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Die Alben

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1971 | Geffen

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
1970 stand Pete Townshend vor demselben Problem wie Brian Wilson vier Jahre zuvor: Wie sollte er das vorherige Album seiner Band toppen? "Pet Sounds" (1966) war zwar offiziell von den Beach Boys, in Wirklichkeit aber ein Werk Wilsons, der die Instrumentalspuren eingespielt hatte, während die Band auf Tour war. Bei The Who hatten sich die anderen Mitglieder mehr eingebracht, das Konzept von "Tommy" (1969) stammte aber von Townshend, der auch die musikalische Leitung übernommen hatte. Beide, Wilson wie Townshend, hatten ihre Bands fest im Griff. Kurz zusammengefasst erzählte "Tommy" die Geschichte eines Mannes, der als Jugendlicher infolge eines Traumas blind, taub und stumm wird. Er trifft auf Unverständnis und wird gar sexuell misshandelt. Seine wundersam wirkende Heilung macht ihn zu einem Guru, dessen Jünger ihn allerdings bald fallen lassen, um sich an neue Idole heranzuschmeißen. Beide, "Pet Sounds" wie "Tommy", gelten als Meilensteine der Musikgeschichte. Doch war das offenbar nicht genug, denn Wilson wie Townshend entschieden sich, noch wagemutiger zu werden. Bei den Beach Boys hieß das Projekt "Smile", bei Townshend "Lifehouse". Die Beach Boys rebellierten. Was auch daran lag, dass Wilson praktisch den Verstand verloren hatte, in einer eigenen Welt lebte und sich durch Alkohol- und Drogenmissbrauch völlig abgekapselt hatte. Welche geniale Ideen er hervorgebracht hatte, zeigt sich an den Stücken, die die Band trotzdem aufnahm, allen voran "Good Vibrations", das zur erfolgreichsten Single ihrer Karriere wurde. Townshend hatte auch eigenwillige Vorstellungen und war Drogen und Alkohol nicht abgeneigt, den Kontakt zur Realität hatte er jedoch nicht verloren. Die Geschichte von "Lifehouse" sollte in einer Zukunft spielen, in der die Menschen elektronische Anzüge tragen, die ein Netz bilden und an einen gemeinsamen Einspeisepunkt angebunden sind. Damit versorgt sie eine zentrale Macht mit verblödendem Infotainment. Einem Hacker gelingt es aber, Rock'n'Roll in das System einzuspeisen. Die Geläuterten werfen im Lifehouse ihre Fesseln ab und finden zu ihrem wahren Selbst. Auslöser für das Konzept war das Gefühl, das Townshend bei einigen der sehr erfolgreichen Konzerten auf der "Tommy"-Tour ereilt hatte. "Manchmal waren die Vibes so intensiv, dass ich meinte, die Welt würde gleich stehen bleiben. Alle Anwesenden bildeten eine Einheit." Es war, als ob der Geist den Körper verlassen und einen ekstatischen Zustand erreicht hätte. Diesen Zustand wollte Townshend wieder herstellen, bei regelmäßigen Konzerten mit seiner Band im Londoner Theater Young Vic, bei denen die Zuschauer eine aktive Rolle spielten. Die Musik sollte die Persönlichkeiten dieser Zuschauer widerspiegeln. Doch nicht genug: Dank der aufkommenden elektronischen Geräte und der Entwicklungen im Bereich der Informatik sollte es schließlich möglich sein, automatisierte Musik zu erzeugen, die der Persönlichkeit jedes einzelnen entspricht und den ersehnten ekstatischen Zustand auslöst. Wem das ziemlich abgefahren vorkommt, ist in guter Gesellschaft - in der von Townshends Bandkollegen. Townshend ist heute stolz darauf, das Internet vorweg genommen zu haben, doch damals klang das nach Science Fiction. Frustriert versuchten alle Beteiligten, sich zusammen zu reißen, bis sie einsehen mussten, dass es keinen Sinn hatte. Townshend erlitt