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Die Alben

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Rock - Erschienen am 4. September 2020 | Kscope

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Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen. Über eine abschließende Bewertung dessen, was nun wahr ist und was nicht, führt die Menschheit seit jeher erbitterte Konflikte, die sich auf die Ebene eines jeden Menschen herunterbrechen lassen, gipfelnd in der Frage: Wer bin ich und, wenn ja, wie viele? "Eine Tatsache hat sich kaum ereignet, fünf Minuten später liegt der eigentliche Grund bereits im Dunkeln: getarnt, ausgeschmückt, entstellt, zerquetscht, ausgelöscht durch persönliche Wahrnehmung und Eigeninteresse." Giuseppe Tomasi di Lampedusa wählte diese Worte 1958 in seiner Abhandlung über die politischen Umwälzungen in Sizilien im 19. Jahrhundert. Dieses Gefühlskonvolut fällt Bruce Soord in die Hände. Der Kopf der britischen Artrocker The Pineapple Thief merkt direkt, dass sich mit Blick auf das Hier und Jetzt nichts geändert hat. Zwar kursieren Begriffe wie "Fake News" und "Verschwörungstheorien" als Abgrenzung zum "Mainstream". Gerade die neoliberale Losung "Jeder ist seines Glückes Schmied" begünstigt eine separierte und individualisierte Einstellung zu Mensch und Umwelt. Soviel zum konzeptuellen Hintergrund. Seit 2016 steht dem 43-jährigen Multiinstrumentalisten der Meister der metrischen Maskierung zur Seite. Schlagwerker Gavin Harrison, der bereits mit den Prog-Granden der Vergangenheit (King Crimson) und Gegenwart (Steven Wilson) Karriere machte, schickt sich nun an, mit The Pineapple Thief das Narrativ für musikalische Innovationen für die Zukunft zu zimmern. Soord prägt die Songs mit seinem sanften Gesang und agiert häufig in Falsett-Lagen. Neu ist, dass er sein Frequenzspektrum erweitert und herunterschraubt. Hierbei erinnert er an die Artrock-Kollegen Matt Berninger (The National) und Guy Garvey (Elbow). Ähnlich wie bei Mariusz Duda von Riverside, kommt das tiefe Timbre besonders bei den Balladen "Too Many Voices" oder "Driving Like Maniacs" zur Geltung. Die Härte des Vorgängers "Dissolution" ist passé. In punkto Abwechslungsreichtum knüpft das Quartett an die Klangvielfalt von "Your Wilderness" an und lehnt sich mit Blick auf das Songwriting an das poppige "Magnolia" an, ohne in Gefälligkeit abzudriften. Auf der Soundebene sticht der Einsatz der Marimba im Titelstück hervor. Der längste Track "Our Mire" geht gleichzeitig mit seiner fluffigen Rock-Gestik als eingängigstes Stück ins Ziel. © Laut
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Rock - Erschienen am 16. April 2021 | Kscope

Hi-Res
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Rock - Erschienen am 12. August 2016 | Kscope

