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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Oktober 2021 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Oktober 2021 | Wikset Enterprise

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Electronic - Erschienen am 3. September 2021 | Warp Records

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Juni 2021 | Secretly Canadian

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. Juni 2021 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Ein Nachfolgealbum für einen so gelungenen Vorgänger wie Igor zu schaffen, ist kein Leichtes. Außer man heißt Tyler, The Creator und hat eine nicht versiegende Quelle für Inspiration und Kühnheit mit im Gepäck. Seit 2019 hat sich der Amerikaner in die Klasse der internationalen Stars hinaufgearbeitet, sodass er sich mit seiner Musik alles erlauben kann. Und auch dieses Call Me If You Get Lost gehört dazu. Mit einer selbstbewussteren Rap-Ästhetik, die mehr oder weniger von Kollektiv-Soul/Funk, mit dem er in die Schlagzeilen katapultiert wurde, Abschied nimmt, kehrt er mit Titeln wie Corso oder Lemonhead erneut die aggressive Seite seiner Anfänge hervor. Auch wenn die Instrumentals wie in Hot Wind Blows aus Jazz-Sampeln bestehen, gibt es natürlich einen Lil Wayne in Bombenform, womit etwas Härte ins Spiel kommt. Tyler arbeitet weiterhin in seinem Lieblingsbereich, das ist aber kein Grund, nicht auch innovativ zu sein, denn er trägt zum Beispiel in Sweet/I Thought You Wanted To Dance ohne Scheu seine Love- oder Jamaika-Einflüsse zur Schau oder er macht sich auf die Spur bisher noch nie gehörter elektronischer Klänge, etwa in Juggernaut mit Gastauftritten von Lil Uzi Vert und einem seiner Helden: Pharrell Williams. Und er stellt wie immer diese unglaubliche Fähigkeit unter Beweis, einheitlichen Sound und faszinierende Kontinuität dank allerlei technischer Produktionsmittel und verschiedener Untergattungen des Rap zu schaffen oder dadurch, dass er Komplizen einlädt, die aus den verschiedensten Richtungen kommen. Nichts ist unmöglich für einen Tyler, The Creator. © Brice Miclet/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Juni 2021 | Mexican Summer

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Taja Cheek's 2017 debut album as L'Rain was an immersive, genre-blending dream sequence that connected sentiments of sorrow, love, and healing through abstract tape manipulations. Cheek named the project after her mother, Lorraine, who passed away during the album's creation, ultimately shaping the record's direction. Her second LP looks both inward and outward, reflecting on personal loss and coping with change in one's own life as well as in a dramatically changing world. The dense, anxious opening track "Fly Die" features a dramatic monologue from Quinton Brock, expressing exhaustion at being held down and living in a society that refuses to be honest, concluding with the question "What have you done to change?" The album's title refers to being tired of constantly dealing with and working toward change, a theme that especially became relevant during the record's production, particularly in the face of COVID-19 surging and Black Lives Matter protests. Even bolder and dreamier than L'Rain's self-titled debut, Fatigue is a stunning collage of lush, ever-shifting textures and ethereal vocals, elaborately arranged in a tape edit-heavy manner recalling the most out-there Tropicália albums. "Find It" emerges with a comforting, shaker-laden groove, with Cheek resolutely chanting "Make a way out of no way," before dissolving into an ambient gospel breakdown. The gorgeous "Blame Me" mentions fighting personal demons and thinking about "future poison-blooded little babies" as spiraling guitar lines are gradually accompanied by hidden voices and swelling, nearly orchestral instrumentation. The more confessional "Suck Teeth" has knotty time signatures yet goes down smoothly due to her soothing vocal delivery and the song's trippy, fluid production. "Two Face," maybe the album's sunniest, most inviting tune, cloaks poetic lyrics about loneliness and numbness in shuffling, sophisticated rhythms, punchy horns, and echoed laughter. The set is threaded together with brief interludes drawn from home recordings made throughout Cheek's life, capturing scenes she nearly forgot about that she would like to remember forever, including moments of joy and community such as a playground clapping game and a friend belting out a goofy, off-key song she made up. At just under half an hour, the album's running time is relatively brief, but it feels like it encompasses Cheek's entire life so far, and it's a uniquely powerful expression of her uncompromising vision. © Paul Simpson /TiVo
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Rock - Erschienen am 21. Mai 2021 | Matador

