Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
HI-RES31,99 €
CD27,99 €

Rock - Erschienen am 1. Dezember 2017 | Rhino - Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuz' perfekte Schallplattensammlung - Best New Reissue
Nach einem ganz herrlichen ersten Opus mit ziemlich schmissigem Alternativ Country (A.M.), das jedoch zur Zeit der recht turbulenten Trennung seiner Gruppe Uncle Tupelo entstand, lässt sich Jeff Tweedy dann Zeit für Wilcos zweites Album. Das Werk ist schon deshalb ehrgeizig, weil es sich um ein Doppelalbum handelt. Das ist nämlich ein Format, das nicht nur aufgrund seiner musikalischen Ähnlichkeiten für viele Journalisten ein Grund ist, bei seinem Erscheinen im Oktober 1996 zu sagen, dass Tweedy hier Exile On Main Street auf den Markt bringt. Wie schon beim Meisterwerk der Rolling Stones gehört Vielfalt, und zwar mit Basic Rock’n’Roll, Bluegrass, Country Rock, Psychedelic, Folk und feuchtwarmem Soul, zum guten Ton. Wilco, den wir vom Being There her kennen, webt mit sehr freizügig gespielten Gitarren, Pedal Steel, Blechbläsern und einem unendlich großen Instrumentarium einen beeindruckenden Klangteppich, der zwischen dem Goldenen Zeitalter der Stones, den Replacements, den Beatles bis zum Big Star des Albums Third hin und herfliegt. Tweedy wechselt zwischen Balladen und Elektrostürmen und zeigt damit vor allem, wie er, von einer eigentlich ziemlich klassischen und zeitlosen Basis ausgehend, mit seinen herrlichen Songs und seinen architektonisch umwerfenden Kompositionen alle Aufmerksamkeit auf sich lenkt und als Sieger hervorgeht... Diese neu gemasterte Deluxe Edition bietet neben dem Originalalbum fünfzehn unveröffentlichte Bonuszusätze, dazu gehören insbesondere Alternativversionen von I Got You und Say You Miss Me sowie ein Live-Mitschnitt vom 12. November 1996 im Troubadour in Los Angeles und eine am darauffolgenden Tag aufgezeichnete Session für die Rundfunkstation Santa Monica KCRW. © MZ/Qobuz
Ab
HI-RES55,99 €
CD48,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 6. November 2020 | Rhino - Warner Records

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
Nach einem Debütalbum mit recht erquicklichem Alternative Country (A.M.) und einem Zweitling – einem Doppelalbum – auf den Spuren des Exile on Main Street der Rolling Stones (Being There) verwischen Wilco mit Summerteeth erneut die Spuren. Es ist ein Meisterwerk, bei dem die Leader Jeff Tweedy und Jay Bennett mit üppigen Harmonien, zuckersüßen Melodien und hochkarätiger Instrumentierung eine viel größere Tendenz zum Pop erkennen lassen. In seiner Autobiografie aus dem Jahr 2018, Let's Go (So We Can Get Back): A Memoir of Recording and Discording with Wilco, Etc. drückt sich Tweedy recht eindeutig in Bezug auf dieses Projekt aus. „Diese Platte war unsere Gesamtvision in Sachen Bubblegum-Pop und teilweise auch unsere Reaktion auf das Aushängeschild für Alternative Country und Rock, das uns die Leute verpasst hatten und mit der No Depression-Szene in Zusammenhang brachten. Sie glaubten, in uns dieses ganze Sortiment an Einflüssen zu erkennen, wogegen wir ganz genau wussten, dass das nicht stimmte. Wir hatten unzählige unveröffentlichte Aufnahmen, die damit überhaupt nichts zu tun hatten.“ Gleich bei den ersten Klängen des Can’t Stand It und dann auch mit dem unbeirrbaren, von Streichern nur so triefenden A Shot in the Arm tauchen die Beatles, Beach Boys oder Todd Rundgren von der Gruppe Nazz im Hintergrund auf und sind nicht mehr zu überhören. Das Mellotron in She’s a Jar verstärkt dieses Gefühl eines Orientierungswechsels erst recht, ohne dass die nach wie vor komplexen Kompositionen des Zweiergespanns Tweedy/Bennett irgendwie zu Schaden kommen. Der heitere Charakter der Musik dieses dritten Wilco-Albums bildet vor allem die perfekte Gegenstimme zu den desillusionierten, nostalgischen, ja sogar mürrischen Texten. „Damals war ich wohl so unglücklich wie noch nie zuvor, überhaupt nicht selbstsicher, voller Heimweh und mit Drogen vollgepumpt“, sollte Jeff Tweedy später bestätigen. Der von Menschenhand gemischte, recht bittere Cocktail hatte eine meisterhafte Platte zur Folge und beweist, dass Wilco über die Grenzen des Americana hinausgegangen sind und sich als eine der bedeutendsten amerikanischen Gruppen ihrer Generation einen Namen gemacht haben. Diese himmelschreiende Tatsache trifft auch auf ihre wichtigsten Alben zu, Yankee Hotel Foxtrot (2001) und A Ghost Is Born (2004). Anlässlich seines 20. Geburtstages wurde Summerteeth (von Meister Bob Ludwig) geremastert und um zahlreiche Bonuszusätze erweitert: Alternative Takes (Viking Dan), Alternativ-Versionen (wie die Slow Rhodes-Version des Titels Summer Teeth) und faszinierende Demoaufnahmen, auch wenn sie nur etwas für die Hardcore-Fans der Gruppe sind (No Hurry, I’ll Sing It), zeigen, wie sich ihre Kompositionen weiterentwickelt haben, und mehr noch ihre instrumentale Vielseitigkeit. Ein zusätzlicher, hervorragender Bonuszusatz ist ein unveröffentlichter Konzertmitschnitt vom 1. November 1999 in Boulder im Bundesstaat Colorado, bei dem Jeff Tweedy, John Stirratt, Ken Coomer und Jay Bennett die perfekte Kohäsion zur Schau stellen. © Marc Zisman/Qobuz
Ab
HI-RES17,49 €
CD14,99 €