einen Nervenzusammenbruch, beerdigte schließlich das Projekt und ließ sich, wie Wilson, breit schlagen, mit verschiedenen bereits aufgenommenen Auszügen ein konventionelles Album auf die Beine zu stellen. Das Werk erhielt den schlichten Titel "Who's Next". Die Fußstapfen, in die es trat, waren riesig. Mit "Tommy" hatten The Who den Durchbruch geschafft, trotz oder dank Woodstock, einen Auftritt, den sie gehasst hatten. Das Album verkaufte sich 20 Millionen Mal, es gab Adaptionen als Musical, eine Orchesterfassung, später einen Film. Das Thema war sperrig, die musikalische Umsetzung aber vielseitig und oft sehr eingängig. "Pinball Wizard", "I'm Free" und "See Me, Feel Me" gehören nach wie vor zu ihren bekanntesten Lieder. Was für ein geniales Gespür für Melodien Townshend hat, bewies er gleich im Opener. "Baba O'Reilly" beginnt mit einer Sequenz auf dem Synthesizer, damals noch sperrige, sündhaft teure und wenig verbreitete Klötze. Sie zu spielen war schwierig, eher etwas für Nerds als für Rockmusiker. Townshend hatte sich eines zugelegt und daran rumgefummelt, bis sich die Töne gegenseitig zu überholen schienen. Ein geniales Intro, das das gesamte Stück über läuft, ergänzt durch Stimme, Klavier, Bass, Schlagzeug und Fiddle. Gewidmet war das Stück zwei seiner großen Vorbilder, dem indischen Guru Meher Baba und dem britischen Komponisten Terry O'Reilly. Der erste hatte ein Schweigegelübte abgelegt und 1945 seine letzten Worte gesprochen, die Jahrzehnte später Bobby McFerrin zu einem Grammy-Song inspirierten: "Don't worry, be happy". Der fortan schweigende Baba war zu einem angesehen Guru geworden mit Anhängern in der ganzen Welt, unter ihnen auch Townshend. In der ursprünglichen Fassung war das Stück 30 Minuten lang, für das Album wurde es (gnädigerweise) auf fünf gekürzt. Darin verarbeitete Townshend auch seine negative Erfahrung in Woodstock. "Don't cry / Just raise your eye / There's more than teenage wasteland" diktierte er ins Mikrofon. Ein Geniestreich, der seitdem bei kaum einem Konzert fehlt. Das folgende "Bargain" ist ein eher klassisches Rockstück mit Powerchords. Eine Liebeserklärung, die Townshend nicht an eine Angebetete richtet, sondern an Meher Baba. "I'd gladly lose me to find you / I'd gladly give up all I had / To find you I'd suffer anything and be glad", heißt es gleich zu Beginn. Selbstaufgabe, um zur Ruhe zu kommen, der beste Deal, den er je gemacht habe, so die Bedeutung des Refrains. Was kann konventionelle Liebe im Vergleich dazu ausrichten? Genau, nicht so viel, denn "Love Ain't For Keeping". Auf das kurze, fast schon folkige Intermezzo folgt ein Stück von Bassist John Entwistle, der nicht nur singt und Bass spielt, sondern auch Klavier und die Bläser beisteuert. Die Geschichte handelt von einem Mann, der so betrunken ist, dass er in die Ausnüchterungszelle landet und dort ängstlich auf die Reaktion seiner eifersüchtigen Ehefrau wartet. Zeit für Townshend, wieder das Mikrofon zu übernehmen. "The song is over, It's all behind me" singt er zu Beginn, womit nicht "My Wife" gemeint ist, sondern der Prozess der Befreiung durch den Rock'n'Roll. Es sollte die Coda für "Lighthouse" werden, beendete schließlich aber lediglich die A-Seite des Ersatzalbums. Die richtig schweren Geschütze fährt Townshend dann auf der B-Seite auf. "Getting In Tune" vermittelt, wie er sich in dieser schwierigen Zeit gefühlt haben mag: "I'm singing this note 'cause it fits in well with the chords I'm playing / I can't pretend there's any meaning here or in the things I'm