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Die Alben

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Trip Hop - Erschienen am 15. März 2018 | Dangervisit

Als ich Archive vor einigen Jahren zum ersten Mal hörte, war ich sofort vollkommen begeistert. "Londinium", ihr Debut entführte mich in ein anderes Universum und auch heute noch ist diese Platte eine der 10 wichtigsten in der Trip Hop-Schublade. Der Nachfolger "Take My Head" enttäuschte dann auf der ganzen Linie, war weder Fisch noch Fleisch und Archive verschwanden in der Versenkung. 2002 liegt dann plötzlich wieder ein Album von Archive auf meinem Schreibtisch. "You All Look The Same To Me". Ich bin gespannt und denke nach wenigen Augenblicken, ich hätte Pink Floyd in den Ohren. "Again", die zweite Single des Albums, erinnert über weite Strecken an Roger Waters & Co und muss sich auch qualitativ nicht hinter den oben genannten verstecken. Und auch von der Länge her nicht - "Again" erstreckt sich über mehr als 16 Minuten. "Numb" im Anschluss daran hat etwas von den gitarrenlastigen Stücken des letzten Massive Attack-Albums, wirkt allerdings nie ganz so clever und perfekt wie das Original. Innerhalb der meisten Songs tauchen gelegentlich Splitter der "alten" Archive auf, so die flächigen Sounds in "Meon". "Goodbye" erinnert, nicht nur durch seinen Schwermut, an den großartigen Babybird. Nach zwei kurzen Stücken folgt dann der zweite Marathon-Song: "Finding It So Hard". Anfangs vom hektischen Schlagzeug (Radiohead) angetrieben kippt der Song im Mittelteil in bombastische, sphärische Klänge, bevor am Ende die Gitarre regiert. Groß, aber auch anstrengend! Archive sind mit "You All Look The Same To Me" irgendwo zwischen Pink Floyd, Massive Attack und Radiohead gelandet. Sie erreichen zwar nur selten die Klasse dieser drei, haben aber ein durchaus hörenswertes und gutes Album abgeliefert. Zwar wird "Londinium" wohl auf ewig ihr bestes Werk bleiben, mit "You All Look The Same To Me" sind Archive aber wieder auf der guten Seite angekommen. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 15. März 2018 | Dangervisit

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Trip Hop - Erschienen am 15. März 2018 | Dangervisit

Archive sind zurück. War ihr letztes Album "Noise" von ruhiger, akustischer Art, so erinnert "Lights" wieder an die Wurzeln der Briten und sorgt mit epochalen Elektrotracks für großes Kopfkino. Tauchte die Band mit Songs wie "Fuck U" beim letzten Album in die Tiefen menschlichen Hasses und Düsterkeit, so sollte sich dies laut Griffiths ändern: "Nach der Düsterkeit von 'Noise' war es gut, etwas anderes zu tun, etwas positiveres, daher der Titel 'Lights'. Pollard hat es sofort verstanden und brachte etwas sehr Reines und fast Klaustrophobisches dazu, das aber gleichzeitig sehr offen und leuchtend wirkt." Mit dem neuen amerikanischen Sänger Pollard Berrier, der seit einigen Jahren in Österreich lebt und Mitglied der innovativen Formation Bauchklang ist, arbeitete laut Darius Keeler die Band gerade mal vier Monate am neuen Album. Bereits der Opener "Sane" ist eines der Schmuckstücke der Platte. Zum groovigen Drum-Beat im Hintergrund passt die Stimme des neuen Sängers Berrier bestens. Der Track schlängelt sich angenehm durch Pop- und Drum 'n' Bass-Genres, ohne dabei die experimentell elektronischen Zwischenparts zu vernachlässigen. Ein wahrer Schuss in den Ofen ist jedoch "Veins". Was sich Archive bei diesem Song gedacht haben, ist mir ein Rätsel. So sind Background-Stimmen zu hören, die an die 70er erinnern bzw. an ABBA ... Argh! Doch bereits "System" lässt den gequälten Gesichtsausdruck verschwinden. Ganz nach The Young Gods-Manier stampfen und peitschen die Beats fordernd durch den Kopfhörer, unterstützt durch die Worte von Berrier: "This system is too much. It breaks me down and makes you suck. Fuck, now I am twisted. This system makes me hurt you". Dieses Lied wird das Publikum auf Konzerten definitiv zum Tanzen bringen. Der Übergang von "System" zu "Fold" fühlt sich in etwa an, wie wenn man auf der Autobahn bei 150 Sachen die Handbremse zieht: Vom Drum 'n' Bass-Rave zu einer wunderschön verträumten Ballade. Nur begleitet von einem Klavier und vereinzelten verspielten Elektro-Klängen, zeigt der neue Sänger viel Gefühl. Die Ballade ist quasi das Vorspiel für den epischen Track "Lights". Satte achtzehn Minuten zieht das Lied den Zuhörer in den Bann. Es vereint in sich so großartige Bands wie Sigur Ros und Massive Attack. Denn der Anfang erinnert mit dem monotonen Klavierthema und säuselnden Wind sehr stark an die Isländer. Nach und nach baut sich der Song zu einem großen Ungetüm auf, das ebenfalls von Massive Attack hätte konstruiert werden können. Der Sog der Klänge wird immer stärker, bis man sich gedankenversunken völlig in ihnen verliert. Auch "I Will Fade" oder "Taste Of Blood" unterstützen die lichte Atmosphäre und lassen das Album angenehm ausklingen. Wer Archive wirklich genießen will, der sollte sich für "Lights" viel Zeit nehmen. Nur so taucht man in die Klangwelt großer Elektromonstertracks und beginnt bei den wunderschön arrangierten Balladen zu träumen. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 15. März 2018 | Dangervisit

