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Die Alben

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Soul - Erschienen am 1. November 2019 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Hat Michael Kiwanuka etwa dadurch, dass er sein drittes Album ganz einfach Kiwanuka genannt hat, endlich mit sich selbst Frieden geschlossen? Seit seinen Anfängen im Jahr 2012 hat sich der Londoner ununterbrochen die Frage gestellt, welchen Platz als Künstler er einnimmt, welchen Bezug er zu seinem musikalischen Erbe hat, aber auch, wer er eigentlich ist und welche Rolle er in einer Gesellschaft spielt, die nach wie vor vom Rassismus zermürbt wird… Schon seit seinem ausgezeichneten Debütalbum Home Again gilt Kiwanuka als neues Wunder des heutigen Soul. Es ist dieser bewusst orientierte, ganz in der Art von Terry Callier mit Folk durchtränkte Soul, der so herrliche Erinnerungen an die Seventies wachruft. Gewisse Leute vergleichen ihn sogar mit keinen Geringeren als Bill Withers, Otis Redding und Marvin Gaye… Auf Love & Hate, seinem zweiten, 2016 erschienenen Album, präsentierte der Songwriter eine kleine Spur mehr Rock, ohne gleichzeitig auf seine Einflüsse aus dem Gospel und dem Soul zu verzichten, wo er doch von Danger Mouse bei der Produktion so große Unterstützung bekam. Kiwanuka strahlt im Endergebnis jetzt mehr Ruhe aus, die Instrumente sind aber genauso vielfältig und die Texte sind immer noch gleichermaßen politisch engagiert. Somit setzt er den Weg fort, den er mit seinen vorhergehenden Alben eingeschlagen hat. Danger Mouse steht erneut an den Reglern, aber dieses Mal verleiht er allem eine noch nie dagewesene Reichweite und Stärke, wenn wir nur unsere Ohren auf Empfang stellen: Soul im Breitwandformat, Gospel in XXL-Größe, recht funkige Gitarren mit Wah-Wah-Effekt, zarte Streicher, Bässe bigger than life, lange Instrumentaleinlagen usw. Ganz wie schon beim Opener You Ain't The Problem handelt es sich um ein wahrhaft architektonisches Meisterwerk mit reinstem Soul. Michael Kiwanuka hat aus seiner Bewunderung für den Marvin Gaye am Anfang der siebziger Jahre nie einen Hehl gemacht, und dabei denken wir sehr oft an What’s Going On (sein Lieblingsalbum par excellence) und Trouble Man, auch wenn die Stimmen der beiden Männer grundsätzlich verschieden sind. Dieses dritte Opus des 32-jährigen Briten ist vor allem kompakt wie nie zuvor. Und bei jedem weiteren Anhören der Platte taucht ein anderes subtiles Arrangement auf, ein wohl überlegtes Wort oder es macht sich ein Instrument bemerkbar, das in den Vordergrund tritt. Eine großartige Platte. © Marc Zisman/Qobuz
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Electronic - Erschienen am 18. Januar 2019 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
Welch langen Weg James Blake doch zurückgelegt hat! Vieles hat sich geändert seit jener Zeit – zu Beginn des Jahrzehnts – als er mit Post-Dubstep-Beats herumfingerte. Er wurde einer der begehrtesten Produzenten für Mainstream-Musik (er hat mit Beyoncé, Frank Ocean, Kanye West, Kendrick Lamar und Anderson.Paak zusammengearbeitet) und trotzdem ist James Blake der gleiche geblieben: Gefragt ist er aufgrund seines Sounds, aufgrund dieser herrlichen Schwermut, die er in jeder einzelnen Komposition zum Tragen bringt, aber auch, weil er sich darauf versteht, Gefühle mit Musik auszudrücken. Dieses neue Album bildet keine Ausnahme von der Regel, denn es beginnt mit dezenten Pianoklängen im Titelsong, die sich wie Arabesken mit der Stimme verweben. Darauf folgen zwei Stücke von Metro Boomin, dem derzeit gefragtesten Produzenten des amerikanischen Hip-Hop, dessen Welt einige Parallelen zu der von James Blake aufweist. Travis Scott haut einen einfach um, wenn er sich in Mile High ans Mikrofon stellt, wogegen Moses Sumney in Tell Them die Aufregung rund um seinen Namen erneut ins Rollen bringt und bestätigt: less is more. Ein weiterer Leckerbissen ist Barefoot in the Park mit der Katalanin Rosalia, der wir den Hit Malamente zu verdanken haben. Da gibt es neben einem Klavier voller Leichtigkeit diesen hübschen, einstimmig gesungenen Refrain, subtil wie immer. Den Höhepunkt des Albums bildet das Featuring mit dem Outkast-Rapper Andre 3000, der in Where’s the Cathch? mit knatterndem Flow hereinstürmt, in einem zugleich schweren und unfassbaren Instrumental, einem musikalischen Oxymoron, das nur ein James Blake schaffen kann. