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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Dezember 2020 | KRUNK

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Sieben Jahre ohne Album und jetzt geht's Schlag auf Schlag? Ja genau, erst im Oktober 2020 erschien Jónsis "Shiver" und gerade einmal zwei Monate und eine Steuerhinterziehungsklage später gibt's "our new album" aus dem Hause Sigur Rós – einer Band, die ja eigentlich auf Eis liegt, seitdem Drummer Orri Páll Dýrason 2018 angesichts von Missbrauchsvorwürfen den Dienst quittierte. Wirklich neues Material fristet seitdem vermutlich ein trostloses Dasein im (N)irgendwo. Der erste finanzielle Schlagabtausch zwischen Sigur Rós und den isländischen Finanzbehörden bescherte uns 2019 immerhin ein üppiges "Ágætis byrjun"-Jubiläumsboxset – aus einer Zeit, in der Dýrason der Band noch gar nicht angehörte. So weit, so moralisch vereinbar. Nun aber schmilzt das Eis der Gruppe offenbar schneller unter den Füßen dahin als die arktischen Polkappen: Berechtigte Ängste vor finanziellem Ruin und angeblichen Gefängnisstrafen gepaart mit den bereits geschröpften Re-Release- oder Remix-Vorräten der letzten Jahre treiben die Band nun zum Release der 2002 aufgeführten orchestralen Suite "Odin's Raven Magic". Schon beim Blick auf die Credits entpuppt sich der Marketing-Slogan "our new album" als völliger Mumpitz. Weder ist hier irgendwas new, noch lässt sich ein 18 Jahre altes Kollaborationsalbum von Sigur Rós, Hilmar Örn Hilmarsson, Steindór Andersen, Páll Guðmundsson und Maria Huld Markan Sigfúsdóttir als Band-Werk im üblichen Sinne darstellen. Denn so viel sei mal klar: Der Sigur Rós-Anteil an dieser Melange fällt kleiner aus als gedacht. Und vielleicht erlaubt gerade das einen vergleichsweise distanzierten Blick auf das vorliegende Werk – wenn man vom Beigeschmack der Beteiligung Dýrasons einmal großzügig absieht. Dominanteste Merkmale des Achtteilers sind nämlich insbesondere die perkussive Stein-Marimba Guðmundssons (Freunde der "Heima"-Dokumentation erinnern sich) sowie der Barden-Gesang Andersens. Easy Listening ist das nicht unbedingt. Vielmehr klingt es, als würde ein nordischer Vollbärtträger Gedichte aus der Edda rezitieren. Ach Moment, genau das passiert da ja auch. Für die passende orchestrale Untermalung sorgen Filmmusik-Komponist Hilmarsson und Amiina-Violinistin Sigfúsdóttir: Häufig leise, meistens unauffällig, in den richtig wichtigen Momenten aber flink und rasch mit ordentlich Pomp zur Stelle. Die vierte Säule: das vertraut markante Jónsi-Falsett. Beeindruckende Exempel, wie groß diese Ausnahmestimme über Orchesteraufnahmen klingt, gibt es in der Bandgeschichte bereits so einige ("Ára bátur"). Hier hingegen dient sie vielmehr als wichtiges Lot für die monotonen Frequenzen Steindór Andersens. Ein Wechselspiel der Oktaven, das druckvolle Symbiosen ermöglicht ("Spár eða spakmál"). Angesichts von Jónsis fast noch jugendlicher vokaler Zerbrechlichkeit, die Alben wie "Ágætis byrjun" und "( )" überhaupt so groß machte, sei dann auch verziehen, dass hier Fragmente früherer Alben zum Einsatz kommen. Beachtlich sind aber auch die instrumentalen Brüche: Kaum glaubt man nach langem Marimba-Geplänkel in "Stendur æva" ein Stück der Gorecki-geladenen Zukunft von Keyboarder und Komponist Kjartan Sveinsson zu hören, erklingen auch schon die Lo-Fi-Elektro-Glitches neuerer Sigur Rós-(Remix-)Alben. Geil ist das irgendwie alles schon. Und passt auch noch so verdammt gut in die Weihnachtszeit. Und vermutlich eben weil "Odin's Raven Magic" primär nicht musiktheoretisch geschulte Ohren treffen wird, darf man als Autor auch mal die mangelnde Klassik-Kenntnis nach außen kehren und zum finalen chorgetragenen "Dagrenning" konstatieren: Hammer, das Ende klingt, als würden die Herr-der-Ringe-Chöre Sigur Rós-Lieder singen! Verdammt, das ist aber auch episch. Langsamer "Die Adler kommen!"-Buildup, diese magische Elfensprache, Jónsis Gitarren-Crescendo und – ja, scheiße – Dýrasons ziemlich hartes und eigentlich viel zu geiles Trademark-Drumming. Und irgendwie ist es diese Erkenntnis, dieses apokalyptische Schicksalsberg-Ende, dieses Wissen, dass man das Schlagzeug hier eigentlich gar nicht genießen möchte und diese Ahnung, dass diese Zeiten ohnehin nicht zurückkommen werden, jetzt, wo Jónsi den American Dream lebt, die einen langsam akzeptieren lassen: Sigur Rós werden nie mehr Sigur Rós sein. "Odin's Raven Magic" gewährt zumindest einen kurzen Sprung in die unschuldige Vergangenheit. Und das kann sich in musikalischer Hinsicht durchaus gut anfühlen. Ob man sich angesichts des ungeklärten Status Orri Páll Dýrasons auf dieser wohligen Wolke fortragen lassen will, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Juli 2019 | KRUNK