Archive, Teil vier. Wir erinnern uns: Mitte der 90er Jahre veröffentlicht die britische Band ein umwerfend schönes Triphop-Album, das dummerweise nur in Frankreich wahrgenommen wird. Nachdem die nächste Platte unter kräftiger Mithilfe der Plattenfirma floppt, verschwinden Archive in den Archiven der Geschichte. 2002 meldet man sich wieder zurück, klingt plötzlich wie Pink Floyd und erntet letztendlich doch noch Erfolg. "Noise" setzt den erfolgreichen Weg fort, den "You All Look The Same To Me" einschlug. Nicht mehr ganz so extrem in den (dunklen) Wolken schwebend, mehr down-to-earth gibt man sich 2004. Soll heißen, es gibt noch mehr Gitarren als schon beim letzten Mal zu hören, der psychedelische Anteil ist - obwohl noch immer deutlich spürbar - zwei Stufen zurück geschraubt. Beides tut dem Album keinen Abbruch. Mit dem Opener "Noise" und dem verzweifelt krachigen "Fuck U" erklingen zwei der Top-Songs gleich zu Beginn. Auch "Waste" kann sich nach vier Minuten Anlaufzeit noch zum Brenner entwickeln. Von zeitlicher Beschränkung und Format-Radio-Bullshit halten Archive noch immer nichts, Gott sei Dank! Denn es sind gerade sperrige Songs wie diese, die die Eigenständigkeit und Klasse von Archive ausmachen. "Sleep" ist zwar noch immer gelungen, fällt im Gegensatz zu den Vorgängern aber leider ein wenig ab. Nach dem kurzen Zwischenspiel "Here" kann "Get Out" dann allerdings wieder voll punkten. Craig Walker singt und schreit sich über knackigen Gitarren, Streichern und Piano die verzweifelte Seele aus dem Leib. "Pulse" drückt und pocht da beharrlich in eine ähnliche Richtung, verzerrte Gitarren, Orgeln und Walkers Stimme im Endlosloop sind mit dabei. Es sind Momente wie diese, in denen man sich fragt, was Roger Waters eigentlich zur Zeit so macht. Als Bonus bietet die CD außerdem per Internet einen Zugang zu unveröffentlichten Stücken, Videos und weiterem Material. Allerdings nur, wenn man einiges an persönlichen Daten rausrückt. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 15. März 2018 | Dangervisit

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Trip Hop - Erschienen am 7. Oktober 2016 | Dangervisit

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Trip Hop - Erschienen am 12. Januar 2015 | Dangervisit