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Der Vorgänger "Magnolia" strotzte nur so vor populären Einflüssen und weltumspannenden Melodien. Ein Versuch, bei einem breiteren Publikum Fuß zu fassen? Möglich, dass darin Bruce Soords Intention bestand. Doch wenn es eine Konstante im Werdegang von The Pineapple Thief gibt, dann heißt diese: Veränderung. Was von dem eingeschlagenen Weg auf "All The Wars" und "Magnolia" bleibt, sind die klaren Songstrukturen. Das Klangbild könnte jedoch unterschiedlicher kaum ausfallen. Ein häufig genannter Kritikpunkt lautet, dass es der Band an Eigenständigkeit mangele und der Sound eben nicht mehr als die Summe der einzelnen Teile bestehend aus Radiohead, Porcupine Tree oder Muse darstellt. So setzt Soord mit seiner nach dem Ausstieg von Drummer Jon Osborne zu einem Trio geschrumpften Band auf die Kunstmusik-Karte, auf der Prog, Ambient, Artrock und Minimal Music tonangebend sind. Mit dem Longtrack "The Final Thing On My Mind" emanzipiert sich die Band endgültig und stellt ihre Klasse unter Beweis. Weiterhin lässt das Trio auf dem mittlerweile elften Album seine Connections spielen, was zahlreiche Gastbeiträge zur Folge hat. Diese fallen bei vielen Bands belanglos aus und sind nicht mehr als ein weiterer Sticker auf der Platte, um Werbung zu betreiben. Doch weit gefehlt. Wer hier einen Beitrag leistet, hinterlässt auch deutliche Spuren. Allen voran Gavin Harrison (Porcupine Tree, King Crimson, Storm Corrosion), der dem Album seinen Stempel aufdrückt und über die gesamte Spielzeit mit seinem unverkennbaren Drumming punktet. Unverkennbar, weil er stets songdienlich agiert. Jeder Versuch, die Stücke nachzuspielen, würde in verknoteten Extremitäten enden. Eine eindeutige Parallele zur seit 2009 auf Eis liegenden Ex-Bausstelle von Steven Wilson: Porcupine Tree sind tot, es lebe The Pineapple Thief. Und es gibt weitere deutliche Verweise, wie der eruptive Mittelteil von "Tear You Up", dessen Riffing an "Fear Of A Blank Planet" angelehnt ist. Soords Timbre erinnert ein ums andere Mal an den Träger des schwarzen Prog-Gürtels, toppt diesen jedoch aufgrund der unglaublichen Satzgesänge. Das Sample-lastige, wie einem Science-Fiction-Film auf den Leib geschneiderte "That Shore" ist vertonte Melancholie und genau das, was das zu schwülstige und aufgesetzte "Perfect Life" von Wilsons letzter Platte sein wollte. Des Weiteren tritt Geoffrey Richardson (Caravan) als Arrangeur von Chor und Streichern in Erscheinung. Darran Charles (Godsticks) spielt ein paar äußerst eindringliche Gitarrenparts. Dennoch sorgt ein anderer für DEN Gänsehautmoment auf dem Album. John Helliwells (Supertramp) Klarinetten-Solo in "Fend For Yourself" markiert den absoluten Höhepunkt in einem an Melodien, tollen Ideen und prächtigen Soundkulissen nicht armen Album. Themen wie Isolation, Abschied und Ängste bergen trotzdem den Wunsch nach einem Neuanfang. Das gelungene Cover bringt die Ehrfurcht vor dem Platz in der Natur und der verschwindend geringen Zeit, die menschlichem Leben in all seinen schrecklich-schönen Facetten bleibt, gekonnt auf den Punkt. Die Wildheit, die der Albumtitel suggeriert, ist keine rohe, ungezügelte Form, sondern eine subtile Art des Ungehorsams, über Grenzen hinaus zu denken und seine Veränderungen mit Langzeitwirkung auszustatten. Das in Deutschland besonders ausgeprägte Geiz-Männchen im Kopf führt bereits bei einem Blick auf die Fakten der neuen Pineapple Thief-Platte seinen Rumpelstilzchen-Tanz auf. 40 Minuten, acht Lieder, von denen beim ersten Durchlauf wenig hängenbleibt. Und das soll Progrock sein? Man muss diese Platte in Ruhe genießen. Stundenlang auf eine weiße Wand starren, die Birne zur Ruhe betten und dazu den Soundtrack für das eigene Leben von Bruce Soord und Co. laufen lassen. Danach fühlt man sich wie geläutert und denkt sich bei einem Blick aufs Weltgeschehen oder nur auf die eigene Straße: Was für eine scheiß Hektik. Welch Ungerechtigkeit herrscht auf dieser Welt. Friede den Hütten, Krieg den Palästen. © Laut
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Rock - Erschienen am 31. August 2018 | Kscope