Rock - Erschienen am 16. April 2002 | Nonesuch

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
So lange die Wartezeit, so groß der Erfolg: Nachdem es "Yankee Hotel Foxtrot" fast ein Jahr lang nur auf Wilcos Homepage zum Downloaden gab, hat das Album gleich nach der Veröffentlichung eine fulminante Platzierung in den Charts hingelegt. Ein kleines Wunder für eine so eigenwillige Band, wenn auch verschiedene Musikmagazine die Aufnahme im Vorfeld in höchsten Tönen gelobt hatten und das (neue) Label ihr sogar einen "prophetischen Charakter" zuweist. Sicher ist, dass "Yankee Hotel Foxtrot" aufhorchen lässt und nicht unbemerkt im CD-Spieler rotiert. Der Grund dafür ist die Spannung, die durch die meist lieblichen Melodien und Arrangements einerseits und immer wieder auflodernde Klanggewitter andererseits entsteht. Wie in einem David Lynch-Film bricht Unfassbares und Dunkles in eine scheinbar heile Welt ein. Das Ergebnis ist ein schwermütiges Gefühl der Leere und das Bedürfnis, mal wieder Beach Boys zu hören. Schon die ersten Zeilen des Openers kündigen mit "I am an American aquarium drinker" an, dass Sonderbares am Start ist. Dem Grundgerüst 'akustische Gitarre/Bass/Schlagzeug/Keyboards' fügen sich immer wieder nicht immer identifizierbare Geräusche hinzu. Aus dem Chaos entwickelt sich Wohlgeformtes, das anschließend wieder zum ursprünglichen Zustand zurück kehrt. Frontmann Tweedy hat ein offensichtliches Gespür für schöne, schräge Melodien, die durch den Kontrast besonders zur Geltung kommen. "Kamera" ist Folk-Pop erster Güte, "Radio Cure" erinnert an Radiohead, die obsessive Wiederholung des Mottos "War On War" am Beginn des gleichnamigen Liedes taugt als Friedenshymne, "Jesus, Etc." könnte von den besten Eagles stammen. Herzstück des Albums ist "Poor Places", in dem eine Vielzahl von Stimmungen erzeugt werden: erst Melancholie, dann vage Hoffnung, schließlich wirre Weltuntergangsstimmung, in der eine Frauenstimme "Yankee Hotel Foxtrot" verkündet. Erzeugt wird das Ganze durch Rhythmus- und Stilwechsel, die bei jedem Break für Überraschung sorgen. In solch ein Album lässt sich viel hinein interpretieren. So wird der eine oder andere in "Ashes Of American Flags" tatsächlich eine Prophezeiung des 11. Septembers sehen, während die Klangkulissen und Texte als Kommentar der Widersprüche und Unzulänglichkeiten der heutigen Gesellschaft usw. dienen können. Selbst wenn man diese Lebenseinstellung nicht teilt steht fest: Wilco ist ein faszinierendes Album gelungen, das zu recht von sich Reden macht. © Laut
Ab
CD14,99 €

Rock - Erschienen am 8. März 1999 | Nonesuch

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Ab
HI-RES20,49 €
CD17,49 €

Rock - Erschienen am 16. Juli 2013 | Nonesuch

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
In der Vergangenheit wurde immer wieder gemutmaßt, dass der Eigenbrötler Jeff Tweedy den ständigen Wechsel seines Wilco-Personals benötige, um seine Innovationsfähigkeit auszuschöpfen. Nun wurde das siebte Album des Sextetts erstmals mit dem selben Lineup wie auf dem Vorgänger ("Sky Blue Sky") eingespielt, es überrascht mit einem Kamel auf dem Coverartwork und trägt den wohl prosaischsten aller Titel. Gibt sich Jeff Tweedy jetzt als Spaßmacher, der gelernt hat, sich selbst und seine Musik nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen? "Start up your Stereo/ put on your Headphones/ before you explode/ Wilco will love you, baby" tönt Tweedy im Opener "Wilco (The Song)" zum kernigen Rockgitarren-Riff und lässt im verzerrten Backgroundsound Glockenspiele und Chöre erklingen. Die selbstbezügliche, rasante Nummer führt wunderbar ein in das im weitern Verlauf vielseitige Werk. Nach dieser kraftvollen Huldigung an die Fans präsentiert Tweedy im wunderbaren "Deeper Down" zur Akustischen und Schlagzeug eine seiner liebenswerten Midtempo-Melodien, um die sich barockartige Cembalo-Klänge und Nels Clines geisterhaft schönes Gitarrenspiel ranken, das auch im elegischen "One Wing" markant zur Geltung kommt. Die größte Herausforderung, aber auch den größten Ausdruck an Variationsreichtum stellt das extrem borstige Schauerstück "Bull Black Nova" dar, dessen erzählte Geschichte eines Mörders sich in dunklen Krautrock-Experimenten und Jazzanleihen ausdrückt und sich trotz der Noise-Flächen nie in der Dissonanz verliert. Ansonsten verzichtet die Band auf jegliche Soundeskapaden. Von ihrer heitersten Seite zwischen Southern Rock California-Pop zeigen sich Wilco mit "Sonny Feeling" und "You Never Know", das mit dem gutlaunigem Refrain ("I don't care anymore"), fröhlichem Pianostomp, lieblichem Backgroundchor und der säuselnden Gitarre auch von George Harrison stammen könnte. Das hoffnungsfrohe "I'll Fight" knüpft melodisch an "On And On And On" vom Vorgängeralbum an. Tweedy erfindet sich wahrlich nicht neu, aber mit welcher Beständigkeit er solche Melodien aus dem Ärmel schüttelt, ist bemerkenswert. Auch wenn er sich scheinbar sorgenfrei auf der sonnigen Seite bewegt, kommen die zahlreichen Freunde seines balladesken Liedguts auf ihre Kosten. Allen voran mit der Single-Auskopplung "You And I", die er im Duett mit Leslie Feist zur Rhythmusgitarre zum Besten gibt, oder dem betörenden Track "Country Disappeared". Ebenso großartig kommt "Everlasting Everything" daher, das sich nach akustischem Einstieg mit orchestraler Instrumentierung immer wieder sachte emporschwingt. Zum Fingerpicking und säuselnder Lapsteel resümiert der Singer/Songwriter in "Solitaire" zärtlich-melancholisch schließlich erneut seine bewältigte Vergangenheit: "Once my life was a game so unfair/ it beat me down and kept me there". Das er wieder aufgestanden ist, ist hinlänglich bekannt. Festzuhalten bleibt, dass auch ein gutlauniger Jeff Tweedy starke und intensive Songs schreibt, denen sich seine musikalischen Mitstreiter jederzeit unterordnen. Auch wenn die Chicagoer Jungs stilistisch sprunghaft sind, allgegenwärtig ist die instrumentale Feingeistigkeit und Gelassenheit, mit der die Melodien ausgemalt sind. Tweedys Besinnung auf altbewährte Qualitäten- inklusive der Bandbesetzung - paart sich hier liebevoll mit handgemachten Arrangements und subtilen Dramaturgien. Mit diesem Songmaterial steckt er viele seiner Singer/Songwriter-Kollegen nach wie vor locker in die Tasche. Das Kamel auf dem Cover nimmt man da gerne in Kauf. © Laut
Ab
CD14,99 €