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Mdou Moctar ist eine*r dieser Musiker*innen, die in einer gerechten Welt Weltstars sein müssten. Der in Niger geborene Sänger und Gitarrist ist ein absolutes Ausnahmetalent, der fernab der Behauptung, dass die Tage der Rockmusik gezählt seien, schon seit über einer Dekade die Tishoumaren-Szene in Afrika aufmischt. Tishoumaren, international auch unter der Bezeichnung Desert Blues oder Tuareg Blues bekannt, ist ein Musikstil, der Elemente der traditionellen Musik des Nomadenvolkes mit modernen Einflüssen aus Blues und Rock vermengt. Daraus gedeiht ein wunderschöner Hybrid zweier Kulturen, die, so scheint es, schon immer für einander bestimmt waren. Wunderschöne Sound-Oasen inmitten von endlosen Sandwüsten treffen auf staubige Gitarrenriffs, die einem den Sand förmlich auf die Zunge legen: Die psychedelische Natur der Einflüsse, derer sich Moctar und Konsorten bedienen, spiegelt sich fast hörbar in den surrealen Landschaften wider, die sie tagein tagaus umgeben. Obwohl dieses Kleinod an musikalischer Kreativität und handwerklichem Talent an für sich schon beeindruckend und aller Rede wert ist, so ist Moctars Rolle in all dem besonders hervorzuheben. Der 35-Jährige ist nicht umsonst einer der größten Stars der Szene. Er, der Revoluzzer, der sich traute, bevor irgendjemand seinen Namen kannte, Autotune und Elemente der in Nigeria populären House-Musik in sein Repertoir zu integrieren, ist einer der talentiertesten Gitarrenspieler des afrikanischen Kontinents, womöglich sogar weit darüber hinaus. Nicht umsonst bezeichnet man ihn als 'Jimi Hendrix der Sahara'. Nun liefert er mit "Afrique Victime" sein längst überfälliges Debüt auf Matador, das wohl auch endlich international für aufgestellte Lauscher und auf den Boden geklappte Kinnladen sorgen dürfte. Schon das erste aufheulende Riff zu Beginn von "Chismiten" entführt uns in eine Traumwelt fernab unserer Realität. Zusammen mit Moctar reisen wir ins Herz der Sahara, wo er als mystisches Wesen über allem thront und mit den außerirdischen Klängen, die er seiner Gitarre entlockt, Wind, Wetter und Zeit kontrolliert. Es ist der fulminante Auftakt für ein Album-Erlebnis, das es sich zur Aufgabe macht, jede Ecke und Kante der Welt die es erschafft, auch zu erforschen. Moctars Afrika ist wunderschön, voller Magie und Romantik, das, so suggeriert es der Albumtitel, versklavt und ausgebeutet wurde. Diese Dualität, zwischen Liebe und Wut, bringt er mit seinem geerdeten Gesang und anklagenden Texten über Ungerechtigkeiten und Ausbeutung zum Ausdruck, die sein einzigartiges, fantastisches Gitarrenspiel konterkarieren. In der gesamten ersten Hälfte von "Afrique Victime" hört man fast ausschließlich nur Moctar und seine Gitarre. Die meist nur aus wenigen Akkorden bestehenden Rhythmen ändern sich über die Laufzeiten der einzelnen Songs nur in minimalem Maße. Vielmehr gibt ihnen der Klampfen-Virtuoso ausreichend Zeit zum Atmen, lässt sie einen Sog entwickeln, der uns von einer Traumlandschaft in die nächste entführt. So evozieren die gezupften Saiten auf "Taliat" Bilder von gleißenden Sonnenstrahlen in der Mittagssonne, auf dem wunderschön-entspannten "Tala Tannam" tönen sie wiederum wie Regentropfen auf kochendem Sand. Moctar hypnotisiert mit seiner Repetition, ohne zu langweilen. Das Wechselspiel zwischen Akustik- und E-Gitarre sorgt für Stimmungswechsel, die durch den Einsatz von Chören und Field-Recordings nur weiter akzentuiert und hervorgehoben werden. Mit der "Untitled" betitelten Interlude, die die zweite Hälfte einleitet, finden dann auch die zuvor eher schüchternen Drums einen prominenten Weg ins Klangbild. Auch Moctars Songwriting wird lebendiger, abwechslungsreicher und dringlicher. Der alleinige Star all dessen bleibt jedoch nach wie vor seine Gitarre, der er auch hier wieder Klänge entlockt, die einen daran zweifeln lassen, dass sie alle vom selben Instrument kommen. Auf dem wohl traditionellsten Tishoumaren-Stück, "Layla", klingt sein Spiel distanziert, metallisch und kalt, während er nur wenig später auf "Afrique Victime" arenataugliche Psych-Riffs vom Stapel lässt, die wie ein unaufhaltsamer Sandsturm durch die die klangliche Prärie pirschen. Dieser sieben Minuten lange Titeltrack ist es auch, der die Botschaft der LP nochmals deutlich macht und uns mit in französisch und Tamasheq gesungen Anklagen wieder auf den unromantischen Boden der Tatsachen zurückholt. "Africa is a victim of so many crimes/If we stay silent, it will be the end of us", mahnt Moctar da, ehe er in ein aufgepeitschtes, einem Kampfschrei gleichkommenden Riff überleitet, das er gegen Ende so manipuliert, dass es wie wehklagende Sirenen tönt, die das Ende der Welt verkünden. Das Stück atmet Jimi Hendrix und Prince und belebt die psychedelischen Rock-Opern der 70er auf einem anderen Kontinent wieder. Mdou Moctar ist für ganz Großes bestimmt, das macht sein (schon) fünftes Album deutlich. 'Sky is the limit', würde man an dieser Stelle vielleicht vergleichbaren Newcomern*innen mit auf den Weg geben, aber Moctar ist eben kein Newcomer mehr und den Himmel hat er spätestens mit "Afrique Victime" hinter sich gelassen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der Rest der Welt das realisiert und er auf den Bühnen spielen wird, die für ihn bestimmt sind. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 21. Mai 2021 | Griselda Records

