ist der gesamte Katalog des Labels endlich streambar! Sämtliche Alben von Keith Jarrett bis hin zum neuen Opus von Anouar Brahem, Aufnahmen von Jan Garbarek, John Surman, einige unverzichtbare von John Abercrombie, Ralph Towner und zahllose andere: Die großen Klassiker und auch viele vergessene Schätze dieses überreichen Katalogs können jetzt im Streaming genossen werden. Zur Feier des Ereignisses stellen wir Ihnen hier Videos einiger großer Namen vor, die unauslöschlich mit ECM verbunden sind:

Ehre, wem Ehre gebührt: Keith Jarrett ist das Zugpferd des Labels. Auch wenn über die besondere Beziehung zwischen Manfred Eicher und dem Pianisten aus Allentown bereits alles gesagt und geschrieben wurde, so muss man zugeben, dass diese Love Story in der Geschichte der Musikaufzeichnungen einzigartig geblieben ist. Auf diesen Bildern sieht man wie Jarrett bei einem Konzert 1984 in Tokio für die Zugabe wieder auf die Bühne kommt: 



Seit er der andere ist, war Avishai Cohen immer der Meinung, dass das Publikum durch zunehmende Bekanntmachung seines Spiels, seines andersartigen Stils und seiner Aufnahmen, schließlich wissen würde, dass es den Trompeter Avishai Cohen gibt, der keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen zu dem beliebten Kontrabassisten hat. Der Überschwänglichkeit und Lyrik seines älteren Landsmannes setzt er seit gut 15 Jahren ein gedämpftes Spiel entgegen, in dem Ruhe vorherrscht. Sparsame Phrasierung in der Tradition seines Idols Miles Davis, der auf seinem 2016 erschienenen ersten Album für ECM , Into The Silence im Mittelpunkt stand. Ein Label, das wunderbar zu ihm passt. Als Manfred Eicher Avishai Cohen bei den Aufnahmen von Lathe Of Heaven von Mark Turner spielen hörte, war er sehr von ihm beeindruckt, wurde so auf das Talent dieses Trompeters aufmerksam, der in Tel Aviv geboren wurde und seit 20 Jahren in New York lebt, und nahm ihn als Spitzenreiter unter Vertrag…, den Qobuz im Juni 2017 im zauberhaften Kloster L’Épau getroffen hat, wo er mit seinem Quartett auftrat:



Wie in der Höhle von Ali Baba so strahlt und glitzert in den siebziger Jahren bei ECM ein originelles Team bestehend aus dem Pianisten Chick Corea und dem Vibraphonisten Gary Burton. Die beiden Amerikaner haben zusammen ein wunderbares kammermusikalisches Vlies gewebt, in dem ihre beiden Instrumente eine faszinierende gemeinsame Semantik gefunden haben. In den Aufnahmen Crystal Silence en 1972 von 1972 oder Live in Zürich von 1979 tönt eine zauberhafte Elfenmusik. Wie hier, wo Burton und Corea 1978 in Tokio mit einem fetzigen Señor Mouse auf der Bühne zu sehen sind:



ECM ist nach wie vor der Hauptvektor der Musik von Arvo Pärt. 1997 bot die BBC Björk eine Freikarte, der die Gelegenheit wahrgenommen hat, um sein Idol zu interviewen - niemand anderes als das Genie aus Estland! Eine besondere Begegnung, die keinen weiteren Kommentar braucht.: 



Die ungewöhnliche Musikerin Marilyn Crispell, die mit ECM Aufnahmeverträge für einige tiefgründige CDs unterzeichnet hat (Amaryllis 2001, Vignettes 2008 und One Dark Night I Left My Silent House 2010), lässt ihr Klavier mal leidenschaftlich mal anmutig singen… Sie ist bestimmt keine überschwängliche, herablassende oder eingebildete Künstlerin. Sogar ganz im Gegenteil. Als würdige Erbin von Cecil Taylor und Paul Bley wagt es Crispell an ihrem Klavier, den Jazz auf zeitgenössisches musikalisches Terrain zu führen, jedoch niemals ohne mehr oder weniger hervorgehobene Lyrik. Hier bei einer Solowiedergabe der Beweis:



Der Norweger Terje Rypdal ist der große impressionistische Gitarrist bei dem Münchner Label… Ist das ein Walgesang? Ein ächzendes Herz? Vielleicht nur ein Hauch…Das erste, was bei ihm auffällt, ist seine Stimme. Die Stimmbänder wie gespannt. Schwerelos. Man ist mehr als versucht, eine Parallele zwischen den Landschaften aus der Heimat des Osloer Musikers und seiner VistaVision-Gitarre zu ziehen … In den folgenden Aufnahmen von 1973, die Rypdal zusammen mit Jon Christensen und Sveinung Hovensjø zeigen, kann man diesen Stil genießen:



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