Rock? New Age? Post Rock? Hochfliegend? Progressiv? Die Wirkung von Bromazepam? Oder Tonbänder, an denen Aliens gefrickelt haben? Sigur Rós zweites Album wirkt nun schon seit Jahren so, als käme es von einem anderen Planeten wie bereits bei seinem Erscheinen im Juni 1999. Wie beim Shoegaze zeigen all diese, von dem Kollektiv aus Reykjavík übereinanderstapelten, samtweichen Elektro-Klangteppiche eine originelle hypnotisierende Wirkung. Es klingt wie ein Echo der Werke eines gewissen Brian Eno… Agætis Byrjun (dt.Ein guter Anfang), bei dem man ein Versuchslabor für verrückte Wissenschaftler vermuten möchte, reiht auf einer soliden harmonischen Basis aufbauend, wahrhafte Songs aneinander. Da gibt es dieses jungfräuliche Falsett in Svefn-g-englar mit seinem unbeirrbaren Refrain, diese sensationell gesteigerten Geigen in Staralfur oder diesen mit Trip-Hop gewürzten Schein-Jazz in Hjartao hamast. Somit wimmelt Sigur Rós Meisterwerk nur so von Ideen, die verführerischer nicht sein könnten. Diese Ausgabe anlässlich des 20. Jahrestages ist ein wahrer Schock für unsere Gefühle. Nicht nur neu gemastert wurde das Album, es enthält auch eine Live-Aufnahme an der Islenska Operan und zahlreiche Demo-Versionen. © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Juni 1999 | KRUNK

Ich glaub' zwar nicht an diese kleinen grünen Männchen, aber wenn ich mir das zweite Album der Isländer Sigur Rós anhöre, glaube ich einfach alles! Es gibt außerirdisches Leben auf diesem Planeten und zwar in Gestalt von Sänger und Gitarrist Jon Thor Birgis-son und seinen drei hervorragenden Bandmitgliedern. Diese Stimme ist nicht von dieser Welt. Hat aber mit der von Xavier Naidoo absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil! Die Platte "Agaetis Byrjun" versetzt in Trance und Drogen werden hier überflüssig. Schon das Intro klingt so, als wollten Sigur Rós sich mal kurz von ihrem Planeten aus vorstellen und mit ihrer Musik so ganz nebenbei die Herrscher unseres Universums werden. Geheimnisvoll, langsam dahinschwebend baut sich dann "Svefn -G- Englar" auf. Man wartet förmlich auf die sirenenartige Stimme des Sängers. Langweilig wird es nie. Es gibt immer wieder kleine Überraschungen und experimentell klingende Steigerungen. Nach neun Minuten dann der Herzschlag, der immer schneller wird. Im Hintergrund das Meer und nach zehn Minuten lässt der Rausch nach. Schade, aber es gibt ja noch acht weitere unglaubliche Songs, die einen in ihren Bann ziehen. Dass man von den Texten nichts versteht, Jon Thor singt nämlich in seiner schönen Heimatsprache, macht fast gar nichts. Die Musik erklärt den Song von alleine und je nach Gemütszustand versteht man schon das Richtige. Die Isländer sind auch Live ein absolutes Muss! Im Vorprogramm von Radiohead. Kann man sich was besseres vorstellen? Im Moment nicht. "Wie klingen denn nun Sigur Rós", fragen sich jetzt wohl die Leser hier. Einzigartig. Ich will jetzt auch gar keine Vergleiche heranziehen. Natürlich wird hier und da mal an Björk, Radiohead oder Portishead erinnert (mich persönlich würde ein solcher Vergleich absolut glücklich machen). Bei "Ný Batteri" würde ich sogar behaupten, die dramatische Steigerung ähnelt dem legendären Song "Creep" von Radiohead. Aber dennoch behalten die Musiker ihren eigenen Stil. Sie verstehen es einfach, etwas Besonderes auf die Beine zu stellen. Nach diesem Eindruck zieht es mich jetzt noch mehr auf die kleine Insel. Wenn ich nur drei Sachen mitnehmen dürfte, wäre das auf jeden Fall dieses Album, ein CD-Player und ein Wörterbuch Isländisch-Deutsch. © Laut
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Aus aller Welt - Erschienen am 13. September 2005 | Parlophone UK