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Inzwischen sind wir von Griselda ja alle einen gewissen Qualitätsstandard gewohnt. Der Oldschool-Revivalism mit opulenter Beat-Arbeit, Killer-Adlibs und Wu-Tang-Worship hat auf keinem der dreihundert Griselda-Alben je schlecht geklungen. Da wird die Frage lauter: Statt die Messlatte aufrecht zu halten, was braucht Griselda, um einen Schritt weiter nach oben zu treten? Was machen die Standout-Alben wie "Pray For Paris" oder "The Plugs I Met" spannender als die anderen? Vielleicht finden wir die Antwort im neuen, großen Griselda-Album. Und das kommt nicht mal unmittelbar aus dem eigenen Lager. Aber die Platte, auf der sich Mach-Hommy mit Ex-Partner in Crime Westside Gunn aussöhnt, wird in den Kanon ihrer Sparte eingehen. Es ist imaginativ, kaltblütig und bis zum Ende unausweichlich atmosphärisch. Dabei hat Mach-Hommy dem Rest der Crew wenig Mittelbares voraus. Er ist weder der kälteste Spitter, noch die herausragendste Stimme. Was er aber sein Eigen nennen darf, das ist sein Enigma. Er ist ein verschickter Neo-MF Doom mit der Bandbreite, der Ästhetik und der völligen Hingebung für die Musik. Er verkörpert das eigentlich überholte Konzept des Underground-MCs so vehement, er könnte auch als Zeitkapsel funktionieren, wenn er mit einer beachtlichen Reichweite an Delivery, Ton, Texten und Stimmungen seine eigenen Karten von New York, New Jersey und Haiti schafft. Auf der Textebene kriegen wir hier zwar auch vorrangig opulenten Coke-Rap, der sich in Snappern wie "served the whole block like food trucks" entlädt, aber in den Zwischentönen entpuppt sich "Pray For Haiti" als ein Werk der Identitäts-Verteidigung. Seine sprachlichen Anleihen an das Kreole und die spezifischen Redewendungen seiner haitianischen Wurzeln durchziehen diese Platte und werden für ein paar spitze Formulierungen über Zugehörigkeit und Sichtbarkeit verarbeitet. Auch die Sample-Kiste adaptiert diese Diaspora-Melancholie in eine entsprechend verregnete Insel-Mood, die wunderbar ergänzend gegen die potentielle Monotonie des klassischen Griselda Glam-Grims agiert. Das bedeutet konkret, dass wir von Produzenten wie Conductor weiterhin die Millionen-Dollar-Klavierflips bekommen, wahlweise mit Blechbläsern und Streichern aus den Hinterzimmern der Cosa Nostra versetzt. Aber je weiter nach hinten wir in die Tracklist vordringen, desto mehr finden wir Gitarren-Lines, Gesangs-Versatzstücke und Steeldrum-Twang, der sehnsuchtsvoll auf einen Austausch mit den Wurzeln verweist. Das gibt Hommy Raum, entweder klassisch Shit zu talken – oder rational den eigenen Werdegang zu durchleuchten. An mancher Stelle spricht er sich dafür aus, nur in nackten und empirischen Daten Entscheidungen zu treffen, dann seziert er wiederum seine Chancen in der derzeitigen Musik-Industrie. "Only commodity I have is patience" rappt er auf "26th Letter" und meint es so; "Pray For Haiti" ist ein Geduldsakt von einem Album, das spürbar am Ende eines langen Werdegangs und einer langen Lernperiode steht. Hommy will geben, was er als Künstler zu geben hat – und jetzt ist er das erste Mal an einem Punkt, an dem er das ohne Kompromiss tun kann. Dass das nun möglich ist, dafür ist auch ein anderes erfreuliches Ereignis notwendig gewesen. Dass sein langer Rap-Kollege Westside Gunn wieder zu ihm gefunden hat. Kurz bevor der nämlich zu Griselda gestoßen ist, haben die beiden sich verkracht und damit Hommy wohl die wertvollste Brücke der für ihn relevanten Industrie verbrannt. Aber das Beil ist begraben und zur Feier des Tages kriegen wir Gunn in Topform auf gleich drei Features und als Diddy-mäßigen Moderator über das Tape verteilt. Und gerade, wenn sie auf einem Song wie "Rami" hin und her rappen und das "Nutmeg" namedroppen, spürt man die Freude zur Musik von zwei Wu-Tang-Nerds, die gerade die Zeit ihres Lebens haben. "I keep seeing Diddy in my sleep with the gold teeth, sagt er dann auf Standout-Song "Kriminell", dem vielleicht am meisten Kreole-gefärbten Song der Platte. Die Atmosphäre ist dicht, die Raps kommen perfekt an den Beat angepasst und dann fährt Hommy auch noch seine Singstimme auf. Vielleicht ist bei all dem Berücksichtigen von Thematik und Stringenz doch die die Ursache, die ihn über die Kante wirft. Der Mann kann singen, und vor allem, wenn er dann hier oder auf Songs wie "Au Revoir" seine Stimme mit den warmen Samples aus Stimmen und Insel-Gitarren verschmelzen lässt, entsteht eine magische Sound-Tiefe, die man so auch auf einem Jazz-Album hätte finden können. "Pray For Haiti" ist das nächste große Griselda-Album, weil es das erste in einer langen Reihe von Platten ist, das wirklich etwas neues zu erzählen hat – und dazu auch noch neue Wege findet, es zu erzählen. Unter einem wunderschönen, opulenten Sample-Game und standesgemäß virtuosen Coke-Raps befindet sich eine Schicht verregneter Diaspora-Denkarbeit, die sich durch Klang, Wortwahl und Redewendung immer wieder in den Vordergrund drängt. Das gibt Mach-Hommy auf diesem essentiellen Album seiner Karriere nicht nur eine Extraportion Kohärenz und konzeptueller Tiefe, es erklärt vor allem den alles erschütternden Hunger, mit dem der Mann hier rappt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Mai 2021 | Mexican Summer

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
On their fifth album, Iceage continue their metamorphosis into poetic harbingers with a flair for the theatrical, leaving their scrappy beginnings firmly behind for better or worse. As always, there is a sense of urgency to the record, with the group even veering into Brit-pop bombast, like Oasis reimagined for red wine-guzzling literary fanatics. Elias Bender Rønnenfelt's signature drawl only further positions him as a prophet of sleaze, and the band remain as capable as ever, but it's hard to escape the feeling their rougher edges have been refined, as some tracks glide by a little too smoothly to become the kind of earworms they have crafted in the past. Something that decidedly hasn't changed is their propensity for explosive openers, like "Shelter Song" and its massive chorus that manages to hit like a truck; even at midtempo, the Wall of Sound and soaring backing vocals are staggering. Despite a brief change of pace in the beautified "Love Kills Slowly," the energy travels right through to centerpiece "Vendetta." The track is all swagger -- it comes out swinging like something in between Happy Mondays and Kasabian, running the risk of becoming stadium-built lad rock, and only avoids such damning praise by virtue of Rønnenfelt's natural attitude. It is followed by a strange left turn in "Drink Rain," which channels Jacques Brel, and as admirable an influence as he may be, the song just doesn't land correctly, serving only as a distraction. The closing numbers pick up the slack, with "Gold City" standing out as a highlight. That's until the finale, "The Holding Hand," which proves Iceage still know how to end things on a high note. It's a fantastic feat of songwriting; dripping in drama, it manages to squeeze angst out of tension rather than raucous energy, coiling itself around subtlety and then pulling taut in the closing moments before breaking down completely. Ultimately, this record is a triumph for the band, born out of strange times, and although it may not be their best, their blend of bitter and sweet still rings true. Iceage's rugged roots may be gone, and there may be fewer thorns, but Seek Shelter is still a rose by any other name. © Liam Martin /TiVo
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Aus aller Welt - Erschienen am 23. April 2021 | New Amsterdam

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Metal - Erschienen am 16. April 2021 | Sargent House