Rock - Erschienen am 16. April 2002 | Nonesuch

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
So lange die Wartezeit, so groß der Erfolg: Nachdem es "Yankee Hotel Foxtrot" fast ein Jahr lang nur auf Wilcos Homepage zum Downloaden gab, hat das Album gleich nach der Veröffentlichung eine fulminante Platzierung in den Charts hingelegt. Ein kleines Wunder für eine so eigenwillige Band, wenn auch verschiedene Musikmagazine die Aufnahme im Vorfeld in höchsten Tönen gelobt hatten und das (neue) Label ihr sogar einen "prophetischen Charakter" zuweist. Sicher ist, dass "Yankee Hotel Foxtrot" aufhorchen lässt und nicht unbemerkt im CD-Spieler rotiert. Der Grund dafür ist die Spannung, die durch die meist lieblichen Melodien und Arrangements einerseits und immer wieder auflodernde Klanggewitter andererseits entsteht. Wie in einem David Lynch-Film bricht Unfassbares und Dunkles in eine scheinbar heile Welt ein. Das Ergebnis ist ein schwermütiges Gefühl der Leere und das Bedürfnis, mal wieder Beach Boys zu hören. Schon die ersten Zeilen des Openers kündigen mit "I am an American aquarium drinker" an, dass Sonderbares am Start ist. Dem Grundgerüst 'akustische Gitarre/Bass/Schlagzeug/Keyboards' fügen sich immer wieder nicht immer identifizierbare Geräusche hinzu. Aus dem Chaos entwickelt sich Wohlgeformtes, das anschließend wieder zum ursprünglichen Zustand zurück kehrt. Frontmann Tweedy hat ein offensichtliches Gespür für schöne, schräge Melodien, die durch den Kontrast besonders zur Geltung kommen. "Kamera" ist Folk-Pop erster Güte, "Radio Cure" erinnert an Radiohead, die obsessive Wiederholung des Mottos "War On War" am Beginn des gleichnamigen Liedes taugt als Friedenshymne, "Jesus, Etc." könnte von den besten Eagles stammen. Herzstück des Albums ist "Poor Places", in dem eine Vielzahl von Stimmungen erzeugt werden: erst Melancholie, dann vage Hoffnung, schließlich wirre Weltuntergangsstimmung, in der eine Frauenstimme "Yankee Hotel Foxtrot" verkündet. Erzeugt wird das Ganze durch Rhythmus- und Stilwechsel, die bei jedem Break für Überraschung sorgen. In solch ein Album lässt sich viel hinein interpretieren. So wird der eine oder andere in "Ashes Of American Flags" tatsächlich eine Prophezeiung des 11. Septembers sehen, während die Klangkulissen und Texte als Kommentar der Widersprüche und Unzulänglichkeiten der heutigen Gesellschaft usw. dienen können. Selbst wenn man diese Lebenseinstellung nicht teilt steht fest: Wilco ist ein faszinierendes Album gelungen, das zu recht von sich Reden macht. © Laut
Ab
CD13,49 €

Rock - Erschienen am 4. Oktober 2019 | dBpm Records

Das Maximum an Pop, Country, Rock, Experimental, Folk… Seit 1994 haben Wilco ohne Verlust der eigenen Identität alle möglichen Arten von Alben eingespielt. Damit konnte sich Jeff Tweedys Clique eine beeindruckende Fangemeinschaft erobern, die ihnen überallhin folgte, egal was auf dem Programm stand. Vor allem haben sie einen für sie ganz typischen Stil gefunden, ein Agglomerat aus Sehnsucht, Traurigkeit, Humor und Begeisterung in Bezug auf die Geschichte des Rock’n’Roll und des Folk. Es hört sich an wie eine abgefahrene Version eines gewissen Rockklassikers. Und beim Gelage unter Indie-Rock-Freaks kommt immer irgendwann einmal „der Wilco-Augenblick“, eine angeregte Rangelei zwischen überglücklichen Fans und bösartigen Verleumdern… Nach Schmilco (2016) ist es das  erste Album der Gruppe aus Chicago, und auch nach Tweedys Abstecher im Alleingang (Warm im Jahre 2018) und seit der Veröffentlichung seiner fesselnden Memoiren (Let’s Go (So We Can Get Back)), somit ist diese Ode an die Freude vom Hausherrn stark geprägt worden.Manchmal wird man an Sky Blue Sky erinnert, aber wie im Filter seiner persönlichen Geschichte, welche jene, die sein Buch gelesen haben, natürlich viel exakter interpretieren werden. Der Gesang auf dieser in erster Linie akustischen und vom Rhythmus her klassischen Platte hört sich an, als wäre es eine ernüchternde Beichte und somit bauchpinseln Wilco ihre Fans ohne je zu weit zu gehen.Die hypnotisierende Steigerung des Quiet Amplifier ist ein 100%iges Wilco-Produkt. In We Were Lucky trägt Nels Cline mit seiner Noise-Gitarre sein eigenes Scherflein bei und erinnert uns somit darin, dass man mit ihm rechnen kann, wenn es um die experimentelle Variante des Hauses geht. Was die Melodie angeht (One and a Half Stars ist unschlagbar), so übertrifft Ode to Joy um Vieles die beiden Vorgängeralben, Star Wars und Schmilco, wodurch es diese Clique von Fünfzigjährigen aus einer dem Alter und der 25-jährigen Karriere entsprechenden Apathie reißt. Ein guter Jahrgang, der mit der Zeit sehr wohl allerhöchste Qualität erreichen könnte. © Marc Zisman/Qobuz
Ab
HI-RES20,49 €
CD17,49 €