Dieses Album pulsiert, schreit, schweigt. Jedes musikalische Dahinmäandern wird konsequent von tsunamigen Frohsinn-Attacken verziert. Dennoch: wenn Sigur Rós prädestinierte Filmmusik schaffen, dann ist in diesem Film jetzt Wochenende. Wärmer, orchestraler, leichter, beschwingter als die Vorgänger "Ágætis Byrjun" und "( )" und lange nicht so sperrig wie ihr 97er-Erstling "Von" ist "Takk..." schon fast wie das manifestierte Glück. Für Sigur Rós-Verhältnisse versteht sich. Mehr Bass, mehr Schlagzeug, mehr Piano, mehr Streicher, mehr Bläser, mehr Samples. Trotzdem versinken Sigur Rós nicht in einem Meer aus Sound und Kitsch. Das Glockenspiel triumphiert über die Volksfest-Atmosphäre. Der Ruhe wird die nötige Zeit eingeräumt, dem Sturm die stolze Stirn zu bieten. Hier profitiert der Protagonist von der Existenz eines gleichwertigen Antagonisten. Beispiel "Glósóli": Beinahe schleppend langsam quält sich der Song zu seinem Höhepunkt, um dort in ein ohrmuschellähmendes Klang-Gewitter von grausam schön verzerrtem Ausmaß zu explodieren. Meint man vielleicht (in allerdings arg weichgespülter Form) von Coldplays "Politik" zu kennen. Doch kaum hat sich alles beruhigt, flitzt bei Sigur Rós noch einmal das Kinder-Xylophon vorbei. "Takk..." schwebt nämlich insgesamt in sicherer Entfernung zur grauenhaften Belanglosigkeit, die Chris Martin nach fabelhaftem Debüt mittlerweile auf Albumlänge dauerdahergähnt. Streckenweise gar zu gleichförmige Rhythmen und verspielte Hintergrund-Details lullen den Zuhörer ein und geben ihm ein gerne angenommenes Gefühl von Sicherheit. Doch einmal in die schützende Wiege eingekuschelt, wachsen dieser urplötzlich Arme. Viele Arme, viele Instrumente, viel Sound. Viel, wo vorher wenig war. Die immer wiederkehrenden Wechsel zwischen hypnotischen Traumzuständen und Momente nahe des Wahnsinns machten den musikalischen Reiz der Isländer schon immer aus. Auf diesem Album treiben sie ihren Eruptionsdrang auf die Spitze. Und trotzdem ist "Takk..." eingängiger als die bisherigen Sigur Rós-Werke. Überhaupt lebt dieser Longplayer von Gegensätzen. Kompakt und verträumt gleichzeitig. Sanft umspielend hier, überberstend da. Insgesamt vielschichtiger und dennoch filigraner erhebt sich "Takk..." und fliegt. Davon. © Laut
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( )

Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Oktober 2002 | KRUNK

Von außen betrachtet machen Sigur Rós keinen sehr bestimmten Eindruck. Wenn die vier Jungs auf der Bühne stehen, ziehen sie die Brust ein, lassen die Schultern hängen und geben sich wortkarg. Anfänger der Jugendmusikschule sehen so aus, selbstbewusste Musiker nicht. Man könnte diese Isländer also milde belächeln, wenn sie Sätze sagen wie: "Die an uns gestellten Erwartungen interessieren uns nicht, wir wollten einfach eine Platte machen, die uns gefällt". Das allerdings sollte man nicht tun. Der Eindruck täuscht gewaltig, und dieses Album ist der Beweis. Sigur Rós wissen, was sie wollen. Sie ließen sich ein eigenes Studio bauen und absolute künstlerische Freiheit in ihren Verträgen zusichern und nutzten beides weitläufig aus. Das neue Album heißt "( )", die Songs tragen allesamt keine Titel, im Booklet finden sich keine Texte. Wozu auch, Jón Thór Birgisson hat seine Stimme zum Instrument perfektioniert und singt durchweg in seiner Laut-Fantasie-Sprache "Hopelandic". Und der Hörer ist aufgefordert, eigene Assoziationen in das leere Büchlein zu schreiben. Oder zu malen. "( )" ist ein interaktives Album ohne überflüssige Multimedia-Features geworden. Die Musik ist der Star - selten hat eine Band dieses Konzept so konsequent umgesetzt. Das kommt dem Hörer entgegen, denn die acht Stücke sind nicht so zugänglich wie die des gelobten Vorgängers "Agaetis Byrjun", diesem erfrischend entrückten Meilenstein jenseits aller Beschreibungen, mit dem Sigur Rós bekannt wurden. Düsterer, getragener, orchestraler fallen die Songs auf "( )" aus. Der Sound ist rauer und atmosphärisch dichter, ähnlich wie bei einem Live-Mitschnitt. Die komplexen Arrangements lassen noch weniger Strukturen erkennen. Alles ist im Fluss, doch der plätschert vor allem in der zweiten Hälfte nicht mehr so sanft dahin. Die bittersüßen Melodien vom Einstieg weichen, die Dramen werden bis zu 13 Minuten lang, die Traumlandschaften mutieren zu Albträumen. Sigur Rós erinnern sich also ihrer Anfänge und an ihr Debütalbum. "Von", so der Name, geriet 1997 allerdings so sperrig, dass die nachfolgenden Songs sich im Vergleich wie Charthits ausnehmen. Diese Platte macht da keine Ausnahme. Man muss ihr nur ein wenig Zeit geben. © Laut
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Rock - Erschienen am 5. November 2007 | Parlophone UK

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Ambient - Erschienen am 9. August 2019 | KRUNK