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Soul - Erschienen am 15. Juli 2016 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dank des brillanten Debütalbums Home Again, das Michael Kiwanuka im Jahre 2012 herausbrachte, ist der Brite zu einem der großen Stars des heutigen Szene des Nu Soul aufgestiegen. Mit nur 25 Jahren wurde Kiwanuka mit nicht weniger großen Namen als Bill Withers, Otis Redding und Marvin Gaye verglichen. Auf seinem zweiten Album Love & Hate, das nun erscheint, zeigt uns der Londoner seine rockige Seite, ohne seine eindeutig souligen Einflüsse zu verleugnen. Es wurde produziert von Danger Mouse und enthält viele anspruchsvolle Kompositionen (wie zum Beispiel die zehnminütige Sinfonie Cold Little Heart, die das Album eröffnet) und unerwartete Referenzen wie Akkorde, die eindeutig an David Gilmour von Pink Floyd erinnern. Aber auch die Refrains zeigen Kiwanukas Brillanz und die Eingängigkeit der Melodien - sowohl wenn er beim gleichnamigen Song "I'm a white man in a white world" singt oder den Titelsong Love & Hate zum Besten gibt. Wenn er gezielt das Saitenspiel einsetzt oder wir uns über gospelähnliche Chorgesänge freuen können. Kurz gesagt: Ein großes Soul-Album, das reich an Einflüssen großer Künstler ist, hinter denen es sich nicht zu verstecken braucht. © MZ/Qobuz
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Soul - Erschienen am 15. Juli 2016 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
Marvin Gaye, Curtis Mayfield, Isaac Hayes, Bill Withers: Am Vergleich mit diesen Legenden zerbrach schon manch ein Künstler. Nicht jedoch Kiwanuka. Er strauchelt nicht ein bisschen. Sein Debüt "Home Again" gab vor vier Jahren ein Versprechen, das er nun einlöst. Wo andere auf ihrem zweiten Album auf Nummer sicher gehen und nur das Konzept des Vorgängers kopieren, explodiert Kiwanuka förmlich. Er hebt sich selbst und sein Songwriting auf ein neues Level: eindringlich, verletzlich, rau und voller Anmut. Dabei schien es zeitweise so, als liege Kiwanukas Zukunft mit "Home Again" bereits hinter ihm. Als habe er seine 15 Minuten Ruhm bereits verprasst. Verunsichert vom Trubel um seine Person, zog sich der Sänger zurück und begann sich, seine Emotionen, seinen Ehrgeiz und die Spiritualität zu hinterfragen. Dieser kathartische Ansatz gab ihm die Möglichkeit, zu wachsen. Aus dem Lecken seiner Wunden entstanden melodramatische und schwelgerische Songs, die einerseits seine verletzliche Persönlichkeit widerspiegeln, anderseits aber auch universal funktionieren. Mehr Stax als Motown, verbindet "Love & Hate" verschwenderische Streicher-Arrangements, Kiwanukas störrische Fuzz-Gitarren, warme Bassläufe, Hammond-Orgeln und dynamische Percussions. Auch wenn seine angenehme Stimme nicht in der obersten Liga des Genres mitspielt, verhilft ihr sein Songwriting doch zum perfekten Einsatz. Gemeinsam mit psychedelischen und Folk-Einflüssen ergibt sich ein erhabener Soul-Sound, den die Produzenten Brian Burton aka Danger Mouse und Inflo mit behutsamem Feintuning ins Hier und Jetzt heben. Eine Produktion, die Kiwanuka nicht im Weg steht, sondern ihm die zentrale Rolle einräumt. Der Opener "Cold Little Heart" setzt sich nur langsam und zögernd in Gang. Ein Epos, das wie eine lang verschollene Zusammenarbeit von Isaac Hayes und - Überraschung - Pink Floyd klingt. Gerade die erste Hälfte lässt deutliche Reminiszenzen an den Klassiker "Shine On You Crazy Diamond" erkennen, zu dem sich ein Ennio Morricone-Chor gesellt. Stück für Stück setzen Piano, üppige Streicher und ein schleppendes Schlagzeug ein. Burton lässt Kiwanukas Gilmour-Gitarre fünf majestätische Minuten, um sich zu entfalten. Psychedelischer Soul vom Feinsten, der sich ab der Mitte zum Folk wandelt. In dieser ausufernden Verzweiflung gelingt eine Eröffnung zum Niederknien, nahe an der Vollkommenheit. "Maybe this time I can be strong / But since I know who I am, I'm probably wrong." Meditativ wiederholt die alte Seele Kiwanuka in "Black Man In A White World" den Titel des Tracks immer und immer wieder. Klatschen, Percussions und Schlagzeug bauen eine kompromisslose Stimmung auf, konfrontieren Blues mit Afrobeat und Gospel. Streicher setzen ein und sorgen für eine zunehmend bedrückende Anspannung. Indem er Gegensätze gegenüberstellt, reflektiert der schwarze Sänger seine Gefühlswelt in einer von Weißen bestimmten Welt. "I'm in love but I'm still sad / I found peace but I'm not glad." Trotz seiner introvertierten Herangehensweise entsteht vor dem Hintergrund der zunehmenden Rassenunruhen in Amerika eine dringliche Hymne in der Tradition von "The Revolution Will Not Be Televised" (Gil Scott-Heron), "Niggers Are Scared Of Revolution" (The Last Poets) und "Say It Loud – I'm Black And I'm Proud" (James Brown). Wie um diese Gedanken weiterzuführen, fasst das meisterhafte Titelstück die persönliche und politische Seite des Albums in einer einzigen Frage zusammen: "Love and hate / How much more are we supposed to tolerate?" Im Song findet sich die "What's Going On"-Ästhetik aus Marvin Gayes "Inner City Blues (Make Me Wanna Holler)" wieder. Der monotone, durch den Track fließende Chor frisst sich nachhaltig ins Hirn. Scheint zuerst nicht viel zu passieren, zieht die Intensität kaum spürbar mehr und mehr an. Letztendlich gipfelt sie in Kiwanukas rostfarbenem Gitarrensolo, das sich zusammen mit den Streichern empor hebt. "You can't break me down / You can't take me down." Die Intensität dieser drei Songs über eine Albumlänge zu halten, erscheint schlichtweg unmöglich. Egal für wen. Trotzdem lässt Kiwanuka weitere aufrichtige Stücke folgen, die "Love & Hate" ruhiger, intimer, aber immer noch betörend klingen lassen. Die leichtfüßige Geradlinigkeit von "One More Night" entspannt. "Rule The World" startet, nur zur Gitarre vorgetragen, beim "Home Again"-Folk, um sich, ähnlich wie der Titeltrack, aufzurichten. Der allgegenwärtige Chor adelt den Slow-Funk "Place I Belong" zu einem Siebzigerklassiker. Einzig das schunkelnde Finale "The Final Frame" mit seiner spröden Fuzz-Gitarre, die dem seidenweichen Arrangements gegenüber steht, erinnert zeitweise zu sehr an die aufgesetzte Retro-Mania eines Lenny Kravitz' und funktioniert nicht vollkommen. Michael Kiwanuka tänzelt mit "Love & Hate" leichtfüßig auf den Schultern von Giganten. Sein Retro-Soul erfindet das Genre zwar nicht neu, lässt sich in seiner Intensität jedoch ohne weiteres neben die Großwerke der späten Sechziger und frühen Siebziger einreihen. © Laut
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Electronic - Erschienen am 6. Mai 2016 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music
Nonchalant, wohlig und besinnlich. Das dritte Album von James Blake überrascht mit wahrer Majestät. The Colour In Anything ist alles andere als ein prätentiöses oder protziges Werk. Mit 27 Jahren ist der Brite ein Meister der Verfeinerung, der unnötige Zusatzstoffe und künstliches Scheinwerferlicht nicht nötig hat und seine Kunst selbst sprechen lässt. Die sinnliche Elektro-Musik, die seine Fans von ihm kennen und die den Weg in die souligen Balladen finden, ist auch hier wieder einmal die Hauptzutat. Seine Stimme scheint wie für den Soul gemacht und The Colour In Anything ist das wohl bisher souligste Werk, das wir von ihm kennen. Blake beeindruckt einmal mehr mit seiner Fähigkeit, sich mit viel Anmut und großer Ästhetik  allen möglichen Themen zu widmen und dabei dennoch stets authentisch zu bleiben. © MZ / Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2014 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama
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Electronic - Erschienen am 1. Januar 2013 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama - Lauréat du Mercury Prize
Ein James Blake-Album zu hören, ist bisher keine einfache Sache gewesen. Die Songs des jungen Briten mit der Überstimme waren einfach ein Stück zu verschachtelt, zu unzugänglich, um sich darin zu verlieren. James Blake war ein Häppchen-Künstler, der, einzeln konsumiert, ganz große Momente beschert, aber im Ganzen etwas schwer im Magen liegt. Um so angenehmer dürfte die Überraschung ausfallen, sobald dem Titelstück des zweiten Albums "Overgrown" ein Portishead-Beat Rückenwind gibt. Dazu kocht ab und zu ein Synthie-Akkord auf, ansonsten gibt – tatsächlich – der Rhythmus den Ton an. "I want you to know / I took you with me." Mitreißen, das kann er. Zum einen gibt es nach wie vor seine minimalistische Seite. Stücke wie "I Am Sold" oder der sanfte Ausklang "Our Love Comes Back" sind von seinen älteren Songs kaum zu unterscheiden. "DLM" ist eines seiner klassischen Klavierwerke, die ihn zu einem Live-Liebling machen, weil sie tief unter die Haut gehen. Andererseits aber gibt sich das sogenannte Wunderkind viel rhythmischer und strukturierter. Seine Stimme gibt den Ton an, aber diesmal stricken sich um sie herum größere Konstrukte als zuvor. "Life Round Here" bekommt beispielsweise einen R'n'B-artigen Beat, dazu drücken Synthies den Song vorwärts. Zwischendurch baut er sich zu lautem Zischen und Flirren auf, um dann zurück zur Melodie zu finden und schließlich leise zu verenden. "Digital Lion" rennt vor hektischen, verfremdeten Geräuschen davon, die keiner so recht zuordnen kann. Dazu hypnotisiert Blake mit repetitivem Gesumme und wabernden Synthies. In "Take A Fall For Me" hält er sich selbst zurück, um Rapper RZA das Mikro zu überlassen. Dazu wummert hier und da eine Bassdrum, die Stimmen sind verzerrt – der Hip Hop-Gast gibt neuen Schwung, nette Abwechslung und frische Farbe in den sonst so flehenden Gesang. Blake scheint sich mehr mit Freunden aus diesem Genre rumgetrieben zu haben. Er setzt mehr auf Beats, Fingersnaps und Handclaps und gibt sich deutlich weniger minimalistisch als zuvor. Die Entwicklung ist nur zu begrüßen. Es fällt auf, wie viel kurzweiliger und weniger erdrückend der Hörgenuss heute erscheint. James Blake kommt 2013 greifbarer, eingängiger und deswegen besser. Das geht auch auf das Konto von großartigen Tracks wie "Voyeur". Upbeat, eine scheppernde Sirene, rasche Melodien, Cowbells und gegen Ende sogar eine eingängige Synthiemelodie garantieren Tanzbarkeit. Der Aufbau dorthin, ausgehend von tiefen Synthies und sanften Klavieranschlägen, machen "Voyeur" zum besten Titel des Albums. Er deckt alles ab, was "Overgrown" ausmacht. © Laut
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Soul - Erschienen am 1. Januar 2012 | Polydor Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Hi-Res Audio - Sélection du Mercury Prize
