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Led Zeppelin - Led Zeppelin IV (HD Remastered Edition)

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Led Zeppelin IV (HD Remastered Edition)

Led Zeppelin

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Kein Albumtitel, kein Bandname, nicht einmal eine Katalognummer schmücken das Cover des vierten Albums von Led Zeppelin. Nach eher lauwarmen bis eisigen Kritiken zu "Led Zeppelin III" beschließen die Briten, allen voran Jimmy Page, den Nachfolger ohne weitere Informationen unters Volk zu bringen. Die Musik soll für sich alleine stehen. Der Name bleibt so geheim, dass bis heute niemand so richtig weiß, wie er nun wirklich lautet. "ZoSo"? "Untitled"? "IV"? "The Hermit"? "The Runes"? "Four Symbols"? "Led Zeppelin IV"? Jeder soll sich nach dem persönlichen Geschmack den eigenen Favoriten herauspicken und diesen vor den gegnerischen Scharen als einzige Wahrheit verteidigen. Für Fantasie und Diskussionen gibt es rund um den vierten Led Zep-Longplayer kaum Grenzen. Ohne weiteres kann es als Paradebeispiel durchgehen, was geschieht, wenn man dem Hörer nur vage Richtungen mit auf den Weg gibt. Ein Album ohne Namen. Mystische Symbole, die jeweils ein Bandmitglied darstellen. Ein Eremit auf seinem einsamen Berg. Rätselhafte Texte mit Referenzen zu Mystik, Götterwelt, Sex und Drogen über einen "Stairway To Heaven" und "The Battle Of Evermore". Und immer wieder dieser J. R. R. Tolkien. In einer Welt ohne Internet, ohne Spielkonsole und lediglich drei TV-Programmen, über die Vater die Hoheit behält, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ein virales Phänomen, das bis heute andauert. Sieht man den Kopf eines "Black Dog", sobald man den Berg an einen Spiegel hält? Satanische Verse, sobald "Stairway To Heaven" rückwärts läuft? "Oh here's to my sweet Satan / The one whose little path would make me sad, whose power is Satan.” Zum Wolkenkuckucksheim geht es gleich hinten rechts, kurz vorm "Misty Mountain Hop". Jeder nur ein Kreuz. Aus der Asche der Yardbirds ersteht 1968 über den Umweg New Yardbirds der Phoenix Led Zeppelin. Vier begnadete Musiker, die durch eine Empfehlung von Dusty Springfield bei Atlantic Records unter Vertrag kommen. Den späten 1960ern und den kompletten 1970ern verpassen sie die Erfindung des Konstanzers Ferdinand Graf von Zeppelin in aller Deutlichkeit als Branding. Ein Luftschiff, so monumental, dass es nur der Punk zu Fall bringen konnte. "I'm the best Keith Moon-type drummer in the world." Wie sein kongenialer Kollege von The Who starb König John 'Bonzo' Bohnham im Alter von 32 Jahren viel zu früh. Nicht jedoch, ohne zuvor das Schlagzeugspiel komplett neu zu definieren. Seine Attitüde wurde endlos oft kopiert, sein Sound nie erreicht. Für ein Großteil der Arrangements zeichnet der oft maßlos unterschätzte Bassist John Paul Jones verantwortlich. Seine Relevanz für Led Zeppelin macht sein Fehlen bei Page & Plants "Unledded"-Projekt aus dem Jahr 1994 nur allzu deutlich. Zwar finden sich ein paar nette Variationen alter Gassenhauer, insgesamt bleibt jedoch ein ziemlich orientierungsloses Durcheinander. Ohne Jonesy verbleibt der Zeppelin am Boden. Die Augen der Öffentlichkeit verweilten jedoch auf den Gegensätzen Page und Plant. Auf der einen Seite der 'Dark Lord'. Der dunkelhaarige Okkultist mit Double Neck-Gitarre und der Faszination für Aleister Crowley. "One for the Dark Lord on his dark throne In the land of Mordor where the Shadows lie." Auf der anderen der 'Golden God' mit seinen Korkenzieherlocken. Je enger seine Jeans saß, um so mehr beeindruckte seine Stimme. "Als ich zehn Jahre alt war, hörte ich zum ersten Mal Robert Plant und wollte ihm meine Jungfräulichkeit schenken", erklärt Tori Amos dem Irish Independent 2001. "Ich dachte allerdings, das wäre wie Peanut Butter und Jelly teilen oder Händchen halten." "Black Dog" startet den vierten Longplayer der Engländer mit einem lauten Donnerschlag. Nach einem kurzen Dröhnen, von Page "waking up the army of guitars" genannt, schreit Robert Plant Zeter und Mordio. "Hey, hey, mama, said the way you move / Gonna make you sweat, gonna make you groove." Vom ersten Moment an stellen Led Zep ihre Verstärker auf elf. Ein apokalyptischer Blues, ein Call and Response aus dem jaulenden Plant und schleppenden Gitarren-Riffs, direkt aus dem krächzenden Spulen eines Tesla-Transformators gezapft. Seinen Namen verdankt "Black Dog" einem namenlosen Labrador, der während der Aufnahmen um das Headley Grange Studio schlich, mit dem eigentlich Text aber nichts zu tun hat. Angestachelt von Muddy Waters' 1968 erschienenem Album "Electric Mud" wollte John Paul Jones einen arglistigen Blues-Track mit komplexen Rhythmuswechseln schreiben, der dem Zuhörer das Tanzen fast unmöglich macht. Operation gelungen, Hund lebt. Mindestens ebenso drastisch, dafür aber schnurgeradeaus zürnen sich die 'Hammer of the Gods' durch "Rock And Roll", diesem fuchsteufelswilden 12 Bar Blues, zufällig aus einem wütenden Jam bei den Aufnahmen zu "Four Sticks" entstanden. Während Plant im Text fleißig frühe Rock-Hits referenziert ("The Stroll", "The Book Of Love", "Walking In The Moonlight") und Studiomusiker Nicky Hopkins den Jerry Lee Lewis gibt, mäht Bonzo alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. "The Battle Of Evermore" zieht radikal die Handbremse. In diesem mystischen Folk-Song teilt sich Plant zum ersten und letzten Mal in der Geschichte von Led Zeppelin den Platz am Mikro. Percy gibt in der Geschichte, halb angelsächsische Schlachtenepik, halb Tolkien, den Erzähler und Sandy Denny vertritt mit ihrem Gesang den Part eines Stadtausrufers. Page zupft munter die Mandoline, Bonham trommelt auf Percussions. Spürbar weht der Wind durch blutdurchzogene schottische Highlands und für einen kurzen Augenblick bekommt man einen Einblick, wie Herr der Ringe vor dem Großaufmarsch von Peter Jackson in den Köpfen seiner Leser funktioniert haben mag. "Es klingt wie eine Tanz-um-den-Maibaum-Nummer", gestand Page später und hat nicht ganz unrecht. "Black Dog", "Rock And Roll" und der radikale Bruch mit "The Battle Of Evermore" bleiben jedoch nur Hors d'œuvre zu dem, was nun folgen sollte: Ein Geniestreich, dessen bisher ungehörte wie Adrenalin ansteigende Struktur zu unzähligen Imitationen führte. Eine aufwühlende Melange aus Folk und Rock, die Essenz aus allem, was Led Zeppelin bis zu diesem Zeitpunkt ausmachte. Einer der berühmtesten Rock-Songs aller Zeiten, obwohl er niemals auf Single erscheinen sollte. Ladies and Gentleman: "Stairway To Heaven". Vergessen wir für einen Moment die tausendfache Beschallung, die schlechten Coverversionen, den alten "No Stairway To Heaven"-Gag aus Wayne's World und all die anderen Nebengeräusche. Drücken wir auf die Rewind-Taste, spülen wir unsere Ohren aus und nähern wir noch einmal jungfräulich seiner ganzen Faszination. Denn dann sorgt dieses epochale Werk auch heute noch für eine Gänsehaut nach der anderen. Nach dem sehnsüchtigen, nach Freiheit strebenden Folk-Einstieg, den John Paul Jones' brillantes Blockflöten-Arrangement begleitet, fügt sich langsam Puzzlestück um Puzzlestück zu einem monumentalen Gesamtbild zusammen. Wenn Bonham nach viereinhalb Minuten einsetzt, beginnt die dramatische Fahrt in Richtung Klimax. So lange, bis die Gefühle überkippen und in einem der bekanntesten Gitarrensoli überhaupt gipfeln. Letztlich steht Plant wie nach einer achtminütigen Katharsis wieder für sich alleine. Mit wallendem Engelshaar, den Blick Richtung Westen. "And she's buying a stairway to heaven." Natürlich bringt solch ein allgegenwärtiger Track nicht nur Liebhaber mit sich. Selbst in der Band gehen die Meinungen meilenweit auseinander. Spricht Page von einem Meisterwerk, nennt Plant "Stairway To Heaven" nur abschätzig den "Wedding Song", den er zeitweise am liebsten vergessen würde. "Ich kann mich nicht mal dazu bringen, diese drei Wörter auszusprechen", stellt er in einem Interview mit VH-1 fest. Dabei kamen diese in einem kurzen Augenblick der Eingebung von ihm selbst. Gemeinsam saßen Page und Plant am Lagerfeuer um an dem neuen Stück zu arbeiten. "Ich hielt einen Stift und ein Stück Papier in der Hand", erinnert sich Plant. "Aus irgendeinem Grund war ich in sehr schlechter Stimmung. Dann begann meine Hand urplötzlich zu schreiben. 