Genre :

Brittany Howard, Soul im Funk

Qobuzissime für das erste Solo-Album der Sängerin der Alabama Shakes!

Von Marc Zisman | Video des Tages | 20. September 2019
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Jeder mag Soul und Vintage-Funk! Obwohl täglich weitere Nachkommen von Curtis Mayfield, Al Green, Prince und Leuten wie Sly Stone auftauchen, hält sich das Interesse daran oft in Grenzen… Die Gruppe Alabama Shakes hat es jedoch mit nur zwei Alben geschafft, ihre originelle und pulsierende Garage Funk-Version aus den amerikanischen Südstaaten durchzusetzen. Welches Geheimnis steckt dahinter? Brittany Howard, eine Sängerin mit Charisma soweit das Auge reicht. Und zwar hat sie dermaßen viel davon, dass sie nun dieses umwerfende Debüt Jaime im Alleingang startet.



Diese Qobuzissime-Platte behält die Ideale von den Alabama Shakes bei, um sie jedoch auf weitaus überraschendere und weniger besonnenere Wege zu führen. Howard präsentiert hier einen ziemlich verrückten, funkigen und psychedelischen Trip, der an die Grenzen des Experimentellen reicht, etwa im Opener History Repeat mit dieser sägenden Gitarre, diesem fanatischen Rhythmus und der alles niederschreienden Stimme. Die aus Athens stammende Sängerin holte sich eine nur kleine Gruppe an Bord, nämlich Zac Cockrell, den Bassisten von Alabama Shakes, zwei hochgeschätzte und ihrerseits erstaunliche Jazzmusiker, den Pianisten/Keyboarder Robert Glasper und den Schlagzeuger Nate Smith.



Auf ihrem makellosen, dem Inhalt nach umfangreichen und der Form nach minimalistischen Soundtrack verzahnt sie Selbstporträt und Beobachtung ihrer Zeitgenossen. Nichts wird übersehen! Weder Homosexualität (Georgia), noch Tod (der Albumtitel Jaime stammt vom Namen ihrer älteren, als 13-Jährige von Krebs betroffenen Schwester, als sie selbst 8 war), noch Religion (He Loves Me), noch Rassismus, dem sie als Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters oft höchstpersönlich begegnet ist (Goat Head schildert jenen Morgen, an dem ihre Mutter ihr Auto mit durchgestochenen Reifen und einem Ziegenkopf auf dem Rücksitz entdeckte).



Hat man sich diese keineswegs angeglichene, recht persönliche Soloplatte erst einmal angehört, ist man ganz durcheinander. Ihre Ideale, ihre Bezüge und ihre Vorbilder (Prince, Curtis und wie gesagt Sly) sind uns ja bekannt – oder zumindest scheint es so – das Ergebnis hingegen ist definitiv originell.


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