Hi-Res
Schnipps! Hallo, wach. All ihr Sigur Rós-Hörer, die ihr euch seit den letzten Tönen des Wiegenlieds "Fjögur Píanó" von "Valtari" im Dornröschenschlaf befunden habt und trantütig durch die Großstadtstraßen getaumelt seid: Es wird Zeit, aufzuwachen. Husch, Husch, die ersten giftigen Bassschläge auf "Kveikur" sind bereits im Anmarsch. Brennisteinn, Brennisteinn, alles muss versteckt sein. Nach Kjartan "Kjarri" Sveinssons Ausstieg bleibt der Restbesetzung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug nichts anderes übrig, als sich aus der Komfortzone, in der sie es sich zuletzt all zu bequem gemacht hatten, zu erheben. Jeder wusste in etwa, was ein neues Album der Isländer zu bieten haben sollte. Nun setzt sich die aufgestaute kreative Energie explosionsartig frei. Wer sich bisher mit Sigur Rós nicht anfreunden konnte, sollte es mit "Kveikur" noch einmal versuchen. Viel hat sich im Grunde gar nicht verändert. Nach wie vor stehen Klang und Stimmung im Vordergrund, bilden auf dem siebten Studioalbum eine undurchdringliche Phalanx. Doch mittlerweile hat sich die Atmosphäre von locker und lebensbejahend ("Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust") zu nackter Aggression gewandelt. Erstmals seit langer, langer Zeit klingen Sigur Rós wieder aufregend. Die oft zur Beschreibung ihres Sounds herangezogenen Elfen, Feen und Trolle spießt die Band auf die Spitzen rostiger Gitterzäune und schaut ihnen genüsslich beim Ausbluten zu. Dabei ergeht es dem Album wie dem Elefantenmenschen Jospeh Merrick, an dessen Maske das Coverdesign unterbewusst erinnert. Offenkundig durch Lärm entstellt, finden sich unter der abstrusen Oberfläche Zerbrechlichkeit, Anmut und vornehme Traurigkeit. Gleich im Opener "Brennisteinn", in dem sich zusammen mit dem Titel-Track die Wandlung am deutlichsten offenbart, treffen knarzende Bassschläge streitsüchtig auf Birgissons nach wie vor entrückten Gesang. Wie Warnsirenen jammernde Gitarren und ein schattenhaft groovendes Schlagzeug fügen sich zu einem beklemmenden Gebilde zusammen. Eine Shoegazing-Eruption, zu der geistesabwesend der unglaubliche Hulk tanzt. "Kveikur" selbst blutet aus allen Wunden. Ein Aufruhr, ein Höllenspektakel, unter meisterhafter Nutzung von Deformation und Verzerrung. Eine Dampfwalze, die das Schlagzeug zertrümmert, die Gitarre schändet und den Bass zerfetzt. Die Intensität lässt sich auf Albumlänge nur schwer halten. Trotzdem bewahren sich die einzelnen Songs den schrundigen Grundton. Dýrasons Percussions in "Hrafntinna" wirken wie ein korrodiertes Windspiel, das den Eingang zu einem Antiquitätenladen bewacht. Aus einer staubigen Ecke zaubern Sigur Rós die Erinnerung eines zurückgelassenen Refrains. Überhaupt scheinen sich die Isländer über Jahre hinweg ihre schönsten Melodien für diesen hartkantigen Longplayer aufgehoben zu haben. "Ísjaki" stapft militärisch durch tiefen Schnee, nur um im gleichen Moment einen Blick durch ein strahlendes Kaleidoskop der Farben zu werfen. Ein euphorischer Chorus, eingängig, emotional doch niemals kitschig, verleiht dem Lied den letzten Schliff. Herzzerbrechend. Naturgemäß liefert man sich bei dem Versuch, neue Wege zu beschreiten, der Gefahr aus, sich zu verrennen. Nicht jeder Schritt kann schnurstracks geradeaus gehen, manch einer landet gar in einem Matschloch. "Rafstraumur" verläuft sich in Coldplays breitarmiger "Mylo Xyloto"-Gefühlsduselei. Für einen kurzen Moment klingt Sänger Jónsi wie ein rückwärts abgespielter Chris Martin. Zum Glück eine einmalige Ausnahme. Mit elegischem Piano und traurigen Streichern legt uns der Schlußtrack "Var" zärtlich dorthin zurück, wo uns "Brennisteinn" aufgefunden hat. Die Spindel sticht, der Schlaf setzt ein. Langsam wächst die Dornenhecke wieder zu. Adieu, Realität. Bis zur nächsten Sigur Rós-Wundertüte. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Mai 2012 | Parlophone UK

Valtari ("Dampfwalze") ist das sechste Studioalbum der ätherischen Post-Rocker aus Island und der Nachfolger des Live-CD/DVD-Albums Inni von 2011. Angeblich ist das Album das Ergebnis eines langwierigen und schwierigen Reifeprozesses und wurde von der Gruppe als "elektronischer" als die früheren Aufnahmen beschrieben. Die Platte enthält die Single "Ekki Múkk", die den epischen, klagenden und herzzerreißend schönen Sound ihrer klassischen Durchbruchsalben wieder aufgreift. © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. November 2011 | KRUNK

