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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. August 2021 | The Killers - 2020 P&D - Island

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Eingeschlossen in einem Kaff, fernab der lauten Großstadt und nur mit dem Nötigsten im Studio ausgestattet: So beginnt die Geschichte von großen Alben der Musikgeschichte. "For Emma, Forever Ago" von Bon Iver ist ein Beispiel oder "Nebraska" von Bruce Springsteen. Der fuhr Anfang der Achtziger in die karge Einöde und nahm praktisch über Nacht ein folkig-düsteres Album auf. Nun gilt Brandon Flowers von The Killers schon länger als Fan vom Boss, aber bisher konnte man sich nicht recht vorstellen, wie er mit Drei-Tage-Bart vor dem Kamin und nur mit einer Klampfe bewaffnet den großen Versteher von rohem Americana-Sound gibt. Die Killers aus der Entertainment-Stadt Las Vegas stehen für genau die andere Seite Amerikas: Laut, bunt und bombastisch. Doch Pandemie und die Rückkehr an den Ort seiner Jugend lösten wohl doch etwas aus bei Flowers. Nephi in Utah ist die Antithese zu der schrillen und hell leuchtenden Glitzerwelt. Rural wie es nur geht, ohne Ampeln und komplett unscheinbar fernab der Metropolen. "Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mit Stille konfrontiert wurde. Und aus dieser Stille heraus begann diese Platte zu blühen, voller Songs, die sonst zu leise gewesen wären und vom Lärm typischer Killers-Platten übertönt worden wären." Worte, die man so auch selten von dem bemüht selbstbewusst wirkenden Killers-Sänger hörte. So ertönt zu Anfang von "Pressure Machine" nicht der übliche Synthie-Breitwand-Sound, sondern das Klicken einer Kassettenaufnahme und eine rauschige Aufnahme. In "West Hills" geht es um das Aufwachsen in einer Provinz, Gefängnisaufenthalt als Teenager und Drogenmissbrauch. Nicht autobiographisch, für das Album beschäftigte sich Brandon mit den Schicksalen vor Ort. Erst kamen die Texte, später die Musik dazu. Die Instrumente klingen wie aus der Zeit der Besiedlung dieser unwirklichen Gegend. Urwüchsig am nativen Country gebaut, bis dann doch wieder etwas der Bono in ihm durchkommt. Eine große Überraschung: Ohne Vorwissen könnte der Song auch von Death Cab For Cutie stammen, sogar die Klangfarbe in Brandons Stimme erinnert sehr an Ben Gibbard und dessen verschlossene Schwermut. Ein Country-Song. Und bitte noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Country-Song. Und nicht der einzige auf diesem ganz anderen Album. Ein Sänger, der sonst wie ein Pfau über die Bühne gockelt, unter Laser-Effekten tanzt, spielt auch in "Terrible Thing" eine Gitarre ohne Stromverstärkung. Dass dieser Song jemals live gespielt wird, ist einfach unvorstellbar. Zu intim, zu ruhig und zu langsam für die große Bühne. Eher passend in eine Provinz-Bar. Die Geschichte eines schwulen Teenagers, der Selbstmord erwägt, dürfte dagegen nicht zu den Wertvorstellungen im erzkonservativen Mormonen-Staat passen. Wie furchtbar muss so ein Leben in dieser Gegend sein. Eine Mundharmonika spielt dazu nur leise eine traurige Melodie und erzeugt trotzdem ein merkwürdiges Nostalgie-Gefühl. Es schlägt also doch ein Herz unter der perfektionistischen Hülle der Killers. Es mag nicht der Schmerz von Johnny Cash und seinen Americana-Sessions sein, aber der Song löst Emotionen aus. "Pressure Machine" verklärt jedoch keineswegs die Kleinstadt-Atmosphäre. In den Rekorder-Aufnahmen erklingen immer wieder schockierende Berichte über Opioid-Krisen, die in dieses ruhige Kaff eindringen. Das Heile-Welt-Narrativ, nachdem gerade in solchen Gegenden die Welt noch in Ordnung scheint, passt also nicht zu den ständigen Ausbruch-Träumen aus der gottverdammten Gegend. So wie in "Runaway Horses Feat. Phoebe Bridgers", einer Allegorie über die Pferde, die ihre Fesseln lösen konnten und doch wieder, ob konditioniert oder aus eigenem Wille, zurückkehren. Indie-Darling Phoebe Bridgers singt dazu im Duett den Refrain ein, ohne dem Song eine eigene Note aufzudrücken. So ganz möchte der Showman Flowers dann aber doch nicht die Bühne frei geben. "In The Car Outside" befriedigt sicherlich den Fan-Wunsch nach einem Hit, und irgendwas muss von diesem ungewohnt ruhigen Album ja auch auf Konzerten zwischen "Mr. Brightside" und "Human" gespielt werden. Der Track verfolgt das altbekannte Killers-Muster, die britischen Sounds aus der Wave-Ära mit prätentiöser Ami-Attitüde zu verbinden. Aber Nephi ist nun mal nicht Oxford oder Liverpool. So euphorisch der Song nach vorne geht, auch hier geht es um Kaff-Tristesse und eine Beziehung, die nicht dem Hollywood-Stoff von ewiger Romantik entspricht. Oder wie es dem wieder deutlich reduzierteren "Desperate Things" heißt: "People do desperate things". Wir alle versuchen eben, mit dem Scheiß umzugehen und zu überleben. Da geht es den gequälten Seelen in der amerikanischen Tristesse auch nicht besser. Am Schluss von "Pressure Machine" ertönt ein Bahnhofs-Signal zur Abfahrt. Zurück bleiben die Geschichten aus einer bald wieder vergessenen Stadt und einer Band, die zeigt, dass sie so viel mehr kann. Schwer vorstellbar, dass diesem Album viel Liebe der Fans entgegenschlägt. Die Seele der Band schaufelt dieses Band trotzdem frei und das ist verdammt viel. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. August 2020 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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The Killers haben ihren Sound eine Spur vom "Battle Born"-Powerpop wegbewegt. Weniger zuckrig, kein einziges stilles Stück, keine Disco-Ausflüge mehr, wie "The Man" auf "Wonderful Wonderful" noch einer war. Die Amerikaner legen mehr Wert auf effektvolle Harmonien. Auf dem neuen Album wähnt man sich oft in den 80ern: Die Band bezieht sich, wie gehabt, auf Synthie-gestützten, kernigen Rock, aber fährt auch die Americana-Songwriter-Schiene. Die Westcoast-Combo kommt quasi wie ein neuer Mellencamp daher. Die zehn Tracks fließen stringent und entspannt, wenden sich in etlichen Refrains aber ins Hymnische. So bricht mindestens jeder zweite Track aus der lockeren Gitarren-Pop-Grundstimmung aus. In solchen Momenten liefern The Killers dann perfekt die Musik für Western-Filme ab. Der Schmähbegriff 'Stadion-Rock', der ihnen gerne angeheftet wird, greift zu kurz. Der Killers-Sound ist durch und durch amerikanisch. Gerade Dave Keunings Americana-Schlagseite wird in seiner Abwesenheit, der Gitarrist pausiert derzeit, zur dominierenden Klangfarbe. Foxygen-Mitglied Jonathan Rado und andere Gäste wie Adam Granduciel von The War On Drugs und Ex-Fleetwood Macs Lindsey Buckingham schließen diese Lücke allerdings, hört man etwa die unbändige Kraft, die "Caution" innewohnt. Der sehnsuchtsvolle Gesang von "My God (feat. Weyes Blood)", dem Über-Hit der Platte, weckt sofort Euphorie. Ein Moment fürs Feuerzeug/Handy-Lichterketten-Ambiente. Warme Keyboard-Läufe in "Running Towards A Place" belohnen alle Nostalgiker. Wer Retro-Stimmung liebt, dürfte die ungestümen Songs feiern: Momente, die nach Peter Gabriel (Synthies in "When The Dreams Run Dry") oder U2 klingen: Deren "Stuck in a Moment You Can't Get Out Of" (2000) hallt auffällig in "Caution (ft. Lindsey Buckingham)" nach. Auch "Simple Minds und INXS scheinen nicht fern, wenn "Fire In Bone" ertönt. Der ebenfalls hittaugliche Titelsong lässt The Cars aufleben. Insgesamt zeichnen sich The Killers als die Retter des straighten, schnörkellosen Classic Rocks aus. Ihre Neigung zum Post-Punk/New Wave scheint nur ein einziges Mal durch, in "Fire In Bone". Dessen funky-flirrige Grundstimmung trägt ebenfalls zur Eighties-Atmosphäre bei. Die Idee des Rennens, des Feuers, der Implosion - im Opener auch der Rache der Natur am Menschen, der sie ausbeutet - deutet sich dabei als roter Faden in den Texten an. Die Inhalte drängen sich gleichwohl nicht auf, sondern funktionieren eher über Andeutungen und Metaphern. "Imploding The Mirage" glänzt nicht mit Innovation, dafür aber mit Hits und perfektem Handwerk. Ein süßes Feuerwerk an Melodien. © Laut
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Rock - Erschienen am 4. Juli 2007 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Obwohl die Killers aus Las Vegas, Nevada stammen, haben sie mehr mit den Retro-New-Wave-Sounds von New York City gemeinsam als mit den Casinosängern, die man meistens mit der Stadt der Sünde verbindet. Auf Hot Fuss passt das Quartett mit den Zottelhaaren die Garage-Attitüde der Sechziger und den Strokes-artig stolzierenden Gesang an einen tanzbaren, von Bassgitarren geführten Sound an, der Pophelden der Achtziger wie Duran Duran und Simple Minds überschwänglichen Tribut zollt. Bei „On Top“ fügt die Kombo die hochfliegenden, delay-geladenen Gitarren von U2 and The Fixx hinzu, während „Somebody Told Me“ einen vergnügten Discobeat zeigt, der an die Pet Shop Boys erinnert. Die Killers geben sich jedoch nicht damit zufrieden, vielleicht als Retro-Revival-Act abgestempelt zu werden, sondern erfüllen jeden einzelnen Song auf diesem leidenschaftlichen Debütalbum mit einer gesunden Dosis von knurrendem New-Millenium-Rock. © Pemberton Roach /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2013 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Zehn Jahre, nachdem sich die amerikanische Band The Killers mit ihrem Song "Mr. Brightside" als neue US-Rocksensation