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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Juli 2021 | Universal Music New Zealand Limited

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. Juli 2021 | Universal Music New Zealand Limited

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Republic Records

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Wie viele gute Hooks muss Clairo noch schreiben, bis die Indie-Kids nicht mehr gemein zu ihr sind? Wann immer sie Thema wird, werden Leute nicht müde, ihr ihre reichen Eltern mit Industrie-Connections aufs Brot zu schmieren. Dabei hätte "Immunity" sie gut und gerne davon erlösen können. Songs wie "Bags" oder "Sofia" machen Bedroom-Pop mit so viel mehr Charme und Gefühl für Refrains als 90 Prozent ihrer Gitarren-Fidel-Kollegen. Aber ein bisschen versteht man es ja schon: Clairo ist jung, weiblich und hat sich die längste Zeit nicht geschämt, ein bisschen Basic zu sein. Aber damit ist Schluss: Clairo kommt mit "Sling" in ihrer Ära der Respektierbarkeit™ an. Warmer Indie-Folk-Sound, Referenzen an Joni Mitchell, Elliott Smith und die Carpenters, Jack Antonoff produzierte. Und so viele Herzen sie damit erquicken wird, wie jemand anderes zu klingen, die luzidesten Momente des Albums sind die, in denen sie sie selbst bleibt. So sehr man jetzt schon mit dieser Platte Referenzen-Bingo spielen möchte, ihr wahrscheinlich bester Song "Amoeba" ist ein "Immunity"-Cut im Retro-Remix. Die subtile Gitarrenmelodie und der Part bauen sich schleichend auf, dann kickt der Refrain mit Eingängigkeit und einer unglaublich effektiven Vocal-Melodie. Die atemlose Gleichgültigkeit, mit der sie die Schlussline "Show up to the party just to leave" kickt ist eine Meisterklasse des Gen Z-Pops. Diese Momente sind übrigens alle 100 Prozent Clairo – dieses kurzweilige Einfädeln eines Riffs oder einer Extra-Hook in einen Song, um den musikalischen Payoff eines Motivs noch einmal weiter zu steigern. Das ist Pop-Sensibilität, für die sich Indie oft ein bisschen zu schnöde ist, das aber viele Songs auf "Sling" eine Klasse stärker macht. Ähnlich verhält es sich auf "Harbor" oder "Reaper", die ebenfalls diese kleinen Momente des Aufblühens mitbringen, die kurz das Tempo oder die Intensität anziehen. Besonders der instrumentale Cut "Joanie" gegen Ende des Albums strotzt nur so vor cooler musikalischer Ideen und kleiner Aufbruchsmomente. Parallel zu diesem intuitiv guten Songwriting haben sich auch ihr Texte entwickelt. Alles kommt ein bisschen abstrakter daher, enthält mehr Spezifika, die aber wenig hinzufügen, außer manchen Szenen einen privaten, intim kryptischen Filter zu verleihen. Am besten bleibt sie, wenn sie einfach sagt, was sie denkt. "And two pats on the back, 'It just takes time' / It's getting late / Since when did taking time take all my life?" singt sie auf "Just For Today" über das Wegbewegen von einer gescheiterten Beziehung. Wenn sie auf "Reaper" unerwartet konkret für eine 22-Jährige über Mutterschaft nachdenkt, dann haken simple Zeilen wie "I keep forgetting that I'll have a family" tief ein, bevor sie ihren Unsicherheiten und Ängsten Raum gibt. Tatsächlich entpuppt sich das so ansprechende 70er-Sounddesign als dünner Lack. Ja, die musikalische Umsetzung in seiner Simplizität, in der Reduktion auf essentielle Harmonien und sogar die gegen Ende der Platte hin und wieder einsetzenden "Abbey Road"-Streicher kommen ihren Vorbildern musikalisch überraschend nahe. Einen großen Teil dafür leistet zweifelsohne der langsam etwas überpräsente Jack Antonoff, der den Mix von alten Mitchell- oder Smith-Alben stark reproduziert. Aber genau aus der Heldenverehrung dieser Alben entstehen ein paar der schwächsten Momente auf "Sling". Manchmal verfällt auch sie in Indie-Schlafmützigkeit, in der man vier Minuten durch unprominente Gitarrenläufe fiedelt und dabei Coffeeshop-Poesie über Gott und die Welt vorschlafwandelt. "Just For Today" ist da trotz guten Texte so ein Kandidat, auch die Lead-Single "Blouse" kommt trotz mehrmaligen Hörens kaum aus dem Saft. Sie formuliert treffende Zeilen über Marginalisierung und Respektlosigkeit gegenüber Frauen in der Musikindustrie, aber hätte ein bisschen Puls diesem Song geschadet? Der völlige Minimalismus, dem Clairos Heldinnen und Helden manchmal gefrönt haben, verlangsamt das Pacing von "Sling" stellenweise. Vor allem deswegen, weil ihre objektiv nicht sehr starke Stimme auch auf Album zwei noch von ständiger Doppelung abhängig ist, die einen richtigen Akustik-Sound nicht zulässt. Um diese Schwäche herum hat sie ja eigentlich ihren Stil entwickelt, der diese großartigen Hooks und Riffs hervorbringt. Da kann man nur hoffen, dass sie ihre Stärken weiter fest im Blick behält: Zum einen ist sie eine pointierte, nahbare und einfühlsame Texterin, zum anderen schreibt sie eben diese Hooks, die ihre Marke Indie so viel eingängiger macht als die ihrer Kollegen. Das funktioniert im musikalischen 70er-Gewand genauso gut wie auf "Immunity". Aber auch, wenn diese Ära ihr ein bisschen mehr Respekt verleihen könnte, hoffe ich, dass Nostalgie und Heldenverehrung nicht ihre Endstufe sein werden. Dass es wie ein paar große Namen der Vergangenheit klingt, ist nicht der Aspekt, der "Sling" in den besten Momenten großartig macht. Die Qualität dieses Albums kommt in seinen besten Momenten eindeutig von Clairo. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Republic Records

