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Herbert Grönemeyer - Wunder / Immerfort

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Wunder / Immerfort

Herbert Grönemeyer

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Herbert Grönemeyer hat zugelegt. Seine neueste Lesart "Schiffsverkehr" ist wie ein Staatsstreich an der eigenen Diskographie. Er kommentiert die Lage der Nation jetzt nicht mehr vorrangig mit der Üppigkeit von "Mensch" und "12". Eher redet er rückwärtsgewandt Klartext und erinnert an seinen Mut, den er in "4630 Bochum" und "Bleibt alles anders" aufbrachte. Grönemeyer, Sohn eines Bergbau-Ingenieurs, kennt diese architektonische Stütze, die ein Album wie "Schiffsverkehr" braucht, um ein sicherer Meilenstein zu werden. Es ist die Tektonik der Gefühle, in die sich Grönemeyer "versehnt" ("Fernweh"): Ein verlässlicher Balladen-Zweiteiler ("Unfassbarer Grund", "Deine Zeit"), der für ihn längst kein Kunststück mehr ist, dafür aber die Eigenart der Tonkunst bewahrt. Wer so viel Tauglichkeit besitzt, um für sich selbst die sicherste und ehrlichste Quellenangabe zu sein, darf dann auch mal woanders fremdeln. Die Single "Schiffsverkehr" nimmt im Vorwärtstreiben Anleihen beim Muse-Song "Uprising". So etwas ist vertretbar, gerade weil sich das Lied nicht die Überhöhung als Ziel steckt, sondern sich selbst zum elementarsten menschlichen Baustein, dem Neuanfang, ermutigt. Größter Fürsprecher dieser New Prog-Flucht ist die Verträglichkeit mit dem popgeschulten Ohr, die den "Lonesome Rider" (wie Grönemeyer den Song lieblich bezeichnet) vorangehen und gut ankommen lässt. Der Grönemeyer früher oft vorgeworfene musikalische Konformismus ist daher der falsche Ansatz, um dem übrigen "Schiffsverkehr" hier zu begegnen. Als eigentümlichstes Charakterstück des Albums erinnert "Kreuz meinen Weg" mit seinem brüsken Tonfall an die synthetisch-dunkle Spielart des 80er-Wave. Ein Lied über das Bildnis freundschaftlicher Treue verlangt nun mal nach einer bruchfesten Sprachführung. Anders "Fernweh", das eine Standortbestimmung an der Neuen Deutschen Welle und ironischer Selbstläufer ist. Es zwingt aus der Fadheit zur guten Laune. Ob das aber mit Schunkelstimmung wirkt, bleibt als Gretchenfrage offen. Fast schon Understatement ist "Unfassbarer Grund": Die zupfende Bassgruppe und das unscharfe Metallophon wirken in Grönemeyers Werkschau als uneitler minimalistischer Vorgang. Man ist froh, dass es diese Lieder über Liebe in phrasenloser Reinform gibt. So karg der Vorgänger auch ist, so ausladend ist sein Nachfolger "Deine Zeit". Der rührenden Parallele zu "Der Weg" hätte weniger Klangmontur, dafür mehr Klavierprägung besser zu Gesicht gestanden. Eine Herzenssache ist das gedachte Kriegstagebuch "Auf dem Feld". Dort bricht das Schlagzeug wie nach einem Schnellschuss von selbst ab und doch bleibt es ein unzähmbares Lauffeuer. Der unverfrorene Zynismus geht besonders nahe, wenn die konfliktferne Heimat "den schicken Schuh" zu Salsa "steppt". "Ich gewöhn mich nicht / An keinen Augenblick / Was erstaunlich ist / Macht keinen Sinn für mich / Weil deine Leichtigkeit / So gegenwärtig bleibt / Ich will zu dir." Ein Kommentar zur Erinnerung mit leisem Aufgang und sehnsüchtiger Schwere. Eine Hammond-Orgel unterstützt später die Nostalgie in "Zu dir", die wie ein Jugendritt in die Vergangenheit erscheint. "Wäre ich einfach nur feige" schrieb der Sänger, um "Schiffsverkehr" in seiner Gänze zu vervollständigen. Gut, dass er sich dies traute, denn diesmal liegen die Zustände, über die er seine Melodien legt und von denen er singt, im Abseits. Einfach mal nichts tun, nichts einschalten, sich nicht einmischen. Kein Wagnis, sondern das richtige Gespür für die entscheidende Zutat. Ein großes Ja zur Durchkreuzung aller logischen Satzbaupläne ist "Lass es uns nicht regnen". Die Gitarre entscheidet sich für den Funk, auch die übrige Struktur und die organisierten Bläser verschreiben sich einem jazz-nahen Groove. Oft fällt es aber schwer, den manchmal selbstzufrieden scheinenden Worten Grönemeyers die ganze Wahrheit abzukaufen. Makelloser Country und die richtige Prise Narzissmus ergeben das nicht ganz ernst gemeinte "So wie ich": "Ich leb mit mir in trauter Einsamkeit / Und lass die andern für mich stehen / Für mich ist mir kein Weg zu weit / Ich will mit mir gehen". So fein und ausführlich hat zuletzt Falco sein Alter Ego, den "Egoist" gefeiert. Der Hidden Track "November" - einer für den es sich vorzuspulen lohnt – beschließt ein Album, das momentan richtig gut in die Zeit passt.
© Laut

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Wunder / Immerfort

Herbert Grönemeyer

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1
Wunder
00:04:01

Herbert Grönemeyer, Producer, MainArtist, ComposerLyricist - Michael Ilbert, Mixer, StudioPersonnel - Alex Silva, Producer, Engineer, StudioPersonnel