Sigur Rós: Die vier isländischen Post-Rock-Dreampop-Fetischisten um den Falsett-Barden Jónsi Birgisson kreieren seit 1994 Eigenständigkeit in Perfektion. "Kopfmusik für Naturfreunde" nennen es die einen, während andere von "Klanglandschaften jenseits des Firmaments" sprechen. Einig sind sich aber alle, wenn es um die Einzigartigkeit ihres Schaffens geht. Wer schon einmal in den Genuss einer Live-Performance des nordischen Quartetts kam, nimmt seitdem Begriffe wie Epik und Opulenz nur noch mit Bedacht in den Mund. Um so mehr dürfte sich die hypnotisierte Gefolgschaft über "Inni" freuen, den ersten kompletten Live-Mitschnitt der Band. Vor fast genau vier Jahren beglückten Sigur Rós ihre treue Anhängerschaft zum ersten Mal mit visuellen Einblicken ihrer Live-Arbeit. Doch während "Heima" seinerzeit als ein gestückeltes Potpourri einer kompletten Tour serviert wurde, wartet das Quartett auf "Inni" mit einem kompletten Konzert-Vergnügen auf. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein wahllos herausgepicktes Happening, sondern um das Abschlusskonzert ihrer letzten Welttournee im Jahr 2008. Ort: das Alexandra Palace in London. Bereits nach wenigen Minuten des Openers "Svefn - G - Englar" vernimmt man Ungewohntes, denn die Band stellt sich an jenem Abend nicht wie gewohnt mit dem Streicherquartett Amiina auf die Bühne, sondern präsentiert ihr melancholisches Treiben mit reduziertem Personal. Nur die Band selbst tritt in Erscheinung und präsentiert in der Folgezeit eine beeindruckende Zusammenstellung ihres kompletten bisherigen Schaffens. Jedes der sechs zuvor erschienen Outputs der Isländer kommt zum Zuge. Die Band bedient sich an diesem Abend aber dennoch eines unterschwelligen Konzeptes, denn "Inni" fördert vor allem die düsteren und mystischen Momente der Isländer zutage. Zwar entstehen im Mittelteil bei "Inní Mér Syngur Vitleysingur" und "Hoppípolla" kurzzeitig Frühlingsgefühle, doch insgesamt hat eher die Phase zwischen Herbst und Winter das Heft in der Hand. Das gibt dem Output letztlich eine besondere Note, bedenkt man, dass Sigur Rós sich auf "Heima" doch eher beschwingt und farbenfroh in Szene setzte. Nicht umsonst betitelt die Band "Inni" auf ihrer Homepage als "Anti-Heima". Puristisch und klar geht der Vierer zu Werke, und dennoch wird ein ausuferndes Gesamtkunstwerk geschaffen, das der Intensität einer kompletten Sigur Rós-Produktion in nichts nachsteht. Es gibt kaum Pausen zwischen den Songs. Stattdessen reiht sich eine subtile Sphären-Welt an die nächste. Spätestens wenn die letzten Klänge des abschließenden "Lúppulagid" sich ihren Weg in die Londoner Nacht bahnen, kocht in einem die Frustration hoch, an diesem Abend nicht Teil der Vorstellung gewesen zu sein. Aber zum Glück bieten die vier Herren zum Audio-Vergnügen auch noch einen 75-minütigen visuellen Eindruck des Geschehens in Form einer dazugehörigen DVD an. Der ergänzende, schwarzweiß gehaltene Live-Film komplettiert schlussendlich ein wahrhaft imposantes Spektakel, das Spuren hinterlässt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 7. Juni 2013 | KRUNK