empfahl, bietet die Compilation Direct Hits einen Überblick über das bisherige Schaffen. Die vier Alben der Band werden gleichmäßig abgedeckt; vom Debütalbum Hot Fuss (2004) sind vier Singles zu hören, von den drei Folgealben Sam's Town (2006), Day & Age (2008) und Battle Born (2012) – wie der Erstling allesamt Nummer-Eins-Erfolge in England und Irland – sind jeweils drei Stücke enthalten. Die bekannten Hits der Gruppe sind also alle dabei ("Human", "All These Things That I've Done", "When You Were Young"); ein paar wenige Singles fehlen, dafür enthält Directs Hits zwei neue Killers-Songs: das von M83 produzierte "Shot at the Night" und das von Stuart Price betreute "Just Another Girl". © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. August 2020 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Auch auf ihrem sechsten Studioalbum Imploding the Mirage, veröffentlicht im August 2020, setzen die Killers auf ihre Vorliebe für Synth-Sounds, Springsteen und Stadion-Pop - aber die Gruppe aus Nevada zeigt sich fokussierter als auf den Vorgängern Battle Born (2012) und Wonderful Wonderful (2017) und findet eine gute Balance zwischen der Größe von Sam's Town (2006) und den Achtzigerjahre-inspirierten Soloalben von Frontmann Brandon Flowers. Nachdem Gitarrist Dave Keuning eine Auszeit nimmt und Bassist Mark Stoermer nur eingeschränkt an den Aufnahmen teilnehmen konnte, holten sich die Killers diverse Gäste ins Studio: Unter anderem steuerten Stuart Price, Ariel Rechtshaid, Lindsey Buckingham, k.d. lang, Adam Granduciel (The War on Drugs) und Songwriter Blake Mills Parts bei. Als Singles wurden u.a. "Caution" und "My Own Soul's Warning" ausgekoppelt. Das Album kam auf Platz 1 der UK-Charts. © TiVo
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Lounge - Erschienen am 27. November 2020 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Pop - Erschienen am 27. Dezember 2006 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Mensch, was für eine Geheimniskrämerei um so ein kleines Stück silberfarbenen Kunststoffs. Gleich mehrfach wurde zum Pre-Listening eingeladen und selbst zum Interview gab es das neue Album der Killers nur bei Kaffee im Vorhör-Raum. Stattdessen hagelte es die wirklich wichtigen Informationen und Bilder zum neuen Style der Band. Alle sollen nun Bärte haben. Aus dem androgynen kleinen Jungen Brandon Flowers ist ein Schnorres-Mann geworden. Macht man Menschen mit solch einer Informationspolitik neugierig oder nervt man nur? Beides ist der Fall. Jetzt jedenfalls liegt es vor, das neue Werk "Sam's Town" - mit einem Cover, das es schwer macht, nicht über Äußerlichkeiten zu sprechen. Statt hell und bunt ist das Artwork in schwarz-weiß gehalten, auf der Rückseite hat Starfotograf Anton Corbijn die Killers abgelichtet, als würden sie gerade für neue Folgen von Bonanza vor der Kamera stehen. Wir haben es also nun mit Naturburschen aus der Wüste zu tun. Findet sich ein ähnlich radikaler Wechsel auch in der Musik? Ja und nein. Ja, weil die offensichtlichen Hits nicht zu finden sind, die das letzte Album zuhauf auftischte - "Sam's Town" kickt nicht schon beim ersten Hören. Nein, weil dennoch alle Killers-typischen Zutaten am Start sind: Jede Menge Keyboards mit Streicherkonserven, Brandon Flowers' theatralische Stimme, die meist fiktive Geschichten zum Besten gibt, Tanzbeats und rockende Gitarren. Die Feinabstimmung macht den Unterschied und ein Wille zur Kunst anstelle von Künstlichkeit. Das fällt schon zu Beginn bei "Sam's Town" auf. David Keunings Gitarre ist so präsent wie nie zuvor. Die Strophe begleitet er mit fett verzerrten, abgestoppten Tönen - ein Sound, der sich durch viele Songs der Platte zieht. Das Keyboard tritt nur in wenigen Momenten aus dem Hintergrund, während derer es allerdings extrem präsent ist. Der Auftaktsong stellt eine Art rockenden Prolog dar, der unheimlich viel auf kleinem Raum zusammen trägt - eingefasst in Jahrmarktatmosphäre, es gibt mehr Teile, als in einem Killers-Song üblich und schließlich tritt noch der Band-Chor in Aktion, der sich an einigen Stellen des Albums in mehrstimmigem Gesang ergeht. "Sam's Town" ist eindeutig mehr Album als "Hot Fuss", ein Blick auf die Tracklist fördert das Konzept zu Tage. Ein "Enterlude" begrüßt den Hörer, richtet einige Worte an ihn und hebt den Vorhang zur Kopfkinowelt der Killers. Das "Exitlude" am Ende entlässt ihn wieder in die Realität. Die Killers wollen mehr als nur ein paar Hits aneinander reihen. Vielleicht suchen sie sogar so etwas wie inhaltliche Bedeutung. "When You Were Young" ist das eingängigste Stück und folgerichtig auch die Vorabsingle. Es scheint die Brücke zwischen Jetzt und Damals