saying". Wieder ein typisches Who-Stück mit vielen rhythmischen Wechseln, das trotz seiner Komplexität als guter Rock-Song taugt. "Going Mobile" bietet einen wesentlich fröhlicher aufgelegten Townshend, der hier alleine singt und so etwas wie die Hymne aller Wohnmobilfans vorlegt, die dann abends die Feuerzeuge rausholen, um eine der ganz großen Balladen abzufeiern. So gut, dass selbst Limp Bizkit "Behind Blue Eyes" nicht so sehr verhunzen konnten, dass es 2003 nicht zu einem ihrer Hits wurde. Dabei bietet das Stück mehr als nur Lagerfeuerstimmung, denn zwischendrin gibt die Band ordentlich Gas. Vor allem Keith Moon, ein Schlagzeuger, wie es ihn davor nicht gegeben hatte und wohl auch nicht mehr geben wird. Was er spielte, war verrückt. Nicht in einem technischen Sinne und auch nicht wegen der Komplexität seiner Rhythmen, sondern weil es eigentlich keinen Sinn machte. Aber rocken, das tat er. Ihm zuzuhören ist immer wieder eine Offenbarung. Der einzige, der ihm in jenen Jahren das Wasser reichen konnte, war John Bonham. Beide gingen an ihrem Wahnsinn, der in zu viel Alkohol und Drogen mündete, zugrunde. The Who überlebten, als Moon 1978 starb, mussten sich aber neu erfinden, Led Zeppelin lösten sich 1980 auf. Nicht die einzigen Ähnlichkeiten: Die Sänger beider Bands waren stimmgewaltige Gockel und wurden mit ihren aufgeknöpften Hemden und wilden Lockenmähnen zu Rock-Ikonen. Beide Bassisten schienen sich mit einer Nebenrolle zufrieden zu geben, waren dabei Multiinstrumentalisten und brachten viele Ideen ein. In beiden Fällen waren die Gitarristen die Hauptideengeber und die wichtigsten Entscheidungsträger. In einer gewissen Hinsicht ebneten The Who den Weg für Led Zeppelin, die sich aber nie an ein Konzeptalbum heranwagten. An die Grenzen gehen konnten sie beide, wie The Who zum Schluss mit "Won't Get Fooled Again" beeindruckend zeigen. Wieder mit Synthie-Sequenz, aber auch mit ordentlich lauter Gitarre und Sänger Roger Daltrey am Anschlag. Achteinhalb Minuten lang geben sie alles, kritisieren Revolution und Terror. Ein Stück, dass nicht nur ein tolles Album, sondern auch oft ihre Konzerte abschließt. So erfolgreich wie "Tommy" wurde "Who's Next" nicht, im Nachhinein war es musikalisch aber ihre beste Platte. Auch wegen des Covers, eine Anspielung auf Stanley Kubricks Anfangsequenz von "2001: Odyssee im Weltraum", nur dass der Monolith hier eine Betonwand ist, auf die die Bandmitglieder gerade gepinkelt haben. Die Lage ist ernst, wir sollten uns aber nicht allzu ernst nehmen, so die Botschaft. "Lighthouse" war damit nicht gestorben. Weitere Lieder erschienen auf folgenden Platten von The Who und auch auf Solowerken Townshends. 1999 strickte er ein Hörspiel daraus, das im britischen Radio übertragen wurde, 2000 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "The Lifehouse Chronicles". 2007 kam er dem ursprünglichen Projekt nahe, als er die Webseite www.lifehouse-method.com freischaltete, auf der Besucher persönliche Daten eingeben konnten, aus denen Musik erzeugt wurde. Nach einem Jahr und 10.000 generierten Stücken war sie wieder offline. Und so kam es also nicht anders als bei Wilson, der 2004 "Smile" zu Ende brachte und veröffentlichte. Freilich waren die Ergebnisse in beiden Fällen keine Offenbarung, sondern eher der persönlicher Abschluss eines lange liegen gebliebenen Projekts. "Pick up my guitar and play / Just like yesterday / Then I'll get on my knees and pray / We don't get fooled again", eben. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1971 | Geffen