Schnipps! Hallo, wach. All ihr Sigur Rós-Hörer, die ihr euch seit den letzten Tönen des Wiegenlieds "Fjögur Píanó" von "Valtari" im Dornröschenschlaf befunden habt und trantütig durch die Großstadtstraßen getaumelt seid: Es wird Zeit, aufzuwachen. Husch, Husch, die ersten giftigen Bassschläge auf "Kveikur" sind bereits im Anmarsch. Brennisteinn, Brennisteinn, alles muss versteckt sein. Nach Kjartan "Kjarri" Sveinssons Ausstieg bleibt der Restbesetzung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug nichts anderes übrig, als sich aus der Komfortzone, in der sie es sich zuletzt all zu bequem gemacht hatten, zu erheben. Jeder wusste in etwa, was ein neues Album der Isländer zu bieten haben sollte. Nun setzt sich die aufgestaute kreative Energie explosionsartig frei. Wer sich bisher mit Sigur Rós nicht anfreunden konnte, sollte es mit "Kveikur" noch einmal versuchen. Viel hat sich im Grunde gar nicht verändert. Nach wie vor stehen Klang und Stimmung im Vordergrund, bilden auf dem siebten Studioalbum eine undurchdringliche Phalanx. Doch mittlerweile hat sich die Atmosphäre von locker und lebensbejahend ("Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust") zu nackter Aggression gewandelt. Erstmals seit langer, langer Zeit klingen Sigur Rós wieder aufregend. Die oft zur Beschreibung ihres Sounds herangezogenen Elfen, Feen und Trolle spießt die Band auf die Spitzen rostiger Gitterzäune und schaut ihnen genüsslich beim Ausbluten zu. Dabei ergeht es dem Album wie dem Elefantenmenschen Jospeh Merrick, an dessen Maske das Coverdesign unterbewusst erinnert. Offenkundig durch Lärm entstellt, finden sich unter der abstrusen Oberfläche Zerbrechlichkeit, Anmut und vornehme Traurigkeit. Gleich im Opener "Brennisteinn", in dem sich zusammen mit dem Titel-Track die Wandlung am deutlichsten offenbart, treffen knarzende Bassschläge streitsüchtig auf Birgissons nach wie vor entrückten Gesang. Wie Warnsirenen jammernde Gitarren und ein schattenhaft groovendes Schlagzeug fügen sich zu einem beklemmenden Gebilde zusammen. Eine Shoegazing-Eruption, zu der geistesabwesend der unglaubliche Hulk tanzt. "Kveikur" selbst blutet aus allen Wunden. Ein Aufruhr, ein Höllenspektakel, unter meisterhafter Nutzung von Deformation und Verzerrung. Eine Dampfwalze, die das Schlagzeug zertrümmert, die Gitarre schändet und den Bass zerfetzt. Die Intensität lässt sich auf Albumlänge nur schwer halten. Trotzdem bewahren sich die einzelnen Songs den schrundigen Grundton. Dýrasons Percussions in "Hrafntinna" wirken wie ein korrodiertes Windspiel, das den Eingang zu einem Antiquitätenladen bewacht. Aus einer staubigen Ecke zaubern Sigur Rós die Erinnerung eines zurückgelassenen Refrains. Überhaupt scheinen sich die Isländer über Jahre hinweg ihre schönsten Melodien für diesen hartkantigen Longplayer aufgehoben zu haben. "Ísjaki" stapft militärisch durch tiefen Schnee, nur um im gleichen Moment einen Blick durch ein strahlendes Kaleidoskop der Farben zu werfen. Ein euphorischer Chorus, eingängig, emotional doch niemals kitschig, verleiht dem Lied den letzten Schliff. Herzzerbrechend. Naturgemäß liefert man sich bei dem Versuch, neue Wege zu beschreiten, der Gefahr aus, sich zu verrennen. Nicht jeder Schritt kann schnurstracks geradeaus gehen, manch einer landet gar in einem Matschloch. "Rafstraumur" verläuft sich in Coldplays breitarmiger "Mylo Xyloto"-Gefühlsduselei. Für einen kurzen Moment klingt Sänger Jónsi wie ein rückwärts abgespielter Chris Martin. Zum Glück eine einmalige Ausnahme. Mit elegischem Piano und traurigen Streichern legt uns der Schlußtrack "Var" zärtlich dorthin zurück, wo uns "Brennisteinn" aufgefunden hat. Die Spindel sticht, der Schlaf setzt ein. Langsam wächst die Dornenhecke wieder zu. Adieu, Realität. Bis zur nächsten Sigur Rós-Wundertüte. © Laut
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Aus aller Welt - Erschienen am 13. September 2005 | Parlophone UK