zu schlagen. "Uncle Jonny" schiebt von der ersten Sekunde an überzeugend. Wenn so die Zukunft der Killers klingt, habe ich damit kein Problem. Mit der Zeit wird auch "For Reasons Unknown" zu einem potentiellen Hit-Kandidaten, während diese geschmacklosen Keyboard-Streicher bei "Read My Mind" sich nicht schönhören lassen wollen - da kann man versuchen, was man will. Der Klang zieht sich wie ein Teppich aus Schneckenschleim unter den Strophen her. Fies. Auch sonst ist der Song etwas platt und einfallslos geraten. Gleiches gilt für den Anfang von "Bones": Sorry, aber diesen Keyboardsound haben auch die Flippers schon benutzt. Der Rest ist dagegen wieder ziemlich anständig. Die Melodien klingen irgendwie bekannt, zumindest vertraut. Brandon Flowers legt dieses Mal mehr Wert auf eine persönliche Note. So verarbeitet er zum Beispiel seine Flugangst zu "Why Do I Keep On Counting". Der Sound von "Sam's Town" ist geerdeter und rockiger als der des Vorgängers. Vielleicht tragen die Produzentenfüchse Flood und Alan Moulder die Verantwortung dafür. Ob Ersterer ihnen zu diesen pumpkinsmäßigen Steigerungen ("This River Is Wild", "Sam's Town") geraten hat? Abgesehen von einigen störenden Keyboardeskapaden, die man den Vieren nur schwer verzeihen kann, macht der Besuch der imaginären Killers-Stadt Spaß. Sie ist nicht nur eine Reise wert, der Mehrfach-Urlaub wird pflichtverordnet. Es gibt viel Neues zu entdecken, einiges Altbekannte fühlt sich nach Heimkommen an. "Sam's Town" ist weniger aufgesetzt als "Hot Fuss", weniger Varieté. Da wird das Image schnell zur Nebensache, was es eigentlich auch bleiben sollte. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. August 2021 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Eingeschlossen in einem Kaff, fernab der lauten Großstadt und nur mit dem Nötigsten im Studio ausgestattet: So beginnt die Geschichte von großen Alben der Musikgeschichte. "For Emma, Forever Ago" von Bon Iver ist ein Beispiel oder "Nebraska" von Bruce Springsteen. Der fuhr Anfang der Achtziger in die karge Einöde und nahm praktisch über Nacht ein folkig-düsteres Album auf. Nun gilt Brandon Flowers von The Killers schon länger als Fan vom Boss, aber bisher konnte man sich nicht recht vorstellen, wie er mit Drei-Tage-Bart vor dem Kamin und nur mit einer Klampfe bewaffnet den großen Versteher von rohem Americana-Sound gibt. Die Killers aus der Entertainment-Stadt Las Vegas stehen für genau die andere Seite Amerikas: Laut, bunt und bombastisch. Doch Pandemie und die Rückkehr an den Ort seiner Jugend lösten wohl doch etwas aus bei Flowers. Nephi in Utah ist die Antithese zu der schrillen und hell leuchtenden Glitzerwelt. Rural wie es nur geht, ohne Ampeln und komplett unscheinbar fernab der Metropolen. "Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mit Stille konfrontiert wurde. Und aus dieser Stille heraus begann diese Platte zu blühen, voller Songs, die sonst zu leise gewesen wären und vom Lärm typischer Killers-Platten übertönt worden wären." Worte, die man so auch selten von dem bemüht selbstbewusst wirkenden Killers-Sänger hörte. So ertönt zu Anfang von "Pressure Machine" nicht der übliche Synthie-Breitwand-Sound, sondern das Klicken einer Kassettenaufnahme und eine rauschige Aufnahme. In "West Hills" geht es um das Aufwachsen in einer Provinz, Gefängnisaufenthalt als Teenager und Drogenmissbrauch. Nicht autobiographisch, für das Album beschäftigte sich Brandon mit den Schicksalen vor Ort. Erst kamen die Texte, später die Musik dazu. Die Instrumente klingen wie aus der Zeit der Besiedlung dieser unwirklichen Gegend. Urwüchsig am nativen Country gebaut, bis dann doch wieder etwas der Bono in ihm durchkommt. Eine große Überraschung: Ohne Vorwissen könnte der Song auch von Death Cab For Cutie stammen, sogar die Klangfarbe in Brandons Stimme erinnert sehr an Ben Gibbard und dessen verschlossene Schwermut. Ein Country-Song. Und bitte noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Country-Song. Und nicht der einzige auf diesem ganz anderen Album. Ein Sänger, der sonst wie ein Pfau über die Bühne gockelt, unter Laser-Effekten tanzt, spielt auch in "Terrible Thing" eine Gitarre ohne Stromverstärkung. Dass dieser Song jemals live gespielt wird, ist einfach unvorstellbar. Zu intim, zu ruhig und zu langsam für die große Bühne. Eher passend in eine Provinz-Bar. Die Geschichte eines schwulen Teenagers, der Selbstmord erwägt, dürfte dagegen nicht zu den Wertvorstellungen im erzkonservativen Mormonen-Staat passen. Wie furchtbar muss so ein Leben in dieser Gegend sein. Eine Mundharmonika spielt dazu nur leise eine traurige Melodie und erzeugt trotzdem ein merkwürdiges