Booklet
Manche Bands lassen sich nicht so richtig greifen, wickeln den Hörer aber dennoch spielend leicht um den Finger. Archive fallen in diese Kategorie. Das britische Klang-Kollektiv, das gerne mit wechselnden Vokalisten arbeitet, setzt sich keine Grenzen. Zwischen den musikalischen Eckpfeilern Trip Hop, Prog-Rock und Avantgarde-Pop hin und her hüpfend, fangen die Mannen aus London zudem immer wieder pulsierende Sound-Anekdoten anderer Branchen mit ein. So auch auf ihrem neuen Studioalbum "Restriction": Erstmals servieren die Briten eine Ansammlung von Songs, die individuell für sich stehen und keinerlei bewussten Bezug zueinander haben. Um so stärker beeindruckt, dass sich das Gesamtpaket am Ende als eines der in sich stimmigsten des bisherigen Band-Katalogs präsentiert. Aufgeteilt in zwei fundamentale, sich immer wieder abwechselnde Sound-Blöcke, stellt das neueste Werk der Insulaner so manch selbst gesetztes Ausrufezeichen der Vergangenheit problemlos in den Schatten. Der impulsive, mitunter fast schon punkig angehauchte Part des Albums schickt mit dem fulminanten Opener "Feel It", dem verzwirbelten Indierock-Abenteuer "Ruination" und dem anschließenden Noise-Pop-meets-Hinterhof-Trip Hopper "Crushed" gleich drei Kandidaten für den Titel "Song des Jahres" ins Rennen. Nicht minder große Spuren hinterlässt der getragene, in sich gekehrte und mit viel Mystik und Atmosphäre gespickte ruhige Teil. Hier glänzen vor allem die vier Stimmen der Mikrofon-Verantwortlichen Pollard Berrier, Dave Pen, Maria Q und Holly Martin. Aber auch der Background überzeugt. Mit sanften Piano-Spielereien ("Third Water Storm"), wabernden Synthie-Wellen ("Half Built Houses", "Black And Blue") und dramatisch inszenierten Score-Flächen ("Ladders") setzen Archive die ersten Atmo-Maßstäbe des Jahres. Zwischen ungewohnt Eingängigem wird aber natürlich auch wieder viel experimentiert, was dem Werk durchgehend Frische verleiht. Diese zaubert Freunden unkonventioneller Klänge für die Dauer von gut 56 Minuten ein Dauergrinsen ins Gesicht. Wer mehr will, drückt nach dem letzten gespielten Noise-Akkord des finalen "Ladders" ganz einfach die Repeat-Taste – so wie ich. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 26. Mai 2014 | Dangervisit

Ein Film mit Livemusikbegleitung: Was wie eine putzige Hommage an alte Stummfilmzeiten im örtlichen Programmkino klingt, ist in diesem Fall ein äußerst ambitioniertes Projekt. Zum neuen Album "Axiom" produzierte die Band einen 40-minütigen Film, der in seinen ersten Bildern einem abgedrehten Endzeit-Sci-Fi-Thriller im monochromen Anime-Stil gleicht. Wird das dazugehörige Album dadurch zum bloßen Soundtrack degradiert? Ein Song wie "Axiom", volle zehn Minuten lang, beinhaltet einerseits Atmosphäre, wie man sie vor allem aus der Filmmusik kennt. Dunkle Soundteppiche, bedrohlich gruslige Kirchenglocken, Drums, die wie Ohrfeigen einschlagen. Fünf Minuten dauert es, bis das Spiel mit Störgeräuschen, Geflimmer und allerlei Sounds in instrumentalen Space Rock mündet. Der klingt melancholisch, ein wenig fatalistisch und unruhig. "Axiom Reprise" greift die zuckenden Synthies am Ende noch mal auf und schließt die Platte mit Geläute und Getöse: Ein in sich rundes Gesamtwerk, das, wenn schon nicht Filmmusik, wenigstens Konzeptalbum ist. Andererseits gibt es Tracks, die anders als etwa Trent Reznors Filmmusik auch ohne dazugehöriges Kino funktionieren. "Distorted Angels", eine herzzerreißende Ballade, lebt von flehendem Gesang, Streichern und Pauken. Derlei touchiert den Kitsch zwar nicht nur ein wenig, macht aber dank opulenter Produktion keine Bebilderung nötig. Auch "Baptism", wahrscheinlich das eigenwilligste Stück der Platte, rollt auch ohne Bilder kraftvoll und stark von ganz alleine dahin. Dennoch eröffnet die visuelle Komponennte neue Blickwinkel: Die zarte Frauenstimme, die in "The Noise Of Flames Crashing" - zuvor eine verschrobene, unkonventionelle Ballade - zum zerbrechlichem Piano von Verlusten und Träumen erzählt, bekommt durch die dazugehörigen Bildern ein Gesicht, eine neue Dimension. Sakrale Sounds finden in der Story ihre Entsprechung. Mit Worten wie "Kontrolle", "Gott" und "Flucht" beschreibt Dave Pen im Interview dann die Geschichte des Films. Der Trailer verrät so viel: In einer postapokalyptischen Welt soll "Axiom" die Welt von so genannten "Distorted Angels" befreien – das verkündet ein fanatischer Redner im Fernsehen. Zum monochromen Stil und dem extravaganten Look passt das konsequent metallische und klirrende Soundgewand perfekt. Für einen fantasiebegabten Hörer liefert das Album eine großartige Basis fürs (Kopf-)Kino: starke Melodien, atmosphärisch aufgeladene Songs und die wiederkehrenden Motive laden zu Trips in den düsteren Kampf um Überleben und Freiheit ein. Und so gut alles zusammenpasst: Gerade weil die Musik durch den Hype um die Visualisierung (die Premiere beim Sundance Film Festival) mehr in den Hintergrund rückt, lohnt sich die isolierte Beschäftigung mit ihr. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 1999 | Independiente

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Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 1996 | Island

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung