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Die Alben

909412 Alben sortiert nach Bestseller und gefiltert nach Electronic
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Ambient - Erschienen am 28. März 2020 | Erased Tapes

Hi-Res Booklet
Am 28. März 2015 hatte Nils Frahm die Idee, mit einem Piano Day dem Instrument und seinen Liebhabern einen eigenen Tag zu widmen. Bei der ersten Ausgabe beteiligte er sich an der Konstruktion des Klavins 450, dem größten Klavier der Welt. Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und da wegen einer Pandemie die ganze Welt mit Ausgangssperren kämpft, fasste Nils Frahm nach reiflicher Überlegung den Entschluss, den 28. März zu einem besonderen Tag zu machen und ganz überraschend ein neues Album auf den Markt zu bringen: jene Platte mit acht „Wiegenliedern“ aus der Zeit der Screws, die er mit einem gebrochenen Daumen komponiert hatte und „unvollendet“ fand. „Ich dachte, das sei der richtige Augenblick, andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Ich hoffe, sie helfen Ihnen, in dieser einsamen Zeit stark und besonnen zu bleiben“, erklärt Nils Frahm, der meint, „Introspektion kann sich ganz unerwartet einstellen.“ Und das drücken diese herrlichen Solostücke am Klavier auch aus, denn sie alle zeigen jene melancholische Schönheit, die er nahezu sein Eigen nennen kann. Wie so oft werden wir auch hier von Anfang bis Ende von der Erzählkunst des Pianisten vereinnahmt, wobei er manchmal etwas nach Ramin Djawadi klingt (First Defeat und Second Defeat) oder auch schon mal fröhlichere Töne anschlägt (No Step on Wing). Er schafft eben Zusammenhalt, wenn wir Abstand halten müssen. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Electronic - Erschienen am 20. März 2020 | Deutsche Grammophon (DG)

Hi-Res
Roger Eno vernahm man zum ersten Mal 1983 auf einer Plattenaufnahme, nämlich auf "Apollo: Atmospheres & Soundtracks", die zusammen mit Daniel Lanois und seinem älteren Bruder Brian Eno entstand. Mit Brian produzierte er dann im Laufe der Zeit Musik für Filme und TV-Serien, etwa für "Mr. Wroe's Virgins" oder "O Nome Da Morte", doch zu einem gemeinsamen geschwisterlichen Album kam es lange nie. Das ändert sich nun mit "Mixing Colours". Dabei nahm alles 2005 seinen Verlauf, als Roger einige Stücke auf dem MIDI-Keyboard improvisierte und die daraus entstandenen Files an seinem Bruder schickte. Brian bearbeitete dann die Melodien und bettete sie in elektronische Soundwelten ein. Irgendwann war den beiden klar, dass sie die Tracks, die sie in einem langen Zeitraum von insgesamt rund eineinhalb Dekaden nach diesem Prinzip komponierten, nicht länger unter Verschluss halten konnten und führten sie zu einer gemeinsamen Platte zusammen. Am Ende bleibt ein Ambient-Album klassischer Bauart, das von der einzigartigen melodischen Signatur Rogers und Brians impressionistischen, unaufgeregten Klangbildern lebt. Das beste aus beiden Welten also. Zudem beziehen sich bis auf eine Ausnahme alle Titel auf Farben, wobei sich die beiden Brüder hauptsächlich auf Sound-Schattierungen und kontrastierende Timbres fokussieren. Diese basieren auf gemeinsame Interessen, was Kunst, Musik und Literatur betrifft. Das verdeutlicht schon das schöne Cover, das ein abstraktes Gemälde des britischen Künstlers Dom Theobald zeigt. "Mixing Colours" kommt jedenfalls als Gesamtkunstwerk aus Musik, Malerei und einzelnen Videos daher, die im Laufe der nächsten Wochen nach und nach auf YouTube online gehen sollen oder bereits gegangen sind. "Spring Frost" leitet zunächst das Werk mit einer abendlichen, versunkenen Melodie Rogers melancholisch ein, die Brian in orgelmäßige Klangsphären einbettet. "Burnt Umber" hätte mit den manipulierten Klavier-Tönen Rogers und den beinahe zum Stillstand kommenden Sounds seines Bruders genauso gut auf "Ambient 2: The Plateaux Of Mirror", Brians gemeinsamer Platte mit Harold Budd aus dem Jahre 1980, stehen können. Schon hier fällt auf, dass Roger sein Piano als klassisches Ambient-Instrument nutzt, was sich auch durch viele weitere Stücke zieht. Demgegenüber hört man aber ebenso frühromantisch inspirierte Klavier-Fantasien, wie man sie von seinem Album "Voices" von 1985 kennt, mit dem er schon früh in seiner Karriere zu einem eigenen Stil zwischen Klassik, Ambient und New Age gefunden hatte. Besonders schön: "Celeste" mit nahezu kindlich verspielter Melodieführung, die Brian mit sphärischer Elektronik unterlegt. Auch das minimalistischere "Desert Sand" lässt sich als Paradebeispiel für Rogers besonderen Melodienreichtum nennen, kommt die ätherische Schönheit dieses Tracks gerade deswegen zum Tragen, weil er jeden einzelnen Ton mit größtmöglicher Behutsamkeit setzt. Dennoch sorgt die ruhige Grundausrichtung der Platte dafür, dass sie manchmal etwas zu beiläufig gerät und als meditative Hintergrundmusik an den Ohren des Hörers vorbeizieht, zumal die beiden Eno-Brüder ihrem umfangreichen Katalog rein gar nichts Neues hinzufügen. Dadurch lassen sich Highlights im Grunde genommen nur vereinzelt ausmachen. Trotzdem bietet der entschleunigte Charakter des Albums einen guten Anlass dafür, für rund 75 Minuten auch mal gänzlich vom Alltäglichen abzuschalten. Egal, ob man die Musik bewusst oder nebenbei wahrnimmt, hält das Werk den aktuell krisenhaften Zeiten doch eine ungemeine Wärme entgegen. So schimmern in "Blonde" durch die durchgängig helle Klang-Motivik zärtliche Sonnenstrahlen durch das Stück und "Rose Quartz" braucht nur einzelne zaghafte melodische Ambient-Farbkleckse, um ein friedliches Wiegenlied zu ergeben. Da stellt sich "Snow" mit strenger Klavier-Führung und kaum merklichen Soundflächen im Hintergrund als umso nachdenklicherer Kontrast heraus. Ebenso gedankenverloren endet die Platte mit "Slow Movement: Sand", nur dass vereinzelt immer wieder hoffnungsvolle Piano-Töne inmitten wehmütiger Melodie- und Streicher-Bögen ertönen, aber gerade das vermittelt doch etwas sehr Beruhigendes. Die Dunkelheit hat schließlich nicht das letzte Wort. © Laut
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Electronic - Erschienen am 1. Dezember 1978 | Sony Music Catalog