Als "Sound Of 2012" zeichnete die BBC Michael Kiwanuka unlängst aus. Ohne einen Langspieler veröffentlicht zu haben, trat der Engländer damit in die Fußstapfen von Künstlern wie Adele, Keane oder Corinne Bailey Rae. Zwei kleine EPs reichten aus, um die Jury zu überzeugen und die Musikwelt wie gebannt auf das Debüt-Album warten zu lassen. Denn der 23-Jährige ist gesegnet mit einer Stimme, die ihresgleichen bei den ganz Großen sucht. Ein bisschen Bill Withers und Terry Callier schwingt mit, ein wenig Otis Redding und Van Morrison, vielleicht sogar Nick Drake. Sein wohlig-warmer, sanfter Bariton macht Kiwanukas Organ so zeitlos, dass er auch die Wahl zum "Sound Of 1967" hätte gewinnen können. Das reichte der BBC, um die gehypten Mitbewerber Frank Ocean und Azealia Banks auf die Plätze zu verweisen. Verglichen mit den beiden Newcomer-Kollegen wirkt "Home Again" ungewöhnlich ausgereift, erwachsen und überlegt. Was nicht nur an den unterschiedlichen Genres des Trios liegt, sondern auch daran, dass der Londoner und sein Produzent John Butler (The Bees) wenig Neues wagen. Sie haben ja schließlich schon gewonnen. Kiwanukas Debüt strotzt nicht gerade vor Innovation und Originalität, sondern plätschert zunächst relativ mutlos auf den sicheren Pfaden des jazzigen Souls der frühen Siebziger – zumindest auf den ersten Umdrehungen. Erst nach mehreren Durchgängen entwickelt diese knapp 40 minütige Mischung aus Soul, Blues, Folk und Gospel eine seltsam aufregende Dynamik, die eigentlich gar nicht zum entspannten Grundtenor des Albums passt. "Always Waiting" heißt das Programm, schließlich haben auch Langsamkeit und Ruhe ihre faszinierenden Momente. Zumindest, wenn man sich darauf einlässt. Denn erst dann entdeckt der Hörer die Detailliebe und Perfektion, mit der Butler seiner Entdeckung zehn wunderschöne Songs auf den Leib geschneidert hat. Das gilt natürlich vor allem für das schon längst überall gefeierte "Tell Me A Tale", ein großes Stück Musik, das verschiedene Flöten, Percussion und Brass-Bläser vereint und schon jetzt zu den besten Songs des Jahres zählt. Mit dem alles überstrahlenden Opener als Antrieb entführt "Home Again" auf eine spirituellen Reise durch reichhaltige, aber nicht aufdringliche akustische Welten, die eine E-Gitarre und ein Rhodes Piano nur gelegentlich sanft durchbrechen. Eine Sitar hier ("I'll Get Along"), eine Kora ("I Won't Lie") da, hin und wieder zurückhaltende Streicher, um den Songs noch mehr Tiefe zu verleihen als sie durch das ausgefeilte Arrangement und Kiwanukas vereinnahmende Stimme ohnehin schon haben. Aber nicht die allerlei ausgefallenen Instrumente sind es, die "Home Again" zu einem grandiosen Pop-Album machen, sondern die Vertrautheit, mit der Kiwanuka jeden umgarnt, der ihn an sich ran lässt. "Rest" könnte auch von Eric Clapton stammen, etwas mehr Folk im Dylan-Stil bringt das nicht minder bluesige "Bones", das zweite große Highlight des Albums. "I'm Getting Ready" und "Any Day Will Do Fine" würden auch Leonard Cohen gut zu Gesicht stehen. Das schwerfällige, chorale "Always Waiting" lockert ein Charango auf, deutlich luftiger ist "I'll Get Along", das mit Flöten und Cowbell arbeitet und ein fast unanständiger Gute Laune-Ohrwurm ist. Kiwanuka erfüllt die Erwartungen, die die Vorschusslorbeeren geschürt haben, wenn er auch etwas Anlauf dafür braucht. Allerdings schließt sich die Frage an, was als nächstes kommt, auf einem zweiten Album dürfte das "Home Again"-Konzept nicht wieder funktionieren. Doch das ist Zukunftsmusik, zunächst gilt es, die Gegenwart und damit den "Sound Of 2012" bis zum Schluss auszukosten. Ende April findet der Engländer den Weg in hiesige Konzerthallen. Der Besuch ist Pflicht. © Laut
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Dance - Erschienen am 1. Januar 2011 | Polydor Records

Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks - 3 étoiles Technikart - Sélection du Mercury Prize
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Dance - Erschienen am 1. Januar 2011 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Music
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Rock - Erschienen am 23. April 1971 | Polydor Records

Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Pitchfork: Best New Reissue
