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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. September 2016 | Epic - Grand Hustle

Hi-Res
Kid Cudi braucht bekanntlich jede Unterstützung, die er kriegen kann. Nicht nur, weil er der genialste Künstler seit 2010 ist und sich gerne mal mit Kanye West und Drake anlegt. Im Oktober 2016 verlor er wieder einmal eine Schlacht gegen Drogen und Depressionen und lieferte sich selbst in die Klinik ein. OG Maco widmet ihm daraufhin die EP "For Scott" und Travis Scott erklärt ihn im Whoo Kid-Interview ein paar Monate vorher ohnehin zu "his biggest musical influence". Passend dazu bietet ihm Travis auf "Through The Late Night", dem besten Track seines neuen Albums, die Fläche für seine große Kunst. Producer Cardo entwirft einen zarten, sich mit hypnotischen Synthie-Flöten ins Gehirn loopenden Beat und Kid Cudi croont unnachahmliche Melodien drüber. "Sleep through day, then we play all through the late night", bereits im Hook ahnt man, warum Scott Ramon Seguro Mescudi in der Reha hockt, aber auch warum er der ungekrönte King of Pop ist. Überhaupt gestaltet Scott sein "Birds In The Trap Sing McKnight" als eine Art Open Mic- und Source-Booth für die eingeladenen Gäste. Er setzt den Rahmen und sorgt mit seinem Brand, dem introvertierten Synthie-Korsett, Autotune-Versatzversen und Hook-Ideen für die nötige Coolness. Den Scheinwerfer jedoch richtet er meist auf die anderen Rapper, Sänger und Produzenten im Raum. Auf dem Opener "The Ends" spielt bis zu Minute Zwei ein wenig herum, bis dann der Beat switcht und Andre 3000 über treibende Drums von seiner traumatischen Kindheit in Atlanta erzählt. "I came up in the town, they were murderin' kids / And dumped them in the creek up from where I live / Bodies, bodies, bodies sprinkled around / We runnin' through the sprinkler lookin' around." Warum der Ex-Outkaster zu den größten Poeten im Rap zählt, zeigt er in einem Zweizeiler, der tiefer geht als ganze Bücher: "I gave up on the Bible long time ago / I hope it ain't give up on me, I don't know." Da will und kann Travis nicht mithalten. Ein ähnliches "Killing you on you own shit"-Gefühl forciert er auch auf "Goosebumps", "Outside" und "Pick Up Your Phone". Auf "Goosebumps" flowt Kendrick Lamar alles hinweg wie Hurrikan Katrina. Auf "Outside" schenkt Travis dem Rookie des Jahres – 21 Savage – einen perfekt bösen Beat für dessen ignoranten, ultraharten Tough Talk ("" Und "Pick Up Your Phone" ist dank der Pop-Reggae-Trap-Sounds ein astreiner Young Thug-Track, der nicht umsonst auch auf dessem letzten Werk vertreten ist. Hier stiehlt sich Migos' Quavo den Gesamtsieg mit der herzerfrischend-ehrlichen Eröffnungsline: "Pick up the phone / Macaulay Culkin' baby, Home Alone / I thought I was right / Then I had to man up, I was wrong / I hate when we fight / She in love with the pipe." Travis Scott ist auf "Birds In The Trap Sing McKnight" weniger Rapper, sondern agiert als ein nebenbei Trap-rappender Mix aus P. Diddy-Style und Kanye-Klaustrophobie und Größenwahn. Das nutzt sich auch beim zehnten Durchgang nicht ab, glänzt neben dem Trap-Psycho-Rock-Monstrum ("Days Before Rodeo") und seinem "MDTBF"-Werk ("Rodeo") auf eine ganz eigene, spannende Art und stieg auf Position Nummer Eins in den USA ein. Kid Cudi gefällt das. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 4. September 2015 | Epic - Grand Hustle

Hi-Res