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Ambient - Erschienen am 24. April 2020 | InFiné

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
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Dance - Erschienen am 10. Juli 2020 | Elektra France

Hi-Res
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Electronic - Erschienen am 11. Juni 2007 | Ed Banger Records

Auszeichnungen Victoire de la musique - Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Das Pariser Duo Justice scheint zumeist frei von Nettigkeiten wie akustischer Raffinesse oder Zurückhaltung zu sein. Mit einer Kombination aus französischem House und einer gehörigen Dosis Heavy Metal Hedonismus zieht das selbstbetitelte Debütalbum (auch bekannt als „Cross”) den sorgenfreien Mittelklasse-Trash des Rocks dem Niederfrequenzschlag des Electro vor. Das Album, im klassischen Rave-Stil gehalten, dreht sich vor allem um großartige Riffs. Und Justice schafft es mit „D.A.N.C.E.”, der ersten Single des Albums, einen Pop-Crossover Hit zu landen. Der Song, sofort mitsummbar und mit einem einprägsamen Refrain à la Sesamstraße, ist eine überschäumende, etwas nostalgische Hommage an den Elektro-Funk der '80er Jahre. Justice erinnert an eine weitere Band der Jugendkulturrevolution (Daft Punk) und scheint bedacht zu sein, eine neue Generation mit ihrer headbangenden Housemusik zu gewinnen. © Dave Shim /TiVo
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Ambient - Erschienen am 18. Oktober 2019 | Erased Tapes

Hi-Res
Als Nils Frahm  das Album All Melody Anfang 2018 auf den Markt brachte, war er von seiner eigenen Kreativität überwältigt und so musste er sich dazu entschließen, seine Kompositionen nur vereinzelt und zwar in Form von drei Maxi-Singles vom Stapel zu lassen. Es war auch eine Frage der Kohärenz, um ein mit künstlerischen Angeboten bedrängtes Publikum nicht vor den Kopf zu stoßen. „Ursprünglich sollte All Melody als Triple-Album erscheinen und jede einzelne Platte sollte ihren eigenen musikalischen Stil und ein eigenes Thema haben“, erklärte der Künstler. „All Melody wurde aber zu umfangreich und ist über das anfängliche Konzept hinausgegangen. Für mich sind diese Encores so etwas wie musikalische Inseln, die das Ganze vervollständigen."Dieses All Encores umfasst also diese drei „Inselchen“ – das erste war mit nur einem Klavier und einem Harmonium minimalistisch gedacht, das zweite ambientartiger, und bei der Einspielung hatte ein in Mallorca entdeckter, ausgetrockneter Steinbrunnen als Verstärker gedient. Encore 3 hingegen spricht eher den Elektro-Geschmack eines Pianisten des deustcehn Pianisten an. Insgesamt entstanden also 12 Tracks, wie immer voller Inspiration, und ihre Magie wird dank der Hi-Res-Qualität zusätzlich um ein Vielfaches verstärkt. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Electronic - Erschienen am 24. Januar 2020 | NCLS

Hi-Res
Mit Bestandteilen aus Dreampop und filmmusikalischen Soundscapes, Deephouse-Pulsschlag und jazzigem Approach, lädt Nicolas Godin vom französischen Projekt Air zum Entspannen ein. "Zuhören, entspannen, nachdenken", frei nach dem Namen einer TV-Serie über Zugstrecken - so lautet das Vorhaben auf "Concrete And Glass". Um nicht allzu arg einzulullen, wechseln Vokal- mit Instrumentalnummern. Die Gesangsbeiträge stammen von der elfenhaft zirpenden Kate NV, der hier elektronisch verzerrten Kirin J Callinan, dem R'n'B-Styler Cola Boyy und, in stimmlich androgyner Wham!-Aneignung, Alexis Taylor (Hot Chip). Den Höhepunkt stimmt die wunderschön exakt intonierende Khadja Bonet in "We Forgot Love" an. Ihre Stimmbänder gleiten geschmeidig über die weichen Synthies, es hört sich an, als schwebe sie schwerelos auf warmen Luftpolstern. Unbeschwertheit und Eleganz kennzeichnen diese Platte insgesamt. Alle Beteiligten wirken sorgsam selektiert und verleihen dem elektropoppig-space'igen Album etwas Waches. Schlaftrunkenheit stellt sich bezeichnender Weise beim Hören dann ein, wenn man irgendwo mitten rein klickt und das Album nicht in seiner Flow-vollen Gänze belässt. Setzt die Vinylnadel beim ersten Track auf, verzaubert "Concrete And Glass" schnell. Schon der erste Blubberbeat-Track wirkt in seiner hypnotischen Art konzentriert, fokussiert und stilsicher. Mit "Back To Your Heart feat. Kate NV" sympathisiert man schon aufgrund der überaus liebenswerten Stimme. Während die verträumten Töne hier meist nur geringe Textmengen tragen, umfasst "We Forgot Love feat. Khadja Bonet" doch eine packende Geschichte von Freiheit und Grenzen im Kopf. Bizarr röhrende Synthie-Töne setzen gegen Ende ein, als Khadja Bonet zu der Erkenntnis gelangt: "Wir haben die Liebe vergessen." Dieses Fazit wiederholt sie dann eine Minute lang zu unterwasserartig versunkenen, doch hell und neon-schrill orgelnden Klängen. Verzerrte Vocoder-Sequenzen platzieren einen Hauch Stimme auch in "What Makes Me Think About You" und mit Talkbox-Sound in "Turn Right, Turn Left", einer nostalgischen Soft Soul-Nummer. Belanglos oder lediglich 'nett' mag dieses Album beim ersten Durchskippen noch erscheinen; es drängt sich nicht auf und hält sich gerne im Ambient-Milieu auf. Doch spätestens mit der Anlehnung an die Musique Concrète in "City Radieuse" offenbart sich: Diese Scheibe ist wie eine Schatztruhe. Nähert man sich den Sounds, lässt sie wirken und sucht einzelne Stellen beim Wiederhören, löst Godin hier das Versprechen des hübschen Cover-Artworks ein: ein zeitloses Werk voller schöner Momente. © Laut
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Electronic - Erschienen am 2. Dezember 1976 | Sony Music Catalog