New York, Herbst 1993. Am Broadway nördlich vom Greenwich Village befindet sich ein leer stehendes Grundstück, in einen Parkplatz umfunktioniert, auf dem samstags ein Flohmarkt stattfindet. An der Straße steht ein Dieb, der versucht, eine gestohlene Kamera an den Mann zu bringen. Die Stände hinter ihm bieten den üblichen Kram an, stapelweise alte Magazine, zerfledderte Bücher, ausgelatschte Schuhe. Einer hat Tausende Schallplatten im Angebot, in Kisten gepackt, alphabetisch sortiert. Es ist die Hochzeit der Compact Disc. MP3 ist noch ein Begriff für Computernerds, bezahlbare Kopiermöglichkeiten außer der guten alten Kassette gibt es keine. LPs gelten als total uncool und sind zur Ramschware verkommen. Entsprechend steht auf einem Pappschild: "Each record 3 $". Bruce Springsteens Bühnen-Feuerwerk "Live 1975-85" lächelt mich an. Eine Box mit fünf LPs, die nach kurzer Inspektion offenbar noch nie abgespielt wurden. "Make it five Dollars", meint der Verkäufer. Ein Glücksgriff, auf den gleich ein weiterer folgt. Denn unter "R" steht ganz vorne "Sticky Fingers". US-Originalausgabe samt Reißverschluss. Mit deutlichen Gebrauchsspuren, aber mindestens das zehnfache der 3 Dollar wert, die ich dafür hinblättere. Als ich sie zu Springsteen in die Plastiktüte stecke, muss ich aufpassen, The Boss' Antlitz nicht mit dem Reißverschluss zu verkratzen. Als ich sie andersrum reinstecke, reiße ich die Tüte auf. So geht es einigen, die die Platte 1971 kaufen. Es soll auch Läden gegeben haben, die sie gar nicht erst ins Sortiment genommen haben, aus Furcht vor Beschädigungen. Verantwortlich dafür ist Andy Warhol, der 1967 die ikonenhafte Banane auf das Cover von Velvet Undergrounds Debüt platzierte. Zwei Jahre später erhält er einen Auftrag von Mick Jagger. "In my short, sweet experience, the more complicated the format of the album, e.g. more complex than just pages or fold-out, the more fucked up the reproduction and agonising the delays", erklärt der Sänger 1969 in einem Brief. Daraus geht hervor, dass das Cover ursprünglich für ein Best Of-Album vorgesehen ist, doch es kommt anders. 1970 trennen sich die Stones von Management und Label und nehmen das Zepter selbst in die Hand. In erster Linie Jagger, der nicht zufällig Warhol im selben Brief auffordert, ihm seinen Preis zu nennen. Parallel gibt der geschäftstüchtige Frontmann auch ein Logo in Auftrag, das die Stones auch ohne Schriftzüge erkennbar machen soll. Das Ergebnis ist der Mund mit der ausgestreckten Zunge, der seitdem von jedem T-Shirt der Band prangt. Warhol nimmt die Vorgaben zum Anlass, seine künstlerischen Freiheiten auszudehnen. Der Reißverschluss entwickelt sich bei Cover-Herstellung und Albumvertrieb zum Albtraum. Das sich deutlich abzeichnende Geschlechtsorgan sorgt für einen handfesten Skandal, wobei sich unter dem Reißverschluss, der sich ja öffnen lässt, eine züchtige weiße Unterhose verbirgt. Bald verschwindet sie ebenso wie der echte Reißverschluss, denn spätere Pressungen sind nur noch mit einem schnöden Foto des Kunstwerkes versehen. Ihr vermutlich bestes Album haben die Rolling Stones 1968 mit "Beggar's Banquet" abgeliefert, ihr vielseitigstes folgt ein Jahr später mit "Exile On Main Street". Doch auch "Sticky Fingers" ist ein grundlegendes Album, ist es doch das erste mit Mick Taylor als Vollmitglied und auch das erste ohne Beiträge des verstorbenen Brian Jones. Musikalisch pendelt es zwischen dem Blues der 60er Jahre und den Drogenexzessen, die bald folgen. Die wirken offenbar noch nicht so bedrohlich, wie sie sich später auswirken sollten. Der Opener "Brown Sugar" ist nichts anders als ein Lobgesang auf Sex in verschiedenen Ausprägungen - und Heroin. Der Refrain "Brown sugar, how come you taste so good / Brown sugar, just like a young girl should" ist Jagger in späteren Jahren so peinlich, dass er aus dem