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Wie viele gute Hooks muss Clairo noch schreiben, bis die Indie-Kids nicht mehr gemein zu ihr sind? Wann immer sie Thema wird, werden Leute nicht müde, ihr ihre reichen Eltern mit Industrie-Connections aufs Brot zu schmieren. Dabei hätte "Immunity" sie gut und gerne davon erlösen können. Songs wie "Bags" oder "Sofia" machen Bedroom-Pop mit so viel mehr Charme und Gefühl für Refrains als 90 Prozent ihrer Gitarren-Fidel-Kollegen. Aber ein bisschen versteht man es ja schon: Clairo ist jung, weiblich und hat sich die längste Zeit nicht geschämt, ein bisschen Basic zu sein. Aber damit ist Schluss: Clairo kommt mit "Sling" in ihrer Ära der Respektierbarkeit™ an. Warmer Indie-Folk-Sound, Referenzen an Joni Mitchell, Elliott Smith und die Carpenters, Jack Antonoff produzierte. Und so viele Herzen sie damit erquicken wird, wie jemand anderes zu klingen, die luzidesten Momente des Albums sind die, in denen sie sie selbst bleibt. So sehr man jetzt schon mit dieser Platte Referenzen-Bingo spielen möchte, ihr wahrscheinlich bester Song "Amoeba" ist ein "Immunity"-Cut im Retro-Remix. Die subtile Gitarrenmelodie und der Part bauen sich schleichend auf, dann kickt der Refrain mit Eingängigkeit und einer unglaublich effektiven Vocal-Melodie. Die atemlose Gleichgültigkeit, mit der sie die Schlussline "Show up to the party just to leave" kickt ist eine Meisterklasse des Gen Z-Pops. Diese Momente sind übrigens alle 100 Prozent Clairo – dieses kurzweilige Einfädeln eines Riffs oder einer Extra-Hook in einen Song, um den musikalischen Payoff eines Motivs noch einmal weiter zu steigern. Das ist Pop-Sensibilität, für die sich Indie oft ein bisschen zu schnöde ist, das aber viele Songs auf "Sling" eine Klasse stärker macht. Ähnlich verhält es sich auf "Harbor" oder "Reaper", die ebenfalls diese kleinen Momente des Aufblühens mitbringen, die kurz das Tempo oder die Intensität anziehen. Besonders der instrumentale Cut "Joanie" gegen Ende des Albums strotzt nur so vor cooler musikalischer Ideen und kleiner Aufbruchsmomente. Parallel zu diesem intuitiv guten Songwriting haben sich auch ihr Texte entwickelt. Alles kommt ein bisschen abstrakter daher, enthält mehr Spezifika, die aber wenig hinzufügen, außer manchen Szenen einen privaten, intim kryptischen Filter zu verleihen. Am besten bleibt sie, wenn sie einfach sagt, was sie denkt. "And two pats on the back, 'It just takes time' / It's getting late / Since when did taking time take all my life?" singt sie auf "Just For Today" über das Wegbewegen von einer gescheiterten Beziehung. Wenn sie auf "Reaper" unerwartet konkret für eine 22-Jährige über Mutterschaft nachdenkt, dann haken simple Zeilen wie "I keep forgetting that I'll have a family" tief ein, bevor sie ihren Unsicherheiten und Ängsten Raum gibt. Tatsächlich entpuppt sich das so ansprechende 70er-Sounddesign als dünner Lack. Ja, die musikalische Umsetzung in seiner Simplizität, in der Reduktion auf essentielle Harmonien und sogar die gegen Ende der Platte hin und wieder einsetzenden "Abbey Road"-Streicher kommen ihren Vorbildern musikalisch überraschend nahe. Einen großen Teil dafür leistet zweifelsohne der langsam etwas überpräsente Jack Antonoff, der den Mix von alten Mitchell- oder Smith-Alben stark reproduziert. Aber genau aus der Heldenverehrung dieser Alben entstehen ein paar der schwächsten Momente auf "Sling". Manchmal verfällt auch sie in Indie-Schlafmützigkeit, in der man vier Minuten durch unprominente Gitarrenläufe fiedelt und dabei Coffeeshop-Poesie über Gott und die Welt vorschlafwandelt. "Just For Today" ist da trotz guten Texte so ein Kandidat, auch die Lead-Single "Blouse" kommt trotz mehrmaligen Hörens kaum aus dem Saft. Sie formuliert treffende Zeilen über Marginalisierung und Respektlosigkeit gegenüber Frauen in der Musikindustrie, aber hätte ein bisschen Puls diesem Song geschadet? Der völlige Minimalismus, dem Clairos Heldinnen und Helden manchmal gefrönt haben, verlangsamt das Pacing von "Sling" stellenweise. Vor allem deswegen, weil ihre objektiv nicht sehr starke Stimme auch auf Album zwei noch von ständiger Doppelung abhängig ist, die einen richtigen Akustik-Sound nicht zulässt. Um diese Schwäche herum hat sie ja eigentlich ihren Stil entwickelt, der diese großartigen Hooks und Riffs hervorbringt. Da kann man nur hoffen, dass sie ihre Stärken weiter fest im Blick behält: Zum einen ist sie eine pointierte, nahbare und einfühlsame Texterin, zum anderen schreibt sie eben diese Hooks, die ihre Marke Indie so viel eingängiger macht als die ihrer Kollegen. Das funktioniert im musikalischen 70er-Gewand genauso gut wie auf "Immunity". Aber auch, wenn diese Ära ihr ein bisschen mehr Respekt verleihen könnte, hoffe ich, dass Nostalgie und Heldenverehrung nicht ihre Endstufe sein werden. Dass es wie ein paar große Namen der Vergangenheit klingt, ist nicht der Aspekt, der "Sling" in den besten Momenten großartig macht. Die Qualität dieses Albums kommt in seinen besten Momenten eindeutig von Clairo. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Not A Son and KRO Records