Rock - Erschienen am 16. Juli 2013 | Nonesuch

Hi-Res
Als Songschreiber konnte man sich auf Jeff Tweedy schon immer verlassen. Weniger absehbar war die Art und Weise der Umsetzung seiner großartigen Songs mit der ständig wechselnden Besetzung seiner Band Wilco. Auf dem 2002er-Album "Yankee Hotel Foxtrot" versuchte Tweedy sich erstmals an elektronischen Lautmalereien als integraler Bestandteil seiner Kompositionen. Auf "A Ghost Is Born" (2004) perfektionierte er diese Herangehensweise, was werkimmanent zu Irritationen und Brüchen führte, der Qualität dieser Alben aber keinen Abbruch getan hat. Nun sind Wilco mit neuer Besetzung und ihrem sechsten Studioalbum "Sky Blue Sky" zurück. Und, der wesentliche Punkt sei vorweggenommen, die elektronischen Elemente und Klang-Experimente sind komplett aus den Arrangements verschwunden. Das öffnet den Raum für das großartige Spiel der Musiker, ihre Instrumente effektiv in Szene zu setzten. Klavier, Keyboard, Gitarren und Schlagzeug gehen harmonisch Hand in Hand und entwerfen einen lässigen Sound, der an den Westcoast-Pop der 70er-Jahre angelehnt ist und Blues-, Rock- und Jazzessenzen aufgreift. "Maybe the sun will shine today/ The clouds will blow away/ Maybe I won't feel so afraid" lauten die ersten Zeilen des Openers "Either Way". Ein luftiger Pianolauf, feinfühlige Streicher und ein sonniger E-Gitarren-Part unterstreichen diese positive Haltung. Ein Einstieg, der im weitern Verlauf alle Versprechen einlöst. "You Are My Face" beginnt verhalten mit einer monotonen, zweistimmig vorgetragenen Strophe, ehe eine Jazzgitarre ein sanftes Solo andeutet, das abrupt unterbrochen und von einer lauteren, vom genialischen Nels Cline gespielten E-Gitarre übernommen wird. Das Schlagzeug und ein hämmerndes Piano tragen dieses Solo, an das sich der bewegende, traurig-weise Gesang Tweedys anschließt, der nun in höheren Tonlagen von großen Emotionen kündet. Und wieder ist es in "Impossible Germany" ein fantastisches Gitarrensolo, das sich zu einem grandiosen Gitarrenduell entwickelt, das meine Begeisterung hervorruft, obwohl ich bis dato Gitarrensoli eher abgeneigt gegenüber stand. Zum Niederknien schön ist der ungemein sanfte Titeltrack "Sky Blue Sky", den Tweedy zu einer schlicht geschlagenen Gitarre und der Lap Steel intoniert. "Side With The Seeds" spitzt sich mit seinem instrumentalen Arrangement dramaturgisch wirkungsvoll zu und zeugt vom großen Verständnis der Musiker untereinander. Nach laszivem Beginn spielt sich in "Shake It Off" sachte das Keyboard in den Vordergrund, ehe sich die Band mit Prog Rock-Ausflügen erste Schrägheiten erlaubt. Die Ballade "Please Be Patient With Me" besticht durch filigranes Gitarrenspiel, einer wunderschönen Melodie und natürlich Tweedys brüchigem Gesang. "Hate It Here" offenbart beispielhaft, dass es sich um ein Band-Album handelt, auf den fantastische Soli und instrumentale Brücken jedem Song einen Mehrwert abringen. Nach dem ruhigen Stück "Leave Me (Like You Found Me)" folgt mit "Walken" eine heitere Piano-Stomp-Nummer, in der zunehmend die Gitarren das Heft in Hand nehmen und es ordentlich krachen lassen. Die Freude am Spiel, das nach einer spaßigen Jam-Session klingt, ist nicht zu überhören. Die Single "What Light" erinnert bezüglich Struktur und Gesang an Bob Dylan, eine schwebende Slide-Gitarre steht der repetitiven Akustikgitarre zur Seite. Ein schläfriger Klavierlauf dominiert den letzten Song "On And On And On", der sich dann mit Schlagzeug, Gitarre und Streichern ein letztes Mal erhebt, um schließlich zur Ruhe zu kommen. Hoffnungsfroh sind dabei auch die letzten Zeilen: "You and I will stay together yeah/ You and I will try to make it better". Ein Ausklang, der thematisch an den ersten Song anknüpft und das Album stimmig rahmt. "Sky Blue Sky" ist das bisher sonnigste, verspielteste und kohärenteste Album dieser Band, wenn auch nicht das innovativste. Muss es aber auch nicht sein, weil die versierten Musiker um Jeff Tweedy den großen Songs eine detaillierte und unprätentiöse Qualität anheften, die für absoluten Hörgenuss sorgt. Und wenn Jeff Tweedys sowieso fabelhafte Songs mit einer solch famosen Instrumentierung daherkommen, lässt das kaum Wünsche offen. © Laut
Ab
HI-RES22,49 €
CD19,49 €

Rock - Erschienen am 8. März 1999 | Nonesuch

Hi-Res
Ab
HI-RES19,49 €
CD16,99 €

Rock - Erschienen am 21. Juni 2004 | Nonesuch

Hi-Res
Wie sieht es aus, wenn ein Gespenst geboren wird? Der Gestaltung der CD nach öffnet sich ein makellos weißes Ei, aus dem nichts heraus kommt. Zumindest nichts Sichbares. Handelt es sich tatsächlich um Leere? Oder, etwas abstrakter gesehen, um Dinge, die nicht geschehen, wichtige Momente, die nicht stattfinden, weil niemand richtig weiß, was zu tun ist? "The greatest lost track of all-time ... you can't hear it on the radio, can't hear it anywhere you go", heißt es im letzten Stück "The Late Greats". Aus welchem Grund können wir dieses Stück nicht hören? "The best band will never get signed, The Kay-Settes starring Butchers Blind ... The greatest singer in rock'n'roll would have to be Romeo. His vocal chords are made of gold, he just looks a little too old", lauten die (wohl falschen) Gründe. Schlechter Name oder zu hohes Alter - schon ist die Karriere beendet, bevor sie überhaupt anfängt. Eine Geschichte, die Wilco gut kennen. Der perfekte zeitlose Track ist ihnen auch auf ihrem fünften Studioalbum nicht gelungen, aber Jeff Tweedy und seine Mitstreiter (darunter Sonic Youth-Produzent Jim O'Rourke) haben sich wieder mächtig Mühe gegeben. "Ich glaube, das ist unser schlüssigstes Album, zumindest, was unsere Herangehensweise angeht," erklärt Tweedy. "Wir wollten uns und unsere Musik so menschlich wie möglich in einer völlig der Künstlichkeit verfallenen Welt präsentieren." Technisch gesehen bedeutet das: rein analoge Gerätschaften und ausschließlich Direktaufnahmen ohne Nachbearbeitung oder Overdubs. Musikalisch decken Wilco wieder ein weites Spektrum an Gefühlen ab: Von Verzweiflung zu so etwas wie Glückseligkeit über Stress, Unmut und Zweifel. Kaum hörbar beginnt das Album mit den ersten Takten von "At Least That's What You Said": Ganz leise singt Tweedy bei Klavierbegleitung von einer Beziehungskrise. Nach zwei Minuten setzen eine E-Gitarre und der Rest der Band ein, in den folgenden drei Minuten steigern sich alle Beteiligten in ein verzerrtes Chaos Youngscher Qualität. Die letzten Sekunden bestehen aus Stille. Ein typisches Wilco-Stück: eigentlich recht einfach, aber effektiv. So wie der Herz zerreißende Klang des kurzen Solos in "Hell Is Chrome" oder das an Kraftwerk angelehnte Keyboard zu Beginn von "Spiders (Kidsmoke)". "Muzzle Of Bees" bietet mehr oder weniger entspannten Country-Folk mit Klaviereinlage, "Hummingbird" erinnert nicht nur durch den Titel an die Beatles. Zwar brechen immer wieder Misstöne ein, für eine Orgie à la "Yankee Hotel Foxtrot" (2002) muss man sich jedoch bis zum vorletzten Stück "Less Than You Think" gedulden. Dort wartet ein über zehnminütiges Feedback-Pfeifen auf, bevor "The Late Greats" einen gewöhnlicheren Abschluss bietet. "Alles auf dem Album beschreibt den Prozess des Werdens, da strebt alles hin. Am Ende definierst du dich durch das, was du liebst, und vor allem die Menschen, die du liebst", erklärt Tweedy. Geht es bei der Definition des Gespenstes letzendlich doch wieder um das leidliche Thema der Liebe? "His goal in life was to be an echo, riding alone, town after town, toll after toll ... to forget her", heißt es in "Hummingbird". Was diese Interpretation zu rechtfertigen scheint. "Das ist eigentlich kein neues Thema", gibt Tweedy selbst zu. Aber eines, das Wilco mal wieder interessant aufgearbeitet haben. PS: Die CD erhält Live-Bonusmaterial, das nur auf einem Computer abspielbar ist. © Laut
Ab
HI-RES20,49 €
CD17,49 €