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
1970 stand Pete Townshend vor demselben Problem wie Brian Wilson vier Jahre zuvor: Wie sollte er das vorherige Album seiner Band toppen? "Pet Sounds" (1966) war zwar offiziell von den Beach Boys, in Wirklichkeit aber ein Werk Wilsons, der die Instrumentalspuren eingespielt hatte, während die Band auf Tour war. Bei The Who hatten sich die anderen Mitglieder mehr eingebracht, das Konzept von "Tommy" (1969) stammte aber von Townshend, der auch die musikalische Leitung übernommen hatte. Beide, Wilson wie Townshend, hatten ihre Bands fest im Griff. Kurz zusammengefasst erzählte "Tommy" die Geschichte eines Mannes, der als Jugendlicher infolge eines Traumas blind, taub und stumm wird. Er trifft auf Unverständnis und wird gar sexuell misshandelt. Seine wundersam wirkende Heilung macht ihn zu einem Guru, dessen Jünger ihn allerdings bald fallen lassen, um sich an neue Idole heranzuschmeißen. Beide, "Pet Sounds" wie "Tommy", gelten als Meilensteine der Musikgeschichte. Doch war das offenbar nicht genug, denn Wilson wie Townshend entschieden sich, noch wagemutiger zu werden. Bei den Beach Boys hieß das Projekt "Smile", bei Townshend "Lifehouse". Die Beach Boys rebellierten. Was auch daran lag, dass Wilson praktisch den Verstand verloren hatte, in einer eigenen Welt lebte und sich durch Alkohol- und Drogenmissbrauch völlig abgekapselt hatte. Welche geniale Ideen er hervorgebracht hatte, zeigt sich an den Stücken, die die Band trotzdem aufnahm, allen voran "Good Vibrations", das zur erfolgreichsten Single ihrer Karriere wurde. Townshend hatte auch eigenwillige Vorstellungen und war Drogen und Alkohol nicht abgeneigt, den Kontakt zur Realität hatte er jedoch nicht verloren. Die Geschichte von "Lifehouse" sollte in einer Zukunft spielen, in der die Menschen elektronische Anzüge tragen, die ein Netz bilden und an einen gemeinsamen Einspeisepunkt angebunden sind. Damit versorgt sie eine zentrale Macht mit verblödendem Infotainment. Einem Hacker gelingt es aber, Rock'n'Roll in das System einzuspeisen. Die Geläuterten werfen im Lifehouse ihre Fesseln ab und finden zu ihrem wahren Selbst. Auslöser für das Konzept war das Gefühl, das Townshend bei einigen der sehr erfolgreichen Konzerten auf der "Tommy"-Tour ereilt hatte. "Manchmal waren die Vibes so intensiv, dass ich meinte, die Welt würde gleich stehen bleiben. Alle Anwesenden bildeten eine Einheit." Es war, als ob der Geist den Körper verlassen und einen ekstatischen Zustand erreicht hätte. Diesen Zustand wollte Townshend wieder herstellen, bei regelmäßigen Konzerten mit seiner Band im Londoner Theater Young Vic, bei denen die Zuschauer eine aktive Rolle spielten. Die Musik sollte die Persönlichkeiten dieser Zuschauer widerspiegeln. Doch nicht genug: Dank der aufkommenden elektronischen Geräte und der Entwicklungen im Bereich der Informatik sollte es schließlich möglich sein, automatisierte Musik zu erzeugen, die der Persönlichkeit jedes einzelnen entspricht und den ersehnten ekstatischen Zustand auslöst. Wem das ziemlich abgefahren vorkommt, ist in guter Gesellschaft - in der von Townshends Bandkollegen. Townshend ist heute stolz darauf, das Internet vorweg genommen zu haben, doch damals klang das nach Science Fiction. Frustriert versuchten alle Beteiligten, sich zusammen zu reißen, bis sie einsehen mussten, dass es keinen Sinn hatte. Townshend erlitt einen Nervenzusammenbruch, beerdigte schließlich das Projekt und ließ sich, wie Wilson, breit schlagen, mit verschiedenen bereits aufgenommenen Auszügen ein konventionelles Album auf die Beine zu stellen. Das Werk erhielt den schlichten Titel "Who's Next". Die Fußstapfen, in die es trat, waren riesig. Mit "Tommy" hatten The Who den Durchbruch geschafft, trotz oder dank Woodstock, einen Auftritt, den sie gehasst hatten. Das Album verkaufte sich 20 Millionen Mal, es gab Adaptionen als Musical, eine Orchesterfassung, später einen Film. Das Thema war sperrig, die musikalische Umsetzung aber vielseitig und oft sehr eingängig. "Pinball Wizard", "I'm Free" und "See Me, Feel Me" gehören nach wie vor zu ihren bekanntesten Lieder. Was für ein geniales Gespür für Melodien Townshend hat, bewies er gleich im Opener. "Baba O'Reilly" beginnt mit einer Sequenz auf dem Synthesizer, damals noch sperrige, sündhaft teure und wenig verbreitete Klötze. Sie zu spielen war schwierig, eher etwas für Nerds als für Rockmusiker. Townshend hatte sich eines zugelegt und daran rumgefummelt, bis sich die Töne gegenseitig zu überholen schienen. Ein geniales Intro, das das gesamte Stück über läuft, ergänzt durch Stimme, Klavier, Bass, Schlagzeug und Fiddle. Gewidmet war das Stück zwei seiner großen Vorbilder, dem indischen Guru Meher Baba und dem britischen Komponisten Terry O'Reilly. Der erste hatte ein Schweigegelübte abgelegt und 1945 seine letzten Worte gesprochen, die Jahrzehnte später Bobby McFerrin zu einem Grammy-Song inspirierten: "Don't worry, be happy". Der fortan schweigende Baba war zu einem angesehen Guru geworden mit Anhängern in der ganzen Welt, unter ihnen auch Townshend. In der ursprünglichen Fassung war das Stück 30 Minuten lang, für das Album wurde es (gnädigerweise) auf fünf gekürzt. Darin verarbeitete Townshend