Nostalgie-Gefühl. Es schlägt also doch ein Herz unter der perfektionistischen Hülle der Killers. Es mag nicht der Schmerz von Johnny Cash und seinen Americana-Sessions sein, aber der Song löst Emotionen aus. "Pressure Machine" verklärt jedoch keineswegs die Kleinstadt-Atmosphäre. In den Rekorder-Aufnahmen erklingen immer wieder schockierende Berichte über Opioid-Krisen, die in dieses ruhige Kaff eindringen. Das Heile-Welt-Narrativ, nachdem gerade in solchen Gegenden die Welt noch in Ordnung scheint, passt also nicht zu den ständigen Ausbruch-Träumen aus der gottverdammten Gegend. So wie in "Runaway Horses Feat. Phoebe Bridgers", einer Allegorie über die Pferde, die ihre Fesseln lösen konnten und doch wieder, ob konditioniert oder aus eigenem Wille, zurückkehren. Indie-Darling Phoebe Bridgers singt dazu im Duett den Refrain ein, ohne dem Song eine eigene Note aufzudrücken. So ganz möchte der Showman Flowers dann aber doch nicht die Bühne frei geben. "In The Car Outside" befriedigt sicherlich den Fan-Wunsch nach einem Hit, und irgendwas muss von diesem ungewohnt ruhigen Album ja auch auf Konzerten zwischen "Mr. Brightside" und "Human" gespielt werden. Der Track verfolgt das altbekannte Killers-Muster, die britischen Sounds aus der Wave-Ära mit prätentiöser Ami-Attitüde zu verbinden. Aber Nephi ist nun mal nicht Oxford oder Liverpool. So euphorisch der Song nach vorne geht, auch hier geht es um Kaff-Tristesse und eine Beziehung, die nicht dem Hollywood-Stoff von ewiger Romantik entspricht. Oder wie es dem wieder deutlich reduzierteren "Desperate Things" heißt: "People do desperate things". Wir alle versuchen eben, mit dem Scheiß umzugehen und zu überleben. Da geht es den gequälten Seelen in der amerikanischen Tristesse auch nicht besser. Am Schluss von "Pressure Machine" ertönt ein Bahnhofs-Signal zur Abfahrt. Zurück bleiben die Geschichten aus einer bald wieder vergessenen Stadt und einer Band, die zeigt, dass sie so viel mehr kann. Schwer vorstellbar, dass diesem Album viel Liebe der Fans entgegenschlägt. Die Seele der Band schaufelt dieses Band trotzdem frei und das ist verdammt viel. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 18. November 2008 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Ich finde, jeder sollte ein Refugium weit außerhalb seiner eigentlichen Musik-Vorlieben haben, um dort immer wieder mal Urlaub zu machen. Oder sich zumindest hie und da im gepflegten Abstand zu üben. Ich gehe mit gutem Beispiel voran und bekenne mich neben meiner akustischen Grundkonfiguration zur ausgewählten, weil interessant bedienten Stromgitarre ohne Rücksicht auf Jahrgang, Kaliber und Couleur. Das tut auch Not, denn sonst müsste ich meine latente Sympathie für Bands wie die in meine Kindheit eingeschriebenen Queen unter Meineid verleugnen. Auf gewisse Art geht es mir da mit den Killers, diesen Queen des neuen Jahrtausends, ähnlich: Pompös, dramatisch und ausgestattet mit der Magie, die Kritikerstimmen mit einem Millionenpublikum in kollektiver Begeisterung vereint. Allerlei hat man vorab schon rumoren hören über "Day & Age", die dritte Studioplatte des schillernden Quartetts aus Las Vegas. Von "Sind das die neuen Killers?", über "Sind wir hier in der Disko?" bis hin zu "Ich mag keinen Schlager!" rangierten die Reaktionen auf die ungewohnt synthetische Single-Prophezeiung "Human". Tatsächlich: Der etwas knapp geratene Kunststoff-Zehnreiher, in den Produzent Stuart Price, der schon an Depeche Mode, No Doubt und Madonna Bass anlegte, die Killers hier kleidet, irritiert zunächst gehörig. Die glamourgestählten Saiten der Killers machen Platz für eine aufgebauschte 80er-Federboa aus Bläsern, Streichern und ja, es stimmt: tanzflächigen Rhythmus-Pailletten. Das Schöne daran ist das Schöne daran. Ob sich nun "A Dustland Fairytale" vom leisen Plattenknistern zur Bombast-Hymne auswächst, "Joy Ride" mit einer Einladung zum Cabrio-Roadtrip dazwischenfunkt oder Barry White am Ferrero Raffaelo-Strand mit Saxophon und "I Can't Stay" zum Bleiben auffordert: Brandon Flowers verwandelt mit seinem unverkennbar melancholischen Organ all diese klanglich vertikalen Eskapaden in gesanglich veritable Killers. Einzige, bedingt abwärtskompatible Schnittstelle zum Vorgänger "Sam's Town" bleibt der "Neon Tiger". Ja, so geht das gut, wenn eine weltweit erfolgreiche Band tut, womit sich weltweit erfolgreiche Bands oft selbst ausknocken: Sich weiterentwickeln. Es braucht dazu ganz offenbar drei Dinge: Eine Substanz, auf die man bauen kann, eine große Portion Mut zur Veränderung und einen Schuss königlichen Größenwahn. Bleibt zu hoffen, dass der Abgesang "Goodnight, Travel Well" kein exklusiver Ausblick auf Kommendes ist. Sylvian'sche Düsternis und schleppende Schwermut, gepaart mit einer sich final aufbäumenden Theatralik begleiten hinaus aus "Day And Age" und hinterlassen einen mit der bittersüßen Gewissheit: The Show Must Go On. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2012 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Booklet