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
The Armed sind besessen von Popkultur. Für sie bedeutet Popkultur nicht der kleinste gemeinsame Nenner der breiten Masse, sie ist in jedem Genre omnipräsent. Angefangen bei ikonischen Popstars wie Dua Lipa oder Lady Gaga bis hin zur Geschichte des Blastbeats, der als brachiales Untergrund-Phänomen begann, aber irgendwann mit System Of A Downs "Chop Suey" seinen Weg an die Chartspitze fand, und nun aus sämtlichen Spotify- Workout-Playlists nicht mehr weg zu denken ist: Was früher subversiv war, ist heute die Norm. Besonders im extremen Metal, einem Genre das früher für Entrüstung sorgte, rebellisch war und gegen den Strom schwamm, erreicht diese Stagnation seit Jahren ein neues Hoch. "Terrorizer made a cool grindcore album in 1989, do we really need the same one 30 years later from 500 other bands?", zitiert das Revolvermag ein Bandmitglied. Diese "Rebellion" gegen den Status Quo der Popmusik ist mittlerweile so ausgeleiert, dass man sie auf eine Art selbst als Pop bezeichnen kann. "Ultrapop" wenn man so will. So die Theorie hinter dem dritten Langspieler des amerikanischen Kollektivs The Armed. Die Band selbst ist schwer zu fassen. Seit ihrer Gründung versuchen sie mit beeindruckender Kreativität und Konsequenz die Erwartungen der Öffentlichkeit zu unterwandern, die Subversion auch außerhalb ihrer Musik Aufrecht zu erhalten. Wer in der Band spielt ist (bis auf wenige Ausnahmen) nicht wirklich bekannt. Zu Interviews schicken sie Doppelgänger oder treten in verkehrter Rollenverteilung und unter falschen Namen auf. Fürs Promomaterial lassen sie wild zusammengewürfelte Models ablichten, und der vermeintliche Mastermind hinter all dem, Dan Greene (womöglich ein Pseudonym), führt über einen Discord-Server einen ironischen Kult mit dem Namen "The Book Of Daniel". Wer in der Gruppe spielt, ist irrelevant, die Musik soll für sich stehen, und die Leistungen der einzelnen Mitglieder überdauern, so die Prämisse. Ironischerweise bescherte die spezielle Selbstinszenierung der Band binnen weniger Jahre ein kultgleiches Following, eifrig wird daran gearbeitet den Code hinter all dem zu knacken, die Identitäten der Mitglieder zu enthüllen. In den letzten Jahren wurden unter anderem Namen wie Converges Kurt Ballou, Andrew W.K. oder gar Tony Hawk in den Ring geworfen. Was macht man also als The Armend, um dem entgegenzuwirken? Man kommt den Fans zuvor, veröffentlicht eine vollständige Liste aller Kollaborateure, die an ihrem neuen Album "Ultrapop" beteiligt sind und lichtet sie für alle gut erkenntlich in einer Live-Performance der Single "All Futures" ab. Und das Line-up hat es in sich. Ballous Involvement bestätigt sich, dazu gesellen sich unter anderem Ben Koller (Converge, Killer Be Killed etc.) an den Drums, QOTSA-Gitarrist Troy van Leeuwen, Chelsea Wolfe an der Seite des Produzenten Dan Greene, METZ-Gitarrist Chris Slorach und Grunge-Altmeister Mark Lanegan. Eine Liste bei der jedem Fan der härteren Gitarrenmusik das Wasser im Munde zusammen läuft. Dabei kann man sich angesichts der Geschichte der Band nicht mal zu hundert Prozent sicher sein, ob die Genannten tatsächlich involviert sind. Fakt bleibt, dass die Band mindestens neun Mitglieder umfasst, und der "Ultrapop", den sie spielen, tatsächlich hält, was er verspricht. Der dritte Langspieler der Amerikaner kommt einem Konglomerat aus ohrenbetäubendem Post-Hardcore und so ziemlich allem, was man nicht erwarten würde, gleich. Synth-Pop, Shoegaze, Mathcore, Indie-Rock, Electronica: Alles dabei, begraben unter einer Wand aus komprimierten Sounds, man droht förmlich, verschüttet zu werden. Das erinnert bei Songs wie "Masunaga Vapors" oder "Big Shell" an das unbändige Chaos von Dillinger Escape Plan, auf "All Futures" an den rotzigen Punk der Idles, und auf der Hymne "Bad Selection" sogar ein Stück weit an die Synthpop-Ausflüge von Muse. Diese Vergleiche werden dem Sound der Platte jedoch nur bis zu einem bestimmten Grad gerecht, denn die Instrumentierung mit der The Armed ihr Songwriting befeuern widersetzt sich jeder Kategorisierung. Mindestens vier Gitarren, zwei Schlagzeuge und ein kaum auszumachender Bass verschmelzen über 40 Minuten Laufzeit zu einem sensorischen Overload, den man bisweilen nur noch als Krach wahrzunehmen vermag. Dass dennoch jeder Song vollkommen für sich steht und eben letzten Endes doch mehr ist, als nur Tinitus auslösender Nonsens, ist den Melodien geschuldet, die man erst nach mehreren Durchläufen annähernd zu Greifen vermag. Unter dem alles erstickenden Strudel aus Lärm, finden sich eingängige Mitgröhl-Hooks, Synth-Lines aus Top-40 Pop-Songs, und ebenso apokalyptische wie verzaubernde Klanglandschaften. Und wer die Geduld hat, danach zu graben, der wird auf eine Art und Weise belohnt, die in ihrer Nachhaltigkeit dieses Jahr vielleicht unerreicht bleiben dürfte. Denn wenn sich Genialität von "Ultrapop" erst mal in der Ohrmuschel zu entfalten beginnt, wird man sie so schnell nicht mehr los. Auch lyrisch bleiben The Armed ihrer schwer festzumachenden Linie treu und bleiben kryptisch und vage. Es finden sich Referenzen an systematische Unterdrückung, digitale Fassaden, künstlerisches Eigentum und der Frage nach der eigenen performativen Identität. Befasst man sich mit der Geschichte hinter den Texten, etwa der Inspiration durch den französischen Kunstdieb Stephane Breitweiser auf "Masunaga Vapors" (der Titel selbst bezieht sich auf einen Zeichner der Anime-Serie Dragon Ball Z), bekommt man zwar ein besseres Verständnis dafür, wird aber das Gefühl nicht los, dass einen The Armed wieder einmal an der Nase herumführen, und die Suche nach einem lyirsch konsequenten Überbau am Ende vergebens bleibt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde schafft es "Ultrapop" Haken zu schlagen und allen Hörer*innen im Minutentakt neue tonale Herausforderungen vor den Latz zu knallen. Das Album wirft all seine Inspirationen und Sounds in eine Arena und lässt sie Song für Song im Kampf bis zum Tod gegeneinander antreten. Mal gehen die etwas zugänglicheren Elemente aus Pop und Punk als Sieger hervor ("Ultrapop", "An Iteration", "Bad Selection"), mal werden sie von den alles verschlingenden Blastbeats und kreischenden Mathcore-Gitarren gnadenlos zu Brei geschlagen ("Big Shell", "Real Folk Blues"). Beeindruckend ist jedoch, dass, egal wie viel verschiedenen Sounds Raum zum Atmen haben, das Album als Ganzes nie auseinanderzufallen droht. Das Cover von "Ultrapop" erinnert an die genormte Ästhetik zahlloser uninspiriert zusammengewürfelter Spotify-Playlisten, sorgfältig sortiert nach Genres und Subgenres. Subgenres, die laut Dan Greene die Antithese zur künstlerischer Freiheit darstellen. Insofern könnte das Cover nicht passender gewählt sein, denn "Ultrapop" selbst ist die Antithese zu jeglicher Konformität und Erwartungshaltung. Wer hier mit einem Pop-Album rechnet, wird ebenso vor den Kopf gestoßen, wie der, der ein Metal-Album erwartet. "It's the harshest, most beautiful, most hideous thing we could make", sagt Dan Greene und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Am Ende ist Pop überall und nirgendwo, und The Armeds Version davon treibt dieses Konzept auf die absolute Spitze. © Laut
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Jazz - Erschienen am 9. April 2021 | ECM