A Vertigo Berlin recording; ℗ 2018 Grönland, under exclusive license to Universal Music GmbH

2
Immerfort
00:03:03

Herbert Grönemeyer, Producer, MainArtist, ComposerLyricist - Michael Ilbert, Mixer, StudioPersonnel - Alex Silva, Producer, Engineer, StudioPersonnel

A Vertigo Berlin recording; ℗ 2018 Grönland, under exclusive license to Universal Music GmbH

Albumbeschreibung

Herbert Grönemeyer hat zugelegt. Seine neueste Lesart "Schiffsverkehr" ist wie ein Staatsstreich an der eigenen Diskographie. Er kommentiert die Lage der Nation jetzt nicht mehr vorrangig mit der Üppigkeit von "Mensch" und "12". Eher redet er rückwärtsgewandt Klartext und erinnert an seinen Mut, den er in "4630 Bochum" und "Bleibt alles anders" aufbrachte. Grönemeyer, Sohn eines Bergbau-Ingenieurs, kennt diese architektonische Stütze, die ein Album wie "Schiffsverkehr" braucht, um ein sicherer Meilenstein zu werden. Es ist die Tektonik der Gefühle, in die sich Grönemeyer "versehnt" ("Fernweh"): Ein verlässlicher Balladen-Zweiteiler ("Unfassbarer Grund", "Deine Zeit"), der für ihn längst kein Kunststück mehr ist, dafür aber die Eigenart der Tonkunst bewahrt. Wer so viel Tauglichkeit besitzt, um für sich selbst die sicherste und ehrlichste Quellenangabe zu sein, darf dann auch mal woanders fremdeln. Die Single "Schiffsverkehr" nimmt im Vorwärtstreiben Anleihen beim Muse-Song "Uprising". So etwas ist vertretbar, gerade weil sich das Lied nicht die Überhöhung als Ziel steckt, sondern sich selbst zum elementarsten menschlichen Baustein, dem Neuanfang, ermutigt. Größter Fürsprecher dieser New Prog-Flucht ist die Verträglichkeit mit dem popgeschulten Ohr, die den "Lonesome Rider" (wie Grönemeyer den Song lieblich bezeichnet) vorangehen und gut ankommen lässt. Der Grönemeyer früher oft vorgeworfene musikalische Konformismus ist daher der falsche Ansatz, um dem übrigen "Schiffsverkehr" hier zu begegnen. Als eigentümlichstes Charakterstück des Albums erinnert "Kreuz meinen Weg" mit seinem brüsken Tonfall an die synthetisch-dunkle Spielart des 80er-Wave. Ein Lied über das Bildnis freundschaftlicher Treue verlangt nun mal nach einer bruchfesten Sprachführung. Anders "Fernweh", das eine Standortbestimmung an der Neuen Deutschen Welle und ironischer Selbstläufer ist. Es zwingt aus der Fadheit zur guten Laune. Ob das aber mit Schunkelstimmung wirkt, bleibt als Gretchenfrage offen. Fast schon Understatement ist "Unfassbarer Grund": Die zupfende Bassgruppe und das unscharfe Metallophon wirken in Grönemeyers Werkschau als uneitler minimalistischer Vorgang. Man ist froh, dass es diese Lieder über Liebe in phrasenloser Reinform gibt. So karg der Vorgänger auch ist, so ausladend ist sein Nachfolger "Deine Zeit". Der rührenden Parallele zu "Der Weg" hätte weniger Klangmontur, dafür mehr Klavierprägung besser zu Gesicht gestanden. Eine Herzenssache ist das gedachte Kriegstagebuch "Auf dem Feld". Dort bricht das Schlagzeug wie nach einem Schnellschuss von selbst ab und doch bleibt es ein unzähmbares Lauffeuer. Der unverfrorene Zynismus geht besonders nahe, wenn die konfliktferne Heimat "den schicken Schuh" zu Salsa "steppt". "Ich gewöhn mich nicht / An keinen Augenblick / Was erstaunlich ist / Macht keinen Sinn für mich / Weil deine Leichtigkeit / So gegenwärtig bleibt / Ich will zu dir." Ein Kommentar zur Erinnerung mit leisem Aufgang und sehnsüchtiger Schwere. Eine Hammond-Orgel unterstützt später die Nostalgie in "Zu dir", die wie ein Jugendritt in die Vergangenheit erscheint. "Wäre ich einfach nur feige" schrieb der Sänger, um "Schiffsverkehr" in seiner Gänze zu vervollständigen. Gut, dass er sich dies traute, denn diesmal liegen die Zustände, über die er seine Melodien legt und von denen er singt, im Abseits. Einfach mal nichts tun, nichts einschalten, sich nicht einmischen. Kein Wagnis, sondern das richtige Gespür für die entscheidende Zutat. Ein großes Ja zur Durchkreuzung aller logischen Satzbaupläne ist "Lass es uns nicht regnen". Die Gitarre entscheidet sich für den Funk, auch die übrige Struktur und die organisierten Bläser verschreiben sich einem jazz-nahen Groove. Oft fällt es aber schwer, den manchmal selbstzufrieden scheinenden Worten Grönemeyers die ganze Wahrheit abzukaufen. Makelloser Country und die richtige Prise Narzissmus ergeben das nicht ganz ernst gemeinte "So wie ich": "Ich leb mit mir in trauter Einsamkeit / Und lass die andern für mich stehen / Für mich ist mir kein Weg zu weit / Ich will mit mir gehen". So fein und ausführlich hat zuletzt Falco sein Alter Ego, den "Egoist" gefeiert. Der Hidden Track "November" - einer für den es sich vorzuspulen lohnt – beschließt ein Album, das momentan richtig gut in die Zeit passt.
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