Battle Born, das vierte Album der Killers, ist ihre erste Platte, auf der sie die absolute Gelassenheit einer erfahrenen Band ausstrahlen. Das Album ist ein schillerndes Spektakel, das den Grundriss des 2008er-Albums Day & Age nimmt und umkehrt. Battle Born ist kleiner gebaut, obwohl die Killers die Ausdehnung von Sam's Town verinnerlicht haben und das weite Wüstenfeeling beibehalten – ganz zu schweigen von der anhaltenden Obsession der Band mit Bruce Springsteens Miniatur-Opern über gewonnene, verlorene und aufs Spiel gesetzte Liebe. Ihre etwas wettergegerbte Haltung ist Teil ihres Appeals, aber auch wenn sich die Energie der Killers mit dem Alter verändert, hat die Zeit doch keinen Einfluss auf Brandon Flowers Texte – die stecken immer noch voller verblüffende Poesie und angerissener Beobachtungen, die irgendwie liebenswert klingen, wenn sie in eine perfekt geölte Maschinerie wie die von Battle Born eingefasst sind. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 13. August 2021 | The Killers - 2020 P&D - Island

Eingeschlossen in einem Kaff, fernab der lauten Großstadt und nur mit dem Nötigsten im Studio ausgestattet: So beginnt die Geschichte von großen Alben der Musikgeschichte. "For Emma, Forever Ago" von Bon Iver ist ein Beispiel oder "Nebraska" von Bruce Springsteen. Der fuhr Anfang der Achtziger in die karge Einöde und nahm praktisch über Nacht ein folkig-düsteres Album auf. Nun gilt Brandon Flowers von The Killers schon länger als Fan vom Boss, aber bisher konnte man sich nicht recht vorstellen, wie er mit Drei-Tage-Bart vor dem Kamin und nur mit einer Klampfe bewaffnet den großen Versteher von rohem Americana-Sound gibt. Die Killers aus der Entertainment-Stadt Las Vegas stehen für genau die andere Seite Amerikas: Laut, bunt und bombastisch. Doch Pandemie und die Rückkehr an den Ort seiner Jugend lösten wohl doch etwas aus bei Flowers. Nephi in Utah ist die Antithese zu der schrillen und hell leuchtenden Glitzerwelt. Rural wie es nur geht, ohne Ampeln und komplett unscheinbar fernab der Metropolen. "Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mit Stille konfrontiert wurde. Und aus dieser Stille heraus begann diese Platte zu blühen, voller Songs, die sonst zu leise gewesen wären und vom Lärm typischer Killers-Platten übertönt worden wären." Worte, die man so auch selten von dem bemüht selbstbewusst wirkenden Killers-Sänger hörte. So ertönt zu Anfang von "Pressure Machine" nicht der übliche Synthie-Breitwand-Sound, sondern das Klicken einer Kassettenaufnahme und eine rauschige Aufnahme. In "West Hills" geht es um das Aufwachsen in einer Provinz, Gefängnisaufenthalt als Teenager und Drogenmissbrauch. Nicht autobiographisch, für das Album beschäftigte sich Brandon mit den Schicksalen vor Ort. Erst kamen die Texte, später die Musik dazu. Die Instrumente klingen wie aus der Zeit der Besiedlung dieser unwirklichen Gegend. Urwüchsig am nativen Country gebaut, bis dann doch wieder etwas der Bono in ihm durchkommt. Eine große Überraschung: Ohne Vorwissen könnte der Song auch von Death Cab For Cutie stammen, sogar die Klangfarbe in Brandons Stimme erinnert sehr an Ben Gibbard und dessen verschlossene Schwermut. Ein Country-Song. Und bitte noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Country-Song. Und nicht der einzige auf diesem ganz anderen Album. Ein Sänger, der sonst wie ein Pfau über die Bühne gockelt, unter Laser-Effekten tanzt, spielt auch in "Terrible Thing" eine Gitarre ohne Stromverstärkung. Dass dieser Song jemals live gespielt wird, ist einfach unvorstellbar. Zu intim, zu ruhig und zu langsam für die große Bühne. Eher passend in eine Provinz-Bar. Die Geschichte eines schwulen Teenagers, der Selbstmord erwägt, dürfte dagegen nicht zu den Wertvorstellungen im erzkonservativen Mormonen-Staat passen. Wie furchtbar muss so ein Leben in dieser Gegend sein. Eine Mundharmonika spielt dazu nur leise eine traurige Melodie und erzeugt trotzdem ein merkwürdiges Nostalgie-Gefühl. Es schlägt also doch ein Herz unter der perfektionistischen Hülle der Killers. Es mag nicht der Schmerz von Johnny Cash und seinen Americana-Sessions sein, aber der Song löst Emotionen aus. "Pressure Machine" verklärt jedoch keineswegs die Kleinstadt-Atmosphäre. In den Rekorder-Aufnahmen erklingen immer wieder schockierende Berichte über Opioid-Krisen, die