Rock - Erschienen am 16. Juli 2013 | Nonesuch

Hi-Res
Ab
HI-RES14,99 €
CD9,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. September 2016 | Anti - Epitaph

Hi-Res
Eine Diskussion können wir gleich mit den ersten Zeilen vorab aus dem Weg räumen: "Schmilco" ist der beste Albumtitel des Jahres. Finito. Wilco – Schmilco. Toll – schmoll. Wunderbar – schmunderbar. Gepaart mit dem grandiosen Plattencover des spanischen Künstlers Joan Carnellà macht der Titel bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung von "Star Wars" Lust auf eine neue Wilco-Scheibe. Dabei war eben jener Krieg der Sterne Wilcos vermeintlich verbissenste und progressivste Platte. Die Schmilco-Vorboten aber kommen mit augenzwinkernden Comic-Vibe daher. "If I Ever Was A Child" tönt extrem entspannt und adaptiert mit seiner charmant springenden Gitarre einen urtypischen amerikanischen Indiesound. Man spürt die Shins, Death Cab For Cutie und die Decemberists und all jene Bands, die uns einst die Seriensoundtracks von Scrubs oder Konsorten näher brachten. Nur in einem kurzen Zwischenspiel rutscht Wilco eine angedeutetes Country-Riff dazwischen, das sich aber problemlos unter den fluffigen Pudding mischt. Beim ersten Hördurchgang baut sich im Kopf auch schon der eigene Coming-Of-Age-Sundance-Film zusammen. Aber Wilco waren doch eigentlich immer mehr? Mahnende Soundrebellen? Reibende Arbeiter. Und ja! Bei genauerem Hinhören tun sich zunächst unbemerkt die erste Abgründe auf und das das bittersüße Herz beginnt zu hüpfen: "And I cry like a window pane / Can my cold heart change / Over night? / So I won't ever want to touch / Your heart too much / Or hold you too tight". Trotz des angenehm strahlenden, größtenteils akustisch gehaltenen Chitinpanzers spürt man als Zuhörer, wie sich die Oberfläche von Zeit zu Zeit spannt und sich das Album einer inhaltlichen Zerreißprobe stellt. Auch wenn Tweedy und seine Cowboys im Vergleich zu "Star Wars" relativ besänftigt scheinen, brodelt es unter der Oberfläche doch gewaltig: "Ich denke das Album ist 'joylously negative'", gab der Frontmann vorab zu Protokoll. "Es ist auf viele Arten und Weise traurig, aber es verweist zu keinem Zeitpunkt auf den Untergang oder auf Hoffnungslosigkeit. Ich hatte einfach nur Spaß daran, richtig sauer auf Dinge zu sein, die mich abnerven." "Locator" klingt merkwürdig asynchron, Stimme und Arrangements fahren auf dezent unterschiedlichen Spuren. Diese kaum wahrzunehmende Abweichung aber reißt ein faszinierendes Loch in die eigentlich unspektakuläre Struktur. Wie David Lynch in "Twin Peaks" oder "Blue Velvet" erscheint die vermeintliche Idylle als explizit gefährlicher Ort. Unten drunter wartet der Abgrund, angedeutet die durch vibrierende Gitarre, die größtenteils im fast unsichtbaren Hintergrund herum schmirgelt und nur von Zeit zu Zeit nach vorne tritt. Dort aber droht ein hörbar angespannter Jeff Tweedy, der als Platzhirsch eine Menge Staub aufwirbelt. Dieser Song könnte gleichermaßen als Soundtrack eines Neon-Western fungieren oder von einer verschollenen Arcade Fire-B-Seite grüßen. "Happiness", eine Widmung an die verstorbene Mutter, transportiert eine ganz ähnliche Stimmung, wirkt aber eingängiger und eindeutiger. Ein zartes Glockenspiel sorgt für massiven Druckabbau und entspannt Hörer und Band gleichermaßen. Außenseiterpop at its best! Hier fällt auf, dass die die meisten "Schmilco"-Songs komplett linear und ohne Abzweigungen ablaufen und sich Wilco konzentriert von gängigen Songverläufen abwenden. Nur selten gibt es wirkliche Strophe oder Refrains, die meisten Songs zucken über eine Spiellänge von circa drei Minuten vor sich hin wie ein Gewitter und laufen entsprechend aus. Immer wieder kommt es zum Dialog zwischen Tweedy und den jaulenden und quietschenden Gitarren (höre: "Someone To Lose") oder, die sich aneinander reiben, bis die Funken schlagen. Verquere Töne schlägt die Band auf "Quaters" und "Shrug And Destroy" an. Die beiden strangen LoFi-Balladen gehören zu den Attraktionen der Platte, weil sie so absurd anders, sympathisch und undurchsichtig sind wie die Band selbst. Unterm Strich markiert "Schmilco" keinen komplett neuen Meilenstein in Wilcos Geschichte – vielleicht ist dafür zu wenig Zeit vergangen, vielleicht hätte man dafür die ein oder andere doch sehr roh wirkende Komposition noch ein bisschen anfüllen und abschmirgeln müssen. Wahrscheinlich aber war das zu keinem Zeitpunkt das Ziel von "Schmilco". Die Platte soll sich vor allem in eine vielschichtige Reihe von komplexen und abwechslungsreichen Releases der Band einreihen. Und das gelingt! Das Album trägt zahlreiche Wilco-Charaktereigenschaften offen zur Schau, liegt aber immer wieder ein wenig neben dem erwarteten Takt. Auch dafür scheint der Plattentitel eine passende Metapher. Diese Unfassbarkeit, dieses Wegducken im Angesicht der zupackenden Konventionen zeichnet Wilco auch 2016 als einzigartiges Bandprojekt aus und reiht das Sextett in einem Regal mit Künstlern wie Bob Dylan oder den Eels auf, die den stetigen Wandel zum Programm erheben. Abseits dieser Verordnungen aber offenbart sich "Schmilco als eine ideale Herbstplatte, der sich die Wärme des Sommers noch eingebrannt hat, die die Übergangsjacke aber bereits griffbereit hält. © Laut
Ab
HI-RES20,49 €
CD17,49 €

Rock - Erschienen am 16. Juli 2013 | Nonesuch

Hi-Res
Ab
CD11,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 27. September 2011 | Anti - Epitaph

Es gibt sie noch. Solche Platten, für die man auch in Zukunft seine Lanze brechen wird und sie ohne Bedenken herzallerliebst in sein persönliches Meilenstein-Inventar aufnimmt. Und damit ist kein Evergreen oder verschlissen geglaubter Geheimtipp gemeint, sondern Wilcos neues Zauberwerk "The Whole Love". Wilco fordern niemanden heraus und sind doch unschlagbar. Vielleicht, weil sie mit der ganzen Wahrheit rausrücken, ihre Fertigkeiten vollends ausspielen und Popmusik schreiben können, die seit der Ablösung vom Tonband zu den Digital Files öfters gern auf Abwege gerät. Kein Attest gibt es, um das "The Whole Love" betteln müsste, um sich zu entschuldigen und keine Ungereimtheiten, die sich mangels Ungeschicklichkeit ergeben. Es sind die sattelfesten Harmonien und die brillanten, oft nur marginalen Chöre, winzige Details am Synthie, die sich so gut ins Gesamtbild einfügen, die mäandernden, knackenden Basslinien, eine zunächst durch den Dreck gezogene, dann wie auf Hochglanz polierte Gitarre und die ausufernden, aber im richtigen Moment filigranen Rhythmusspielereien, die allesamt einen Unterschied ausmachen, der mehr offensichtlich als fein ist. Nicht nur der letzte Schliff bedeutet Perfektion, sondern genauso das Anpacken. Schließlich wirft auch der Schweiß seine Perlen. Alle Jahre wieder verpassen sich Wilco das fast schon selbstverpflichtete Upgrade. Ein Song wie der nächste, ein Album wie das letzte, diese Routine ist auch dieses Mal nicht eingekehrt. Ganz lapidar gesagt, kann diese Band das einfach nicht. Wer das nicht aus freien Stücken durchwinken möchte, kann sich legendäre Cover-Performances besonders totgehörter Songs via YouTube ansehen, um sich zu bekehren zu lassen. Selbst der flachste von ihnen gewinnt an Höhe und Witz, wenn da ein Wilco-Mitglied in die Saiten greift. Aus dem Bandkarussell, das sich einst salopp drehte, ist bis heute eine treue Truppe geworden, bei der sich der Genius Jeff Tweedy seit geraumer Zeit traut, mehr Demokratie zu wagen als in früheren Tagen. Das Wort bleibt nicht mehr allein beim Rudelführer, es sitzt der ganze Tross im Boot, der bestimmt, wo es lang geht. Süße Ironie ist es dann, wenn gleich zu Beginn ein Stück wie "Art Of Almost" zu solch einem kollektiven Rundumschlag ausholt. Ob der Tempomat Glenn Kotche nun auf Dauerwirbel schaltet oder Nels Cline mit viel Gewalt ein Grollen heraufbeschwört, das nicht einmal von Neil Youngs kaputtestem Verstärker ausgehen könnte, dieses Glück ist nur der Anfang. "Sunloathe" ist ein Musterbeispiel des Tweedy-Kosmos und tönt wie ein schwerer Sommertag, der nach einem versöhnlichen Abschluss schielt. Klines sanftes Picking an der Gitarre verspricht ein Eldorado wie zu George Harrisons besten Zeiten. Unaufdringlich stehen "Black Moon", "Open Mind" und "Rising Red Lung" direkt und ungetrübt vor dem eigenen Auge, dass es nicht schwer fällt, von jedem dieser einzelnen Rohdiamanten den noch so kleinsten Schimmer einzufangen. Aber der Klangapparat aus Chicago kann auch anders: Jahrmarktorgeln, wippender Takt und schnalzende Finger im beschwingten "Capitol City", ein nölender Tweedy im wabernden "I Might". Zwischen den Liedern werden die Extreme vertauscht, von laut geht es nach leise, von Krawall zu Harmonie. Schnell muss es sein, langsam aber auch. Aber nicht politisch, lieber introvertiert. Das mitternächtliche Barpiano-Szenario "One Sunday Morning (Song For Jane Smiley's Boyfriend)": eine Endlosschleife. Aber eine mit Querverweis, denn so kann es weitergehen. Zwölf Lieder, von denen keines der Klassenprimus sein möchte, weil sie alle in der ersten Liga spielen. © Laut
Ab
HI-RES25,99 €
CD22,49 €