'There's a lady who's sure all that glitters is gold / And she's buying a stairway to heaven.' Ich saß nur da, starrte auf die Wörter und dann sprang ich fast aus meinem Sitz." Die Interpretationen des Textes, der als einziger im Innersleeve abgedruckt wurde, gehen ins Mannigfaltige. Einen Großteil der 1970er verbrachte Robert Plant damit, Fragen zu den "Stairway"-Lyrics zu beantworten. "Je nachdem was für einen Tag wir haben, interpretiere ich den Song auf verschiedene Art und Weise – und ich habe den Text geschrieben." Mit Sicherheit enthält er jedoch, egal in welche Richtung man ihn auch abspielen mag, keine satanischen Botschaften. Auf die Anfang der 1980er aufkommende Diskussion antwortete Swan Song Records, die von Zeppelin ins Leben gerufene Plattenfirma, nur mit einem kurzen Satz: "Unsere Plattenspieler spielen nur in eine Richtung – vorwärts." "Misty Mountain Hop" beginnt mit einem funkelnden Jonsey am Electric Piano, in dessen Riff kurze Zeit später Page einsteigt. Auf dieser Grundlage, getragen von Bohnhams zielstrebigem Schlagzeugspiel, erzählt uns Plant die leicht naive Mär von einem Blumenkind vs. Big Brother-Szenario im Londonder Parklife. Die von vielschichtigen Akustikgitarren und Mandolinen hofierte Folk-Ballade "Going To California" stellt ein Tribut an Joni Mitchell dar. "The girl out there with love in her eyes and flowers in her hair /...plays guitar and cries and sings." Hypnotisch schlängelt sich das orientalisch angehauchte "Four Sticks" ins Endlose. Zwischen die Wechsel von Akustik- und E-Gitarren brennt sich die sengende Hitze von John Paul Jones' Synthesizer-Part. Plants fremdartige Vocals schimmern undeutlich wie eine Luftspiegelung auf grenzenlosen Straßen. Seinen Namen verdankt der Song dem Fakt, dass Bonham nach mehreren gescheiterten Versuchen, seinen Part einzuspielen, neue Drumsticks zur Hand nahm und so hart einschlug wie er nur konnte. "When The Levee Breaks" basiert zum größten Teil auf einem alten Blues-Stück von Kansas Joe McCoy und Memphis Minnie aus dem Jahr 1929. Doch der eigentliche Track scheint nur noch marginal durch die Led Zep-Leinwand. Die 'Hammer Of The Gods' malen ein dreckiges, ständig in Bewegung befindliches Blues-Gemälde aus planetenverschiebenden Drums, gephasten Gesang und einem Mundharmonikasolo mit Backward Echo, dessen Farben sich mit aller Macht weigern anzutrocknen. Zuletzt zitiert Plant aus Count Basies "Going To Chicago". Doch in Wirklichkeit gehört "When The Levee Breaks" ganz John Bonham. Sein imposanter Einstieg gehört zu den am häufigsten gesampelten Drumloops, an dem sich schon the Good (Beastie Boys), the Bad (Eminem) and the Ugly (Scooter) vergriffen haben. Treffend erklärt Jason Bonham in einem Interview mit dem Q-Magazine: "Das ist das Drum-Intro der Götter. Egal wo du es spielst, die Leute wissen sofort, dass es John Bonham ist. Ich hatte nie die Chance meinem Vater zu sagen wie unglaublich er war - Er war einfach nur Dad." Egal ob in ihrer bluesigen Anfangszeit, den aus allen Nähten platzenden Dimensionen von "Houses Of The Holy" und "Physical Graffiti" oder eben ihrem allgegenwärtigen vierten Album: Led Zeppelin überstrahlten zu ihrer Zeit jede andere Band. Von ihrer fliegenden Zigarre aus mussten ihnen Wegbegleiter wie Aerosmith, Alice Cooper oder T.Rex wie Ameisen erscheinen. Selbst Vorbilder für The White Stripes, Dinosaur Jr., Alice In Chains oder Guns N' Roses holten sie ihre Inspiration von alten Blueshelden wie Robert Johnson, dem Folk von Bert Jansch und Elvis Presley. Sie waren Giganten auf den Schultern von Giganten.
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1
Black Dog (Remaster)
00:04:55

Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Writer

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

2
Rock and Roll (Remaster)
00:03:40

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Ian Stewart, Piano - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums, Writer - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Writer

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

3
The Battle of Evermore (Remaster)
00:05:51

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Mandolin, Writer - Led Zeppelin, MainArtist - Sandy Denny, Vocals

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

4
Stairway to Heaven (Remaster)
00:08:02

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Electric Piano, Recorder

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

5
Misty Mountain Hop (Remaster)
00:04:38

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Electric Piano, Writer

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

6
Four Sticks (Remaster)
00:04:45

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Synthesizer

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

7
Going to California (Remaster)
00:03:32

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer - Jimmy Page, Producer, Acoustic Guitar, Writer - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Mandolin

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

8
When the Levee Breaks (Remaster)
00:07:08

ANDY JOHNS, Engineer - John Davis, Remastering Engineer - Robert Plant, Vocals, Writer, Harmonica - Jimmy Page, Producer, Guitar, Writer - John Bonham, Drums, Writer - Led Zeppelin, MainArtist - John Paul Jones, Bass Guitar, Writer - Memphis Minnie, Writer

© 2014 Atlantic Recording Corporation. All Rights Reserved ℗ 2012 Atlantic Records

Albumbeschreibung

Kein Albumtitel, kein Bandname, nicht einmal eine Katalognummer schmücken das Cover des vierten Albums von Led Zeppelin. Nach eher lauwarmen bis eisigen Kritiken zu "Led Zeppelin III" beschließen die Briten, allen voran Jimmy Page, den Nachfolger ohne weitere Informationen unters Volk zu bringen. Die Musik soll für sich alleine stehen. Der Name bleibt so geheim, dass bis heute niemand so richtig weiß, wie er nun wirklich lautet. "ZoSo"? "Untitled"? "IV"? "The Hermit"? "The Runes"? "Four Symbols"? "Led Zeppelin IV"? Jeder soll sich nach dem persönlichen Geschmack den eigenen Favoriten herauspicken und diesen vor den gegnerischen Scharen als einzige Wahrheit verteidigen. Für Fantasie und Diskussionen gibt es rund um den vierten Led Zep-Longplayer kaum Grenzen. Ohne weiteres kann es als Paradebeispiel durchgehen, was geschieht, wenn man dem Hörer nur vage Richtungen mit auf den Weg gibt. Ein Album ohne Namen. Mystische Symbole, die jeweils ein Bandmitglied darstellen. Ein Eremit auf seinem einsamen Berg. Rätselhafte Texte mit Referenzen zu Mystik, Götterwelt, Sex und Drogen über einen "Stairway To Heaven" und "The Battle Of Evermore". Und immer wieder dieser J. R. R. Tolkien. In einer Welt ohne Internet, ohne Spielkonsole und lediglich drei TV-Programmen, über die Vater die Hoheit behält, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ein virales Phänomen, das bis heute andauert. Sieht man den Kopf eines "Black Dog", sobald man den Berg an einen Spiegel hält? Satanische Verse, sobald "Stairway To Heaven" rückwärts läuft? "Oh here's