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Lawrence Rothman ist einfach faszinierend… Im Jahre 2017 entdeckten wir diesen Singer-Songwriter-Dandy in The Book of Law, einem zum Best of Qobuz (Qobuzissime) erkorenen Debütalbum mit Songs voller kathartisch wirkender Texte, in denen dieser Kalifornier im Grunde genommen die Suche nach einer nicht geschlechtsspezifischen (nichtbinären) Identität zur Sprache brachte. Dieses androgyne Gesicht mit der dazugehörigen Stimme – ein gefundenes Fressen für die Hochglanzmagazine der Modebranche – und diese große Leidenschaft für Transvestismus, die der Fotografin Cindy Sherman in nichts nachsteht (er sieht in jedem Clip anders aus), noch dazu in Begleitung auserlesener Freunde (Kim Gordon von Sonic Youth, Angel Olsen, Marissa Nadler, Duff McKagan von Guns N’Roses, Stella Mozgawa von Warpaint): damit ähnelt Lawrence Rothman, der von sich sagt, Bukowski genauso wie R. Kelly zu schätzen, auf den ersten Blick einem kurzlebigen Flavor of the month. Das stimmt aber nicht; und die Bestätigung dafür liefert Good Morning, America … Dieses sehr vom Achtziger Sound inspirierte Book of Law mag Talk Talk, Bowie, Japan, Depeche Mode, Prince oder Ariel Pink in Erinnerung gerufen haben, die Ausgabe des Jahres 2021 hingegen macht reihenweise Anleihen in klassischeren Bereichen, alles kommt auf Samtpfoten daher, irgendwo zwischen Americana, New Age und Folk. Und diese Diversität beschreibt Lawrence Rothman folgendermaßen: Mit Good Morning, America, „brauchen Sie nie wieder Felder mit männlich oder weiblich ankreuzen und die Gruppen können auf ein und derselben Platte klingen wie Tom Petty und Anohni. Dieses Album räumt auf mit Isolierung, schädlicher Männlichkeit und mit dem schmervollen letzten Jahr, als wir nach einem Neuanfang suchten.“ Vor allem hat der aus Kalifornien gebürtige Musiker dieses Medikament zusammen mit vier, aus verschiedensten Richtungen kommenden Sängerinnen voller Charisma zusammengebraut, die er in seinem, mit hochkarätigen Einträgen gespickten Adressbuch gefunden hatte. Es handelt sich um die Americana-Königin Lucinda Williams, Amanda Shires, Caroline Rose und Katie Pruitt… Damit ist dieses im Titel enthaltene America in jedem Song erneut herauszuhören (vor allem in den Balladen), und es duftet so schön nach endlosen Weiten (Benadryl and Cereal) oder nach vom Folk hinterlassenen Spuren (Thrash the West). Ein Amerika, dessen Vorschriften und Traditionen dieser außergewöhnliche und seltsame Crooner namens Lawrence Rothman auf elegante Art aus der Reihe tanzen lässt… © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Republic Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | Republic Records