Travis Scott kennt man am ehesten als Protegé von Kanye West. Er steht als Produzent bei dessen Label GOOD Music unter Vertrag und werkelte am Sound von Yeezus mit. Um so überraschender, dass der Musiker mit "Days Before Rodeo" eines der besten Mixtapes des vergangenen Jahres veröffentlichte, und das lediglich als Teaser auf sein Debütalbum. Kein Wunder, dass die Erwartungen an "Rodeo" immens hoch sind. Wer jedoch eine sture Fortführung des Mixtapes auf Albumlänge erwartet, wird enttäuscht. "He chose the mood of 'fuck this shit.'" Als Erzählerstimme eröffnet T.I. "Rodeo" und stellt das Rahmenthema des Albums vor: Die Wandlung von Jacques Webster zu Travis Scott, einem "young rebel against the system". Scotts Antihaltung, seine ignorante Selbstdarstellung und sein exzessiver Lebensstil sind die Eckpunkte, die Darstellung in der Musik finden. Hierbei wirken seine Texte oftmals oberflächlich und belanglos, doch in Verbindung mit der musikalischen Untermalung entfalten sie ihr ästhetisches Potential. Travis Scott ist klar vom Atlanta-Trap-Sound beeinflusst. Auf "Days Before Rodeo" schraubte er daraus ein großartig düsteres Soundgerüst, vollgepackt mit wummernden Effekten und Variationen. Dieser Herangehensweise folgt der Rapper auch auf "Rodeo" – allerdings nur partiell. "I Can Tell" beispielsweise ist ein vor Kraft strotzender Synthie-Banger, der dunkel und fast monoton beginnt. Im Verlauf gestaltet Travis Scott den Song aber zunehmend dynamischer – und vor allem melodischer. Denn auf "Rodeo" ändert der MC aus Houston seinen bisherigen Style: Er setzt auf harmonische Melodien, ohne jedoch seinen finsteren Trap-Sound außen vor zu lassen. Die Tracks sind zu keinem Zeitpunkt monoton, immer passiert etwas. Mal variiert der Interpret Flow oder Stimmlage, mal brechen dämmrige Bass-Lines die komplette Stimmung auf und wenden den Sound in eine gänzlich neue Richtung. Oftmals gehen innerhalb eines Songs auch mehrere Beats ineinander über und geben ihnen so eine Entwicklung über mehrere Ebenen. Auf "90210" treibt Scott zunächst seinen hedonistischen Lifestyle auf die Spitze und erzählt von seiner Beziehung zu einem Pornostar. Schließlich bricht die exzentrische Momentaufnahme auf und verwelkt zu einem fast schon emotionalen Rap-Part. Begleitet von einer subtilen E-Gitarre im Hintergrund reflektiert Travis seinen Weg zum Erfolg und die Beziehung zu seinen Verwandten: "My granny called, she said 'Travie, you work too hard. I'm worried you'll forget about me.'" Solche Risse auf der dicken Schicht aus Ignoranz und Selbstbeweihräucherung zeigen sich sporadisch, doch in ihrer Seltenheit um so wirkungsvoller. Meist stehen die Lyrics im Hintergrund, während das ästhetische Soundbild, das den ausschweifenden Lifestyle des Rappers repräsentiert, fast für sich allein steht. Die Stimme verkommt dabei nur zu einem weiteren Instrument, das die Wucht und Eingängigkeit der Songs unterstreicht. Wie auf "Oh My Dis Side", wo Travis Autotune-getränkt mit Migos-Mitglied Quavo in stimmigem Gleichklang über den Takt brettert. Oder "Maria I'm Drunk", das durch den eigenwilligen Gesang von Krächzstimme Young Thug an ganz eigener Dynamik gewinnt. Und auch Justin Biebers Part passt hier überraschenderweise gut in den hypnotischen Klang des schwerfälligen Pianos. Doch gibt es auch vereinzelte Tiefpunkte auf "Rodeo". Wenn Travis Scott auf dem aggressiven "Piss On Your Grave" mit Mentor Kanye West völlig ausrastet, dann klingt das sperrig und verrückt – aber irgendwie doch nur wie ein unausgereifter "Yeezus"-Track. Das psychedelische "Wasted" mit Juicy J erinnert ein kleines bisschen zu sehr an A$ap Rocky und verliert in der Mitte einiges an Fahrt, wodurch der Track nur so vor sich hin plätschert. "Rodeo" knüpft also nicht direkt an seinen Mixtape-Teaser an. Das kann einen zunächst durchaus ernüchtern. Doch nach einigen Durchgängen zündet das Album und man bemerkt den entscheidenden Schritt, den Travis Scott mit der Platte weiter geht. Sein Sound hat nichts an Dynamik und Eigenständigkeit eingebüßt, sondern ihn lediglich weiterentwickelt und abgerundet. Noch einmal schön zu hören am chilligen Album-Schlusslicht "Apple Pie", in dem sich die Figur Travis Scott endgültig emanzipiert. Hier schließt sich der Kreis und Erzähler T.I. entlässt den Hörer mit der Frage: "Will he make it? Was it worth it? Did he win?" – Mit diesem Album auf jeden Fall. © Laut