auch seine negative Erfahrung in Woodstock. "Don't cry / Just raise your eye / There's more than teenage wasteland" diktierte er ins Mikrofon. Ein Geniestreich, der seitdem bei kaum einem Konzert fehlt. Das folgende "Bargain" ist ein eher klassisches Rockstück mit Powerchords. Eine Liebeserklärung, die Townshend nicht an eine Angebetete richtet, sondern an Meher Baba. "I'd gladly lose me to find you / I'd gladly give up all I had / To find you I'd suffer anything and be glad", heißt es gleich zu Beginn. Selbstaufgabe, um zur Ruhe zu kommen, der beste Deal, den er je gemacht habe, so die Bedeutung des Refrains. Was kann konventionelle Liebe im Vergleich dazu ausrichten? Genau, nicht so viel, denn "Love Ain't For Keeping". Auf das kurze, fast schon folkige Intermezzo folgt ein Stück von Bassist John Entwistle, der nicht nur singt und Bass spielt, sondern auch Klavier und die Bläser beisteuert. Die Geschichte handelt von einem Mann, der so betrunken ist, dass er in die Ausnüchterungszelle landet und dort ängstlich auf die Reaktion seiner eifersüchtigen Ehefrau wartet. Zeit für Townshend, wieder das Mikrofon zu übernehmen. "The song is over, It's all behind me" singt er zu Beginn, womit nicht "My Wife" gemeint ist, sondern der Prozess der Befreiung durch den Rock'n'Roll. Es sollte die Coda für "Lighthouse" werden, beendete schließlich aber lediglich die A-Seite des Ersatzalbums. Die richtig schweren Geschütze fährt Townshend dann auf der B-Seite auf. "Getting In Tune" vermittelt, wie er sich in dieser schwierigen Zeit gefühlt haben mag: "I'm singing this note 'cause it fits in well with the chords I'm playing / I can't pretend there's any meaning here or in the things I'm saying". Wieder ein typisches Who-Stück mit vielen rhythmischen Wechseln, das trotz seiner Komplexität als guter Rock-Song taugt. "Going Mobile" bietet einen wesentlich fröhlicher aufgelegten Townshend, der hier alleine singt und so etwas wie die Hymne aller Wohnmobilfans vorlegt, die dann abends die Feuerzeuge rausholen, um eine der ganz großen Balladen abzufeiern. So gut, dass selbst Limp Bizkit "Behind Blue Eyes" nicht so sehr verhunzen konnten, dass es 2003 nicht zu einem ihrer Hits wurde. Dabei bietet das Stück mehr als nur Lagerfeuerstimmung, denn zwischendrin gibt die Band ordentlich Gas. Vor allem Keith Moon, ein Schlagzeuger, wie es ihn davor nicht gegeben hatte und wohl auch nicht mehr geben wird. Was er spielte, war verrückt. Nicht in einem technischen Sinne und auch nicht wegen der Komplexität seiner Rhythmen, sondern weil es eigentlich keinen Sinn machte. Aber rocken, das tat er. Ihm zuzuhören ist immer wieder eine Offenbarung. Der einzige, der ihm in jenen Jahren das Wasser reichen konnte, war John Bonham. Beide gingen an ihrem Wahnsinn, der in zu viel Alkohol und Drogen mündete, zugrunde. The Who überlebten, als Moon 1978 starb, mussten sich aber neu erfinden, Led Zeppelin lösten sich 1980 auf. Nicht die einzigen Ähnlichkeiten: Die Sänger beider Bands waren stimmgewaltige Gockel und wurden mit ihren aufgeknöpften Hemden und wilden Lockenmähnen zu Rock-Ikonen. Beide Bassisten schienen sich mit einer Nebenrolle zufrieden zu geben, waren dabei Multiinstrumentalisten und brachten viele Ideen ein. In beiden Fällen waren die Gitarristen die Hauptideengeber und die wichtigsten Entscheidungsträger. In einer gewissen Hinsicht ebneten The Who den Weg für Led Zeppelin, die sich aber nie an ein Konzeptalbum heranwagten. An die Grenzen gehen konnten sie beide, wie The Who zum Schluss mit "Won't Get Fooled Again" beeindruckend zeigen. Wieder mit Synthie-Sequenz, aber auch mit ordentlich lauter Gitarre und Sänger Roger Daltrey am Anschlag. Achteinhalb Minuten lang geben sie alles, kritisieren Revolution und Terror. Ein Stück, dass nicht nur ein tolles Album, sondern auch oft ihre Konzerte abschließt. So erfolgreich wie "Tommy" wurde "Who's Next" nicht, im Nachhinein war es musikalisch aber ihre beste Platte. Auch wegen des Covers, eine Anspielung auf Stanley Kubricks Anfangsequenz von "2001: Odyssee im Weltraum", nur dass der Monolith hier eine Betonwand ist, auf die die Bandmitglieder gerade gepinkelt haben. Die Lage ist ernst, wir sollten uns aber nicht allzu ernst nehmen, so die Botschaft. "Lighthouse" war damit nicht gestorben. Weitere Lieder erschienen auf folgenden Platten von The Who und auch auf Solowerken Townshends. 1999 strickte er ein Hörspiel daraus, das im britischen Radio übertragen wurde, 2000 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "The Lifehouse Chronicles". 2007 kam er dem ursprünglichen Projekt nahe, als er die Webseite www.lifehouse-method.com freischaltete, auf der Besucher persönliche Daten eingeben konnten, aus denen Musik erzeugt wurde. Nach einem Jahr und 10.000 generierten Stücken war sie wieder offline. Und so kam es also nicht anders als bei Wilson, der 2004 "Smile" zu Ende brachte und veröffentlichte. Freilich waren die Ergebnisse in beiden Fällen keine Offenbarung, sondern eher der persönlicher Abschluss eines lange liegen gebliebenen Projekts. "Pick up my guitar and play / Just like yesterday / Then I'll get on my knees and pray / We don't get fooled again", eben. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1970 | Geffen