to my sweet Satan / The one whose little path would make me sad, whose power is Satan.” Zum Wolkenkuckucksheim geht es gleich hinten rechts, kurz vorm "Misty Mountain Hop". Jeder nur ein Kreuz. Aus der Asche der Yardbirds ersteht 1968 über den Umweg New Yardbirds der Phoenix Led Zeppelin. Vier begnadete Musiker, die durch eine Empfehlung von Dusty Springfield bei Atlantic Records unter Vertrag kommen. Den späten 1960ern und den kompletten 1970ern verpassen sie die Erfindung des Konstanzers Ferdinand Graf von Zeppelin in aller Deutlichkeit als Branding. Ein Luftschiff, so monumental, dass es nur der Punk zu Fall bringen konnte. "I'm the best Keith Moon-type drummer in the world." Wie sein kongenialer Kollege von The Who starb König John 'Bonzo' Bohnham im Alter von 32 Jahren viel zu früh. Nicht jedoch, ohne zuvor das Schlagzeugspiel komplett neu zu definieren. Seine Attitüde wurde endlos oft kopiert, sein Sound nie erreicht. Für ein Großteil der Arrangements zeichnet der oft maßlos unterschätzte Bassist John Paul Jones verantwortlich. Seine Relevanz für Led Zeppelin macht sein Fehlen bei Page & Plants "Unledded"-Projekt aus dem Jahr 1994 nur allzu deutlich. Zwar finden sich ein paar nette Variationen alter Gassenhauer, insgesamt bleibt jedoch ein ziemlich orientierungsloses Durcheinander. Ohne Jonesy verbleibt der Zeppelin am Boden. Die Augen der Öffentlichkeit verweilten jedoch auf den Gegensätzen Page und Plant. Auf der einen Seite der 'Dark Lord'. Der dunkelhaarige Okkultist mit Double Neck-Gitarre und der Faszination für Aleister Crowley. "One for the Dark Lord on his dark throne In the land of Mordor where the Shadows lie." Auf der anderen der 'Golden God' mit seinen Korkenzieherlocken. Je enger seine Jeans saß, um so mehr beeindruckte seine Stimme. "Als ich zehn Jahre alt war, hörte ich zum ersten Mal Robert Plant und wollte ihm meine Jungfräulichkeit schenken", erklärt Tori Amos dem Irish Independent 2001. "Ich dachte allerdings, das wäre wie Peanut Butter und Jelly teilen oder Händchen halten." "Black Dog" startet den vierten Longplayer der Engländer mit einem lauten Donnerschlag. Nach einem kurzen Dröhnen, von Page "waking up the army of guitars" genannt, schreit Robert Plant Zeter und Mordio. "Hey, hey, mama, said the way you move / Gonna make you sweat, gonna make you groove." Vom ersten Moment an stellen Led Zep ihre Verstärker auf elf. Ein apokalyptischer Blues, ein Call and Response aus dem jaulenden Plant und schleppenden Gitarren-Riffs, direkt aus dem krächzenden Spulen eines Tesla-Transformators gezapft. Seinen Namen verdankt "Black Dog" einem namenlosen Labrador, der während der Aufnahmen um das Headley Grange Studio schlich, mit dem eigentlich Text aber nichts zu tun hat. Angestachelt von Muddy Waters' 1968 erschienenem Album "Electric Mud" wollte John Paul Jones einen arglistigen Blues-Track mit komplexen Rhythmuswechseln schreiben, der dem Zuhörer das Tanzen fast unmöglich macht. Operation gelungen, Hund lebt. Mindestens ebenso drastisch, dafür aber schnurgeradeaus zürnen sich die 'Hammer of the Gods' durch "Rock And Roll", diesem fuchsteufelswilden 12 Bar Blues, zufällig aus einem wütenden Jam bei den Aufnahmen zu "Four Sticks" entstanden. Während Plant im Text fleißig frühe Rock-Hits referenziert ("The Stroll", "The Book Of Love", "Walking In The Moonlight") und Studiomusiker Nicky