in dieses ruhige Kaff eindringen. Das Heile-Welt-Narrativ, nachdem gerade in solchen Gegenden die Welt noch in Ordnung scheint, passt also nicht zu den ständigen Ausbruch-Träumen aus der gottverdammten Gegend. So wie in "Runaway Horses Feat. Phoebe Bridgers", einer Allegorie über die Pferde, die ihre Fesseln lösen konnten und doch wieder, ob konditioniert oder aus eigenem Wille, zurückkehren. Indie-Darling Phoebe Bridgers singt dazu im Duett den Refrain ein, ohne dem Song eine eigene Note aufzudrücken. So ganz möchte der Showman Flowers dann aber doch nicht die Bühne frei geben. "In The Car Outside" befriedigt sicherlich den Fan-Wunsch nach einem Hit, und irgendwas muss von diesem ungewohnt ruhigen Album ja auch auf Konzerten zwischen "Mr. Brightside" und "Human" gespielt werden. Der Track verfolgt das altbekannte Killers-Muster, die britischen Sounds aus der Wave-Ära mit prätentiöser Ami-Attitüde zu verbinden. Aber Nephi ist nun mal nicht Oxford oder Liverpool. So euphorisch der Song nach vorne geht, auch hier geht es um Kaff-Tristesse und eine Beziehung, die nicht dem Hollywood-Stoff von ewiger Romantik entspricht. Oder wie es dem wieder deutlich reduzierteren "Desperate Things" heißt: "People do desperate things". Wir alle versuchen eben, mit dem Scheiß umzugehen und zu überleben. Da geht es den gequälten Seelen in der amerikanischen Tristesse auch nicht besser. Am Schluss von "Pressure Machine" ertönt ein Bahnhofs-Signal zur Abfahrt. Zurück bleiben die Geschichten aus einer bald wieder vergessenen Stadt und einer Band, die zeigt, dass sie so viel mehr kann. Schwer vorstellbar, dass diesem Album viel Liebe der Fans entgegenschlägt. Die Seele der Band schaufelt dieses Band trotzdem frei und das ist verdammt viel. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 3. November 2009 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. September 2017 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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In Las Vegas, das wissen alle, da leuchtet alles Tag und Nacht und rund um die Uhr. Mit dem Rock der Killers ist es ungefähr genauso. Die Band von Brandon Flowers, die zu Beginn des Jahrtausends eben in Sin City das Licht der Welt erblickte, veranstaltet mit jeder neuen Platte eine Art Dauerfiesta. Eine Orgie mit Klängen aus den 1980er Jahren – dem glücksbringenden Jahrzehnt der Killers – die sie zeitgenössischer gestalten. Die Killers verstehen sich vor allem auf schaurig schöne Pop-Refrains. Diese Melodien, die man einmal hört, ein einziges Mal, die dann das Hirn des Zuhörers besetzen und tagelang, ja sogar wochenlang nicht mehr wegzukriegen sind…Wonderful Wonderful bildet da keine Ausnahme. Dieses fünfte Album ist vor allem Jacknife Lees atemberaubender Produktion zu verdanken, diesem Ass am Aufnahmepult, der schon für die Cars, U2, R.E.M., Robbie Williams, Snow Patrol, Bloc Party, Weezer, Editors, aber auch Taylor Swift gearbeitet hat. Wie seit jeher kann man bei den Killers nicht umhin, dabei an U2, Depeche Mode, Simple Minds oder Duran Duran im Großformat zu denken. Genauso schwierig ist es, von diesem fast glamourhaften Exzess der entfesselten Gitarren nicht in den Bann gezogen zu werden. © CM/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2007 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Juni 2021 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. September 2017 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Hi-Res
In 2017, it's hard to figure out where Brandon Flowers ends and the Killers begin. Just prior to the September release of Wonderful Wonderful -- their fifth album and first in five years -- the band announced that neither bassist Mark Stoermer nor guitarist Dave Keuning would be touring in support of the record, all the while stressing that neither musician had left the group. Listening to Wonderful Wonderful, it's hard to discern their contribution because Flowers completely dominates the proceedings, to the point where this feels like a sequel not to 2012's Battle Born but to his 2015's solo album, The Desired Effect. To an extent, Flowers always has been the focus of the Killers, but at the dawn of their career they were unified in their fusion of new wave and arena rock. Ghosts of that sound flutter through Wonderful Wonderful, but they get pushed aside by disco struts, brooding celebrity name-drops, Mark Knopfler cameos, and Fleetwood Mac harmonies so uncannily real you'd swear Lindsey Buckingham guested on the record. Such odd juxtapositions and untrammeled ambition have been the Killers' stock in trade since at least Sam's Town, but the impressive thing about Wonderful Wonderful