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1995 | Polydor Records

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
1970 stand Pete Townshend vor demselben Problem wie Brian Wilson vier Jahre zuvor: Wie sollte er das vorherige Album seiner Band toppen? "Pet Sounds" (1966) war zwar offiziell von den Beach Boys, in Wirklichkeit aber ein Werk Wilsons, der die Instrumentalspuren eingespielt hatte, während die Band auf Tour war. Bei The Who hatten sich die anderen Mitglieder mehr eingebracht, das Konzept von "Tommy" (1969) stammte aber von Townshend, der auch die musikalische Leitung übernommen hatte. Beide, Wilson wie Townshend, hatten ihre Bands fest im Griff. Kurz zusammengefasst erzählte "Tommy" die Geschichte eines Mannes, der als Jugendlicher infolge eines Traumas blind, taub und stumm wird. Er trifft auf Unverständnis und wird gar sexuell misshandelt. Seine wundersam wirkende Heilung macht ihn zu einem Guru, dessen Jünger ihn allerdings bald fallen lassen, um sich an neue Idole heranzuschmeißen. Beide, "Pet Sounds" wie "Tommy", gelten als Meilensteine der Musikgeschichte. Doch war das offenbar nicht genug, denn Wilson wie Townshend entschieden sich, noch wagemutiger zu werden. Bei den Beach Boys hieß das Projekt "Smile", bei Townshend "Lifehouse". Die Beach Boys rebellierten. Was auch daran lag, dass Wilson praktisch den Verstand verloren hatte, in einer eigenen Welt lebte und sich durch Alkohol- und Drogenmissbrauch völlig abgekapselt hatte. Welche geniale Ideen er hervorgebracht hatte, zeigt sich an den Stücken, die die Band trotzdem aufnahm, allen voran "Good Vibrations", das zur erfolgreichsten Single ihrer Karriere wurde. Townshend hatte auch eigenwillige Vorstellungen und war Drogen und Alkohol nicht abgeneigt, den Kontakt zur Realität hatte er jedoch nicht verloren. Die Geschichte von "Lifehouse" sollte in einer Zukunft spielen, in der die Menschen elektronische Anzüge tragen, die ein Netz bilden und an einen gemeinsamen Einspeisepunkt angebunden sind. Damit versorgt sie eine zentrale Macht mit verblödendem Infotainment. Einem Hacker gelingt es aber, Rock'n'Roll in das System einzuspeisen. Die Geläuterten werfen im Lifehouse ihre Fesseln ab und finden zu ihrem wahren Selbst. Auslöser für das Konzept war das Gefühl, das Townshend bei einigen der sehr erfolgreichen Konzerten auf der "Tommy"-Tour ereilt hatte. "Manchmal waren die Vibes so intensiv, dass ich meinte, die Welt würde gleich stehen bleiben. Alle Anwesenden bildeten eine Einheit." Es war, als ob der Geist den Körper verlassen und einen ekstatischen Zustand erreicht hätte. Diesen Zustand wollte Townshend wieder herstellen, bei regelmäßigen Konzerten mit seiner Band im Londoner Theater Young Vic, bei denen die Zuschauer eine aktive Rolle spielten. Die Musik sollte die Persönlichkeiten dieser Zuschauer widerspiegeln. Doch nicht genug: Dank der aufkommenden elektronischen Geräte und der Entwicklungen im Bereich der Informatik sollte es schließlich möglich sein, automatisierte Musik zu erzeugen, die der Persönlichkeit jedes einzelnen entspricht und den ersehnten ekstatischen Zustand auslöst. Wem das ziemlich abgefahren vorkommt, ist in guter Gesellschaft - in der von Townshends Bandkollegen. Townshend ist heute stolz darauf, das Internet vorweg genommen zu haben, doch damals klang das nach Science Fiction. Frustriert versuchten alle Beteiligten, sich zusammen zu reißen, bis sie einsehen mussten, dass es keinen Sinn hatte. Townshend erlitt einen Nervenzusammenbruch, beerdigte schließlich das Projekt und ließ sich, wie Wilson, breit schlagen, mit verschiedenen bereits aufgenommenen Auszügen ein konventionelles Album auf die Beine zu stellen. Das Werk erhielt den schlichten Titel "Who's Next". Die Fußstapfen, in die es trat, waren riesig. Mit "Tommy" hatten The Who den Durchbruch geschafft, trotz oder dank Woodstock, einen Auftritt, den sie gehasst hatten. Das Album verkaufte sich 20 Millionen Mal, es gab Adaptionen als Musical, eine Orchesterfassung, später einen Film. Das Thema war sperrig, die musikalische Umsetzung aber vielseitig und oft sehr eingängig. "Pinball Wizard", "I'm Free" und "See Me, Feel Me" gehören nach wie vor zu ihren bekanntesten Lieder. Was für ein geniales Gespür für Melodien Townshend hat, bewies er gleich im Opener. "Baba O'Reilly" beginnt mit einer Sequenz auf dem Synthesizer, damals noch sperrige, sündhaft teure und wenig verbreitete Klötze. Sie zu spielen war schwierig, eher etwas für Nerds als für Rockmusiker. Townshend hatte sich eines zugelegt und daran rumgefummelt, bis sich die Töne gegenseitig zu überholen schienen. Ein geniales Intro, das das gesamte Stück über läuft, ergänzt durch Stimme, Klavier, Bass, Schlagzeug und Fiddle. Gewidmet war das Stück zwei seiner großen Vorbilder, dem indischen Guru Meher Baba und dem britischen Komponisten Terry O'Reilly. Der erste hatte ein Schweigegelübte abgelegt und 1945 seine letzten Worte gesprochen, die Jahrzehnte später Bobby McFerrin zu einem Grammy-Song inspirierten: "Don't worry, be happy". Der fortan schweigende Baba war zu einem angesehen Guru geworden mit Anhängern in der ganzen Welt, unter ihnen auch Townshend. In der ursprünglichen Fassung war das Stück 30 Minuten lang, für das Album wurde es (gnädigerweise) auf fünf