Hi-Res
1976 hatte sich Jean Michel Jarre anscheinend zum Ziel gesetzt, zwischen sämtlichen Stühlen Platz zu nehmen. Die erste Welle experimenteller Elektroniker schwappte vorher bereits über den Erdball. Klaus Schulze "Irrlicht"erte durch fremde Synthie-Sphären, Edgar Froese und Tangerine Dream setzten 1975 mit "Ricochet" eine gewaltige Duftmarke. Kraftwerk fuhren auch schon recht virtuos auf der "Autobahn". Der heißeste Scheiß hörte damals auf den Namen Punk. Da kommt Jean Michel Jarre, der bislang eher als der Filius von Maurice (der unter anderem die Soundtracks von "Lawrence Von Arabien" und "Ghost" verantwortet) und als Produzent von Werbejingles bekannt war, mit einem rein elektronischen Album um die Ecke, das mit den erwähnten Protagonisten und Genres kaum etwas zu tun hat. Zwar verwendet Jarre wie seine Kollegen Synthesizer, Rhythmus-Maschinen und Sequenzer, doch sein Ansatz gestaltet sich weitaus weniger experimentell und abgespacet. Auch mit Mike Oldfield wird Jarre gern verglichen. Mit ihm verbindet ihn etwa die Tatsache, dass er "Oxygène" ebenfalls wie Sauerbier bei Labels und A&R-Typen anbieten musste, ehe sich Querköpfe dazu entschlossen, den ungewöhnlichen Klängen eine Plattform zu bieten. Bei Oldfield griff Virgin-Gründer Richard Branson zu. In Jarres Fall avancierte Francis Dreyfus mit seinem Label zum Geburtshelfer dieses Albums und machte nebenbei einen ganzen Sack Kohle. "Oxygène" verkaufte sich wie geschnitten Baguette. Vielleicht lag es daran, dass sich die Musikpresse damals - besonders in Großbritannien - auf Jarre als Hassobjekt eingeschossen hatte. Schulze und Co. hätten diese Art von Musik schon ausreichend abgehandelt, lautete der Vorwurf, der Franzose habe dem nichts Neues hinzuzufügen. Langweilig, abgehoben und dröge wirkten seine Kompositionen. Noch dazu ehelichte der Gallier die auf der Insel äußerst beliebte Schauspielerin Charlotte Rampling. So einen Typen muss man doch hassen. Was hat der, das ich nicht habe? Wie wärs mit hypnotischen Melodien? Die hält "Oxygène" nämlich zuhauf parat. Wo die Elektroniker der Berliner Schule meist auf Atmosphäre setzen, strafft Jarre dieses Konzept und baut auf kürzere Tracks. Die landen so punktgenau, dass die sechs Teile des Albums schon den Zenit dessen erreichen, was Jarre künstlerisch auszudrücken vermag. Auch wenn sich der aus dem südfranzösischen Lyon stammende Musiker in den Jahren nach diesem Release zu einem gefeierten Star mausert, der nicht selten vor einem Megapublikum von mehreren Hunderttausend Zuschauern auftritt: Die geballte Ladung Inspiration und Atmosphäre setzt er hernach nie wieder so perfekt in Szene. Kaum eine seiner zahlreichen Kompositionen besitzt den Wiedererkennungswert von "Part II" mit seinen hüpfenden Noten und dem ebenso hibbeligen Bass-Rhythmus. Futuristische Soundeffekte schweben am Ohr des Hörers vorbei und bereiten den Boden für einen intergelaktischen Space-Trip der Extraklasse. Wie ein vertonter Drogenrausch schubst Jarre den Hörer in entlegene Galaxien, zieht ihn in Wurmlöcher und spuckt ihn am Ende wieder in die Realität zurück. Diesen Parforce-Ritt toppt nur noch der vierte Teil. Wer die Töne dieses Tracks nicht kennt, muss auf einer einsamen Insel der Molukken aufgewachsen sein. Träumerischer und stilsicherer hat bis dato niemand Elektronik zur Klangerzeugung eingesetzt. Einfach fantastisch, auch wenn sich Jarre bei der Ausformulierung der Melodie von Gershon Kingsley und dessen "Popcorn" inspirieren ließ. Dabei lässt der Start ins Album noch gar keine Großtaten dieser Dimension vermuten. Wie Regentropfen lässt Jarre die Töne ploppen, ehe blubbernde Sounds das Zepter übernehmen. Klänge wie aus dem Theremin jaulen durchs Off und führen auf einen zwischenzeitlichen Höhepunkt hin, der den klassischen Background seines Urhebers anklingen lässt. Ein wenig Wagner auf Acid dudelt hier durch. Die Art und Weise, wie der Franzose das Album aufbaut, lässt vermuten, dass er von seinen beiden 'Hits' schon vorab so überzeugt war, dass er die restlichen Tracks darum herum konstruierte. Wie ein Konstrukt klingt "Oxygène" dennoch nicht. Wäre der Fade Out am Ende des dritten Parts nicht der physischen Begrenztheit des Mediums Schallplatte geschuldet, Jarre hätte ein Album in einem Guss geschaffen, das so harmonisch und natürlich klingt wie das Vogelgezwitscher kurz vor Ende von Seite eins. Elektronische Kühle kann hier gar nicht aufkommen, ganz im Gegenteil. Wenn "Oxygène" nach knapp 40 Minuten mit dem letzten Streich ausklingt, fühlt man sich automatisch an karibische Strände versetzt, mit einem Cocktail in der Hand, ganz nahe bei der sanften Brandung, die einem die Füße umspült. Man muss Jarre zugute halten, dass die sechs Teile gar nicht so antiquiert klingen, wie es das Alter der verwendeten Synths vermuten lassen würde. "Oxygène" gehört zum Kanon der Musikhistorie wie "Sgt. Pepper" der Beatles oder Led Zeppelins "IV". Nicht umsonst verwendet jeder Provinz-Regisseur zur musikalischen Untermalung seiner Dokumentationen Musik aus vorliegendem Album. © Laut
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Ambient - Erschienen am 31. Januar 2020 | Kscope