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Seit Beginn der Nullerjahre unterhält Vijay Iyer eine ganz besondere Beziehung zu Tyshawn Sorey. Zwischen dem Pianisten und dem Schlagzeuger, beide aus Amerika, steht auf diesem Album die aus Australien kommende Bassistin Linda May Han Oh, die sich bereits mit ihren eigenen Einspielungen und als Sidewoman, insbesondere bei Dave Douglas oder auch Joe Lovano, einen Namen gemacht hat. Mit Energie und farbklanglichem Facettenreichtum verleiht das einmalige Trio diesem, beim Label ECM erschienenen Uneasy eine selten gesehene Stärke. Eine Art explodierende Kreativität. Hinter dem Anspruch und der Virtuosität der Dreiergruppe steht nämlich zuerst einmal Musik. Musik und Ideen. Iyer und seine Freunde erweisen verstorbenen Musikern die Ehre (McCoy Tyner in Cole Porters Night and Day und Geri Allen in Drummer's Song) und sie engagieren sich (für die Black Lives Matter-Bewegung in Combat Breathing und in Children of Flint, wo sie auf die wohlbekannte Wasserversorgungskrise in Flint im Jahre 2014 Bezug nehmen). Mitten in der vor lauter Noten reißenden Flut macht die Meditation Platz für Swing und die Geistesblitze setzen aus, um zwischendurch das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Und so geht es auch stets durchaus abwechslungsreich weiter. Vijay Iyer, Tyshawn Sorey und Linda May Han Oh haben uns so viele Dinge zu erzählen, dass man dabei getrost die repeat-Taste laufen lassen kann, ohne dass es langweilig wird… © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. April 2021 | 4AD

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Dry Cleaning. Wäsche waschen. Manchmal sind es die alltäglichen Dinge des Alltags, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So hat mir mein jüngster Kleinanzeigen-Deal zu einem 70er Jahre DDR-Toaster der Marke VEB Acosta Elektromechanik Thüringen verholfen, der zwar durch astreines Edelstahl-Industriedesign und langlebige stabile Bauweise besticht, dessen kuriose Toastmechanik jedoch ungeheuer viel Krach erzeugt. So kommen wir von den kleinen Dingen des Alltags zum neuesten Indie-Hype aus dem Süden der britischen Hauptstadt. South London hat jüngst bereits einige hochgelobte Gitarren-Acts wie etwa HMLTD, Goat Girl, Black Midi, Squid, Sorry oder Shame hervorgebracht – und nun eben Dry Cleaning und ihr erstes Album "New Long Leg". Kennengelernt hat sich die Band anno 2017 in einer Karaokebar. Kurios, da Florence Shaw eigenen Angaben zufolge davor noch nie gesungen hatte und wenig später Sängerin der Band werden sollte. Wobei Gesang hier etwas falsch formuliert ist. Genauer gesagt handelt es sich um stoischen Sprechgesang, wie man ihn etwa von Anne Clark oder den Pet Shop Boys kennt. Zusammen mit der musikalischen Lässigkeit kommt das erstaunlich gut und unkonventionell daher. In fast gleichgültig wirkender, kühler Manier beleuchtet die hauptberufliche Kunstdozentin die kleinen Dinge des Alltags, wie etwa Butterbrotpapier und Bröselschublade in "More Big Birds": "Trapped inside a head / In control in the kitchen area / I run a tight ship Spatula pot and crumb tray / A wipeable place / A greaseproof type of thing". Generell überwiegen kryptische, assoziative Wortketten, deren Sinn sich nicht eindeutig erschließt und die doch stets irgendwie bekannt wirken. "What are the things that you have to clear out? / Baking powder / Big jar of mayonnaise / What about all the uneaten sausages? / Clean the fat out of the grill pan / This is the hardest thing I've ever had to do now". ("Leafy). Musikalisch bewegt sich "New Long Leg" irgendwo zwischen extrem lässig und unermüdlich treibend gespieltem Bass, der teilweise gar an Peter Hook von Joy Division in fröhlich erinnert, und schrammeliger Lo-Fi Gitarre mit Sonic Youth Anleihen. Teilweise mit etwas härterer Gangart wie etwa in "Unsmart Lady", das sich mit seinen dreckigen Riffs im Grunge bedient, oder im in Richtung Noise gehenden "Every Day Carry". Das steht den vier Londonern auch eindeutig besser als die teils schlaff und lame dahergespielten Tracks wie etwa "Strong Feelings" oder "A.L.C.". Alles in allem wirkt das Debüt von Dry Cleaning aber durchaus in sich stimmig, frisch und eben extrem lässig. Die ideale Begleitung zum Frühlingsputz. © Laut
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Electronic - Erschienen am 26. März 2021 | Luaka Bop

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music
"Pharoah ist ein Mann von unendlicher Spiritualität, der ständig nach Wahrheit strebt. Ich liebe die Kraft seines Spiels so sehr. Er ist ein großer Innovator, und es ist eine Freude und ein Privileg, dass er zugestimmt hat, Mitglied der Band zu sein. Er hat den Willen und den Verstand, zwei Eigenschaften, die ich an Menschen am meisten schätze." So sprach John Coltrane über Pharoah Sanders - diesen Hurricane, den Coltrane zu zähmen wusste und an dessen Seite er von September 1965 bis zu seinem Tod im Sommer 1967 spielte. Der Jazz der sechziger Jahre erlebt ein Free-Music-Beben wie nie zuvor. Pharoah ist ein echtes Unikat nimmt in dieser Zeit starke Soloalben voller fetziger Riffs auf, immer durchdrungen von einer unerschütterlichen Nachdenklichkeit. Selbst wenn sein Schrei zu einem Flüstern wird, bleibt dieser kraftvoll und spirituell zugleich... Es ist zweifellos die Spiritualität des heute 80 jährigen Pharoah Sanders, die Sam Shepherd alias Floating Points fasziniert. Der begnadete britische Elektrokünstler, der an der Chetham's School of Music Komposition studiert hat, ist für seine hybride Musik aus Electronica und Ambient sowie Jazz und Neo-Klassik bekannt. Und ebenso wie seine Freunde Kieran Hebden (Four Tet) und Dan Snaith (Caribou) ist er Fan von Debussy, Messiaen, Bill Evans, Gil Scott-Heron und der Krautrock-Band Harmonia und betont stets seine äußerst vielfältigen Einflüsse. Eine künstlerische Haltung, die wohl zu diesem Promises führte: dem aktuellen Projekt, das Pharoah Sanders und Floating Points zusammenbringt, die 46 Jahre und einen Ozean voneinander getrennt sind. Ein Ozean, der von den Streichern des London Symphony Orchestra (LSO) gefüllt wird, dem dritten Hauptakteur dieser brillanten Aufnahme.  Das erste Kapitel wird im Jahr 2019 in Los Angeles geschrieben, wo der Saxophonist lebt. Eine Woche lang experimentierten er und Floating Points viel und wild herum. Zurück in England bearbeitet Floating Points diese Aufnahmen und fügt die in London aufgenommenen Violinen des LSO hinzu. Das Ergebnis ist ein Wunder von beruhigender Gelassenheit. Eine lange spirituelle Spielart in neun Sätzen. Tolle Klanggebilde, Traumlandschaften, nahe am Ambient und durch die homöopathischen Abstufungen noch betörender. Der erste Teil ist introvertiert und konzentriert sich auf das Zusammenspiel zwischen Sanders und Floating Points. Der zweite Teil ist lyrischer und wird von den geschickt dosierten Geigen des mythischen Orchesters getragen...Es erinnert zuweilen an Alice Coltranes (der ebenfalls mit Pharoah spielte) schamanische Musik, an einige Aufnahmen von Claus Ogerman oder auch an Brian Enos Ambient-Periode zwischen1978 und1983. Aber Promises hat seine ganz eigene Originalität und wird von den Generationen übergreifenden und vielfältigen Werten getragen, die es vermittelt. Ein Wunderwerk. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. März 2021 | Smalltown Supersound