Wie viele gute Hooks muss Clairo noch schreiben, bis die Indie-Kids nicht mehr gemein zu ihr sind? Wann immer sie Thema wird, werden Leute nicht müde, ihr ihre reichen Eltern mit Industrie-Connections aufs Brot zu schmieren. Dabei hätte "Immunity" sie gut und gerne davon erlösen können. Songs wie "Bags" oder "Sofia" machen Bedroom-Pop mit so viel mehr Charme und Gefühl für Refrains als 90 Prozent ihrer Gitarren-Fidel-Kollegen. Aber ein bisschen versteht man es ja schon: Clairo ist jung, weiblich und hat sich die längste Zeit nicht geschämt, ein bisschen Basic zu sein. Aber damit ist Schluss: Clairo kommt mit "Sling" in ihrer Ära der Respektierbarkeit™ an. Warmer Indie-Folk-Sound, Referenzen an Joni Mitchell, Elliott Smith und die Carpenters, Jack Antonoff produzierte. Und so viele Herzen sie damit erquicken wird, wie jemand anderes zu klingen, die luzidesten Momente des Albums sind die, in denen sie sie selbst bleibt. So sehr man jetzt schon mit dieser Platte Referenzen-Bingo spielen möchte, ihr wahrscheinlich bester Song "Amoeba" ist ein "Immunity"-Cut im Retro-Remix. Die subtile Gitarrenmelodie und der Part bauen sich schleichend auf, dann kickt der Refrain mit Eingängigkeit und einer unglaublich effektiven Vocal-Melodie. Die atemlose Gleichgültigkeit, mit der sie die Schlussline "Show up to the party just to leave" kickt ist eine Meisterklasse des Gen Z-Pops. Diese Momente sind übrigens alle 100 Prozent Clairo – dieses kurzweilige Einfädeln eines Riffs oder einer Extra-Hook in einen Song, um den musikalischen Payoff eines Motivs noch einmal weiter zu steigern. Das ist Pop-Sensibilität, für die sich Indie oft ein bisschen zu schnöde ist, das aber viele Songs auf "Sling" eine Klasse stärker macht. Ähnlich verhält es sich auf "Harbor" oder "Reaper", die ebenfalls diese kleinen Momente des Aufblühens mitbringen, die kurz das Tempo oder die Intensität anziehen. Besonders der instrumentale Cut "Joanie" gegen Ende des Albums strotzt nur so vor cooler musikalischer Ideen und kleiner Aufbruchsmomente. Parallel zu diesem intuitiv guten Songwriting haben sich auch ihr Texte entwickelt. Alles kommt ein bisschen abstrakter daher, enthält mehr Spezifika, die aber wenig hinzufügen, außer manchen Szenen einen privaten, intim kryptischen Filter zu verleihen. Am besten bleibt sie, wenn sie einfach sagt, was sie denkt. "And two pats on the back, 'It just takes time' / It's getting late / Since when did taking time take all my life?" singt sie auf "Just For Today" über das Wegbewegen von einer gescheiterten Beziehung. Wenn sie auf "Reaper" unerwartet konkret für eine 22-Jährige über Mutterschaft nachdenkt, dann haken simple Zeilen wie "I keep forgetting that I'll have a family" tief ein, bevor sie ihren Unsicherheiten und Ängsten Raum gibt. Tatsächlich entpuppt sich das so ansprechende 70er-Sounddesign als dünner Lack. Ja, die musikalische Umsetzung in seiner Simplizität, in der Reduktion auf essentielle Harmonien und sogar die gegen Ende der Platte hin und wieder einsetzenden "Abbey Road"-Streicher kommen ihren