Hi-Res
Froese gründete 1967 die experimentelle Rockband, die zur ersten wichtigen Gruppe für elektronische Musik und zur Kultband für Fans psychedelischer Musik wurde. Über sie schrieb der berühmte Rockkritiker Lester Bangs in einem legendären Artikel über ihr Konzert in New York im Jahr 1977: "Ich sah Gott und/oder Tangerine Dream". TD, die 1974, auf dem Höhepunkt der New-Age-Periode, einen Vertrag mit Virgin unterzeichnet hatten, setzten auf erfolgreichen Alben wie Phaedra und Stratosfear Synthies und Sequenzer ein.Seit Froeses Tod 2015 ist die Band verwaist. Ihr Gründer und Leader nahm seinen letzten Song Zero Gravity mit Jean-Michel Jarre auf dem Album Electronica 1: The Time Machine auf. Das Trio Thorsten Quaeschning (Keyboards, Schlagzeug, Gesang, Gitarren), Hoshiko Yamane (Violine, Cello) und Ulrich Schnauss (Keyboards, Klavier) hat jedoch beschlossen, Froeses Vision weiterzuverfolgen. Dessen letzte Idee war gewesen, Quantenphysik und Musik zu mischen. So entstand 2017 Quantum Gate, das zum Teil auf seinen letzten Aufnahmen basiert. Dem vorliegenden Album Recurring Dreams liegt dasselbe Konzept zugrunde, das aber quer durch alle Epochen der Band sowohl auf alte Songs "mit Synthesizern und Sequenzern aller Generationen" als auch auf neue Arrangements angewendet wird. So finden wir Titel aus den 70er- (Sequent C, Phaedra), 80er- (Tangram, Horizon, Yellowstone Park) und 90er-Jahren (The Claymore Mine / Stalking). Eine Kompilation kosmischer Klassiker, das auch die misstrauischsten Fans begeistern dürfte. © Smaël Bouaici/Qobuz
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New Age - Erschienen am 2. Oktober 2020 | AVAF Music

Hi-Res
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Ambient - Erschienen am 26. Januar 2018 | Erased Tapes

Hi-Res Booklet
"Im Prozess seiner Fertigstellung offenbart ein Album nicht nur, was es geworden ist, sondern, vielleicht noch wichtiger, was es nicht geworden ist. 'All Melody' sollte über die Zeit hinweg vieles Verschiedenes sein und wurde auch viel davon, allerdings nie genau das, was ich geplant hatte", gibt Nils Frahm gewohnt nachdenklich zu Protokoll. Dem Hörerlebnis hat die nur in Teilen gelungene Umsetzung seiner Vorstellungen aber keineswegs geschadet. Der 35-jährige Wahlberliner war nach seiner letzten Tournee 2015 vorrangig damit beschäftigt, sein Studio zu renovieren und vollständig seinen Bedürfnissen anzupassen. Das Albumcover entspricht der Relevanz der Aufnahmeräume: Sie lieferten Nährboden für eines der spannendsten elektronischen Alben seit Langem. Beim ersten Durchlauf überrascht das deutlich erweiterte musikalische Repertoire, mit dem Frahm in "All Melody" zu Werke geht. Arbeitete er bislang, grob gesagt, mit einem Zweiergespann aus Klavieren und Synthesizern, das er auch mal um Klobürsten erweiterte, lud er sich für die neuesten Aufnahmen Gäste ins Studio ein. Das macht sich schon im Opener "The Whole Universe Wants To Be Touched" bemerkbar. Dort erklingt ein Chor und generiert einen filmisch anmutenden Einstieg. Die Überleitung zu "Sunson" gelingt fließend, die stetig schwellende orchestrale Melodie mündet jäh in den Klängen von Frahms Synthesizer, der mit einer Kickdrum fürs rhythmische Grundgerüst sorgt. Stünde jetzt eigentlich schon ein fertiger Track zu Buche, gesellen sich auch noch panflötenartige Klänge zur Melodie, die sich zu keiner Zeit verdächtig machen, ins klischeebeladene Reich südamerikanischer Weltmusik abzudriften. "Sunson" wird so zu einem unruhigen, fast schon tanzbaren Stück, das eine Weiterentwicklung in Frahms Schaffen einläutet. Selbige Klänge ziehen sich auch durchs träge, intime "Human Range", in dem Trompete, Cello und sanfte Percussion zusehends hinter den dominierenden Chören abtauchen. Nach dem Klavierintermezzo "Forever Changeless" folgt das Titelstück. "All Melody" ist der legitime Nachfolger zum überragenden "Says" von 2013. Hier baut sich die Spannung jedoch nicht behutsam auf, sie bleibt konstant auf einem hohen Niveau. Der stets tonangebende Synthesizer-Loop klingt anfangs milde, konkretisiert sich dann und stellt sich in den Dienst der Funktionalität. Mit zunehmender Dauer bricht er allerdings aus seinem Korsett aus und scheint sich fast zu verselbstständigen. Unterstützt von zappelnden Beats fesselt "All Melody" in jeder Sekunde und flaut erst nach knapp zehn Minuten ab. "#2" legt allerdings sofort im Anschluss nach und beschwört mit den einleitenden Marimba-Klängen eine Jam-Atmosphäre im Sinne Nonkeens herauf. Deutlicher wird kaum mehr, wie gut Nils Frahm die Erweiterung seines instrumentalen Spektrums tut. Den finalen Teil bestreiten Frahm und sein Synthesizer dann selbst. Dort stellt er aufs Neue sein unnachahmliches Gespür für den perfekten Loop, den intuitives Klavierspiel bereichert, unter Beweis. Dass sich "All Melody" und "#2" derart gut ergänzen, ist übrigens kein Zufall: Schon bei den Live-Performances der letzten Jahre folgten sie stets aufeinander. Diese außerordentlich gelungene Symbiose aber als Kern des Albums zu titulieren, erschiene dem Rest gegenüber unfair. "Momentum", ein erneut vom Loop getragenes Stück, beginnt mit sakral wirkenden Chorälen. Eine der vielen fließenden Überleitungen, dieses Mal von Vogelgezwitscher begleitet, mündet in "Fundamental Values", das der Verzicht auf elektronische Elemente auszeichnet und mit seiner ruhigen Gangart auf dem Album dieses Mal in der Minderheit bleibt. Das letzte Epos, "Kaleidoscope", trägt eine treibende, rastlose Orgel. Diese tritt nach einer wiederholt pompösen Einleitung in den Vordergrund und produziert, gepaart mit sphärischen Chören, die sich ins Klangbild mischen, ein sogartiges Hörerlebnis. Zugleich liefert "Kaleidoscope" ein Musterbeispiel dafür, dass Frahms Melodien mit zunehmender Länge erst ihre ganze Kraft entfalten. Nicht unzählige virtuose Momente, die Frahm zweifelsohne im Petto hätte, machen aus dem erstaunlich groovigen "All Melody" ein überragendes Album. Die Stärke liegt in seinem Sinn für fesselnde Arrangements, dem Talent, Klangteppiche Stück für Stück aufzubauen und verschiedenste Instrumente zu einem stimmigen Ganzen zu einen. Besetzt der Pianist ohnehin schon eine eigene künstlerische Nische, entwickelt er seinen Sound auf kreative Weise weiter und erreicht mit der Öffnung seines Stils für neue Einflüsse eine nie dagewesene Vielseitigkeit. © Laut
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Trip Hop - Erschienen am 1. Januar 2012 | Virgin Catalogue

