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"Tumultige" Zeiten...

Nach vierjähriger Pause veröffentlicht Herbert Grönemeyer eine Platte, die bewegt. In jeglicher Hinsicht...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 9. November 2018
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Qobuz

Nach 14 Studioalben und einer gewaltigen Karriere auf dem Buckel muss Herbert Grönemeyer mit seiner Platte TUMULT wohl nichts mehr beweisen. Doch er möchte es. Vielleicht nicht unbedingt, dass er Talent hat und einer der bedeutendsten Musiker unserer Geschichte ist, aber dass es viel zu tun gibt in dieser Welt. Er stupst uns direkt mit der Nase auf die Themen, die uns alle bewegen. Dabei handelt es sich nicht nur um Liebe, Hoffnung, Angst, sondern auch um Hass, Integration, die Frage nach der nationalen Herkunft… Mit seiner bereits im Oktober erschienen Single “Doppelherz” rüttelt er die Geister nicht nur musikalisch mit orientalischer Rhythmik, türkischer Sprache, und sattem R&B wach, sondern verklickerte uns für ein und allemal, welch geringe Rolle doch unsere nationale Herkunft spielt.

Diese Platte macht nachdenklich, traurig und glücklich zugleich, weil Grönemeyer eben vom Leben singt, wie er es schon so häufig getan hat. Dabei spielt er wie nie zuvor mit den musikalischen Genres. Von groovigem Ska, der eher bei einem LaBrassbanda-Konzert zu erwarten ist (“Taufrisch”), über orientalische Klänge (“Doppelherz/Iki Gönlüm”), zu denen er den Berliner Musiker BRKN eingeladen hat, den perfekten Popsong (“Bist du da”), wie ihn nur Grönemeyer komponieren kann bis hin zu Texten, die mitten ins Herz treffen (“Sekundenglück”) oder die von einer simplen Klavierbegleitung so perfekt in Szene gesetzt werden (“Wartezimmer der Welt”)... So lädt er uns auf eine Zugfahrt ein, auf der wir durch den aktuellen Zeitgeist rasen.

Schon 1993 veröffentlichte er das Album "Chaos"... viel hat sich seither wohl nicht in der Welt geändert, außer vielleicht der Sound des hier vorliegenden Albums. Nach vierjähriger Pause klingt der 62-jährige Meister jünger (und politischer) denn je. Ein Muss.




HÖREN SIE TUMULT VON HERBERT GRÖNEMEYER AUF QOBUZ


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