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
2012 haben Allroundkünstlerin Jenny Hval und Multiinstrumentalist Håvard Volden als Nude On Sand eine selbstbetitelte Platte mit sanften Liedern und intimen Folk-Klängen veröffentlicht. Es folgte 2018 die EP "Feeling" als Lost Girls, die aus zwei langen Improvisationen bestand. Nun folgt mit "Menneskekollektivet" das Debüt. Und wie auf ihren Soloplatten beschäftigt sich Jenny Hval auch auf diesem Werk mit existenziellen Fragen. Das Titelstück thematisiert, wie sie den Zeugen Jehovas die Tür öffnet, um danach ihren Gedanken nachzuhängen. Es geht um Gott, um Barmherzigkeit und um Selbstlosigkeit, aber vor allem um Schaffensprozesse, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Letzten Endes entwickelt die Musik aber ohnehin ein eigenes Bewusstsein, öffnet sich doch für Lost Girls mit jedem neuen Ton eine neue musikalische Tür. Das Stück baut sich, ausgehend von ambienten Klängen Voldens und warmen Spoken Words, langsam auf. Wenn ab Minute drei repetitive Drumsounds einsetzen und leicht noisige Elektronikeffekte sowie Jennys sirenenhafter Gesang hinzukommen, entfaltet das Album einen hypnotischen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Am Ende rückt die Stimme der Norwegerin ganz nah ans Ohr des Hörers, so dass die Nummer eine gewisse Intimität besitzt. Diese kommt auch in "Losing Something" mit entschleunigten R'n'B-Rhythmen nicht zu kurz. Darüber legen sich mysteriöse Keyboards, sparsame E-Gitarrenklänge und Hval ergänzt eine einnehmende Melodie, die eine Menge Melancholie ausstrahlt. Der Track leitet in "Carried By Invisible Bodies" über, das mit housigen Beats und flächigen Synthies in trancehafte Sphären abhebt, in die Jenny, wechselnd zwischen jauchzendem Gesang und Spoken Words, genüsslich abtaucht. Die Nummer gerät fast schon tanzbar. Ihre experimentelle Seite betonen Lost Girls dagegen in "Love, Lovers", das ausgehend von einem repetitiven, motorischen Drumbeat mit psychedelischen Orgel- und eigenwilligen Gitarrentönen, Spoken Words und dem losgelösten Gesang Hvals in krautrockige Welten entführt. "Real Life" bildet schließlich mit bluesigen Akkorden, präzisen Drums und Claps sowie verhuschtem Gesang einen nachdenklichen Abschluss. Letzten Endes schreibt sich das Duo Experimentierfreude nach wie vor auf die Fahnen, vermittelt nun aber, gerade da es sich nicht davor scheut, sich neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten zu öffnen, eine gewisse Zugänglichkeit. Und so löst man sich für rund 45 Minuten von allen Gedanken und taucht komplett in die Musik ein. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Februar 2021 | Fat Possum

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Die seit ihrem 2009 erschienenen Debütalbum als „Folk Artist“ in eine Schublade gesteckte Tamara Lindeman — Frontfrau der pausenlos umbesetzten Band namens The Weather Station — fordert jene, die gerne kategorisieren, mit ihrem fünften Studioalbum heraus und präsentiert ihnen eine Kollektion voller gefühlsgeladener Songs, die von Modern Jazz über Electronica bis hin zu Dance Music reichen. Mit dem konstanten Rock-Beat, der übersprudelnden Melodie und der zurückhaltenden Dynamik könnte der herrliche neue Track Tried to Tell You ein Song von Arcade Fire sein. Das alles passt zu Lindemans Stimme, ein gestalt- und formgebendes Etwas von dunkler Schönheit, das an Joni Mitchell denken lässt, aber auch immer wieder von Kate Bushs Flatterhaftigkeit zu Annie Lennox' Heftigkeit übergeht. Die Sache wird allein schon beim Opener Robber ganz und gar rätselhaft und seltsam, mit Charleston-Geräusch, den gestochen scharf einsetzenden Streichern und der Melancholie von Saxofon und Klavier. Lindeman scheint die Songtexte eher hinzuhauchen denn zu singen: „Ich habe nie an Räuber geglaubt. Nie habe ich jemand über meinen Zaun klettern sehen; auch keinen schwarzen Sack oder Handschuh.“ Da ergeben sich allerlei Lesarten (ein Liebhaber, der einem das Selbstvertrauen geklaut hat? ein Vampir? ein buchstäblicher Dieb?), aber Lindeman sagte auch, dass das umweltschädliche Vorgehen des US-Mineralölkonzerns ExxonMobil sie inspirierte. Sie verriet nämlich, dass ein großer Teil des Albums in einem Winter komponiert wurde, als sie vom apokalyptischen Charakter des Klimawandels ganz besessen war. In jedem Fall ist es nicht leicht zu analysieren, ob das lyrische Unwohlsein von dieser oder einer anderen Verletzung handelt. „Da liegst du im Bett… alles tut dir weh… du weißt nicht mehr weiter“, und Lindeman stimmt Loss an, einen Song, der musikalisch auf den brummenden, dahinrollenden Verkehr anspielt. „Dimmen Sie das Licht und ziehen Sie die Vorhänge zu; dies ist das Ende der Liebe,“ singt sie wie ein Byronic Hero in dem total abgefahrenen Trust. Sogar der Albumtitel, Ignorance, hört sich allmählich wie eine Selbstverurteilung an. Es reicht ja vielleicht auch, wenn man einen Text hernimmt wie „Weißt du, es macht mich einfach fertig, wenn ich einen Vogel fliegen sehe. Es bringt mich einfach um, und ich weiß nicht, warum“ — im pulsierenden Parking Lot. Am Ende, wenn dann die Gefühle (sowohl wegen des Textes als auch wegen der Musik) vierzig Minuten lang, ohne je ganz überzukochen, dahingebrodelt haben, braucht man vielleicht ein Aufputschmittel, oder wenigstens etwas Koffein, um diese Gedanken loszuwerden. © Shelly Ridenour/Qobuz
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R&B - Erschienen am 8. Januar 2021 | RCA Records Label