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
2003 ist vom einstigen Dreigestirn des Trip Hop nur mehr Robert Del Naja aka 3D übrig. Mushroom stieg kurz nach der letzten Platte aus, Daddy Gee macht Babypause und soll, zumindest nach momentanen Gerüchten, auf der Tour sowie der nächsten Platte, die schon im Herbst erscheinen soll, wieder dabei sein. "100th Window" ist somit im Alleingang von 3D produziert worden. Ihm ging es auch darum, mit Erwartungshaltungen zu brechen. Was ohne Zweifel gelungen ist. Ob im positiven oder negativen Sinne muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn "100th Window" wird polarisieren wie nichts von Massive Attack je zuvor, das offenbart sich sehr schnell. "Future Proof", der Opener, eröffnet wie gewohnt düster - musikalisch wie textlich. Deutlich elektronischer als bisherige Veröffentlichungen allerdings und - und hier liegt der Hase im Pfeffer - ohne diese unbeschreiblich schönen Melodien, die bislang jeder Platte des Trios aus Bristol zu Grunde lagen. Auf "What Your Soul Sings" samplen sich Massive Attack dann erstmals selbst. Doch auch die Reminiszenzen an "Teardrop" lassen den Song niemals die Größe des Originals erreichen. "Special Cases", die erste Single des Albums ist nach "Future Proof" der zweite Song, der überzeugen kann. Langsame, schleppende Bässe, bedrohliche Streicher und die Stimme von Gastsängerin Sinéad O'Connor lassen diese wundervoll einlullende Stimmung aufkommen, die man an Massive Attack so schätzt. In eine ähnliche Richtung geht "Butterfly Caught", dem allerdings 3D seine Stimme leiht. Ab Track Nummer sieben läuft das Album dann - endlich - zu Hochform auf. "Small Time Shot Away" fließt mit hypnotischer Basslinie vor sich hin, für die Backgroundvocals wurde Blurs Damon Albarn ins Studio eingeladen. "Antistar" als Schlusspunkt geht diesen Weg weiter, reißt mit und läuft am Ende mit einem endlosen Bass-Sample aus. "100th Window" mag das bislang schwächste und verwirrendste Massive Attack-Album sein. Auch die Fans wird es sicherlich spalten. Allerdings ist "100th Window" noch immer um Klassen besser, als 99% aller Sachen, die in diesem Jahr noch kommen werden. Stagnation auf einem solch hohen Level geht in Ordnung. © Laut
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Electronic - Erschienen am 21. Februar 2020 | 4AD