is how the Killers are able to execute Flowers' overstuffed ideas so precisely. Being able to evoke certain sounds and eras is a skill that means Wonderful Wonderful can sound diffuse, as if it's racing in opposite directions simultaneously, but that grandly inflated pomp is ingratiating not in the least because the years have proven there's not a hint of irony in Flowers' stadium-sized emotions. By this point, Flowers' obsessions and signatures are so idiosyncratic, he's clearly the auteur behind Wonderful Wonderful just as he was with The Desired Effect, and the record charms because its ridiculousness is sincere and his sincerity is ridiculous -- two qualities that make him and his art messy and quite genuine. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | EMI

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Januar 2012 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Booklet
Battle Born, das vierte Album der Killers, ist ihre erste Platte, auf der sie die absolute Gelassenheit einer erfahrenen Band ausstrahlen. Das Album ist ein schillerndes Spektakel, das den Grundriss des 2008er-Albums Day & Age nimmt und umkehrt. Battle Born ist kleiner gebaut, obwohl die Killers die Ausdehnung von Sam's Town verinnerlicht haben und das weite Wüstenfeeling beibehalten – ganz zu schweigen von der anhaltenden Obsession der Band mit Bruce Springsteens Miniatur-Opern über gewonnene, verlorene und aufs Spiel gesetzte Liebe. Ihre etwas wettergegerbte Haltung ist Teil ihres Appeals, aber auch wenn sich die Energie der Killers mit dem Alter verändert, hat die Zeit doch keinen Einfluss auf Brandon Flowers Texte – die stecken immer noch voller verblüffende Poesie und angerissener Beobachtungen, die irgendwie liebenswert klingen, wenn sie in eine perfekt geölte Maschinerie wie die von Battle Born eingefasst sind. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo

Alternativ und Indie - Erschienen am 3. Juli 2020 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. August 2020 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

The Killers haben ihren Sound eine Spur vom "Battle Born"-Powerpop wegbewegt. Weniger zuckrig, kein einziges stilles Stück, keine Disco-Ausflüge mehr, wie "The Man" auf "Wonderful Wonderful" noch einer war. Die Amerikaner legen mehr Wert auf effektvolle Harmonien. Auf dem neuen Album wähnt man sich oft in den 80ern: Die Band bezieht sich, wie gehabt, auf Synthie-gestützten, kernigen Rock, aber fährt auch die Americana-Songwriter-Schiene. Die Westcoast-Combo kommt quasi wie ein neuer Mellencamp daher. Die zehn Tracks fließen stringent und entspannt, wenden sich in etlichen Refrains aber ins Hymnische. So bricht mindestens jeder zweite Track aus der lockeren Gitarren-Pop-Grundstimmung aus. In solchen Momenten liefern The Killers dann perfekt die Musik für Western-Filme ab. Der Schmähbegriff 'Stadion-Rock', der ihnen gerne angeheftet wird, greift zu kurz. Der Killers-Sound ist durch und durch amerikanisch. Gerade Dave Keunings Americana-Schlagseite wird in seiner Abwesenheit, der Gitarrist pausiert derzeit, zur dominierenden Klangfarbe. Foxygen-Mitglied Jonathan Rado und andere Gäste wie Adam Granduciel von The War On Drugs und Ex-Fleetwood Macs Lindsey Buckingham schließen diese Lücke allerdings, hört man etwa die unbändige Kraft, die "Caution" innewohnt. Der sehnsuchtsvolle Gesang von "My God (feat. Weyes Blood)", dem Über-Hit der Platte, weckt sofort Euphorie. Ein Moment fürs Feuerzeug/Handy-Lichterketten-Ambiente. Warme Keyboard-Läufe in "Running Towards A Place" belohnen alle Nostalgiker. Wer Retro-Stimmung liebt, dürfte die ungestümen Songs feiern: Momente, die nach Peter Gabriel (Synthies in "When The Dreams Run Dry") oder U2 klingen: Deren "Stuck in a Moment You Can't Get Out Of" (2000) hallt auffällig in "Caution (ft. Lindsey Buckingham)" nach. Auch "Simple Minds und INXS scheinen nicht fern, wenn "Fire In Bone" ertönt. Der ebenfalls hittaugliche Titelsong lässt The Cars aufleben. Insgesamt zeichnen sich The Killers als die Retter des straighten, schnörkellosen Classic Rocks aus. Ihre Neigung zum Post-Punk/New Wave scheint nur ein einziges Mal durch, in "Fire In Bone". Dessen funky-flirrige Grundstimmung trägt ebenfalls zur Eighties-Atmosphäre bei. Die Idee des Rennens, des Feuers, der Implosion - im Opener auch der Rache der Natur am Menschen, der sie ausbeutet - deutet sich dabei als roter Faden in den Texten an. Die Inhalte drängen sich gleichwohl nicht auf, sondern funktionieren eher über Andeutungen und Metaphern. "Imploding The Mirage" glänzt nicht mit Innovation, dafür aber mit Hits und perfektem Handwerk. Ein süßes Feuerwerk an Melodien. © Laut