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Auf den ersten Blick gibt "Dissolution" den logischen Nachfolger für "Your Wilderness" ab. Das Vinyl-Format in Sachen Spielzeit und die Kompaktheit im Songwriting behalten The Pineapple Thief bei. Der große Unterschied liegt in der jetzt vierköpfigen Bandbesetzung und dem Verzicht auf Gastbeiträge. War Gavin Harrison (King Crimson, Ex-Porcupine Tree) auf "Your Wilderness" noch als Gast gelistet, begleitete er die Band auf der folgenden Tour und nahm als vollwertiges Bandmitglied am Entstehungsprozess der Platte teil. Entsprechend verzichten Soord und Co. auf weitere Kollaborationen. Die Band beendet somit auf der neuen Platte das Versteckspiel hinter großen Namen. Weshalb der ohr-giastische Moment, für den John Helliwell (Ex-Supertramp) auf der vergangenen Platte mit seinem Saxofon-Solo sorgte, leider ausbleibt. Die Personalie Harrison sorgt dafür schon für genügend Vitamin B und Gesprächsstoff. Allein die Drumspur des Mannes rechtfertigt den Kauf. Dabei webt jedes einzelne Bandmitglied um die Songstruktur ihr artifizielles Instrumentalgepräge. Beispielhaft hierfür steht die Emanzipation von Bruce Soord als Gitarrist mittels Fuzz-Pedal und Octaver. Er baut auf seiner Arbeit als Gastmusiker für Tim Bowness und dessen Artrock-Werk "Lost In The Ghost Light" auf und denkt diese weiter. Er soliert freigeistig wie Tom Morello und spielt in flüssigen, geschmeidigen Linien wie ein Gilmour. Die Engländer zeichnet seit jeher eine große Kompaktheit aus. Auch der emotionale Ambitus innerhalb eines Stückes oder gar eines Albums bleibt in einem engem Rahmen. Die Platten besitzen einen Flow. Neu ist, dass die Band sich geradezu in die Details verbissen hat, was insbesondere dem Longtrack "White Mist" gut tut. "Try As Might" weckt Erinnerungen an die In Absentia-Phase von Porcupine Tree. Das textlich als Beziehungskiller gestaltete "Threatening War" entpuppt sich als zwingende Rocknummer. Das melancholische Meisterwerk "Shed A Light" als balladesker Ausklang tröstet den Hörer mit seiner 'Nobody Is Perfect'-Message. Lyrisch greift Soord die Medienkritik auf, die sich durch viele vergangene Progwerke zieht. Dabei bedient er nicht eine Story wie Steven Wilson auf "Hand. Cannot. Erase.", sondern fokussiert sich vage auf die Introspektive anhand eines übergeordneten Themas. Die Zeilen "No you were never in control of this", "You left your heart beating down below" oder "Why cant you just stop all this madness?" klingen nicht gerade nach einer utopischen Perspektive. Loslassen heißt das große Thema der Platte. Die Erosion des sozialen Mikro- und Makrokosmos beschäftigt Mastermind Soord. Beziehungen halten dem Streben nach Perfektion und Individualität nicht stand. Das Menschsein verschwindet hinter einer Maskerade. Das Sein wird zum Schein. Jedes Loslassen bedingt ein neues Ankommen. Gerade mit großen Tracks wie "Far Below" und "Shed A Light" kommt das Quartett als eigenständiges Gebilde in der ersten Liga des Artrock an. Pineapple Tree, Porcupine Thief? Die Vergleiche ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bandhistorie der Artrocker, siehe die Diskussionen um Neu-Drummer Gavin Harrison. Allerdings zeigt dessen Leistung vor allem eines. Mit diesem Mann gewinnt jede Mannschaft. © Laut
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Rock - Erschienen am 19. September 2014 | Kscope