Mädchen einen Jungen macht. Die Stelle mit dem Auspeitschen seiner Geliebten streicht er ganz. Trotzdem bleibt er einer der besten Songs der Stones, zumal Richards hier eines seiner knackigsten Riffs abliefert. Mit dem folgenden "Sway" feiert Mick Taylor einen gelungenen Einstand. Nicht nur schreibt er den Song (obwohl er offiziell von Jagger/Richards stammt), sondern steuert auch die Soli in der Mitte und zum Schluss bei. Eigentlich handelt es sich um eine langsame Blues-Nummer, die mit Streichern und Nicky Hopkins am Piano angereichert ist. Es ist eines jener Stücke auf dem Album, die scheinbar einfach aufgebaut sind, bei genauem Hinhören jedoch vielschichtig ausfallen. Die Credits erwähnen, dass die Abmischung der Aufnahmen "zwei Millionen Stunden" gedauert habe. Auf einer Demo-Version von "Brown Sugar" war etwa Eric Clapton beteiligt, der in der Endversion aber nicht mehr zu hören ist. Zu "Wild Horses" bleibt nicht viel zu sagen – außer, dass es das "Let It Be" der Rolling Stones ist und damit bei jeder Tour Feuerzeugherstellern einen zweistelligen Umsatzzuwachs beschert. Viel interessanter fällt "Can't You Hear Me Knocking" aus, das mit über sieben Minuten längste Stück des Album. Zunächst geprägt von Richards' wie immer leicht scheppernder Gitarre, übernimmt nach einem Drittel Bobby Keyes am Saxophon, bevor Taylor das letzte Drittel schultert. Der Beweis, dass die Stones auch durchaus hörenswert jammen konnten. Dass ihnen auch der traditionelle Blues lag, zeigen sie mit dem Traditional "You Gotta Move", der mit einem jaulenden Jagger besticht und den Slide-Gitarren von Taylor und Richards, die sich bestens ergänzen. Eine Vielseitigkeit, die sich auf der zweiten Seite des Albums fortsetzt. "Bitch" steht zwar im Schatten von "Brown Sugar", ist vom Groove her aber ebenbürtig. "I Got The Blues" fällt mit seiner sehr einfach gezupften Gitarre eine Spur zu schnulzig aus, hebt aber das folgende "Sister Morphine" umso mehr hervor. Ein Überbleibsel aus den Aufnahmen zu "Let It Bleed" (1969) und eine Co-Arbeit mit Marianne Faithfull, die den Text geschrieben hat. "Please, Sister Morphine, turn my nightmares into dreams / Oh, can't you see I'm fading fast? / And that this shot will be my last" fleht ein Süchtiger. "Oh, I can't crawl across the floor / Ah, can't you see, Sister Morphine, I'm trying to score". Eines der Drogen-Lieder schlechthin. Mit einer grandiosen Slide-Gitarre, die übrigens nicht von Mick Taylor stammt, sondern von Ry Cooder. Auf "Dead Flowers" ist der Einfluss von Richards' Kumpel Gram Parsons, der zwei Jahre später an seiner Heroin-Sucht sterben sollte, deutlich herauszuhören. Zwar galt der Song mit seinem Country-Rock lange als B-Ware, doch die sarkastischen Lyrics ("You can send me dead flowers every morning / Send me dead flowers by the mail / Send me dead flowers to my wedding / And I won't forget to put roses on your grave") machen es zu einem der besseren der Band. Die abschließende Ballade "Moonlight Mile" kommt ohne Richards aus, bietet dafür Streicher und einen seltenen Einblick in Mick Jaggers' Innenleben. "The sound of strangers sending nothing to my mind / Just another mad mad day on the road / I am just living to be lying by your side / But I'm just about a moonlight mile on down the road", jammert er. Herr Jagger hat den Blues - diesmal offenbar wirklich. Die LP verschenkte ich ein paar Jahre später an einen Kumpel, der ein großer Rolling Stones-Fan war und Tränen in den Augen hatte, als er sie in den Händen hielt. Seitdem begnüge ich mich mit einer Limited Edition CD-Version, die ich in einem Second-Hand-Plattenladen in Paris aufgestöbert habe. Nicht ebenbürtig, aber in seinem Plastikkäfig kann der Reißverschluss wenigstens keinen Schaden anrichten. Das Kratzen der Nadel in den Rillen fehlt mir. Die Musik an sich aber bleibt zeitlos. © Laut