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Der "Art Angels"-Ausflug in Pop-adhärente Gefilde ist vorbei; Grimes macht wieder Musik, die kompromisslos durch alle Breitengrade des Genre-Atlas taumelt. Sie muss. Nach medial turbulenten Jahren spürt man dem neuen Album Frust, Isolation und Zweifel an, die durch direkte Konfrontation nicht behoben wären. Stattdessen schweift Grimes auf "Miss Anthropocene" ins große Unbekannte ab: Ein diffus verkopftes Konzeptalbum über eine moderne Dämonologie will sie abliefern. Zurück zu den Rollen, zurück zu den Masken, weg davon, ihre Privatperson zum Epizentrum der Kunst zu machen. Ein Versuch, die Weltuntergangsängste der Gegenwart als Kabinett an Science-Fiction-Schurken aufzustellen. Ein Versuch, die komplizierte Gegenwart gegen alle Überforderung wieder konsumierbar zu machen. Diese Konzept-Ebene geht vielleicht auf, wenn man jede begleitende Illustration, jedes Video und alle (sich teils widersprechenden) Aussagen in Interviews und Social Media mit betrachtet. Vielleicht geht das Konzept von "Miss Anthropocene" auch überhaupt nicht auf. Das Album ist verworren, verkopft, emotional instabil und in seiner Kreativität zugänglich wie eine Rauchgranate. Vielleicht sollte man "Miss Anthropocene" nicht als Plot-befeuertes Science-Fiction-Opus ansehen. Die Brillanz, die in der Platte zu finden ist, liegt in der fragmentierten Uneindeutigkeit ihrer Gefühle: ein kaleidoskopisches Mood-Board der Postapokalypse. Statt aus den kaum verständlichen, spärlichen Texten der Songs konzeptuelle Bedeutung zu wringen, lohnt es sich, zu identifizieren, was dieses Album klanglich zusammenhält. Obwohl musikalisch binnen weniger Tracks zwischen akustischem Folk, Drum'n'Bass und Bollywood-Samples geschaltet wird, verwendet Grimes nämlich klangliche Techniken, die "Miss Anthropocene" kohärent machen. Man könnte diese Techniken als musikalische Denaturalisierung bezeichnen, zum Beispiel durch bewusste Übersteuerung, der Infusion von akustischem Schlamm, präsenter Noise-Spuren oder überlagerndem Reverb. Die Songs klingen bewusst überfrachtet, gegrillt, ein wenig kaputt, immerzu begleitet von einem ominösen Wabern einer alles erodierenden Wall of Sound. Das steht in Tradition industrieller Musik, irgendwo zwischen "Endless Summer" von Fennesz und "Untrue" von Burial, wie es auch Lorn oder Yeule in die Jetztzeit übertragen haben. Damit entstehen Passagen, die in ihrer Ausarbeitung an Pre-"Visions"-Grimes erinnern. Gerade die Opener "So Heavy I Fell Through The Earth" und "Darkseid" betreiben kein klassisches Songwriting, nichts mit Strophe-Chorus-Strophe-Bridge, sondern folgen Ideen von Loop-Musik, die die Texturen der Klänge und Stimmen zu größtmöglichem Effekt ausstellt, wie Grimes es schon auf "Halfaxa" und "Geidi Primes" tat. Ersterer wurde von Illangelo abgemischt und orientiert sich laut Grimes an dessen Beat zu "The Hills". Klingt dementsprechend auch, als hätte Enya auf einem The Weeknd-Song gesungen. Ein eindrucksvoller, destruktiver Vibe, aber gerade bei mehrmaligem Hören können diese Songs Längen aufweisen. Besonders viel passiert eben nicht. Die bräsierenden Synthesizer und dunklen Bässe mäandern ihren Weg durch Wälle aus Echo und Mandarin-Raps von Pan Wei-Ju, nur um alle paar Minuten in einem lichtenden Song-Übergang zu branden. Ähnlich verhält es sich mit den ausklingenden drei Tracks. "Before The Fever" und "IDORU" hätten in ihrer dekonstruierten Simplizität musikalisch eins zu eins auf "Visions" oder der "Darkbloom"-EP landen können. Manche Fans wird dieser Rückbezug freuen, allerdings wäre es spannend gewesen, wenn sie die Ästhetik mit ihren neu gefundenen Songwriting-Erfahrungen von "Art Angels" ein wenig dichter und direkter gemacht hätte. Hier handelt es sich um ein Stück Stimmung, das man sich erschließen kann, wenn man denn will. Zubewegen wird es sich auf den Hörer nämlich nicht. Der echte Kern, der Pop von "Miss Anthropocene", findet im Mittelteil statt. Zwischen "Delete Forever" und "My Name Is Dark" zimmert Grimes Volltreffer nach Volltreffer und findet die perfekte Synthese aus ihrer alten und neuen Musik. Beginnend mit dem Indie-Folk-Song "Delete Forever", der mit verzerrten Klampfen-Klängen und einschneidenden Lyrics über PTSD zur Opiat-Epidemie menschlich und demaskiert klingt. Inspiriert vom Tod des Rappers Lil Peep, der die Erinnerung an den ähnlichen Tod alter Freunde wachrief, charakterisiert sie das Gefühl von Taubheit und Verlust. "Funny how they think us naive when we're on the brink/ Innocence was fleeting like a season/ Cannot comprehend, lost so many men/ Lately, all their ghosts turn into reasons and excuses/" singt sie und könnte Heroin und Benzos in der Musikszene genau so wie die Klimakrise meinen. Das effektive Anschneiden der Universalität von Gefühlen der Überforderung trägt auch die folgenden Songs. "Violence" wurde bereits mehrfach als Song aus Perspektive der Erde erklärt, die sich für die ihr angetane Gewalt an ihren Bewohnern rächt. Doch gerade im Kontext des vorigen Songs wirkt Stimme und Fokalisierung der Sängerin auch wie zum Selbstschutz aufrecht erhaltener Zynismus einer tief verletzten Person, die sich mit einer Romantisierung ihrer Traumata ein wenig Freiheit erringen will. Ein bisschen wie es viele großen Leitfiguren dieser Generation tun, sei es ein Lil Peep oder eine Billie Eilish. Die wörtliche Deutung entpuppt sich als einschneidender als jede Metapher, die Maskenlosigkeit als undurchschaubarer als jede Maske. Mit "4AEM" und "My Name Is Dark" (auf der Bonus-Edition möge man noch "We Appreciate Power" dazurechnen) gibt es dann noch einmal ein paar Banger in der Tracklist, über die man viel nachdenken kann, aber Gott sei Dank nicht muss, weil sie ohne genauere Zuschreibung ordentlich scheppern. "4AEM" hat nahezu keine Lyrics, dafür einen absurden Wechsel zwischen Grimes-Vocals und an frühen EDM erinnernden Techno-Breakdown mit Bollywood-Vocals. Klingt absurd, aber ist laut, macht Krach und liefert für die richtige Party den richtigen Song. "My Name Is Dark" wurde im Vorfeld schon als das "Kill V Maim" der Platte beschrieben und tut genau das: Ein musikalisch überrumpelnder Power-Trip mit absurd-komischem Mitsing-Chorus und endlosem Wiederhörwert. "Hands reaching out for new gods/ You can't give me what I want/", so steht die Ballade "New Gods" in der Mitte des Albums wie ein Zwischenfazit und fasst zusammen, was "Miss Anthropocene" dem Hörer anbietet: Alles, nur keine Antworten. Natürlich bietet es keine Antworten. All der Anspruch, all das Konzept scheinen unterm Strich nur Beiwerk für eine emotionale Trance zu sein. Eine Trance aus Taubheit und Überforderung, die zwar gleichzeitig so persönlich und emotional erkundet wird, und doch für das Leben 2020 erschreckend universell erscheint. Es bietet kein Portrait des Popstars als junge Frau, weil Claire Boucher nie das Zentrum ihrer Musik darstellte. Grimes neues Album ist ein transhumanistisches Steampunk-Manifest über das Leben einer anonymen Einzelnen in einer Welt, die sich womöglich zurecht am Abgrund wähnt. Es ist eine Erkundung aller emotionalen und klanglichen Facetten, das die starrende Apokalypse dem Menschen abringen kann. © Laut
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Electronic - Erschienen am 13. Dezember 2019 | KAYTRANADA - RCA Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Kaytranada gehört zum Kanon des Cools, ohne genau preiszugeben, wer er eigentlich ist. Der Kanadier, der 2016 sein Debüt veröffentlicht hat, schwelgt in Halbschatten und fühlt sich vielen Strömungen verbunden. "Bubba" zeigt ihn als Stimme einer neuen schwarzen Modernität, ein Vibe zwischen Tyler The Creator, Kali Uchis, Flying Lotus und Thundercat. Denn selbst, wenn keiner dieser Künstler Electro macht, teilen sie seinen intuitiven, kollaborativen Geist, der so retro wie futuristisch ist. Dabei nimmt die Platte eine abgeklärte, freie Haltung ein. Es fühlt sich wie ein gelungener DJ-Mix an, ist gleichermaßen zwanglos tanzbar und könnte doch auch ein Lo-Fi-Hip Hop-Set sein. Am markantesten zeigt das sich an den instrumentalen Cuts wie dem Opener "Do It" oder dem einsilbigen, aber brillanten "Puff Lah". Die Energie ist so leichtfüßig, so beiläufig, dass man sich nach ein paar Nummern erst vergegenwärtigen muss, wie tief man in die Platte eingesunken ist. Kaytranadas ganze Musik kursiert um die pulsierende Kickdrum, die von abwechselnd nostalgischen und zeitgemäßen Bässen bis zur Massenhypnose elektrisiert wird. "The Worst In Me" könnte ein Groove wie von Herbie Hancocks Head Hunters sein, "Vex Oh" dagegen würde auf einem 2019 erschienenen Dancehall-Mix zeitgemäß klingen. Er harmoniert genauso mit den Kollaboratueren: Klar, dass es dem in Haiti geborenen Kaytranada ein Leichtes ist, einen Jamaikaner wie Masego oder das nigerianische Duo VanJess reibungslos in seine Vision einzubetten. Dort feuert er einiges an Starpower nach. Tinashe oder Top Dawgs SiR singen smooth auf "The Worst In Me" oder "Go DJ", Goldlink lässt auf "Vex Oh" ein paar meditative Bars vom Stapel. Highlights kommen von Crystal Gem-Chefin Estelle und auf der butterweichen House-Nummer "10 Percent" von Kali Uchis, die im sonnenbadenden Groove frostige Kiss-Offs in die Welt feuert. Ihre Stimme klingt hier unglaublich, sie ist in einem Element, wie sie es in den besten Momenten von "Isolation" war. Einzig der sonst so verlässliche Gast Mick Jenkins hängt mit seiner etwas zu sehr ins R'n'B gegriffenen Performance ein bisschen durch, und an den experimentellen Dub-Song mit Pharrell muss man sich je nach Vorliebe erst gewöhnen. Aber die eine Stärke, die man über die Vielzahl gelungener bis großartiger Einzelmomente festhalten sollte, ist das absolut fehlerfreie Pacing von "Bubba". Nicht nur, weil immer wieder kleine Abzweigungen und Beatwechsel den Durchgängen zwischen den Songs besondere Würze verleihen, fließt die Platte reibungslos und wird von jedem Übergang auf ein Weiteres beflügelt. Besonders kurze, instrumentale Momente wie "Puff Lah" oder das Future Funk-inspirierte "Scared To Death" koppeln als Interludes die Dramaturgie der Platte noch einmal an. Es schwebt irgendwo zwischen "IGOR" von Tyler The Creator und "Flamagra" von Flying Lotus. Kaytranada nimmt subtil und unauffällig die besten Elemente der Jetztzeit, sei es ihre Vielseitigkeit, ihre Offenheit im Genre und ihre flüssigen Songstrukturen und baut sie in futuristischer Nostalgie in tanzbar neu zusammen. Die Platte ist kompromisslos und doch unaufdringlich, minimal und doch endlos farbenfroh und ein weiteres Indiz, dass dieser Kaytranada zu den spannendsten Produzenten der Jetztzeit gehört. © Laut
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Electronic - Erschienen am 11. April 2011 | Because Music Ltd.