Rock - Erschienen am 17. November 2014 | Nonesuch

Hi-Res Booklet
Ab
HI-RES55,99 €
CD48,99 €

Rock - Erschienen am 17. November 2014 | Nonesuch

Hi-Res Booklet
Ab
HI-RES19,49 €
CD16,99 €

Rock - Erschienen am 1. Dezember 2017 | Rhino - Warner Records

Hi-Res
Zu Beginn der achtziger Jahre rehabilitiert die der Paisley Underground-Szene entkommene Gruppe Green On Red die aufsässigste Variante der Country Music. Und gleich im Anschluss daran, ein paar Jahre später, haben andere amerikanische Indie-Rockgruppen ihren Spaß damit, die Begeisterung für diese Musikgattung, die zu jenem Zeitpunkt als schwarzes Schaf galt, wieder auflodern zu lassen. Diese Alternative Country passt sich den Zeichen der Zeit und der eher in Richtung Lo-Fi gehenden Ästhetik an und verknüpft das Erbe von Gram Parsons bei den Flying Burrito Brothers, von Neil Young, von den Byrds mit Sweetheart Of The Rodeo und von den Rolling Stones mit ihrem Exile On Main Street. Die von Jay Farrar und Jeff Tweedy hypnotisierte Gruppe Uncle Tupelo entpuppt sich als einer der begabtesten Vertreter dieser Richtung. Das Binom kriegt sich jedoch in die Haare und Farrar gründet dann Son Volt, Tweedy aber startet das Abenteuer Wilco. Mit dem ersten hervorragenden Album seiner neuen Combo, A.M., das im März 1995 erscheint, bestätigt der Songwriter aus dem Illinois sein Talent, all diese Roots-Einflüsse von damals miteinander zu verschmelzen, wobei er ihnen einen deutlich trockeneren und zeitgenössischeren Klang verpasst. Jeff Tweedy liefert vor allem beinharte Texte. Daher lassen die kräftestrotzenden Kompositionen wie I Must Be High, Casino Queen, Box Full Of Letters oder Passenger Side schnell vergessen, woher die nachhaltigen Einflüsse stammen (Stones, Parsons, Young…), und das Talent dieses Menschen kommt damit nur noch besser zur Geltung. Diese neu gemasterte Deluxe Edition bietet zusätzlich zum Originalalbum acht unveröffentlichte Bonuszusätze, etwa eine jeweils erste Version des Outtasite (Outta Mind) und des When You Find Trouble, was eigentlich Uncle Tupelos letzte Studioeinspielung ist. © MZ/Qobuz
Ab
CD14,99 €

Rock - Erschienen am 15. November 2005 | Nonesuch

Nach ihrem viel gelobten "Yankee Hotel Foxtrot" und dem Grammy gewinnenden "A Ghost Is Born" gibt es endlich einen Nachschlag von Wilco. Dieses Mal trafen sich die Jungs an vier Abenden vor versammelter Mannschaft im The Vic Theatre in ihrer Heimatstadt Chicago. Dort hielt die Band ihre musikalischen Ergüsse auf Band fest. Das Ergebnis dieser produktiven Konzerte erscheint gleich als doppelte Portion auf dem Live-Album "Kicking Television: Live in Chicago". Und schon nach einem kurzen Reinhören fällt mein Urteil: Tod der Flimmerkiste, ich gehe lieber Wilco hören! Das aufgezeichnete Heimspiel wartet mit einer gesunden Mischung ihrer beiden Vorgängeralben auf. Die sechs Jungs stellen bei allen Tracks ihre beeindruckenden Live-Qualitäten unter Beweis. Allerdings verlangen die ehemaligen Alternative-Countryrocker ihrem Publikum keinerlei Mitgröhlrefrains oder Stadiongesänge ab. Statt dessen adressieren sie vornehmlich an das musikalisches Unterbewusstsein. Das sollte seine Fühler bei Liedern wie "Handshake Drugs" und "I Am Trying To Break Your Heart" ausfahren, denn Wilco beschäftigen sich gerne mit Klangmalerei. Rauschende Gitarrenverstärker und Keyboardkakophonie bilden da einen Geräuschteppich, den das Ohr nicht versteht und das Bauchgefühl viel besser verarbeiten kann. "Shot In The Arm" und "The Late Greats" belegen in Sachen Eingängigkeit die vorderen Ränge, während "At Least That's What You Said" Hendrix schmeichelt. Der vorletzte Song "I'm The Man Who Loves You" gerät etwas zu besinnlich und lässt die Aufmerksamkeit langsam einnicken. Dafür überzeugt "Kicking Television" mit einer Dynamik, bei der sich zumindest kleinere Mengen Elektroschrott durch die Gegend schubsen lassen. Auch der Einstieg zur zweiten CD fährt auf ruhigen Schienen, von einigen Stolpersteinen des bekannten klanglichen Chaos' abgesehen. "Airline To Heaven" findet als Rudiment alter Country-Zeiten auf das Album. Eine erhebliche Steigerung der Schlagzeugaktivität erfolgt bei "Heavy Metal Drummer" zwar nicht ganz titelgerecht, trotzdem bleiben Wilco am Ball und das Publikum brodelt. Eine hohe Vielfalt an Keyboardsounds beweist dagegen "Poor Places" und verstrickt sich gegen Ende wieder in ein verstörendes Wirrwarr aus Rückkopplungen plus Gewalt gegen die zuvor fast liebevoll behandelten Tasten. "Spiders" ist mit seinen elf Minuten der mächtigste Track im Vic Theatre. Er lohnt sich allein wegen der hervorragenden Gitarrensoli, sowie der gelungen aufgebauten Steigerung. Der Applaus häuft sich verdienterweise. Im Gesang zu "Comment" findet sich ein wenig Moneybrother wieder - ein schöner Ausstieg! Wilco meistern mit "Kicking Television: Live In Chicago" die Aufgabe, das Warten auf ihr kommendes Album zu versüßen. Das soll Gerüchten zufolge erst nächstes Jahr in die Plattenläden kommen. © Laut
Ab
HI-RES14,99 €
CD9,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 17. Juli 2015 | Anti - Epitaph