Vorbildern musikalisch überraschend nahe. Einen großen Teil dafür leistet zweifelsohne der langsam etwas überpräsente Jack Antonoff, der den Mix von alten Mitchell- oder Smith-Alben stark reproduziert. Aber genau aus der Heldenverehrung dieser Alben entstehen ein paar der schwächsten Momente auf "Sling". Manchmal verfällt auch sie in Indie-Schlafmützigkeit, in der man vier Minuten durch unprominente Gitarrenläufe fiedelt und dabei Coffeeshop-Poesie über Gott und die Welt vorschlafwandelt. "Just For Today" ist da trotz guten Texte so ein Kandidat, auch die Lead-Single "Blouse" kommt trotz mehrmaligen Hörens kaum aus dem Saft. Sie formuliert treffende Zeilen über Marginalisierung und Respektlosigkeit gegenüber Frauen in der Musikindustrie, aber hätte ein bisschen Puls diesem Song geschadet? Der völlige Minimalismus, dem Clairos Heldinnen und Helden manchmal gefrönt haben, verlangsamt das Pacing von "Sling" stellenweise. Vor allem deswegen, weil ihre objektiv nicht sehr starke Stimme auch auf Album zwei noch von ständiger Doppelung abhängig ist, die einen richtigen Akustik-Sound nicht zulässt. Um diese Schwäche herum hat sie ja eigentlich ihren Stil entwickelt, der diese großartigen Hooks und Riffs hervorbringt. Da kann man nur hoffen, dass sie ihre Stärken weiter fest im Blick behält: Zum einen ist sie eine pointierte, nahbare und einfühlsame Texterin, zum anderen schreibt sie eben diese Hooks, die ihre Marke Indie so viel eingängiger macht als die ihrer Kollegen. Das funktioniert im musikalischen 70er-Gewand genauso gut wie auf "Immunity". Aber auch, wenn diese Ära ihr ein bisschen mehr Respekt verleihen könnte, hoffe ich, dass Nostalgie und Heldenverehrung nicht ihre Endstufe sein werden. Dass es wie ein paar große Namen der Vergangenheit klingt, ist nicht der Aspekt, der "Sling" in den besten Momenten großartig macht. Die Qualität dieses Albums kommt in seinen besten Momenten eindeutig von Clairo. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juli 2021 | St. Indie

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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Juli 2021 | EMI

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Alternativ und Indie - Erschienen am 15. Juli 2021 | EMI

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Juli 2021 | RCA Records Label

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. Juli 2021 | Not A Son and KRO Records

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juli 2021 | Multitainment AS

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Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juli 2021 | Elektra (NEK)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. Juli 2021 | Arkells Music ROW

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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. Juli 2021 | Arkells Music ROW

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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Juli 2021 | Interscope Records

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