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Reality Show war für Jazmine Sullivan ein ganz wichtiger Abschnitt in ihrer Karriere. Mit diesem 2015 erschienenen dritten Album begann die Sängerin aus Philadelphia ihre besten Seiten zu zeigen, und das sowohl in Bezug auf Gesang als auch auf Melodie und Groove. Die Anmut ihres Old-School-getränkten R&B kam auch in eher durchdachten Texten zum Vorschein. Fünf Jahre später und nach einigen tadellosen Features, insbesondere für GoldLink (Meditation mit Kaytranada), Frank Ocean (Solo und vier Titel auf Endless), Kindness (Hard to Believe), Mali Music (Loved By You), Niia (Sideline) und Robert Glasper (You're My Everything auf Black Radio 2), wirft sich Sullivan mit Heaux Tales erst recht in die Brust. Es handelt sich um ein durchaus engagiertes Opus mit einem unverblümten Titel (Wortspiel mit Hotels und Hoes Tales – Prostituierten-Geschichten).„Dieses Album entspricht dem, was ich an den Frauen von heute beobachte, die zu ihrer Macht stehen und zu dem, wer sie sind. Das Patriarchat schreibt nicht mehr vor, was es heißt, ein ‚braves Mädchen‘ zu sein. Frauen, egal welchen Alters, wurden nämlich in Wirklichkeit irgendwann in ihrem Leben von einem Mann, der sie irgendwo außer Sichtweite zurechtweisen, unterwerfen und kontrollieren wollte, als ‚Huren‘ (hoes) bezeichnet, unabhängig davon, ob sie es verdienen oder nicht. Die Frauen schämen sich zu sehr über die Entscheidung, die sie in Bezug auf ihren Körper getroffen haben oder treffen mussten. Wir sind alle verschieden und eine einzige Definition reicht nicht aus. Wir müssen alle einen Weg zurücklegen und nur wir allein entscheiden, wie wir ans Ziel gelangen.“Dieses Ansinnen hat sie makellos vertont, mit dem Hit Girl Like Me zum Beispiel, mit dem das Album ausklingt: ein irrsinniges Duet zusammen mit der Kalifornierin Gabriella Wilson alias H.E.R. über eine grandiose Love Story, die voller Enttäuschung zu Ende geht. Und noch zwei andere Features bereichern Heaux Tales (Anderson .Paak in Pricetags und Ari Lennox in On It). Mit dem Klang ihrer rauen, vortrefflich dazu passenden neo-souligen Stimme (Lauryn Hill/Brandy) wirft sie manchmal flüchtige Blicke auf Kendrick Lamars Flow (Put It Down) oder sie flirtet mit dem Gospel (Bodies, Lost One). Jazmine Sullivan macht vor allem Eines: sie wirft uns kein zeitgemäßes feministisches Pamphlet vor die Füße. Dieses vierte Album steht für sich. Ein schönes und tiefgründiges Werk, von dem man auch in Zukunft noch reden wird. © Marc Zisman/Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. Dezember 2020 | AWGE - Interscope Records