gekürzt. Darin verarbeitete Townshend auch seine negative Erfahrung in Woodstock. "Don't cry / Just raise your eye / There's more than teenage wasteland" diktierte er ins Mikrofon. Ein Geniestreich, der seitdem bei kaum einem Konzert fehlt. Das folgende "Bargain" ist ein eher klassisches Rockstück mit Powerchords. Eine Liebeserklärung, die Townshend nicht an eine Angebetete richtet, sondern an Meher Baba. "I'd gladly lose me to find you / I'd gladly give up all I had / To find you I'd suffer anything and be glad", heißt es gleich zu Beginn. Selbstaufgabe, um zur Ruhe zu kommen, der beste Deal, den er je gemacht habe, so die Bedeutung des Refrains. Was kann konventionelle Liebe im Vergleich dazu ausrichten? Genau, nicht so viel, denn "Love Ain't For Keeping". Auf das kurze, fast schon folkige Intermezzo folgt ein Stück von Bassist John Entwistle, der nicht nur singt und Bass spielt, sondern auch Klavier und die Bläser beisteuert. Die Geschichte handelt von einem Mann, der so betrunken ist, dass er in die Ausnüchterungszelle landet und dort ängstlich auf die Reaktion seiner eifersüchtigen Ehefrau wartet. Zeit für Townshend, wieder das Mikrofon zu übernehmen. "The song is over, It's all behind me" singt er zu Beginn, womit nicht "My Wife" gemeint ist, sondern der Prozess der Befreiung durch den Rock'n'Roll. Es sollte die Coda für "Lighthouse" werden, beendete schließlich aber lediglich die A-Seite des Ersatzalbums. Die richtig schweren Geschütze fährt Townshend dann auf der B-Seite auf. "Getting In Tune" vermittelt, wie er sich in dieser schwierigen Zeit gefühlt haben mag: "I'm singing this note 'cause it fits in well with the chords I'm playing / I can't pretend there's any meaning here or in the things I'm saying". Wieder ein typisches Who-Stück mit vielen rhythmischen Wechseln, das trotz seiner Komplexität als guter Rock-Song taugt. "Going Mobile" bietet einen wesentlich fröhlicher aufgelegten Townshend, der hier alleine singt und so etwas wie die Hymne aller Wohnmobilfans vorlegt, die dann abends die Feuerzeuge rausholen, um eine der ganz großen Balladen abzufeiern. So gut, dass selbst Limp Bizkit "Behind Blue Eyes" nicht so sehr verhunzen konnten, dass es 2003 nicht zu einem ihrer Hits wurde. Dabei bietet das Stück mehr als nur Lagerfeuerstimmung, denn zwischendrin gibt die Band ordentlich Gas. Vor allem Keith Moon, ein Schlagzeuger, wie es ihn davor nicht gegeben hatte und wohl auch nicht mehr geben wird. Was er spielte, war verrückt. Nicht in einem technischen Sinne und auch nicht wegen der Komplexität seiner Rhythmen, sondern weil es eigentlich keinen Sinn machte. Aber rocken, das tat er. Ihm zuzuhören ist immer wieder eine Offenbarung. Der einzige, der ihm in jenen Jahren das Wasser reichen konnte, war John Bonham. Beide gingen an ihrem Wahnsinn, der in zu viel Alkohol und Drogen mündete, zugrunde. The Who überlebten, als Moon 1978 starb, mussten sich aber neu erfinden, Led Zeppelin lösten sich 1980 auf. Nicht die einzigen Ähnlichkeiten: Die Sänger beider Bands waren stimmgewaltige Gockel und wurden mit ihren aufgeknöpften Hemden und wilden Lockenmähnen zu Rock-Ikonen. Beide Bassisten schienen sich mit einer Nebenrolle zufrieden zu geben, waren dabei Multiinstrumentalisten und brachten viele Ideen ein. In beiden Fällen waren die Gitarristen die Hauptideengeber und die wichtigsten Entscheidungsträger. In einer gewissen Hinsicht ebneten The Who den Weg für Led Zeppelin, die sich aber nie an ein Konzeptalbum heranwagten. An die Grenzen gehen konnten sie beide, wie The Who zum Schluss mit "Won't Get Fooled Again" beeindruckend zeigen. Wieder mit Synthie-Sequenz, aber auch mit ordentlich lauter Gitarre und Sänger Roger Daltrey am Anschlag. Achteinhalb Minuten lang geben sie alles, kritisieren Revolution und Terror. Ein Stück, dass nicht nur ein tolles Album, sondern auch oft ihre Konzerte abschließt. So erfolgreich wie "Tommy" wurde "Who's Next" nicht, im Nachhinein war es musikalisch aber ihre beste Platte. Auch wegen des Covers, eine Anspielung auf Stanley Kubricks Anfangsequenz von "2001: Odyssee im Weltraum", nur dass der Monolith hier eine Betonwand ist, auf die die Bandmitglieder gerade gepinkelt haben. Die Lage ist ernst, wir sollten uns aber nicht allzu ernst nehmen, so die Botschaft. "Lighthouse" war damit nicht gestorben. Weitere Lieder erschienen auf folgenden Platten von The Who und auch auf Solowerken Townshends. 1999 strickte er ein Hörspiel daraus, das im britischen Radio übertragen wurde, 2000 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "The Lifehouse Chronicles". 2007 kam er dem ursprünglichen Projekt nahe, als er die Webseite www.lifehouse-method.com freischaltete, auf der Besucher persönliche Daten eingeben konnten, aus denen Musik erzeugt wurde. Nach einem Jahr und 10.000 generierten Stücken war sie wieder offline. Und so kam es also nicht anders als bei Wilson, der 2004 "Smile" zu Ende brachte und veröffentlichte. Freilich waren die Ergebnisse in beiden Fällen keine Offenbarung, sondern eher der persönlicher Abschluss eines lange liegen gebliebenen Projekts. "Pick up my guitar and play / Just like yesterday / Then I'll get on my knees and pray / We don't get fooled again", eben. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2003 | Polydor Records