Hi-Res
Das ein Album einer bekannten Band ohne Vorwarnung und über Nacht für kurze Zeit zum kostenlosen Download bereit steht, stellt 2015 keine Besonderheit mehr dar. Mit dem "The Whole Love"-Nachfolger "Star Wars" beschreiten nun auch Wilco diesen Weg. Mit dem zeitgleich erschienenen Stream verdient sich die Band um Jeff Tweedy sowieso nicht viel mehr als ein matschiges Bananenbrot. Die treuen Käufer greifen später zudem zu CD oder Vinyl. Dafür ziehen Wilco mit der Kampagne umsonst die maximale Aufmerksamkeit auf sich. Ein Effekt, den selbst wochenlange Werbekampagnen nicht erzielen können. Der neunte Longplayer erblüht aus einem ähnlichen Gedanken wie die neunte R.E.M.-Platte "Monster". Der Krieg der Sterne verabschiedet sich von der ruhigen und abgeschiedenen Vergangenheit. Anstatt Alternative- und Country-Rock steht nun kontrollierter Noise-Rock im Vordergrund. Weitaus kantiger, rauer und mürrischer, steckt jedoch in jeder garstig angeschlagenen Gitarre die Melancholie, die einen Tweedy-Song sofort als eben diesen erkennen lässt. So kurz wie auf "Star Wars" haben sich Wilco noch nie gefasst. Gerade einmal 33 Minuten dauert die Platte und verbindet Einflüsse aus Stoner-, Glam- und Kraut-Rock mit den Waterboys, dem weißen Album der Beatles und immer wieder Lou Reed. Zeitweise scheint es fast so, als wäre die Seele des 2013 verstorbenen Reed direkt in Tweedy gefahren. "You Satellite" zeigt sich geradezu von The Velvet Underground besessen. Das von Jeff Tweedy, Gitarrist Nels Cline und Schlagzeuger Glenn Kotche geschriebene Highlight erweist sich als Zwitter aus "Satellite Of Love" und "Heroin". Mehr und mehr plustert sich das psychedelische Stück auf, versinkt im dissonanten Lärm der in sich verknoteten Gitarrenläufe. Vergeblich wartet man auf John Cales Einstieg. In "More..." stehen fahrige Strophen einem einnehmenden Folk-Refrain gegenüber, den dröhnende Gitarren zunehmend bedecken. Das rifforientierte "Random Name Generator" zeigt sich ebenso direkt wie verspielt. Mit der Selbstsicherheit eines Stelzbocks vorgetragen, verzichtet es nicht auf manch Streich wie ein durch den Flanger gezwiebeltes Schlagzeug. "Pickled Ginger" baut eine enorme Spannung auf. Die erste Minute des Glam-Rocks gehört alleine Tweedy und einer dreckig verzerrten Gitarre. Erst danach steigen Schlagzeug und ein ansteigendes Gitarren-Tohuwabohu ein, bevor das Stück mit einem sich ausweitendem Wahnwitz abrupt endet. "Star Wars" verfügt aber noch über eine andere, eine zerbrechliche Seite. "Why do I forgive you / Because I get confused", singt Tweedy im balladesken "Taste The Ceiling". Der während der "Monster"-Tour zu R.E.M. gestoßene Scott McCaughey ergänzt Wilco an Mellotron, Piano und beim Songwriting. Ein verträumtes Stück Schwermut, von offenen Akkorden voran getrieben. Der letzte Vorhang "Magnetized" setzt einen bewegenden, von den Beatles und Elliott Smith geküssten Schlussakkord. Ein ebenso bittersüßes wie versöhnliches Ende. Wem all dies noch nicht reicht, um kein Geld für den Download hinzulegen, dem seien an dieser Stelle noch zwei entscheidende Argumente mit auf den Weg gegeben: Star Wars. Cat Content. Mehr braucht es im Internetzeitalter im Grunde nicht. © Laut
Ab
CD16,99 €

Rock - Erschienen am 21. Juni 2004 | Nonesuch

Wie sieht es aus, wenn ein Gespenst geboren wird? Der Gestaltung der CD nach öffnet sich ein makellos weißes Ei, aus dem nichts heraus kommt. Zumindest nichts Sichbares. Handelt es sich tatsächlich um Leere? Oder, etwas abstrakter gesehen, um Dinge, die nicht geschehen, wichtige Momente, die nicht stattfinden, weil niemand richtig weiß, was zu tun ist? "The greatest lost track of all-time ... you can't hear it on the radio, can't hear it anywhere you go", heißt es im letzten Stück "The Late Greats". Aus welchem Grund können wir dieses Stück nicht hören? "The best band will never get signed, The Kay-Settes starring Butchers Blind ... The greatest singer in rock'n'roll would have to be Romeo. His vocal chords are made of gold, he just looks a little too old", lauten die (wohl falschen) Gründe. Schlechter Name oder zu hohes Alter - schon ist die Karriere beendet, bevor sie überhaupt anfängt. Eine Geschichte, die Wilco gut kennen. Der perfekte zeitlose Track ist ihnen auch auf ihrem fünften Studioalbum nicht gelungen, aber Jeff Tweedy und seine Mitstreiter (darunter Sonic Youth-Produzent Jim O'Rourke) haben sich wieder mächtig Mühe gegeben. "Ich glaube, das ist unser schlüssigstes Album, zumindest, was unsere Herangehensweise angeht," erklärt Tweedy. "Wir wollten uns und unsere Musik so menschlich wie möglich in einer völlig der Künstlichkeit verfallenen Welt präsentieren." Technisch gesehen bedeutet das: rein analoge Gerätschaften und ausschließlich Direktaufnahmen ohne Nachbearbeitung oder Overdubs. Musikalisch decken Wilco wieder ein weites Spektrum an Gefühlen ab: Von Verzweiflung zu so etwas wie Glückseligkeit über Stress, Unmut und Zweifel. Kaum hörbar beginnt das Album mit den ersten Takten von "At Least That's What You Said": Ganz leise singt Tweedy bei Klavierbegleitung von einer Beziehungskrise. Nach zwei Minuten setzen eine E-Gitarre und der Rest der Band ein, in den folgenden drei Minuten steigern sich alle Beteiligten in ein verzerrtes Chaos Youngscher Qualität. Die letzten Sekunden bestehen aus Stille. Ein typisches Wilco-Stück: eigentlich recht einfach, aber effektiv. So wie der Herz zerreißende Klang des kurzen Solos in "Hell Is Chrome" oder das an Kraftwerk angelehnte Keyboard zu Beginn von "Spiders (Kidsmoke)". "Muzzle Of Bees" bietet mehr oder weniger entspannten Country-Folk mit Klaviereinlage, "Hummingbird" erinnert nicht nur durch den Titel an die Beatles. Zwar brechen immer wieder Misstöne ein, für eine Orgie à la "Yankee Hotel Foxtrot" (2002) muss man sich jedoch bis zum vorletzten Stück "Less Than You Think" gedulden. Dort wartet ein über zehnminütiges Feedback-Pfeifen auf, bevor "The Late Greats" einen gewöhnlicheren Abschluss bietet. "Alles auf dem Album beschreibt den Prozess des Werdens, da strebt alles hin. Am Ende definierst du dich durch das, was du liebst, und vor allem die Menschen, die du liebst", erklärt Tweedy. Geht es bei der Definition des Gespenstes letzendlich doch wieder um das leidliche Thema der Liebe? "His goal in life was to be an echo, riding alone, town after town, toll after toll ... to forget her", heißt es in "Hummingbird". Was diese Interpretation zu rechtfertigen scheint. "Das ist eigentlich kein neues Thema", gibt Tweedy selbst zu. Aber eines, das Wilco mal wieder interessant aufgearbeitet haben. PS: Die CD erhält Live-Bonusmaterial, das nur auf einem Computer abspielbar ist. © Laut

Der Interpret

Wilco im Magazin