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Seit der Labelzugehörigkeit zu Kscope, Heimat von Anathema und Steven Wilson, wird The Pineapple Thief größere Aufmerksamkeit zuteil. Ehemals als Soloprojekt von Sänger, Songwriter und Gitarrist Bruce Soord ins Leben gerufen, agiert die Truppe seit den letzten Veröffentlichungen eigenständiger und harmonischer denn je. Ein Umstand, der sich mit dem neuesten Output "Magnolia" weiter auszahlen sollte. Dies beweist mein persönlicher Hit des Albums "Alone At Sea": Hypnotische Basslinien, die durch das Stück mäandern, eruptive Gitarrenparts, dezente Elektronik und ein sensationeller Refrain ergänzen sich perfekt. Die Prog-Schlagseite offenbart man insbesondere durch die feinen Arrangements und Sounds, weniger durch metrische und virtuose Finessen sowie Songs mit Überlänge. Auch das Orchester verkörpert keine Opulenz der Marke Muse und Größenwahn, sondern unterstreicht die Emotionalität des Stücks. Hier bedeutet Prog ein Anything Goes im Dienste des Songs: Man hört kernigen Alternativerock mit viel Dynamik ("Simple As That", "Alone At Sea"), Punk-Versatzstücke ("Breathe") und insbesondere von Orchester untermalter melancholischer Pop-Rock ("Don't Tell Me", "Magnolia"). "Seasons Past" bringt die Band dann nebst Orchester eindrucksvoll zur Geltung: ein sich in aller Einfachheit mit Präsenz und Dynamik entfaltendes Basslick von John Sykes, die dezenten, akzentuierten und stets der Songidee folgenden Drums von Jon Osbourne, das in allen Spektralfarben der emotionalen Palette leuchtende Keyboardspiel von Steve Kitch sowie Soords raumgreifende Arpeggien bzw. Voicings und das stets fokussierte Orchester. Alle Songs funktionieren im schlichten Singer/Songwriter-Gewand wie der Beginn von "Coming Home" beweist, entfalten dann aber durch ein abwechslungsreiches Arrangement ihre Langzeitwirkung. In "The One You Left To Die" stimmt Soord geradezu hakenschlagend das Hohelied auf die große Kunst des Songwritings an, die Anspruch mit Hörbarkeit verbindet. "A Loneliness" veredelt ein Chor, und das cineastische "Bond" offeriert fiebrig flirrende Gitarren mit orientalischem Einschlag. Der Blick zum Himmel, auf Blumen gebettet - schon das Coverartwork zeigt, wohin die Reise den Hörer tragen wird. © Laut
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Rock - Erschienen am 8. September 2017 | Kscope

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Rock - Erschienen am 15. November 2013 | Kscope

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Rock - Erschienen am 7. September 2012 | Kscope

Hi-Res
Unter den Prog Rock-Freunden ist der Name The Pinapple Thief schon seit längerem kein Geheimtipp mehr. Spätestens, seit Steven Wilson die Band K-Scope Records schmackhaft machte, sind die Briten auch über ihr Heimatland hinaus bekannt. Vor drei Jahren zog Kollege Vogel zur Beschreibung von "3000 Days" noch Wilson bzw. dessen Band Porcupine Tree und Radiohead heran. Beide sind nach wie vor Namen, die sich vielleicht nur bedingt als Vergleich eignen, auch wenn sich die Fangruppen mit Sicherheit überschneiden. Jedoch lassen sich auch andere K-Scope Künstler ins musikalische Universum von The Pinapple Thief einreihen. Anathema geistern einem beim sanften "Last Man Standing" durch den Kopf, doch auch Jon Crosby und seine Band VAST treten immer dann in den Vordergrund, wenn die Briten mit Streichern arbeiten. Die Melodieführung und der Sound sind hier wirklich sehr ähnlich. Dabei scheinen Bruce Soord und seine Jungs aber ein feineres Gespür für Dynamik zu haben, denn das Album ist, wenn man sich denn darauf einlässt, ein echtes, emotionales Erlebnis. Seien es die eher alternativen Klänge im Eröffnungsdoppel "Burning Pieces" (dem einzigen Stück mit einer stellenweise etwas fordernden Rhythmik) und "Warm Seas", oder eben die eher ruhigen, zum Teil sehr besinnlichen, restlichen Songs. Meinte unser Vogel auf "3000 Days" noch Ironie zu erkennen, bleibt man im ruhigen Titeltrack (Anathema lassen grüßen) eher bei einer ausgeprägten Melancholie, um nicht zu sagen, Depression. Viel fröhlicher wird es auf "All The Wars" auch nicht mehr, aber eintönig oder langweilig ist hier dennoch nichts. So reicht das abschließende "Reaching Out" von ganz zart bis hart und hält den Spannungsbogen ungebrochen hoch. Auch hier erinnert der Einstieg gerade durch die Streicher sehr an VAST, doch im Verlauf der fast zehn Minuten steigert sich die Nummer kontinuierlich. Für Fans der genannten Bands und Künstler ist "All The Wars" definitiv ein Pflichtthema, um es wenigstens anzutesten. Wer mit den alten Scheiben der Briten vertraut ist, kann eigentlich blind zugreifen. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. April 2011 | Kscope