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Sélection Les Inrocks - 4 étoiles Technikart - Sélection du Mercury Prize
Das letzte Metronomy-Album "Nights Out" sei der Versuch gewesen, der kurzen Aufmerksamkeitsspanne der MP3-Generation zu begegnen, erzählte Songwriting-Chef Joseph Mount vor drei Jahren. Diese Rezeptionstendenz hat sich seither ebenso wenig verändert wie Mounts Verdruss darüber. Das erklärt vielleicht, warum "The English Riviera" so komplett anders geraten ist als sein Vorgänger. Ja, warum es fast das Album einer komplett anderen Band sein könnte. Vielleicht hatte der Alleingänger aber auch genug von den New Rave-Vergleichen, die ihn ständig mit Bands wie Klaxons und Foals in Verbindung brachten. Zu allem Übel setzten die auch noch weit mehr Alben ab. Der Aufkleber "The follow up to the critically acclaimed 2008 album Nights Out", mit dem das Label nun das komplett informationsfreie "The English Riviera"-Cover bewirbt, sagt eigentlich alles. Platten, die "critically acclaimed", also von der Kritik geliebt wurden, gelten in der Regel als kommerzielle Flops. Sonst könnte man sie ja mit der hohen Chartsplatzierung bewerben. Gleichzeitig verrät das pittoreske, unprätentiöse Cover einiges über das Selbstverständnis der Gruppe: 2011 geht es um Reduktion, um das Entledigen sämtlichen optischen und soundtechnischen Zierrats und um die Konzentration auf Wesentliches. Dazu gehört seit Neuestem auch die Arbeit als Bandgefüge, wenngleich Mount die Kompositionszügel weiter fest in den Händen hält. Es sei kein politisches Signal, aber das Album solle "den Leuten zeigen, was man mit einem richtigen Studio alles machen kann, wenn man sich die Zeit dazu nimmt", erläuterte der bisher als Hinterzimmer-Frickler bekannte Metronomy-Chef. Zeit nehmen, innehalten, reflektieren: Das Konzeptalbum über die Jugend des Mittzwanzigers im südwestenglischen Badeort Devon gerät zu einem Triumph stiller Pop-Melancholie, die zwar noch rudimentär auf den Grundlagen elektronischer Klangerzeugung basiert, ansonsten aber mit skelettartig funkelnden Funk-Grooves bezaubert. Verwunderlich, welche Sogwirkung solch in sich gekehrte Songs wie "We Broke Free" oder das wunderbare, von Roxanne Clifford gesungene "Everything Goes My Way" entwickeln. Voluminöse Basslines, federnde Gitarren, schnörkelige Synthesizer, Wurlitzer-Wahnsinn und Handclap-Beats bilden die Grundstruktur dieses furchtbar infektiösen Popalbums. Die Referenzpunkte reichen von Belle And Sebastian über Phoenix bis hin zu 70er Jahre Westcoast Pop à la ELO, was alleine schon spannend genug klingen sollte, in die Platte hineinzuhören. Selbst wenn ungemein eingängige Songs wie "She Wants" oder "The Look" für sich gesehen Single-Hits werden könnten, sind sie doch elementarer Teil eines atmosphärischen Gesamtwerks, dessen Faszination den Sommer 2011 weit überdauern wird. Es ist schwer vorstellbar, dass alte Fans den Dance-Ansatz der Gruppe auf "The English Riviera" vermissen werden, alleine weil Mount mit "Corinne" einen Song auffährt, der galant eine Brücke schlägt und auf dem Vorgänger zu den absoluten Highlights gezählt hätte. "The Bay" klingt dagegen wie ein Outtake von "Nights Out" und wirkt daher im Albumkontext eher als Fremdkörper. Dennoch: "The English Riviera" ist Metronomys bisheriges Meisterstück, das mit Sicherheit nicht nur von der Kritik geliebt werden, sondern auch die Jahreshitlisten dominieren wird. © Laut
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Ambient - Erschienen am 7. Februar 2020 | Gondwana Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sunda Arc, das Projekt, das 2018 von den Brüdern Nick und Jordan Smart (von der Folk/Jazz-Band Mammal Hands) mit der EP Flicker beim Manchester-Label Gondwana Records (GoGo Penguin, Portico Quartet) begonnen wurde, macht seinen nächsten großen Schritt und veröffentlicht sein erstes Album in voller Länge, das auch im Katalog von Erased Tapes nicht fehl am Platz gewesen wäre. Wie Nils Frahm verschmelzen die beiden Brüder elektronischen mit akustischem Sound und sind besessen davon, "den Geist in der Maschine zu finden", ein Konzept, das Terry Riley sehr am Herzen liegt. Dieser Geist muss um Vespers herum schweben, ein wunderschöner Ambient-Track, den man beim Lagerfeuer hören kann und gleichzeitig das letzte Stück eines Albums, das perfekt im Trend liegt, irgendwo zwischen Jon Hopkins, Max Cooper und Rival Consoles.Aber obwohl die Ambient-Stimmungen einen besonderen Reiz haben, schrecken die Smart-Brüder nicht vor einer tanzenden Atmosphäre zurück - ohne jedoch die Grenze zur Club-Musik zu überschreiten - auf dem hypnotischen Cluster, dem obsessiven Dawn (das an bestimmte Caribou-Produktionen erinnert) und Daemon, ein leichter Hauch von Moderat. Sie wissen auch, wie sie Leichtigkeit zaubern können und gehen dabei fast in den Pop über, wie bei der Single Hymne, die ihre Fähigkeit zeigt, dieses Projekt zu etwas sehr Vielversprechendem zu machen. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Dance - Erschienen am 23. Oktober 2020 | BMG Rights Management (UK) Ltd