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Playboi Carti ist ein schwer greifbares Phänomen. Der murmelndste aller Mumble-Rapper hatte sich schon vor jeglichen offiziellen Veröffentlichungen zur Kultfigur gemausert. Das Zweitwerk "Die Lit" erfüllte die hohen Erwartungen größtenteils, der Stil verkam endgültig zum Mosaik aus hochgepitchten Adlibs und zerfetzten Beats. Carti saß für Trap-Verhältnisse ewig am mehrfach verschobenen "Whole Lotta Red" und betonte selber oft, mit diesem Album als Künstler wachsen zu wollen. Aber wohin geht der nächste Schritt eigentlich für jemanden, der seine Nische so dominant besetzt - nur noch Töne von sich geben? Konsonanten statt Vokale? Bei der Aufgabenstellung haben Kanye West und Matthew Williams, seines Zeichens eigentlich Modedesigner, als Ausführende Produzenten Hand angelegt. Genau, der West, der vor einem Jahr ein Gospelalbum veröffentlicht hat und als Präsidentschaftsbewerber antrat. Denkt bei den guten Vorsätzen für 21 an das Arbeitspensum und den ideologischen Pragmatismus dieses Mannes. Mit der Schützenhilfe und Kid Cudi und Future als Features ist dann auch die Flughöhe selbstbewusst eingestellt, Carti will in der ersten Reihe sitzen. Die Leadsingle „M3tamorphosis“ mit eben jenem Cudi erweist sich als ganz absurde Kombi, Carti ächzt den Refrain, während rasiermesserschafe Adlibs in den Song fahren, und der melodiöse Cudi summt über dem Ganzen. Das hätte in Summe ein Vocoder auch übernehmen können, denn sein gerappter Schlusspart ist zwar stark, aber deplatziert. Wichtiger sind einige grundlegende Erkenntnisse, die für das ganze Album gelten: Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, einen Großteil von Cartis Rap zu verstehen, Carti rappt und schreit nicht (nur) von der Seitenlinie, Carti steht weiterhin auf Repetition und Adlibs, die Beats sind weniger perkussiv und deutlich basslastiger, dröhnender als auf dem bisherigen Output. Wie bei einem 24 Songs gewaltigen Monstrum unvermeidbar, gibt es auf "Whole Lotta Red" durchaus sehr unterschiedliche Songtypen. Kanye und sein Co haben zwar einen exzellenten Job gemacht, eine kohärente Formensprache für das Album zu finden. Ein Album mit über einem Dutzend beteiligten Produzenten fächert sich aber nun mal auf. Der bisherige Haus- und Hofproduzent Pi'erre Bourne taucht, mutmaßlich auch wegen Labelstreit, nur auf einigen Songs auf, andere Trap-Produzenten aus dem Umfeld von Lil Uzi Vert und Gunna nehmen dafür mehr Raum ein. Carti trauert Bourne auf "Place" hinterher, hat mit Outtatown, Lukrative und vor allem F1lthy, Maaly Raw und Cartis eigenem Modeberater Art Dealer aber mehr als würdigen Ersatz gefunden. Alle Beteiligten dürfen getrost als ganz vorne im Trap-Game gelten und beweisen das hier aufs Vielfache. Diese engere Produzentenriege ist bei fast jedem Song vertreten, es ist aber durchaus nachvollziehbar, wer wo die Verantwortung trug, zu unterschiedlich sind die verspielten Beats von Art Dealer und das Death Gripsche Dröhnen von F1lthy. Was es kaum mehr gibt, sind skelettierte, atonale Perkussionsbeats, genauso wie Carti sich nicht zurückzieht auf eine Kuratorenrolle im Soundgefüge, sondern aktiv als MC auftritt. Das macht er nach wie vor sehr eigen, mehr als vokaler Treiber, so dass der Kommentar eines Youtube-Users "at this point, the instrumental is rapping and he's the beat" zum Video von "MEH“ durchaus zutrifft. Das Vorhaben, mit "Whole Lotta Red" anders als bislang und zuvorderst melodiöser zu rappen, verschiedene Seiten zu zeigen und gleichzeitig Trap eine Infusion neuer Ideen zu verpassen, ohne den eigenen Stil komplett aufzugeben, ist durchgehend erkennbar. Dieser Anspruch und die damit einhergehende Qualität und Heterogenität macht einen wesentlichen Teil des Reizes des Albums aus. Zu jedem Zeitpunkt ist "Whole Lotta Love" Kunst, wirkt vollkommen bewusst geschaffen. Der Opener "Rockstar Made" stellt mit seinem dreckigen, bouncenden, aber eher flächigen als zerrissenem Beat für diesen neuen Ansatz und der gelingt hier zumindest ordentlich. Wie "Stop Breathing" hören sich manche dieser Songs an, als würde der alte Playboi featuren, denn die Adlib-Dichte ist nach wie vor vergleichbar mit der Bevölkerungsdichte im Gazastreifen. Aber daneben rappt eben auch jemand, und das stets souverän, zumindest, wenn die Beats dominant genug sind, um Carti einen Dialogpartner zur Seite zu stellen. Denn die Analyse des Kollegen Yannik zum Vorgängeralbum, nach der Carti für seinen Stil maßgeschneiderte Beats brauche, trifft nach wie vor zu. Und der neue Rapper Carti füllt noch selbst zu wenig Raum, während er sich in einer himmelschreienden Kakophonie hingegen immer noch sehr wohl fühlt und in seiner neuen aktiveren Rolle glänzt. Deshalb ist "New Tank" ein 100%er, deswegen funktioniert das überkandidelte "Vamp Anthem" samt Toccata und Fuge von Bach dermaßen gut, und das ist auch der Grund, warum Carti auf „Stop Breathing“ und "On That Time" ein ganz neues Aggressionslevel erreicht, das ihm überraschend gut steht und organisch neben "Beno!"s verspielter Struktur steht – Hauptsache, es ist viel los. Der beste Song ist "Control", ein absurdes Liebeslied an Cartis Gschmusi Brandi Marion mit dem hervorragenden Vers "I can wear a business suit and speak proper". Art Dealer, star boy und Outtatown dürfen sich rühmen, hier ein Großwerk abgeliefert zu haben, das die Metamorphose Cartis eindrücklich demonstriert. Der Playboi zeigt zwischen Repetition und Sehnsuchtsgejaule, wie intensiv er greifbare, pathetische Sprachbilder erschaffen kann. Schwierig wird es, wenn der MC zu viel Zeit hat, dann wird er wie auf dem textlich ausgesprochen unsympathischen "Punk Monk" fad. Das melodische, aber viel zu brave "King Vamp" entzaubert ihn als einen weiteren Trapper aus Atlanta. Das Gewöhnliche steht dem jungen Herrn nicht so gut, das weiß sein Modeberater Art Dealer. Folgerichtig kreiert der auf "Sky" und "Over" sehr flächige und dominante Synth-Produktionen, die einen krassen Kontrapunkt zu F1lthys und Outtatowns Songs setzen, aber aufgehen wie Soufflés und Carti Richtung Young Thug schielen lassen. Insgesamt ist die Hitdichte bemerkenswert. Der alte Haudegen Bourne vergeudet auf "ILoveUIHateU" einen unfassbaren Beat aus der Jahrhundertenbestenliste, denn der Playboi säuft völlig ab. Für diesen flirrenden Wahnsinn von einem Beat über den ein G-Funk-Melodiebogen segelt, reicht der Skill einfach noch nicht. Auf "F33l Lik3 Dyin" inklusive Sample von West-Kumpel Vernon ergeht es ihm ähnlich, seine Delivery ist nicht konzise genug. Erwähnt sei noch der Totalausfall "Die4Guy", auf dem Carti sich durchgehend anhört wie ein hessischer Finanzbeamter kurz vorm Aufbocken nach dem Frühstücksbier und der lustige Rückfall in Mumblezeiten "JumpOutTheHouse" (jetzt alle: "tschabattnhaus, tschampattnbyüch"). Übrigens ist Yeezy auf "Go2DaMoon" gut aufgelegt, fühlt sich jedoch merklich etwas unwohl mit dem Beat. Aber der Meister zieht das Ding einfach durch und vertraut auf seinen üblichen Instrumentenkasten samt A-Cappella-Part. Ye heimst auf "Whole Loota Red" den Preis für die beste Line ein ("She ugly hot/ Like a chick that call you to borrow"). Carti macht es ihm mit seinen immer gleichen Texten über Drogen ("Teen X"), Geprotze über seinen Lifestyle ("New Tank") und paranoider Gewaltandrohung ("Vamp Anthem"), meist alles drei parallel in unterschiedlicher Melange, sehr einfach, die Benchmark anzuheben. Dem Spieljungen fehlt vor allem die Ironie, die zu seinem oftmals verspielten Stil gut passen würde. Dann wird ein Song wie "Die4Guy" halt auch mal richtig peinlich, selbst Xatar würde so nicht über SSIO singen. © Laut
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Aus aller Welt - Erschienen am 12. November 2020 | Golden Child Entertainment Ltd

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
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Jazz - Erschienen am 31. Oktober 2020 | International Anthem

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music