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Rock - Erschienen am 15. November 2019 | Kscope

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Rock - Erschienen am 28. November 2003 | Kscope

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2006 | Kscope

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Rock - Erschienen am 1. April 2011 | Kscope

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Rock - Erschienen am 1. Juli 2005 | Kscope

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Rock - Erschienen am 3. August 2007 | Kscope

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Rock - Erschienen am 18. Juni 2020 | Kscope

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Rock - Erschienen am 1. Januar 1999 | Kscope

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Rock - Erschienen am 16. Juli 2020 | Kscope

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Rock - Erschienen am 31. Januar 2014 | Recall

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Rock - Erschienen am 7. August 2020 | Kscope

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Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen. Über eine abschließende Bewertung dessen, was nun wahr ist und was nicht, führt die Menschheit seit jeher erbitterte Konflikte, die sich auf die Ebene eines jeden Menschen herunterbrechen lassen, gipfelnd in der Frage: Wer bin ich und, wenn ja, wie viele? "Eine Tatsache hat sich kaum ereignet, fünf Minuten später liegt der eigentliche Grund bereits im Dunkeln: getarnt, ausgeschmückt, entstellt, zerquetscht, ausgelöscht durch persönliche Wahrnehmung und Eigeninteresse." Giuseppe Tomasi di Lampedusa wählte diese Worte 1958 in seiner Abhandlung über die politischen Umwälzungen in Sizilien im 19. Jahrhundert. Dieses Gefühlskonvolut fällt Bruce Soord in die Hände. Der Kopf der britischen Artrocker The Pineapple Thief merkt direkt, dass sich mit Blick auf das Hier und Jetzt nichts geändert hat. Zwar kursieren Begriffe wie "Fake News" und "Verschwörungstheorien" als Abgrenzung zum "Mainstream". Gerade die neoliberale Losung "Jeder ist seines Glückes Schmied" begünstigt eine separierte und individualisierte Einstellung zu Mensch und Umwelt. Soviel zum konzeptuellen Hintergrund. Seit 2016 steht dem 43-jährigen Multiinstrumentalisten der Meister der metrischen Maskierung zur Seite. Schlagwerker Gavin Harrison, der bereits mit den Prog-Granden der Vergangenheit (King Crimson) und Gegenwart (Steven Wilson) Karriere machte, schickt sich nun an, mit The Pineapple Thief das Narrativ für musikalische Innovationen für die Zukunft zu zimmern. Soord prägt die Songs mit seinem sanften Gesang und agiert häufig in Falsett-Lagen. Neu ist, dass er sein Frequenzspektrum erweitert und herunterschraubt. Hierbei erinnert er an die Artrock-Kollegen Matt Berninger (The National) und Guy Garvey (Elbow). Ähnlich wie bei Mariusz Duda von Riverside, kommt das tiefe Timbre besonders bei den Balladen "Too Many Voices" oder "Driving Like Maniacs" zur Geltung. Die Härte des Vorgängers "Dissolution" ist passé. In punkto Abwechslungsreichtum knüpft das Quartett an die Klangvielfalt von "Your Wilderness" an und lehnt sich mit Blick auf das Songwriting an das poppige "Magnolia" an, ohne in Gefälligkeit abzudriften. Auf der Soundebene sticht der Einsatz der Marimba im Titelstück hervor. Der längste Track "Our Mire" geht gleichzeitig mit seiner fluffigen Rock-Gestik als eingängigstes Stück ins Ziel. © Laut