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DNA

Electronic - Erschienen am 7. Februar 2020 | Malligator Préférence

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Dance - Erschienen am 7. März 2001 | Parlophone (France)

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Irgendwann im Februar diesen Jahres: Im Werbeblock von Futurama zappe ich mich bis in die heile Welt von MTV und Viva. Dort glaube ich, die erste Single vom neuen Daft Punk-Album zu hören. Wenige Augenblicke später der Schock - es war Gigi D'Agostino! Fairerweise muss man aber zugeben, dass "One More Time" einer der schwächsten Songs vom Nachfolger des bahnbrechenden Debuts "Homework" (1996) ist. Schon bei Track zwei - "Aerodynamic" ist wieder alles in bester Ordnung, auch wenn Daft Punk sich verändert haben. Das rotzfrech bei Van Halen entwendete Gitarrensolo verleiht dem Song eine gewisse Coolness, wie es wohl nur bei Daft Punk möglich ist. Überhaupt haben Guy-Manuel De Homem-Christo und Thomas Bangalter die späten 70er und 80er wieder für sich entdeckt: 10cc, Supertramp, Prince, Captain Future und der C64 - alle sind mit dabei. "Crescendolls" macht es schon nach wenigen Sekunden deutlich: die Party läuft direkt in deinem Player! Kurze Zeit später kehren Daft Punk dann zu ihren Wurzeln zurück: "Superheroes" und vor allem "Highlife" zeigen die beiden Franzosen von ihrer "housigen" Seite. "Something About Us" im Anschluss daran kommt dann sehr funky daher, kann aber nicht wirklich überzeugen. "Voyager" dagegen schon, endlich wieder diese typischen knochentrockenen Sounds, die Homework seinerzeit zu seinem Erfolg verhalfen. Leider fehlt es aber etwas am nötigen Drive und der Härte, so als sei das Konzept des Songs nicht bis zum Ende durchgezogen worden. Wirklich gut sind dann noch die beiden Songs ganz am Ende von Discovery. "Face To Face" wirkt anfangs zwar etwas zerhackstückelt, wenn man sich an die Breaks aber mal gewöhnt hat, gehen sie durchaus in Ohr und Bein. Auch "Too Long" braucht einige Anläufe, hat aber trotz seiner Überlänge das Zeug zum Clubhit. Discovery ist kein zweites Homework, das war wohl schon vorher klar. Daft Punk haben ihre Sache gut gemacht, was ihnen manchmal fehlt ist der nötige Druck hinter den Songs und eine etwas klarere Richtung, wohin die Entdeckungsreise gehen soll. Außerdem ist beim Zweitling der Überraschungseffekt des Debuts zwangsläufig verloren gegangen. Trotzdem - allemal besser als Gigi D'Agostino! © Laut