Hopkins den Jerry Lee Lewis gibt, mäht Bonzo alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. "The Battle Of Evermore" zieht radikal die Handbremse. In diesem mystischen Folk-Song teilt sich Plant zum ersten und letzten Mal in der Geschichte von Led Zeppelin den Platz am Mikro. Percy gibt in der Geschichte, halb angelsächsische Schlachtenepik, halb Tolkien, den Erzähler und Sandy Denny vertritt mit ihrem Gesang den Part eines Stadtausrufers. Page zupft munter die Mandoline, Bonham trommelt auf Percussions. Spürbar weht der Wind durch blutdurchzogene schottische Highlands und für einen kurzen Augenblick bekommt man einen Einblick, wie Herr der Ringe vor dem Großaufmarsch von Peter Jackson in den Köpfen seiner Leser funktioniert haben mag. "Es klingt wie eine Tanz-um-den-Maibaum-Nummer", gestand Page später und hat nicht ganz unrecht. "Black Dog", "Rock And Roll" und der radikale Bruch mit "The Battle Of Evermore" bleiben jedoch nur Hors d'œuvre zu dem, was nun folgen sollte: Ein Geniestreich, dessen bisher ungehörte wie Adrenalin ansteigende Struktur zu unzähligen Imitationen führte. Eine aufwühlende Melange aus Folk und Rock, die Essenz aus allem, was Led Zeppelin bis zu diesem Zeitpunkt ausmachte. Einer der berühmtesten Rock-Songs aller Zeiten, obwohl er niemals auf Single erscheinen sollte. Ladies and Gentleman: "Stairway To Heaven". Vergessen wir für einen Moment die tausendfache Beschallung, die schlechten Coverversionen, den alten "No Stairway To Heaven"-Gag aus Wayne's World und all die anderen Nebengeräusche. Drücken wir auf die Rewind-Taste, spülen wir unsere Ohren aus und nähern wir noch einmal jungfräulich seiner ganzen Faszination. Denn dann sorgt dieses epochale Werk auch heute noch für eine Gänsehaut nach der anderen. Nach dem sehnsüchtigen, nach Freiheit strebenden Folk-Einstieg, den John Paul Jones' brillantes Blockflöten-Arrangement begleitet, fügt sich langsam Puzzlestück um Puzzlestück zu einem monumentalen Gesamtbild zusammen. Wenn Bonham nach viereinhalb Minuten einsetzt, beginnt die dramatische Fahrt in Richtung Klimax. So lange, bis die Gefühle überkippen und in einem der bekanntesten Gitarrensoli überhaupt gipfeln. Letztlich steht Plant wie nach einer achtminütigen Katharsis wieder für sich alleine. Mit wallendem Engelshaar, den Blick Richtung Westen. "And she's buying a stairway to heaven." Natürlich bringt solch ein allgegenwärtiger Track nicht nur Liebhaber mit sich. Selbst in der Band gehen die Meinungen meilenweit auseinander. Spricht Page von einem Meisterwerk, nennt Plant "Stairway To Heaven" nur abschätzig den "Wedding Song", den er zeitweise am liebsten vergessen würde. "Ich kann mich nicht mal dazu bringen, diese drei Wörter auszusprechen", stellt er in einem Interview mit VH-1 fest. Dabei kamen diese in einem kurzen Augenblick der Eingebung von ihm selbst. Gemeinsam saßen Page und Plant am Lagerfeuer um an dem neuen Stück zu arbeiten. "Ich hielt einen Stift und ein Stück Papier in der Hand", erinnert sich Plant. "Aus irgendeinem Grund war ich in sehr schlechter Stimmung. Dann begann meine Hand urplötzlich zu schreiben. 