Dieses Album pulsiert, schreit, schweigt. Jedes musikalische Dahinmäandern wird konsequent von tsunamigen Frohsinn-Attacken verziert. Dennoch: wenn Sigur Rós prädestinierte Filmmusik schaffen, dann ist in diesem Film jetzt Wochenende. Wärmer, orchestraler, leichter, beschwingter als die Vorgänger "Ágætis Byrjun" und "( )" und lange nicht so sperrig wie ihr 97er-Erstling "Von" ist "Takk..." schon fast wie das manifestierte Glück. Für Sigur Rós-Verhältnisse versteht sich. Mehr Bass, mehr Schlagzeug, mehr Piano, mehr Streicher, mehr Bläser, mehr Samples. Trotzdem versinken Sigur Rós nicht in einem Meer aus Sound und Kitsch. Das Glockenspiel triumphiert über die Volksfest-Atmosphäre. Der Ruhe wird die nötige Zeit eingeräumt, dem Sturm die stolze Stirn zu bieten. Hier profitiert der Protagonist von der Existenz eines gleichwertigen Antagonisten. Beispiel "Glósóli": Beinahe schleppend langsam quält sich der Song zu seinem Höhepunkt, um dort in ein ohrmuschellähmendes Klang-Gewitter von grausam schön verzerrtem Ausmaß zu explodieren. Meint man vielleicht (in allerdings arg weichgespülter Form) von Coldplays "Politik" zu kennen. Doch kaum hat sich alles beruhigt, flitzt bei Sigur Rós noch einmal das Kinder-Xylophon vorbei. "Takk..." schwebt nämlich insgesamt in sicherer Entfernung zur grauenhaften Belanglosigkeit, die Chris Martin nach fabelhaftem Debüt mittlerweile auf Albumlänge dauerdahergähnt. Streckenweise gar zu gleichförmige Rhythmen und verspielte Hintergrund-Details lullen den Zuhörer ein und geben ihm ein gerne angenommenes Gefühl von Sicherheit. Doch einmal in die schützende Wiege eingekuschelt, wachsen dieser urplötzlich Arme. Viele Arme, viele Instrumente, viel Sound. Viel, wo vorher wenig war. Die immer wiederkehrenden Wechsel zwischen hypnotischen Traumzuständen und Momente nahe des Wahnsinns machten den musikalischen Reiz der Isländer schon immer aus. Auf diesem Album treiben sie ihren Eruptionsdrang auf die Spitze. Und trotzdem ist "Takk..." eingängiger als die bisherigen Sigur Rós-Werke. Überhaupt lebt dieser Longplayer von Gegensätzen. Kompakt und verträumt gleichzeitig. Sanft umspielend hier, überberstend da. Insgesamt vielschichtiger und dennoch filigraner erhebt sich "Takk..." und fliegt. Davon. © Laut
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Rock - Erschienen am 30. April 2013 | Vitamin Records

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Ambient - Erschienen am 21. Juni 2016 | KRUNK

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Alternativ und Indie - Erschienen am 28. Mai 2012 | Parlophone UK

Video
Valtari ("Dampfwalze") ist das sechste Studioalbum der ätherischen Post-Rocker aus Island und der Nachfolger des Live-CD/DVD-Albums Inni von 2011. Angeblich ist das Album das Ergebnis eines langwierigen und schwierigen Reifeprozesses und wurde von der Gruppe als "elektronischer" als die früheren Aufnahmen beschrieben. Die Platte enthält die Single "Ekki Múkk", die den epischen, klagenden und herzzerreißend schönen Sound ihrer klassischen Durchbruchsalben wieder aufgreift. © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. Juni 2008 | Parlophone UK

Booklet
Das fünfte Studio-Komplettalbum von Sigur Rós mit dem Titel „Með suð í eyrum við spilum endalaust” beginnt in der ersten Hälfte mit einem so gewaltig starken Orchester-Pop, dass Hörer sich an Brian Wilsons selbstbeschreibende „Teenager-Symphonien an Gott“ (so bezeichnete dieser sein Album „Smile") erinnern werden. Das isländische Quartett hat sich dabei Anleihen an Arcade Fire (siehe den stürmischen zweiten Track „Inni Mer Syngur Vitleysingur") und Animal Collective (siehe die Leadoff-Single „Gobbledigook“) genommen und so ein Meisterwerk erschaffen. So vermischt die Band ihren ansteigenden Wortschwall mit beinahe konventionellen Popstrukturen und fügt ihrer normalerweise düsteren Besessenheit einen experimentellen Genuss hinzu. Die zweite Hälfte von „Með suð í eyrum við spilum endalaust” ähnelt mehr seinem Vorgängeralbum „Takk…“, mit lebendigeren Texturen und einem langsameren Tempo; aber nach der ersten poppigen Hälfte ist dieser Wechsel eine willkommene Abwechslung. Das Album wurde in einem Haus in Reykjavik von Flood aufgenommen, der hier dieselben Hooklines und dieselbe mitreißende Leidenschaft wie vor mehr als zwei Jahrzehnten anwendet, bevor er für U2 „The Joshua Tree" produzierte. © TiVo
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Rock - Erschienen am 5. September 2008 | Parlophone UK

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Electronic - Erschienen am 14. Juni 1997 | KRUNK

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Alternativ und Indie - Erschienen am 20. August 2007 | KRUNK

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Electronic - Erschienen am 19. Juni 2016 | KRUNK

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TV-Serien - Erschienen am 9. Mai 2014 | Sony Classical