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2011 | Polydor Records

Auszeichnungen 3F de Télérama
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2002 | Geffen*

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1965 | UMC (Universal Music Catalogue)

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Pop - Erschienen am 1. Januar 1995 | Polydor Records

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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WHO

Rock - Erschienen am 22. November 2019 | Polydor Records

Hi-Res
Für das nüchtern betitelte Album The Who tun sich Pete Townshend, die graue Eminenz der britischen Gruppe und ihr Sänger Roger Daltrey dreizehn Jahre nach Endless Wire erneut zusammen. Vom ursprünglichen Quartett sind nunmehr die beiden übrig. Der Schlagzeug spielende Keith Moon verstarb 1978 an einer Überdosis und ihr virtuoser Bassist John Entwistle erlag 2002 einem Herzinfarkt. Obwohl von der schöpferischen Alchemie von The Who im Studio nichts mehr zu sehen ist, inspiriert sich Townshend, wenn er für Daltrey komponiert, obwohl sie immer seltener Kontakt zueinander haben. Die ganze Komposition entstand im Jahre 2018 und ist auf die Stimme des Siebzigjährigen genau zugeschnitten.„Düstere Balladen, Heavy Rock, experimentelle Electronica und für The Who typische Sachen wie etwa yanga-dang spielende Gitarren“, so beschreibt es Townshend. Eines ist sicher, die Handschrift von The Who ist wiederzuerkennen, dieser durchschlagende Rock voller Energie, diese herausstechenden Gitarrenlinien und ein Daltrey, der vor Freude nur so jauchzt. Der experimentelle Beitrag ist weniger gut zu erkennen. Obwohl Wire & Glass, eine Mini-Oper, welche The Who als Kurz- (A Quick One) oder Langversion (Tommy, Quadrophenia) präsentierten, zu Endless Wire gehörte, bleibt dieses allerletzte Werk auf elf Titel beschränkt, ohne den Anspruch auf ein Ganzes zu erheben. Townshend: „Es gibt kein Thema, keine Geschichte, einzig und allein eine Reihe von Songs“. Trotz des fortgeschrittenen Alters der Protagonisten handelt es sich bei The Who um ein ergreifendes Patchwork, das zwar nicht an die Poesie des himmlischen Who’s Next heranreicht, aber immerhin einmal mehr Townshends Genie bestätigt. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Rock - Erschienen am 23. Mai 1969 | Geffen

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Rock - Erschienen am 1. November 1973 | Geffen

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1965 | Geffen

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1967 | Geffen

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Rock - Erschienen am 18. August 1978 | Geffen

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2010 | Universal Music Group International

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1975 | Geffen

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Rock - Erschienen am 4. September 1982 | Geffen

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1990 | Geffen

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Rock - Erschienen am 27. Oktober 2017 | UMC (Universal Music Catalogue)

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The Who im Magazin
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