'There's a lady who's sure all that glitters is gold / And she's buying a stairway to heaven.' Ich saß nur da, starrte auf die Wörter und dann sprang ich fast aus meinem Sitz." Die Interpretationen des Textes, der als einziger im Innersleeve abgedruckt wurde, gehen ins Mannigfaltige. Einen Großteil der 1970er verbrachte Robert Plant damit, Fragen zu den "Stairway"-Lyrics zu beantworten. "Je nachdem was für einen Tag wir haben, interpretiere ich den Song auf verschiedene Art und Weise – und ich habe den Text geschrieben." Mit Sicherheit enthält er jedoch, egal in welche Richtung man ihn auch abspielen mag, keine satanischen Botschaften. Auf die Anfang der 1980er aufkommende Diskussion antwortete Swan Song Records, die von Zeppelin ins Leben gerufene Plattenfirma, nur mit einem kurzen Satz: "Unsere Plattenspieler spielen nur in eine Richtung – vorwärts." "Misty Mountain Hop" beginnt mit einem funkelnden Jonsey am Electric Piano, in dessen Riff kurze Zeit später Page einsteigt. Auf dieser Grundlage, getragen von Bohnhams zielstrebigem Schlagzeugspiel, erzählt uns Plant die leicht naive Mär von einem Blumenkind vs. Big Brother-Szenario im Londonder Parklife. Die von vielschichtigen Akustikgitarren und Mandolinen hofierte Folk-Ballade "Going To California" stellt ein Tribut an Joni Mitchell dar. "The girl out there with love in her eyes and flowers in her hair /...plays guitar and cries and sings." Hypnotisch schlängelt sich das orientalisch angehauchte "Four Sticks" ins Endlose. Zwischen die Wechsel von Akustik- und E-Gitarren brennt sich die sengende Hitze von John Paul Jones' Synthesizer-Part. Plants fremdartige Vocals schimmern undeutlich wie eine Luftspiegelung auf grenzenlosen Straßen. Seinen Namen verdankt der Song dem Fakt, dass Bonham nach mehreren gescheiterten Versuchen, seinen Part einzuspielen, neue Drumsticks zur Hand nahm und so hart einschlug wie er nur konnte. "When The Levee Breaks" basiert zum größten Teil auf einem alten Blues-Stück von Kansas Joe McCoy und Memphis Minnie aus dem Jahr 1929. Doch der eigentliche Track scheint nur noch marginal durch die Led Zep-Leinwand. Die 'Hammer Of The Gods' malen ein dreckiges, ständig in Bewegung befindliches Blues-Gemälde aus planetenverschiebenden Drums, gephasten Gesang und einem Mundharmonikasolo mit Backward Echo, dessen Farben sich mit aller Macht weigern anzutrocknen. Zuletzt zitiert Plant aus Count Basies "Going To Chicago". Doch in Wirklichkeit gehört "When The Levee Breaks" ganz John Bonham. Sein imposanter Einstieg gehört zu den am häufigsten gesampelten Drumloops, an dem sich schon the Good (Beastie Boys), the Bad (Eminem) and the Ugly (Scooter) vergriffen haben. Treffend erklärt Jason Bonham in einem Interview mit dem Q-Magazine: "Das ist das Drum-Intro der Götter. Egal wo du es spielst, die Leute wissen sofort, dass es John Bonham ist. Ich hatte nie die Chance meinem Vater zu sagen wie unglaublich er war - Er war einfach nur Dad." Egal ob in ihrer bluesigen Anfangszeit, den aus allen Nähten platzenden Dimensionen von "Houses Of The Holy" und "Physical Graffiti" oder eben ihrem allgegenwärtigen vierten Album: Led Zeppelin überstrahlten zu ihrer Zeit jede andere Band. Von ihrer fliegenden Zigarre aus mussten ihnen Wegbegleiter wie Aerosmith, Alice Cooper oder T.Rex wie Ameisen erscheinen. Selbst Vorbilder für The White Stripes, Dinosaur Jr., Alice In Chains oder Guns N' Roses holten sie ihre Inspiration von alten Blueshelden wie Robert Johnson, dem Folk von Bert Jansch und Elvis Presley. Sie waren Giganten auf den Schultern von Giganten.
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